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Full text of "Die Berner-chronik des Diebold Schilling 1468-1484: Im Auftrage des historischen Vereins des ..."

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Die Berner- Chronik 

des 

Diebold Schilling 

1468-1464 



Im Auftrage 
des historischen Vereins des Hantons Bern 

herausgegeben 

Gustav Tobler 
Erster Band 




Bern 

Druck inid Verlag von K. J, Wj-ss 
1897 



Johannes PiERAUEi\^ 






IN St. Gallen 



UND 



Gerold Meyer von Knonau 



N Zü 



IN AURICH 



GEWIDMET. 



Voiu^ede. 



Der gesamte ältere Ohronikenbeataiid Berns wurde im 
Verlaufe der letzten Juhrzehntti neu aufgelegt. Die (Voiiioa 
de Beriio, der Conflictiis Laiipeiisis, die l'lironilt Justingers 
Bftmt dem Anonymus, die sog. TsL-liachtlanclinjnik und Tilring 
Frieker fanden in G. Sluder einen trefflichen Bearbeiter, in 
kuizeni wird die Neuausgabe des niaclitvollen Geschit-htswerkes 
von Valerius Änshelm vollendet vorüpgen. Nur Diebold 
Schilling, dessen ('hronik als eine Haiiptquelle für die Zeit 
der stolzesten Machtentwickiung Berns gilt, uiusste immer 
noch in der Ausgabe benutzt werden, die im Jahre 174H ein 
Unbekannter (vielleicht Professor Altmann) unter dein Titel 
veröffentlichte: »Diebold Schillings BLsubrcibung der Burgun- 
dischen Kriegen. Und einicher anderer in der Öehweitz, und 
sonderlich zn Bern, um selbige Zeit vorgefallenen merckwilrdigen 
Begebenheiten », 

Diese Ausgabe war wohl dnrch die Worte J. J. Bodmers 
veranlasst wonien: » Nach meinem Bediincken übertrifft Schil- 
ling Justinger und Tschachtlan nicht mir an der Weitläuftig- 
keit. sondern auch an der Zierlichkeit und Fleiss. so wolil 
als an der Wichtigkeit seiner Erzehhingen > ') 

Aber die Veröffentlichung erfuhr eine mifrtnindliehc Auf- 
nahme. Die Zürcher Freymüthigen Nachrichten brachten — 
Wühl aus der Feder Bodmers — im Jahre 1744 eine Be- 
sprechung*), der wir Folgendes entnehmen: 

c Dieses historische Werk hat sowohl in Ansehung der 
wichtigen Geschichten, die es beschreibet, als der Glaubwürdig- 
keit des Seribenten, und der Aufrichtigkeit der Erzehlung, 

"1 Helveüiehe Bibliothek IV. H. 46 (173Ö). 
') FreymOthjge Nachrichten 17«. S. 66. 



VI 

die sicli so gar durch die Einfalt der Schreibart anpreiset, 
seinen besondern Werth und Nutzen und ist nicht geringer als 
eine authentische Urkunde zu schätzen. Daher ist das Unter- 
nehmen des ungenannten Herausgebers dieser Chronik billig 
zu loben; wiewohl in der Ausführung desselben mehrere Sorgfalt 
und critische Aufmerksamkeit hätte beobachtet werden können. 
Denn vorderst hat der Herausgeber gänzlich unterlassen, uns 
von dem Ansehen und der Bescliaffenheit seines Manuscriptes, 
welches er uns hier abgedrückt liefert, einige Nachricht zu 
erteilen, oder sonst Proben von seinem dabey angewendten 
critischen Fleisse zu geben. Darnach hat er dieses Werk durch 
eine abergläubige Beybehaltung der alten Uechtländischen 
Orthographie für einen grossen Theil derer, die sonst der 
deutschen Sprache kundig sind, unvernehmlich und darum auch 
unbrauchbar gemachet. Wozu noch kömmt, dass der Text, 
wie er uns hier vorgeleget wird, die Richtigkeit der Urkunde, 
welcher er gefolget seyn mag, in mancher Stelle ziemlich 
verdächtig machet. Zugeschweigen, dass der Herr Herausgeber 
das Deutsche in seiner Vorrede so unbarmherzig radebricht, 
dass er seinen eigenen Landesleuten kaum vernehmlich ist». 

Eben so ungünstig urteilen die Leipziger Zuverlässigen 
Nachrichten*): «Die Schreibart tauget durchgehends nichts. 
Überhaupt düncket uns, man hätte besser gethan, wenn man 
nur das nützlichste aus dem Diebold Schilling herausgezo- 
gen, solches in unsere heutige Schreibart eingekleidet und 
es also zum Druck befördert hätte, dann man denn alles 
füglich auf Bogen bringen können, was man nunmehro vor 
fünftehalb Alphabet bezahlen muss ». Und auch G. E. Haller, 
der sich übrigens dem in der Helvetischen Bibliothek ge- 
spendeten Lobe anschliesst, fügt hinzu: «Es wäre aber sehr 
zu wünschen, dass diese Ausgabe mit mehrerer Genauigkeit 
und Kichtigkeit wäre veranstaltet worden, als welches man 
nur zu sehr daran aussetzet » *). 

•} Ich zitiere mich den Freyiiiüthi<j;en Nachrichten von Zürich 174/), S. 109. 
«) Haller, Bibliothek IV. Nr. filT (17«6). 



VII 

Die vorliegende Neuaiisgabe wird im Hinblick auf solche 
Urteile gewiss nicht als überflüssig erscheinen, im Gegenteil 
dürfte man sich wundern, dass sie so lange auf sich hat 
warten lassen. 

Da ich über das Leben, die schriftstellerische Thätigkeit 
Schillings, das Handschriftenverhältnis und die bei der Edition 
befolgten ürundsätze ausführlich am Ende des zweiten Bandes 
Nachricht geben werde'), so kann ich an dieser Stelle mich auf 
eine kurze Mitteilung hinsichtlich des Textes boschränken. 

Von der mit dem Jahre 1468 beginnenden Chronik sind 
zwei von Schillings Hand geschriebene Redaktionen vorhan- 
den. Die ältere, reichhaltigere befindet sich seit i486 in Zürich 
(Stadtbibliothek, Msc. A. 5). Sie führt die Geschichte bis 1484 
herab. Diese (Z) wurde der gegenwärtigen Ausgabe zu Grunde 
gelegt. Einige durch Ausfallen oder Ausschneiden von Blättern 
entstandene Lücken konnten vermittelst einer im Jahre 1532 
hergestellten, wortgetreuen Kopie iStadtbibl. Zürich, Msc. A. 
")4, 35) und der Berner Handschrift ergänzt werden. 

Die zweite, jüngere Redaktion endigt mit dem Jahre 
1480.') Sie bildet den dritten Teil der auf der Stadthibliothek 
in Bern sich befindenden «Amtlichen Chronik» Schillings (Msc. 
Hist. Helv. I, 3) und diente der Ausgabe von 1743 als Grund- 
lage. Die Abweichungen dieser Handschrift (B) sind unter 
dem Texte verzeichnet. 

Die Missiven gebe ich im urkundlichen Wortlaute des 
Teutsch-Missivenbuches (Staatsarchiv Bern) wieder, mit Angabo 
der Abweichungen von Z und B. 

Wie mit der ausführlichen Darstellung Justingers die 
kürzere eines Anonymus parallel geht, so existiert neben 
dem breiten Geschichtswerke Schillings ebenfalls eine wesent- 
lich verkürzte Fassung, die in vielen, verschiedenen (iruppen 

') Vorderlumd verweiaü idi auf den von mir l'carlieitetou Al>sebnitt in 
<'J. V. VVyss'ens Oeschiclite der Hislorio^^raphie in der .Schweiz, 8. 185. 

') Nicht 14S4, wie im Kataloj^ d«.'r Handgiliriften zur Schwt.'izergeseliichte 
der Stadt>»i>)liothek f^ern. S. 1 stobt. 



VIII 



angt'hiJremleTi llanJsclirifton erhalten ist. Im Interesse 'ler 
Übersichtlichkeit miisste ich es unterlassen, in den Varianten 
auf diese Handschriften Bezug zu nehmen; ich zog es vor, 
diese Chronik gesondert als Anhang im zweiten Bande heraus- 
itugeben. 

Den Vorständen der ßihliothokon von Bern, Zürich. Solo- 
turn, Luzern, Arau, Freiburg, Einsiedeln, der Archive von 
Bern und Freiburg und dem Herrn Max von Diesbach in 
Villars fühle ich mich zu grossem Danke verpflichtet und ich 
bitte sie, mir auch bei der Ausarbeitung des zweiten Bandes, 
wobei ich erst recht auf ihre Handschriftenschätze angewiesen 
sein werde, durch deren vertrauensvolle Überlassung zur Seite 
zu stehen. Ebenso danke ich dem Herrn D. Gurtner, Biblio> 
thekar der Zentralbibliothek im Bundesrathause, für die Über- 
lassung eines Ärbeitsraumes, in dem ich die mir anvertrauten 
Handschriften unterbringen und ungestilrt während längerer 
Zeit benutzen konnte. 

Das Werk widmet der bernische historische Vorein zwei 
hochverehrten Männern, Dreissig .Jahre sind es her, seitJohannes 
Oierauer das Amt eines Gesehichtslehrers am Gymnasium in 
St, Gallen bekleidet, und dreissig Jahre lang wirkt Gerold Meyer 
von Knonau an der Universität in Zürich. DLirfte schon dieser 
äussere Umstand ihre zahlreichen Verehrer und Schiller veran- 
lassen, sich ihnen glück wünschend zu nahen, so heisst mich 
persönlich ein inneres Gefühl ihnen herzlich für die Richtung 
zu danken, die sie durch ihre Beeinflussung meinem Leben 
gegeben und die freundschaftliche Gesinnung, die sie mir bis 
7MV Stunde bewahrt haben. 



Bern, den (5, Oktober ISftT. 



(d) In dem namen der heiligen, hochen und ungeteilten 
drivaltikeit des vaters, sunes und heiligen geistes, amen ! han 
ich, Diebolt Schilling von Solotern, grichtschriber zu Bern, 
zu sundrem dienste, eren und willen der lobrichen und wir- 
digen stat Bern in Oechtland, die dann iren namen und lob h 
nit on merglich verdiente ere und ritterlich ursach von altem 
herbracht hat, und sunders minen gnedigen lieben herren 
schulthessen , raten und gemeinen bürgeren derselben stat 
Bern, darzü gemeiner Eidgnosschaft von stetten und lenderen 
des grossen starken pundes obertütschen landen, und euch lo 
den fromen hantvesten lüten von Solotren , Friburg ^) und 
ßiel mit merklicher inschliessung und begriffung der nüwen 
vereinunge Strasburg, Basel, Colmar, Sletstat und andrer, 
die dann merenteils in disen nachgeschribnen Sachen ouch bi 
inen gewesen sind und lieb und leid, als si iewelten getan, 15 
ouch mit einandren gelitten band im allerbesten, darfiir ouch 
dis alle menglich die ich darumb demöticlichen bitten haben 
welle, - mir fiirgenomen, dis nachgemelten historien und ge- 
schichte, so vil ich dann der in blödikeit miner torrechten 
sinnen begriflfen mag, und ouch merenteils selber darbi ge- «o 
wesen bin, nach der beschechnen warheit zu beschriben. Wie- 
wol ich erkennen, mich des an sinnen, kunst und Vernunft 
unwirdig sin, so han ich doch dis ztl eren und gefallen der 
vorgenanten miner gnedig herrn von Bern und iren ew^igen 
nachkomen, darzü den fromen notvesten hiten gemeiner Eid- 55 
gnosschaft und andern, als vorstat, nit wellen underwegen 
lassen und mich des angenomen, erkennende, das dis ding 

1. Lücke in der Zürcher Hs. von in dem namen bis behalten werden. 
JDer Text wurde nach dem Msc. A, 64, 55 der Zureiter Studtbibhothek 
unedergegeben. — 3. von Solotern fehlt, — 15. von iewelten. — 
16. dartiir ich ouch dis alle menglich harumb. — 25. hantvesten. 

*) Aus der bosondern Erwähnung Solotums und Freiburgs^ geht her- 
vor, dass diese Einleitung vor dem 2'i. Dezember 1481 — dem Eintritt der 
genannten Städte in den Bund — niedergeschrieben wurde. 

1 



billicher mit vil grossem kriegen und getaten, so sider dem 
zite und jaren, das sich die l?>blichen geswomen pünde der 
vorberfirten fromen Eidgnosschaft und iren gewanten erhebt 
und iren Ursprung genomen band, zwuschen den durliiehtigen 

:. hochgebomen fürsten des huses Oesterich und inen ergangen 
sind, geanfanget wurde. Es ist aber in minem verstau nit 
notdurftig, so man doch das allenthalben in der stat von Bern 
cronicken *) und andern erclerungen schriftlichen vinden mag. 
Diewile aber dis materie ietz in gedechtniis der lebenden das 

10 nuwest, darumb dann die ewig richtung zwuschen dem dur- 
lüchtenden und hochgebornen fürsten und herren, herrn Sig- 
munden herzogen zu Oesterich und siner gnaden erben an 
eim, und gemeiner Eidgnosschaft und dero nachkomen am 
andern teilen durch ordenlich mittel des almechtigen ewigen 

r, gottes nü am leisten beslossen ist, so hau ich dis an dem 
ende, da sich dann merenteils die rechte ursach derselben 
handlungen und richtung erhebt, und was sich demnach in 
kriegsübungen zwöschen dem grosmechtigen fürsten herrn 
(^arolen, herzogen zu Burgunn einer-, dem hus Oesterich, den 

so Eidgnosson und andern iren verwanten andersiten begeben 
hat, der kürze nach wellen begriffen, und bitten des algemein- 
lich, mir dis nit für übel ze haben, und sunderlich dieselben, 
denen dis bas dann mir wissende sin mochte, das zc bessern, 
mindern oder meren, das ich von inen zu gutem dank haben 

sr. und mich des nit schemmen wil, und wo ich ouch von todes 
oder ander sachen wegen daran erwunde, die materie und 
geschichte aldann bis irem usgang erstrecken und nit erligen 
lassen, damit der stat von Bern, ouch der fromen Eidgnos- 
schaft und ir zügewanten sachen und güteten nit vergessen 

:iü und iren nachkomen denen zu vcrvolgen schriftlich behalten 
werden. 



21. alle nienfflicb. — 30. denen zu verfolgen fehlt. — Die Kapitel 
(Eingang b) bis S6 bearbeitete Schilling schon in seiner ersten Chronik, 
ligg. von Th. v. Litbenau im Archiv des hisior. Vereins des Kts. Bern 
XIII , 498 — 536 (Kap. 46 — 87). Ebenso finden sie sich in der 
Tschachtlan' sehen Chronik, hgg. von Cr. Stnder in den IQuvUen zur 
Schwetzergeschichte 7, 222—261 (Kap. 33—66). Ich ciiiere sie in der 
Folge mit Seh. I. und Tsch. Da in den betreffenden Ausgaben die 
Vartanten gegenseitig verzeichnet sind, so hielt ich die Wiederaufnahme 
derselben nicht für notwendig, 

') ('onflictus Laupenflia, Justinger. 



1460 



(b) Darumb und naclKfeai dann der weite notdürftig ist, 

V die vergangnen und beschechnen geschichten und sachcn, us 

' denen dann dio menschen warhaft underriehtung erkennen und 

darus ir künftigen dinge dester bas geordnen mugen. schrif- 

lichr warheit zil bevelhen. und den gflten geschichten ir eitern 

nachzefolgen und darinne bestentlich beharren, mag meng- 

lichem wol kund sin, wie dann di« eiber stat Mulhusen. die 

an alles mittel dem heiligen Kiimselien riebe zugehört hat, 

mit beiden statten Bern und Solotern etlich jarzal, namlicb 

fduf und 'zwenzig jare in pimtnCis konien ist, in dem jare i 

da man zalt von der gebiirt Cristi tuseiit vierhundert sechzig 

und acht jar '), von tirsach wegen, das si lange zit dahar von 

j der berschaft Oesterich. iren landvfigten und gewanten men- 

■i^rlei unzimlicheit und gewaltsami erlitten, und das ouch die 

jierschaft lange zit davor imd oncli darnach, als si die ge- i 
l^anten beid stett Bern und Soloteni in ir puntnus und 
KShirm genomen, mit mengerlei ufsetzen daruf gestudiert haben, 
dieselbe stat Miilhusen darumb, das eich die alwegen 
Pimd in allen Sachen l'riiutlichen mit den Eidgnossen hielt, 
[ ander ir gewaltsami bringen mochten, als si ouch das mit s 
l täglicher anreitzung an iiien erKÜugten. und dick und zu men- 
gen) mal mit frevel und gewalt für si rantent, inen die iren 
eretachen und vingen , ir bimie imd reben abhiiwen , und 
naclier ein gemein spnicbwort darus machtent, das MiJlhusen 
der Eidgnossen kJistal wer und das si ie inen zä leide den i 
I kÜBtal zerstören und an dem ende nit liden woltent. Und 
Itribent dos und anders als vil mit den biderben Ititen und 
tatent denen somlichen truck und trang. das si am letsten 
solidts ir armüt und faglichs verderben halb nit nie erzugen 
mochten, wann das si gar ztt mengon malen solicb ir anligende » 
not und gewaltsami denen von Bern und Solotern mit liocher 
■ clagc anbrachten, und si als ir puntgnossen und verwanten 
I Umb hilf und rat anrilften. Dieselben herschaft und die 

1. notdurf'l. — 2. f^eschechnen. — 6, und darinue hh beharren frhit. 
— 7. -widaende »in. — bd nn. — 13. verwanten. — 16. beiden. — 22. 
mengen malen. — 25. 26. ktigxtal — 27. so vil. — 28. BoUthen- — 
daa Hl ie am letüt«n Holicbs artnüt. — 32. EidgnoBsen. 

>! Der Bund datiert vom IT. Juni 1466. Abschiede II, 354, wo irr- 

^mlicp die Dauer de« Bunde» zu kurz angegeben ist. Dierauer. Ge«cbiobt« 

r Sehweizeriscben Eidgenossengcbaft tTT 156. Seh, 1. Kap. 46 und Tacli. 

,p, 33 geben das richtige .labr des BundeaaVischlusa - - -■- - •- 

aTuK. 



erste rer auch 



ireii, wiewol sich des die Eidguoaaen nach ileii vergangnen 
abgeretten tVinfzechenjerigeii friden ') und andern richtungen 
und beatenden nit veraachen und gern friden gehebt hetten, 
rüstent sich ouch teglicben in iren sachen in stetten und 

I slossen inmassen zu, das man wol spurte, das si weder fvidens 
noch der Eidgnosseu friintachaft ganz nit begertent, wann si 
Habkessen, das iewelteii ein dorf gewesen was, mit einer 
starken hülzinen mure und mengen bolwerken unibgaben, und 
das darnach die hi'dzen stat nampten, besatzten ouch die mit 

I soldneren und ziige als liite. die sich darus weren weiten. 
Si latent ouch darus denen von Miilhusen mit roup, brand 
und anderm railtwiUen mengerlei Schadens, über das sich die 
von Miilhusen , ouch die von Bern und Solotern von iren 
wegen darumb gegen inen gnßgsamer rechten und zimlicheit 

, erbutten, das doch alles nit helfen noch verfachen weit. 



I. Das die von $ehafhu»eii von herr Itilgrin von Hi)wdQrf 
mit mütwillcu bekriegt wurden. 



Nft warent dazemal die von Schafhusen mit gemeinen 
Eidgnosscn ouch in pündniis^); dieselben und ouch ir burger 

die von Pulacb, die hat nii herr Bilgerin von Hfiwdorf' ) umb 
etwas Bachen in ansprach, darumb si im dann alwegen nach 
sag des vorgenanten fi'i nfzechenjerigen fridens, zii Costenz 
gemachet, gern gerecht worden werent. Derselb frid wiaet, 
das si gegen eimindern still stan und kein teil den andern 

1 bekriegen noch schedigen solt. bis nach sinem usgang, und 
bette dehein teil an den andern ützit zu sprechen, der aolt 

i. oach ffhlt. — teglich». — S. weder fehlt. -~ 6. wenig begerten. — 
8. vil bolwerkan. — 9. nanten. — 12. tu Bchadens. — 13. Lücke in 
der Zürcher Be. vo» von iren wegen bis Kap. ö, ob ea nachmalen 
dnrsil wurde komen. Text nach Msc. A. G4, SS der Zünher Stadttiib). 
— 16. Vgl Seh. I. Kap. 47 und Tech. Kap. 84. - 22. vr.rgi'uanteu fehlt. 

') Der IBjahrige Friede vgin I. Juni 1461. AbBch. II, 88(i-8a0. — 
■) Uer Bund Scbu^ansens mit Zürich. Bern, LuEern, Suhwi«. Zag und 
Glaru» datiert vom I. ,Iuni 1454. Äbsehiede II. 875-87H. — ') Daher Bil- 
■' geri Ton Heudorf' vgl. G. v. Wj»s in Allg DeutBi:h« Biographie Xlll, 502-506. 
fl Hajisjacob, Der Waldnhuterkrieg ( iwS), B. 13. OfEaielle Darstellungeu 
'fenthallcn da» Schreibon der Stadt Schaffhaiiaen an Mfilliauaen Tom 20. Ja- 
nuar 1468 in MoBHinaiin. Cartulaire de Mulhousc III, 108—111, und ein 
Schreiben der Eidgenosaen Totn SpiL^ahr 1400 au den Herzog von Mailand, 
mitgeteilt von Th. t. Liebenau im Anzdger lllr scliweiz. Geschichte 1882. 
». 84-36. Geachichlsfreund XXXII, 65 ff. 



14(i7 



recht daruinb silcliou nach sinem iiitialt'): das mocht inen 

^bei- nit erschieasen, wann das derselb von Hi'iwdorf, der dann 

ider herscbaft rat und diener was, si an dem keiserliehen hof 

^ud anderswo wider billichs lunltzoch und sich des fiinf- 

wclienjerigen fridens liberein nit halten wolt, eunder bracht 

si darüber mit sinem ungerechten und uiötwilligen fürgeben 

I verclageu in ocht und pene des heiligen richs, und sucht 

luch damit gegen etlichen sundeien personen von der Eid- 

pnosBchaft und iren zilgewanten unziinlich Ursachen, dadurch 

1' ai angrcif, und solidi gewaltsauii gegen inen und den Iren i 

bistand und zttschilp der herschaft gehrucht mit ge- 

Lvangnus und andern dingen, das ie die von Hchathusen das 

init nie erliden mochten, und clagent das gemeinen Eidgnossen 

^Is vi) und dick, mantent ouc)i die ir geswnnien pünden als 

|ioch, das die Eidgnosaen dis zfl bei-zen nanient und »chribent i 

i erii'ordertent den fürsten von Oesterrieh, nämlich herzog 
Sigmunden und ander, die die berfirt., me dann einist vast 
treffenlidi und begertent alwegen, das herr Bilgrin und ander 
ir mutwillig fiirnemen gegen denen von Schafhusen abstaltent 

ich des fiiut'zeelienjerigen fridens und ander billicher : 
dingen und rechten, dero si sich dann alwegen erbutten, be- 
Elnfigen lieRsen, damit si nit geniH und getrengt wurden, inen 
nach sag ir piinden hilHicIi ztl sin ; das aber alles nit be- 
BL-hiessen wolt. wann das si mit roup. brand und andern krieg- 
_ liehen sachen, dieselben von Sfliafliusen ie lengor ie mer ; 
uigritl'en. und darzä inen iren alten burgermeister, nanilicb 
isen aui Stad, viengen und den hinweg durch des ftirsten 
1 Oestorich stette und slos, alles unahgcseiter savhen, und 
buch mit hilf und stiir siner aniptliiten. und sunderlich otHcIier 
Won Villingen, die im zflgeben wurdent, fürten'), das doch :i 
wider den vorberfirten friden was, und besehatzten den 
aib ein merklich summ gelts, nanilich achtzechenhundert 
Biinscher guldin, die er ouch geben und bezalen roüst. 

1. «üühen an »Jraliuhen enden; das üiocht ei aber nit verfucht,'». — 
8. Biindrigen. — 11. cehnichte. — l'J. geTiingnils, roup a. — 13. bo- 
licha nit — U. so »iV. — 20. friilen. — 22. nit genötiget wurden. — 
25. äiv verinelten von Sth, ie berU'r und mer, 

'i Alla fremden Gerichte, geiatliche und weltliche, waren uuage- 
äilOMen; da soll man das Kecht nehmen, wo der * Ansprecbice ■ uUt. 
'i. II, 888. — ') Hans Am Stad wnrde dni-eh Üa» Österreicbische Vil- 
a naeh äem Schloas ächauenbnrg in der Ortenau (Kenchtal in Badenl 
WUichgefnhrt. Seh. I und Tsch. su^n, die Oeliinfren nähme sei erfolgt 
* • liilf des fiirsten Ton Oesterich •. 



3. Das (llo von Schafhuseii Ketneiueu Eidgnossen semlichea 
miitwilleii cla^tcnt un^l si omb hilf verniauteut. 

Semlichs ckgteiit aber die von Schattiuseii gemeinen Eid- 
gnosseri und vermanten die ir gesworn piindeii. Also wart 

. inen von allen Eidgnnesen hiltlicher trost libs und gtlts ztige- 
seit '), und was menlich darzü geniat. Des underwant sich der 
bischof von Costen?, ') und mit im ander Herren und froin 
liit als «rastlich, das durch ir bitt willen ein tag gen Hostenz 
bestimpt. und wart da als vil gearbeit, daa denen von Hchaf- 

I busen die achtzechen hundert guldin wider werden soltent mit 
bescheidnem costen, und nament sich daruf die rate von 
Oesterich für. iren inrsten zu bedenken. Als bald der fürst 
das vernam, do wolt er das gelt nit geben, noch die teding 
halten ; daruf sich die Eidgnossen mit ganzer macht zfli-ustent. 

, und woltent mit gewalt in das Hegow und uf den Swarzwalt 
gezogen sin , und wart ouch die stat Schafhusen von Eid- 
gnossen wol besetzt. 



1. Titel fehlt. - Vgl. Seh. I Kfp. 50 w. TkH. Kap. 37. — i. Dil wart. 
inen uIbo von iiiuii iiUen. — B. jfMiist und jfana willift- — 9. ati vil. 
— 11. zimlkhem uoateii. — H. mit macht. ~ lU, oiith ilaruf. — 17. 
genieitien E. gar wol. 



■) Diu £id);;<;ti(M«en i'orclerii vuui Al>t von St. GiiUc-ii lÜO Miinn ZuxutjT 
noch SchaffbaiUKii auf der TugBatzuug vom lJä..luDi 14(J7. Abscb. II. 367.— 
*1 Hermann III. tou Breiten landenberg, Uieebof von Konstanz, 1466 — 1474. 
Vgl. über ihn Ruppert. UJe Chroniken der Stadt Konstanz (ISPl), S. 44«. 
Der Tag tknd Mitw .Tuli statt. Kin WatTeuHtilUtand bis St. Laurentiu« 
(10. Auff.l wurde abgeachloascn. l>io OrterreichiBcUen Gesandten, Peter von 
MCrsberif niid Mttrqiiard von Baldegg Bahrten LcdiglaesunK des Am Stad 
ohne -Entgeltnis. nu, Moaamunn. Cartulaire III, 33; H. Witte, Der Mül- 
baiuerkriKg. im Juhrb. f. Bchw. Qesch. XI, 278, Anm. 4. Der zweite 'l'aa 
Innd iu Konstam um St. LaurenKienta^ »tatt Berns Schreiben an MDV- 
liausen vom 12. August. Cartulaire 111, M. Suloturns Schreiben an MQ1- 
hauuen vom 1(>. Aug, ebd. S. 36 meldet, dnfia die Bestimmungen dt» ersten 
'l'ugei nicht ei'Mlt wurden , worauf eine Verl&naemng iles Watfenstill- 
staadea um 14 Tage < bis 2. SepL) besehlosHen wurde. Neue VerhAndlnneen 
aollen • nechst muzh St. ßartholomeustag ■ in Lnzem statthnden, um Ilber 
die Haltung der Eidgeooisen vm beraten, ~ Rin neuer Tag der Eidseuossen 
von Ende August mitte beschioesen, nach Ablauf des Waffenstillstandes 
fi, Sept.) • mit ir 1>anner nad macht von stetten und lendern an den 
Swarzwald und für Villingen -ze ziehen . . und zii Stillingen und Hilaingew 
uf wintug nach St Trenenta^ (6. Sept.) nechet hin. • Zuvor sollte am 
Dienstag I. Sept. noch eine Beratung in Zug stattfinden. Schreiben Solo- 
tums an MQlnausen vom 30. Augnst. Cartulaire III. 558. Bern bot am 
1. Sept. 130 Mann im Überland aufund but Freiburg um 5D0 Mann (Teutach 
Hiaa. B. 222 und 225), widerrief aber sofort dies Aufgebot und erliess um 
25. Sept, an die Kloster die Mahnung, um Frieden zu beten. Ebd. 3. 245. 



3. Dhs uiaii Aber TniDtlicIi tediug in <len saeheu süclit 
niid tag leistet. 

Dis vernam der vorgciiaiit biscliof von Costeiiz und ourli 
der bischof von Basel ') und ander froni herren und crber 
liit und rittent darunder in meiiiung, die sauhen noch alle 
z& gUtem oiid 7Ä bringen, und noch fiirrer etwas das zA friden 
dient schaffen ; darzft schribent oueh die zwei hfmpter der 
cristenheit, uamlich der bapst und keiser den Eidgnoeaen*). 
und gebuttent inen bi hochen bennen und penen, das ieder- 
man gegen dem andern friden, und sich menglich gegen dem i 
Türken umb cristenlichen glouben zürusten solt. Von sem- 
lieher gebotten und grosser arbeit wegen der vorgenanten 
bischofen und ander fromer herren, wart aber ein tag gen 
riostenz böstimpt und uf demselben tag als vi! gearbeit. das 
sich der Eidgnossen botteu und iederman nain wider heim zu i 
bedenken mit den b;'ipstlichen und keiserlichen briefen und 
gebotten. L'nd wurdent die ding dozenial aber gestiltet. 



1. Vgl. Sah. I Kap. 4S und Tadi. Kap. 35. — t'nintlich tilg k'i<itet 
und in den sathen t-edinget — Ö. kü gutem brinjfen. — 7. die iwei 
big namlicli fehlt. — 10, friden habti». -— II. cristuiia ffloiilwn willüii, 
— 12. und nrteit — vorgenanten herren iiud fromer lilten — 14. und 
da als vil. — 15. botteu fehlt. — 16. venlenlien — briefen und man- 
diit«n. — 17. Und wurden die iiachen inmanen geatillet, das der zag 
dasemal aber underwegen bleip, und weren ouch die Eid^oHaen *) 
und ir verwanten mit der herHcbaft und den iren gern bi fndeu und 
rüwen bliben, desgliiA die von Schafbuaen, nnd erbutten aieh vil 
zimlicher rechten, und betten ouch den TorKerfirt«n friden gern ge- 
halten; das mocht si noch die iren in keinen dingen helfen, a.ls haniaeb 
witer gemeldet wirf, 



'I Johann von VeuninKen. Biseiibf von Basel, 1458—1478. Ueber «eine 
nicht schweizerfreundliche (resinnung vgl. Witte a. a. 0., S. 270—260. — 
*) Die TenuittluDg des Kaisern beginnt schon im Juli. vgl. H. Witte, Uül- 
batuerkriw, S. 38,i. Sein Mandat vom 20. August bei Tachudi U. 672. Vgl. 
hiertlber cUe Schreiben Berns vom 10. S«^t. (Abach. II, 367) und Soloturna 
vom 4. Sept. (Cartulalre III. 39). Ue lolge der kaiserlichen und i^pet- 
lichen Vermiihnung war die VerläuKerung- des WaffenatUUtanclea bis 14. Sept. 
Unt«rdeseen vermittelte der Bischof von Konstanz in Kaiaeratuhi am 7. Sept 
unen Waffenstillstand bis Michaelis |29. Sept.). Absufa, II. 367. Vertreten 
waren ZQrich, Bern. Luzern, Schwiz, Zug. — *| Doaa namentlich Bern und 
Solotum ftlr die Erhaltung des Friedens eintraten, ergeben ihre Schreiben 
au Mülhausen im Cartiüairo lU, No. 1058. 1061, 10«, 1065, 1072—1074, 
1076, 1077. 1141. 1145. 



4. Hie liebt widernmb an der liandel von deren tod Mdl- 
liuseii weisen, wie das man zn tae:en reit, und in dem 
tagleislen die vou IHiilliUHen von des lierzo^eu von 
Oesterich illeueru wunlent angrlffeD. 

s In den dingen, als nil die Eidgnciasen still sasst-iit und 

nieman me helciiraberten von der obgemelten sacli wegen, do 
wui'dent die von Mülhusen ') aber angriffen von des henrogen 
von Oesterich volk '} , und mit den kriegsnadlen vast ge- 
atupfut, und ranten inen mit hocliem schall iiTid mÜtwillen für 

. ir stat, und liiiwent inen ir grendel ') ab und verwfiatet^nt 
inen ir rtben und was ei iundeiit mit grosser lioehvart und 
gewaltsanii, alle» unabgeseiter sadi und über das si mit inen 
anders nit wustent ze tünde haben dann gßts, dann das si 
verdros die piintniis und früntschaft , ao si mit denen von 

': Bern und Solotern gemacht hattent'J und rettent alwegen 
liberlut T si wiMtent den kügstal zerstören und uit liden, mit 
vil srhantliober worten, die si dann den Kidgnossen züleitent. 
Uis geriet die von Bern und 8olotern verdriessen und wur- 
rient gedenken, fiirrer ztl der sach ze tilnde und den inÜt- 

( willen rechen; dann die von Mülhusen si oncli darunib ir ge- 
swdrii [jünden vermantent und steticiichen unib hilT am-liftent. 



. Vffl. Seh. l Sap. 49 u. TKh. Kap. ae. — 2. Lhi^ muii alter zh tagen 
sit u. »- w. — o. do nü die Eid|;>'. — G. ohjfenaiiten. — 13. wistonl. 
- 17. oucb iideit<?n. — 19. xä den «achen ze liiii. — 20. le rechen. 



«em Kriege bildet der Plupportkrieg von 1486 (n. ti n. y. 261-268). den 
Schilling nicht keimt. — 'I Üeber die den EidgenoBGeii fciiKlHche Sl.iumunff 
des Siindgaueradels vgl. H. Witte a. a. 0. S. 269; M-st-h. II, 484 a. — 
') Unter Grendel sind hier die Behberggatter und -zSuue zu reretehen. 
Ciirtiiluire Hl. 47, 64. — "1 Am 14- Sept. war eine Klageschrift Mülhauaens 
in Bern eiugt-laufen. Cnrtulaire III, 16—47. Auch in Bern hntl« man da» 
Gel'fllil. • dass die Mülhauser unser und gemeiner Eidgeuoaaen wegen eo 
viel entgelten > a. u. 0. Die zur Ruhe niid Vorsicht mahnende Antwort 
Bern» tom folgenden Ta^ vgl. ehd. 8. 48. Uie Antwort Solotums vom 
16. Sept. ebd. 1^ 4!). Vebngens nahm man in Bern auch den Krieg in 
AuBsiehi So meldete am 29. An^. der lüat, doas der Krieg bald an^^ie 
und ermahnt die Stadt« im Argau zur Vorsicht. Am 9. 8ept schreibt 
Bern an Stfidt« und Lilnder, - diu si geriist üien, es sie tag oder nacht, 
dann mine herren wissen nit, wenn man zieehen miis» ». Am 25. Sept. geht 
der Befehl an die Klöster, • das ai got bitten, das ilnt frid geben werd. • 
Am 19. Okt. und Ifi. Dez. gehen neue Mahnungen ab in den Argan, ttuf- 
znpaasen und jni Falte des Krieges Mandoch und andere Besitxunijen des 
von Heudorf ein?.unphnien. Rats-M. 



l4fiT 



wart aber durcli ilit- zwen bischof '} als vil dttriii gerett 

iOnd getbdinget, das dariimb ein tag angesatzt wart gen Basel 

lüf sant Michels tag des vorgenanten jares, dahin anch herzog 

jBigmund persönlich körnen solt; er kam aber nit und schicket 

lin hotten dai','| und wart da mengerlei gesucht und doch 

tiit so vil fluiden und gehandlet, dann das die ding alle zer- 

I alßgent;^) wann in dem als man taget und mit den Sachen 

umbging, da rant der herschaft volk aber für die stat Mül- 

hnsen und schusaent hiiiin: de»g1ich tatent si ouch hams, und 

milstent alwege in merklichen sorgen sin und ir stat tore i 

beslossen haben. Dis mere koment bald gen Basel, da man 

taget, und nie die Kidgnossen das vernament, da wiirdent ai 

zornig und woltent nit me btiben und reit iederraan heim.*) 

Doch rittent die von Bern und Sototei-n gen MUlhusen in 

die sfat, ir gelegenheit ze erfaren, dann si gern zit friden i 

und ruweii komen und bi dem fiinfzcchenjerigen friden bliben 

■ werent. Und von ir ernstlich bitt wegen, so si an die von 

B^iilhusen tatent, wart aber ein bestand an der sach gemacht, 

KUnd fbrcr tag angesetzt , und wart menig tag gcleist mit 

m gndbjdd hdg 






gb 



V Ire 



mathteii trideii und liestende wonig gehalten von der her- 
ächaft, des die von Miilliusen wol innen wnrdent mit tegiichen 
anreitzungen. 



5. Das die von Bern nml Holoteni denen von Mülhiiäeii 
' zweihundert werlicher mannen schicktent, ir stnt fla- 
mit zft Terhiiteu. 

Also sieh nil mengerlei aachun hatten verlonfien und vil 
gesucht was, wie man zu friden mi'icht komen sin von dero 
von Schafhusen. Mülhusen und ander aachen wegen, das stfind 

I also an bis nach or^teni us, do man zalt tiisent vierlnindert 
sechzig nnd acht jar. Da zwiischent wurden die von Miilhusen 
niitzit deater minder von der hersi/haft gar merklichen ge- 
schedigct. nnd wart inen umb ir stat alles das abgehowen 
und verwfist. das si da hattent. ') Da wnrdent die von Bern 

) und Solotern betrachten, das si eren halb nit konden noch 
mochten über werden, dann das si müstent zu den sachen 
tun.*) Und also von bitt und manung wegen dero von Miil- 
husen schickt man inen von beiden stetten zweihundert'') wer- 
licher mannen, das si inen ir stat sollend helfen behüten und 

4. Vgl. Seh. I Kap. Bl u. 53 u. Tuch. Kap. HS u. 30. — von Solotern. 
— 7. Do sich nil vil sacheii verlonfeu hatten iiud iii«nig lag Kßleist 
und weg gesüuht wiirt. — 8. sin feJUt. — f. «Her under. — 10. big 
wider ostem usbin. — 12. ait destmiiider. — 14. si hiilten ^ 15. noch 
fthV. — 10. helfen Ijesthimieii, bis mrtn. 



'1 Hiühe Klagerodel der MOlhiitiser vom Mar/, 14(iS ii.i Crtvluliiiiv IlT. 
130 ft'. — ') Scbflling verachwpi(rt, dasa die Müllmusiiiier dur nnpreifunde 
Teil gewesen sind : sie hatten vom 18. aaf den lli. .^prll SLiui^hL'iiti und d<^n 
Vorhof des Schlosses za ÜlMch verbmiint. tartul.iiri' III. 17S L Vyl. Witte. 
S. SOI f. Am 30. April 146B achreibt Berji uii die Bolen in Küxtl : He ver- 
nehmen, Awa ein mächtiger Zeug in Lothringen samt finem grossen Volk 
sich sammle ; (rollen den von Mulhansen doa Wasser abgraben, wodnroh 
die guten, armen Leate umkommen wQrden , * das uns Wint. widreg >. 
Kal«.-M. Vgl. AbscK H. 377. — »I Bern mahnt um 3. Mai Murten, Nenen- 
burg, Peterlingen : am 7. Mai die vier Landgerichte ; am 9. Mai die 
Herren von Brandts und Raron, Biei nnd Nijuenstadt ; am 10. Hai Frd- 
burg, Saanen, Oeach. Cartulaire fll, 191—204. Datsbeschlaas vom 7. Hai: 
arpvenig liit hinwegKOiriaen, hameach und werinen m besechnen. Am 
9. Mai: Aufgebot von Wileroltigen 4 Mann, Erkch 20 Mann, Ratelfingen 
10 Mann. Bata-M. Am 11. Mai: Aufgabot von Reutigen 10 Mann. Teuftoh 
Miss. B, 349. Durch Schreiben vom 10. Mai vfiraichert der Kat der Stadt 
den Herzog von Burgund seiner Freandachaft und bittet den Markgrafen 
von ROtelen . dem Herzon jegliches Bedenken gegen die offenbar ver- 
leumdeten Bemer zu benehmen. Tentwh Miss. B, 3.52/3. Am 16. Mui Auf- 
gebot von Murten 40 Mann. Peterlingen 20 Mann. Ebd. 3G2 1'. 



1468 



11 



be&cliiruieii, bis (Ins mau i'ttrei' ze rat mficht werden, wie man 
die Sachen hniidleii und angriffen wiMt.') 

Und also an dem fiinlzecheuden tag meyen des vorge- 
nanten jares zugent die zweiliiiiidert kneeht us, und kament 
am dritten tag gen Miilhuaen, und wurdent von nienglicheni 
gai- wol und mit grossen frftuden enpfangen. Also wart aber 
ein tag gen Basel geleist, nachdem es dann vorhin angesechen 
was. ob man noch weg mocht linden, damit man die von Miil- 
huaen hett inftgen ze friden und rilwen biingen,') 

t>. Das Richtesheim, Am schiiii durf, von den zweihundert i 
mannen verbrent wnrt. 



Und als man zli Baael zti tagen was und donnocht der 
krieg nit ganz otfeii stfind,') da wurdent die houptliit von 
Bern und Solotem '| mit denen von Mülhusen zil rat, am 
nechsten Sonnentag darnach als si darkament *l lünus gen i 
Hichtessen') ze ziechen und da die hüten und ricke, so die 
Oestericfaer vorhin alwegen ingenomen hattend. zu besechen. 

2. handien wöU. Und wo« der hundert roanneii ron Bern bouptmaii 
Niciuus ZerkintleD, ein pfietAr. der sich gar wol und erlich hielt. 
Hierauf der Tiiel: Dm liie vorgenanten zweibund^ kneeht mit iren 
honptliiteu gen MrilhoBen kaninn. — 4. ^weihnndert man. — d. aber 
fehlt. — 7. *ö Basel. — 8. noch inöcht wegen fanden hiiben, — 10, 
Vul. Seh. I Kap. BS. T»ch. Kap. 40. — Ki<-hte«*en. — 1 1. verbrftnt — 
15. uf dem iieehslcti. 

'\ Da der Krieg noeh nicht erklärt war, wünechte Bern den Atiiuug 
der aoO ohne Zeichen nnd offenes Fähnlein. Cartulaire HI. MOS, Schreiben 
Berns an Sototum vom 14. Mai, Bern sandl« 110, Solotum 106 Mann. Car- 
tulaire HI. 244. Der LuKemer Schilling erhobt iu Betner Schweinerchronik 
S. 56 irrig die Zahl auf 300. 'hchudi 11, 6H0 nimmt die Zahl 3U0 irrtfim- 
licherwei«e iu den Bundeabrief anf. in Bern bOrte rann am 15, Mai. dasn 
SeOO feindliche Reiter den Zug der 200 schädigen wolle». RaU-M, — Am 
ä. Mai war als Hauptmann gewählt worden Hana Wauner, Rats-M. Im Juni 
aber hat Niki, zer Kinden die« Stelle inne Cartnlaire 111, 227. — '1 Der 
Tag zu Basel vom '^3. bis 1!6. Mai verlief fruchtlos. Berns Boten waren 
Niklaos von Bcharnachtal und Niklau« von Diesbai;b. AbHch. JI. 3TS nnd 
t{79. — ') Eü wurde nni^b ein Tag in Lniern abgehalten am 9. Juni (Car- 
tnlaire III, 225 und 230 : letzteres Schreibe» ist von .Üommann unrichtig 
auf den 11 . anstatt den 6. .luni datiert) ; doeh hatte Bern den Auszug be- 
reita auf den 21. -luni angesetzt. Die Sammlung fand stdtt ain 23. und 
24. Jani in Huttenz oder I^tteln. Cartulaire III, 231. Oest^reichischerseit« 
erwartet« man den Autzug der Bern er sehon um die Mitte Juni. 
H. Schreiber. Urkundenbuch der ätadt Freiburg i/Br. II. 493, 494, 495. 
Nicht mit unrecht; denn am 11. Juni bittet Bern den Herrn von Haron 
um 100 Knechte, am 14. Juni wurde der Herr von Valendia aufgeboten, 
Bata-M. — <) Nikiaus Zurkindeu von Bern ond Peter Thoinann von Solo- 
tom. Cartulaire IH. 221. — »I 22 Mm. — *) Riiheim, Ostl. von Mülhausen, 



12 



1468 



ob es naclimaleii liarzü wurde körnen, das si dann i'r Ordnung 
lind anslege oucli dester haa möeliteu niacliäii ; uad als si nit 
verre von dem dorf kamcnt. da wart zö inen geschossen, und 
wurdent doch von den houptliiten gestillet, und wart einer 

. von Solotern zu ros gevangen. Do schickten die Iiouptliit 
von Bern und von Solotern bi zechen knechien in das dorf, 
mit inen gfttlich zu reden, den gevanguen ledig ?,e lassen. 
dann es noch in keinem ofiien krieg, und werent oucli mit inen 
iu einen) bestand ; also trostent si einandern z& beiden siten 

1 und liessen ouch daruf ir hiiehsen und armbrest us, und vingen 
an mit einandern zu reden. In dem liiffent etiich mütwitier 
ns dem kilchtum und scliussent einen von Bern zu tode, und 
wurdent noch zwen gar libel geschossen, Do das die houptliit 
von Bern und Solotern vernament, da wurdent der vienden 

. ouch angendes drig erschossen, und zugent dazemal wider heini. 

Darnach kurzlichen da ging der krieg an: da zugtnt die 

knecht von Miilhusen na, und vingent der vienden wol bi 

zechen mannen ; mit derselben eim wart der von Solotern 

wider erlost. Tnd also zugent si am morgen wider us in das 

I schön dorf gen Richtessen und verbranten das und namen was 
si funden und zugon wider heim.') Und als si gar nache zii 
der stat Miillinsen kament, da ranten inen die Oestericher 
mit einem mecbtigen zilge nach ; da wiirfent si sich manlich 
wider umb und tribent si mit gewalt hinderaieb, und wurdent 

. dennocht etiich der vienden erschossen mit den rossen, und 
kament also mit dem roiibe migeschediget wider heim. 

Also kament si darnach al tage fiir die stat und scbar- 
mutzten teglichs mit einandein : do warent aber gar endlich 
gesellen von Bern und Solotern mit hantbüchsen, von denen 

I wurdent si hinder sich enthalten und lüffen ouch dick harus 
under si und latent inen grossen schaden, davon mengerlei 
zil achribon were, es wirt aber durch der kürze willen under- 
wegen gelassen; doch wart inen ir rechter lone, als harnach stat. 



2. und da si. — H. da schustieDt si xii inen. — 8. noch kein offL-n krie^. 
— la. wurden zweu ouch übel. — 14, von Soloteni. — 19. zopent die 
Tun Bern und Solotern. — 20. u« gen Bichteiiaen in das dorlT — 536. 
hritn, nnd teilten den fnintlit'h und gQtlicfa mit einandern und be- 
scbach inen anders nit, dann wie hievor geichriben stat. — 28. alle 
t«e fi)r die stat geritten. — 29. bantbüchBen in der Btat~ — HO. hinder 
aich getriben. — 32. es wirt bis harnaeh etat fehlt. 



lle zweihaiidert knuelit das schon dorf Bruustat. 
eiilblüiiderteu imd Terbrniitcii. 

Darnach wurden die houptliit von Bern und Solotern mit 
denen von Miilhusen zu rat, und zugen an einem morgen l'Hl 
^en Bmnstat in da» darf '|. — das was mit einem starken 
Wassergraben nmbgeben. — und kamen dar, das ir nieman 
innen wart, dann die in dem slos und kilchturn, die »cliussent 
zö inen. Si vingen aber nit destminder an und entpl linderten 
das dorf mit einandem . und stürmten an den kilchof mul 
turn und taten inen als angst und not, das si es ut'gaben, und j 
warent darinne bi zwenzig mannen, die wurden gen Mülhusen 
gevangen geffirt. Man vand ouch gar vil gätes in der kilchen 
und dem turn, das man darin geflAckt hat ; darzÜ fundent si 
onch in dem dorf vil wins, den förtent si oüoli mit inen. Und 
monides gewannen si den vorhof am slos und nament »ucli i 
etlidien win dHrinno, und vcrbranten das dorf ganz.') 



8. Von einem nianliclien scliarniatzeti etlicher knechten 
von Bern und Soloteru. 

Vor disen sacben und e die zweiimndert man hinab ka- 
ment, do warent bi drissig knechten von Bern und Solotern s 
umb sohl ze Mülhusen gelegen *) ; die hatten oudi von den 
vienden mengerlei anroitzen gehebt, und zugen einsmals mit 
denen von Mülhusen fiir die stat. Da kameut die viend von 
Bruustat harus gein inen mit ganzer macht zu ros und füs. 

1. Vgl Seh. I Kap. 55 u. Tich. Kap. 41. — 3. von Solotern. — 8. 
aber nütait. — 9. kildiof Ber«er Hs. ; kilcLdorf in der Zürcher äs. 
ät Versehrcibttng. — II. die fürtent si mit inen govaneen gen Mül- 
husen. — in. ge&ficket hat; diu nnment ai alles, — 14. gar vi\ — 
fiirtent id allen hinweg. — 16. darinne. und fürten vil sfltes von 
d&anen und wart nhso das acbbn dorf ouch verbrant. — IT. Da» mau- 
lich scbarmutzen, so von etlichen . . . boscbacfa. Vgl, Seh. 1 Kap. 66 
H. Tk3i. Kap. 42. — 19. disen dingen. — 20. do fehlt — 'iä2. luirdtinng. 

') Uf meiitog vor corporis Christi (13. Juni) ; iif hüt wart Brunatal 
beroubet, etlicli gefangen und etÜch huezere, demnacb und die viend das 
dorf an geatosaen hatten, verbrant. Cartnlaire III, 236. — ') Tf zinstn(f voi' 
oorporia Christi (14 Juni): hüt wart der vorhof v.ä Brunatnl beroubet. 
Heber die Einnahme von Brunatatt vgl. den Brief des Kaspar ze Rin vom 
18. Jani, wo aocfa die Zahl der Ge&rigeuen auf '20 angegeben wird. Ebd, — 



l'Tird wohl Mitte April stattgefunden haben. 



H 1468 

und vermeiatent si gar liecliticlich uiiib zc bringen. Also stal- 
tent sich dieselben knechte als ritterlich ze weri und taten 
inen als ein manlichen wideratand, das die viend wichent, und 
kament ouch etlich umb und wnrden inen vil rossen erstoclipn. 

i 9. Das TtideDheini von den zweihandert inaniien 

verhrant wart. 

Darnach zugent aber die soldner von Bern und Solotern 
US, darunnb das si denen von Miilhusen und 3underlich irem 
veehe mcV-hten gras und ffltre bringen, dann si alles ir veche 
, tag und nacht in der stat mftsten haben und weiden und 
torften das nit harus triben, dann es zu ring umb si alles vol 
vienden was; und kamen also gen Tiidenheim in das dort, das 
verbrantent si, und nament was da was und zngent wider 
heim.') 

. 10. Das inanlich scliarirititzen, so von den zweihundert 
mnmieii von Bern und Solotern nnd onch den von 
Hütliiisen um bach beschaeh. 

Nil hatten die viend durch kuiitschaft erfareii und wol 
vernomen, das dero von Bern und Solotern als wenig zu Mül- 

t huaen lagent, und wuident daruf studieren und betrachten, 
wie si mit irem vorteil /.wuschen die etat und si müchten 
komen sin, und versampueten sieh in dem ganzen lando zu 
ros und f&s mc dann mit fünftusent mannen, das man nach- 
maln durch gewiss kuntscliaft von dem widerteil wol vernam, 

, und sliigen sich umb Brunstat nider in die dörfer. Und au 
einem fritag frfi') warent etlich Irowen von Miilhusen hinus 

1. staltcot si sich mit einandetn ae weri. — 3. inen fehlt. — 4, etlich 
der vienden. — 5. mannen von Bern und Solotern. — Vi/l, Seh. I 
Kap 67 u, Tsch. Kap. 43. — 7. golduer fehlt. — 12, kamen damit. — 
13. ai ze grund. — 15. Vgl. Seh. I, Kap. 64 «. Tsch. Kap. 44. — 19. - 
da« der. — 20, Miilhusen waren. — daruf gedenken und lietrachteiuj 
— 24. gewiss fehlt. 

') Uf mitwochen vor corporis l.'hriuh* (l.'i. .'iiriii; sn di-nii wart Triden-^^ 
hen (IHdenheim) doa dorf und koiir'liu^ iiiic)i vivlir.iTit iiinl li>'riiii)>l. " 
tulaire 111. 136. — ') Uf ft-itag iiiul, r.npnn- Min-Ii (17 .rmu.. •,\ 
bescbBCh leider die niderlajre nwiiwlnii ilniii-l.ii nn'l iI't ^(ntl ut" A'- 
Kbd. Änf dieses Gefecht will \V. ■i,.dHh ,!!,■ si,-ll.. in, ,w,>it.'ii ! 
vom Sundgauerssoge beziehen: • F> H-nletui drü fiili diirtli einen In 
Anzeiger fQr Schweiz, fiesek. IV. 397, 



1468 15 

in das körn gangen, der wurden von den vienden zwo ge- 
fangen. Do das die in der stat vernamen, da lüften etlich 
hinus und wolten si erretten : es niocht aber nit gesin, dann 
das si hinweg wurden gefürt in das slos gen Züllissheim. 
Also zugent dieselben knechte hinnaeh bis gen Brunstat, der •'» 
was villicht bi achzigen, und kament aber an den vorhof und 
slos und Schüssen vast zesamen. und suinptcn sich nie dann 
dri stund. 

Ze stund wurden ir die viend gewar, die ze ring unib in 
den dorfem warent, und zugent harab mit ganzer macht ze i» 
ros und fils, und kamen an die achzig man und griff'ent si 
vientlich an, und scharmutzten ein lange zit mit einandern. 
Si wartent sich ouch gar manlich und crschussen ein reisigen, 
den zugent si ab. Da kam ein geschrei gen Mülhusen, das die 
Eidgnossen angriffen und von den vienden ganz umbgeben r> 
weren. Da liiff'en die andern von Bern und Solotern und et- 
lich von Miilhusen mit inen hinus, si zii entschiitten, und 
als si gen Brunstat kamen, da warent die viend abgezogen, 
und fundent die achzig man nocli. 

In dem hat sich der ander teil aber gar mechticlicli ge- jo 
sterkt zii ro? und fiis, und kamen aber liarzii und machten 
ir ordnunge. Da warent die andern us Miilhusen oucli zu den 
iren komen. das ir deimocht under zweihundert^'U warent, und 
hatten die viend drig gros hufton gemacht in meinung, die 
stat abzüloufen und an drin enden zu stiirmen und in ze r. 
nemen. Und als die von Bern und Solotern mit denen von 
Mülhusen also bi einandern in dem velde stünden und gottes 
gnaden erwarten, und manlich mit einandern sterben und ge- 
nesen wolten, und donnocht kein ordnunge hatten gemacht, 
do kament die viend mit grossen scharen zii ros und ftts in .;o 
einer gfiten ordinmg gegen inen. Die houptlüt von Hern und 
Solotern machten ouch behend ir Ordnung und stalten sich 
gar manlichen zii weri und ordneten die Inidisenschützen 
vordran. Da schruwen etlich under inen: lieben gesellen I der 
vienden ist gar vil, kerent umb u!ul ziechen an den bach. den :;:» 
wellen wir in nemen I Tnd also kartent si umb und zugen 
an den bach in einer Ordnung, und in dem umbkeren da kamen 
die biichsenschützen zii hindrest; die wartent sich gar manlich 

3. nit sin. — 5. <la zu^eii. — 6 villicht fehlt. — 11. manne — 14. das 
geschrei. — 22. von Miilliusen. — i^2. stalten sich zii nianlicher weri. 
— 36. wellon wir zii hilf nemen. Und körten damit umh. 



U68 

n inen die nasen himlersit-li. bis 
Da was der vienden als vil wor- 

™ldo, das etlichen vast bejjonde 
was, und liiffent die vordersten 



gein den vienden. und hübe 
das man an den bach kam. 
den allenthulben uf dem ' 
grusen, als nit unbillicheii 

> durch den bach und iedemian hinnach. Des niflstent sich die 
hinderstcn entaitzen, dann die viend an allen orten uf inen 
warent. nnd half dennocht einer dem andern, das si dureh 
den bacb kament, Es was ouch enuet dem bach ein gi-osser 
huffen der vienden geordnet, under denen warent die von 

- Tann mit irem paner. Also littent dennocht die Eidgnosson 
und die von Miilhusen an demselben bach merglichen schaden, 
dann ir bi ftinfzechen tod blibent und wart ir vil wund, die 
aber von gottes gnaden nit stürben. Und warent dero die da 
bliben nun von Miilhusen ua der stat, als alt gestanden man, 

■. nnd die übrigen sechs von Bern und von Solotern ; der al- 
mechtig got well die armen seien trOsten 1 Es bliben ouch 
von vienden ein merglich zal da, dann man darnach uf der 
walstat bi zwenzig reisiger pferden tnd vand lige«, dabi ouch 
an zwivel etwas lüten warent bliben. Do si nfi mit grosser 

I not durch den bach kament, da lütten etlich knecht und fri- 
heiten ns der stat mit einem venli inen engegen, und ruft 
der. so das venli trflg, die gesellen an, mit im wider an die 
viend zi'i ziechen. Und als man sich gein inen wider umbkart, 
da fluchent si al und itugent schaiitlichen ab, und mocbt man 

. gewist haben, das semlich tiiechen nit uf iren vorteil und 
einen ufsatz beschechen wer. so hett man inen noch me lüten 
umbbracht mit hilf des altiiechtigen gottes. Also zugent si 
wider in die stat mit dero von Mülhusen venli, und warent 
ouch etlich under inen von dem venli abgewichen und in die 

I stat gezogen; und als die viend die flucht hatten genomen, 
do brachtent der Eidgnoasen knechte und friheiten die, so von 
den vienden waren umbkomen, mit inen in die stat. 

3. begunde. — 12. bi fehlt. — wiirt ir dtirzü meng«r wuud, — 13. nit 
stürben. Der waren nun, — 14. als all gestanden man fehlt. — IS. und 
Solotem. — 18. wiildatat me dsuin zwenzig, — 19. liiten ttit waren 
bHlwn. —.20. katnent und e& beiden aiten scbaden hatten enpfangon. 
d& ilten si vast zu der stftt und waren in sorgen, dus inen die viend 
die stat »bluffen, alu oucb ir analog WHa, und da ni nticbe zu der 
stAt kamen , du Iütl«n etlich hnecnte u. s. w. — 24. xugent mit 
schantlicher Ordnung und unerlichen ab. — 27. umbbmcbt und grSs- 
sern Schilden getan mit hilf des almeehtigen und barm herzigen gotle«. 
— 80. in die atat entrannen. — 31. da brachten die EidgnoBaen und 
triheitÄD die iren. — 32. stat, and wurden als cristeniöte dem ge- 
wicht en frtrich bevolhen. 



1468 17 

11. Das die yiend ror Mülhusen mit ganzer macht in 
den reben lagen und inen drig absagbrief von Rern^ 
Solotern nnd Fribnrg durch derselben stetten botten 
offenllchen geantwnrt wnrden. 

Do nfi dis Sachen und scharmutzen am fritag am bach ^ 
vergangen warent, da zugent die viend aber am samstag frti 
mit ganzer macht und gewalt fiir Mülliusen und versh^gent 
sich uf den berg und darhinder in die reben und verwilsteii 
aber die jungen reben, die wider ufgangen warent. und ver- 
branten die alle und schunden die früchtbaren bome ; und n» 
was si vorhin hatten gelassen, das wart da alles verderbt, das 
doch den ungloubigen zu vil wore gewesen ; ^) ich geswigen, 
daö ein cristenmensch dem andein das tun sol, doch weis der 
almechtig got nach siner gütlichen gerechtikeit einen ioglichen 
wol ze Ionen. Also liiffen dennoch etlich knecht von Miilhusen i» 
harus und scharmutzten mit intOi den ganzen tag. Darnach 
am mentag frlP) kament si aber mit macht für die stat und 
verwüsten die reben und was si fumlen und hatten ir bureii 
zügerüst, die vingen an das körn abmeigen, euch bome und 
reben abhowen. Do beslos man zu Mülhusen alle tor und wolt .-o 
man nieman zii inen lassen : dennoch lüften etliche gesellen 
mit hantbüchsen und ander zu inen hinus und seharmutzten 
mit inen bis das ein grosser regen kam, der si zii beiden 
siten abtreip; das was wol umb mittag. In dem da kamen 
drig botten von Bern . Frihurg und Solotern . die brachten -:. 
von den drin stetten drig oft'en absagbrief in drin langen 
stecken,^) und antwurten Aio herr Thüringen von Halwill,^) 
dem lantvogt; der besanipnet von stund an die obristen, die 
er bi im hat und lies sin trunn^ter angends utt)lasen und zoch 
iederman mit snellei- ile von dannen. :;.» 

1. Vgl. Seh. I Kap. 58 u. Tsrh. Kap. 45. — \). wider pfeAviich.seii. — 
15. ieglichen nach sinem v»'r<lienen za belonoii. — 18. verwüsten abtM- 
die reben, bome und. — 11). abmeigen, und. — 20. abhowen und 
Bchinten. — 23. das fehlt. -- 2b. drig loufen botten von Hern, Sol. 
und Frib. 

*) Uf .yamb«tag nach corporis ('hri.sti (h\ .Juni): uf hüt wart das körn 
uf dem Mittelberg iind der hanf abgemeiget und die uberigen reben abge- 
houwen und verbrent. (Jartulaire 111, '230. — *) 20. .Juni. — ^) Die Kehde- 
briefe der drei Städte datieren vom IS. Juni. Lichnow.^ky, Geschichte des 
Hauses Habsburg Vll, Reg. No. 1*273—1275. — ■*) L'eber Türing vnn Hallwil 
vgl. C. Brunner, Hans von Hallwil. der Held von (iranson und Murten. 
Argovia VI, 11*1-107 (1872). 

2 



18 1468 

12. Das die TOn Bern mit irem paner und ganzer macht 
'^,^ ^^j<L2X^^ in das Snnkow zngent. 

^oT. (jnd aigo momdes am zinstag vor sant Johans tag ') zfl 

süngichten des vorgenanten iares, zugent die von Bern in 

5 dem namen gottes us mit ir paner und ganzer macht, und 
hattent der iren bi inen ob sibentusend stritbarer mannen^) 
und gar vil wägen , karren und somros. '*) Es zugent euch 
mit inen ir getniwen fründe von Friburg und von Biel *) mit 
einem erliehen volk und iren venlinen ; darzü die von Sanen 

10 und der iung graf von Valendis^). Und warent houptlüt von 
Bern herr Adrian von Bftbenberg, ritter, heiT zu Spietz/) 
herr Xiclaus von Scharnachtal, ritter, herr zil Oberhofen ") 
und Hartman vom Stein, edelknecht,**) und was venner Ludwig 
Brügler von dem erbern hantwerk der gerwer'*) und sin 

1 houptman und rat Peter Kistler von dem erbern hantwerk 

1. Vgl Seh. I Kap. 00 u. 61 u, Tech. Kap. 46 u. 47. — 10. graf Wil- 
lielm von Valendis, der von Bern barger. — Lücke in der Zürcher Hs. 
von Und warent houptlüt von Bern bis und zugent gar snel gfen 
Habkessen, der hölzinen etat. (S. 19, ZI. 24.) Text nach Msc. A,54, 55 
der Zürcher StadtbibL 

») Am 21. Juni. Siehe Cartulaire lll No. 1231, 123G, 1238, 1240. üeber 
(He Marschroute der Berner (21. .Tuni Wietlisbach oder Soloturn; 22. Juni 
Hauen»tein , Balstall , Langenbruck , Waldenbur^) siehe Cartulaire III, 
No. 1238, 1239. Bischof und Stadt von Basel hatten veryproohen, für Pro- 
viant zu sorgen; deswegen ermahnt Bern am 17. Juni Solotum. acht zu 
geben, dass die Basler nicht geschädigt werden. Raths-M. Ueber die 
Marschroute im Sundgau enthält das unteu stehende Lied in Str. 5 — 8 
i>rauchbare Angaben. Tschachtlan S. 235 lässt den Raubzug der Berner 
Ihm Blatzen (Blotzheim, nordw. von Basel) beginnen. — *) Ueber die Stärke 
des Heeres siehe Witte, Mülhauserkrieg, S. 3o8, Anm. 2. — *) Die Berner 
nahmen, entgegen dem Wunsche Soloturns, keine Geschütze mit. Cartulaire 
III, 239. — *) Die Bieler sandten unter dem Me^-er Türing von Büttikon 
(durch seine Gemahlin Ottilia Schwager Petennann s von Waoern) 100 Mann. 
('. A. Blösch, Geschichte der Stadt Biel I, 254. — '>) Der alte Graf von 
Valendis konnte wegen seines < libs vermögen » nicht persönlich mitziehen. 
Teutsch Miss. B, 383. Er war zünflig auf Dist^lzwang. — ^i Ueber Adrian 
von Bubenberg vgl. A. Ziegler, A. von Bubenberg und sein Eingreifen in 
die wichtigsten Verhältnisse der damalijjen Zeit, im Archiv des histor. 
Vereins de« Kts. Bern XII, 1—130 (1889). Er war zünftig in Distel zwan^.— 
^) Ueber Nikiaus von Scharnachtal vgl. (C. L. v. Sinner), Versuch emer 
diplomatischen Geschichte der Edlen von Scharnachtal, im Schweizerischen 
Geschieht forscher lU, 332—386; über Kaspar von Scharnachtal ebd. 291—332; 
Sammhing bernischer Biographien I, 50—54, 157—160, von B. Haller. Sie 
gehr)rten <ler Zunft zum Distelzwang an. — ^) Ueber Hartmann vom Stein 
vgl. (E. V. Rodt), Biogi*. Notizen über Albrecht von Stein, im Geschicht- 
forscher V, 323. Zünftig in Distelzwang. — *) Ludwig Brüggler, 1459 
Schultheiss in Tun, 1467 Venner. Im Twingherrenstreite als Anhänger der 
Adelspartei weggewählt. 1471 Schultheiss zu Tun, 1474 Venner zu Gerwem. 
Er starb 1479. Ziinftig in Dist^lzwang. 



1468 10 

der metzgern;^) die ordnotent al saclien wol und verminftlicli. 
Man hat ouch ein rospaner uf geworfen, des houptman was 
Caspar von Schaiiiachtal. herr zu Brandis : dann die von Bern 
ein merklich rosvolk hattent. Es zugent ouch mit inen ir 
liebsten fründ und alten Eidgnossen, die von Solotorn, mit r> 
ir stat paner und mit einem erlichen volke, und meinten also 
in dem Sunkow und derselben art ein stroufreis ze tünde 
und die smach und den schaden ze rechen, die denen von 
Mülhusen wider alle billicheit beschedien was. Dis vernanient 
die andern Eidgnossen , nanilich die von Züricli , Lutzern^ lo 
üre, Switz, Unterwaiden, Zug und (illarus. und soitent von 
stund an der herschat't oucli ab;^) und wart denen von llnter- 
walden ir loufer mit irem zeichen, der iren absagbrief trüg, 
von etlichen der herschaft ertreiikt, das doch unerlicli und 
schantlich was.') Und zugent also dieselben Eidgnossen mit i-, 
iren ofnen paneren und ganzer macht durch das Ergow liber 
den nideni Howenstein und was inen gar ernst, das si bald 
zu denen von Bern und Solotern kenient als getniw herz- 
fründ. *) 

Aber die von Bern, Friburg und Öoloteni mit andern :^jx',. ^ 
iren verwanten nanicnt iren strich wider Habkessen *) da- 
durch nider birgshalben den nechsten ^'cn Mülhusen zii, da si • 
essen und trinken gnüg fuiideii . und was da zwiischen ze 

1. veniünflielk"b. - '2. rospuiifr jL^cinadit. — 4. Hern gar t'in (.»rlii-li 
roHVolk hatten. — ö. ir all».'rgotniwe.st«Mi fründe und alten K. von Hol. 
— 6. und einem. — S. der di-nen. - 10. nanilich von. — M. herschatt 
lüten — 20. Titel : Das die von Bern und Vi)n Holotern mit and(*rn 
iren verwanten Habkessrn, di».* holz«*n stat. innamen und gewunnen. 
Vgl. Seh, I Kap. r,2 04 u. Ttich. Knp. tS. — Fri))urg /'ehit. 

*) Ueber Peter Kistler vgl. E. Bh'iseli in «ler Allg. Deutwhen Biographie 
XVJ, 38 — 40 (wit^ler aVjgedruekt in der Sammlung herniseher Biograpnicm 
1, 113—116), und Archiv des hist. Vereins Berns XI 1, 2-i. Zünftig in Distel- 
zwang seit 1471. — ') Zürich .sagte am 21.. .ScliaHliaustm, St. (ialh'n und 
Glarus am 28. Juni, Appenzell am lo. .luli ab. Liolinowsky, (iesjchichte 
des Hauses Habsburg Vit, Heg. Nu. 127r.— 1279, 12t<2. — ^) Diest^ Angabc 
beruht auf einer Verwechslung mit einem Ereignis des Jahres 147r). Ab.sch. 
ir, 540, 544. 545. — *) Am 27. Juni 140?< fasst der Bat in Bern folgende 
HeschiÜHSe : Die glocken teglich, die man uf fritag lüt, zii luten, und ieck- 
lich mensch 5 pater noster und 5 ave Maria (beten). — AI Iritag mit der 
procession in der bitkilchen zii singen de sancto Vincenzio, zum l^arfussen 
ae sancta trinitate. zu den predigern de beata virgine, zii dem obern 
spital de sancto spiritu. — (.)mni die ein iecklich men.sch 10 ave Maria. 
— Tertia feria de beata virgine in ccirlesia parochiali et in omnibus eccle- 
fiiis. — Feria quarta de 5 vulneribus Christi. — Tost summam missam 
omni die salve regina cum collecta singulis diebus. — Omni letunia circumin» 
in Omnibus ecclesiis cum letania seounda et quarta feriis. Hats - M. - 
*j Habsheim, östl. von Mülhausen. 



ring umb was, das bratiteut und wüetent si, und zugejit gai' 
snel gen Habkessen, der hitlzinen stat, in j^anzer meinung, 
die mit dem awert und stürm ze erobren: dann die viend 
hatten davoi' gar vi! tn'iworten getriben und venueint, in der 

I. hrdzinen stat ze beiten uad da ein» sturms und strites ze 
erwarten, und hatten darunib mit buwen und underm grossen 
(tosten danif geleit, damit si einen widerstaud mochten tun. 
Und als man dar kam, da hatten si die i^tat gerunipt und ir 
eignen fründe und die armen liite selber geplündert, und was 

I nieman me da ; doch vand man gar vü wines und wenig 
wasser, dann si hatten die biunnen verworfen und verslagen, 
und bleip man dem gUten, starken win zwen tag aneinandern 
zli dienste da, des menger gar frftlichen wart. Und als man 
von dannen zoch , do stackt man die hfilzin stat an allen 

■ orten an, und wart in gitmd verbrant. des menglich begirlich 
was. Die von Bern Hessen oueh mit grossem coeten und ar- 
beiten die nechsten hdser unih die kilchen abbrechen, umb 
das der kilchen mit iren gezierdon nit bescheche. Und als 
man dennoelit in der hfilziiien stat lag, da kament die zwei- 

, hundert knecht von Bern und von Solotern von Mi'ilhusen, 
und mit inen die von Mülhusen mit ir statpaner und enpfingen 

. ir herren mit fnMichem herzen, als nit unbillichen was, daim 
si erst am dritten tage hatten vernomen, das man als nach« 
ht inen was: und wurden also an dem abzuge dieselben zwei- 

, hundert man in die vorhat mit irem venlin geordnet für das 
alos Brunstat, ') dafiir man augends ein gewaltig und gros 
leger slüg, und ving man glich an, die in dem slos zfi niStigen 
imiiassen, das si sich bald ergabeut nnd gnaden begerten, des 
si ouch durch gottes willen gewert und ufgsnomeu wurdent, 

i'und zugent mit ir ganzen habe ab, von menglichem unver- 
kümbert, und wart darnach das schi'm slos geplündert und 
ganz verbrünt. 



5. strit«s erwarten. — 6. uiid andern dingen. -^ 10. vi! güts winH. — 
14. von fehlt. — 18. umb das der mit iren geaierden wurde geschonet, 
als das von gottes gnaden beschath. — 10, stat waa. — ilO. man von 
Bern und Bol. — 22. herzen und frßuden. — 24. inen lag. — 30. gan- 
zen fehlt. 



<) Am 1. Juli stehen sie vor Bru&xtatt, welches Hans Friedrich vom 
Bus gehörte. Letzterer nennt Adrian von Bubenburg «eeinen lieben Oheim». 
Cartnlaire III, No. 1195. Witte, Maihiiuserkrieg. S, 312, Am». 



1468 21 

13. Das die andern Eidgnossen euch alle mit einanderii 

Zügen und yast brantent. 

Aber die andern und übrigen Eidgnossen alle zugent in 
zwein huffen,*) und namen den strich Rins halb für Otmers- 
heim nider und durch die Hard ') über das Hirzveld, und was '► 
da zwftschen was von slossen und dorfern, das wart merenteils 
alles von denselben Eidgnossen erobert und verbrant. Und 
zugent also umb über das Hirzveld^l und anderswo mit ge- 
walt und macht, das inen von vienden ganz kein widerstand 
beschach, wie vast si vorhin alwegen getrowt und die Eid- n» 
gnossen uf die wite zii inen gewunschet hotten ; si warent 
aber inen nach min(ini bedunken zu fri'i komen, und beschach 
von gottes gnaden nieman der iren ganz kein leid. 



14. Das Zdllislieim von denen von Bern und Solotern 

ingenoinen und' ganz verbrönt wart. i5 

Und als die von Hern und Solotern mit iren gewanten 
dennocht vor Brunstat im leger wai'en, da lüflfen etlich von 
inen gen Züllissen zii dem slos und gewunnent das von stuiid 
an,*) und viengent die darinne warent und brachtent die den 
liouptlüten von Bern : die lies man durch gottes willen loufen. ^t 
Si fundent darinne gar vil gutes, dann es gar ein wol erbuwen 
schon slos was : inid wart dassell) slos und das dorf darnach 
angestossen und in grund verbrant. 

Es lüfl'en oueli etlich von Bern und Solotern für ein 
stark slos, genant Frenyngen, *) und woltent da euch ir heil i.-. 

2. und was si ankamen alles verbranten. — 3. Aber fehlt. — 0. slos- 
sen und stellen und. — 7. erobret, verbmnl und «j^ewüst. — 11. zu 
inen an die wite. — IH. ganz fehlt. — 14. ZiillisKen. das schon hIos. 
— Vfßl. Seh. 1 Kap. <;."> M. 60, Tsch. Kap. 49. — 15. verbrant und 
gewüst wart. — 10. verwanteii. — 17. under inen. — 19. vin<^en alle. 



') Der eine Hauten besteht aus Zürich und Schwiz, der andere umfanste 
Luzem, üri, L'nterwalden, Zuj?, (Jlariis-. Nur die letztere Abteihinff kam 
nach Otmarsbeim am Khein. Schillin«? iüil hier schlecht unterrichtet. Näheres 
bei Witte, S. :515-821. — ^) Der Hard ist der grosse Wald zwischen 111 
und Rhein. — ^) Bei ftausheim, nördl. von Mülhau.sen. — *) Die Eroberunj^ 
und Zerstörung von Zillisheini. südw. von Mülhauaen. hat schon Dounerstaf^ 
den HO. Juni stattgefunden. Witte, Mülhauperkrieg, S. 312, Anm. — '^) Frö- 
ningen, südw. von Mülhausen. wurde von ihnen schon Samstags gestürmt : 
«ie verloren da Leute. Das Schloss ergab sich dann Sonntags den X .Tuli. 
Witte, S. 313, Anm. 



22 



U6S 



vt'rsÖi'heii : dariis wurdorit von stund an drig gestihosseii, der- 
selben einer starb, und inüäteti von dannen wichen. Alao zugen 
die viend oitch glich darab, und nanien was inen wei'den mocht, 
lind verbranten das s!os selber. 



I&. Das etHcIi von Zririch und Switz vor eiueiii slos, 
genant Sweighnsen, schaden eu|iflugpii. 

Und ab nü die von Zürich und ander Kidgnossen oueh 
unibzugen nnd wüsten und branten was si fundea, da hiffen 
etlich von inen ungeordneter sach für ein slos, genant Sweig- 

I liuscn ') und wolten das mit einem stui'm understanden han 
abztiloufen und hatten aber kein büehEen noch andern zug, 
damit si sich kondeii oder mochten behcH'en. Und als Bt an 
das slos kauient, da wurden ir leider bi vicrzcchnen erschossen 
und umbbracht,') und gar vil wund und übel gewüst; dann si 

' hatten heis wasser darin zügenist, das schuttent si harus, da- 
mit si gar libel verbront wurden. Und als die von Bern sem- 
lich Bachen vernamen, da warent si daran, das man von stund 
an das slos verhüten solt, damit nieman darin noch darus 
mScht komen : und urdnetent angends tnsent gewapneter raan- 

I nen z(l denen von Zürich und Switz in meinung, das slos mit 
gewalt ze er obren nnd den schaden rechen. Do was der 
herr') mit wib und kinden und allem sineni gesiude heimlich 
dannen gezogen und hat euch den vassen mit dem win die 
boden usgestosaen nnd vil swinen in dem slos ertfit, das man 

I alles nachmalen vand und sach. 



l. da wurden un^ndeH drig- — 'i. Da zu^eu. - 
und Tseh. Kap. 6t. — 6. ^oasen achödeti. 



.. Vgl. StA, / Eai^. 10 



12. als ai z& dem. — 13. bi ftlM. — U. umbbracht. und etlich ir 
dirnen oueh. — 18. da« nieman. — 21. merglieben schaden ze rechen. 
— 22. allem fehU. 

') SchweighauBcu , westl. von Mülhau«en. Die Bereunaiig eifolfft« 
SiiiuBtSiK den 2. Jati. Cartutaire No. 1250. t)ie Hemer kamen am Ulricha- 
Ni^ (4. Juli) KU Hilfe. Ebd. Vel. hiezii den Brief Zürichs au Cur Tum 
7 Juli, im Anzeiger f. Schweiz. Oesch. l, 64. — •) Nach dem Bericht der 
Schwizer sind es 7 von Zürich und 6 von Schwiz. Cartulaire No. 1350. 
Nach Edlibachs Chionib. 3. 127 sind es • 16 man, die erBchoesen wurdend 
und sinrhend. Demnach üwen wund man ■, — ') Der Herr von Hache. 



1468 28 

16. Bas die Yon Bern und Solotern mit Iren gewanten 
über das Ochsenfeld *) zagen und in dem gar vast 
brantent. 

Damach brachent die von Bern mit iron Eidgiiossen und 
mitburgem von Solotern, Friburg und Biel aber uf und ^ 
zugen über das Ochsenveld und ntinien ir lugcr in einem 
schftnen dorf, genant Uf'holz : und wart ouch dazwiisdien 
alles das gewtist und verbrant, das man vand. Si i^ewunnen 
ouch ein stetli, genant Watwil ; ^) dieselben armen lüte swfi- 
ren inen angendes, doch wurdent si bald ir oidon ledig ge- lo 
lassen durch gottes und rechter erbermden willen, damit si 
von iren herrn dester gnediclicher wurden gehalten : und als 
man morndes ufbrach, da wart das seli()n dorf Ufholz oucli 
ganz verbrant, und wart ouch denen von Tann ir galgen ab- 
gehowon und das dorf alten Tann vor doi stat verbrant i5 
und slttg man sich nider vor Taini und in die dorfer da- 
rumb.*) Da kamend die von Ziirich und Switz gen Mulhusen *) 
und hatten dazwnischen ouch verbrant, was si funden : si ge- 
wunnen auch das slos Pfafnach*) und verbranten das in grund. - f, 
das gar wol getan, dann ein rocht rouphus und denen von -»«» 
Mulhusen und andern vil Schadens und kombers darus be- 
schehen was ; und wart ouch allerlei unerlichs volkes wider 
die Eidgiiossen und ir verwanten daiuf enthalten. 



4. Die Kap. in von Darnaoli Ijrachcnt bis Kap. 19 (Titel) in «^ranzen 
brüderlichen tniwen enptinf?eii fehlen in beiden Zürcher JJss. Text 
fuuh der Berner Hs. — VgL iSch. I Kap. 07 -nu, Tsch. Kap. 50. — 
2. zugen un<l dazwiischm was si fundon verwüsten. 



') Das Ochsonfeld ist zwischen Tann . Unter - Asbach nnd Tfliolz, 
westl. von Mülhausen. — *) V^''attwyler, nordw. von Mttlliansen, muss vor 
dem 4. Juli genommen worden sein. Witte, S. 313, Anm. — ^j Tann nnd 
Alt-Tann, nordwestl. von Mttlliansen. Die Uerner stellen am 2. oder 3. Juli 
hier. "Witte, S. 313, Anm. — *) Zürich nnd Schwiz langten vor dem 2. Juli 
in MQlhausen an : denn an diesem Tage brecthen sie von dort wieder auf. 
Cartulaire III, No. 1250. — &) Pfafnach steht hier irrig für Pfastatt, nord- 
westl. von Mölhausen. Besitzer ist Hans Friedrich vom Hus. Edlibach, 
S. 127: (las gut wigerhus Pfastatz. Man k«*3nnte die Stelle im Liede bei 
Liliencron I, S. 554, Tobler II. 43: < do kamend wir zum wigerhus > auf 
Pfadtatt beziehen, wenn nicht in diesem Liede nur von den Taten der 
Berner die Rede wäre. Auch ]»ei Blotzheim war ein wigerhus. Basler Chro- 
niken IV, 351. 



24 



1468 



17. lim man deiieu von Tanu ii- starken luvten, die vor- 
hin nie nie gewunneti wnren , nuil oucli ir TOrstat 
mit gewillt angewan iiiitl «larin merelichon sciiaden 

tet und tinti?. rerbrant. 

Duniacli zugoii die von Bern und Soloterii mit ireii vct- 
waiiten für die stat Tann, die hatten ir hüten uf einem berge, 
genant der Stoiiffen, gar mit mutwilligen liiten besatzt: die 
schruwen harab und retten gar schantlich uncristenlich wort, 
davon man nit schriben sei.') Das verdros die von Bern nnd 

1 ander und lüften von stund an mit zoni uf den berg imd ge- 
wunnen den mit gewalt, der vorhin nie mocht gewunnen 
werden ; nnd vertagten die snddeii bäben des uncristenlichen 
gesehrleä mit schantlidier flticht in die stat, darin si kum 
entninnen, und lüffen inen nach und gewunnen die vorstat 

1 mit gewalt; und wer etlichen ze rouben nit als not gesin, und 
etlichen die ouch dem veehe nachluffen, so hette man inen die 
recht stat ouch angewnnneii. Und blibcn also in der voratat 
und Schüssen zesamen, das etlich erschossen und wund wurden. 
Man vand ouch in derselben stat gar guten starken ningen- 

I win in des von Hinachs hus-) und an andern enden: und 
lagent merenteils alle in dem closter zen barfössen ; und 
wurden von dem guten win gar wol gemüt, als nit unbillich 
was. Man hett ouch die »tat gern gostürmpt und mit gewalt 
erobret ; da man dar kam, da hat man kein büchsen noch 

-< andern ziig darz& dienende und niust man ir menigvaltig ge- 
schütz entsitzen ; so was ouch die stat mit andern werinen 
gar stark /.iigeriist, das es unterwegen bleip. Da zoch man 
danuen nnd wart die vorstat ganz verhrant nnd gewflst. 

1. Viil. Si-h. I Kap. 71, Tech. Kap. 63. 



'I ■ Kuwwuilcr. kuwgf 
■) Leber Uans Erhart v. B. 
vj-i. W. Merz, die Ritter i 



YfSur, keltilüimaclier • bei Witt«. S. 313. — 
desaen BeEiehimgeQ zu Bern und Oeaterreich 
Riniwh im Argau, Argovia XXI, 84)-"' 



A'iif Wun^th dua E. K. v. Binnch »etztea die Bemer einen Tag mit ihm 
nach Baiel an auf den 27. Not. ^ ai im da neiswas angelefcen, nmg er an ni 
bringen ■- Kats-M. 3, 24fl. 



1468 25 

18. Das Hirzsteiu, das stark slos, Yon denen von Bern 
und Solotern gewnnnen und oueli ganz verbrant wart. 

Da man nü die vorstat Tann verbrant hat und dannen 
zoch, da wart einer von Hirzstein*) gevangen, der was gen 
Tann heimlich gangen, die gelegenheit zu erkennen, umb das r> 
si sieh darnach euch konden halten. Mit demselben gevang- 
nen schickten die von Bern und Solotern zweihundert man, 
das si das slos ouch selten innemen. das ouch l)eschach, und 
gap inen semlich underwisung. das es bald gewunnen und 
verbront wart. Es war gar ein werlich slos und hocli gelegen lo 
und hette man von dem gevaiigneu nit underwisung und 
kuntschaft gehebt, so hett man es nit wol mögen gewinnen. 
Man gew^au ouch daruf des abts von Miirbach paner, die w^as 
wiss und darin ein swarzer wind, die schankt man denen 
von Friburg von siinder lieb wogen , (li(> fiirtents ouch mit ir. 
inen heim. 



19. Das gemein Eidgnossen von statten und lendern mit 
allen iren panern uf dem Ochsenfelde zesamen kamen, 
ond einandern gar frlintlicli und in ganzen brüder- 
lichen trüwen enpttngen. 



•»(» 



Und also in dem nameii gottes brachont die von Bern 
und gemein Eidgnossen von stetten und lendern alle uf mit 
iren panern und kainent ziisamen uf dem Ochsenveld.'*) Do 
enpfingen si einandern gar fnintlich und in ganzen bruder- 
lichen triiwen als ein briider den andtTn, wie dann die fromen i»r, 
Eidgnossen ie weiten geiii einandern ze tiinde gewont band, und 
sagten ouch einandern in brüderlichen tniwen. was si getan 
und gehandlet hatten, und zugen in drin grossen mechtigen 
hülfen uf dem witen velde züsamen, gar in guter Ordnung, 
und waren von ganzem herzen begeren, mit der herschaft mi 

1. Vffl Seh. I Kap 72, Tsch. Kap. 53. — 17. Vf/L Seh, I Kap. 73 
u, 74 f Tsch. Kap. 54. — 26. ofewonct. — 21^ in lieplicher ordnun^. 

*) Ein Knecht ilejs Lutold von Borenlels , Vo<rtes uuf llirzenstehi, 
nordw, von Wattwiler. Die List ausführlich bei Witte, S. 314, wo die Zahl , 
der Berner und Soloturner auf 300 angegeben ist. — *) Djis Zusammen- '' • ^ 
treffen auf dem Ochsen velde fand wohl am 7. .Tuli statt. Witte, 8. 815. 
Nach Schilling wäre ila.sselbe ein beabsichtigtes gewesen : dagegen Edlibach, 
S. 127 — 128. Siehe auch den Luzerner Schilling, Schweizerchronik, S. 57. 



f\ :^ 



^ 



26 1468 

und allen iren vienden einen strit ze tünde und des manlichen 
ze erwarten : dann die edlen im lande und allenthalben ver- 
malen gar dick gerett und trowwort gebrucht hatten : mochten 
si die Switzer an die wite M und sunderlieh uf das Ochsenveld 

•'• bringen, so weiten si gern mit inen striten und inen iren 
gewalt und hochmät erzougen. Es bleib aber underwegen, dann 
si al vom lande warent gewichen und hattent sich verborgen 
und getorsten die nasen nit me harfiir bieten. Und also 
dankten die von Bern und Solotern den Eidgnossen gar 

10 früntlich und mit ganzen herztriiwen. des mengem biderben 
man sin öugen übergingen von rechton fr<)uden, und schieden 
damit in allen triiwen von einandern und teiltent sich aber 
in drig scharen und zugon wider gen Basel zu und wart 
alles gewüst und verbront. was enent Basel stund.') Das 

i'» hattent si') mit irem grossen Übermut und hochvart um b den 
almechtigen gotte wol verdient, und was inen ouch ir rechter 
Ion worden. 



30. Das vierzig mau von Kidgnossen nie dann zwei-* 
hundert reisiger ab dem veld sliii^en.^) 

i<» In demselben zuge wurden ouch vierzig man von etlichen 

orten der Eidgnossen geordnet, die warent den merteil von 
Lutzern und iren gebieten und selten etwas wines und spis- 
wägen den Eidgnossen von Mülhusen harus beleiten und nach- 
fftren. Also underwegen und in witem velde kament si me 

2.^ dann zweihundert ^) reisiger an und umbgaben die inmassen. 



4. suiulorlich ut* den rechton spor, das i»clisenvelt. — 8. ir nasen. — 
10. menj^eni biderman. — 14. alles das — verbrant. — Basel was. — 
18. Vgl Seh, I Kap, 75 u, 70, Tsch. Kap. 55. — 20. Es wurden ouch. 
— 21. warent merenteil.«*. — 22. und us iren. — 28. harus ffiren und 
nach beleiten. — 25. nmbgjiben si. 



von 



\) Am 7. Juli schreibt Bern in das Feld an die Hauptleute : Man höre 
einem feindlichen Zug jj^egen Rheint'elden, sie sollen sich deswegen 



linff, Schweizerchronik S. 57 nennt die Zahl 300, sowie die Namen von 
S liUzernern. 



1468 27 

das si ir meinten gewiss sin. Aber dieselben fronien liite 
namen den almechtigen got zft hilf, und als ir fromen vordem 
stttndent si ab ze ffis und wartent sich als ritterlich, das der 
vienden etlich, edel und ander, von inen erstochen wurden» 
und die andern namen ein schantlich flucht, und behüben also 5 
die vierzig man das veld mit eren, das von gottes gnaden ir 
keinem zem leben nit beschach, dann einer von Glarus, der 
hies Heini Schüler, der bleip uf der waldstat tod, und ver- 
luren ouch etwas rossen, nachdem si dann zfi ffis warent ab- 
gestanden. In dem zugent si wider gen Mülhusen, dann si nit 10 
wistent, war ir herren und obern warent komen. Und als die- 
selben ir hern das vernamen, die bis gen Hesingen *) haruf 
waren gezogen , do schickten si von stund an fünfzechen- 
hundert man gen Mülhusen, die iren zu reichen. Die von Bern 
waren ouch bis hinder Altkilch*) gezogen und da si dis ver- id 
namen, wie es den vierzig mannen ergangen und das ouch 
der iren noch etlich ze Mülhusen warent, da zugent si von 
stund an mit aller macht gen Mülhusen, und funden die fünf- 
zechenhundert man von Eidgnossen ouch da; dieselben zugen 
morndes wider hinweg zu den ireii. Und wurden die von Bern ao 
und Solotem ze rat, das si Mülhusen mit etlichen soldnern 
besetzen, und im namen gottes ouch wider heim ziechen und 
zu rat werden weiten, was inen und andern Eidgnossen in 
disen Sachen fürer ze tünde were. ^) 



7. Glarus, hies. — 8. der waxt erstochen, und. — 11. dieselben fehlt. — 
15. die fehlt. — 16. ergangen was. — 22. ziechen und sich vereinen 
wolten. 



*) Am 9. Juli standen die Zürcher in Häsingen. Cartulaire III, No. 1252 
— ') Die Berner und Soloturner brandschatzten laut Brief vom 12. Juli 
das Amt Altkirch um 1000 Gld. Cartulaire 111, No, 1255; Basler Chroniken 
IV, 351. — •) In Bern hatte man am 9. Juli neue Aushebungen zum Zug 

Seg-en Mörsberg angeordnet. Aufgeboten werden Nidau, Büren, Murten, 
iel, Freiburg, Arberg, etwa 300. Sammlung ain 12. Juli in Biel. Doch 
wurde am 11. Juli der Zug wieder abgesagt, da man gehört hatte, dass 
« die uDsem gar schier hemtikommen ». (Rats-M.), Cartulaire, No. 1256. Am 
16. Juli war der Rat wieder vollständig versammelt. Ueber die beim Rück- 
märsche verübten Feindseligkeiten gegen Basel vgl. Witte, Mülhauserkrieg, 
S. 321. Bern entschuldigt sich am 18. Juli bei Basel, « das etlich der im 
etlich unerbre wort gebrucht haben ». Man möge bedenken, dass es schwer 
halte, so viele tausend Mann im « Regiment » zu halten. Rats-M. 



28 1468 

21. Hienach stat ein lied, das you diseni zuge 

gemacht wart. ^) 

1. Woluf mit richem schalle, 
und sind al frisch und geil ! 

r> Bern, Solotern vil balde, 

got geh uns glück und heil 

ir fromen Eidgnossen, 

die sach sond ir verstau, 

als ich vernomen han, 
10 einandern sond ir nit lassen, 

als üwem vordem hand getan. 

2. Zürich, Bern, Lutzern, Solotar, 
Ure, Switz, Underwalden, 

Zug, Glarus nemend war, 
i:> woluf mit richem schalle ! 

die herschaft hat gebrochen, 

das man gesetzet hat, 

das merken frü und spat ; 

ich trüw es werd gerochen, 
20 so gar mit wisem rat. 

3. Ir herschaft sicherlichen, 
ir hand unrecht getan, 

das irs als bosclichen 
wider die Eidgnossen hand gehan. 
25 die Strassen tun ir berouben, 

und nemen raengem das sin, 
bringt vil herzenpin I 
das blüt tun ir verreren, 
wann es gut frid sol sin. 

3(» 4. Ich getrüw es werd gerochen 

der grosse Übermut ; 

der frid der ist zerbrochen, 

zwar es tiit niemer gilt. 

der ber ist ufgewecket, 
35 gar tief us siner hui, 

*) Abgedruckt mit Angabe der Varianten bei v. Liliencron, die histo- 
rischen Volkslieder I, S. 550. Ebendaselbst S. 552 und bei L. Tobler, Schweiz. 
Volkslieder II, S. 43 ein anderes von einem ßerner verfasst^s Lied über 
den Sundgauerzug mit dem kecken Hefrain : Bumperlibum, aberdran heiahan. 



1468 29 

man sach in uf dem bi-ül, 
er ist noch unerschrecket, 
als ich die warheit Ifil. 

5. Man hört im pfiffen und trmnmen, 

ruch sach man sin müt; ^ 

in das Sunkow ist er kumen, 

was Hesingen nit gar gut; 

Brattelheim/) Blotzheim ist verbrunnen, 

Habkessen das ging an, 

ia Richtessen gar schon, lo 

Brunstat wart gewannen , 

Flachsland') sach menig man. 

6. Zülissen was zerstftret 
und Frenyngen ouch nit fri ; 

Watwil wart überhöret, ir> 

ein slos das heist Gütwil, *) 

Boltzwil ^) ward berendet, 

Hagenbach ward berant, 

üfholz ward verbrant, 

vierzechen stett und slos genennet, 20 

die man gar wol erkant. 

7. Der ber der zocli mit schalle 
über das Ochsenveit. 

«woluf ir herschaft alle, 

und ttlnd ein widergelt I 25 

als hie uf diser witen, 

wil ich üch strits bestan, 

das sollen ir merken schon : 

8. Bnittellen, Blotzen. 

*) ßrattelheim kann, wie auch die Variante es deutlich ausspricht, 
nur Prattelen im Soloturnischen .sein. Dass diese Besitzung des Bernhard 
von Eptingen damals beraubt und verbrannt wurde, bezeugt eine Klaj?e- 
schrift vom 10. Dezember 14ti8, abgedr. bei Tschudi II, 699. Vgl. auch 
Soloturner Wochenblatt 1847, S. 89-104; Berler, a. a. 0. S., H; Appen- 
wilers Chronik in den Basler Chroniken IV, 351 ; Cartulaire 111, 231. — 
«) Flaxlanden, südl. von Mülhausen. — ') Gütwil dürfte eine Verwechs- 
lung sein mit dem Schlos« Guten berg (bei Ober- Aspach und Rodenen), von 
dessen Eroberung in einem Briefe Berns vom 12. Juli die Rede ist. Car- 
tulaire 111, 253. — *) Vielleicht Balswiler, in der Nähe von Ha^genbach, 
nordw. von Mülhausen. Andere Ortschaften nennt Appenwiler in Basler 
Chroniken IV, 351. 



30 1468 

ir sprechen zu allen ziten : 
er tör nit usher kon. » 

8. Bern, Friburg, Solotar, 
zugent gen Tann dahin ; 

5 des berges nament si war, 

zer vorstat stund ir sinn, 

die haben si verbrunnen; 

zu Tann lag es in hart, 

es weinet meng frowlin zart. 
10 Hirzstein wart gewunnen 

so gar in sneller vart. 

9. Was Zürich und Switz mit schalle 
in disem zug band getan. 

Lutzern, die andern alle, 

16 das ist euch lobesan ; 

Bern, Friburg, Solotar 
band achtzechen slos berant 
und die den merteil verbrant, 
ritterlich und offenbar, 

vo ist mengem wol erkant. 

10. Der uns dis lied tut singen,^) 
der wünschet uns allen gut; 

got well das uns gelinge, 
halt lins in siner hüt ! 
s5 Maria gottes miiter reine, 

durch din barmherzikeit, 
gib lins frid und geleit ! 
din liebes kind ich meine, 
das keinem nie verseit. Amen. 



15. ist fnmz lobesan. — 16. gemein Eidgnossen Mrware. 
re. — 25. Marie jungtrow reme. 



14. ander. - 

— 19. offenbare. — 25. Marie jungtrow 



*) Da der Dichter des Liedes im wesentlichen nur den Zug der Bemer, 
Soloturner und Freiburger besingt, und in den Strophen 4 und 7 noch 
besonders des « Bären » gedenkt, so dürfte er vielleicht in Bern selbst ge- 
sucht werden. In diesem Falle könnt« man auf Mathis Zollner raten, 
dessen drei Lieder (vgl. Liliencron. Hist. Volkslieder 11, No. 136, 144, 146) 
den gleichen Schluss aufweisen, wie das obige : Anrufung der Maria, Bitte 
um Frieden. 



1468 31 

32. Das die von Lutzern und etlich ander Eidgnossen 
mit inen am ersten für die stat Walzliftt zngent nnd 
belagent. /|^Avvv , - - '^5 ^^ ^■ 

Und als nft die von Bern und von Solotern mit iren pa- 
nern us dem Sunkow wider heim komen waren, und es inen ä 
und andern Eidgnossen von den gnaden des almechtigen got- 
tes wol und glücklichen ergangen was, — dann darumb si us- 
gezogen waren, das hatten si nach irem willen und gevallen 
wol geschaffet, — da hüben die andern Eidgnossen mit iren 
panern zft Tftngen *) und in derselben art, und weiten nit »o 
wider heim ziechen, si brechten daim ein ganzen und guten 
friden mit inen : dann si hatten vernomen, das ein grosser 
treffenlicher züg der vienden von Behem und andern landen 
har uf den beinen waren, denen si gern widerstanden hetten. 
Und besatzten daruf Schaf husen mit noch mer lüten und seid- i5 
nem, das si von inen einen guten trost und ufenthalt mochten 
haben; und zugen also am ersten die von Lutzern mit etlichen 
andern orten uf sant Marien Magdalenen abend') durch Baden 
für die stat VValzhüt, und kamen die andern Eidgnossen alle 
zu inen mit iren panern. Die von Zürich beschickten euch 20 
äugendes ir gros houptbüchsen und andern iren züg. was si 
dann hatten und darzii nütz und gut was, und leiten den für 
die stat Walzhüt und vingen an schiessen und werken. ^) 



23. Das die von Bern mit ir paner und einem erlicheu 

Volke oueli gen Walzhüt zugent. 

Alsbalde man dis denen von Bern verkund, da kament si 
von stund an mit einer grossen treffenlichen macht und ir 

1. Vgl. Ml. 1 Kap. 77, Tsch. Kap. 5fi. — ander örter der. — 2. und 
die belagent. — 4. Lücke in der Zürcher Oriqinalhs. van Und als nü 
die von Bern his Kap. 27 : Als man nü vor Walzhüt lag. Im Msc. A 
54, 55 geht die Lücke von der gleichen Stelle his Kap. 25: Es zugen 
ouch. Text in den Kap. 22—24 nach der Berner Us., in den Kap. 25 
u. 26 nach Msc. A 54, 55. — 24. Vgl Tsch. Kap. 59, fehlt in Seh. L 

M Thiengen, nordöstl. von Wald«but. Die Eidgenossen rückten am 
19. Juli dort ein. Schreiber, Urkundenbuch II. 506. — *) 21. Juli. Vgl. Et- 
terlin S. 188: Anzeiger für Schweiz. Gesch. 1881. S. 427, nennt den 22. Juli. 
Ueber die Belagerung vgl. auch die Aufzeichnungen des Ueberlingers 



32 1466 

ufgewort'eneii jiaiier, und brachten dessalbeii irials mit inen 
zweitusent gewapneter und stritbarer mannen , darzü zwo 
gros boiiptbiiclisen , boler und andern zi'ig '). l'ud warent ir 
obresten houptKit lierr Petennan von Wabren. ritten, herr zfi 

■ Belp '), und Caspar von Scharnachtal. herr ztt Hrandis, und 
was venner Peter ßomgarter'l von dem erbem hantwerk zen 
-smiden, und sin houptnian und rat Anthoni Archer*) von dem 
erbem hantwerk der pfistern, und bi inen ander trom liite von 
raten und burgerCTi. mit denen si alie suchen gar wol und 

I erlichen nsrichten. Ks kamen ouch die froinen notvesten lüte 
die von Solotern äugendes mit einem erlichen volk und einem 
venli, und brachten dennocht naehmaln ir stat paner und noch 
me Kiten ouch geu Walzhilt, als harnuch bae gelütert stat ') : 
darzfi wart ouch den von Zürich und von Beni von gemeinen 

. Eidgnossen zugesagt, was si mit irem sehiessen costene bet- 
ten, das man nach nmrzal der orten inen solichen costen wolt 
helfen tragen, wann dennocht die andern ort nit vi! semlicher 
büchsen und gezüges hatten. 



2i. Das gemein Eldgnossen bi einaiidern mit allen Iren 
!• (lantiru vor Walzliiit nareiit. 

L'nd da also alle ort der Eidgnosschaft, darzfi die von 
Solotern. Friburg und Biel vor Walzlitit nüsamen kamen, da 
wart die stat mit geleger und büchsen zu beiden orten des 
Riiies zö ling umbgeben ; und wurden die Ironien Iftte von 

19. Vgl. Sdi. I Kap. 18, Tseh. Kap. r,8. 

') Abmarsch von Bern am 21. Juli. Rat«-M. Die Bilcbseii gingen drei 
Tii^e «pilter ab. Curtulaire 111, No. 1260. Die Äusliebuii^ der Trupjien stieis 
im «ieaersimmenLhal, Aewhi und Prutigen auf Sehwiorislieiten ; sie woLlten 
Bogur • Wallieer » dargeben. Deswepen verlangte der Hat duroh Si'hreibeu 
TOTO 10. Jnli - endlich, dapfer, handfeste liH >, man wolle eine Musterung 
IrnlUn und die Untüchtigen zurückBchicken « waa « ouch zu den Bia- 
gnoesen komen werden, die ouch endlich Idt haben >. Itats-M. Bern dachte 
jin einen Zng gegen Mörfiberg und dorthinaus. verlangt deswegen Bespre- 
chung mit Solotum und Biel. Eate-M. vom 21. .luli. Vgl. das SchrciVii 
vom 2U. Aug an Biel im Teutach Mies. B. 415, — •) Petermann. Herr zu 
Wabern. MSherr iw ßelp. Mitglied der DiBtehwangiunft; der Biir^;i?rii HIÜ. 
Vogt KU Nidau 1459, des Hatca 1457, Schultheiaa 1471, Ritter ii.icli der 
SiBacht Toii GrauBOii. Siarb 1491. Ein als Staataumnn uud Krieger hervor- 
mgendet Mann. — '■) Peter Bongarter wurde als Anhänger Kiatleiv im 
Twinglierrenatreit mit einer Stimme Mehrheit ^genüber Ludw. Brdgglet 
7,nm Venner gewählt. Vgl. Türiug Frickers IViugherrenntreit in Qucilen 
Ä. SchweiMr U. 1, W, 58. — ') lieber Antoni Archer Tgl. AbhaiidLnngen 
des hiat. Vereine Bern II. 254. - ') In Kap. 27. 



1468 33 

Solotern enend dem Kine ') zu bliben geordnet mit etlichem 
züsatz, der inen geben wart. In der vorgenanten stat Walz- 
hüt warent gar gut lüte von graven, frien, rittern und knech- 
ten, der bi achthunderten was und zu irem houptman hatten 
hern Wemhern von Schinen, rittern'). Die hatten ouch die r, 
stat mit bolwerken, mit büehsen und ander notdurftiger were 
besorget als lüte, die sich ie vermeinten mit macht zu weren 
und die stat zii behalten. *) Und als die von Lutzern und 
ander Eidgnossen am ersten für Walzhüt kament, hett man 
da äugendes die ding mit einem zülouf oder stürm fürge- lo 
nomen und nit als langen rat gehebt, e das die viend sich 
zur were und andern dingen zu vast zügerusten, so hette mau 
dennocht desselben abends inen ir bolwerke und alle werinen 
abgeloufen und wer die stat an allen zwivel dazemal erobert 
worden ; darumb man dis in künftigem bedenken sol und ob i:» 
es zu schulden keme, das man furer für stet oder slos als 
snel und ungewarnet viel, sol man aldann die ding angendes 
trostlichen zu banden nemen, diewile die viend ungewarnet 
und in schrecken sind und denen nit zu lang frist lassen ; 
wann doch alwegen, als der gewaltig Hannibal sprach, da er m 
die sinen vor Rom anreitzte, das gewonlich der vorteil des 
ist, der sich zur sach gerüst und die ztt tünde müt hat; und 
das ouch von langem ufenthalten vil gesechen ist, die viend 
inmass dadm*ch gesterkt worden sin, das man am lotsten mit 
schaden ungeschaffet abziechen müst, oder aber des grossem 25 
komber liden. 

25. Das etlich von Eidgnosseu au den Swarzwald zugen 

und inen grossen schaden tatent. 

Es zugen ouch etlich der Eidgnossen kneclite an den 
Swarzwald und gewunnen da ein stark letze ^), die si den 3«> 

27. Vgl Seh, I Kap. 7.9, fehlt bei Tsch. 

•) Auf der linken Seite de« Rheines. — *) Werner von Schinen ist 
l>egU\ul)igt durch eine St. Galler IIs. hei Mone, Quellensamnihing IH, 587; 
Berler S. 86 macht ihn zum Verteidiger von Lautenburg. — ^) Vgl. hier- 
über Bevler, S. ^, — *) Die Letze }>ei Rennetschwil, südl. von St.TJlasien. 
Der Kampf fand schon vor dem 8. Juli .statt. In Hern wusste man am 
11. Juli, da.s.s bei der Erstünnun<j^ zweier Letzinen im Schwarzwald über 
80 Mann erstochen worden seien. Kat.s-M. Laut Brief der ö.sterr. Hauptleute 
fielen nur 80. Schreiber, Urkundenbuch 11, 504 ; Han.sjakob, S. 22. Auch 
Pkllibach S. 129 .scheint die.*<en Zug, wie Schilling, in eine spätere Zeit zu 
verleiben. Nach ihm war Felix Keller von Zürich der Anführer. Dagegen 
Hchreibt Tschachtlan S. 24H g-anz richtig : Vor disem läger u. ^^. w. 

3 



HA 1468 

EidgnosseD zU gegenwere gemacht hatten, und erstachen ob 
achzig mannen und namen inen ein grossen roup veches ; den 
brachten si mit inen gen Schathiisen. Si brantschatzten ouch 
den abt von sant Bläsin umb drütusent guldin; daran wurden 
r, von im bezalt fiinfzeehenhundert guldin und das übrige ward 
von Eidgnossen ganz abgetedinget. ^) 

26. Das Walzhät ganz anibgeben und mit schiessen und 

andern dingen vast genot wart. 

Do nü die von Zürich, Lutzern und ander gemein Eid- 

10 gnossen alle bi einandem obwendig der stat Walzhüt lagent, 
da leiten die von Zürich ir grossen büchsen ouch darfür; aber 
die von Bern machten ir leger under der stat Walzhüt hinab, 
als man gen Loufenberg gat, und leiten ir grossen büchsen 
von stund an gar nache zer stat ; und des ersten Schutzes 

i:, ward das under tor'-) an Walzhüt nidergeschossen, und dar- 
nach gar ein starker turn, darus sich die von Walzhüt vast 
warten und grossen schaden taten. Mit demselben wart ouch 
mit schiessen so wit gehandlet, das si sich darus nit lang 
behelfen mochten ; darzü Schüssen ouch der von Bern büchsen- 

:n, meister etlich turn und muren ab, das gar ein gros wite wart, 
und wurden ouch vil lüten darin zu tode geschossen und übel 
gewüst, als man nachmalen wol sach ; desglich taten die von 
Zürich mit ir grossen büchsen ouch. Die in der stat taten 
ouch ir bestes und wartent sich gar manlicli mit schiessen 

:*:, und andern dingen, dann etlich von Eidgnossen ouch erschos- 
sen und gewüst wurden und besunder ein büchsenmeister und 
ander endlich lüte von Bern. 



37. Das die von Bern und ander Eidgnossen noeii nie 

Ititen gen WalzhAt schiciiten. 



:i(i 



Als man nü vor Walzhüt lag und die stat gar vast von 
denen von Bern und andern Eidgnossen mit schiessen und 

2S. Vfßl Seh. I Kap. 84y Tuch. Kap. no. 

M V^rl. Tschudi II, G87, 693. Eintrag im Kats-M. 3, 210 (1. Okt. 1468): 
v'm bekantnüs, das m. H. inen den von ?St. Blasen ir brantycbatzgelt. «o 
vil si ben'irt, p'scbenkt band, l'eber den dem Stifte St. Hlasien zngefügten 
Sebaden s. Mone, Quellensannnlnng II, 57/8. — *) Das nntere Tor ist das 
west liebe. 



14G8 35 

anderm genötigt wart und si sich ouch in der stat gar nian- 
lichen hielten, dann vil adels und ander fromer lüten darinne 
was, da kament die mere gen Bern, das die Behem und ander 
Tütschen zH hilf dem herzogen von Oesterich gar gros 
mechtig sampnungen hetten wider die Eidgnossen in meinung, ^ 
Walzhüt mit gewalt zu entschiitten. *) Also wurdent die von 
Bern von stund an ze rat und schickten noch ein ir stat 
paner mit zweitusent werlicher mannen für Walzhüt ; *) der 
houptlüt warent herr Niclaus von Scharnachtal, herr zu Ober- 
hofen, und herr Niclaus von Diespach, herr zu Signow, beid lo 
rittere, bis in das leger : da bevalchen si die sachen den vor- 
drigen houptlüten und hulfent denselben das volk gar wis- 
lich und mit hocher Vernunft regieren ; darzü zugen ouch die 
von Solotern mit ir paner und einem erlichen volk ouch hin- 
nach, desglich die von Uro und ander ouch mit iren panern 15 
und hatten ouch, als vorstat, die von Solotern vorhin ein 
venlin mit lüten dargeschicket, die lagent enent dem Hine mit 
einem mergliclien ziisatz von denen von Bern und andern 
Eidgnossen. Und blibent do bi einandeni in demselben leger 
und tatent denen in der stat mit schiessen und anderm gros- :;o 
sen merglichen schaden ; dann vor inen nieman in die stat 
über Kin komen, noch si getrosten mocht ; das kam inen übel, 
als man nachmalen wol vernani. 



28. Das etlich us deiu leger au deu Swarzwalt zugeiit. 

Indem do man also vor Walzhüt lag, da zugent etliche :;:, 
endlich knecht uf den Swarzwalt und kament gar in ein 
schon dorf, genant Bondorf, ^) und übervielent das an einem 

2. dann ouch vil. — '^. niiT. — 7. und schickten noch zweitusent 
werlicher numnen mit einem venlin dar. — 24. Vgl. Seh. 1 Kap. so, 
Tuch. Kajf. 60. — etlich von Bern und ander us. — 25. Und als man 
ni\ vor. — etliche von Bern und ander au den. — 

M Von diesen beunruhigenden Nachrichten spricht ein B ief Berns 
vom 31. Juli. Cartulaire 111. No. 126^^. — *) Am 2. Aug. erliess Bern das 
neue Aufgebot : Sannnlung der Truppen am 7. Aug in Bern. Cartulaire III, 
No. 1205. Der Abmarsch de-s Zuschubs erfolgte aber auf neue beunruhi- 
gende Nachrichten hin schon am G. Aug. unter dem Hauptmann Nikiaus 
von Scharnachtal. Der Keisrodel von diesem Tage (»Samstag nach vinc. 
Petri im Bucher'schen Regimentsbuche, »Stadtbibl. Bern) nennt nicht den 
Nikiaus, sondern den Wilhelm von Diesbach. Am 9. August erlässt der 
Bat ein neues Aufgebot an 8tadt und Land. Uats-M. Beter Baumgart ner 
wird am 7. Au<just in den Ar«^au gesandt, um von dort aus Korn und Brot 
in das Laj^er zu senden. Teutsch Miss. B. 40(5. -- ^) Der Zug nach Bon- 
dorf, nordCxstl. von Waldshut, wurde am 21. August unternommen. Hier- 



3« 



1408 



morgen frii und erstaclient ilarinne sechzechen biiren und 
nanient bi vierzigeu gevangen und gewuniien inen ir venlin 
an und mo dann sechshundert lioupt vechs : das brachtent si 
alle^ in das leger gen WalzhUt und teiltent das under ein- 
1 andern. 



29. Das etlicli der Eitlgiiosseii knechte von den vieuOen 

erstochen wnrden. 



Es liitfen ouch ua dem leger etlicIi ungehorsam kuecht f>u 
Ordnung, die warent von Bern, XJre und Underwalden, hinus 

j gegeu der letze, da die viend warent, in das körn und wol- 
tent das abmeigen und damit i'fttern und sttlnden also iu iren 
wamsten und hembden und ein teil ganz abgezogen; da ka- 
ment die viend mit ganzer macht von der letze harus gcrant 
unwissender dingen und erstachen einlif; der warent sechs 

■, von Underwalden. ') Desglich wurdent der rittem oueh etlieli 
von inen erstochen und umbbracht. 

Desglich geschach ouch an einem andern tag, das etlicli 
knecht von Bern und sunderlich us dem lantgericht von 
Zollikofeu, die warent ab tiem Fronisperg, sich in die gai'ten 

, vor der stat WalzhÜt zU rür an die bolwerk machteu und 
versiflgen und meinten nit, das inen die viend ützit tun sol- 
tent und entsliefen also an der warmen sonnen und hatten ir 
weriuen neben sich geleit. Als nfl des die in der stat innen 
wurdent, da slichent si heimlich harus über die bolwerk und 

, t'undent die guten gesellen slaffeu und erstachen ir etlich mit 



I (Irtnn vierzig — 6. Vgl. Seh. I Kap. 81, Tech. Kap. Kl. ■ 
■"■'""' " a Jene 



16. 
Ton 



Walzhiif. üntochen und wund nurden. — 17. Es geschah oucb. diu 
etlich von Bern n» dem lantgericht von Zollikofea xieh in dii? garten 
vor der «tat WalzhÜt an die oolwerk. — 21. meinten vor den viendau 
sicher Hin und entsliefen iin der. — 23. Und als die in der stat. — 
24. über dns bolwerk und eratturhen etlich a.Uü slaffen mit iren eignen 
werinen und wundeten ein teil, die kamen darvon. 



Ober sthreibeii die Zflrcher Hauptleute am 22. Aug : Und nf ilie vordi-igen 
nacht einii etlich unser Eidifnoagen von Lutzern. Switz. Glarua nnd Appen- 
zelle ^en Bondorf gezogen, habent da 14 erstochen und 26 gctangen. das dorf 
zu guter magse verbrent und ob 400 houpt viohe» da genomen und SO 
wügen und kerreo dahusrat geladen und bracht. Und sind inen elticli di^r 
1 von Zug nachgezogen, da si inen verkuntent nnd an ävt wicler- 

n komen. HanÄjakoB S. XVII: Absth. tl. 3^7 im Ausznm/. Nach 

jjchachllan S. 2.W wurden 34 Bondorfer gefangen. eben«o ihr Faliiilein. — 
5 Namen iler amgekoiumenen Unferwaldner bei Tschudi H, »192. 



1468 



37 



iren eignen werintn ; f tlitli wurden uiii-h yar übel wund, die 
davon kainent. Dis Imn ich darninb harin gezo^^en, das ieder- 
Tiian in semliclien kriegs^achen und legem gut sorg haben 
und nieniant sin vietid verismachen noch verachten sol. 



30. Dhü etlich vou Bern und auilorii Eidguossen 

eiieiit iloiii Uliie liberfulleii wordeut. iC»'^.^ 



.(ß»-vl-l 



Du man nll abo vor dor ^tat lag und e man das leger 
eniant dem Uine hat geslagen*). da hattent die von Bern und 
ander mit inen ein hüt über Kine geordnet, das si dieselben 
nacht wachen soltent, nämlichen zweihundert man. Also in m 
derselben nacht hatten die viend einen anslag getan und 
nieintent WalzhÜt zÜ spisen mit mel, büchsenbulver und andern 
dingen und ouch me liiten darin zu tun, als uuch beschach. *) 
Und griffen also iingewarneter dingen dieselben zweihundert 
knecht an, wol mit tusent mannen zÜ fÜs und zweihunderten zu i^ 
ros und meintent damit über ßine in die stat zfi komen. Da 
des die zweihundert man innen wurdent, da rfiftent si einandeni 
an und staltent sich zti nianlicher were ; si ruften ouch die 
vou Bern hie disenthalb dem Rine, und ander ir herren und 
obem an. Alsbald man das hört und ouch die trumeter, die ^u 
enenthalb dem Hin wareut under den vienden, da kam man 
inen snelliclich in schiffen ztl hilf, wiewol es dennocht nacht 
und ganz vinster was, das niemant den andern gesechen mocht 
I oder konde. Indem hatten die viend die flucht genomen und 
' wart inen als not ztl fliechen, das si iren harnesch von inon » 
hüwent und gar vil werinen hinder inen liessen von hant- 
biichsen, armbresten, swinspiessen und andern dingen, das 
3S am morgen funden und geteilt wart ; man vant ouch der 
f-^ienden uf dem velde vier tot ligen und wart einer gevangen 
haräber bracht, der sagt, das es des bischols von Strasburg tu 



^ 'i Auf der linken Heiie äet Bheine». — *) Ks mflssen 

. «uche BtattgehinJeii haben ; der zweite in der Nacht Ti 

tk-hreil)er. ifrkiindent.uch II, ^13; Haiisjakob, S. Xh. Die 

'- 'le ■ nit koft noch /w-itr - wird wohl liiut.-n ; ■ nit kost 



.. eolclie Ver- 

„^.,_-a..jL^..l,. 



3« 



URS 



Volk were, als oudi ilie wm-lieit was,') Man sagt oiicli nach- 
malen, das der vienden in der stat zii BaKel nie dann sechzig 
wund worden werent und nn den arzeten legent; derselben 
stürben ouch etlich. Es was uiich derselben nai-ht vaat vinster, 

. lind als die viend die ilticht als sehantlieh iiament und iren 
harnesch selber ubsnitten und werinen binder inen liessen, da 
mag man wol meinen, si haben einandern selber erstochen 
und verwunt; dann eich dieselben zweihundert knechte von 
Bern und andern Eidgnoesen vast zftsamen liieltent und in ir 

j ordenunge bübent, daran si gar wol tatent. Doch kanient 
derselben nacht in die stat mo dann zweihundert werlieher 
mannen, darzil gar vil bulvera, mel und anders, das man nach- 
m»len wol und eigentlichen vemam. 



:ii. Da» man mit einer macht vor Walühut 
^ uf die fiitre üoch, 

l't' sant BartholonieuB tag') des vorgenanten iares zugent 
iHe von Bern mit einem venli und achthundert mannen nf die 
t'fltre, und kament die von üre und Underwalden mit zwei- 
hundert mannen oucli zu inen. Und als si in das necbst dorf ) 

1 kament, da warent der vienden bi zweihunderten zft ros und 
etlich zÜ ftts in demselben dort' und warent etlich knecbt umb 
roubens willen vor dannen geloufen und wart einer von Bern 
wund und einer gevangen. Also nament die viend äugendes 
die tlilcht, das man si zil ffls nit wol mocht erilen und wurden 

1 ir dennotht etlich erstochen, darzil gevangen und etwie menger 
wund. Und als nachmalen von den vienden olfenlichen gerett 

1. wiivheit -WAS. Ks wunkn ani'h äer vieudpii me dnnn »ei'lizi;^ wnnil 
gen Bftael an die ariftt gefiirt, der starbi-n etwie menger. K-* was ouch. 

— 5. fiiicht SD iinerlich naoien. — ij. tlit meint man, ai )]ett«n ein- 
KnUern. - ». sweihiindert mun. — 14. Vgl. ikh. I Kap. S3, TWi. 
Kaii. 6.1. — Das dip von Bern und ander mit- — 15 Kagen. — Ifi. 
L>nmach an niint. — IT. von Bern und ander mit einem venli uf die 
lülre. — 20. die viend dtirin — und ouch etlich zfi ffis und warent, 

— 22 der wart einer. — 24. und wurden dennocht der vienden etlieh- 

■) Suliun wShrenil dea Stin<l)^uenugus hiitt«n die Berner von der 
Feindseligkeit des Bincliofa von Siriusburg zu leiden Cürtuloiro III. No llMy. 
[Jairegen erwähnt Andres von BoMenat^iu gpe legent lieh iles in Frage 
p^leheiiden Ueberfalls nur der Mithilfe von BreiBachern. BreiHgaucrn imd 
Leuten iles Marki(mfen von Enden. Siihreiber 11, 513. — •) 'H. August. Von 
dienern Kreignis berichten unter dem 25. August auch die Zürcher Hnupt- 
leuli', Al>sfh, II, ^9. Von den Feinden worden vier erstochen und einer 
Kef'nngpn. — 'j liegen .Alhlirnek hin. Hansjakoli S. 43. 



1468 39 

wart, so was der schreck und die flucht als ganz under si 
komen, hette man vertruckt und fürgezogen, man hette die 
letze mit gewalt und alles, das si do hatten, gewunnen. 



32. Das die stat Walzhiit iiit destniiiider zh allen ziteii 

genötiget wart. 



.> 



Man hat aber nit destminder die stat Walzhüt bi vier 
oder fünf wuchen belegert, und doch vor und nach allerlei 
angrifl* und scharmutzens uf dem Swarzwald, an der letzi, ze 
Tüngen, ze Bondorf, euch vor der stat Walzhüt und an andern 
enden beschechen, do man merglich roupgüt den vienden ge- lo 
nomen und ir ouch vil ertot hat, als dann hievor euch zem 
teil gemelt ist, und aber dabi under allen malen etlich knecht 
von Eidgnossen ouch umbkomen, die merenteils sich selber 
damit verwarlosetent, das si iren houptlüten nit gehorsam 
sin und mit Unordnungen den vienden ze wit in iren vorteil i^ 
gan und si ganz verachten woltent, das aber selten nutz oder 
ere bringet; wann wie stark, wie gewaltig oder wie manlich 
einer ist, so sol doch von gütlicher und natürlicher Ordnung 
niemant sinen viend als ganz verachten. Dann was man mit 
gttter ordnunge tut, das mag kum übel geraten ; wo man ouch 20 
in gehorsami lebet, do ist die kraft gottcs, wann doch ge- 
horsami die obriste tugent ist. 



33. Das etlich Behemer vom riehen herzogen wider die 

Eidgnossen harns kament. 

Es wurden ouch in dem als man vor Walzhüt lag, vom e5 
riehen herzogen wol bi sechzechenhundert Behemer zu hilf 
der herschaft harus geschicket'); und als die kament, wart 

.3. ganz gewunnen. — 4. Fthlt hei Seh. I u. Tsch. — niitzit dest- 
minder an allen orten. — G. niitzit. — 10. merglich gut. — 13. die 
den merteil iren houptliiten ungehorsam gewesen sind. — 21. da wur- 
ket die eraft des barmherzigen ewigen gottes, wann doch gehorsam- 
keit in allen dingen die obriste tugent ist. — 23. Fehlt hei Seh. I 
M. Tseh. — Behem von dem riehen herzogen von Peyern. — 24. kamen 
und v(?rmeinten ilie in Wal/hiit ze entschVitten. — 2ß. wol ser-hzechen- 
hundert Behem. 

M Ueber die St«dlung Herzog Ludwigs von Bayern vgl. Kiezler, Ge- 
schichte Bayerns 111, 437. Edlibach 8. 129 kann die Nachricht von den 



40 



1468 



deiinucht durch si nit kriegliiifligs wider die Eidynossen ge- 
handlet, wann das si den friindeii nie acliadena latent, dann 
den Eidgnossen. Doch so lies dennoclit der rieh herzog dis 
dui'f^h äin botschaft gein den Kidgnossen also verantwurten : 

s er were mit heraog Sigmund von Üesterich in einer ver- 
stentnüs, nach dero inhalt hette er im müssen hit schicken, 
und oh ioch die, so er im geschickt hette, nnderwegen hlibeot 
und nit wider heim kenient. da lege im nit vil an, wann er 
hette im die eren und siner verechribung halb, die ai vor disen 

I kriegen allen mit dnandeni gemacht hetten, müssen schicken: 
was er aber sus zii friden und gutem in disen sachen gettin 
und botedingen miicht. das wolt er mit guten trüwen tÜn, als 
er und sin vordem iewelten getan hettcnt in dem voige- 
nanten fiinfzechenier'igen friden und andern sachen. 



31. Das der vorgeuniit krieg znäscheiit der herschaft 

und genieiiieii Eidgiiosseii bericht wart. 

Und als man nü die »tat Walzhüt mit dem geschütz, das 
dann die von Zürich imd sunderlieh die von Bern darbracht 
hatten, an turnen, muren und an andern verliehen dingen iu- 

I massen beschossen, und dabi mit schiffen uf dem Rine und 
andeni brücken und die graben imnassen zügen'ist hat. daa ie 
von gemeinen Eidgnossen angescchen und ietz die Ordnung 
gemacht was. wie man an einem fritag frü im namen gots 
die 8ach mit einem stürm zu handen nemen wolt ') und man 

, sich mit katzen, iglen, brücken und auderm ganz darzü ge- 
rüst hat, habent sich der vorgenant herzog Ludwig von 
Peyern *), ouch des bischofs und der stat von Basel, darzil der 



6 Soliilling eiitlehut habuii. Nach i 



: Noiiz 






_._„ , , _inung fllr di-n auf Freita« den 19. August 

angeeetzten Stunu ist ^iljsedruukt bei Han^'akob, ^. XT ALtich II. 384. 
wo ebenfalls die auf die Verhaudlungen «ich heiiehenden Beriehte der 
Zflicher Hauptlmite xu finden siud. Üie Berner hatten ilen Sturiu schon 
ajn 12. Auff. vollfillireu wollen, weswegen der Rat den Konvent von Tor- 
berg und ilie Klosterfniuen von Interlahen ersuchen lieKM, • got andächtic- 
lichen an/firüfen, rainen herren hilf und trost aü geben •. Bats-M. vom 
11. Aug. — ') Er hutle weine Vermittlung Mitte Juli anerboten. Lichnowskj 
Vit, Heg, No. 12S4. I>ie Eidgenoseen wieKen sie aber durch Schreiben vom 
ae. Juli zurück. Kbd. Keg. No. 1286 ; Al«ch. II, 380 mit unrichtiger Honats- 
iingabo. 



UßS 



41 



■gr&t vdii Riiteln 'J, die- stat von Nuweiiliurg') und ander 

durch ir treffenlichtn botscliaften understandeu mit grossem 

ornst lind flis in denen dingen zll arbeiten. Darnach kam uuch 

der bischof von Costenz in eigner persona gen Clingnow.') 

[ Man gab ouch des forsten von Dosterich raten (rid und geleit 

[und wurden von beiden teilen etlicli tage zu Togern') und 

[ anderswo im velde geleist und meinten dieselben herren und 

f botteu, die hereehaft von Oesterich orbut sich semliches gliinpfs 

[ und rechten, das man billicti darzii solt lassen reden. Also 

I nieinteut der merteil der Eidgnoeeen, mau solt es ttin, dann i 

I mficht inen ein erlicber frid imd ilarzü gelt werden, so kement 

ei wol und erlichen beim. Aber dio von Bern und mit inen 

die von Friburg und Solotern, ir allerliebsten fründe meinten, 

I man solt den angevangnen sachen gntig tun imd dem nach- 

L gan, darumb man nsgezogen were und daruf mau so vil libs i 

I und gutes bette geleit und also in dem namen gottes den 

stürm anfachen und kein gelt dafür nemen, dann es gar vil 

\ erlicher vftr. die stat mit ritterlicher band und dem swert zll 

I gewinnen, dann also gelt ze newen. und blibeut ganz daruf.*) 

[ Das wolt den andern Eidgnossen überein nit smeckeu und : 

werent gern heim gewesen und meinten ivie vor, wann iuen 
I gelt und ein erlicher frid wurd, so hettent si es wol geschaffet. 
[ Es heschach aber oucb darumb, das etlieh von Zürich und 
L ander ir nins und gflter zä Walzhilt und in der art hatten, 
f die vorchtent darumb ze komen.") Und also nach langen t 

7. vermeinten. — 8. tu» Oeatericli fehlt. — 9. Also vermeinten oocli 
der. — 11. t'riilea. — 13. Solo^rn nnd Friburg, — Ifl. gelt dafiir. — 
2Ü. friilen. — a3. iiher tnerenteils daniinli. — 'M. dprsellien mt, 

') Mark);ral' Hudolf von Hochberp, Gnif von Neuenbürg am See, Herr 

I KD Röteln, Snuseiiburg und Badenweiler. Als Gnif von Neuenburg ist er 

I mit Bern verburfirechtet seit Freitng nach (istern 1458. BiindbuL'li II. 43il. 

Zünftig iinf DigteUwHDg. — ') Soll hcüsen • Nüreinlierg •. Vgl. den Brief 

der Zflrcher Hau[>tleute vum 2l'i. Ai;g., in Absch. II. 390. iSchillingii erste 

Redfiktioii S. h3l und Tacliachttan £ibeii das Eichtige. — •) Am 'ä). Aug. 

bohreiben der Zün-her Hauptleute vom 20. u. 22, kau.. Abach. U, 386. - 

*) In Dogem, iwiächen Waldshut und Laufenburg aut der rechten Seite de» 

' nbeines. wurden na(^h den Berichten der ZDreher HanptleutA die Verband- 

i.lnngen geführt am U>., 17. und 25. Angiut, dazwischen xu Eajserstuhl und 

I Xlingnau. ~ ') Die Beiner schrieben nach Hause, dasa de das Geld nicht 

' Bnnenmen wollen, dies »ei eine ^ echinipfliche Richtung >. Teutncji Miss. U, 

415. Am 22. Aug. l&<st der Rat von Sem auf die Sendung de« Zilrehent 

Felis Oere hin lAba'h. II. 386 f.) den Leuten im Felde wissen, dass sie 

Rhre, Frommen und Nutzen der Stadt beflirdern sollten, und dos« man in 

Bern bereit sei, sie nicht zu verlassen bi» in den Tod. Ebd. 414. — ') Ein Beleg 

Kl diese Behauptung war nieht xu linden. Zwur lässt auch der Luzerner 

k- Sehiiling, 8. 58, etwa« nerartige^ durihblickwi. 



4-2 



1468 



Worten, lue tlann haruiider gebruehf. wurden, liessent sicli die 
von Bern dennocht i'ibeiieden nnd gedachteilt, an die triiw 
lind friindsL'liaft, das gemein Eidgnossen mit allen iren machten 
und panern aU brüderlichen in das Simkow z& inen ouch ge- 
' zo^en warent und sclückten ir botschaft ouch ztl den saclien 
und wurden die ding nach vil red und Widerrede von eini an 
das ander, das gar lang zil acliriben wei-e, durch den vorge- 
nnntcn bischnf und ander also hetildinget und abgerett, als 
harnach stat. ') 



i 35. \oii etlichen punctfii und arlickelii »le» vorgeniiiiteii 
abguretteii frideii. 



Namlichon am ersten: das die von Bern und gemein Eid- 
gnussen abziechen und das velt runien und sotten damit al 
ufi-Ür. todschlege. brand. roup und anders in disem kriege ver- 
1 gangen, hin und gericht sin; darzll aolt ouch der fünfzechen- 
ierig friden zu Costenz gemacht, als Diessenhofen gewunnen 
wart, dieselben fünfzechen iare us bestan und von beiden 
teilen gehalten werden nach inhalt der richtung brieten. 

item es solten oucli die houptsecher dia kriege, nämlichen 

I die von Schafhusen, entschediget und abgetragen werden der 
achtzechenhundert güldin. damit Hans am Htad ir hurger- 
meister von inen gelöst wurde mit allem costen, und ouch das 
Ml US der keiserlichen ocht wurden getan an alle engeltnüs, 
und inen ouch den von Hftwdorf nmb sin ansprachen abnemen 

-. und dannen tun. 

Es wurden ouch mit sunderheit die von Mülhusen in disen 
friden vergriffen, also das mau äi solt lassen bliben bi allen 
iren friheiten und altem herkomen, ir merkten und aller ander 
Sachen und sicherlichen zu einandern wandlen. Und hefte die 

II herschaft utzit an si zp sprechen, oder si hinwiderumb an die 
herschaft oder die iren, so solten si einandem fi'imemen, als 
dann das in disem friden ouch abgerett ist. DarzU solten ouch 

D. gi^iK'iiriben atät. — 1(1. Vi/l Seil. I Knp. 85 u. SS, Tuch. Kap. H4 «. Ca. 
— 14. ilisen kriegen. — 17. wHrt. gplialteii werden nad liestan nach 
inhalt, — 27. fruien vertedinBe*. .— 30. ze aprechende. — 32. tWin 



1468 43 

alle brantschatzungen bezalt werden. Dis ward aber gar balde 
in mengen stucken an denen von Mülhusen gebrochen und nit 
gehalten, als man harnach h5ren wirt ^) 

Und zu dem allem solt man geben gemeinen Eidgnossen 
von den acht orten mit denen von Solotern, die euch mit ir > 
paner und einer treffenlichen macht da warent, an ircn kosten 
zfi stüre, umb das si us dem velde zugent, nämlichen zechen- 
tusent Künscher güldin, darumb euch die stat Walzhät und 
der Swarzwalt mit einandem den vorgenanten Eidgnossen ztt 
pfände geben und versetzt wurden. Und swttren äugendes zu u» 
gotte und an die heiligen, nach lut guter versigelter brieten, 
die darumb nach aller notdurft ufgericht wurden, wo semlich 
gelt mit den achtzechenhundert güldin, so 'denen von Schaf- 
husen gehorten , bis sant Johanstag zu sungichten darnach 
komende') nit usgericht noch bezalt wurde, das dann die stat i/> 
Walzhtit und der Swarzwalt mit einandern zu ewigen ziten *) 
den Eidgnossen bliben und dienen selten in allem dem rechten, 
wie si einer herschaft verbunden warent, das euch die her- 
schaft verwilligen milst. Semlich gelt alles kam uf dasselbe 
zit gen Bern und wart gar friintlich und brüderlich geteilt, io 
Denen von Bern wart ouch vorus von demselben gelt an iren 
costen der grossen büchsen, des bulvers und anders zu stür 
vierzechenhundert güldin, die inen die Eidgnossen verheissen 
und zügeseit hatten, desglich den von Zürich ouch.^) Dem 
burgermeister von Schafliusen wart ouch sin abgenomen schätz- i» 
gelt widerkert. 

Und also nach semlichen sachen und richtungen allen, 
zugen die von Bern und ander Eidgnossen mit grossen eren 
wider heim und namen urlop von einandern in allen brüder- 
lichen trüwen.*) Und als die von Bern mit iren büchsen und ^ 
dem grossen züge neben der stat Walzhflt den nechsten uf 

15. wurden. — l>^. werent. — 24. desglich denen. — 31. den nechaten weg. 

M Unten Kap. 69—78. — «) 24. Juni 1469. - ') <^ Zu ewijren ziten * i^t 
eine Zutat Schillings. — *j Die Zürcher Rechnung betrug 546 Gld. (abgedr. 
bei T.schndi II, 6U5 ; vgl. A])sch. II, H92), diejenige Berns 1170 (r Id. (abgedr. 
im Berner Taschenbuche 1^91, S. 99 it'.). Bern meldet am 15. Juli 1409 an 
Zürich, diiss es « an den kosten, so vor über die Eidgnossen gangen und 
geot'net ist, nütz schenken wil ». Rats- M. 4, 197. Im alt^n Zinsbuche tindet 
sich der Eintrag : so ist dann der stat von dem gelt Walzhüt worden 9<)0 
giildin, und was fiir das bulfer gelien, das ist ouch mit schiessen wider 
ntgangen. — "') Der Tag des Abzugs (Samstag vor St. V^erenentng, 27. Aus?.) 
wurdt' in Waldshut von nun an gefeiert. Vgl. F. Fiala im Anz^»iger für 
Schweiz, (»esch., 1H81, S. 427. Am 1. Sept. war der Rat in Bern wieder voll- 
zählig. 



44 



I4ßS 



dem giabun atjzugen, da ruft ein alt wip ftbeilut mit lii-ller 
Btim : « du unseliger grimmer ber ! wie hastu uns so gar übe! 
kratzet und zerrissen ! ich bitten got, das sich das ertricli 
uftäge und dich verslinde und dich niemeimer weder gUiuk 

■■ noch heil angange.» Das wart andere nit verantwurt dann mit 
lachen. Man hat ouch in disen zwein zfigen gar niengerlei 
nud vil getan, das um kiirzerung underwegen gelassen wirt. 
Die von Bern und ander Eidgnoseen haben ouch gar erlichen 
kriegt, dann in disen beiden zügen haben si weder liiim, reben, 

> körn, noch anders desglieh gewftst '). als dann der herschaft 
Uite den von Mfilhusen getan und an inen erzfiugt hand.-j 



an, ob 
L ^atAtt 

I zinsbui 



3(>. Wann öiiser lieben t'roweii cagiiiel und ouch das 
beiiilnis eeliuweii wart. 

Do man zait tusent vierhundert sechzig und acht iar nach 
'■ der gebüi't finsers lieben herren Jhesu Cristi wart i'inser lieben 
frowen cappelle von nüweni ufgebuwen und gemacht, und vrait 
die alt eappel und schlil^) dannen gebrochen, und das gebein 
von den tuten in dem beinhus darunder ouch gar urdenlich 
geleit und wart von biderben Kiten vil gelte au die cappellen 
1 ufgenomen. Doch hat die stat von Bern des gar merglichen 
costen und beturet si des ganz nit, des si die himelkfmgin 
magt Maria wol ergetzen mag. Und warent buwmeister der- 
selbe» eappel Jacob f'los und Tilman ein scherer, burger ziJ 
Bern, die ouch darziL grossen ernst und His hatten.*) 

5. iiD({aiiK. — 7. kiirKtTimg dur diii|;. — 10. ilh-figlich vecwiist, — 11. 
denen vou. - 12. Vgl. Seh. I Kap. 87, Tuch. Kap. HS. — oucli fehlt. 
— 14. Ilo Ulan wilt von der geburl linuers bt?rn Jhesu L'risti. — 17. 
und diis toteiibein. — 19. geltes divron ufgenomen. — 20. von Bern 
fthlt. — 22. Moria nach minem bugern. — 23. ineister Tilman — 
zwen burger von Bern. — "24, und flis fehlt. — In Scli. I folgen 
noch ärei Kapitel (des ^oldana ditttl, Aber ei» diltel des soldnut, Em 
aligesehrift de» hrirft, den der soldan dem keiier tanfl, viil ilenea dag 
Werk abscidiestt. 

*) Diesem Gedanken hubun ijchilling in der ersten Redaktion ä. 5.35 
nnd bienach TschochtLan S. 260 auRftthrbchere Worte geliehen. — *) VkI. 
lara Wald«huterkriege iaa Lied von TSni Sbeinhnser bei Lilieni-ron I. ^5 
—557. — ') Hier winJ tarn ersten Male ninei Schulhauses in Bern gedacht. 
Vgl. Ä. Fluri. die herniaehe Stadtschule, im Bemer l'uechpnbucb 18S:t/4, Ü. HH. 
— *) Die Kapelle V. L. Frauen auf dem Gebein stand anf dem Kirclihofe 
gegen Osten. Am 9. April 1469 fräßet der Bat beim Biaetaof von Lau^anut- 
I, ob er die Einweihung der Kapelle dureb cten SiiHrncan von Konstanz 
^atAtte. I>at. Miss. A. 74. Der Bnu derselben wird ebenfalls im alten 
AJnsbuche erwähnt, doch nlmc Anpibe der Kosten; v(,'l, .\reh. des bist. Veri-ina 



37. Das t\io stät l'iider^^ewen ^anz mit eliuudeiii 
verbraii. 

Daniafli in tiem iindern iare an einem t'ritag nach dem 
ineitag ') am morgen frü umb die zwei nat^li mitternacht, ging 
füre uf zu Undersewen und verbrant leider diu stat ze gründe 
was in der ringinuren stilnd, des die armen li'itc zu grossem 
verderplichem schaden kameat. Aber die von Bern, ir herren, 
tatent inen gros stftre, das si wider mocliten gebuwen: si 
machtent inen ouch ein niiw kouflius, das gar vil costet und 
ander gros hilf, die si inen tatent,') i 



38, Wann das bellig sncranieiit iis dem nirinster zu Bern 
rerstoleit wart. 

In dem iare do man zalt von der gebttrt fmsers lieben 
herren Jhesu Cristi tusent vierhundert sechzig und fi'tnf iare'), 
wart leider das heilig wirdig sacrament mit sanipt einer kost- i 
liehen silbrin monstranzen ns dem mönster verstolen und 
hinweg getragen, und heschach das in einer nacht. Und do 
man niorndes in die kilchen kam und den grossen mergliehen 
Verlust sach, da ersclirack menglich von ganzem hei'zen, als 
nit unbillich was. Und wurden etlich personen geistlieh und : 
weltlieh darnmb gevangen und in mengen weg ersöcht, und 
luocht man doch uf keinen rechten grund komen. Die von 
Bern schribent oucli in Tßtsch- und Welschland und schickten 
mengen botten us, des si grossen costen hatten, und kond 
man das niendert erfragen, bis lang darnach befant man, das 3 

1. Vgl. Tach. Kap •TT. — (i. iu iler ringiiixir was. — T. Alier fthlL - 
3. gros hilf und stiir, Uiuiiil si. — 11. Vgl. 'J'seh, Kap. 68. — wtcra- 
meril leider. — 12 verstolen unJ dieplichen genomcn wart. ~ liJ. 
Do mfin talt von der gebilrl. ünaers hern. — 15. sampt fehlt. — 18. 
(grossen fehlt. — 24. gar grossen, — 25. darnach vemum uiftn. 

lies Kta. Bern IX. 205. - Closs und Tillmaun waren niith dem BaU-M. 
vom U. Dez. 1487 Kirchnieiei' an der St. Vint-enzenkirche. — '( 5. Mai U70. 
TBchnchtkn S. 261 gibt ein nninSgliches Datum. — 'I Die Vertagungen des 
' fiat«)i ülter den Wjederaufbaa von UnterKecn sind ubgedruckt im Anzeiger 
ßr «(;hwe!;i. Altert.tiniBkunde \m^. S 401-S Eind lS9.*i, S 42ti. Di.> Kosfcn 
beliefen sieh auf «200 Pfd. Aivbiv ,]-■. bi.f. Vfviu- -li-s Kis, HrTii IX, 20«. 
— «j Dei'Dieb,^tahl wurde MTiil.t ,,i,i |i..iin.T-iiiH v,n- .\l.iii.i M,ii:.hi.l..iienta({ 
(19. .Tniil UM; es wurden -iiMiihl .1.,- ■ li.Jli- .vi.di- ;:;iri.,iii,-»t. -mch da» 
heilig filey, tnitniimnt zwei silbi'iiii iiioii-tr,ni^''ii iiin! :iri|iTii "iUicrin ledlinen 
und cleinoten.. Jährlich aoll deswegen iiui 11t. Juli ■'in liebet *t;ilttinden. 
Rote« Buch No. 305. Staatsarehiv. 



4G 



140-1 



es (lurtli eintii prit'titt-T, <ltr dann gtjsturben, verstoleii was. 
Dtrselb hat das un dem totbette veriet-heii; das wart den 
raten von Bern in geheimd durch etlich froni priester geaeit 
und bcschach dus daruinb, das ander from liite, die man damit 
t verlümdct und beschuldiget liat. iis dem grossen ai-gwon ko- 
meut'), das gai' wol getan und nach mineni erkennen geiii 
got dem ahneohtigen nit fifintlicli was. 

39. Das etlicli oriliinngeu niiil »satzuiigi'ii von de» vorge- 
naiitcii Verlustes des heiliueii sncrariieuts weeeii se- 
I macht wurdeiit. 



Und nachdem dann die von Bern befrachten wurden, wie 
es inen mit semlichem hartem verhist so Clbel ergangen was 
und iedcrnian darunih betrdbt wart, do machtent si dem al- 
meehtigen got zti sunderm lobe und eren, uinb das er sinen 
s Zorn gegen inen ablassen und barmherzikeit erzeugen wolt, 
etlich BatKungeu und Ordnungen.*) Am ersten von der bösen 
swdren, oncli von des spils. der kurzern cleidern und sunder- 
lich von der langen swenzen an den frowencleidern, oucli 
von der langen spitzen wegen an den schiiclien. in sem- 
I licher meinunge, das man siMiche Satzungen und Ordnungen 
md bi der büs darfiber gtsetzet halten solt, das ouch 
ichacli. Und wurdent die Ordnungen am nechsten oster- 

ä- etlicli fehU, — 5, verliimdet iidiI in urgwnu hat. tu frideu kernen, 
dae Kii''' "ol «uliin imd ^ein got dem iilinei.'hti)[en nit HiiaJe wn». — 
y. gropaen Verlusten dns heiligen und wirdigeii satrameiits. — \2. alo 
libel. — 17, kurzen — suaderliih der laugen Bwunnen hnlli. — 21, 
daniber gern nebt. 

I Mnii liatti? '.'hi-nfullH Meiat«r Jobannea Bali im Verdacht. Vgl. 
■I.T, ,\I,-Jst,.i' .(..biinnCB Üäli, im Neujahrablatt 'Im Litterarisehen Ge- 
ili l'.cKj 1-^'.'^', S. 25. — ') Diese Orduangen, «die also nnablfiaGlicb 
-iili'jid'. datieren vom 1. August 1464. Sie'heiHsen; Als 
Oiis fc;ii niTiii-iu vrHiirrii wa.rt (Anordnung einps Gebeles). — Von den jina- 
baln WL'gen iin dL'n »chühen. — Von den kurzen cleidern d.-r mannen 
iMRnoer tragen hie und da »o turee Kleider, • das man ioen darunder 
ctwenne vor und hinder ir schäm wol secben mochte »). — Von der frowen 
cleidern wegen mit den langen sweuien. — Von denen die ofl'enlich zii der 
unee »itzent. — Von der oftenen meineid wi-geii. — Von des spilens wegen 
(verli[>teu sind Würfel- und Karten i^piel. ■ iipigeiKiriien r^dliob brebnil und 
HchnchzLibel mag mau mit ziiiiliL'ln'i- liL-ttibeideiibeit wul tiin"|. — Von der 
ptüHoii ilimen w^.-en. liotts HucH N<>. :iti3-Sll. .Sdwtsarchiv. - Am 2. .luni 



tl. Tii' 



it'b I 



II Rat 



Mßlt «,r«o . 

(Kfll*-M. 4. 147). 

mit Aunnabme des Brettspiels. KW. 5, 171. 




1470 47 

inentag darnach mit andern Satzungen gesworn und etwas zites 
gehalten, das aber dennocht nit lang bestund und von meng- 
lichem in der stat und allenthalben uf dem lande gebrochen 
wart und sunderlich von den edlen frowen und mannen; die 
meinten, man hette inen weder von der swenzen noch von 5 
der langen spitzen wegen nit zu verbieten, dami si also har- 
komen weren, das man inen billich vor anderm gemeinem 
volk einen vorteil ttln und gönnen solt ; desglich wurdent die 
andern Ordnungen von dem gemeinen volk, mannen und frowen 
ouch gebrochen und nit gehalten, und mocht man nieman me 10 
gemeistern noch darvon bringen. 

Dis gestund bis in dem iare, do man von der gebürt Cristi 
zalt tusent vierhundert und sibenzig iare. Da wart an einem 
ostermentag von den zweihunderten mit der nieren band zu 
einem schulthessen erweit ^ Peter Kistler von dem erbern 15 
hantwerk der metzgern; der was vorhin lange zit ein venner 
zu Bern gesin. Und als dann gewonlich ist, das man am 
ostermentag die Ordnungen und Satzungen von der zünften 
und ander sachen wegen swert, da schrüwen etlich under den 
zweihunderten, man solt die Ordnungen und Satzungen von 20 
der spitzen und swenzen wegen ouch wider harfür tragen und 
die mit andern Satzungen, als vorhin beschechen were sweren 
und halten und wart das geschrei von denselben als gros, das 
man dieselben Satzungen und Ordnungen harfiir trüg und ver- 
hört ; die wisentent in einem artickel, das man die « unab- s:. 
lesslichen » halten solt und vorhin ouch gesworen hat. Und 
wiewol das mengem biderman leid, so was doch das wort 
« unablessig » durch den schriber der das gemacht und villicht 
nit als wit bedacht hat, war es in künftigem langen wurde, 
darin gesatzt, uf das ouch der merteil von bürgern viel, und ao 
wolten ie gehebt han, das semlich Ordnungen mit andern 
Satzungen wider emuwert, gesworen und gehalten wurden bi 
den penen und büssen daruf gesatzt, das ouch an demselben 
ostermentag beschach.-) Deshalb gar merklich irrungen und 

5. vermeinttiii. — 12. Titel: Das die Satzungen und ordnunj^en aber 
wider ernüwert und gesworen wurden. Vgl. Tsch. Kap. 69. — bis das 
man von jj^ottes gebiirt zalt. — 17. Und als man gewonlich am. — 
1<^. von den. — 'Al. biderben man. — -^2. und ouch gehalten. 

M Ueber die Wahl vom 23. April 1470 .s. Quellen zur Schweizer- 
geschichte I, S. 70—80. ~ *) Wir stellen hier die auf das Kleidermandat 
sich beziehenden Verfügungen des Rates zusammen. Der Ostermontags- 
besehluss von 1470 lautet: Ist es geraten von den snabeln, swenzen und 



48 



1470 



uiirüwen zwdschtiii dem atiel und dem andern gemeinen volk 
erwachsen, als hai'nach stat. Danimlt mau sich nd kdnftenc- 
lichen gar wol bedenken und betrachten sol, wann man seni- 
licU oder derglich Satzungen oder Ordnungen machen welle, 

i das man darin gowalt vorbehält: nachdem dann ein stat Bern 
von mengen Ri'imschen kCingen nnd keisern so hoch und loh- 
lich begnadet und getViet ist, das si in allen iren sachen 
Satzungen und Ordnungen machen und die als dick inen eben 
ist abtfln, endren, mindren, ineren oder ander machen niCigent. 

11 Und wer das in disem euch besohechen und das einig wort 
< unablessig > nit darinne gestanden, so wer man bi guten 
rüwen bliben: darurab sol im nieman sin eigen gewalt nemen 
und sich des berouben, dann anders nit denn grosser rüwen 
und etwan zweiung darvon kompt, davon uns got nach niinem 

u begeren ewiclichen behftten welle. 

1. adel und anderm gemeinen. — 2. kiinftielichen. — ü. Inhüch Iwgitljet 
lind, — 12. sin i'ignen gewall nemen uodi sich. 



hiie iviitrea wegän. diu« mim hinfur dehein snäibel an den echüchen marheii 
noth haben äol inhalt der i<aUung, tlocb so >ind die atifel harin vorbehalten, 
da axau man sn/ibel an fSren als bishar. Item ist barin beredt, da» min 
hem der kleidem und awenzen halb einen 'inderseheid und liitrung geben 
a&llen und mSgen, da« iedennan darin nouh änem stat bedacht werd. tind 
Hellen die enäbel nach 14 tagen nit gemacht werden, snnder der Bcliüchen 
hiillj Ijt-titiiJi, wie vor davon gerett ist imd die Mitxung daramb geben wiset. 
Kats-M. 0. 44). — Item von der sneblen und Ewenzen wegen aol man oueh 
vertif^en als Jas in der alten sataung »tat nnd sol man das uf ni'i Sonnen- 
tag (29. April) am kanzel offenlichcn lesen, als da« angesechen ist Ebd. 
S. 47. ~ 1. Mm": Schreiben an di« Ämtleute von Stadt und Land wegen 
des Eleidermandati und der Schwflre. Teuttcta Miss. A, 732—4. — 17. Uli: 

Aber ürt uf hilt cinhelliclich geratten von der awenzen wegen an den 

frowencleidem, chu üirwerthin kein frow die lenger tragen aoT dann ein 
gemiind nf dem herd. als dlts vorhin angesechen ist; doch hat man den 
edeln frowen die billicheit und vorteil geben, ilaa ni sich mit gold, silher 
oder edeim geetein an iren bnlstan Ctder uf dem houpt zieren miigent, wie 
si weitend und onch tragen nach irem zcvallen nnd man sol ouch lürer 
defaein siecht frow lassen vcch tragen, als die edebi vech und hermelinen 
und marder. Hata-M. (i, S. 76. — Schrib gen Zoßngen, Arow, Lenzburg nnd 
Bruek von der swenzeu wegen ze halten als das angesechen ist Ebd. S. Tili. 
— h. Juni ; Gedenk an min herren ze bringen von ues kurxen rocks wegen. 
Ebd. S. 99. — 11. .\ugaBt: Schickt man nach Basel die Ordnung von der 
^nebeln nnd swenzen. £bd. S. 166. — 2S. August: Ermahnung an alle Amt- 
li-u(e. diLss die Ordnung betr. die Schwänze und Sclin&bel gehalten werde. 
Ebd. S- IPO nnd Teutach Miss. A. 768, - 9. Nov.: Schreiben an Schalt- 
betssen und Rat von Tun. • dos si bi iren eiden die kurzen cleider und 
vneb«! fiJrnemend und in keinen wog scbenkent, dann teten si das nit, 
min hern wolteiil iind.'r^ darzii fün. ' H«ls-M. H. S. 279. 



1470 49 

40. Das mau semlich Ordnungen und Satzungen offenlich 
an dem canzel in dem mdnster vor einem gemeinen 
Yolk lesen lies und man den edlen frowen einen vor- 
teil erbot. 

Als nü dis Ordnungen und Satzungen wider ernüwert und ^ 
gesworn wurden, da hat man lüt darzü geordnet, die daruf 
lögen solten, und sunderlich der gerichtschriber, grosweibel 
und die andern gemeinen weibel alle, die semlichs an die hei- 
ligen swären und ouch das mit recht vertigen mosten ; doch 
wart den edlen frowen darinne ein billicheit und vorteil vor- lo 
behalten, das si sich mit berlin, siden, edlem gesteine, gold 
und vech mit anderm nach irem gevallen uszeichen, und aber 
bi dem mess der spitzen und swenzen, nämlich die swenz ein 
gemönd uf dem herde und die spitz an den schüchen eins vor- 
dem glichs lang an den vingern und nit lenger, nach inhalt ia 
der Satzung, und als ander bliben und tragen soltent ; *) und 
wart ouch semlichs an ofnem canzel vor allermenglichem ge- 
lesen und andern gemeinen frowen solicher vorteil, als davor 
gesündret und usgescheiden ist, verbotten. 



41. Das die edlen zu Bern von mannen nnd frowen au 20 
disen dingen^ dem vorteil, kein benugen haben und 
das nit halten wolten. 

Do nü semlicher vorteil am canzel gelesen und den edlen 
frowen vorbehalten wart in werten als vorstat, da hattent der 
adel von mannen und frowen kein benögen an und meintent, 25 
si weren dabi und mit nit gewesen und betten ouch das nit 
gelobt noch gesworen, und satztent sich etwas darwider 
und meintent nit, das man inen semlichs verbieten, noch kein 
satzunge noch Ordnung über si machen möcht, sunderlich solt 
man inen vor andern einen vorteil lassen, als dann das in 30 
aller weit recht, dem adel zugeeignet und von altem her geben 
were und meintent, ir wiber und tfichtern köndent sich anders 

5. Do nü. — 9. und da« ouch rechtvertigen mÜBten. — 11. gestein, 
gold, vech und anderm. — 19. und usgescheiden fehlt, — 24. ob.'itat. 
— 29. sunder. — 31. recht und ouch dem adel zugeeignet were. — 32. 
konden sich mit keinen andern dingen uszeichen nocn bekantlich. 

*) Siehe die Verordnung vom 17. Mai auf S. 48, Anm. 



50 



1470 



nietaiei't iiszeichuen noch sich bekantlich machen, dann mit 
den langen awenzen an iien cleidern ; den andern voi-teil 
mit goid und andern dingen, den man inen Itett geben, der 
wurde von gemeinen frowen gebrueht. Und wart gar grosser 

1 nierglicher nnwillen von inen gesechen, so verr, das ein ge- 
mein geschrei allenthalben iu Eidgnossen. ouch zu Basel und 
an andern enden in stat und uf dem lande gebrueht und 
offentichen gerett wart: es weren gros uneinliellikeiten und 
partliien zwiisthent dem adel und der gemeinde, das von gottes 

1 gnaden dennocbt nit was; und wurdent vil wunderlicher und 
selzner Worten gebrueht von einem und dem andern, die ich 
umb der kürze und sunderlich umb fridens und rÜwe willen 
unterwegen und bliben lass. 



42. Das der hisehof von Basel, der mareerraf vom Röteln 
k and auiler von der itnch wegen t^eu Bern kuiiieiit iinil 
iu trüweu nrbeltent. 



Uf semliche woit, so dann allenthalben geiett und gebrueht 
wurdent, das in der stat Bern ein niisshelle und zweiunge sin 
solt, kament gen Bern die hochwirdigen und hochgebornen 
fürsten und Herren, herr Johans von gottes gnaden biscliof 
zli Basel, der was einer von Venningen, und herr RÜdolf 
marggraf von Hochberg, graf zÜ Welschem Nüwenburg, herr 
zu Röteln und Susenburg, gubemator zil Lützelburg etc., der 
ein ewig burgrecht mit der stat von Bern hat, darzÖ der er- 
bern stetten botten von Basel, Priburg. Solotern, Biel und 
ander als getriiw heixen und frdnde, denen dann semlich ir- 
rungen und zweitrecht in ganzen trüwen leid warent und be- 
gerten an die von Bern rate und zweihundert, inen der sachen 
zil vertniwen imd ander göt mittel darinne zfi sticheu, damit 
man bi friden und einhellikeit mncht bliben , mit gar vil 
fiiintlicher Worten und erbietena, das menglich wol erkant, 
das inen die ding vast zft herzen gingent. Also wart inen von 

4. ouch geljruclit. L'riil wart ein grosser mergliclier unwiil. — 6. in 
EidcfnoBsen und an aiideiii enden gelimcht. — 8. weren uneinüeit«n 
unii gros parttien. — 9. gemeinde von Bern. — 10. deanoebl fehlt. — 
13, ruwen willen nnderwegen lasa. — 14. min herr von Baaol. — 18. 
und äch in. — 17. Darumo da nü semlieh wort allenthalbea. — 19. 
da kamen — hochgeborn. — 24. denen von Bern. — 25. Basel, Sol., 
Frib. — 30. und eiuikeite. — mit gar fnintlichen wurlen und erbieten», 
das dennoclit mcnirlieb. 




1470 



51 



raten und bui'gerii vaat gedanket und wuiden inen die ge- 
machten Satzungen und Ordnungen vorgelesen und zÖ er- 
kennen geben, warumb die gemacht uüd aiigesechen waren 
und das man davun erenhalb, nachdem die dann werent ge- 
sworen, nit wol k5iide noch inBcht stan, und wurden also 
dazemal gAtlichen von Bern gewiset , wiewol si nit gern 
dannen schieden und lieber gesechon, das man inen gevolget 
hette. 



43. Das darnach geineiiit>r Eidgiiosseu und ander hotten 

ouch treifenlichen i;en Bern kanient. >« 

Do nil die vorgenanten herren und hotten von Bern fii- 
rent und ineu gar leid was, das si nit geschaffet hattent, da 
wart der unwill vom adel, von mannen und frowen mit irem 
anhange noch grfisser und ie mor in risen, und meinten ie, 
man hette si in semlichem nit also zil zn'ingen, sunder solt >& 
man inen vor andemi gemeinen Volk einen vorteil lassen, 
dann si doch semlieh Satzungen und Ordnungen nie geswom, 
noch willen darzä geben betten ; und was alweg ir meinunge 
von der langen swenzen wegen an den cteidern, damit mficb- 
tent sich ir wiber und ti'tcbteni bas dann mit andern dingen äo 
usgezeicbnen, und wurdent gar inongerlui selzner werten zö 
Bern in der stat und allenthalben im lande gebruobt und ge- 
rett, es werent irrung und zweiung under inen, und das wart 
ouch uf allen tagen in den Eidgnossen und anderswo unver- 
holen gerett. Umb das kament ouch gemeiner Eidgnossen ss 
von stetten und lendern und darzü ander erber hotten gen 
Bern ') und begerten oudi an rSt und zweihundert, inen gön- 
nen in dis ding zil reden und etlich mittel zli sächen, damit 
man zä t'riden und rüwen kenie, mit gar fru'ntlichen werten 
und vil erbietens. Also wart inen gar vast gedanket und w 
luter zu erkennen geben, waiumb man dis ding angesechen 

4. nnchdem niaii die gesworeii hette, — 6, ei tingem. — 7, und lieber 
6« hette fehlt. — 10. ouch gar. — 17 ei dennocht aemliuh natzungen 
Doch Ordnungen nit xcaworen hetten uocli willen diirzü geben. — 21. 
uazeii'hnen. — 23. inen, das wart ouch in den Kidgn. und anderswo. 
— 26. Kidgnossen hotten. — 28. etwas mitteL — 80. ouch vast. — 
31. warum W. 

') Vgl. über diese eidg. Inler?ention und diejenige Freiburgs die 
Jüitteilungen Tflring Frickera in Quellen 1, !34— 52. Sie mnss mich Ü. 136 
im Herbst statigefandeu ha'jen. 



52 



1470 



hette und wurden iaea ouch die gemachten Ordnungen und 
Batzungen, als oucli den vorbestinipten heiren vorgelesen und 
dabi gesagt, das man von eren wegen nit wol davon lau 
noch die endern m&cht. Vi' das aehiedent der Eidgnossen und 
ander botten oncli von Bern und warent nit wol content. 



14. Das iler adel vou mnniieii niiil rroweii mit freni aii- 
hans <lie ob^eiianteii Satzungen mit eitiaiiileru brAchen 
Dud nit hiilteii wolteiit. 



Dis gestJlnd also durch das iar an bis umb winechten, 

w und wurdent dazwüsohent etwie meniger von dem gemeiuen 
Volk, die dann semtich Satzungen brachent, mit recht gever- 
tiget, die ouch darumb leisten niüstent. Also ut' sant Cathe- 
rinentag') der heiligen jungfroweu und martreriu vor winechten, 
der da was au einem Sonnentag, da kanient etlich von dem 

13 adel mit irem anhang, als man dann das fronampt und die 
mess hat angevaiigen, offenlichen in die kilcben gan mit iren 
langen spitzen an den scbücben , desglieh dei-selben edlen 
wibor, tÄchtern und jungfrowen aber mit iren langen swenzen 
an den cleidem und ouch langen spitzen an den schticlien, 

90 das alles über das mess und wider die gemachten Satzungen 
und Ordnungen was, daran menglicli ein verwundern nam, 
und verebt menig hiderman, das dai-us grösser unrüwe und 
anders, das z& misshell diente, entspringen wurde : doeh wart 
es von gottes guaden zem besten undertragen. Und glich an 

;:, demselben Sonnentag wart inen allen vom adel, frowen und 
mannen, von schulthessen und raten verkünt, das si morndes 
am mentag für das usser gericht gan und do nach Inhalt der 
Satzungen erwarten und liden soltent, was recht were. Danif 
was ir alter begercn, das man an inen nit also ileu, sunder 

gg inen morndes am mentag gemein burger mit der glocken be- 
rfifen, vor denen si dann ir sacben und anligen erzelen und 
dann aber was recht were liden und tun weiten ; das inen 
ouch zugesagt wart. Und kament mit einandern für gemein 

3. ouch dabi. — 4, luGcht und schiei3en damit ouch von Bern, — 9. 
gaiiB iar. — 10. menitia'. — 12. Und iiliio an. — 13. vor winechten 
fehlt. — 18. aber fehlt. — 21. ein Unwillen nam. - 23. misshfiUe 
dienen. — 26. tag verkiint. -- 28. Satzung. 

') 25. Nov. HT(t. 



1470 



53 



Ijurger und retten, was si geta« hetteiit, diis wer lüemaii zil 
leide bescliechen, eunder von inen also angevangen und under- 
standen, das si meinten recht darzü haben, dann si dach sein- 
lich Satzungen nit gesworn, noch willen darzti geben; so bette 
man inen ouch einen vorteil vor andern verheiBsen und zu- 
gesagt, der inen ouch nit worden were, das si kfinden oder 
moiihten benügen daran han ; und ob man si darumb mit recht 
vertigen und ersuchen und si des nit äberhebt m&chten wer- 
den, so begertent si, das man inen ein olfen gemein gerioht 
mit fromen. erbern und unparthien lüten machen und besetzen, i 
so woltent si sich daran nach dem besten verantwurten, 
des si getrüwten glimpf und ere zu erlangen, das inen ouch 
von raten und zweibunderten zUgeseit. Und wart ein gros 
stark gericht gemacht in der grossen rat«tuben zö Bem, da- 
hin gar vil lüten kament von mannen und von frouwen, das i 
die gros stuben allenthalben vol lüten was, das sich nieman 
wol gertiren mocht. 



ib. Das Drkaud, dantnib Niciaiis vou Erlacli, der uiielicli, 
Htii rrsteii frir»^eiionieii und mit recht nach wisiiiig:e 
der Satzung gevertiget wart. 

Ich Peter Kistler, schulthes ze Bern und richter in dirre 
naebgeschvibneü sach , vergich offenlich und künden aller- 
nienglich mit disem brief, das ich uf dornstag vor sant Än- 
dreastag des heiligen zwfilfbotten ')t als "inu ^'on ^^^ gebürt 
Cristi zalt tusent vierhundert und sibenzig iare, von heissena * 
und bevelhens wegen miner gnedigen lieben herren der ntten 
und bürgern, die man nempt die zweihundert, in der grossen 
rUtstuben ze Bern oftenüchen ze gericht gesessen bin, kam 

a. oder ersuchen. — II. ilaryan. — 13. otoh feliH. — 17. gerören noch 
Kcweiiden. — Hier (olgl in Z. und B. der Titel: Da» gemeiner ndel, 
b'Owen und man, mit irem anhang mit recht fiirgenomen wurden von 
der Torgenunten Satzungen wegen. Der Text hteiu fehlt i der Titel 
dient nur als Ueberadtrift über da» dir (ItriehtBtiene danteilende Bild. 
— 18. Urkunde als. — IB. und noch lut der Satzungen. — 21. ffir 
geben oben im Text die Urkunden nach dem ^^ortlat^te der im 
TtuUch Spruchbuehe F, S. S93, 3S0 u. 303 »tehenäen Kopien ; in die 
Varianten nahmen inr die wichtigsten Abteeiehuniicn der beide» Sehil- 
hna- Handschriften 7, (Zärieh) und B (Btm) auf. — 23. allermeng- 
liehem Z.. allermenglich B. — an domstiig Z, B. — 25. Crirti ituseis 
lieben herren Z. — 26. gnedig hern raten B. 

'J 29, Nov. 1470. 



1470 



für mich, das gemein gen'clit und urteilspreclier hienach ge- 
nempt der fümem RftdoIT von Küchen'), gerichtschriber, und 
clagt an stat und in namen der genanten miner gnedigen 
herren von Bern uf den fromen Niclausen von Erlach und lies 

i sin clag mit fürspreclien also erofnen: Nachdem dann dieselben 
min gnedig herren gemeinlidi und einhelliclich vorab dem al- 
mechtigen got zii eren und lob, ouch durch nutzes und fromen 
und sunders umb des grossen und harten Verlustes willen des 
heiligen wirdigen sacraments, das dann leider uf dieselben 

) zite dieplich verstoln ward, als ouch si das ze t&nde nach us- 
wisung der keiserlichen friheiten wol gewait, ein Ordnung 
und Satzung in der stat Bern gemacht und semlicli oi-dnungen 
an die heiligen unablesslichen ze halten gesworen, ouch vor 
gemeinein volk in der kilchea verlesen lassen, und das allen 

y iren undertanen in allen iren landen und gebieten verkünt. 
das nieman fiirwerthin debeinen spitz an sinen schtichen lenger 
dann ungevarlieh das vorder gleich eins vingers tragen solt ; 
über das alles, so hette der genant Niclaus von Erlach sem- 
lich Satzung frevenlich und mit eignem willen gebrochen und 

) s&lich spitz an sinen schlichen, lenger dann das iness, getra- 
gen, getriiwte er solte daiiimb lideu das, so min herren dar- 
über gesetzt und gem-dnot hettent, und bevalch das dem 
rechten, Darzil Niclaus von Erlach durch sinen gebnen fdr- 
sprechen antwurt : er were ouch von fromen biderben Idten 

1 und sunderlich von dem stammen von Erlach harkomen. und 
hette ouch demnach von iugent uf klingen, fursten, graven, 
frien, rittern und knechten gedieuet und sich mit denen al- 
wegen gehalten ; were ouch daruf bar gen Bern komen und 
sich mit der e den eren nach beraten, und lietten ouch in 

] min herren zÖ irem amptmau gen Burgdorf geordnet, das er 
von inen nach siner erkantniisse zK gutem dank und sundren 

1. lind das B. — 2. geriehtachriber. und clagt an staf und in nanien 
(1er genanten miner gnedigen herren von B. uf deu fromen N. von E. 
den unelichen und lies aio ela*e mit fürapreoheo also erofnen Z. — 
gerichtGchriber in nnmen una an stat der genanten miner ni^dig 
netn \oti Bern und clagt durch sinen fürsprechen zii deiu iromen 
N. V. E, dem lineliehen B. — 10. oueh fthlt Z, B. — 12. ordnnng B. 
— 13. an die heiligen fehlt Z, B — unablessig Z, B. — haltende Z. - 
IT. ungeTarlich fehlt Z. B. — 20. meBs were Z. B. — 22. gemt«t B. — 
und geordnet fthU Z, ß. — 2.3. gebnen fehlt B. — 'iH. iuget B. — 28. 
alwegen erlich B. — zfi sinom urisprung komen B. — Iffl. und hette 



1 1469-14Ö1 Geni_-htsthreibei 



1470 



55 



eren hette, und also aemlicli spitz mit. ritteni und andern 
edeln, froraen liiten ze Bern in bescheidenheit angevangen ze 
tragen, und das minen gnedigen lierren noch nieman anderm 
ze keiner widerwertikeit noch unwilien gotaii, dann er sich s 
Glich mit. denselben rittern und edeln halten, und sich, 30 verr 
si des begerten, von inen nit scheiden wolt. Er ^ctriiwte aber 
got und allem geistlichem und weltlichem reehten, daran nit 
unrecht getan, noch also mit mütwillen, als er angezogen 
wurde, gefrefelt haben, von ursach wegen, das alle miner 
herren von Bern Ordnungen und Satzungen, so si dann ma- w 
chent, US den keiserlichen friheiten fliessend und entspringent, 
von denselben friheiten ouch ein stat von Bein hoch gefriget 
und loblich begäbet ist, da er hoff, das man demnach kein 
Ordnung noch Satzung über in ze machende noch also zo 
zwingen habe ; dann ouch in derselben keiserlichen friheit is 
und giildinen bull luter stände, wa min herren ze nutz und 
fromen ir stat Ordnungen oder Satzungen macheu wellent, das 
semlichs alweg mit gemeinem, einhellem und gutem rät solle 
zUgan, s&lichs aber hie nit beschechen. Dann uf die zit, da 
sMich Ordnungen gemacht, da siend die drig nüw und alt «» 
schultheissen, nämlich Thiiring von Ringgoltingen ') dazemal 
erweiter, herr Heinrich von Bübenberg -) und herr Niclaus 
von Schamachtal, darzü oucb drig der vennern, I^idwig Hetzel 
von Lindnach'), Peter Brügler*) und Niclaus von Wattenwil 
sellig*), ouch etlich drig oder vier der raten nit under ougen as 
gewesen, noch das verwilliget ; desglich er es ouch nit ge- 
sworen habe, und sie ouch uf dieselben zite angendea wider 
abgetan und in me dann in fiSnf iaren nie gehalten und 

3. gnedif^n fehlt B. — 6. nit sdndern noch wheiden Z, B. •- B. alg er 
iiber B. — 10. von Bern fehlt B. — rtie si Z. B. — 12. friheiten fehlt 
Z, ß. — 13. begäbet were Z, B. ~ hof demnach, das man B. — 14. 
niHchen Z. — noch damit B. — 15. Kwingende Z. — 16, gilldin B. — 
Stande Z. fehlt B. — wo Z, B. — 19. sShchs fehlt Z. B. — 23. Schar- 
nachtai, ritt#re Z, B. — drig venner, nämlich B. — 35. etlich fehlt 
'£. B. — 27. sie ouch dasteuiarz, B. — 28. und in lünf iaren nit Z; und 
fünf oder sechs iare nit B. 

') Ueber Tflriug von Ringoltingen vgl. Ö. Tobler in der Sammlang 
bern. Biogr, II. 1«6~182. Kr war Hfitglied der Znnft tarn DisteUwang. — 
*) üeber Heinrich von Bubenberg vgl. H. Schneider im Archiv des hist. 
Vereins Bern XIII. B88-405. H. v. B. war Mitglied der Zunft zum Distel- 
Ewang. — ') Ludwig Hetzel war Venner von Schmiden 1458, 1464. 14ti6 und 
1467, nachher Mitglied den Kleinen Rates. — *) Peter BrOggler, Vater des 
Ludwiff; er war Venner von 1461-146Ö. — ') Nikiaus von Wattenwil war 
von ICI— 55 und 1460-66 Venner. Gest. 1465. Er ist der erste bedeutende 
Mann seines Nami?n5. 



5fi 



1470 



siderhar ouch gebrochen wonien. Und aU nü solicha wider zii 
osteni angevaiigen und am canzel in der kilchen offenlich ge- 
lesen, da wurde durch den grosweibel von bevelhens wegen 
ininer lierren gerett und vorbehalten, das si semlich Satzungen 

fi und Ordnungen inindren, meren, endren oder abtun muchten, 
und wart ouch das wort < unablesslich » dazemal oudi nit 
gelesen und von minen heiren verbotteu : dann si ineintent 
in senilichen Ordnungen den edeln frowen und mannen einen 
vorteil ze tÜnde und billicbeit ze erscheinen, und ouch über 

in die und ander der stat Satzungen ze sitzen und die ze endren ; 
das were aber nach sinem bedunken noch nit bescbechen, 
dann man noch zwCiechen edelen und unedeln kein underscheid 
mfichto erkennen, wiewol es von got dem aimeehtigen, klingen 
und keiseru vor menig hundert iaren were angesechen und 

lü geordnet, das vorab prieater, litter und edeilüte einen vorteil 
und underscheid sollen haben und ouch in allen dingen fri 
und unverbunden sin, als dann semlichs in den keiserlichen 
fnlieiten und sunders in den geistlichen und weltlichen ge- 
satzten rechten stfinde, und mischt man inen ouch seinlich 

M friheiten wider ir willen nit genemen, weder min herren von 
Bern noch ander, es were dann, das semlichs durch in oder 
ander mit uneren, das noch nit beschechen were, verdienet 
Wurde, so mfist doch s6inliclis nach keiserlichem rechten und 
anders nit ztigan. Und nachdem dann ein stat von Bern nach 

i.i uswisung der güldinen bull von lUimschen küngen und keisern 
gar loblichen begäbet und nach der stat von Köln und Friburg 
im Brisgow in demselben rechten gefiiget, darin dann be- 
griffen were das recht, tio dann priester, ritter und edelliite 
vor andern haben soitend und ouch des billich in aller weite 

w> geniessen und nit engelten selten, so getrüwte ouch er, man 
solt am ersten miner hern hantveste, und ouch ob die darumb 
kein lütrung gebe, und aber daruf gefundiert were der stat 
von K61n und Friburg im Brisgow friheiten, ouch herr Ni- 
elausen von Hcharnachtal, dazemal schultheissen, der den eid 



siderhar dick Z. B. 
. — ouch fehlt Z, a. 
Z, B. — in. dazu klingen Z, 



3, wiegen ofl'enlicb gereit B. — 6. uoaVilesBig 
9. tun Z, B. — 10. BaUuogen und ordniinren 



I. mfisle den noch Bemlichs Z. B. — keiaerlichen Z, B. — 26. nach 
der stetten Z ; nach beider gtetten B — 27, damit dann B. — 29. «ol- 
tend fehlt Z. B — 30^ oui-h/eWt Z, B. — 31. hantveste. ob die da- 



1470 



57 



geben und nieister Tliüring Fncker, ') statschriber, der es 
gelesen, darzii ouch deu grosweibel mit der vorbehält ung. so 
er am canzel in nameu oiinei* Herren getan hette, verliuren ; 
wann dann aenilichs besclieche, liette er dann darüber keinen 
frevel begangun, des er doch uit liofle. wolt er gern ablegen, 
und truVte, man solt im ze erst: »emlich knntsehaft und ouch 
das er ftirbringen wolt. das es vorhin ouch gehrochen und nit 
gehalten wer, gan lassen, und bevalch das dem rechten. Wart 
daruf mit einhelliger urteil erkent. das man am ersten sem- 
lich hantvesti und giildin bull der stat Bern und darnach i 
die Ordnungen und Satzungen verhören und dann aber was 
recht wer beschechen solt. und nach verhftrung desselben 
rett aber der gerichtschriber mit sinem ffireprechen als ouch 
vur: Niclaus von Erlach hette semlich Satzungen und Ord- 
nungen frevenlichen gebrochen und wider miner herren gebott i 
getan, liber das sölichs an die heiligen gesworn, offenlich am 
canzel verlesen und in aller miner herren land und gebiet 
verkunt und were ouch daruf von gemeinem volk gehalten; 
80 stünde es ouch unablesslich und m^cht man es nit wol 
geendren, dann alle die so es Übersechen und nit gehalten, s 
hetten ouch darurab müssen lideii nach uswisung der Satzung. 
Zu dem weren ouch min hern hoch gefriget und von klingen 
und keisern begäbet, das si zu nutz und fromen ir stat, als 
ouch das angesechen were , wol möchten Ordnungen und 
Satzungen machen nach irem wolgevallen ; und trüwte nit, das t 
in semlichs solt schirmen, das er fiirwant, es were mit ge- 
meinem rat nit beschechen, sunder was das mer under minen 
hem rÄten und bürgern wer, das solt und mocht ouch wol 
bliben und bestan und durch den mindeiTi teil nit geendert 
werden ; hofte, er solt darumb lideu. was die Satzung und » 
Ordnung miner hern inhette, und lies das aber an die urteil. 
Daruf Niclaus von Erlach sin nachred als ouch vor tet: Was 
er in semlichem gehandelt, hette er zu wider miner herren 

3. lü verhr.ren 'L B. — 5. doch /eAH Z. B. — 6. aai ersten Z. B. — 
9. einheller Z, B. — erfcant Z, B. — 10. liullen Z ; huUe B. — und 
darzD B. ^ 11. und darnach aber B. — 12. verhören Z. B. — 13. durch 
■inen B. — 17. cansel verbotten Z, B. — 19. unablessig Z. B. — 20. 
eudreii Z, B, — 21. nach lut der B. — 24. oiich dia Z, B. — 25. ge- 
vatlen Z, B. — 20. geendert nwii vernicht Z, B. — 33. miaen B. 

') Ueber Tflring' Fricker siehe G. Tobler, Die Chronisten und Geschicht- 
ecbreiber dea alt^n Bern, in der Festechritt xur VI). Säkularfeier mr 
Gründung der Stadt Bern, S. 23—33 und G. v. Wyss. Gccchichte der Histo- 
riographie in der Schweiz. S. 131 f. 



58 



1470 



. 



von Bern nit getan, noch des er trüwte, so hart als er dar- 
gebotten wurde, gefrevelt, dann er siMicha von sinen vordem 
har, des er hoft wol tfm m&chte und ouch von deswegen, das 
semlieh Ordnungen am ersten mit gemeinem und gutem rat, 
B nach der gOldinen bullen iiihalt nit were zügangen und oucli 
glich daruf, als es gemacht worden, gebrochen und me dann 
in fünf iaren siderhar ouch nit gehalten ist. Und ob er ioch 
in dem gefrefnet hette, des er nit meint, so mfichte in da- 
rumb nienian dann die geistlichen strafen, und hoft als ouch 

10 vor, man aolt am ersten der beider stetten Cöln und Friburg 
im Brisgöw friheiten, daruf ouch ein stat von Bern gefuu- 
diert. darzQ ouch den von Scharnachtal, den statschriber, 
ander geistlich und weltlich personen, ouch den grosweibel 
und schriber. die semlichs am canzel in namen mioer herren 

IS verkiint betten, und ouch das er kuntlieh machen wolt, das 
es vorhin ouch abgelassen, und in fünf iaren nit gehalten 
were, verhören, und im semlich kuntschaft nit abslachen, dann 
man doch in aller weit dem begerenden und notdurftigen 
kuntschaft der warheit nit veraeit, und bevalch das aber dem 

«I rechten. Und also nach clag, antwurt, red und widerred 
ward von gemeinen urteilsprechem einhelliclich nf den eid 
erkent : Nachdem dann min herren rate und bürgere gemein- 
lich semlieh Satzungen und Ordnungen, als si ouch des hoch 
gefriget sind, vorab dem almechtigen got und allem himel- 

r. sehen herr ze lob und ze eren und durch keiner andern sach, 
sunder des harten Verlustes des heiigen sacranients willen 
gemacht, ouch semlich Ordnungen mit andern Satzungen am 
osternientag unabless liehen an die heiligen gesworen, das 
ofifenlichen einem gemeinen volk, frowen und mannen am 

99 canzel verlesen lassen und in alle ir land und gebiet verkünt 
und hoch gebotten band, dem nach ze gande. ouch daruf den 
edeln frowen einen vorteil und billicheit mit gold , berli, 
ßiden und andern kfistlichen cleinftden und gezierden geben, 
onch alle die so das gebrochen, nach sag der Satzung gestraft 

M haben, und Niclaua von Erlacb in demselben zite miner herren 



2. dann yr diis B. — 4. und fehlt 7.. B. — 5, giildin B. — 8. gefre- 
ve!t Z. ß. — das er Z. B. - II. im Briagow fthlt B. - 15. dk.t er 
diiB Z, B. — 16. und me dann in fiinf iaren von menglichem nit 
gebalten wer, afi verhören B. — 21. at den eid fekll Z; einhelHclich 
nf den eid fehlt B. — 22. erbant Z. B. — genieinlich fehlt Z, B. — 
25. here Z, P '"' ■>""- ■^ — '' " v„:ii™„„ ■/ u oo ■ 



&! 



1470 



39 



ainptmaii ze Burgilorf gewesen ist, seiiiliclis alles wol gewiet, 
selber gehalten, in nanien miner herren von Bern selber ver- 
kfint, und aber letzt am letsten so frevenlichen gebrochen und 
dawider getan hat. das er dann darumb an zit und pfennigen 
leisten und liden so! nach uswisung der Satzungen darüber a 
gemacht, und als dick er ouch von dirre stunde hin sölichs 
me brechen und nit halten würde, als dick sol er ouch nach 
derselben Satzung Inhalt liden und leisten und dem gericht- 
schriber sin recht gein im vorbehalten sin. Und ward onch 
damf geurteilet, das er angendes an die heiligen sweren solt, w 
dem also nach ze komen. Hanimb vordert Niclaus von Erlach 
ein iirkfinde, das ward ouch im under minem. des obgenanten 
richters, angehenkteni insigol erkent. Und sind dis, so ha- 
nimb urteil geben und gesprochen band die fromen, fürnemen 
wisen Benedict Tschachtlan, venner, Hans Kutler, Benedict in 
Knimo, Cfinrat Bietwil, Peter Bomgarter im Graben, Bartho- 
lonie Hftber, Gillian Äehshalm und Peter Irreney, alle von 
raten; und von burgern') Hans Scliiitz, Hans Schumi. Dieth-,*^^;^ 
rieh Höbschi, Hans Sterr. Ruedi Glos, Rudolf Diethrich, Cüno ^-3*^ 
Biderbo, Peter Schilling, Peter Subinger der alt, Jost Kessli, k 
Hans Hubler, Ruf Glflcki. Hans Wilcr, Simon Torman. Bar- 
tholome Kling, Lienbart Hubsclii, Clewi Bruner, Peter von 
Wingai'ten, Hans Gravenried, Gilian Eschler und Clewi Meien- 
berg, Datum ut etc. 



46. Der fünf ritteru iirkiinde, itls die oucli fiirgenomeu a, 
wurde» uud leisteu iiiiistent. 

Uf demselben tage kam ooch für mich in gericht der 
vorgenant gerichtschriber und clagt mit fiirsprechen in namen 
miner herren zä den edeln , strengen und notvesten herr 

2. ouch selber Z, B. — 3. als frevenUch Z. B. — 4. dann fehlt Z- — 
5. lut der aatjung B. — C. hin das ine B. — 9. recht in namen niiner 
herren gein Z. B. ^ 11, nuchzegan B. — Niclaus fehlt in Z. — 12. ouch 
fehlt Z. B. — 13. anhangendem Z, B. - erkant B. - Und haben 
harunib urteil gesprochen Z, B. — 15. wisen f'thll B. — 17. Gilgan Z. 
— 24. Geben dee ta^s und iares als obstat Z. — 'ib. ouch mit recht, 
B. — 26, und wie ai sich vor aller menglichem verantwurtent B. — 
27. mich, den obgenanten richter Z, B. — 28. clagt durch sinen B. 



60 



1470 



Adryan von Biibenberg, herreii ze Spietz ; lierr Cünraten '), 
herr Niclausen vou Scliarnacbtal, hen- Nielausen und herr 
Wilhelmen von Diespach'), allen fiinfen rittern. Als dann min 
berien rate und burger einhellieüch ein Ordnung und Satzung 
5 dem almechtigen gut zc lob und eren, und ouch ze wider- 
bringung des harten verlusts des heiligen sacraments, das 
dann leider uf dieselb zit dieplicb genomen ist, nach dem si 
des wol gewalt, gemacht und die unablesslicben an die heiligen 
gesworen, ouch am canzel in der lütkilchen vor gemeinem 

lu Volk offenlich verlesen lassen und in alle ir land und gebiet 
verkünd und hoch gebotten haben, das niemand fürwerthin 
an sine» sehilchen keinen spitz nie leuger tragen aolt. dann 
ungevarlich das vorder gleich eins vingers, Hber das alles so 
betten die vorgenanten min lierren alle semlichs ouch etwas 

11 zits dahar selber gehalten und das letzt am leisten freven- 
lichen gebroclien und dawider getan, getrüwte ai solten da- 
rumb alle liden das, so die Satzung und ordnunge inhielt, und 
bevalch das dem rechten. Daruf die genanten min henen 
durch iren gebnen fiirsprechen mit gemeinem nlt und einhel- 

s» lem munde rettent; Si wolten gar ungern wider min herren 
rate noch hurger kein hochen mttt, frevel, noch gewalt. als 
aber si dargehen wurden, bruchen noch fürnemen, und ob si 
semlichs von andern horten oder vernemen, wolten si mit 
irem Hb und gut als getruw burger nach irom vermiigent dem 

■!!• widerstand tön und selb nit gestatten : dann was si in dem 
getan, hettent si doch in zimlicber bescheidenheit, als wol 
ougenschin were. fürgenomen und mit keinem freveln gewalt 
understanden, und betten ouch, des si dem almechtigen got, 
darzii allen geistlichen und weltlichen gesalzten rechlfn ge- 

ou trüwten. daran nit unrecht getan, dann si alle und ir ieglioher 
in besunders, hetten den orden der ritterlichen wirdikeit mit 

2 Kcharoaehtal. herren zd Oberliofen Z, B. — 4. burger [lemeinlicli 
Z. B. — 7, leider da^wnial ü, B. — ffenomen woh. und tti oach des 
wol gewillt erhebt, gemacht B. ~ eenoinen was Z, -< 8. unablessig 
Z, B. — 0, in dem münster 7.. B. - ß. nie fehlt Z. B. — IX dnniber 
hetjen Z, B. — IT. darunib inhielt B. — 19. gebnen fehlt B. 



') Ueber Konrad von Schamill! htal vgl. Schweiz. Geschichtforscher 111, 
66-186. Sanimlnna; bernischer Biographien I. I54-Ö, von B. Hiüler. — 
) Ueber NiVlaus und wineo Vetter Wühelm vou Diesbach vgl. G. von Wyss 
n der Allg. deutschen Biogr. V, 142 ff., wieder ftbgedr, in der Sammlung 
leruischer IJiogr. 1, 3ti-43. 



U70 



61 



lob und eren ei-volget, und sich oiich darin bishar erlich ba- 
trageii und imnassen gehalten, das der durch si noch unver^^ 
ki'enket. Darzii werend ai und alle ritter gefriget. daa si 
8emlich und derglicli ding wol tragen, sidi damit vor andern 
zieren und nieman inen das verbieten, noch Satzungen i'iber ei & 
machen mftchte, dann doch semHchs von angeng der weit bis- 
har also gehalten und in hiniel und uf dem ertrich bilUch 
werc, das man underscheid und zimlich sachen. als oucb dis 
wercnt, nit abtun solt. Zödem werend ouch alle ritttr bo hoch 
gefriget, das inen weder babst, keiser, noch niemand anders w 
ir friheiten benemen oder intrag tÜ» möchten ; dann ob ein 
ritter ützit wider recht tete, und sich mit uneren verwttrkt 
oder verhandlet, das doch in disen dingen nit bescheehen were. 
so hette ein Römscher keiser und nieman anders den gewalt. 
si mit recht und anders nit, nach sag des ritterlichen ordens w 
ze strafen. Es were ouch in allen bäbstlichen und keisertichen 
gesatzten rechten luter geechriben und angesechen und ouch 
in der giildin bull und friheit miner herren eigentlich be- 
griffen, das pnester, ritter und edelliite vor andern vorteil 
haben, und aller dingen tri und unverbunden sin soltent, des w 
si sich ouch frftwen und halten wolten. Si hetten ouch iren 
gunst noch willen nie darzü geben, noch gesworen, semlich 
Ordnungen ze halten, dann ouch nieman den andern sin fri- 
heiten ze nemende hette, was im von got darzfl dem heiligen 
stüt von Rom, klingen und keisern zugeordnet. So were ouch. ts 
als .^emlich Satzungen ietzt am ostei-mentag durch etlich an- 
gezogen und gCsworen wurden, inen und andern edeln frowen 
und mannen ein vorteil vorbehalten, und der eid also mit ge- 
dingen getan, das man die und ander Satzungen lutern und 
underscheid geben solt: das were ouch nit bescheehen, und m 
siderhar ouch mit swfiren und atiderm gebrochen und nit ge- 
halten, das si ouch mit geistlichen und weltlichen fftrbringen. 
und sunders mit herr Niclausen von Scharnachtal, dazemal 
schultheiss, der ouch den eid geben, und mit dem statschriber. 
der in gelesen hett, kuntlich machen, das der eid mit under- a.'* 
scheid were geben, und lege ouch aemlich lütrung an dem, 
der den eid gebe, und nit an denen die in swfirent, dann man 

7. in dem himel Z. B. — 8. umi oth B. - 9. als hoch Z. B. — 11. 
nemeu B. — 1-^. nit fehlt B. — nach deni ritterlichen orden Z, B. — 
IS. und aniiem Friheitea der *tat von Bern eigentlichen Z, B. — 28. 
dann doch nieniajid dem andere Z, B. — '29. underacheiden «olt Z, B, 
— 30. wer noch nit B. — 32. ftirbrin^ii wolten B. 



62 



1470 



alle iar am osterraentag ein Satzung swftre, das man nienian 
kuntschaft der warheit verzieclien aolt. So were ouch durch 
den grosweibel am canzel luter gerett und vorbehalten wor- 
den, das min Herren inen vorbehielten semliclis ze endreii, ze 
6 mjndren und ze meren, und were ouch das wort < uuabless- 
lich> von beveUiena wegen miner herren nit gelesen und inen 
und iren elichen gemachelen ze veratan geben, man wolt inen 
darin ein vorteil und billicheit tun, das wer oucli nit besclie- 
chen, das si daran konden oder m&cbten benügen haben. 

10 Barzä weren ouch semlich Satzungen und Ordnungen am ersten 
mit gemeinem und götem rat nach uswiaung der guidinen bull 
nit gemachet, dann uf dieselben zite die drig niiw und alt 
schultheissen, nämlich Thüring von Ringgoltingen, dazemal 
erweiter, herr Heinrich von Bßbenbeig sellig und Herr Niclaus 

in von Scharnachtal, darzü drig venner, Ludwig Hetzel von Lind- 
nach, Peter Brögler, Nicl&us von WattenwÜ selUg und ander 
der ritten vier oder fünf der treft'eidichesten nit under ougen 
gewesen, und were ouch darnach angendes gebrochen, und me 
dann in fiinf iaren nit gehalten und ouch sider ostern har 

M libersecben worden ; und nachdem dann miner herren von Bern 
hantvesti und gCttdin bull, den keiserlichen friheiten nach der 
beider stetten Kfdn und Friburg im Brisgow geben und daruf 
gefundiert, so were die stat Bern und alle die darin wonent, 
als ein tri richstat ouch loblich begäbet, und wurdent mit 

SS semlichem fürnemen ir friheiten beroubet, da doch nieman im 
selber sin friheiten nemen mag, so hoften si got und dem 
rechten, niucbten si mit denselben friheiten der stetten Kfiln 
und Friburg, darzü ouch mit geistlichen und weltlichen ge- 
satzten rechten wisen, das man si nit also ze trengen hette, 

jiii und darzü ouch mit dem von Schamachtal, dem statschriber 
und andern geistlichen und weltlichen personen, ouch mit dem 
grosweibel fürbringen, das inen ein vorteil vorbehalten und 
geofnet were, das min herren semlichs mindern, meren oder 
endern mftchten, und darzü ouch das wort « unablesslich » nit 



1. alle oat«niientae B. — 3. bereit B. — 5. unablesrng Z, B. — 12. 
dann in denMlben ziten Z, B. — 13. immlich bis Subarnachtal f'ehtl B. 

— 15, SchaniBchtal, rittere Z. — L. Hetwl bü sellig fiMt ß. — 
16. sellif; fehlt Z, — niid ander von rKten nit under oug«n gewesen B. 

— 19, aneinandem nit Behalten B. — von oatem Z, B. — 20 hem 
hantve»te nnd ouch die giildin bidl noch der beider rteliea COIne B. 

— 26. nemen sol noch laaa B, — 27, friheiten der Ijeider «leiten. 
dnrzü Z; friheiten, dnraii U. — 29. nit also wider iren willen üe 
/wingon helle Z. B, — Si. unableasig Z, B, 



1470 



63 



were gelesen, si solteut des geuiessen und getrüwteit, man soll 
inen ir kuntschaft verhören, und Hessen das zftr nrteil. Vi 
das rett aber der gerichtscliriber mit sinem fUreprechen : Min 
herren rät und burger betten semlieh Ordnungen und Satzun- 
gen am ersten durch gottes. ouch umb nutzes und fromen is 
willen einer stat von Bern, des si ouch geft'iget werend, ge- 
macht, und die ouch am ostermentag unablesslichen au die 
heiligen zo haltende gesworeu, darzÜ offenlich am eanzel ver- 
lesen und in alle ir land und gebiet, als vor gelütert ist, ver- 
künden lassen ; und betten ouch alle die edel und ander, rieh lo 
und arm, so das übersechen band, darumb nach uswisung der 
Satzung müssen leisten; fibor das alles werend die durch die 
genanten min herren frevenlicb gebrochen und nit gehalten 
worden ; hotte, si soltend darunib nach Inhalt der Satzung 
leisten und liden als das angesecheu were, und darüber nützit i6 
anders fürgenomen werden, dann was min herren r&te und 
bürgere gemeinlicb mauhten und das nier were, das machte 
der minder teil nit widertriben. und bevalcb das aber der ur- 
teil. Darzö min herren ir nachred mit irem fürsprechen, als 
ouch vor. satztent : Man hette über si kein Ordnung noch so 
Satzung wider iren willen, als ouch dis were, ze machen ; dann 
ouch si semlicher und aller anderer beladnüssen ganz fri und 
unverbunden werend ; mit witer vorgemelter antwurt. so harin 
wider anzüziechen nit not tot und begerten wie vor, inen der 
vorgemelten beider stetten K^iln und Fnhurg im Brisgow » 
keiserlichen friheiten, daruf einer stat von Bern hantvesti 
gefundiert were, darzfi ouch alle geistlichen und weltlichen 
gesatzten und geschribnen rechten, ouch herr Niclausen von 
Scharnachtal, den statschriber, ander geistlich und weltlich 
Personen und den grosweibel, als vorstat, ze verhören, so m 
hotten si. man solt dabi ir harkomen und friheiten erkennen 
und bas bericht werden, und liessen das aber an urteil. Und 
also nach clag, antwurt, red und widerred ward von gemeinen 
Urteilsprechern einhellictich uf den eid erkontt Nachdem dann 
min herren rate und bürgere gemeinlich aemlich Satzungen as 
und Ordnungen, als si ouch des hoch gefriget sind, vorab dem 



Inung und Satzung B, — 7. unnbleasis 
Inders nit B. — 23- ir vorffeniellen B. 
25. vorgenanten Z. B. — im Brisgow 



2. an die urteil Z. a — 4. 

Z, B. — U. w-isung B. — 

— so haiin bis tut fWt B. 

fehlt Z, B. — 26, der stat Z. B, — SÜ. und eins anders berichl Z . 

lindern B, — an die urteil Z. B. — 31. einhelliclich fehlt 7,-. einhellic- 

lich uf den eid fehlt ß. — erkant Z. B. — 36. ouch des gewalt. 

TOrab Z, B. 



6+ 



1470 



al Hl echtigen got und allem liinielsclien hevv ze lob und ze eren 
und durch keiner andern sach, sunder des harten verlusta 
des heiligen aacraments willen gemacht, oucli semlich Ord- 
nungen mit andern Satzungen am ostermentag unablosslichen 

■> an die heiligen gesworen. das offenlichen einem gemeinen volk. 
frowen und mannen am canzel verlesen lassen und in aller ir 
land und gebiet verkunt und hoch gebotten band dem nach 
ze gande, oucb daruf iren geniacheln und andern edeln frowen 
ein vorteil und billicheit mit gold, berlin, siden und andern 

11) köstlichen cleinfiden und gezierden geben, und si das über dis 
alles frevenlichen gebrochen und dawider getan haben, darztl 
oucb alle die, von denen es gebrochen und nit gehalten ist, 
edel und ander, nach uswisung der Satzung gestraft sind, das 
dann si alle darumb an zit und pfennigeu leisten und lideu 

IS süUend nach uswiaung der Satzungen darüber gemacht; und 
als dick si ouch von dirre stund hin solichs nie breuben und 
nit halten wurden, als dick siillen ouch si nach derselben 
Satzung Inhalt liden und leisten und dem gerichtschriber sin 
recht gein inen vorbehalten sin, und ward ouch daruf geur- 

tu teilt, das si angendes an die heiligen sweren soltent. dem also 
nachzekomen. Hanimb vordretent si alle ein urkünde, das 
ward ouch inen under minem des obgenanten richters ange- 
henktem insigel ze gebende ei'kent. ') Testes ut etc. 



1. beve ?„ B. — 3. L-eiiifttht und B. — 4. unuljlessiK 7.. B. — 7. nuth- 
wmn /.. B. ~ 10. kSschlieheti B. - deinftilErn '£. B. ~ 15 lut der 
Satzung B. — 10. hin eins »e B. — 18, liden und fthU B. — sin 
recht in nnmea miner herren Z : und ilcnt gericbtK'briber bü ror- 
bebalten «in feltU B. — 22. uniler minem lis Bebende fehlt Z, B. 
Dafür fchreibt X nadi erkant : und babent barumb urleil geiprochen, 



die s 



a dem vordrinfen urtilnde verfehriben Bind. 



'1 Am Scbluaae dieser von SchilÜng eigeahandiu in dtw Sprucbbuuii 
cingetrflgenen Urkunden bei«st es nocb : Ifem dis nrkiind alle »ind gever- 
tiget wonlen von gemeinen 'tirteilBprecbern und bestand ganz uf incntag 
nach eont Andres tig (8 Dec.) anno 1470. Item uf dem obpcnanten tng 
ist oueb geurteilt, das jnngberren Caspar von Sebarnacbtal, Hartman und 
■lacob Tom Stein. Pelenimii von Wahren, Hon» Rudolf von Erlacb, Hans 
Wilhelm von Scbumiichta!, und Heinrich Matter leisten und liden tnillend. 
als OBch die andern davon gemelt aatb ufiwisung der Satzung und habend 
darumb oucb angendes gesworen. DeBKÜcb Biillend oucb min frow fon 
Scharnachtal, herr NielaQwn gemuehel, min frow von Diespach, oucb herr 
Nickueeii gemncbel, .iHcobs vom Stein gemacbel und Hans Wilhelmi von 
Sebarnacbtal gemachel glicberwiee als die urteil beseit leisten und habend 
iiucli darumb angendps an dio boiliKeri gesworen. 



47. Der beitlen frowen voii Bäbenberg orkUndu vou der 
Inngen swenzeu uiiil spltzeu wegen. 



Uf deiiaelben tag clagt der obgenant gerichtachriber in 
namen miner gnedigen Ferren rflten und burgern uf die edeln 
und wolgebornen frowen, frow Ennelin von Bübenberg, geborn s 
von Rosneck , wilend des edeln, strengen hem HeinrichB 
von Biibenberg3 selügen nachverlasnen eiichen gemachol ; und 
frow Jobannen von Bübenberg, geborn von Laserra, horr 
Adrians von Bitbenbergn, ritters und berren ze Spietz, ouch 
eiichen gemacbtl, beiden gebornen frigin. ') Nacbdem dann lo 
min herren rate und bürgere geineinlich dem almechtigen got 
ze lob und sundern eren, und von des harten verluats wegen 
des wirdigen sacraments, das leider uf dieselben zit bosclich 
veratolen ward, von craft wegen ir keiserlicben ti-ibeiten et- 
licb Ordnungen und Satzungen gemaelit, und die alle unab- n 
lesslicben an die heiligen gesworen, ouch das vor gemeinem 
Volk offenlith am canzel verlesen lassen und in alle ir land 
und gebiet verkumi und Jioch gebotten hetten, das nü fiir- 
wei'thin kein edel oder unedel frow under minen herren wo- 
nende an iren rfleken noch menteUi kein swenz uf dem herde an 
lenger tragen soltent, dann uugevarlich ein gemiinde einer 
band nach uswisung derselben miner herren Ordnung und 
Satzung; über das alles hetten die genanten min frowen sem- 
lich swenz au iren cleidern lenger dan das mäes frevenlieh 
und mit eignem willen getragen und also miner herren gebott an 
gebroc-lion ; getriiwte, si solten darumb nach irem verdienen 
an zit. und pfennigen liden, als dann die Satzung das uswisen 
und recht were und lies das an die urteil, Darzö die ge- 
nanten min beid i'rowen in gegenwirtikeit herr Adrians von 
Bßbenbergs, ritters, durch iren fürsprechen antwurten und w 
reden liessend : Si werend von iren vordem und stammen har, 



]. Urkunde, wie ai sich nm rechten yerantw urteilt R. ~ 4. Kiieiiigen 
fekU B. — 5, Enneli B. — 7. «elUgen riltera Z, B. — elichef). — 12. 
rA sunderm lobe und von B. — 13. dus dann leider daxemnl dieplichen 
Z, B. - 15. alle ffhll B. - unablessig Z, B. — 17. ttlle» Z ; iil B. - 
19. oder under frow B. — 20. keinen RnitE Z ; keinen lenirer traKen 
gölten B. - 22. nach lut B. — 24. mea» wer B. — SS, bott B. - Ü7. 
an zit lind pfennigen frhil B. — 2^. und recht were fehlt B. 



66 



U70 



als vor erliitert ist, erboreii fri frowen uri'l in solichen ereii 
harkomen, das si semlichs und anders wol tragen und inen 
nieman verbieten noch Satzungen ijber si machen mftchte. 
weder der babst, keiser, noch niemand ufertrich. dann es also 

5 von got dem almechtigen. oueh klingen und keisern ange- 
sechen niid iewelten gi^brucht, das in solichem im hiniel und 
uf dem ertrich, wie sich iederman tragen oder vorteil haben 
soll, underscheid; als dann das alle goietlicben und weltlichen 
gesalzten rechten ouch uswiscn weroii und hiter dargebend, 

lu und wann das ntt sin solt, so kond oder ni&cht doch kein 
underscheid under eenilichen gebornen und andern armen 
frowen sin, dann si zu allen ziten und aundera an Werktagen 
nit möchten siden odi^r giildin cleider tragen, so niflstent si 
sieh nothalb mit den swenzen an iren cleidern uazeichnen, 

IS damit man si vor andern erkennen und den vorteil wissen 
mricht. Zudem were ouch inen von minen herren raten und 
burgern am canzel in der h'itkilehen durch den grosweibel 
offenlich zügeseit. man wult inen vor andern gemeinen frowen 
einen vorteil und hillicheit geben, das were nach ireni bedun- 

M ken und nach miner herren zusagen nit in massen beschechen 
nuch angeseehen worden, das si daran kein benAgen konden 
oder mochten haben; getrfiwten von obgeriU'ter ureach wegen, 
man solte über si kein oidming noch Satzung machen, dann 
ouch das in der ganzen weit weder babst, noch keiser, nie- 

M mand mit recht vennftcht. und was si also getan betten, were 
minen herren von Bern noch nieman zu keinem widerdries, 
noch mit frevelm mUtwillen, sunders danimb heschechen, das 
si hoftent, ei hettent des recht und gehört inen ze tSndo ; 
und begerten inen daruf der beider stetten Kftln und Friburg 

sn im Brisgow friheiten, ouch die geistlichen und weltlichen ge- 
satzten geschribnen recht, darin der underscheid, wie sich 
iederman halten solt, verschriben stünde, darzti ouch die 
satzunge, die man alle iar am ostermentag swert und wist, 
das man nieman kuntschatt der warheit versagen sol, und 

1. ist, fri frowen uud wol erbören Z, B. — 2. (ins und ander» Z, B. — 
6. im himel und erden B. — 11. andern genioinen frowen Z, H. — 
17. in dem miinstt-r Z, B. — 18 lügesugt B. — iO. und demselben 
zflaageu 2, Ö, — 21. k6nden noch ff - V2. hun Z, U. — 24. nooli 
niemaiid anders Z. B. - 25; mit recht fekU B, — si in dem getan 
Z. B. — 27. das »i daraft vermeinten recht lan B. — '28. und ftehort 
inen ae timde fehlt Z, B. — 29. der beiden vorgenanter Bt«tten fri- 
heiten Z, B. — 31. gesphribnen fehlt Z. B. — 38. die man aXweg 



1470 67 

ouch den grosweibel, was er mit inen an ofnem canzel um 
den vorteil gerett hette, ze verhören; heften, man solt inen 
das nit abslachen und satztent das zer urteil. Uf das rett der 
gerichtschriber mit fürsprechen : Min beiden frowen betten 
semlich Satzungen und Ordnungen, als die am ostermentag s 
gesworen und verkünt were, etwas zites gehalten und darnach 
frevenlich gebrochen ; darzii were ouch inen und andern edeln 
frowen von minen* herren raten und burgern ein vorteil und 
billicheit mit gold, berli, siden und andern cleinöden und ge- 
zierden geben, dabi man si vor andern gemeinen frowen wol lo 
möchte erkennen ; darzü hetten ouch alle die edel und ander, 
arm und rieh, so semlichs tibersechen und nit gehalten band, 
[nach I uswisung der Satzung müssen [leisten] und were da- 
rinne niemans geschonet noch usgescheiden ; getrtiwte, si sol- 
tent darumbe ouch leisten und liden so, so semlich Ordnungen is 
inhielten, und satzt das aber dem rechten heim. Daruf min 
beiden frowen ir nachred gabend, als ouch vor: Was si in 
semlichem fürgenomen, darzü hettent si recht, und were inen 
von ir geburt angeboren und möchte inen semlichs niemand 
weder babst noch keiser benemen, noch si des berouben ; 20 
heften als ouch vor, man solt inen zu gruntlicher underrich- 
tung ir verwegne kuntschaft verhören und die nit abslachen, 
und satzten das ouch zer urteil. Und also nach clag, ant- 
wurt, red und Widerrede, ward von gemeinen Urteilsprechern 
einhelliclich uf den eid erkent : Nachdem dann min herren rät 25 
und bürgere gemeinlich semlich Satzungen und Ordnungen, als 
si ouch des hoch gefriget sind, vorab dem almechtigen gotte 
und allem himmelischen herr ze lob und eren und durch keiner 
andern sach, sunders des harten verlusts des heiligen sacra- 
mentes willen gemacht, ouch semlich Ordnungen mit andern so 
Satzungen am ostermentag unablesslichen an die heiligen ge- 
sworen, das oflfenlich einem gemeinem volk, frowen und 
mannen am kanzel verlesen lassen und in alle ir land und 
gebiet verkünt und hoch gebotten band, dem nachzegande, 
ouch daruf inen und andern edeln frowen einen vorteil und 35 

1. ofnem fehlt Z, B. — 4. die beiden Z. - 6. werent Z, B. — 9. ber- 
lin Z, B. — cleinödern Z, B. — 12. so das Z, B. — 15. liden, das die 
Ordnungen Z, B. — 17. beid B. — 18. ouch recht Z, B. — IIK ir fehlt B. 
— 23 das ouch zem rechten. Z; das aber zem rechten. B. — 24. widerred 
wart mit gemeiner urteil erkant B — gemeinen fehlt Z. — 25. ein- 
helliclich fehlt Z. — 26. gemeinlich fehlt ß. - 28. here Z, B. — 29. 
sach, dann Z, B. — 31. unablessig Z, B. — iH. nachzegan Z, B. 



68 1470 

billicheit mit gold, berlin, siilen und andern kostlichen ctei- 
n6den und gezierden geben und si das über dia allea freveu- 
lichen gebrucben und dawider getan haben, darzti ouch alle 
die von denen es gebrochen und nit gehalten ist, edel und 

\ ander, nach wisung der Satzung gesti-aft sind, das dann die 
genanten min frowen an zit und pfennigen leisten und liden 
süllend, nach uswisung der Satzung darüber gemacht ; und als 
dick si ouch von dirre stund hin sAlichs tne brechen und nit 
halten wurden, als dick süllend uiich si nach derselben Satzung 

) Inhalt liden und leisten und dem gerichtscliriber gein inen 
sin recht vorbehalten sin ; und ward ouch daiuf geurtcilet, 
das si angendcs au die hoiligen sweren soltcnt, dem also 
nachzekomeu. Harunibe vordretent min frowen von BUbenberg 
ein urkund, das wart inen erkent. Datum ut etc. 

i Und also nach den vorgerflrten urteilen allen, da swürent 

die vorgenanten herren und die edlen mit iren gemachein 
und etlichem irem anbang von der stat von Bern einen monat 
nach Inhalt der Satzung ; ') usgenomen Hartman vom Stein 
und Tbüring von Ringgeltingen, die warent dazemal nit an- 

a heimsch. Darnach als bald die kament, da woltent si sich von 
iren frdndon uit smidren und trügen ouch spitz; darumbe 
wurdent si als die andern mit recht ouch gevertiget. 

^ - iffx^jti.', . ^"^ "^^ *^"' vorgenanteo herren und ander edel mit iren 
gemachein und etlichem irem anhang nach Inhalt der Satzung 

if, usgesworen hatten und leisten mftsten, da wart in allen Eid- 
gnossen und andern stetten, und sunderlich in dero von Bern 
landen und gebieten allenthalben gar vil worten gebrucht und 
offenlichen gerett, es weren inisshell und gros zweiung in der 
stat von Bern, das dennocht von gots gnaden nit als gros was. 

lu Also kament aber bald gen Bern gemeiner Eidgnossen von 

2. clein^dern Z, B. — dus darüber freTenlichea Z. B, — 5. nacb lat 
B. — 8. Uiser «tund bin das B. — 11. retht in minien minor Herren 
Z, B. - la. die beiden Z ; min heideu B. — vnn Bübenberj; feUll Z, B, 
— 11. erkant, und hiLbent harumb die vorijrenaiit^n persanen ouch ur- 
tfW eebeo und gesprochen Z, B ; doch fehlt in B. geben und. — 15. 
Ttlet: DiU die vorgi'nnnten herren alle mit iren gemoeheln und tfich- 
iern und auch etlichem irem nnhang von der stat swürent. — 23. 
Titel : Das aber gemeiner Eideniiaaen und dantü ander bott«ii von der 
vorgenunten sacn wegen gen Bern kament und iren ernst b^nchtenf. 
forgenanl«n fehlt. — 24. nach lut. — 30. Da kamen aber gen 



fn 



Bern. 



) Am 29. Nov. wohnten die Adeligen 



. letzten Male der Eati- 



1470 69 

stetten und lendern treffenlichen. darzß ander erber botten ') 
lind bruchten in disen dingen gar grossen flis und ernst, da- 
mit si etwas götes betten mögen schaffen, Do wart inen von 
raten und bürgern zii erkennen geben, das si mit denselben 
lieiren kein snndern Unwillen noch misshell hettent, dann si 
werent mit recht von der stat einen monat gevertiget und 
wolten inen genziclichen vertrüwen, wann derselbe monat us 
were, das si dann wider zö inen in die etat kement und mit 
inen lieb und leid, als si iewelten getan betten. Und wart 
ouch denselben hotten gi^nnen, das si zu inen keren und das i 
zem allerbesten zu erkennen geben mSchtent. Das bescbach 
von inen in gftten trüwen und bestimptent den herren allen 
einen tag gen EünniK und retten als vil mit inen, das si inen 
zösagten, wann der monat ir leistung uskeme. so woitent si 
mit iren gemacholn al fnintlich und gfltlich wider gen Bern i 
zll dem iren keren und do gemeinen raten und burgern ver- 
trüwen, man wurde si in semlichen sachen anders und bas 
bedenken, und als der monat ir leistung uskam, do kament 
si alle mit einandern an der heiligen driger klingen tag wider 
gen Bern riten-) und wurdent dennocht von menglichem wol s 
empfangen. 



48. Da«) die TOrgeiiniiteu herren nl mit einniiilern wider 
geu Bern kiunent und inritti-nt. 

Ond also koment die vorgenanten herren al wider gen 
Bern und was dennocht ir zÜkunft und guten willens ieder- : 
man fro und sunderlich gemein hantwerklüte, die vast vorch- 
tent, das si sich entsetzten und anderswo hinziechen wurden ; 
das were inen und menglichem in der stat dennocht nit wol 
komen, als dann in der stat offenlichen gerett wart. Da wur- 
den dennocht from biderb Mte von rüten und biirgem be- .n 



<1 Nui'h dem Roto-M. waren die Boten aller Eidftencasen tob Städten 
f «nd Landern, und von Freibnrg. Soloturn, Sanen am lö. Deeeinber in 
Bern. Alisch 11. 41" — ») 6. Januar H71, Dnch erscheinen di« iijeligen 
" ren erBt Hm 3. Febr. wieder im Rat. 



70 1470. 1471 

sinnen und betrachten, das us seinlichen irrungen in die harr 
anders nit möcht erwachsen noch entsprungen sin, dann sorg- 
lich widerwertikeiten und — davor uns der almechtig gotte 
ewiclichen behüten welle — zweiträcht und villicht zerstörunge 

:■) landen und luten ; und wart so vil durch den adel angetragen 
und mittelw^ege gesucht, das inen von nUen und bürgeren 
merenteils verwilliget und inen ganz heimgesetzet wart, das 
si sich nach irem stat, weson und harkomen tragen und er- 
z6ugen mochten, das inen zimlich und iren eren wol gemess 

10 were ; dann si sich euch vor ragten und burgern begaben, ob 
si oder die iren sich in seinlichem anders dann zimlichen were, 
tragen und erzöugen wurdent, das si sich dann davon frunt- 
lich und gfttlich weiten lassen wisen und in dem und anderm 
nienian bas, dann raten und burgern vertruwen. Das wart 

if) inen also heimgesatzt und aller unwill und viendschaft von 
gots gnaden ganz erlöschen. *) 

Es hatten euch etlich derselben rittern und edlen etwas 
ansprachen an ein stat von Bern von der hochen gerichten 
wegen und sunderlich in den vier lantgerichten, die si mein- 
20 tent inen mit aller herlicheit ziigehören und dienen selten, do 
aber die von Bern meintent, dieselben ritter und ander edel 
understftnden inen von semlicher hochen berichten wegen in 
mengerlei stucken me abbruchs und intrags ze tünde, dann 

7. heimgesatzt. — 21. vermeinten. 



*) Auf (He FUwision des Kleidermanilats beziehen sich folgende Ein- 
träge des Hats-M. : 5. April 1471 : Man sol morn an min hern aie burger 
bringen von der Ordnung der cleidern und ander dingen wegen. — 
22 April: Uf hüt haben nun lierren riit und burger graten und angt»sechen, 
das umn die Ordnungen der kleidern. snäbeln und swenzen fiirer niemer 
mer sweren, .^^under so sol man fürderlichen des ersten min herren die rat 
darüber und nämlichen über die letzten Satzungen von einem un das ander 
sitzen und di»rin handeln, da^s sich wirt gebiiren und das alles dannenthin 
mit dem grossen rat besliessen und mit sundt.'rn gedingen, das man die in 
deheinen weg sol sweren. dann man sol darin handeln und fürnemen, das 
der stat nutz, er und fromen ist. — 2. Mai: Verbot des Schwörens, 
Spielens. der Pfaffendirnen ; Aufhebung des Kleiderverbotes. — Das revi- 
dierte Mandat vom -U. Mai hat dann folgenden Inhalt: verboten sind 
Fluchen, J^chwören, heimliches Spielen und Würfelspiel (doch dürfen die 
Schützen während der Dauer des Martinimarktes alle Spiele treiben, ebenso 
darf der Nachricliter da^-i ganze Jahr (bis < spil uf der scliiben v machen), 
erneuert werden die Massregeln gegen die Priest^Tdiruen, die Unehe, den 
Meineid, aufgehoben wird das Kleidermandat. Rotes Buch No. ^02, 828—337. 
Staatsarchiv. Letztere Eintragung besorgte Diebold Schilling, ebenso die im 
Hats-M. vom 2. Mai. 



1471 71 

aber von altem herkomen were. *) Also erzougten sich rät 
und burger von Bern gein inen in semlichen Sachen ouch 
früntlich, und welcher under dem adel oder sus umb semlich 

3. under inen vom adel. 

*) Aus der bisherigen Darstellnng Schillings müsste man die Ueber- ... .^ 

zeu^ung erhalten, dass der Twingherrenstreit ausschliesslich wegen des Üv-^i-»"^ 
Kleidermandats entstanden wäre, wenn nicht einige amtliche Einträge und 
namentlich Frickers Beschreibung des TwinffherrcDstreites die tiefern Motive 
klar legen würden. Was Schilling nebensächlich behandelt, bildete geradezu 
<len Haupt<jogenstand des Streites: der Versuch der St<idt zur Hefstellung • 

einer einneitlichen Organisation der Landesverwaltung und die Erwerbung 
der völligen Landeshoheit. Es lässt sich mit Sicherneit kein Grund für 
Schillings schiefe Darstellung finden: vielleicht war es Mangel an Ver- 
ständnis für die Bewegung, vielleicht Hess er sich von Rücksichten ^egen 
seine adeligen Genossen von der Distelzwauggesellschaft leiten. — Leber 
den Twingherrenstreit vgl. Türing Frickers Beschreibung desselben, hgg. 
von G. Studer in den Quellen zur Schweizer Geschicht^i I, 1 — 137 [1877J. 
E. V. Rodt, Beschreibung des Twingherrensbieites [1837]. Uebersetzung mit 
Anmerkungen. Ueber die Rechtsfrage handelten E. v. Wattenwyl. ueber 
das offen tl. Recht der Landschaft Kleinburgund vom 13. bis zum Ende des 
15. Jahrb., im Archiv für Schweiz. Geschichte Xlll, 1—106. G. Stnder 
in der Einleitung zu der Ausgabe Frickers. K. Geiser, Geschichte der 
bernischen Verfassung von 1191—1471 |1888), S. 44—63. Ders., die Ver- 
fivssung des alten Bern, in der Festschrift zur VIl. Säkularfeier der Grün- 
dung Kerns [1891], S. 30—40. — Aus den Akt^^n ergibt sich, dass die 
staatsrechtliche Frage des Twingherrenstreit es schon unter dem Schult- 
heissenamte des Nikiaus v. Schamachtal — und nicht erst unter Peter Kistler 
— zur Behandlung kam. Dieselben lauten : 1469, 4, Dez. Lf hiit haben 
mine herren rat und burger fürgenomen die sachen hocher und nidrer 
gericht und haben min nerren einhellenklich beslossen. min hern den 
schultheissen und Casparn^ sin brüdern bi iren herschaften hocher und 
nidrer gerichten beliben zu la-ssen inhalt ir brieten und als inen sölichs 
vormals zugesagt ist Dem von Bübenbcrg und von Stein ist der herschaft 
Stretlingen halb h\g angesetzt uf mentag nechstkomend, aldann mit ir 
gewarsame vor rat zu sind. Von des von Wabern wegen Diesbach, vom 
Stein von Münsingen wegen stat an Ins montag nechstkomend. Man sol 
ouch eigentlichen gedenKen anzubringen der herschaft Signow halb, da 
min herr von Diesbach vermeint minen herren intrag zu tünd etlicher 
hölzer und velden halb. Rats-M. 5, 142. — 1469, 12. Dez. Wir der schult- 
hes, rat und die zweihundert der stat Bern bekennen offenlich mit disem 
brief, als dann bisher in unsern vier lantgerichten, nämlichen Zollikofen, 
Konolfingen. Seftingen und Nuweneck. deshalb das ander die unsern ouch 
darin hoch und nider gericht gemeinlich und sunderlich haben, uns etlich 
inträg begegnet, mit dem das dieselben, so aUo in sölichen gerichten ge- 
sessen bisner hinderhalten sind an unser lantag zu gand. unser friweibel 
irn harnasch zu schowen und andre gebott tun las.sen, das uns aber in 
betrachtung unsers altharkomens und zi\ was abbruch uns das konien 
möcht. nit lidlich gewesen ist, so verr, das wir uf hüt diser datuui, die 
dann .**o hoch und nider gericht in sölichen unsern lantgerichten. für uns 
beruft, ir koun)rief und ander ir gewarsame verhört, und haben daruf 
imser stat und unsern nachkomen zu fronien. frid und fürderung harin und 
besunder s6lich so merklich irrung abzustellen einhelliklichen angCvsechen 
und beslossen : nachdem dann das von unsern altvordern ouch also ge- 
brucht ist. wo iemand in unsern obgenanten lantgerichten hoche und nidere 
gericht hat, das wir nit desterminder bi disen gebotten bliben, und die 
durch unser friweibel bruchen sollen und mögen, nämlichen die fürungen, 
zu lantagen, zu reisen zu gebieten, harnasch zu schowen und teil zu neuien, 



7:! 



1471 



hoch gcricht bricf und sigel und do erzeugen mocht, das er 
recht dai-zü hat, den lies man dabi bliben, und nam man nie- 
man nit. Und wart da von derselben hochen und ouch der 
nidern gerichtea wegen ein ganz hiter Ordnung gemacht, wie 
■ man eich nS fürwerthin dariiine halten sol und dieselben in 
der stat buch geschribeo, und wurden also von gotü gnaden 
umh alle sachen genziclichen mit einandei« verricht.') Zwar es 
was ein sunder gnad und barmherzikeit von dem atmechtigen, 
ewigen gotte, der disen heilsamen knöpf selber wider zilsanien 

I. unil ouch eraflugen. — 2. beliben. — 5. und die in Her, 



UlUJr l^llL-IIL UIKI Ulf lUiri Udt. Ulb BUILCU UXIO MCI IIU^llCJI ^CliViltiCJJ UtiiV 

»figehoren al hochfificV, vederspil, lechen pfnnt von der e wegen, oiulenfee, 
iil iroätungbrdch, wie die mit worUn und werken beschethL-n. vincheteen 
und wilp«nnen, es sie dann, daii ienrnnd der wilpennen. visclietzen und 
vcd'THpils halb B&lich gewareamen Lab. das uns bedank, das er billichen 
dabi aolle bliben, nlles luter an alle geverd ; docb ao afillen al die bunten, 
80 Blüh deatanlb und suh ergeben, deni'O so die geriuht da baben beliben. 
wie dann die hochen oder nidern gerichten zägeh5ren. Wir wellen ouch 
ernrtlieh, da« die nnaer aatsung vestenklichen gehalten und darin n\!tz ge- 
tragen werde. Geben und beschechen uf emitiig vor Lucie rirgini» anno 
1*19. (Altes Eid- und Satiungen buch S 2*3, Stadtarchiv). Das Bat«-M- vom 
12. Dez, gibt hievon einen kurzen Aiiazag mit dem Znnttzi 'SSlicba ist 
das erat gegen den von Llie«baf h bealoBSen >■ Dann fährt es fort : Die 
hem von Amaoltingen sollen bi im briefen und gewaraarac beliben. Hart- 
mans vom Stein halb iimb Miinaingen. Wichlmvh und Hurnaelden haben 
min hern Bin gewarsame verhört und im tu erkennen geben, das si nii 
verütanden. dos er xii den buchen seriphten dehein recht hab, aber der 
nidern gerichten halb laaai.'n si in gntlicli an den und andern enden, da er 
die hat dabi beliben. inhalt einer briefen. Der ret, man nem im das ain 
contra omneui honeatatem, quod hurgimge« graviter fercbant — Darnach 
nam man FiSr die sach gegen dem vom Buhenberg und vom Stein, der her- 
Bchaft Stretlinffen halb allein, und bt^huben inen aelbB min hern Tor, ob ai 
der herwhaft Spietz etwas das wider ir herlikeit vernemen. darzü ouch 
reden mögen, haben min hern geraten und heslosflen. daa si bi den hochen 
gerichten der herachaft Stretlingen wellen beliben, doch nageaclieiden die 
hochen gericht xü Wattenvril. ao verr die gand, dabi si nun hern wellen 
lassen beliben. Ra's-M. 5. 154. - U69. 15, Dex.: üf hiit ward den von 
Wahren sach der berachafl halb Belp fiSrgenomen und haben im geant- 
wurt. das BI in bi der herachftft hochfin cciichten inhalt der marchen so sin 
urkund wiat und in dia^m rodel vorbeschrilten sind beliben wellen lassen, 
doch haben «i inen vorbehalten die artikel der bntten und verbotten. aii 
die vorgemelt sind, und ist daa von minen hern riten und burgern uf hüt 
ein hei lenk lieb beslosaen. Dei^lich ist uf hüt gegen Ulriclien und i'uttrruian 
von Erliieh ouch fürgenomen. An die vier fnweibel, das ai hertoincii von 
der Ordnung wegen, so min hern angeaechen haben von der lautre richten 
wegen, ala das uF hilt liealossen ist. Hats-M. 5. IGO — Am 22. Au;;, UIO 
garantiert der Bat mit Einstimmigkeit dem Petermann vom Stein aeiuen 
Teil der hohen Gerichte äu Twann. Rats-M. 6, 177. Die ürknnde, datiert 
vom 22. Aug, ateht im Teutsch Spruchb, F. 2ti2. — ') Der Vertrag mit 
den Twingherren vom 0. Febr. UTl (abgedruckt hei Tachachtlan, Quellen 
z. Pchweiitergeschichte I. 295 und K. Geiser. Geschichte der bern, Ver- 
fassung. S. Si) behandelt uu?schliefalich die Frage wegen der hohen und 
niedpm Gerichte. 



UTl 73 

geflochten bat, der sich niB snelliclichen von einandern hat 
getan , daran nach minem herzidichen begeren al f'roraen 
biderben Berner gedenken und niemermer Bemlich oder der- 
glichen Ordnungen oder Satzungen machen, si sbllent sieh vor- 
hin mfissencliclien betrachten und inen darinne gewalt vor- 6 
behalten, die wider ze endern, inindren, nieren oder abtÜn. 
des ouch ein stat von Bern wol gewalt und macht hat und 
darumb hoch und loblichen gefriget ist. Gedenk menglich 
daran, wer allein das einig wort < unablessig ■ nit darin ge- 
standen und durch den scbriber ban betrachtet worden, so lo 
were man z3 semlichen irrungen nit komen ; es zerging aber 
alles wol und glücklich und wurdent rät und burger mit dem 
vorgenanten adel ganz wider einhell und wart aller unwill 
von gots gnaden ganz abgetan, als ob des nie gedacht noch 
angevangen were. j» 



j9. Dan koiser Fridericli die von Bern unil ander Eid- 
giiossen gnr trefl'enlicheu ermant uiiil ervordert, 7.{t im 
gea KegeiiS|)iirg ze komen. 

In dem iare, do man zalt von der gebfirt Cristi tusent 
vierhundert sibenzig und ein iare, do wurdent die von Bern i 
und ander Eidgnossen von keiser Fridericheu gar hoch und 
treffenlichen gemant ') und wart inen gebotten bi verlierung 
aller ir friheiten und gnaden, die si von dem heiligen rieh 
hettent, das si ir erbem volmechtigen hotten zu im gen 
Regenspurg santent und do hülfen handien des heiligen riciis s 
Sachen wider den Türken und ander ungläubigen, die sich 
dann uf die cristan und Tütsch nation vast hatten gericht, 

5. lorhin wol betrauhten. — 9. einig fehlt. — li, gana fehlt. — ge- 
dacht und — It). Da man »tlt von der gebiirt unsors hem Jhesu 
Criati. — 20. do lehtt. — 22 treffenlich ermant. — 24. gewivltabotten. 
— 27 wider die crist«n. 



■I Die Einladung hienu lief seh nn 
Ahsch. 11, 419 ff. u. RnU-M, 7. 110. 
folgende Aufzeichnungen : 24. Mni : An die von Zdiich. Wie die hotten 
Ton der hotsohaft wegen zenj keiser nn min herren bracht band, ist tniuen 
herren gevellig. Ebd7 107. — 10. ,Iutii ; An die von Zürich. Min herren 
wellen ir hotten uf htit liber B tag ze nacht hi inen haben, nit e. mag ea 

I, und das si das ciinenj hem von Wirteniberg angendea zGsrhriben, sich 

entboten und dns nit zürnen. Ebd. W^. 



74 



1471 



inlialt derselben keiserlichen gebotten, die seinlich manungen 
und gebott witer begriffen,') Also wurdent die von Bern mit 
den zwaibunderteii ze rat, das si semliehen keiserliflieii ge- 
botten und manungen gehorsam sin und das darumbe tUn 

Ä weiten, das inen ir friheiten von niiwem uf bestftt wurdent, 
des ei oueh in ganzer hoffung und Zuversicht waren ; desglich 
rettent si mit andern Eidgnossen als vil, das si ouch iren 
wiilen darzß gabent und meinten damit ir friheiten von nöwem 
ouch ze erwerben und besteten. Und wurden also zö der 

tu keiserlichen maiestat in gemeiner Eidgnossen namen geordnet 
und usgeschickt nämlichen von Bern horr Niciaus von 
Scharnachtal *) , ritter, und von Zürich Heinrich Gftldlin. 'J 
Dieselben zwen lagen gar lange zit zii Uegenspurg mit gros- 
sem costen und begertent gar dicke und zÜ mengemmal an 

it die keiserlich maiestat und an ander herren. inen ir friheiten 
zfl besteten, als dann ander Rfimsch küng und keiser von eim 
an den andern ouch getan und inen das nie versagt hetten. 
Si wurden alweg mit göten worten ufenthalten und itbgewiset, 
dabi si wol erkantent, das der Ri^msch keiser und etlich 

so fürsten vom rieh wenig triiwen noch IVüntscbaft zu den Eid- 
gnossen hattent und wiewol sich graf Ulrich von Wirtenborg*) 
in namen der Eidgnossen und ander herren gegen der keiser- 
lichen maiestat ouch in allen triiwen arbeitetent von ir fri- 
heiten wegen, so niocht es dennocht nit beechiessen. Und als 

£.1 man lang da lag. da kament die vorgenanten hotten wider 
heim und battent von ir friheiten wegen nit geschaffet; das 
verdros die von Born und ander Eidgnossen und mochten wol 
liechticlichen glouben und sich verecchon, ein ungnedigeii 
IlAmschon keiser zft han, als ouch das die wnrheit was und 

30 sich harnach in mengeu aachen erzfiugt hat. 



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1471 75 



50. Hieiiach »tat ein inissiTe ^) von dem canzler von Ba- 
sel^), die er einer stift daselbs geschriben hat, darinne 
aller handel, zu Kegeuspurg ergangen, von einem an 
das ander giiter nias8 gelütert wirt, und i^t gnr lieplich 
und ganz Instig zft hören. 



ft 



Erwirdigen, gnädigen, lieben herren ! üwern gnaden sie 
min willig unverdrossen dienst allezit voran enbotten. Sit 
miner nechsten geschrift üch zügesant kan ich nit anders 
noch nüwes geschriben, dann das in der sach, darumb die 
herren und ander har gen Regenspurg komen sind, noch nit lo 
ist angevangen ^) ; und als ich gestalt der sach sich, so wird es 
in die lenge gesetzet und me herren, die noch komen, erwartet. 
Die nechsten fürsten, die an Regenspurg stossent, sendent 
vast ir hofgesinde und pferde wider heim und richtent sich 
uf die harr zu blibent. Hettent wir euch nache heim, ist ver- 1.5 
sechenlich, mins hern gnade gedächt euch dem nutz nach, 
danne alle ding hie türe sind. Der herzog von Burgunnen hat 
einen doctorn und ander zwon edel in deiner zal hie, die 
meinen, si sollen ob und vor allen curfürsten und fürsten 
sitzen und gan an der wirdigen stat ; damit ist man bishar ^) 
umbgangen und ist noch nit usgetragen ; damit ist zu besor- 
gen, das wir die schonen gemoleten hüser zu Regenspurg 
gar wol und lang werdent beschowen. Es sind vil weide- 
licher, stolzer, gerader herren, darzü ander ritter und knechten 
hie, aber under allen herren, geischlichen und weltlichen, wirt ä:> 
min herr von Basel ^) fiir den geredeschen und bas personier- 
tcsten herren geachtet und der gemein man rett : es wer 
wol, wurde man an den Türken ziechen, das er das paner 
voran solte tragen. Die Venedier sind kostlich hie, und ist 

3. eim. — 4. erlütert. — 7. zu voran. — 9. schriben. — 10. har fehlt. 
— 11. und als ich die dmg' erkennen, so wirt ea in die harr gesatzt 
und me. — 14. .«jich lanff zu blibent. — 15. ist verHCchenlich fehlt. — 
19. churfiirsten und andern liern gan und sitzen an den windigen 
stetten. — 21. und ist zii l^esorgen. — 23 weidlicher. — 25. geist- 
lichen. — 26 gcredesten. ~ 29. kostlichen hie und nit unbillich. 

M Eine sehr verkürzte und zum Teil veränderte Fassung dieses Hriefes 
ist nach einem in Luzern sich befindenden Berichte vom 1. Juli in den 
Absch. II, 42:^ abgedruckt. — *) Der bischutiiche Kanzler ist ohne Zweifel 




— *) Johann von Venningen 1453 — 1478. 



das nit unbillichen, dann si haben den biitel und was darin 
gebfirt. Der baber ist vast türe und were mins herren nutz 
nnd fromen, das er mins herren des schfllherren alten haber 
hie bette, der wurde -wol gewannet. Herzog Albrecht von 
,s München ') hat ainen brßder herzog Cristoffel gevangen und 
in einen tum geleit v.öi.güter.^zit, des nimpt sich herzog 
Wolfgang, ouch ir bräder, an und hette gern herzog Crintoffel 
ledig; schribt deshalben von herzog Albrechten allen fiirsten 
vast nnd swer, hat in am Sonnentag vor Johannis Baptiste*) 

I" vor dem keiser, den fürsten und andern oifenlich verclagt 
und sich sins gevangnen brfldera halb gros rechten erbotten. 
und als mau seit und ich antwurt hau hAren geben, so wil 
der keiser ander fürsten und herren, die noch komen süllent, 
erbeiten. 

ts Item am Sonnentag nach Johannis Baptiste ') bat der 

keiser offenlichen mess gehört zfl den Augustineren zu Regans- 
purg; bi dem sind die fiirsten und herren offenlichen in den 
stftlen im chore nach einandem gestanden. Aber die Burgunner 
warent nit do und ander etlich heiTen ouch nit ; der nidem 

SU grafen und herren wirt nit vil geachtet, dann für diener, 
dann iederman ist iür sich selber und achtet niemant des 
andern, als dann herren gewonet hand. 

Item an Sonnentag zu nacht vor sant Johans tag hat der 
keiser ein lang gros vasa mit harz und holz lassen füllen und 

Äi die fdrnemesten frowen zil Regenspurg lassen darzil bringen, 
der ob achzig gemeiter, schSner und der merteil edler frowen 
warent, mit denen die herren, ritter und knechte offenlichen 
tanzten an dem merket, und do der tan/ am besten was, lies 
der keiser ein füre in das vass stossen, da wart so ein wilder, 

3ü grosser ungeschafner rouch, das niemand den andern bi dem 
hellen tag mocht gesecheu; das werte wol ein vierteil einer 
stund, darnach kam das hell lutor füre harus, das bran gerad 
zu dem vass harus. wol eins hochen hus hoch ; da ving man 

7. hett* in geTn ledig. — 11. recht — 13. Biillen, erwarten. — 16. eü 
Regenspurg felilt, — 25. Regenspurg daraü beröft, der. — 20. edel 
frowen. — 28. merkt, — ^I. und wert nie dann ein viertel einer 
Btande. — 33. harus, nie diin eins. 

n-Hanchen 1465-1.5uSj Chriatoph 

Nach Lichiiowsky, GeBchi<Jitit 

"' "■ 'i. Juli die 

■ (He verkQrzte Kopie i 



1471 77 

aber an tanzen umb (ias füre, das wert me dann ein halbe 
stund, do zerfiel erat das vass und wart das i'iire zerspreit- 
Das was dem kciser ein gros frßude. er tanzet ouch und warf 

, den aiTii ut" und was als Mlich, als ob er alles unnifits hette 
'gessen, Es warent bi den frawen an dem tanze die drig 
bisch&fe von Menz'), Trier') und Eistetten'j und sus dehein 

' biscbof me, aber die weltlichen fiirsten warent oudi alle dabi. 
Das füre hies ein sonnen wendfüre. Es ist als warm hie ge- 
wesen, das vil pferde vor hitze in den stellen verdorben und 
wir dicke in die keller mAsson fliecihon. i 

Item an dem vorgenanten tage *t hat der bischof von 
Salzburg ') mess gesungen, dem band zwen sin wichbischof 
mit iren infeien gedienet ; einer sang die epistel, der ander 
dae evangelium. Der keiser, legat ") und alle fiirsten und 
botschaften warent dabi. Der hiaehof von Sakbnrg tet dem i 

:aten reverenz, das er den segcn solt haben geben, das wolt 
der legat nit tun. 

Item nach der mess ging der keiser mit sampt dem car- 
dinal, ouch allen fih-sten und hotten uf das rathus in einen 
witen sal, daselbs ein herr und diener des keisers, genant = 
Tredentinus '), rett offenlichen von des keisers wegen, wa- 

, rumbe er dis beröfunge hett getan und entschuldiget den 
keiser, das er als lang usbliben wer, und seite die Ursachen 
1 Bomgkirchers und derselben lüten. die er hat lassen ent- 
houpten. "} Darnach seit er die ander saeh. die nicnian kond ^ 
verstan noch gemcrken, dann Tredentinus ist ein cleins nianli 
und nit wol gesprech. dann der nechst, der neben im stund, 

I mocht in nit wol verstan, was er seit ; er hat glich ein stim 
als die glocke zu Ulten ein ton, die ti^nt als ein alter kessel. 

I Es Soch iederman us dem sale on die fiirsten, herren und > 

4, arm of und meint, er hette ein I5wen übtr wunden. — 5. Es wiiren 
oncih bi — tanz die drig biBchßf. — S. Eiatetten und sus kian ander. 
— 7. aber frhlt. — 10- wir ouch. — mQaaen wichen. — 14, ond aller 
ander fiimten botschaften. — 19. in da«. — 20. herr und fMI. — 
24. Bomkirchers. — 26. merken. — 27, nechat neben im niocbt nit. 



'} Adolf ll„ (Iraf von Nassau, 14(11-7,5. — ') Johann IL, Mnrkgraf 
Ton Baden. H5f3-lS08, — '1 Wilhelm ?on Belchenau 14fi4 — 91. — 
*) 23. Juni, - ') Bemhiird II. »on Hohr, 146«— 82, Erabiachof von Salzbur«, 
— *) Der Kardinal Au)^stinuB Patrizi. — ') Johann Hinderboch, Uischof von 
Ttient. UBS— 7ü. — ^Andreas Bautnkircher und Andreas Greisseneeker . 
wurden am 23, April m Graa hingeriühtet. Janssen, Frankfurts Reich». 
korreaponden/ Tl. 261. Ausführlich hivndelt über die ßauuikircherfehJe 
, A. Ruhet in der Geschichte Oesterreichs III. 239-42. 



botten, die vü« eren wegen clo müstcn bliboii. Tredentini 
atünd vor dem keiser, den mocht oiicli niemand 
noch gehfiren ; es solt ein tapfer, redlicher man mit einer 
veratentlichen luten rede uf einem lioctien stfll sin gewesen, 

i das man in hette in^gen aeohen, doch ist die als ander Ord- 
nungen. Alle fiirsten, herren und botten sasaen in ir ord- 
nunge, aber die Burgunner stünden und wollen nit sitzen und 
meinten, ir herr der herzog were euch ein curfiirst, darunib 
si ob allen andern fürsten sitzen soltent, so wil aber der 

' keiser nit, das si ob deheinen andern fürsten sitzen ; so wel- 
lent die curfiiraten den herzogen von Burgunnen weder t'iir 
einen keiser, curfiiraten noch andern fiirsten des richs halten, 
sunder meinent si, er gehöre nit als ein fiirste, allein als ein 
graf von der grafsuhaft Burgunuen wegen, zfl dem rieh, und 

< stand die ding also in irrung. Und wiewol Tredentinus nit 
verstanden wart, so ist doch das die meinung siner fiirleguuge, 
das der Tiirk mit grosser macht richsne und alle alt und iung 
cristen menschen, die er ankom, ertftt ; die andern die ver- 
miiglich sind, schicke er hinder sich, die ewicliehen slaven 

1 und martrer sin müssent; die kindtin lass er an den zun- 
stecken spissen und habe nit not nach den slossen, die mit 
stürmen oder sus zB gewinnen, allein verwiist er das land 
darumb, wann dann die in den slossen nit me uf dorn lande 
vindent und inen nit zugelassen wirt. dann mfissent si von 

. inen selbe darvon gan und sich in einen gewalt ergeben. Er 
sie ouch bis gen Windischen Gretz gewalticlithen komen und 
habe das land in, das des keiaere gewesen ist und der keiser 
daselbs zä mongemmal sin kurzwil mit beitzen. und iagen 
habe gehebt, und der Tiirk hab so vil cristenlandes bis gen 

. Gretz gewunnen, das als wit und breit als von Gretz bis gen 
CiMn sie, das ist ein iemerlieh erschrocken ding. Indem hat 
euch Tredentinus vit alter historien erzelt, damit die fiirsten 
und herren zii den saclien dester mer bewegt wurden ; danno 
solt dem keiser das nit gelangen, so wurde er und das 

1 Rfimsch riebe vertriben nnd nit zwivels sin, der Türk wurd 
necher dann in zweien iaren in Übertütschland komen; mit vil 
unverstentl icher worten. Damit ist der abacbeid ntlzemal, das 

9. das wil ttber der keiser nit gestatten ; so wellen oucb die. — 13. 
er dien nit witer darz& nn das rieh, dann allein als ein graC ron der 
graftchafl Burgunn wegen. — 17. alle cmtentnenschen jung und alt. 
— 19. Bchlaven. — 20. kinder. — 23. darumli fehlt. — 24. nnd ineo 
nit me. — 25. iich an in c-rj:t'ben. — 2(^, lü mengen nullen. 



1471 79 

uf mitwochen nach Johannis Baptiste *) allein alle fiirsten in 
des keisers herberg komen süllent, und mag ein ieglicher ein 
oder zwen siner raten mit im bringen, ein underredung haben, 
bis me fiirsten und herren koment. 

Item des küngriehs von Behem wirt mit einem wort nit * 
gedacht ; man kan euch nit verstan, was gewalts der legat 
hat, er wil sich noch nit bruchen und hat wenig gehandlet ; 
iederman het gern vil von im, es wil aber nach minem be- 
dunken nit gan. Ob er nit gewalt habe, oder es verzieche 
umb ander sach willen, weis ich nit, dann wir können nit von lo 
im bringen. 

Item der bischof von Menz hat an den keiser begert, in 
die Römschen canzlii lassen usrichten, nachdem er dann 
canzler in Germanien ist. Daruf hat der keiser im sin insigel 
uf sant Johans tag lassen antwurten und er wil dem hof nach- i.^ 
volgen und der canzlii gemessen ; das ist dem alten canzler 
widrig, dann er die canzlii gern wider hette. 

Item an zinstag nach sant Johans tag ') sind margraf 
Carle ^) und graf Ulrich von Wirtenberg ^) umb vesperzit mit 
einandern zfi Begenspurg ingeritten, und band beide gehebt jo 
druhundert und fünf und drissig pferde ; denen sind engegen 
geritten ein viertelmil wegs nämlich der legat, der bischof 
von Menz und Trier, der marggraf von Brandenburg*), die 
bischftfe von Trient, Basel, Eistetten, Ougspurg**), graf Eber- 
hart von Wirtenberg und herzog Ludwiges ') rate, uf sech- 2;> 
zechenhundert pferde. Hand die genanten zwen herren von 
Baden und von Wirtenberg acht trumeter vor inen gehebt. 
So sind sus aller fiirsten und herren trumeter mit mins hem 
des keisers euch do gesin, der aller in einer zale warent 35 
trumeter, vier gros bocken, das alles mit einandern ging, und so 
was ein gros blosen durch die stat. Es lüflfen euch 24 friheit- 
büben mit iren lotterhölzlin vor inen und schruwen alle mit 
einandern durch die stat : 

15. wil ouch dem. — 20 beid gehebt nit me dann. ~ 22. die bischof. 
— 27. von fehlt. — 31. ouch me dann drissig. 

«) 26. Juni. — «) 25. Juni. - ») Markgraf Karl von Baden 1453—75. 

— *) Graf Ulrich von Wirtemberg-Stuttgart 143.S— 80, der Valer des nach- 
her genannten Eberhard. — *) Albrecht Achilles, Kurfürst von 1470—86. 

— ^) Johann IL, Graf von Werdenberg, 1469—86. — ^) Ludwig der Reiche 
von Bayern-Landshut, 1450—79. 



80 



1471 



Hie konient die hochgebornen forsten und herrea, 

die Sechen essen und trinken gern; 

si gend hüreii und btiben gnüg, 

das ist linser und aller friheiten ffig, 

s als dann solicher liiten gewonheit ist. Und was ein gros leben 
mit trumetern und schrigen, das nieman sin eigen wort mocht 
gehören. Die lierren alle rittent mit beiden herren und ir 
ieglichem in ir herberge. 

Item an mitwochen vor Fetvi und Pauli ') ist herzog 

D Jßrg, des riehen herzogen afin') mit wenig volkes, das zä im 
gehört, komeu ; dem sind sins vattera und etlicher ander 
herren diener engegen geritten uf vierhundert pferde. Des- 
selben tages sind der keiser, die forsten und Herren bi ein- 
andeiTi gewesen und ist man drig stund darmite umbgangen. 

s bis dos herzogen von Burgunnen rate gesetzt wurden ; die 
sind also gesetzet: es ist graf Friderich von Helfenstein des 
kiings von Teumark ') botscbaft worden ; da wart ein stül 
neben us gesetzt, daruf wart dieselbe botscbaft und euch die 
hotten von Burgunnen züsamen geordnet, damit si bi eins 

'I kCujgs botten sessent. 

Item darnach wart ouch von disen dingen gerett. und tet 
der bischof von Eistetten die fbrlegung; der ist ein roder als 
Tredentinus, und nach vil worten was des keiaers meinung : 
die fiirsten, herren und stette sollen zochentusent gewapneter 

b zli ros und fils hinab uf die gemerke wider den Türken legen, 
die iren harneseh, züg und costen mit inen brechten, dann 
der Türk das land daselba unib ganz zerstört bette, das man 
kein cost funde ; darnach solte man von einem gemeinem 
herzug reden. Also was der abscheid, iederman solte sich 

a bedenken bis momdes am dornstag umb die zechende stund. 
Die fürsten hattent sich aber in irem ratgeben gesündert, *) 
nämlichen die eurfürsten ziLsamen , die andern weltlichen 
fiirsten züsamen, die geistlichen zQsamen und der stetten 
botten züsamen; doch wart als vil hin und bar gerett, das si 

; alle zäsamen kamen, die vorhin bi einandern gewesen warent. 

3. 91 geben. — 6. Irumetea. — nidtuan den andern h&o'n mocht. — 
8. au ir. — 12. mit rierhondert. — 18. und uuch di« botaehaft. — 
21. und was der bischof von E. fiirmünder. — 2b. an die gomert — 
27. umb fehlt. — 29. redun und Bo!t sich iuderman bedenken bis 
momdeii umb. 

'I 2R. Juni. — ■) Geb. U55. — ') ChnBlian f. 1448—81. — ') Dieu 
Ständi^lwratnng iaf. auf den 27. .luni aniusetien. 



U7I 



81 



Abel' der keiser was nit dabi, und band sich aber gesündcrt 
gehebt mit namen die curfiiraten aliein, die geistlichen und 
■weltlichen tiirstcn bi einandern und der andern ftirsten und 
herren botten bi inen ; der stetten botten warent ouch be- 
sunder, und uf demselben tage von den geistlichen und weit- ä 
liehen füraten und herren botten ziigeseit und den curfilrsten 
die antwurt geben, das man von stund an zechcntusent ge- 
wapneter zu ros und t'üs hinab an die gemerk wider den 
Türken senden seit ; und ob dann der Türke dieselben zechen- 
tuaent ankeme, dann ist ein zusagen beschechen, das man si lo 
sol entschütten : ouch solt man von einem gemeinen bcrzug 
wider den Türken und einem gemeinen lantfriden reden; wann 
das beschicht, weis ich nit. Der stetten botten band sich 
daruf genomen zö bedenken bis an fritag vor Petri und Pauli ') ; 
ist der abscheid, das man an demselben fritage und alle ander n 
tage umb die achtende stunde vor mittage uf das rathus 
komen sol ; aber des herzogen von Burgunnen botschaft hat 
das nit ganz abgeslagen. So bat des herzog von Veldenz *) 
botschaft geautwurt : ir herren haben kriege und k&nnen nit 
darzQ getan und sie von dem keiser und menglichem ver- m 
lassen. 

Item an dem genanten dumstage^) nach dem nachtmaj 
ist ein grosser tanz an des bischofs von Trier herberg, und 
dabi sind gewesen alle weltliche fiirsten, und der bischof von 
Eistetten hat ein frMichen mttt mit den gemoiten frowen a 
gehebt, dann er ist ein iunger man und costlicben zu Regen- 
spurg: er ziicht und halt sich als ein grosser fürst und hat 
alwegen siben dein knabeu und ein marstaller mit acht 
hübscher hengsten nach im riten. Es nimpt den legaten fr6md, 
das man den bischofen von Menz und von Trier swert vor- ao 
treit, doch mUs er des zfisechens gewonen, dann der bischof 
von Eistetten hat selber vor im ein vortanz. 

Item am fritag ') ist der keiser, die curfürsten, fürsten 
und ander herren botten in das ratbus komen und der stetten 
botten ouch, und warent von sechsen vor mittag bis sechsen ta 
nach mittag nüchtern do. Die stett waren allein ; do gab min 

2. gehebt /'A''. — 10. dann «ol man 61 enUohiitten. — 18. iniltem 
tage. — ai, iiend. — 30. und Trier. — 31. dann der bi» yatiajij. fthlt. 
— 3S. waren xwAlf «tund oneiiiaDdem näcbtern da. — 36. gab man. 

e, PfahgrHl' von Vtldenz und 



lierr von Monz von atlor curfdrsten , oiich ander fiirsten, 
geistlicher und weltlicher und ir aller wegen dem keiser dis 
antwurt: das si umb gottes, cristenlichen gloubens und der 
KAmschen kilchen willen die zechentuaent man ordnen, und 

j ob si durch den Tflrken bekiimbert wurdent, si entschütten 
und den herzug helfen tun woltent ; doch das der keiser einen 
gemeinen landsfriden fürneme und iedemian wissen m5chte, 
wo er ein ustreglich recht funde. Des hat der keiser inen 
vast tön danken. 

> Item daruf ist geordnet, das der keiser vier us sinen 

raten, die cui-fürnten und der fiirsten botteu fiinf us iren r&ten, 
die geistlichen fiirsten fünf us iren raten, und die grafen und 
Herren drig us iren raten darzil geordnet, underredung ztl 
haben und zu ratalagen der ufrüstung halb der zechentusent 

I mannen von des entscbiittens , des herzugs und gemeines 
lantfriden wegen. 

Item des kiings von Tenmark herolt bat an demselben 
fritage dem keiser ein credenz uf graf Fridrichen von Helfen- 
Rtein, sinen rat und diener, der ziigegne was, gesetzt; derselb 

I graf euch dem keiser einen zedel hat libergeben, darinne der 
küng von Tenmark vil underwisunge gesetzt hat, wie und an 
welchen enden der Törk sie anzügriffen und sieh damit er- 
botten, libs und güts mit aller siner macht zä dem keiser in 
disen dingen zä setzen; hat ouch tGn bitten, im den abscheid, 

, wie der beslossen werde, zu senden, das man im zögeseit hat. 

Item der Venedier botten hand geseit, der Tiirk bekiimber 

si und die iren vast, des si sich mit, grossem costen erweren 

müssen, und habend zU disen ziten hundert und sechzig gateen 

uf dem mere wider in und acht grosser schiffen mit costen, 

) und zougten darumb ein glouplicb bull mit einem bligen in- 
aigei ; und batent den keiser nit abzulassen, sunder sin macbt 
darinne zu erzeugen, das si ouch t&n woltent und wartent 
täglich der Tiitschen hilf; wart inen ouch gütlich ; 



5. wurden, die helfen entBchiitten -, doch. ~ 7. dninit ouch iederman. 
— 8. wa — Da» hat der keiser zu gutem dank genomen. — U. tur- 
fiiraten, förefeii und lierren hotten. — 17. deniRplben tage. — 18. 
Friderich von HelfeiiBtein geantwurt ; derselb graf im oueli ein zedel 
hat nhergeb«n. darinne <ler genant kiine vil und-rwiaiinge geben hat 
wider den Tilrken und eich aamit dem Keieer libs und güls erbotten 
mit ganzer miicht und ouch umb den aliBcheid, wie der eetnucht 
wurde, gebetten, — 20. geaeit iren komber vom Türken und wie si 
sich sinen mit. — 28. und ietx hundert und sechzig guletin uf dem 
mere wider in hoben. ^ 29. costen. nfiugten ouch durumb. 



1471 



SS 



Si meinten aber, wurde der Türk verneinen, das der erst mi- 
slag nit nie dann uf zectientutient man gesatzt were, er wurd 
gedenken, das die criatenheit nit me vermßeht, und sich dester 
fürer mit einem Volk sterken ; wart men geaeit von der ent- 
Bchiittung und berzugs wegen. 

Item diu Burgunncr band geantwurt: ir herr si mit krieg 
beladen, wellcut das an in bringen, und si nit zwivels, wann 
er sins kriegs abkom, er werde sich darin den curfürsten und 
andern fiirsten glich halten und mit siner macht tun, als 
einem ciistenlichen fürsten wol gezimpt. i 

Item der stetten hotten wellen morn uf sant Peters und 
Paulus tag ') antwurten ; desglich herr Niciaus von Scharnach- 
tal von Bern und der GiMdli von Zürich, dia zä Regenspurg 
oucb sind, antwurten wellen: denen ist ouch alles fämemen 
und anslacbeii erzelt. ■ 

Item der bischof von Salzburg ist in drin tagen nit bi 
den Sachen gewesen, danu er meint er sfllle ob den fürsten 
von Peiern sitzen, das meinent die fürsten nit : also hat der 
keiser uf hüt an die türe des sales im rathus tBn ein schrift 
auslachen, inhaltende, ob dehein fürste ob dem andern scsa, : 
anders dann sin solt, das solichs ir deheincm an sinen ge- 
rechtikeiten und harkomenbeiten schaden sol bringen. ') 

Item der bischof von Costenz *) hat ein techan und den 
Lanzen') gen Regenspurg gesant. So ist die stat Regenspurg 
nit mit ander stetten hotten in solicher antwurt, sunder wel- ^ 
lent si in die ding nit gehellen, es werde dann vorab ein ge- 
meiner durchgender frid gemacht. 

Item der keiser ist weder noch zÜ kilchen noch in den 
rat geritten, sunder alwcg zu füs gangen, und gand im dicke 
bi dni- oder vierhundert rittern vor, darnach herren und a 



4. da wart ine 

7. liberladen. 

rinne den churtürtteu und andern fiirsten nit abeändem. — II. uf 

BBnt Peters und Paulus tag /''AU. — Ih. ond der antrag miteinandern 

errelt. — 19. hilt deahtiJben. — 20. «lachen, inhultfin. - 22. harkomen. 

~ brins^n fehlt, — 25. botten LenA^g und weilen darin nit (rnhellen. 

— VI. friden. — 28. int noch weder. — 29. gand im nierenteiU oh. 

') 29. ,Tuni. — '( Am 28. Juni erklarte der Kai-er. daai die etwa ver- 
letzte Bangordnung beim Sitnen niemiuidein Eintrug thiin sollo. Lieh- 
Bowekr Vir, Res- T^^iSii — '^ Hermann von Breiten landenberg H66-74. 
Siebe Ph. Roppert, die Chroniken der Stadt Konstinz, 8.440. — ') Ludwig 
Bader, genant Laut von Liebenfele, hiethCllicher Rat. 



84 



1471 



f 



grafen, darnach der Venedier botschaft, nach dero die bischflfe, 
nach denen die weltlichen fürsten zeni sechsten am keieer, 
darnach der keiser und an siner rechten siten der bischof von 
Menz, zft der andern siten der bischof von Trier und marg- 

h graf von Brandenburg, und dannenthin die gelerteu und das 
gemein volke. 

Itom der margschalk von Bappenheini, ') als ein erpmarg- 
schalk des richa, treit dem keiser allezit ein Mos swert an 
scheiden vor, Wann dann der legat da ist, so gat er an der 

) rechten siten des keiaers, dem treit man das criitz vor. Und 
den curfürsten treit man kein swert vor in gegenwirtikeit dos 
keisers ; dann in gegenwirtikeit der obern sol der undertanen 
ere sich derselben nit beglichen. Wenn aber die curfürsten 
an den keiser mit einandem oder insunders gand, so treit 

^ man ir ieglichem ein kostlich swert vor in der scheiden und 
nit blos. 

Item es ist noch nie rumor in der etat gesin, als under 
semlichem volk wol beschechen mftcht ; und die von Regens- 
purg band geordnet, das alle stund, nacht und tag, bi sechzig 

I knechten mit ir werinen in der stat umbgand, die sind geteilt 
und habent darzß bi fünfhundert gewapneter heimlichen Ver- 
stössen, ob sich dea ützit erhübe, das si dann darvor werent. 
Item min heiT von Basel ist allernechst bi der Juden- 
gassen enmitten in der stat zft herberge, und wir kftnnen nit 

1 zem hus uslügen, wir müssen die Juden sechen und hören 
singen. Si hand ein gros gassen mit vil köstlicher hüsem 
allein in, die hat als wit begriffen, als die stat Louffenberg; 
ir sind ob drühundert Juden do, ii' getar aber keiner usgan 
in die stat. Der liaber ist vast tiire und slacht uf, nämlich 

I drig secke vol, als man gewonlich ztl Basel secke hat, umb 
vier guldin und ist zi'i besorgen, er werde noch tiirer; und 
wer gftt, das der schiilher und alt vicarie iren haber herfßr- 
tent, si lostent darus vil geltes. Die stallung ist torlic-h an- 

1. nach der die bischBfe, darnach die. — 7. erzmargschalk. — 8. und 
14. ün. — 19. BBchzig man mit iren. — 20. die eind Koteilt fehlt. — 
21. bi fehlt. — hpimhch verborgen. — 22. des fehlt. -~ 23. am nech- 
aten. — 27. Ii:>affenber^ mitciiiandern ; ir Bind me dann dn^hundert 



und tar kein 

umb vier gdldin 
ist ouch. 



ne, QueUenaamralung I, 508) heiast ihn 



1471 



85 



geBechen, dann es ist ein Ordnung gemaclit. das man von eini 
pferd ein tag und nacht für h6w und strow acht pfennig 
geben mÜs. Dem keiser ist vast ernst in diaeii sachen, so 
sind alle fürsten, herren und stette von begirlichem gutem 
herzen mit aller ir macht geneigt, oh andei-a der gemein li'id .-. 
gemacht wirt. 

Item an sant Peter und Paulus tag') hand der steften 
botten zu glicher wiae als die curfiirsten, fursten und herren 
hotten ouch zÜgeseit und zwen us inen , einen ritter von 
Strasburg und einen von Nürenberg zu den andern geordnet, lo 
mit inen über die sachen sitzen und helfen ratslagen. 6ot 
well, das es ein guter anfang sie und noch ein besser end 
werde ! 

Item der Iteiser wil nit, das die herren, ritter und knecht 
weder mit einandem scharpf rennen, stechen noch desglich tt 
anfachen und meint, er si nit darumb hie, sunder umb gä- 
meines nutzes und fridens willen, die cristenheit zli beschirmen. 

Item die Venedier*) haltent sich nit zfl der stetten hotten, 
hand ouch kein gemeinechaft mit inen und halten sich in 
ftirsten wise, und als der atetten botten ir antwurt etwas tagen su 
verzogen hatten uf die meinung, st woltent nftzemal nit fürer 
zusagen, dann uf ir annal der zechentusent mannen zfl senden ; 
aber von des entschiittens und gemeinen herzugs wegen wol- 
tent si hinder sich bringen, es were dann vorhin ein gemeiner 
lantfriden gemacht. Wart daruf als vil mit inen gerett, das »s 
si US einer notdurft ein tugent gemacht und als ander fürsten 
und herren zQgeaeit hand. •) 



2. pferdi: tag und nscht für hdw iiDd atfow einen Bebemich git- — 
6. ir fehlt. — «. botten glieber wise. — 10 geordnet, mit inen die 
(tinit helfen handien nach dem besten. — II. Got well bis werde frhlt. 

— H. das die herren weder ritt«r noch ander. — \h. noch rdb stechen 
und meint, man aie darumb nit darkonien. — 17. nnd friden» ffklt. 

— 18. lt«m die Vencdier hand kein gemeinsame mit der stetten botten 
und halten sich ab fursten und haben ouch der stetten botten nit 
witer wellen zünden, dann uf die zechentusent manne, nach ir an- 
zal. — 25. iils TÜ fehlt. 



'I 29, Juni. - 'I Der Orator der Tenetianer Gesandtschalt faiesa Dr. 
Barthol. Cepola. thmel. Beg. Friedrich» IV. Bd. I. 8. 616, - ») Daa Re- 
Boltat dieser Verhandlun^n über den Landfrieden und den Tärkenkrieg 
liegt in rinem undatierten Feicliatagsabschied vor, der aoaEUgsweise bei 
Chmel. Kegesten t'riedrichs IV., Bd. I, S. (!25 mitgeteilt ist. 



sc 



1471 



I 



Item von des kiingricha wegen von Behem sind uf Petri 
und Pauli niere gen ßegenspurg komen, der kilng von Polant') 
babe den merenteil des küngrichs ingenomen ; und das der 
kUng von Ungern ') ein verdriessen hab, das der babst und 
-. keiser im des küngrichs nit haben wellen gAnnen, sunder 
ander darzil fiirdem; und besorgt man, er werde sich darumbe 
zil dem Tiirken slachen, das der cristcnheit nit gut were. 

Item an deni letsten tage Julii ') santent hinweg von Re- 

genspuig der von Wirtenberg hundert pferd und graf Eber- 

( hart anderthalb hundert, costen zÖ ersparn : dabi zÜ verstau 

ist. das man nocb etwas zites zll Regenspurg mfis harren ; 

die zerung ist ouch ttire. 

Item der keiser hat zÖ grossem dank und gevallen ge- 
hebt, das die fiirsten und herren, ouch die stette im als ge- 

i horsame sind gewesen ; hat inen vast tun danken und sich 
erbütten. das ztt allen ziteu mit grossen gnaden gegen inen 
zS erkennen. Und als die '2b persorieu obgemelt von allen 
Sachen geordnet, so sind us denselben vier geordnet, die allein 
auslachen sullent, wie und was landen die coste der zechen- 

I tusent mannen si z& bringen, und was si darumbe ratslagen, 
siillent si den andern zu verstau geben ; das ist am .Sonnen- 
tag nach Petri und Pauli ') beschehen. 

Item herr Niclaus von Schamaehtal und Heinrich GÄldli 
meinten die saehen hiuder sich zB bringen. Als ich veratan, 
I so gat man daruf uuib, das die geistlichen prelaten under den 
weltlichen herren gesessen sind, das dann dieselben ouch 
witer dann ander selten beladen sin und tlin ; das nacli mi- 
nem bedunken nit zimlich were. 



I. aind niiwe mere hnrkomen, der küng. — 4. Hungern. — 5. im des 
nit. — 8. von Regensburg /'ehlt. — 10. dubi miin merken mag. — 

II. etwas tilea harren müa. — 12. die zerung bis türe fehlt. — ' 12. 
Item der keiser bat zA gTOssem geiullen^ das die hern und stette im 
als ffehotsam sind gewesen ; hat inen tun fnlntlich sagen, das gein 
in allen in gnaden ze erkennen. — 17. nfl allen, — 18. vier genomen. 

— 19. wie und yon woa, — der cost. — 21. das ist ouch bescheehen. 

— am Sonnentag nach P. and P, fehlt — 2A. venneinteu. — Als ich 
Terstan fehlt. 



'1 Kaaimir IV, 1447-92, — t^ Mathias Hunvad Corvinus 1458-90. 
Ueber die Heeiehungen des Kaisers zu Ungarn, Polen und Böhmen vgL 
Huber, Geachichte Oesterreichs III, 242— C. — ') Ist verschrieben für Juni, 
— *) 30. Juni. 



Item der lantgraf von Hessen ') ist am inentag nach Petri 
und Pauli *) unib mittag ingeritten. hat bi vierhundert pferden 
gehebt, alle in rotem cleiile ; im sind zwftlf knaben nachge- 
ritten in roten sidinen rficken ; er hat euch ein roten samit 
an. Und der rittern und edlen renner hatteiit zwei und fünfzig 
roter sidiner fanen an denen spiessen, der iegliches von dem 
isen der glenen bis uf den ategreif ging und zweier elen 
breit was. Dieselben renner rittent je zwen und zwen mit 
einandem und baten ein hiibscb Ordnung, si warent alle ge- 
wapnet. Der marggraf, Wirtenberg, üesterich, Ougspurg, i 
Trient und etliche ander warent im engegen geritten. 

Item man ist diser wuchen rainer herren des erzbiachofs 
von Cflln und des herzogen von Sachsen ^) warten. Des erz- 
bischofs von Trier, marggraf von Brandenburg, Baden und 
Wirtenbergs hofgesinde sind in swarz, graf Eberhart- von i 
Wirtenberg in brun, sust sind aller ander fürsten und herren 
diener alle in rotes becleidet. üf gestern gab man vierdhalben 
soni wins des mesaes von Basel umb zwenzig Künscher güldin 
des suren wins. *) 



öl. Hienach »itat mit wie viel pt'frden die fürsten und t 
Herren zii Uegcnspurg ingeritten siud. '| 

Item der bischof von Menz, der marggraf von Branden- 
burg und der herzog von Mecbelburg^f knment mit einan- 
deren und hatten 1100 pferde. 

Denne der stetten botschaften hattent . 360 pferde. i 
Denne der legat kam mit 65 pferden. 

2. ingeritten mit vierhnndert pferden. — 'A. wind nach. — 6. faneii an 
den glenen, — von dem-isen bi» ixn den ategreif «ing. — 1'^. miner 
herren fthlt — 16. aller fiiraten und herren diener in rot hecleidet. 
— 17. vierdhalh. — 18. da« meM. — 19. und dennooht «uren. — 
21. und hatten /eft». — mit llt», — 25. hattent fehlt. — mit 865. — 
26. kam fthU. 

*) Welcher? - «11. .Inli. — •) WelcherV — *) Einen Anhaltspunkt 
für die Datierung des Briefes gewährtdie Stelle S. 83, ZI, 19, wo mit Be- 
stimmtheit uuf den 28. Juni hingewiesen wird. Da aber Vorkimmnisse 
Totn 'l^. Juni bis zum 1 Juli noch Erwähnung finden, ao darf der AbschluBB 
des Briefes nit'ht vor dem letEt^ena nuten Tage angesetzt werden. Die 
Kopie von Ku9S weist aueh daa Datum des 1. Juli auf. Absch. II, 424. 
— °) Belindet sieh ebenfalls als Anhang in dem oben ancefDhrten Be- 
richte. Absch. II, 424. Ein auBfährlichereiJ Verzi'ichnis gibt die SpeiL'riachc 
Chronik in Mone, Quellen Sammlung I. 506-8. — ") WoldierV 



8S 1471 


■ 


m 


Henne herzog Woltgang von München . 


!00 


pferde. 1 


Donne der bischof von Trier kam mit . 


300 


Pferden. ■ 


Denne der bischof von Eistetten mit 


120 


Pferden. ■ 


Denne der bischof von Salzburg und Passow 


360 


pferde. ■ 


'■ Denne der bischof von Trient mit 


100 


pferden. 1 


Denne der bischof von Spire ') mit . 




50 


pferden. 


Donne der bischof von Brixen ») mit 




30 


pferden. 


Denne der bischof von Basel mit . 




40 


pferden. 


Denne der bischof von Oiigapurg mit 




40 


pferden. 


111 Denne der bischof von Gurk ') mit . 




18 


pferden. 


Denne der bischof von Kiensse*) mit 




21 


pferden. 


Die weltlichen Ersten und herren : 


1 


Item der keiser mit sineii berren und dienern und andern | 


statten, die bi im sind, mit . . . 


ISOO 


pferden. 


15 Denne herzog Ludwig mit . 


1300 


pferden. 


Denne herzog Älbrecht von München mit 


400 


pferden. 


Denne herzog Ott nnd sin brüder») mit . 


415 


pferden. 


Denne graf Eberhart von Wirtenberg, mit 


25ä 


pferden. 


Denne die rSte von ßurgunnen mit - 


20 


pferden. 


so Denne der abt von Waltsaxen mit . 


20 


pferden. 


Denne die hotten von Meilaiit mit . 


8 


pferden. 


Denne der lantgraf von Pfrem mit . 


20 


pferden- 


Denne des herzogen von Sachsen rate mit 


16 


pferdcn. 


Denne die hotten von Venedie mit . 


44 


pferden. 


s.i Denne der marggraf von Baden und der von 






Wirtenberg kament mit einandern mit 


,535 


pferden. 


Denne der lantgraf von Hessen mit . 


400 


pferden. 


Denne ander herren, ritter und knecht mit 


3000 


pferden. 


Darzii vil ander personen geistlich und weltli 


ch, von 


mannen 


w und frowon, derselben sind unzalicb gewe 


sen. 




1. Milnclieii mit. — 2. kivni /-ffftW. - 18. lunJ ntnl 


rii l>i in 


wonenUe, 


— 26. kament fehlt. - 30. der m\<i. 






') MBthias von Ramiögen U64— 7B. — 'j Georg 


oUer 14ß4~89. — fl 


') Lorenz Edler von Freiberg M69— 87. — ') Bernhard 


von KmiburK 14A6 ■ 


liis 1477. - >) Otto II, 1401-99, Pfalzgraf m Mosbach 


und zu 


Neiunarkt H 


miJ sein Bruder Johann, Domherr tu Augsburg und M 


■ 


J 



ä'i. Von dem rechten nnfang des BurguiDschen krieges, 
and wie sich die snclien von einem an das ander 
marhten und erliAbent. 

Und als die vorgenant richtunge vor WalzhÜt getroffen 
gar luter wiset, wie die von Schafhusen umb alle ir sachcn ^ 
und ansprachen und snnderlich von des von HSwdorf wegen 
abgetragen Holten werden, das mocht inen nit gelangen, wie 
dicke si das ervordretent. ') Wann das alwegen der genant 
von Höwdorf si und die iren ie lenger und vester beswerte 
mit den keiserliuhen oditen und bannen, die er über si wider w 
billicha erlangt hat, si und die iren an Hb und gilt zfi ache- 
digen ; und treip das nach der richtung als lang und vil, das 
ie die von Schafhusen das nit tnc erliden moehtent und clag- 
tent das denen von Bern und andern Eidgnoasen, zB denen si 
verbunden warent. und raanten ouch die ir geawornen pöndon, m 
inen hilflich und daran zÜ sinde, damit inen nach lut der 
richtung gnflg beschoch und herr Bilgrin inen abgenomen 
wurde; und tribent das so monigvaltichlichen. das die von 
Bern und gemein Eidgnossen zÜ rat wurden und schribent 
dem fiirBten abermals etwic dicke gar treffenlichen, das er w 
dero von Schafhusen und ir burgern, der von Fulach halb, der 
richtung nachkeme, und herr Bilgrin inen abncme und daran 
were, das si von im förer unverkumhert hüben, anders mftcht 
man nit gelan, mau mfisto inen hiltlichen sin nach sage der 
piinden, damit si nach inhalt der richtung unelagbar gemacht «& 
wurdcnt. Desglich ervordert und schreip man dem fiirsten 
ouch von dero von Rapperswil und ander personen wegen, die 
des iren ouch nit bekomen mochten*); aber so me man batt 

3. und erhübent fehlt. — 4. Und als dann. — troffen. — 9. iren ie mar 
beawert. — 10. er uniiailich wider «i erlangt hat — 13. nit raer. — 
15. vermanten, — IB. menigTultin- — 20. etwie dicke frhit. — 22. und 
den von Höwdorf inen. — 23. bliben, man mfist inen anders hilflieh 
ein nach sag der pünden. — 2.^. diwut si bts gemacht wnrdent fehlt. 

') Ueber die UeudorfiLncreleKenbeit vgl. Abschiede II, 429, 430. 444— 
449, 454, 455, 457. 46.S. 469. 472, 475. 478. 484, 530, 57ß. 613. Sie »og aich 
bis io das Jahr 1476 hinein, — *) Die Utadt Rapperswil kam 1469 in die 
HeichBacht, da sie rait Wnldshot, LanJenburg, Neuenburg und Villingen. 
denen «ie verpfändet gewesen '—" '- «'-"'• -—"-t n„-„..ii,« -^..j« ..«.. 

am .1. Nov. 1474 hppndiirt. Vff 



1 Streit geriet. Derselbe wurde cni 



Penonen > ist Kaspar Knllpr verstanden, dessen Streit mit Herzog Sigmund 
von Oe^terreioh die Taffsatanng von 1417 — 14»* beschäftigte. Siehe 
Th. V. Liebennu, Kaspar Kollers Streithandel mit Herzog Sigmund von 
Oeeterreith. Sep, A. 52 S. Vgl. auch unten Kap. 114. 



9U 



HG9 



und schreip, so minder dia angeseehen wart und alwegen mit 
gevariicher, unfrüntlicher anfcwurt angehenket, daran die rÄto 
me acliuld hatten, dann der fürste. ') 

An disem verlengern und ouch dem mütwillen fCirnemen, 

1 des sich dann on ufhftien der von Hfiwdorf tegliclis gebruchte, 
was nit allein der fürst von Oestericli, als vorstat, sunder gar 
vil nier schuldig sin lantv5gte, rflt und ander edlen, die er uf 
sinen emptern, lechen und di^nsten hie ussen im Sunkow, im 
Elacs, im Hegow und andern enden hat, die in darumb, das 

I inen ir dienstgelt und sold nit abginge, alwegen wider die Eid- 
gnossen anrettztcnt und vil aachen fürgabent, die aber an inen 
selber nit war worent ; wann er ouch selten bi inen, dann 
gewonlichen alwegen an der Etsch was, deshalb er ir sachen 
und Verhandlungen in dem und anderm nit wo! mocbt ver- 

I nemen, noch des innen werden. 



53. Das der TOrgenniit herzog SiErniund zeni küiig von 
Frankricli reit und die Kidgno.ssen in mengen snclieii 
gar treffenifch verclagte. 

Darzfi brachten ouch si durch solich unwarlich verclagen 
ta z&wogen, das gros besampnuiigen zÜ Niirenberg, zQ Frankfurt 
und an andern enden von den curfürsten, ouch andern fursten 
und herren, in biweaen herzog Sigmunds und villicht aller- 
meist durch sinen willen wider die Eidgnossen gehalten und 
anslege oder einungen under inen angeseehen, als des die 
« Eidgnossen von etlichen iren guten gftnnern teglich gewamet 
wurden Aber wie vil des was, so wolt sich doch ir keiner 
der Sachen wider die Eidgnoaaen solicher massen annemen, 
wann das ie derselb herzog Sigmund dis alles so hoch z& 
herzen nam, und sich sin r&te und amptlute als witc erweigen 
an und darhinder bringen lies, das er in eigner persone und darzü 
durch sin treffenlichen rftte graf Hansen von Eberstein und 
ander zera allercristenlichesten kling von Frankenrich reit und 

4, mutwilligen. — 7. edlen fe^lt. — 8. hie iiswn feJiU. — 11. an- 
rßitttent und tnengerlei, daran uit was, iw t'drgabeii. — 14. liand- 
Jungen. — 19. durch Mmlich. — 20. verBiinipnungen. — 21. un fehlt. 
— 'iß. doch fehlt. — 2Ö. der genant herzog, — 30. und mit im sin 
treffenUohen. — 31. graf Hansen v. E. und ander fehlt. 



) Vgl 



eikung ( 



1 Witte im Jahrbuch 



1469 91 

verclagt vor dem die Eidgnossen so hoch und hart, das er ie 
meint, der kling wurde im wider die Eidgnossen nach sinem 
begeren bistand tfin. *) 

54. Das sich der kdng des wider die Eidgnossen nit 

annernen wolt. n 

Do nun der küng dis Werbung und clage des vorgenanten 
fürsten horte und er durch etlich personen, der Eidgnossen 
gilt gonner, die dann an dem kunglichen hofe* warent, der 
Eidgnossen glinipfes und der rechten warheit underricht wart 
und dabi betrachtet, das er vorhin mit gemeinen Eidgnossen lo 
in einer ewigen und verschribner verstentnus euch was, im 
siner eren und der Eidgnossen halb, wo die wider in sin sel- 
ten, an der Sachen gelegen was, wolt er sich des fursten von 
Oesterich wider die Eidgnossen nit annemen, dann das er es 
alles den Eidgnossen kund tet und dem fürsten genziclichen is 
abslüg : und wart dennocht als vil durch sin künglich gnade 
etlicher nachfolgender ursach halb angenomen und der fürst 
im dienstlichen verpflicht, das der küng im diewile er lebte 
für ein ierliche pension zechentusont franken verschreip, als 
man das hienach bas hftren wirt. 20 

55. Das der iierzog von Oestericli dem lierzogen von 

Burgnnnen das land versatzte. 

Als nü des fürsten Werbung an dem ende nit einen für- 
gang haben mochte und sich des der küng wider die Eid- 
gnossen nit annemen wolt, des man billichen der cristenlichen 25 
crone von Frankenrich zft gutem niemer vergisset , [und] 
nachdem dann der toppel ze ringwissumb über die Eidgno- 
schaft erdacht was, ist aber demnach der genant fürst von 

2. meint, einen widerstand an im vinden. — 10. mit den Eidg. — 
13. an den dingen. — 15. es inen kund tet. — 15. ganz. — lÖ. sin 
maiestat. — 20. hamach. — 23. Do nü. — 27. ze ringunib. — Eid- 
gnossen. 

*) Der König von Frankreich benachrichtigte die Eidgenossen am 
31. März 1469 von der Mission Ebersteins. Vgl. Mandrot, Etüde sur lea 
relations de Louis XI. avec les cantons suisses im Jahrbuch f. Schweiz. 
Gesch. V, 136. Auf der Tagsatzung kam diese Angelegenheit im Mär/, und 
am 12. April zur Sprache. Absch. II, 894/95. Nach Schillings Dar«tellung 
könnte man an eine persönliche Zusammenkunft der beiden Regenten 
glauben ; dem aber widerspricht Absch. II, 400. 



92 



1460 



..'^%^ 



Üesterich mit sineii r&ten und aiireitzern zem herzogen von 
Burgunnen, genant Carolus, geritten als zfl dem, der sich dann 
dazeinal etlich iare und zit nit allein durch die vorcht siner 
macht, sunder durcli sin unmenschlich grimkeit, die er dann 

■. ztt Dianant, zfl Lütich ') und an andern vil lierren, atetten 
und gemeinden, crietenerlöten, priestem, wiben und kinden 
mit gewaltigen, ungerechten sachen und eilenden tiiden, als 
das menglicliem wissende ist, volbracht, vorchteam gemacht 
hat, und darzfl sich zu etlichen Tdtschen fürsten. dem pfallenz- 
ClWl-<A^». grafen des Bines -) und andern in vereinung getan, und hat 

'^ sich demselben herzogen von Burgunnen so wit verpflicht und 
undergeben, das er in uud darzük sin lande und liit in sinen 
schirm nam und üä sinem hofgesinde, das doch dem dur- 
luchtenden loblichen hus Oesterieh. sich des zil undergeben, 

IS ein kleine ere was. ') 

Deraeib herzog von Burgunnen hat euch dem ftirsten von 
(»esterich dazemal so vil hilf und bistands wider die Eid- 
gnossen zßgesagt. *) das er im die grafschaft Pfirt, und darzä 
al ander sin lande und lüte im Sunkow, Elses und ßrisgow 

in mit sampt den stetten Rinvelden, Seekingra, Louffcnberg und 
WalzhQt mit dem Swarzwalde umb achzigtusent güldni ver- 
satzte ^) als einen pfantschilling: und damit das er die Eid- 
gnoßsen dester bas bekriegen und unibbringen mftcht, übergab 
er also dem herzogen von Burgunnen, als einem hasser des 

v. heiligen richs und durechter der Tiitschen an dem ende einen 
msrglichen ingang und sliissel Tiitscher nacion : über das doch 
das loblich hus Oesterich iewelten von altem her mit der 
chur des heiligen riches und andern den hfichsten wlrden von 
den Tiitschen vor andern angeseehen worden was. 

ti land 



') Das grnuganifi Verfahren Karls gegen die Stikite Dinftnt und LOttich 
bescbrieb Comuiinea in seinen Memoiren, ed. Lenglet 1. livre I, chan. 1 et 13. 
— *) Karl hatte als Qraf von Charokia mit dem Pfalzgrafen Friedrich dem 
Siegreichen am 29. Dm. 146.^ einen Vertrag abgeschloaseti. Mone, (Juellen- 
Bominlang HI, 192. üeber Karls Beziehungen mm Pfalügrafen ebd. 207. — 
') Eb geschah dies durch den Vertrag von Bt. Omer vom '■). W.ii 1463, 
abgedr. in Fontes rerum Austr. 11. 225 ff, Edlihaeh. 8. 1S5, äet/.t diesen 
Vertrag unrichtig in da« .Tahr 1473. — ') Uebar die Hilfeversch reihung 
gegen aie Schweizer eiehe Chmel. Moniiiu. habah. 1, li ; H. Witte, Zur Ge- 
achichte der Entstehung der Burg und er kriege. Hageuau, 1Ö85. S. 7 f. — 
»1 Die VeraatMumme betrug laut Vertrag SO.WiO GId. Siehe H. Witte, a. a. 0. 
Eieure, S. SO. u. C. Chr. Bernoulli in Boiler Chroniken 111, 570 ff. 



&t>. Das der herzog vou Burgonnen darar den Eidguossen 
gar hochmfiticliuken schreip. 

Diser sacheii und des herzogen von Oestericli nam sich 
der herzog von Burgunnen an, über das doch die Eidgnossen 
senilichs umb deheiner siner vordem, noch in, nie verdienet 
hatten und iibei' und wider, das sin vatter herzog Philippus 
löblicher hocher gedechtnüs und er mit den erbem statten 
Zürich, Bern. Priburg und Solotorn in ewiger verschribner 
vereinung warent,') das doch dehcim forsten eren- noch 
wirdenhalb zu tönde zimpt. Und achreip daruf denselben i 
handel und waa er mit dem tÜrsten von Oeaterich wider die 
Eidgnossen besloasen und wie er den in sinen schirm und 
sunderlich wider die Switzer genomen hette, mit hochen Ver- 
achtung gemeinen Eidgnossen stolzmäticlichen von stetten und 
lendern, die man nampt die Switzer, und endrcte den iren i 
gewonlichen tittel, des si von altem har von sineni vatter und 
andern biderben forsten, herren und stetten vertragen. Wie- 
wol si dennocht von gnaden gottes derselben endning unenteret 
waren, dennocht mflstent si von im also gesmecht werden ; 
dann in derselben missivo zem dritten mal und an drin orten ? 
geschribeu stftnd, das er den herzogen von üesterich sunders 
wider die Switzer in sinen schirm genomen hotte. ') 

57. Das der herzog von ßargniinen etliche der Eidgnoascu 
ofTen Tiend in siuen schirm nam. 

Von stund an nam er oncb herr Bernharten von Eptin- s 
gen,') der Eidgnossen offen viend und darzü ander ir wider- 
wertigen und sunderlich den von HiWdorf, von dem dann dis 
krieg und irrungen allermeist komen waren, in sinen schirm, 
als er das ouch den Eidgnossen hochmäticlichen schreip, und 

— 13. hocher verach- 



') Das Verständnis xwiachen Herzog Philipji tou Btirguod u. «einem 
Sohne E^rl mit Zürich, Bern. Soloturii und Frt'iburg wurae am 22. Miii 
14HT ttbg^chlosaeii. Abschiede II, »SD. — '1 Schilling meint nach Ejip. 68 
das Schreiben, das am 5. Mai H73 in Lnzem der TagBatziinn Obergeben 
warde. Die Antwort der Tagsatznng (Absch. II, 447) spricht von dem 
Schreiben, • darin (der herzog vun BiirRund) un' hoch verachti't hat •- — 
*) Nach einer in Absch. II, 472 eiithiiltenen MittcilunK nahm Peter 7on 
Hagenbach den Ritter Bernhart von Eptingen mit Dorf und Schliiss Prat- 
'■' L erat im Januar UT4 in des Herzog« von Burgund besondern Schutz. 



gestattet ') oiich, das derselb von Hiiwdorf über den frideii zft 
Walzlitlt trotfen und wider alle billichoit dain&cli bald, als 
etlich dero von Bern koufidt und ander der Eidgnossen von 
stetten und lendern in der vastmessen den Riue hinab gen 

. Frankfurt varen wolten, mit hilf sius laiitvogts und des von 
öerolzecke uf des heiligen riehs Strassen des Kines dieselben 
koufliit niderwarf, inen ir barschaft und hab nam, oui-h etlich 
mortlicli vom leben zem tode bracht und si gevangeu gon 
Schuttern in des von Oerolzeck stat fflrt, als man das hamach 

I witer hftren wirt.') 



58. Das der herzog von Bnrguiiiien etlich sia r&te zi^ 
gemtrliieu Eidgnossen i^vii Lulzern schickte, die onch 
gar hochmutlclich mit inen rette». 

Und darnach an dem nerliaten mitwochen nach dem mei- 

. tag. do man von der gebiirt linaers lieben lierren Jhesu Crieti 
zalt tusent vierhundert sibenzig und vier iare"), schickte der- 
selbe herzog von Burgunnen zwen treffenlicher ritter siner 
räteti und siuen herolt für gemeiner Eidgnossen botten gen 
Lutzern zil dem vorgenanten übermütigen schriben, das er den 

) Eidgnossen getan hat, mit sinen credenzbriefen, und lies mit 
den Eidgnossen reden, wie er den fürsten von Uesterich, euch 
den von Hfiwdorf und ander des fiiraten land und iüte in sinen 
schirm genomen, und ouch wie er die grafschaft Pfirt verpfent 
hette. Und were daruf ie sin will und meinung mit gar hoch- 

. vertigen woi-teu, das die Eidgnossen mit dem fursten von 
Oesterich, ouch dem von Höwdorf und andern den sinen nützit 
unlrüntlichs fiirnement, und ob die Eidgnossen mit inen utzit 
zt) tQnde hettcnt, das si dann des zii recht oder &üntlichen 
tagen uf in kement, so wolt er dannne sin bestes handien : 

I dann wo man dis nit tete, so mflate er si zfl ireni rechten 
schirmen und wolt si ouch nit verlassen. 

3. der von Bern. — 6. uf des hpiligen Kins atramcii dieselben. — 12. ouch 
Kar fehlt. - U. Und fehU, — l6. schickte der. — 17. treffenlich. — 
'iS. darinnu selber hun<Uen uiid recht sprechen und doa aoders nieman 
: dann. — 30. ho mCst er ü hanthiihen uod Hcbirnien. 



'I Scbilltnff erweckt sowohl hier, wie in Kap, 59 den Glauben, a^a ob * 
der Plan des Headorfers. die Eaufleute zu überfallen, inil ZuatimnuinK dei 
Herzogs augjtefOhrt worden sei. Aus den Atlen ISAst sich dies nicht er- 
weisen. — ') Nach Schillings spätertT Angabe in Kap. V/i. die auch in dem 
Kliuteachreiben der Taflsatiiing (Archiv f, Schweiz. Gesch. V, 104| besliltiKt 
wird, wurde nur Einer eiBehosseo. — ') Die Jahreaangabe iat unrichtig; 
es betrifft dies die Tagsaliuiig vom 5. Mai 147;i. Abech. H, 446. 



Ät). Die antffurt, so gemeiner Etdgnossen botteii iuen 
hiiiwidernnib galient. ') 

Uf solich der Burguiischen botteii im bringt;«, das dann 
mit witern Worten nit not ze melden, liessent die von Bern 
und gemeiner £idgnossen r&te dieaelbeii Burgunscheu botten 
vuiabe die versigelt veroinung zwiischen dem herzogen von 
Burgunnen und den Eidgnossen und oiich dabi hören die 
richtung vor Walzhßt, darinne dann eigentlichen borett was, 
das der fiirste von Oesterich den von Uftwdorf abtragen und 
dabi die von Schafhusen von den keiserliehen penen und i 
ochten Iftsen solt, das iiü alles nit beschechen were, wann das 
darüber und in hangender sach der herzoi; von Burgunnen den 
fiirsten von Oesterich und die ainen wider die Eidgnossen in 
schirm genomen hette^ und die Eidgnossen verachtet, ouch 
dem von Hftwdorf gestattet, der Eidgnossen kouflüte uf dem i 
Rine also nider ze werfen und schantlich in sinen landen und 
gerichten zu ertfiten. Und diewile die Eidgnossen mit solicher 
gewaltsami und on recht de» iren entwert und die iren ge- 
vangen und ertfit werent, so woltent si für in nit zÖ recht 
noch l'ri'intlichen tagen komen ; doch diewile er sich des i 
fürsten von Oesterich und sioer zttgewanten als der sinen ztl 
Bchirmen understUnde, wie unbillichen er das tete, so were 
der Eidgnossen antwurt und begeren, mit dem fürsten von 
Oesterich zö verschaffen, das vorabe die von Scbafhusen ir 
Bachen unclagber gemacht und ouch die Eidgnossen von ir i 
sach und der gevangnen wegen üntschedget wurdent. Ob er 
dann daniientliin witer Werbung au die Eidgnossen tete, darzU 
weit man erber zimlich antwurt gehen, und ob dann er oder 
ander die Eidgnossen darüber witer ersuchen, bekriegen oder 
bekümbem wollen, wer dann der fürste von Oesterich und die t 
sinen in einem schirm, so weren aber die löblichen EidgnoBsen 
in des atmechtigen gottes scbirm, denselben und ouch sin 
wirdige müter magt Marien ouch aldann die Eidgnossen zu 
hilf ncmen und mit den iren understan wolten, sich sins ge- 

L waltes trostlichen zfl erwerren und ir vatterland ritterlich zu r 

[ beechirmen. 

3. üf Bemlicb. — 4. witern worten be^chacb. — 7. und uoch iJen Eid«. 
— H. hette und ai damit verachtet and dem von H. — Id. für in als 
iren hasner und widerwertieen nit zfl recht. — 'i5. ir lachen fehlt. — 
26. entscbediget. ~ 90. wolt. — 34, «ich ir aller mticbt u, gewalt««. 

L Teile wörtlich ilem TogBatiungs-Äbscliied a. a, O 



h 



60. Dos man dem färsten von Oesterieh Ton disen dingen 
gar treffeiilivheu schreip. ') 

Man schreili ouch von stund an herzog Sigmunden von 
Oesterich, diewile er nö in des herzogen von Burgunnen 

'• schirm were und der von Hftwdorf den Eidgnossen die iren 
niderge Würfen, inen das ir genomen und ein teil schantlich 
ert&t hett, das er dann den Eidgnossen senilichen frevel ab- 
leite und darzü denen von Schafhusen nach inhalt der rich- 
tung vor Walzhüt troffen angendea gnög tete, und ob er das 

a t&n wolt oder nit, angendes darumb den Eidgnossen sin ent- 
lieh antwurt gebe. Demnach hatten ouch die von Bern und 
ander Eidgnossen iren vorhof, die stett am Rine und ander 
ir passen und ortslos besetzet, und allen iren verwanten von 
Rotwil, Sant Gallen, Schafhusen, Appenzel und andern, ') die 

fi alle willig warent, treffenlichen geschriben. iedcrman gerüst zfi 
sinde als Ifite, die ie meinten, solichem der fiirsten gewalt zfl 
rettunge des iren raanlichen widerstant zu tünde und sich er- 
zeugen, als ir fromen vordem ouch dicke getan hattent. 

til. Das der herzog von llnrgnnnen herr Peter von 
c Hiigenliach zit eitlem lautvogt macht.*) 

Wie erber und zimlich nft solich antwurt, die man den 
Burgunachen raten gab was, hat sich über das alles, so vor- 

1. Daa gemein Eidgnosaea .... dingen treffenlich sehribeo. — 8. noch 
lut. - 13. ir ffhU. — 19. Petem. — 20. einem fekU. - 21. Die erber. 
— 22. BargunBchen hotten. — so hat sieb liber das alles der herzog. 

I) Der Brief vom 21. Mai Uli an den Herzog steht im Archiv für 
BchweiK. Ge«ch. V, 101, mit dem falschen Datum 'i\. April. Vgl. Ahsch. It, 
448. — '1 Der Abschied nennt noch Solotorn nnd Freiburg. — •) Ueber 
EHgenbach siehe H. Schreiber, Feter von Hattenbach und dos Gericht der 
Geschwornen zu Breisaeh, im Taachenbueh für Geschichte und Altertum in 
Sflddeutacblund 11, S. I ff. (\U<\]. — J. Koster Kirb, HJHtory oF Charles the 
Bold 1!. 2rt7 ff jl-WS) - C. W. Faber, Peter von HagenWh. der bürg. 
Landvogt am Oberrhein. BeilftRe Kum Programm der Gewerbeschule von 
MOlhausen, 18S5, — H.Witte, Zar Geschichte der bnrg und isehen Herrschaft 
au Oberrhein in den Jahren 14ii9 bis Anfang 147;t, in Zeitacfarift für die 
GeBchichte des Oherrheina, Neue Folge 1, 129 ff, (der ganzen Sammlung 
Band 40. Ich ciliere die von Witte in dieser Sammlung erschieuenen Fort^ 
Betzungen nach den Bänden der neuen Folge anter der Abkürzung Witte, 
ZüORh). — Ch. Nerlinger. Pierre de Uagenbach et la dominiition bour- 

E'tnonne en Älsnce, in den Annalea de l'F^t H!, p. MS— S.'iO. 513— S15 
ncy, 1889); IV. p. 118-lxs. 2« -260 (1890). — U. Chr. BemouUi, Der 
dvqgt Peter von Hagrnbach, 1. Teil, in den Basier Beitragen zur vatet- 
landiBcfien Geschichte X1I1. 3ia ff. (1890). - Ch. Nerlinger, La seigneurie 
et Ie chfitean d'Ortemberg anus la dominution bourguigoonne, in den An- 
nales de l'Est VIII, p. 32-05. — J. Dierauer, Geschichte der Schweiz, Eid- 
gen osienscb nft II. Iti7 ff. 



1473 



97 



I stat. der herzog von Burgunnen tiit destniinder des regiments 
, derselben und ander verpfanten landen in hocher Verachtung 
', aller Eidgnoasen und gemeiner Tiitscher nacion angenomen 
und damit, als er wonde, im selber einen starken ingang ze 
' machen, dadurch er Tdtsche land und die Eidgnossen dester ;• 
bas bezwingen machte, so hat er über dieselben verpfanten 
lande und stette in sinem namen ein lantvogt gemacht, genant 
_ herr Peter von Hagenbach, der dann davor in vergangnen /■- 
in umb merklieh boslieiten , verreterie und misdaten us j 
TiitBchen landen flüchtig worden und lange zit des herzogen w 
von Burgunnen diener und in allen undeten im vast glich 
gewesen was. '} 

Der nü in anfang stns regiinentes als ein gar grimmer 
durechter, so den willen sins herren us vil geschichten wol 
erkant, sich desselben amptes stolzmflticiiehen annam, und u 
einswegs sich den Eidgnossen zu widerwertigen, mit niiwen 
ungehorten z51Ien und Schätzungen, so er anders dann von 
altem harkonien was, wider die fünfzechenierigen und euch 
ander friden und i-ichtungen vor Walzbi'tt und an andern 
enden troffen, daselba zfi Walzhilt und oucli anderswo uf dem so 
Rine über die Eidgnossen und die iren ufgeleit und erdacht 
hat, des doch die Eidgnossen im deheines weges geaitzen, noch 
das vertragen woltent. 



i%5 



63. Das etlich from koufliite von Bern und audereu Eid- 
goosseu von dein von Höwtlorf uf dem Rine ^erau^en i 
and ein teil vom leben zeiii tode schantUcli gebracht 
wurden. 

Uf samstag nach mitvasten, ') als man von der gebiirt 
ünsers lieben hern Jhesu Cristi zalt tusent vierhundert sibenzig 

1. niitrit. — 2. verachtiinge gemeiner E. und Tiitschen nacion. — 
5, TiitBchlaud. — 0. zwingen. — 7. einen. — 11. Untaten. ~- 18. lier- 
komen. — 19. an fthtt. — 22. wegs vertrugen noch liden weiten. — 
28. Uf einem. ~ 29. üaseia lieben hern Jheau fehlt. 

I) Vgl. hierüber Baaler Chroniken III, '<!85, Änm. 2 und C. Chr. Ber- 

ttäulU in den Basler Beiträgen XIII, 317. Hagenhachs EmesDung mm 

I Landvogt erfolgte am 20. Sept. H69, um 27. Eistet« er den Eid. Siehe 

» Basier Chroniken nt, 633 und Nerlinger. Annales de l'Ert IH, 513 f. - 

1. April : ao nach deu Schreiben der Bemer. Teotech Miae. C. 52—60 



, am 7. April meldet Bern den Üeberfall an «eine St£dt« u 



und drii iare, füreiit etlicli t'rom koiif'liito von Bern, Lutzern, 
tiwitz und andem enden der Eidgnosschiift den Rine ab und 
woltent gen Frankfurt iroin gewerbe des tfichs nachvaren, 
und wistent mit nieuian nit dann gutes ze ti'inde haben. Do 

1 zwüschent, als dann davor zem teil oueli gemelt und angezogen 
ist, hat der von Hagenbach siner tücken einen erzöugt und 
den von Hftwilorf zu rat und diener sins herren des herzogen 
von Burgunnen in sinen schirm und ufgenomen, ') von des- 
wegen, als davor ouch etat, vorhin meugerlei konibera ufer- 

lu standen was von des herzogen von Oestericbs und dero von 
äehathusen wegen, deshalb er in nach uswisunge der bericht 
weder zu rat noch diener genomen haben solt. Und als die- 
selben froinen koufliite för ürisach*) hinab kament, da wur- 
dent si von dem von HCiwdoif und sinen belfern veiTaten uf 

5 des heiligen ricbs atramen, srhantlich und boschlich, unge- 
warneter und unabgeaeiter sacb, zfi schif und ouch uf dem 
lande angriffen und von demselben von Hfiwdorf gevangen 
und in die stat gen Schuttern ') geffirt, die des von Gerolz- 
ecke *) was ; und wart ein burger von Bern, hies Heinrich 

,1 Sehaffer, dazemal in dem schif ersebossen und mortlich vom 
leben zem tode gebracht. Also wart denselben erbern kouf- 
liiten an barem gelt genomen das si bi inen battent, bi zwei- 
tusent giildin, und wurdent darzft in der gevangmisse beschetzt 
umb zechentusent gilldin,*) die si dem vorgenanten von Höw- 

s dorf und sinen belferen in sechs wuchen darnach bezalen, 

4, niltzit. — ä. hievoc ouch gemelt ist. — 7. herren von Buiyuiuiwi 
lind in Binen echirm senoinen. — 13. lül«, — 15. boscüch. — 20. ilaae- 
mal fehlt. — äl. bnu-ht, und wart denselheu kauäiiteti. — 22. ob Ewei- 
tnsent. — 23. gsTangnii» geschetzt- 

Auazuee nuf den Ostermontag auf iTeutseh Sprut^hbuch 0, 8. 1Q3), nnd 
am foijrendeii Tage (8. AtoiI) achreibt die Stadt in gleicher Angelegenheit 
HD deu Marhgralen von ^aaeu. die Städte Straaabarg and Basel und an 
den Pthligraßn. Bats-M. 12, 97/8 und Teutsch Mies. Val. Ph. Ruppert. 
Geschichte des Hnusea und der Hemchaft OeroldBeck I, S. 43ä'4 : Edlibaeh, 
S. 136; Ktterlin S. 190. ~ ■) Vgl. auch die in der am 31. Dez. U73 von 
Bt^m ausgestellten Instruktion enthaltene Klage, unten Kap. 85. — '| Die 
Teutsch Miss, und die Ptru^sburger ArchivcLronit a. a. 0. nennen Ott«n- 
heim, nordw. von Lahr. Letztere ijieht die Zahl der Gefangenen auf 9, die 
der Tolen auf ?,wpi an ; neben Bilgrim von Heideck |!) soll der Gerolda- 
ecfcet persönlich beim Ueberitill beteiligt gewesen nein. Ebenso in Monea 
Quellenuunnilung der badischen Landesgescliichte I, 257 u. 277. Vgl- auch 
die ElageiBcbnft der Eidgenossen an den Herzog Sigmund vom 21. ApriL 
im Archiv f. Schweiz. Gesch. V, 104. — '| NGrdbch von Lahr in der 
Ortenau. — ') Diebold II. von Geroidseuk. — =1 14,000 GId. nach der 
Strasäburger .\tchivchronik a. n. 0. ; HOO nach Mone I, '257 ; 4000 nach Mone 
I, 277. 



1473 



99 



'joder aber sich wider stellen und antwurten soltent iif ir nm- 
[nung; und wo er oder die sineu einen under iiieu matit. dann 
Itent die andern alle gemant sin und si davor ganz nit 
!8chirmen weder herren-, lihs- noch ander not ; das milsten 
die fromen lüte z6 rettung irs lebens alle an die heiligen i 
«weren ; do wart Hageubaehs friden und Sicherheit, den er in 
Binem lande gemacht hat, nit wo! gehalten, dann er wol davor 
gewesen were, het er gewellen. 

63. Das die von Strasburg Ton der vorgenaateu sach 

negeo aszngeut. " 

Dis vornament die hantvesteii l'roinen lüte die von Stras- 

f bui'g, die denen von Bern und andern Eidgiiossen zä allen 

Ixiten vil truwen und friintachaft erzfiiigt band, und »tugent 

r von stund an ') mit ir ufgeworfncr paner und ganzer macht 

darzll mit iren houptbüchsen und andenn ziige für die stat t 

und slos Schuttern und leiten ir houptbiichsen mit ingraben 

und anderra darzu dienende darfür, in willen und meinung, 

ydas mit dem swert zu erobren und die biderben Iiite, so da- 

irinne gevangen warent, zu entschutten und erlösen, alles von 

[_ rechter triiw und liebe wegen, so si zii denen von Bern und t 

andern Eidgnosson hattent. Als bald man das zfi Bern vernam. 

wart man ansechen und betrachten, das die JVomen Iiite von 

Strasburg von der Eidgnossen wegen usgezogen war«nt und 

ouch die gevangnen, so zU Schuttern lagent, inen und andern 

t Eidgnossen zägehortent, und wolt man von stund an mit ofner ; 
paner und ganzer macht zä inen gezogen sin und lib und 
leben in allen truwen zu inen gesetzt haben: und wart für 
einen obristen houptman geordnet herr Niclaus von Scharnach- 
tal, ein ritter, und ander venner und rÄte '). Man achreib ouoh 
dis ding allen andern Eidgnossen, die warent ouch alle willig, i 



U 



,. und andern Eidg. fehlt. 



— 12. Eid- 

_j. geziige. — 

- 29. ein fehU. — aO. alle /Wift. 



■ ■) Nouh Riippert a. a. 0. eiindt« StroBsbur^ den Abiocebrief am 

■■8. Ajiiil und die Mannscliaft am folgenden Tage ab. Nach der Strassburgei" 

^ ÄrcnivcliT. a. a. 0. und Mone a. a. 0. do^e^fen zogen die Strassburger exat 

am 11. April aiis ; hingegen hatten die Berner vom Ausing der StroaBbiirger 

schon am 7, Apri! Kenntnis (Teutech Sprachbuch G, S. 103). — ') Am 

U. April beschloss der Bat Ton Bern, am 20. auMOMehen. Als Hauptmann 

wdrde Niki. r. Schaniachtal , zam Veaner Benedikt Techachtlan , Kam 

t SchQtxenmeister Speichingen, zum Träger des Sehfitzenfähnleins Ignower, 

n Trager des HBiiptmannfÄholeina Hana Schöni gewählt. Bata-M. 12, 106/T. 



61. Das die von Strasbnrg Scbutteru gewunnen an<I 
die gevanguen er losten. 

In dem wurdent die von Schlittern als strenge und vast 
von denen von Strasburg gen5tt, das si stat und elos ufgabent 

> in iren gewalt nach irem gevallen. Das schribent die von 
Strasburg von stund an gen Bern und wart us dem zug nit. 
AIbo nament die von Strasburg die gevangnen ze Schuttern. 
die ir Zukunft vast fro wurdent und fürtent die mit inen 
heim und tatent inen gros ere und friintschaft und brachent 

' Schuttern stat und slos, alle tiirne, toren und muren und was 
daran werlich oder schuldig was. ') Der von Röwdorf und die 
rechtschuldigen hattent sich darvon gemacht und hescbach 
inen leider nit. 



* 



65. Das die von Strasburg die geTaugiieu von Eidgiiossen 
i& mit Inen heim färtent and si gar früutiiclien Iileltent. 

Und als die von Strasburg die gevangnen ze Schutteru 
erlosten und mit inen heimfbrtent, da Seiten inen dieselben 
gevangnen, wie si von dem von Hfiwdorf und sinen verwanten 
umb zechentusent güldin gescbetzt, über das inen an barem 

30 gelt genomen were, und das si semHchs in sechs wuchen ab- 
tragen, oder aber sich wider antwurten mfisten und onch das 
an die heiligen gesworn lietten und vorchten dartnne, man 
wurde inen nachmalen zä iren eren reden. Da antwurtent inen 
die von Strasburg : < Lieben friinde ! gehabent üch wol, wir 

SÄ habent die stat und ouch slos Schuttern mit dem swert ge- 
wunnen und (ich dariune erobert und ir sind nü dnser ge- 
vangen und in linserm gewalt; wir wellent ttch mit lins 
heimffiren und önsern herren und obern antwurten, die wer- 
dent mit lich zimlichen handien und liwer ere wol verant- 

so wurten und bewaran >. als ouch vMliclichen beschach. Dann 
da si gen Strasburg kament, da wurdent si nf der pfalletz für 

3. An dem. — 4. Hs. 1 hat irriger Weise ; Ton denen von Sohuttera. 

— imnaMeu geuÖtt. — 10. tiirn und muren und was daran wetlioh 
was. — 11. und die rechten knaben. — 15. gur erlich und fnintlidi. 

— 23. antwnrtent die. — 25. da« sloi. — ^. hern und friinden. — 
31. uf der pMUtz fehlt. 

') Am 13. April melden die Strasgburger die Einnahme Schuttems \m 
Lnzern. Riippert a. a. 0. Am Ib. April hatte man die gleiche Nai'hricht in 
Bern. RtitB-M, 12, lOM. Uoeh bat man die Oberlandes gerüstet zu aein. Ebd. 




1473 



101 



f einen rat beruft und rettent mit inen also : « Lieben getniwen 

I friinde ! da lich der von Hßwdorf iimb die zecbentnsent güldin 

t beschetzt hat und ir onch das zu geben, oder üch wider ze 

, antwiirten gesworen, habend si rieh danif ledig und fri und 

\ an alle hfit und bände gelassen, » Da antwurtent si. er hette 

Bi daruf nit fri noch ledig gelassen, sunder woren zu allen 

ziten vil knechten und hütem bi inen gewesen, die ir gehißt 

und verwart hetten. Daruf inen die von Strasburg antwurt 

gabent und sprachen aber : « Lieben friinde ! nachdem und ir 

I uf liwer eide nit fri noch ledig gelassen und durch uns erobert i 

und zu ünsern banden komen und mit dem swert gewunnen 

, sind, so sagen wir fleh üwer eideu ganz ledig, und wellent 

fleh ouch deshftlben gegen allermeng! ichem ttwer eren verant- 

[ warten und nit gestatten, das ir umb semlich schatzgelt litzit 

iben, weder wenig oder vil, » Und schickten also die bi- i 

derben lüte mit eren von inen und erzeugten inen gros frünt- 

, Bchaft, das man alles billich umb ein stat von Strasburg zä 

I ewigen ziten verdienen und niemermer vergessen sol. dann si 

1 das alles denen von Bern und andern Eidgnossen zu sundern 

l'eren und umb triiwen willen tatcnt und warent inen deunocht ; 

i ganz nit verbunden. 



I 



66. Das die von Strasbnrg von der vorgeuanlen sach 
wegen fiir Hoclien Üerolzeck zugent. 

l^nd als nu Schuttern stat und slos des vorgenanten von 
(jerolzecke was und in sinen banden stflnd und er eich des i 
von Hi'iwdorf ouch annam und im heimlichen züschüp tet, 
dartimb zugent die von Strasburg tingends für sin sloa, ge- 
nant Hochen Gerolzecke, ') und belagen das mit ganzer macht 

9. nachdem ir. — 15. wenig noch vil. — 16. tod inen, liiu man billich 
umb ei» stat von Str. tu ewigen. liten \fehlt »erdienen] nnd des 
niemermer. ~ 19, alles fehlt, — 19. sü eren und in ganzen trüwen 
taten und wnrend inen aennocht nit verbunden. — 2B. mit irem lüge 
und ganzer macht, in meinung. 

'} Üesllith von Lahr (in der Ortenau), Die 8tra«sbureer wjgen am 

fleichcn Tage, an dem Schlittern fiel, vor Geroldseck, und beltigerten die 
este die Oaterwoche hindurch, ßuppert a. a. Q. Am IT. April erhielt Bern 
TOn Basel die Kunde vom Znge der Straasburger nach Lleroldaeck, Der 
Aosiug der Bemer wird auf den 20. angeaetzt, dann auf den 23. April ver- 
schoben. Scbwii und Luitem waren schon bia nach IJrugv aiiagexogen, als 

«e am 21. von Bern "^ '--'■ - ' *- "" '-<-i"i>— ^- ="- 

bnrgem und sendet a 






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1473 



103 



Eidgnosseii gät nachbui-äcliaft, fiid und gimd gehalteu, so 
weie inen dis nit begegnet. Aber der almechtige gotte, so 
alle ding berichsnet, wolt si durcli soiiclie keBtigungc ir 
missetat befinden und dabi erschowen lassen, was seiden und 
güts von friden und gäter nauhburschaft kompt und das sem- 
lieh ufltriiw, nid nnd has wurzelen aller Untugenden sind. 



<i8, M'ie der vorgenant Iierr Fetei' vou Haeeiiimcli etlicli 
froni liite 7.i\ Taiih mit dem swert sins eigueii gewalts 
an alles recht richtea und etwas zitent au den gasigen 
ligen lies. i 

Die erbem stette im Brisgow, im Sunkow und am Hine, 
die daun siner pflege gewant und sinem schirm undertenig 
warent, beswert er mit dem bfispfeniiig ') und andern harten 
sturen witer und anders, dann aber inen vermüglich und ir 
friheit oder alt herkomen was. Und als sich des etlich i 
biderb liit der raten und bürgern von Tann etwas widi-en 
wolten, und gern bi iren friheiten und gerechtikeiten beliben 
werent, als bald er das vemani, da hat er einen heimlichen 
schantlichen anslag gemacht und überviel die armen fromen 
lüte an einem morgen frä mit denen so bi im warent, und i 
lies si alle den merteil nackent uf das rathus fären, und hies 
ein teil sweren nit ua dem rathus konien, bis er inen er- 
lonbt, und ouch ir werinen von inen ze geben.*) Die andern so 
im eben, dero bi drissig warent, lies er also nacket binden 
und an den merit in der stat ffiren, in der meinunge, si alle s 
enthoupten und vom leben zem tode bringen lassen. Dabi 
warent graf Oswalt von Tierstein,*) Herr Hans Erliart von 
Rinach 'I und ander ritter und knecht, die das gros mort 
liessen beschechen und nit darzü tatont. Also wurdent der 



) üeber den BSspkaaig, • der im eigen tlichMteo Sinne die biu^u- 
f discbe Hen-Bchiift untergruben hnt». BJuhe H. Witte, ZGOHh, NF. 11.5 ff. 
') Am 4. Jnli H73. Siehe Witte, ZGOBh. NT. II. S. 9. Schillings Darstel- 
lung wird iu der Hauptaoclie durch eine urkundtiche Notiz im Straasburcfer 
Stadtxrcliiv bestMi^ Ebd. Änm. 3. Vgl. auch die Beimchronik über 
P. V. Hagenbacli in Mone, Quell ensamnilung 111, 2Ö5f. u. 377; ebd. 8.428; 
Edlihaeh. S. 138; Baeler Chron. II. 86; V, 506. — ») Siehe M. Birmiinn. 
Graf Oawald von Tierstein und der Ausgang seines Geschlechtea in dessen 
" " 1. — ') Siehe oben S. 24, Anw. 2. 



, GesmiDmelte Schriften II. 25Ö-88. - 



armen unschuldigen martrer bi vieren ') entliouptet mit gewalt 
und an recht, die lies er zu smach und voreht der menscheit 
also eilende und tot vor iren wibern, kinden und friinden et- 
lich tage an den gassen ligen. Da rettent dennocht die vor- 
. genanten umbstender als vil darin, das der w&terich ein be- 
nflgen hat und die andern bi dem leben lies. Er strafte si 
aber un irem gut herticlich und nam inen, was im eben was : 
alles wider got und recht. Deiglich und ander unverdient grim 
tMe lies er an mengem biderman, armen und riehen, handlen. 



i' 6!>. Das dei- vorgeuaiit roii Hngeiibach denen Ton Mitl- 
husen in nieiigeii gtuckeu nnderstäiHl verraterle uiitl 
bÖB Sache» ze täude.') 



Eigens gewalts und on recht understünd er ouch die erber 
stat Mülhusen, die mit denen von Born und Solotern in puntniis 

> waren, umb ir statschultheissenanipt und ander gerechtikeit, 
so si dann von altem herbracht und vom heiligen rieh ver- 
pfent hatten, zt!i bringen, und das mit heimlicher verreterie 
zil sinen banden ze nemen, über das im solichs nit zi'istünd 
und ouch in dem friden von WalzhÄt und andern richtungen 

\ verbotten was. Alle hoslistikeit und miHwillen erdacht er 
gegen biderben Idten von Basel und andern, denen dann die 
von Mülhusen schuldig warent und mit inen ze tände hattent, 
si anzereitzen, das si inniassen beswert wurdent, damit si 
sieh dem gewalt sins herren undergeben aoltent, wann si von 

> des vergangnen kriegs und deswegen, das man inen veilen 
kouf und allen ireii gewerbe abwarf, und das vil zit und iaren 
gewert hat, in gros schulden kernen warent, die er am leisten, 
da er si anders nit trengen mocht, gern für si bezalt, wo 



1. vier. — 5. der snöd wütericli, — 6, straft. — 8, uuTerdieute, Krim 
t5de volbraciit er an mengem biderman, armen und riehen. — l'>. die 
si. - 20. Alle Ms ü'Bt. -^1. dann fehlt. 



'I Die ßeimchronik apricbt von drei Hin gerichteten. — ') Ueber die 
Verhältnirae MSIbaosens za Burgund und den Eidgenüsaeii siehe Basier 
Chroniken II, 10, 16, 19. Ul. 50. 51 ; 0. Bettig. Die Beaehungen MOlhausena 
Kur Schweiz. Eidgenoesensthaft bia zu den Burgimderkriegen, im Archiv 
dea hUt, Vereins des KU. Bern SU. Ifi3-215, und H. Witte. ZGOBh. NF. 
1, 164—9; dae urkandlii'he Material findet i^icb in .Moesmann. Cartulaire 
ßd, 111 u, !V. 



1473 10'. 

ai sich sineiii herren untiergeben hettent.') Sie wollen abor 
das nit tftn, und wart inen dennocht am letsten durch die von 
Bern und Solotern ir Eidgnosseu und etlich ander des richs 
herren und etette, iren nachburen, mit gelt und anderm als wit 
fürgesetzt. das ei deshalben etwas zu rilw kamen, und bi dem 
heiligen riehe und den geswornen bundon belibent.') 

70. Das der genant von Hageiikach denen von Mülhnsen 
keiu riiw wolt lassen mit schrillen and anderm, alles 
in IxWni. 

Der vorgenant lantvogt schreib oucli denen von Mülhusen i 
ein semlich tneinung*): sin herr von Burgunn, der der aller- 
mechtigest in der weit were und ai bas dann iemau anders 
beschirmen mficht. der hette das ganz land umb si zu ainen 
handen bracht und niftcht sich wider in nieman gesetzen: nft 
werent ei in demselben lande die houptstat, und diewile si i 
mit denen von Bern und Solotern verbunden und Switzer werent, 
so kond man ai anders niendert für geschetzen noch halten, 
dann für einen kftgstal ; woltent aber si sich dem herzogen 
von Burgunn underwerfen, als si dann billicdi tetent, so wurde 
ir stat ein rosgärten und ein cron im lande genant, und sin s 
herr von Burgunnen wurd si alle begaben und rieh machen 
und vor denen von Bern und Solotern, den Switzern wol be- 
schirmen; und ob si das nit gern ti'm noch ufnemen wolten, 
so mJlstent si dennocht am letsten gezwungen und aim lAte 

3. des richa fehlt. — 5. rfiwen. — 6. blibent. — 7. den von. — 8. und 
andern bÖeen dingen. — 10. Torgenant von Hagenbiich. — 12. mech- 
tigeat in der cristenbeit wer. — 16, ii. Solotern fehlt. — 17. gciietzen. 
— 'ii. liftraö gezwungen. 

'I Die entgeeenkoininenden Vorschläge Hagenbiiclia vom .lahre 1470 
sind abgedruckt lei Mostinann, Cartulaire lU, Ab9 und 508. Hagenbach 
wiederholte sie am 2a. Jan. 1473, ebd. IV, 97 ff. — ») Vgl. die Verhand- 
lungen vom 11. Desbr. 1473 zu Baael (Abach. II, 462 u. Uoaamanu, CiirtU' 
laire IV, No. 1707). nach welchen der Eurrarst Friedrich. Strassburg, Col- 
mar, OberebenbeiiD, Kiiiaeraberg, ZQrich, Bern, ijolotum und Basel der Stadt 
Mdlhauiea ISOO GId. gegen Verpfändung des StadtechultbeiaBenamts vor- 
Mitrecken betintmcten. Am 3. .lan. 1474 warde dieaem Antrag sugestimml. 
Witte, ZGORh. NFT II. 2-2 u. 39. — ') Die Anmben Sehillingg lassen ver- 
muten, dasa er Hagenbacha Brief vom 22. Jan. 1473 (Mosamann. Cartulaire 
IV, 97 ff.) im Sinne hatte. Dort geat«ht der Land TOgt ta. gesagt zuhaben, 
• HulbaBen sie ein unkrut in einem roegarten, das not sie uszeniten ; wie 
aber daa in ander wesen bracht wurde, ao were nit lüetigera rosgarten 
denn das äuntgouwe. EUeass und Brissgiiuwe, wisse ouch kein etat, da er 
daa sin lieber bewenden wolt, denn zii Miilbusen ». 



106 



1473 



werden, mit gar vii me trowworten, und versiichens, daran sich 
doch die biderben liite ganz nit karteiit und bi-achteiit das 
an die von Bern und Solotern, ir Eidguossen, und was alweg 
ir begern bi inen zii bliben und ir gesw-ornen pünde zft halten. 

1 Desglich meintent die von Bern und Solotern ouch, si künden 
noch wolten erenhalb von den bünden nit stan, uoüh so von 
banden lassen, denn si hetten ein verateutnüs mit dem her- 
zogen von Burgunnen, die luter wiset. wie er und die ainen 
sich gegen inen und den iren halten solten : darinne wer luter 

I verbotten, das kein teil dem andern die sinen oder züge- 
Wanten also wider recht besweren oder gewaltigen solt. Und 
schribent also beid stette Bern und Solotern dem herzogen 
von Burgunnen und ainem lantvogt, dem von Hagenbach, und 
gabent dem herzogen al sacheu und händol, die dann durch 

1 den Hagenbach getriben wurden, luter zu erkennen und be- 
gerten an in gar früntlich, das er die verateutnüs zwüschen 
im und inen anaechen und des Hagenbachs übet und füvnenien 
gegen denen von Mulhusen iiit gestatten und mit aunderheit 
daran sin wolt, das die von Mülhitaen von denen, so under im 

I werent, ouch bezalt wurden, so machten si dann ouch dester 
bas bezalen : dann doch under criatinon lüten nit zimlioh noch 
billich were, das iemand den andern umb schulden an sinem 
übe und göt als herticlichen turneinen noch bekümbern solt — , 
mit vil vernünftiger guter worten, so dein herzogen von beiden 

i stetten geschnben wurdent. 



71. Die aatwurt von dem herzogen von Burgunn 
deu voll Bvrii und Solotern. 

Daruf der herzog von Burgunnen denen von Bern uml 
Solotern gar ein siecht und hochmiltig antwurt gab : lt 

I künde anders nit wissen noch veratan, dann das der von 
Hagenbach anders nit tete, iJann das zimlich und billich und 
ouch sin sunder will und meinung were, und was er denen 
von Mfllbuaen tete, daran beschech inen recht, dann das von 
ir schulden wegen wero: davor kftnde noch wolte er nit sin. 

I dann er von den einen als menigvalticlichen angerüft wurde, 
das er inen mllste gestatten, sich gein inen und ir schulden 

2. ganz fehlt. — 5. von h-olotem. — 13. dein von Hagenbach fehlt, — 
21, cristnen. — 2'J. oder gut. — Tevkiimheni, — 2i. denen v"- — - 
2». lien von- 



wie si niÄchtout zu belielfeii, und ei' künde nit verstan, das 
die verstentnüa damit wurde bekrenket — , mit gar viler hoch- 
vertiger Worten, die er inen me dann einmal gap.') 



7'i. Die aiitwurt von <leni von Ha^eiibacli 
deueu von Itern und Saloterii. 

Desglichen antwurt der von Hagenbach inen oucli und 
meint, er tete andere nit, dann das zimtich und sins herren von 
Burgunnen will und gävallen were und künd noch wolt üborein 
nit darvor sin, dann die von Mülhusen mdeten ir schulden 
bezaten, und er wolt gern daran sin und helfen, das si von äiiieu i 
undertanen oucli bezalt wurden. Im was abei- dea nit ernst, 
dann er darinne gar gemach tet ; doch wurden ir schulden von 
den vorgenanten fromen hen-eu und stetton bezalt, als hievor 
stat. Der von Magenbach rett oueh zu mengen malen, die von 
Bern und ander ir fromen Eidgnossen werent bÜben') und i 
mfisten der tagen einest innen werden, wer sin herr von 
Burgunnen were, und er wolt noch herr zu Lenzburg, zu 
Burgdorf, Nidow oder Thun werden. Semlich unlidig wart und 
Sachen vertri'igent die von Bern und ander Eidgnossen umb 
rüwen und dea besten willen und versachent sich wol, das in s 
die liaiT nit vil giUe mncht darus erwacbaen. 



Ti. Was er onch mit den etilen und niidurii haiiillete. 

Allen edlen, burgern und gemeinden, dem merteil siner 
lantvogtie, tete er an sineu herlicheiten, lechnen, geleiten, 
wildpennen und gerechtikeiten solicheu trnck und abbruch, s 
das si das ir nach ir friheit und lierkomen nit mochten ge- 
bruchen, wann das er des alles mit einandern gewaltig sin wolt. 

Sinen mfttwillen und bflberie bruchte er oueh also, das er 
zu Briaach und in andern stetten und enden vil erberer tfichteru 

3. einmal verkund und gap, — 8. willen. — 16. einieat. — 17. ont-h 
noch herr zu Lenzbursr, Hargdorf. Nidow, Thim und andern enden 
werden. — 22. handlet u. ftirnimw. — 24. and geleiten, — 'iQ. gi Sem- 
Hcbs na:^h iren friheiten und harkomen. 

I) Vpl. auch den Bericht Adritina von Buheniwrg vom Mai 1470, in 
Äbach. 11, 409. — •) Nach der tteimchronik (Mone lll, 274| halte Hugen- 
hath den Kidgeno^aen iu Konstanz einmal nusenit'en : ir ^ind schek-k und 
bübcn. 



1473 



und frowen ir ereii frevenlichen beroupt mit semlichem gewalte, 

das dis uiidei- cristinen lilten zu gestatten unlidlichen were.') 

Welche ouch zfi im kament, so mit den Eidgnossen mi- 

eins oder ir vigend warent, als herr Bemhart von Eptingeu,') 

• der von HSwdorf und ander, der nam er sich mit schirm, mit 
tagriten, mit schriften und allen andern unfrüntlicfaen dingen 
an wider die Eidgnossen, und tr?iwtc denen zfi allen ziten uf 
sinen herren von Burgunnen. 

Er understfind otich denen von Bern an ir herschaft Schen- 

I kenberg') und anderswo im Ergow zil meren malen mfitwillig 
intrege zu tünde, wann das si im des nit gesitzen oder von 
im lidffli weiten, wie vaat er inen und andern uf Iren herren 
von Burgunn trowte ; ai achtetent aber des wenig und under- 
stündent als biderb lüte, das :r zu behalten. 

i Den Eidgnossen wurdent ouch etlich der iren von Mel- 

lingen *) und ander, so irem gewerbe nach in das Sunkow 
und Elsas förent in sinem geleit von etlichen, die er mit ge- 
walt enthielt, mütwilliclichen gevangen und des iren on recht 
beroubet, das inen nie wider bekert mocht werden, wie dicke 

i> er darumb ervordert wart. 

Semlicher und ander unfriintlieher gewattsami und untat, 
80 lang zu scbriben weren. understi'ind er sich teglicbs zfi ge- 



17. i: 



ietiil. ■ — 11. Ktsitüe 



1) Vgl. hierüber Knebel in Bas lor Chroniken II, 40. 69 f.. 78 
Röach el>d. 111. 290; Reimchronik. Kap. Ü2 u. 93. - *) Hauenbach i 
ilen EidgenoEsen am 10. Jtnt. 1474 lui. duss Bernhard von EptiDse 

Hericigs beaondern Schirm aufgenommen worden 8ei. Abacli. fl. At2. 

über Eptin^ens Feindseligkeiten siehe ebd. S. 38H, 3U4. -104, 4W. 41( 
>l Am 'i. Juli 14TQ beklt^n sich die Berner, d>i5s äee Henogs Amtl__ 
«icb im Scheshenbei'Rieninit UeberKrifie erlauben und FSlinlein aufstecke 
In der Mitte Juli waren nene Fähnlein bei Möhnenthnl aufgeateekt worde. 
Detwegen ladet Bern die EidgencMsen auf Donnerstag nach Magdalen 
(26. iTnli) üu einer TugBatsang ein. « da minen herrn ata anatöaseru eb«ii 
vil begegnet, dei'faatb «i wol nil bedunken. die aacb t& end tu xiecben >. 
Bat«-M. 6, 127, 140. Hl, 142; Teataeh Miss, A, , 745, 753. — ') Wohl 
hierauf wild sieh der Eintrag im Abschied vom 4. Jan! 1470 beziehen : 
Dem Landvogt von Hagenbftcn und Bernhard von tiilgenberg soll dever 
von Mellingen wegen geschrieben werden. Abseb. II. 411. In den Berner- 
akten haben sich noch folgende Nachrichten Qber andere Feindseligkeiten 
erhalten: Im Juni 1469 wurden etwa tO Angehörige Bema gefangen nach 
Lanfenburg abgefQhrt. E«ta-M. 4. 166 ff. ; 5, 23, ISO. Am 25. Febr. 1470 
beklagte aich Bern, ' daa unser vigent aUcntlialben iu der herechafi: land 
und gebiet enthalten, die unsern dadnrch gevanklicbgefnrt und angevallen 
werden >. Hats-M. 5. 252. Im Sept. 1472 wurde ein berniecher Leibeigener 
bei Rheinfelden erraordet und seiner Habe beraubt. Teutsch Misa. A. 9a?> 
II. C. 25. Im Okt. 1473 wurden zwei Knechte aus Herzogen buch see in 
Ensisheim eingeaperrt, Kats-M. 13, l'W; Teutsrh Mifs. C, 109. 



U73 



109 



bruchen wider die Eidgiiossen, über das si doch iUwegen gern 
sich nachburlichen gehalten, tüv/ und frid gehebt hettent, das 
si soHctis ie am leisten sinen und des fiireten von (losterich 
halb leuger nit liden woltent, als si dann das beiden fiirsten, 
dem herzogen von Oesterich und Burgumi treffenlichen subribent, 
ir stette und slos besatztent und ganz zur wen gerüst wavent. 



74. Das lierr Fridericli, ein Böiii9ch«r keiser gen 
Biisel kam. 

In disen dingen begonde sich herr Fridrich, ein Konischer 
keiser, als der lange zit da usaen in Sweben, zu Ougspurg, i. 
zü Regenspui-g und in andern des heiligen richs stetten gelegen 
was, von Strasburg haruf gen Basel ziechen ; das was umb 
sant Jacobs tag, als man von der gebiirt önsei-s heiren zait 
tusent vierhundert sibenzig und vier iare') und schreip der 
keiser denen von Bern und andern Eidgnosscn eins früntlichen ü 
tages zwÜBcbent herzog Sigmunden und den Eidgnossen gen 
Basel zü vervolgen, und darzlli im in die Eidgnosschaft geleit 
zii geben, als ob er gen Einsidelen wolt. -') Des friintliuhen 
tags wart vervolget und dabi in gemeiner Eidguossen uamen 
eiu treffenliche botschaft geordnet, iinserm herren dem keiser s 
bis gen Basel oder Strasburg eugegen zft riten und sin gnade 
zCi enpfachen und das geleit zfi verantwurten, als euch das 
beschacb. Und wart das geleit also verantwurt: nachdem und 
er dann Unser allergnedigester herr und ein houpt des richs 
were, so gezimpt uns als glidern des heiligen richs nit, der ■; 
keiserlicben maiestat, von der doch al weltlich gnade und 
geleit fliesson solten, geleit zCi geben; wann wir doch mit 
sinen gnaden und dem heiligen riebe nit dann güts wissent 

2. friden. — 3. Oeaterieba, — 4. das fehlt. — 5. daa treftealich. — 
6. bIob nuch notdurft lieaatiten. — 7. keiser mit inncht in die atat Baael. 

— n. ätetten gewesen. — 13. gebiirt Criati aill. — 14. und eiu iar. 

- 16. le Basel. — 27. gleit fliesseii, — 28. Hmlem nit. 

') Dm von Schilling ond Edlibat'b S. 137 peeebene Jahres- u. Tages- 
ilatum : 25. Juli 1474 i»t unrichtig. Kuiaer Frieorich war in Basel vom 
3.-14. Septbr. 1473. Vgl. hieräber Knebel. S. I, Anm. 2, wo die Litt«ratur 
ungegeben ist. Zn derselben kommen biuzn : Die Aufzeichnuneen in den 
Basler Rathsbüchem in den Basier Chronüen lY. 69—78; die Fortsetiung 
von Appenwilers Chronik ebd. 8. 3SS; Heinrich von Beinheinia Notiz ebd. 
V, 440 f ; K. Sehellhaas, Eine KaiserreiM im J. 1473, im Archiv fQr Frank- 
furts öeschichU u. Kunst, 3. F. Bd. IV. 133/4. — •} Vgl. den Bericht Ädriana 
V. ßubenberg vom 22. JuU 1473 in Abech, II. 4ä2. 



110 



1473 



'/A' tiiiide liabt'ii, dariimh so im'ichte sin keiserlicli giiado an 
die und ander ende gnediclicben zu (ins komen, dero wir in 
aller nndertenikeit alle zftcht und ere gßrn tön und erzeugen 
woltent, damit wir hoftent, das ee sinen gnaden von lins zfi 
■ gefallen wurde dienen —. als oufli das von im beschacli. 



75. Uns der vorgeuniite heiser wider deu Riii ab für. 

Dis beschach alles und wart doch ze Basel nit entliclis 
gehandlet:') der keiser kam ouch nit witer harnf in die Eid- 
gnosschaft und fiir wider nidsich gen Trier,') dahin dann der 

' herzog von Burgunnen mit grosser maelit und hoclivart kam 
und nit anders wiste, daim das er von dem keiser zi\ einem 
kling solt gekrfint werden und Burgunnen ein kiingrich solt 
worden sin, ') das aber nit beschacli ; wann do dei' herzog sich 
mit ainer crone, dem zeptrum, dem gestftle und mit andeni 

V wirden ganz zt'igerbste und darumbe dem keiser gros gut vei-- 
heissen hat. da niste sieh der keiser heimlich zfi, *) und für 
die Musel ab und wart der herzog von Burgunnen glich dem 
kling, von dem man in dem hfich Ysopo liset, da der nigra- 
manticus sinen gesellen mit sinem gesp&nste zi'i einem kling 

j machte. ') Dis was dennocht an dem keiser zft loben, wie lieb 
im giU ist, so wolt er dennocht an dem ende des heiligen 

i. (Iw wir. — Ö. vorgenant linscr herr det heiser angeode« wider. — 
9. Eidgnossen. — dann ouch. — 14. imd nndern. — 18. Kaopo. — 
niKramivticue. 

<) Knebfl gewährt una keinen Einblick in die eigentlichen Terluuicl- 
Inngen : dagegen laut bich dpn AWb. 11. 455 einiges entnehiDeD. — 
'I Ausser der uci Knebel, S. 18 luigegebenen Litteratur Kommt hier der von 
Schellhn« ndierte Beritht a. a. O. S. 189—!» in Betracht. Der Kniscr ritt 
in l'ricr tun 28. Sept. ein und vertier es am 25. Nov. (Knebel. S. 1» a. %). 
- ') Siehe Knebel. S. 2S, Anm. H. — ') Die huimliehe Abreise dM Kaiaen 
wird vun Knebel !>. 35 and einem gleichieitigen Berichte bei Cbmel. Hon. 
Haha. I, 61 b«-atiltigt', ebenso durch den Brief Ludwig von Evbs an den 
Murkgrftftn v. BrandenburK (Fontes rer. Austr. 2. Abt. Bd. 4ß." 236—9), in 
welchem noch en&hlt wird, wie Peter von Hngenbach dem Kaiser nach- 
gefkbren sei. um ihn ta bitten, • gemach zu tun >. dn der Herzog kommen 
wolle, mn einen freundlichen Abschied zu nehmen, 'Saget der knlser •ja>, 
dooh da« ers nit lang mecht. DcniDach giengen die schifl' on mder bei 
'/i stund. Do der herzog nit körn, saget Peter t, Ho^nbaeb. er wöIt sich 
XU dem hetween tawen. domit er bald kom. Und als Peter v. Hagenhach 
hinweck sofaifiet und nicht mer gesehen warde, Hess iler keiser die rader 
Nnwvrfeii md fvt roo statten. Alao ist der hercog in dem beecluud nit xn 
dem keiser kamen. > — _^) Diese Geschieht« tt«ht weder im griechischen 
.\e90p, noch in ilHssen mittelalterlichen Xachbildnngen n. Uebereetzongeo. 
wndem ist die 94. Fiibel in Boners Fklel»teiii. .\H9snilie ron (i. F. Benecte, 
1S16. S. S15, 



1473 111 

richs ere und wirde nit umb gut verkoufen. Es was aber dem 
herzogen von Burgunnen ein merkliche smach, die im on allen 
zwivel zu grossem missvallen kam. 

76« Das der herzog yon Mellant sich gegen gemeiDeii 

Eldgnossen gar früntlleh erbot. ^ 

Es schickte ouch in disen dingen und darnach umb sant 
Dionisien tag *) des vorgenanten iares der herzog von Meilant, 
genant Giliatz Maria Forcia-), sin volmechtig botschaft gen 
Lutzern zu gemeiner Eidgnossen botten und lies inen sagen, 
das herzog Sigmund von Oesterich umb ein puntnüs an in lo 
würbe wider die Eidgnossen ; das het er kurz abgeslagen, 
wolt ouch das nit tun, sunder als ein fromer fiirste die ewigen 
cappittel, ^) so er und die Eidgnossen züsamen hetten, an inen 
halten. Er begert ouch, das sich die Eidgnossen nit zem keiser 
oder zem herzogen von Burgunnen wider in verbunden, das iä 
wolt er ouch tun, und ob die Eidgnossen siner lüten oder 
geltes notdürftig werent, wolte er inen gern schicken^) — , 
mit gar vil glatter und guter werten. Ob aber er sin zusagen 
gehalten, oder was er in disen dingen den Eidgnossen zu gutem 
oder argem getan hat, das wirt man hienach bas hören und »» 
vernemen, da er die sinen mit grossen scharen wider die von 
Bern und ander Eidgnossen hat lassen ziechen ; si sind aber 
von gots gnaden nit al wider heim komen und inen ir rechter 
verdienter sold worden, als harnach wirt gelütert. 

Und als ich dann hievor gemelt und angezogen hau, wie 25 
der herzog von Burgunnen, so mit grossem gewalt, hochvart 
und richtüm und sunderlich mit der crone, dem zeptrum und 
andern dingen darzü dienende, zu dem vorgenanten Römschen 
keiser gen Trier komen und in meinung was, er solt von im 
zu einem kling gekrönt und in hochvart erhebt worden sin, »0 
das aber nit beschach, als hievor ouch gemelt ist, da gab in 
demselben zite der genant herzog von Burgunnen dem vor- 

2. an allen. — 8. Galiatz. — 12. und wolt. - 15. zem fehlt. — 17. 
wolt er inen gern mitteilen mit vil. — 21. von Born und ander fehlt. 
— 24. bas erlütert wirt. 

M 0. Okt. 1473. — *) Johann Galeaz Maria Sforza, Herzog v. Mailand 
vom 26. Dez. 1467—1494. — 3) Das mailändisohe Kapitulat vom 26. Jan. 
1467. Absch. II, 893—99. — *) Steht beinahe wörtlich so im Abschiede vom 
9. Ökt. 1473. Absch. II. 458. 



112 



1473 



genanten RSmsche« Iceiser. ouch sinem sün Maximianen und 
andern furzten und herren, die bi im warent, gar ein köstlich 
mal und erzougt damit sinen gewalt und hochvsrt, als bienach 
geschriben stat, und ouch denen von Bern und andern £id' 
I gnossen von gbten fninden und warhaften l&ten geschriben 
wart. 



77. Von dem grossen köstlichen mal, das der herzog toii 
Bnrgnnnen dem keiser nnd andern fiirsten gab, nud 
wie das mit ordnang nud grossem richtnm inging.') 



) In d«m iare, do man zalt von der gebürt ünsers lieben 

herren Jhesu Cristi tnsent vierhundert sibenzig und vier iare. 
an einem mentag nach saut Franciseen tag.') bat heraog 
Caiolus von Burgunnen geladen zii tisch ünsem herren den 
keiser, herzog Maximianen sinen stHn und al fürsten und grafen 

-, mit andern herren, die mit im zQ Trier warent, ouch aller 
fürsten botschaft«n. Und reit der keiser an dem egenanten 
tage unib die nünde stunde vor mittem tage mit aller siner 
ritterschaft zi'i sant Maximianen, und reit im vor graf Eber- 
hart von Wirtenberg, *) Vitt von Recbperg, Herr Jobans Spitt 

I und Herr Wilhelm von Weruow , ') die warent wo! genist 
scharf zu rennen, und kameiit darnach zwen Oestericher und 
rittent zi'i saut Maximin in den hof und kam der herzog von 
Burgunnen z(i im harus und hat an ein güldinen rock mit 
berlin nnd edlem gestein, der wart gesebetzt für hundorttusent 

. gilldin, und rantent daselbs die obgenantcn sechs vor den 
herren, und nach dem rennen stündent die hen-en ab und 
gingent in die kilchen. 



IT. Dänden. - 



t Ton Cfiln ge«chriben wart. — 12. Franciscus. - 
B. Bioer herschah. — 21. scharpf. — 22. die ritten. - 



■) C. Chr. BeniOQlIi veiüffentlicht« iii den Baaler Chronilieii 
bis 3M mit einer orientierenden Einleitnn« die verschiedenen Vet ._ _ 
dieses Featbericbtes. der anter dem Titel : libelloB de magnificentia duds 
Bursondi» in Treveria risa couBcriptna, weithin verbreitet war. Der Schil- 
ling sehe Tert ist dort S. 345 ff. abgedruckt unter dem Buchataben D. 
Vgl. aach die Anmerkungen za Knebels Beschreibung, ebd. II, 28—35. — 
•I Beide Daten sind unriflitig. Das Festmahl fand statt am 7. Okt., 1473, — 
'I Eberhard I, 1450—96, der nachmalige erste Herzog. Knebel. Baal. Chr. 
II, 2fl. — *) Hana Spät nnd Wilhelm von Werdenauwe sind würlem- 
liergische Bitter. Vgl. Speieriache Chronik in Mone. Quellensa 



?nsamuilg. 1. 508. 



1473 



113 



Item der altar was also geziert: zum orsten stündent damf 
24 bilde uf vier schemelen, ieglichs anderthalb ein lang, warent 
alle silbrin und vergult; zft obrest darnach, ouch uf zwein 
Schemeln, zwölf apostel. warent oucli silbrin und libergült; 
darnach zechen bilde luter gold wnd ander siecht bilde, ganz 
silbrin und (ibergült, und aber vier bilde, ein lang, silbrin und 
vergdlt. 

Item zechen crütz bi den bilden, luter gold mit k/istlicbem 
edlem goatein, was ie eins grfisser dann das ander und daran 
gros gezierde geleit. i 

Item sechs liichter, zwen luter gold, zwen libergült und 
zwen ailbrin; vier engel luter goM, ein lang, mit vier liichtern, 
ouch giildin : ein casten was it^l gülden, darinne was sant 
Paulus und sant Änthunien heiltfim. 

Item aber ein tabemackel, was mit deinen bilden, der i 
was von luterm golde gemacht und mit edlem gestein vast 
durchzieret. 

Item ein gtildin gilien mit grossen k&stlichen edlen steinen, 
darin der driger naglen einer ßnsers lieben herren Jhesn Cristi, 
als man seit, und ein crfitze darin gesnitten von dem heiligen i 
crfltze, darinne ein diamant wol zweier vingern lang, und mag 
denselben gilien von des grossen heiltüms wegen nieman ge- 
schetzen. 

Nach der mcss gingent dio herren in das refental zu 
sant Maximin, darinne stund ein buffet, was zechen staffelen ! 
hoch und zwenzig spannen breit, und stünden bis ebnen an 
das gewelbe dis hienach genempten stücke: 

Item 34 äesclien gros und dein, der merteil ganz göldin 
und die andern silbrin und vergült : aber stbenzig kannen 
gros und dein, alle g&ldin und silbrin, und ob hundeil vor- n 
dackter bechern mit goldc und edlem gestein und grossen 
berlin gemacht ; aber vierzig dotzen grosser schalen, darzA 
sechs schif) gros und dein, ganz silbrin; 24 grosser ailbrin 
blatten und ein teil ganz giüldin, hende zfi weschen, und ander 



4. vergiilt. — 5. «lecht «ml lieiiuoclit köstlioli liilUe, oucU giinz. — 
fi. vergilll. — lang, ouch ^an«. ~ IL rerKüIt. — 21. lang wiis. — 
24. Item niich. — 2ö. Mitxiniiuueii, — 26. oben. 



'3 ScliiffeH. Du Cange. G)i 



114 



1473 



Item aber eeelis eiiihorii, darunder warent zwei ieglichs 
driger ein hoch, aber ein eilbrin almergen ') driger ein hoch, 
und sechs silbrin gros gelten, hat ieglich 24 mass. Und was 
alles silbrin, das uf dem tische sti'md und trank ieglicher us 
einer grossen silbrin schalen und hatten ie zwen ein guldin 
oder silbrin kamien vor inen stan. 

Item das refental was ganz unibzogen mit gewörkten 
giildinen tfichern und ob dem tische, an dem der keiser sas, 
was ein köstlich gCildin tfich ; es stünden uncli drig tisch in 
I dem refental, die warent glich lang. 

Item an dem obriston tisclie sas der keiser und herzog 
von Burgunnen bi einandem. und sas bi inen an demselben 
tische der bischof von Menz, der bischof von Trier, der bischof 
von Luttich*) und der bischof von Urtricht. ') 

Item an dem andern tische ') herzog Maximian von Deste- 
rich, herzog Steffan von Feiern, *) herzog Albrecht von Mün- 
chen ■) und herzog Ludwig von Veldenz. ') 

Item an dem dritten tische au der ^eL^llten siten, sas der 
bischof von Eistetten. ^) marggraf Carle von Baden, niarggraf 
I Cristoffel von Baden,") marggraf Alhrechts von Brandenburg 
rAte, "*1 der Türggesch keiser, "} graf Hug von Montfort. ") 
graf Jos von Hochen-Zom, ") graf Dlrich von Monfort, ") 
graf Kraft von Hochenloch, ") graf Adolf von Nassow, graf 



- 19, ' 






'i aluiergeii ~ mlat. iitinaria bedeutet einen Kasten oder Sclirein. 
faaTiptMächlich zur Aufnahme von Niihrungsmittelu. Vgl. Biuler Cbronikeu 
III, !154. Anm. — ') Ludwig tod Bourbon, Schwager des burgundischeu 
HertOÄB. 1450-1482. - "J David. Bastard v. Biirgund. USö— 14«2. — «1 Nach 
den andern Berichten mtxen die nacbberge nannten Herren noch an der 
erBton Tafel. — ') Domprobst von Köln f 1481, Bruder des Ludwig von 
Veldenz, Sohn des Pfalzgrafen .Stephan von Simraem-Zwei brücken. — '] Siehe 
oben 8. 7«. Anm. 1. — ') Ludwifj 1.. der Schwarze, 1459 Pftvlzgraf tot 
Veldenz und Zweibriicken, t 1*89. — *! Wilhelm von Reichenau. Biaohof 
von EichstÄdt, - ') Markgraf Karl 1453-75 und sein Sohn Christoph, 
1475 — I5I5. — ") Des Marlirafen Albrecht« Räte sind ein Geirtlicher von 
Bambere (Domprobst oder Dechan Hertmd com Stein} u. Ludwig von Ejh. 
Baaler Chr. II. 33. — ■') Prinz Calixt Üaman. der in Gefangenschaft genüen 
war nnd die Taufe angenommen hatte, der hier wie aucQ in andern Be- 
Bchreibongen der Trierer Znsammenknnft irne türkischer Kaiser genannt 
wird. Vgl. Baaler Chroniken II. 33. — ") Graf Hugo von Rothenfela 1439 
—1491. Vgl. Über ihn Fr. Wiedcmann, Die Beichspolitik des flrafen Haug 
von Werdenberg 141)6— i^. Grflifsvrald. Dias. 188.1. Er ist ein Bruder de« 
nachher genannlen Ulrich V. v, Montfort 1439—1494. — '") Jost Nikolans i, 
von Zollern 1443-1488. — »1 Kraft VII, von Neuenfitein 1472-1508. 



1473 115 

Phillip von Nassow, *) herzog Maximianen hofmeister ^) und 
ander herren. 

Item oben an der andern siten, graf Eberhart von Wirten- 
berg, marggraf Albrecht von Brandenburg, herr Jacob Trap, *) 
graf Ulrich von Sulz,^) graf Otto von Hennenberg,*) graf » 
Alwig von Sulz , ^) graf SchaflFrit von Liningen, ^) Friderich 
von Pusch,") der tümprobst von Trier,®) graf J6rg von 
Liningen, *®) graf Eberhart von Sonnenberg ") und ander. 

• Item der erste gang mit dem anrichten warent vierzechen 
essen ; vor dem essen gingent zechen trumeter, vier pfiffer lo 
und zwen mit grossen böicken und sechzechen grafen mit 
itel gestuckten güldinen rocken. 

Item zu dem andern gang zwölf essen und zu dem dritten 
gang zechen essen, alle gar kostlich und wol bereit. 

Item nach dem essen bracht man drissig köstlicher credenz- iß 
geschirr mit confect, darunder wart das ein geschetzet für 
sechzig tusent gülden. 

Item der herzog von Burgunnen hat me dann sechshundert 
man an sinem hof, die alle anhatten anders nit dann güldin, 
silbrin und siden gewant und vast wol durchziert mit besiecht, *o 
on sin bogner, die in sin garden gehorent ; der sind zwei- 
hundert, die hatten seharnien an, warent alle güldin und 
silbrin. 

Item man sagt euch, das kein köstlicher mal von keinem 
herzogen von Burgunnen nie mere gesechen sie und euch das ^-^ 
gros gut und gezierde, als obstat. 

1. Nassow, darzü. — 6. Lünigen. — 14. die warent alle köstlich und. 
— 15. köschlicher. — 17. sechzig ^ildin gülden. — 24. keiser- 
liches mal. 

») Adolf (1480—1511) und Phüipp von Nassau (1480-1509) waren 
Brüder. — *) Maximilians Hofmeister neisst von Licht^^nstein. Basler Chr. 
II, 33; IIL 356. — 3) Oesterreichischer Rat. — *) Ulrich von öulz irrig für 
Rudolf von Öulz tl487. wie in der Version A des Libellus (Basler Chr. III, 
356) richtig steht. Rudolf von Sulz war einer der einflussreichsten Räte 
des Kaisers. Siehe über ihn Basler Chr. 11, 32, Anm. 6. — *) Hopf ver- 
zeichnet in dem hist.-geneal. Atlas keinen Henne bergergrafen für das Jahr 
1473 mit dem Vornamen Otto. — *) Bruder des Rudolf. — ^) SchaÖrid- 
Gottfried v. Leiningen, Rat des Kaisers von 1464—1475. — ») Friedrieh III. 




— *ö) Graf Georg von Leiningen war Dekan von Köln. Knebel, a. a. 0. 
S. 32. — ") Wolil Eberhard I., Graf von Sonnenberg und Truchsess von 
Waldburg 1423 — 1479, oder dessen gleichnamiger Sohn und Nachfolger. 



78. Das (leneu rou Basel und andern stetteo gros 
warnnugpn hameiit. 



Darnach unlangest uinb sant Thomaiis tag des vorgeiianten 
iares kament denen von Basel und andern des riclis stetten 

'■ im Elsas teglichs gros merglich Warnungen, wie das der herzog 
von Burgunnen sich mit einer grossen macht und züge Bauip- 
iiete, harus in das Sunkow und Elsas zu ziechen und ein leger 
zi!i slachen: doch was das die gemein rede, das er für Basel 
wolt und die beiigen. Darumb uf dem necbsten mentag vor 

1 sant Thomans tag des vorgeiianten iares, ') schicktent die von 
Basel ir treffenlichen r&te für gemeiner Eidgnossen botten gen 
Lutzern und erzaltent da vor denen die ding, und was inen 
und allen Eidgnossen, wo si also belegert werden soltent, an 
der Sache gelegen were; si betten wol ein gut stat, inen were 

i aber in vergangnen t5den so vil biderber liiteu abgangen, das 
si ie ir stat nit wol besetzen, noch on der Eidgnossen hilf und 
entscbtittung behalten m^chtent, darumb si begertent, das man 
inen von allen Eidgnossen ein summ soldnem zuleite, denen 
weiten si, wo das anders nit sin müclite, ir litrung geben, *) 

j imd das mau inen dabi züaeit, ob si belegert wurdent, das 
man si dann entschütten, so woltent si als biderb lüte mit 
der hilf gottes ir stat bis an der Eidgnossen entscbütten under- 
stan zii beheben, und des zu gutem den Eidgnossen niemer 
ewiclichen vergessen ; dann wo die Eidgnossen das nit tetent 

) und si verliessent, so wistent si sich nit zu enthalten, und 
was ioch inen darnach ginge, so woltent si das den Eidgnossen 
geseit und sich damit entladen haben, als si dann das mit vil 
erbern und merglicher Ursachen, so inen daran gelegen was, 
gar ernstlichen und mit grossen bcgirden anbrachten. 



1. gar gros. — 4. den von. — 8. nnd was das die. — 9. darumb an. 
— 13. wo d andere belegert. — 21. «Idann. — 22. entechi'ittung nnder- 
itan in behalten. — 23. erlisrer. 



') Scbillines Anfietaiing des Liizernertii«ei (20. De^br.) ist ungenau. 
Schon am 1371^. Dezbr, yerliuigt«ii die Basler 800 Mann Zusatz vuii den 
Eidgenossen; am 22. wurde ihnen dies von den Boten der Tagsat;tu)ig — 
mit Ausnahme ZOrichs — bewilligt. Absch. II, 4tt3. 46^. — *) = Essen und 
Trinken. 



79. Das die von Bern unil ander EIdjE;noBsen denen von 

Basel gar tröstlich zuseitent. 

Dia ir ßruätlicli aDbriiigen, da das ^enieiuer EidgQOäüC-tn 
hotten von Btetten und lendern verstfinden und ouch zu gründe 
betrachteten, was inen an der stat Baeel gelegen sin mt^cht, 
ob die von inen in gewalt des herzogen von Biirgunnon konien 
solte, als man dann das in mengen weg betrachten mag, wur- 
dent die von Bern und gemein Eidgnossen daruf zi't rat und 
Seiten denen von Basel zu achthundert man, die si in ii- atat 
legen wultent, wann si dero begcrtent, der ieglichem si alle i 
tage drig Baselplaphart zii solde solten geben und nit me;') 
und oh 81 vom herzogen von Burgunnen belegert wurden, das 
81 dann tetent als biderb liite, so wolt man si mit der hilf 
göttes ritterlich und trostheb entschiitten und si bis in den 
tod nit verlassen. Dis was wol ein trostlich antwurt, ab der i 
die von Basel ein gilt herz und frftude gewunnen, wann man 
eich von stund an in allen orten und mit iren zügewanten 
mit dem ziisatz und iedernian mit siner paner und machte 
inmassen züruste, als balde es notdurftig were worden, das 
man dann denen von Basel, si zu entschiitten, zugezogen were. :? 

80. Dns der rori^eiiant herzog vou Burginmeii mit einem 
trctieniichen ztig in das Sunkow nnd Elsas kam.') 

Dis gestand also etwas zites, das die von Basel niemand 
umh den zflsatz ervordertent und villicht nit als vast als vor- 
hin von den Burgunnern bekümhert wurdent, bis darnach umb ä 
der heiligen drier ktingen tag kam der herzog von Burgunnen 



davoD die. 

') d. h. ohne EsBen und Trinken. Siehe den Abücbied. — '» öeber die 
B«ise Karls in die Ptknülande iin Deitbr. 1478 und .lanaar 1474 vgl. Wittib, 
ZGORh. NF. II. 20-43. SchilliDe ist über die Reiaeroute de» Hecaoga 
nngenau berichtet. Er kiim von Nancy Aber Markirch durch daa Weiler- 
(nicht M«nster-)tal nach Kolmar; vom 24.— 31. De», war er in Breisach j 
am letstgensnut«!! Tage reiste er nach Ensinheint, von wo er am 8. Jan, 
1474 ubiog nach Thajin. Nach einem Änfenthalte von 2 Tagen verliets er 
Thann und zoc über MOnapelBart nach Beaanfon. VeI. Witte, S. 23 f. 30, 
41 ; Knebel in Baaler Chron. II. 89 ff. Bei St. Pitt (üwiachen SthletUtadt 
und Bei^heim) kam er jedenl'alls vorbei; um Dreiköiiigstayo (6. Jan.) war 
er in EnÜBheim. 



duivli das Müiistei'tal mit einem trefteiilielien ziige, vier- oder 
fiiiiftusent ') harus gen sant Pulten und da dannen gen Bri- 
sach. Da bleip er etlich tage, die lande siner pfantsehaft kü 
geschowen ; mit er/öiigen vil hochvart und gewalts zoch er da 

■, «"ider und für gegen Tann und in dieselben art und lies doch 
nieman nit beschechen, wann das er dem glich tet, als ob er 
etwas giiten zitea im lande blibcn wolt. Von den edlen und 
etlichen hetzhunden derselben landen und oucb des Hegöws, 
die alwegen zwiischcnt der herschat't von Oesterich und ouch 

) den Eidgnossen zii unfrid anreitzer gewesen warent, wart er 
wol enpfangen, und des nieman zwiveln sei, im von denselben 
wenig, das zu frid der landen und zu grtt dem gemeinen nutz 
oder den Eidgnossen £Ü eren gedienen mJicht. ingeblasen. wann 
daa si sin gemfite, das on das tiech ticlichen zu alten untugen- 

1 den und hochvart ufsteig, mit vil und mengerlei saohen und 
unteten, die nacher inen allermeiat ufwüchsent, teglichs wider 
die Eidguosschaft bewegten, als si das vormalen dem fronien 
fürsten, herzog Sigmunden, irem uatiirlichen herren, ouch ge- 
tan und zem dickern mal in wider sinen willen verfdrt hattent, 

!i darinne mer ir dienstgelt und eigner nutz, dann die ere des 
fi'irsten oder friden der landen von inen angesechen wart. 



81. Dus ein botschaft toh gemeiner Kiilgiiosxeu wogi>u 
zciii herzogen geortliiet wart. 

Und do nfi die von Bern und Solotern, denen dann nit 
n allein von ir anstossenden laudschaft, sunder ouch von ir Eid- 
gnossen, der von Mülhusen und ander sachen und ungerechti- 
keit wegen, die dann, wie vor zem teil etat, inen und gemeiner 
Eidguosschaft herr Bilgris von Hfiwdorfa, ouch der von Schaf- 
husen. der miwen ziMlen zCi Walzhiit und ir gevangnen kouf- 
no litten halb von dem lautvogt, dem von Hagenbach, mengerlei 
begegnet warent und an disen dingen vil gelegen was, des 
herzogen von Burgunnen zäkunft vemament, tatent si als 



2. filiifti weilt pferdeii. — 10. afl unfrid fehh. — 
ti^lidien. - 21, frid. — 22. wegen und in iri 
»on Burguodien Reordnet wart. — 26. dero v 
— Ü8, lies von Hf.wdorf. — 32. tatent si den 



I. allenueist »abi engen. 
I n&meii zem herzogen 
1. — uDgerechtikeiten, 
ren nach und mit. 



') Iiie Ati^bpu tlber die Stärke des Heeres gehen alletdiBOT ausein- 
ander, diH-h kommt die von Schillinir luigegebene Zahl der Wahrheit iedeara 
fall» nalif. Siehe Witte. ZGÜRb. SP. IJ. &. ^ 



1473 119 

wise lüte, und mit rat der Eidgnossen und in ir aller namen 
ordneten! si ein treffenliche botschaft zu im in das Sunkow 
und schribent im aber vorhin, als hamach stat. 



83« Das die Yon Bern dem herzogen Ton Burgnunen in 
irem und ander Eidgnossen namen schribent, als har- ^ 
nach stat. ^) 

Sich gar demüticlichen bevelhent, dürchlüchtoster, über- 
treffenlichoster, hochmächtiger fürst, gnediger herr. In ver- 
gangnen tagen sind mengerlei mittein, die zu allem nach- 
berürten disen dingen fürderlich sin möchten, besucht, be- lo 
sunder dadurch die schulden der erbern stat Mülhusen, die 
uns und andern in früntlicher puntnüs ziigeeint ist, abgetragen 
und damit zwuschen den umbsässen, die uwern forstlichen 
gnaden züstan, und inen die gewerb und ander handlungen, 
als dann under den lüten beschicht, nachpurlichen geübt mfich- i:» 
ten werden. Us sfilichem als einem grund, sind zftletst us der 
stat Basel unser brief in unser Eidgnossen und unser gemeinen 
namen an uwer fürstlich gnade gangen und darin demütik- 
lichen begert, das denselben vom Mülhusen verrer frist, näm- 
lichen bis nechstkomend ostern zu geben, in sölichem hoffen, ^* 
das dazwüschen durch hilf und rat des dürhlüchtosten hoch- 
gebornen fürsten und hern , des pfalzgraven bi Itin und 
andrej*, den dann die vermelten von Mülhusen ouch gewant 
sind, und besunder ouch ab trag der gegenschulden inen von 
den, so in üwer fürstlich gnaden gebieten gesessen, usstiindig ^.> 
den andren dienstpflichtig sind, zimlich benügen beschechen, 
und also die anvechtungen, die uns, als des dürhlüchtosten 
hus vom Burgunn gütwilligen nit gevellig sind, underkomen 

2. botschaft yon den drin stet ten Bern, Friburtf und Solot^rn. — 
5. und aller Kidg. — 6. Text nach der Kopie tm Teutsch Miss, ü, 109, 
in den Varianten die Abweichungen der beiden Schilling-Handschriften 
Z u. B. — 7. durlüchtester Z. B. — libertreifenlichoster fehlt Z, B. — 
5^. hüchmechtigsU'r Z. B. — und gnediger Z. B. — 9. die zu allem 
guten dienen und türderlich Z. B ; doch fehlt bei B allem. — 11. erber 
Z. B. — 12. uns allen Z, B. — 13. fürstlichen fehlt Z, B. — 16. am 
letsten Z. B. — 17. in iinser aller namen an üwer gnade gangen 
Z. B. — » 19. von Z, B. — 20. ostern nechstkomend geben wurde, in 
dem hotten Z. B. — 21. durlüchtigen Z. B. — 22. hochgebornen fehlt 
Z. B. — und hern fehlt Z, B. — pfallenzgrafen Z. B. — 23. denen 
dann Z. B. — vermelten fehlt Z, B. — 25. von denen Z, B. — füi-st- 
lich gna<len fehlt Z. B. — 26. den andren dienstpflichtig fehlt Z. B. 
— 27. durliichtigsten Z. B. — 2«. von Z. B. 



120 



1473 



möchten werden, wie dann das alles in derselben schrift verrer 
begriffen, Daruf uns aber kein antwurt, die wir doch gar 
demfttenklichen begert haben, begegnet ist. Als wir nü ganz 
begeren, dise gescheft, die uns bishar in manigen weg betriüpt 

' haben, mit solichen mittein, die dann gepurlich und darzti 
förderlich sind, zu ebnen, und die unverdenklichen gDad, die 
zwüachent ijwern seliger gedachtnüg etwan herzogen zi"i Bur- 
gunn eitern, und besunders liwer gnaden loblicheaten vaters 
und uns gestanden, nit allein zi'i beharren, dann beharrlich 

' ufzfienthalten, so haben wir fürgenomen linser und andrer 
erber botten zu i'iwern fürstlichen gnaden der und andrer 
Sachen halb un verzogen lieh zu vertigen, an dieselben öwer 
fürstlich gnad mit aller demftt begernd, uns, wo dieselben zft 
üwerii fürstlichen gnaden komen mögen zfi berichten und die- 

■- selben gnadlichen zu verlifiren und nit zu gestatten, denen 
von iemand einichen gwalt zu ze f&gen, besunder üwef fürst- 
lich gnad nach verhören unser red, die nit anders dann 7.ft 
behaltnüssfi der vermelten gnade, darus euch die fri'intlicb 
verstantniisse erwachsen ist, berftrt wirt, zii verfftgen, das 

1 derselben zCi besterkung mag dienen. Und uf das HÖlicha fruchtJ 
barlicher gehandelt werde, so begeren wir an iiwer füretlitä 
gnad, Mülichon unsern und andern botten rftwigen zfi- und ab^ 
gang guädkliche« zil schaffen. Wo wir dann solichs in allenfl 
mindern und raerern Sachen mögen verdienen, wellen wir al#a 

i des diirc hl lieh testen bus von Burgunn underdienstlicher uit-^ 
gespart in aller geburlikeit gern tftn mit hilf gots, der äwQr4 
fürstlich gnad sellenklichen behalt. ' 

I. wie (ittan dieaelbeu auhriften IuUid Z. B. — 2. doch fehlt Z, B. - 
3, band, worden ist Z, B. — 4. lüenKen Z, B. - 7. üwen 
vordem Bcliner ftedechtniis 2, B. — 10. uf«fiha1tBii 7.. B. - 
nomen. in ünaer aJler nameu Z. ü. - und andrer fehlt Z, B. ■ 

II. ftirsllichen feMl Z. B. — 12. unTerborgenlicb Z. - 18. üwer Hwl 
lieh gnad fehlt Z. B. - U. wl ilcb komen Z. B. - 15. u. difl g "" 
liehen Z, B. — nit gesttttten Z, B. — 16. einichen fehlt Z, B. — 
Bü tande Z, H. — färstMcb fehlt Z, ß. — 17, verh&rung ö. - _, 
eterkung Z. B. — und umb daa BÖlicbs nach noblurft gehundlet Z, B 

•21. furetlich fehlt Z, B. — W. nnBem und andern fehlt Z, B. -" 



') Der BeBchluse betreffend AhfaKHang des hichreibena wurde i 
26. Deibr. gofaast : An min hern von Bu^^nnn eine subtile gute inwnui.^. 
KaU-M. 13. 240. Am 'il. Det. (Job. cvang.) wurde dax Schreiben entworfei^l 
am 28. deßniÜT ausgefertigt. Lat. Miss. A, 224. liu Teutseh Miss, fehlt dv'l 
Datum. Die Antwort Kurls vom 31. Dez. bringt Knebel. Basler Chr. II, 44/^ 



. Al>er eiu brief an herzogen von Burguiineu, als herr 
MciniiH von Schnrnachtal and )ierr Pelermau von 
Wabren zil im farent. ') 



Sich gar demfttenkJich bevelhent, durhliichtester, lioch- 
müchtiger, übertreffenlichoster fürst, gar gnädiger herr. Be- 
wegt US etlichen reden, ietz an uns gelangt, die etat Mül- 
husen, die dann dem ddrelilüch tosten fürsteo und hern, dem 
pfalzgraven bi Kin, andern und uns mit schirm us keiserlicher 
hcvelh und pündniisse zügewant ist, und anders ber&rend, 
schicken wir zu uwem fürstlichen. libeHreffenlichosten und i 
iorchtsamosten gnaden die edeln, strengen hern Niciausen 
von Scharuachtal, rittem, hern zu ObeHiofeu, und Petcrn von 
Wabren. hern zö Belp, unser alt schultboissen und rät. Den- 
selben und andern unsem Eitgnossen und mitburgern inen in 
der sach zugeordnet, haben wir in bevelh geben, etwas von i 
derselben von Milhusen und andrer in gescheften wegen mit 
liwer durehl lieb tosten und Cibertreffenlicliosten gnad zii reden. 
Harumb wir mit gar dem(itigen ernst begeren, das ir dieselb 
iiwer gnad unser vorgemelten hotten und ander bi inen gnftd- 
lichen verhiVeu, ir sag vesten gloubeo als uns selb zu diser s 
zit setzen und unser begirden zu giinstlicheii end fürdern. In 
sülicben dingen, die zu bestand und ufentlmlt der verstäntnus 
zwüschen üwer übertrefFenliehosten gnaden, uns und andern 
nfgenomen dienen, bewist uns dicsclb gnad sftlich gn&dig günst, 
dor wir in allen zimlicben sachen mit pflicbtigon dienst willenk- i 
liehen wellen begegnen mit hilf gots. der üwer flirstlich hoch- 



1. ein tnissive. — als die butten von Bern. Friburg und Solotem in 

rmeinei' EidBnossen namen und von iren wegen tu im fSreiit- — 
Obenatther^sr l'fxl nadi dem Teutsch Miss. Ü, ns ; m den Va- 
Tiantttt die Äbineiehungtn dtr beiden Schilling-Handsehri/ten X w. B. 
— 4. den&ticlich '/,. h. — durlüchtigpjter. hochmechtigeBter tnnt und 
anediger herr Z, B. — 7. die dann un« allen mit pnntoilase zagewant 
[gawant B] ist Z. B, — 10. fiirBtlicbeii, liberti-effenlichoaten u, Torcbt- 
samosten fehlt Z. B. — 12. Petwman Z. B, — 16. und ander dingen 
wegen mit üwem gnaden xü reden Z, B. — 18. gar fehlt B. — tlieaelli 
liwer gnad fehlt Z, B. — 19. gnediclichen Z. B. — 20, selber ssü diseji 
riten Z. B. — 21. günatlichem Z. B. — 2». übertreffen lichoaten fehlt 
Z. B. — 24. dienen, das wellen wir in allen limlichen aachen mit 
bereitem willen verdienen. Z. B. Stu Andere fehlt Z, B. 



<) Lateiniich Bt«lit der Brief im Lat. Wm. A, 225. 



122 1474 

luächtigost giiaJ sä Henk liehen behalt. Datum 2. Janiiarü, 
auDO 1474. 

Uwer durclili'ichtosten und libertveffenüchosten gnad 
willigosten 
> Schultheis und rat zCi Bern. 

Adresse: Dem dürcMücb tosten, 

übtTtreffenlich Osten und mAcbtigcti 

fürsten und bern, herren Kurien zu Bnrgunn, 

herzogen, unserm vor andern gar gnädigen bern. 



) 84. Das die vorgeuauten botteu vor dem herzogen tou 
Burguuiieu gar lang uf Iren knüweti miistent ligen. 

Und als nfi uf semlicb aubriben die vorgenanten hotten 
von Bern und ander in gemeiner Kidgnossen namen zem her- 
zogen von Burgunneu kanieut, und meintent einen gnedigen 
\ götigen berren zd vinden, da fundent si me hochvart dann 
demfitikeit, und uiüstent gar lange bi einer halben stunde vor 
im knüweii, dann der von Hagenbach im alzit nccber dann 
ander in oren lag und in nütz gütä undeiwiät. ') Also hatten t 

3. Unterschrift nnd Adresse fehlt in Z u. B, — 10. butten von Bern. 
Friburg u. Soltitem. — II, Bnrgunn lang knüwen müatent. — 13. von 
Bau und ander /ehit. — 16. gnr f^lt. — bi finer halben «tunilB fMt. 
— 18. nit gutes. 

'I Ausser Nikiaus von ächui'oachtjll und fetefmiLn v. Wabern bestand 
die Geattndtw.'hat1: aus G«org Fribarger und Heinrieb Matter ans Bern nnd 
Hans vom Stall von Solütucn. Die in EuBiöheim geführten Llnt«rhand- 
lungen ergaben ein für Mülhausen sünstiges BMulüit. 'äin waren nm 
7. Jan. 1474 beendiRt. Mossmann. CartiSaiie TV. 8. 150. Am 17. Jan. berief 
Bern die SOldner au8 Brug)^ heim. < dann es gelridel ist >. Rats-H. 14. 202. 
Am 24. Jan. beBehliesaeii sie im Rat, an deu König von Prankreieh au 
sehreiben {ebd. S. 210), am 27. wird der Brief verlesen und genehmigt und 
am 31- Jan. abgeschickt. Teutsch Miss. C. 206 (mit DatunuangabeJ, Lat 
Min. A. 245. in dem Briefe, der den KOnig über die Rnsishaimer-Verhand- 
luugea beruhigen sollte, heisat eine Stelle : • Demelb [der Hemogl in yer^ 
TOlg unser beger hat sich gar littenklich erzeugt und sind damit dieielben 
i^eacbuit [Mümauaen betreoendl af erbre mittel, die wir alwrg begert 
baben. gesat£t i. Im lat, Missiv. heisst der gleiche SalK : • qui eiortatiooi- 
bue nostriB acquieacens, satis roodestum se se exibtiit ; reddita est itaqae 
hcc ipsa res eoncordie et equitati. quam aemper querebamus >, Mandrot 
IJahi'D. f. Schweiz. Gesch. V. 164) hat diese Stelle ^Isch gelesen. — Es 
wohnten Wabern am lä, Jan.. Schumachtal und Kriburger am 17. JaU. 
der Rutsitxung in Bern wieder bei. Da Matter nicht aein. kleinen Bäte 
angehörte. — die Kamen der Anwesenden wurden protokolliert — so kann 
dljer dessen ZurUckkunft nichts gesagt werden. Jedtinfalla trilft die Angabe 
de« buTjRundiachen Haushofmeister», die eidg, CJesandten liätten Karl voa 



1473 123 

die botten in einer versigelten instruction, was si mit dem 
herzogen reden und an in bringen soltent, als dann dieselb 
instruction harnach von wort zu wort stat, dabi man wol 
mag verstau, das die von Bern und ander Eidgnossen gern 
bi friden weren bliben, und an inen nit erwant. 



D 



85. Hienach stat ein instraction und bevelhe, so die 
Yorgenanten holten von Bern und ander an den her- 
zogen von Burgnnnen hrachtent von wort ze wort. *) 

Des ersten haben ir sinr allerübertreffenlichosten gnaden 
vil heils und fröuden nach beger von dem untftudenlichen got lo 
zu wünschen zu begirlicher zükünft diser sinr landen, dannet- 
hin dieselben Eidgnossen im als einem allervorchtsamosten 
fürsten inen vor andern vast gnädig bevelhen zu machen. 

Item so werden ir dann sagen das, so harnach mit Ordnung 
gemelt ist. Nämlichen zuerst zu berüren die unsäglich gnad, 15 
unm&ssig gunst und unussprechenlich senftmütikeit dürchlüch- 
tosten hern, etwan zu Burgun etc. herzogen, und besunder 
des übertreffenlichosten fursten des vorgenanten gnädigosten 
hern geberers, des gedächtnüs kein alter nit allein nit us- 
triben, dann ouch nit bevinstern mag. so 

Us solichem als einem unbeweglichen fundament habend 
sich die säligen verstentnüs, dadurch menglich zu allen teiln 
in stille und rüwen beliben m5cht [gemacht], dieselben der 

7. 80 die vorgenanten botten von Bei*n und ander fehlt. — 8. brach- 
t^nt von wort ze wort fehlt. — 9. Obenstehender Text nach Teutsch 
Miss. C, 176^181. Dort lautet die Ueberschrift : Die instruction an 
den dürchlüchtosten, ubertretienliehost^n und hochmächtigen fursten 
und heni. den hern zu Burgunnen, herzogen, von wecen sinr gar 
dienstlichen der Eidgnossen. — 9. sollen ir sinen gnaaen Z. B. — 
10. ünserm begern Z, B. — untötiichen gotte erwiinschen Z, B. — 
12. als einem gnedigcn herren Z. ß. — 13. vast gevellig in allen 
tniwen zu bevelhen Z, B. — 15. am ersten zu berüren die gnade der 
durliichtesten herren Z, B. — 18. besunders des vorgcnant^n herzogen 
geberers und vatters Z. B. — 21. Item us Z. B. — 23. in rüwen und 
friden Z. B. — gemacht Z. B. fehlt im Teutsch Miss. 

Chron. II. 50. Anm. G und über die Knsisheimerverhandlungen im besondern 
Witte, ZGORh. NF. II. 39 — 41 ; Schillings Darstellung entspricht demnach 
nicht den Tatsachen. — ») Teutsch Miss. 0. 175-181 : Lat. Miss. A, 229-232. 
Hier steht am Schlüsse : Executum coram domino marchione. consilio spe- 
ciali et burjgensibiis vigilia circumcisionis 1474 (31. Dez. 1473). Abgedruckt 
nach Schilbng in den Absch. 11. 467 mit einem unrichtigen Datum. 



124 1473 

vorgenanten vorclitsaniester Lerr mit dem giiädigosten liefn 
sinem geberer mit wol bedachtem mi'it ufgenomen und zä- 
gericht hat. 

Item das nach derselben inhalt zwüschen des vorbe- 

. rürten du rc hl lich tosten und vorchtaamosten herren, des herzo- 

gen, undersiiBBPii und den Eidgnossen für sich und die iren 

zti Wandel und ander (ibungen in allen früntschaften getriben 

sind. 

Item das denselben verstentniissen durch die Eidgnossen 
I aizit gnftg bescheclien, wiewol merklich anvfichtung derselben 
zuwider an si besAeht ist. 

Item von wegen der vti|i] .Mülhusen, wie dieselben in der 
richtung vor WalzhiH getroffen begriffen sind, und besunder 
das si sich ir markten, gowerben und andrer Übungen vfd- 
■■ lenclichen gebruchen und dabi beliben siMten, wie von altem 
herkomen ist, als dann der artickel der berieht wist, den ii- 
darumb siSIlent zfiugen. 

Item wie in nit destenninder wider inhalt derselben ricli- 
tting und besunders einen artickel darin bcgriß'en, aller ge- 
< werben also abgeslagen, des weder küuft noch verk'iuft, dann 
vast verborgen in ir stat getriben sind. 

Item das in solichem wesen al und ieklich benutzungen 
und zfivell der vorgenanten stat also abgangen, das si zii niit 
worden sind, und das si von solicher beswärden wegen, ir 
I zins und last nit haben mögen nach irni alt herkomen er- 
tragen. 

Item das noch swerer, so sind inen al und ieklich schul- 
den in des vorberArten vorchtsamosten hern des herzogen 
landen und gebieten ufgeh alten und entwert, also das den 
I vom Mülhusen kein pfenig hat mögen gelangen. 

Item wie und welich weg der durchliicht fürst und heiTe 
der pfalzgraf bi Rin und ander, den die vorgemelt stat Mül- 
husen mit schirm und einung gewant ist, zfi Basel tag geleist 

1. voreeDiiiit herzog mit sinem vutUr imtl gebert:r Z, B. — '2. xuid 
mgencht fehlt Z. B. — 4. Torberörten herren Z. B. — 10. saveiA- 
tiiiDgen Z. B. — II. beaiicht sind Z. B. — 12. wegen dero Z. — 13. 
troffen Z, B. - U. fkh in Z, B. — 15. dabi liliben Z. B. — 17. dii- 
nimb nuch erzeugen Ei'Uen Z, B. — IS, inen nützit destiniiider Z, B. 

— ia. iille gewerbe Z, B. — 20. dua weder l(6uf noch verböuf Z. B. 

— 21, yerborpenliche 2, B. — 2b. alten Z, B. — 27. It*m und Z, B. 

— gwerer iat Z, B. — allen und ietflicheo Z. B. — 2S. votchtsamosten 
/Wirt 7.. B. — 29. uleuthalten Z, B. — denen Z. B. — 31, dnrtticbt 
liSret nnd herre der fehlt Z, II. — 32. denen die vorgenant Z. B, 



1473 



125 



l und daselbs und an andern ende soliche mittel goaüt-ht babeu, 
Idie denselben vom MiÜbuaeii zu Abtrag ir Bchutden fbrderlicli 
iBin möchten. 

Iteni und das die ufziig und nil und bezalungen nit us 

I andern), dann dem grund gangen sind, das die vorgemelten 

\ hern und atett den vom Mulhueen zu lichtrung ir lasten 

I belfen, ir etat Ordnungen bessern und si gegen den lantsÄsaen 

in sölich einung, frid und früntschaft setzen mochten, als 

dann die vorberfirt sälig verstäiitnus eigentlichen und luter 

dargipt. ' 

Item nach vorsatz des alles als lantküntlichs. sMleu ir in 

r namen der Eitgnoaseu demfitenklich begern. das der vermelt 

f durchlüchtest füist und herr nach ufgeerpter milt siner gnaden 

Moblichen Voreltern noch daran si und gestatt, das von den- 

1 selben vom Mulhusen zimlieher abtrag ir zinsen genomen, i 

l Und das ouch hinwider ir Schuldner daran gehalten werden, 

Isi ouch gfltlichen und an verzug zfi bezaln, dann si beid glich 

^billich sind. 

Item ob iemand wider die vom Mulhusen ufrfir understan 

Iwfilt, das doch die hcrren der Eitgnossen in ansechen des, so i 

rvorstat. das nit anders dann bilHchs begrift, und besunders 

E dem witen und unt6demlichen gutem liimbden des vorgemelten 

K^ädigosten hem des herzogen, uf den geordneten weg der 

l^erechtikeit gesatzt, in keinen weg wellen vertriiwen. so be- 

' geren si sfiliclis durch gebott, hilf und stiir desselben verebt- s 

samosten hern verhept und underkomen worden, dann si nit 

allein sich des vermelten gnädigosten hern anvechtung gegen 

derselben stat Mulhusen , wiewol vil red doshalb gebrucht 

"werden nit versechen, sunder sins senften beschirmung und 

\ ob OB not were fruchtbarer abwere als eins ufrechten hoch- -j 

fverr&mpten fürsten , der niemand unordenlicben gewaltigot 

r zii beschechen gestattet, gan;; verlassen wellen, besunders 

1 ansechen der verstäntnüs, die zii frävelichen abbruch und 



'ürgeuanten Z. B. — 6. 

j fehlt 7.. B. - eigenl 
als lantknndiK ist 
— vermelt hemog 



!. endeu 2, B, — 4. ufeiige, al Z. t 
denen von Z. B. - 8. fiiden Z. Ü. — 9. silig , 
lieber 2, B. — Interer B, ~ U. nuoh dem aUe- 
Z, B. — 12. gemeiner Eitijrnosfwi dexnflticlicb Z, B 

nach angeerbter müt siner lobliclien eltem Z, B, — 17. dann s 

(öud fehU Z, B. — 22. gutem fehlt Z, B. — vowenanten herren Z, B. 
~ 25. desselben heraogen verhept Z, B. — 28. dann si sich andere nit 
dum gut» zii im versechen nnd siner senftmfitigen hesohiruiunge ver- 
trösten, als eins rechten fürsten Z, B. — 31. gewaltiget Z, B. — 32. 
ganv. verlasHen vfellen fthll Z. B. — 33. anseohiitig Z. B. — die iii 
iifenthalt aller teilen gemacht ist Z. B. 



I2ß 



1473 



rüwigen uf'eiithalt aller und iecklii^lier teile ufgericht sind, 
die aber durch soUchs iiit allein geletzt, sunder ganz unkreftig 
gemacht wurden. 

Item wie z wüschen t dem durchl ächtenden forsten und 

' herren, dem herzogen von Oesterich und den Eitgnossen zu 
Costenz ein richtung ufgenomen. darin al und iecklich einichem 
teil anhingig begriffen sind, und damit ouch herr Bilgri von 
Hfiwdorf als sin rat. 

Item das wider inhalt derselben richtung merklichen miss- 

' handelt ist, beeunder in dem, daa etüch von Schafliusen durch 
den vorgenanten herr Bilgriu us der herechaft von Oesterich 
slossen gevangen und wider durch dieselben land und gebiet 
gefftrt und swärlichen beschatzt sind, alles wider derselbou 
frid und richtungen inhalt. 

Item das von siMicher handlangen wegen krieg uferstan- 
den, und sind daruf ander richtungen ufgenomen, und in den- 
selben under anderm gar merklichen begriffen, das der vor- 
gemelt fiirst und herr der beizog von Oestericli denselben 
von Höwdorf gegen den von Schafhusen abtragen seit nach 

' inhalt der richtung, die ir deshalben mfigen zougen. 

Item wie der lantvogt der grafschaft Pfiert in hang diser 
sach denselben ritter zu rat und diener des vorgemelten gnS- 
digosten hern und fCirsten des herzogen von Burgunn erweit 
und in sinen schirm genomen hat. alles wider die vorberfirten 

■ vereinungen. 

Item wie angends daruf derselb von Hfmwdorf etlich 
kouflüt US der Eitgnoschaft 7.ü der niess Frankvurt wellend 
uf dem Riu mit vier schiffen, iotwoders teils zweier und be- 
sunder die zwei uf des vorgenanten durchliichtosten fürsten 

1 und hern des herzogen von ßurgunnen ertrich gestanden siud, 
gevangen, beroupt, abgefört und etlich von inen uuervolgt 
aller rechten ertut hat. alles zii abbruch der vilherfirten ver- 
einung und der friden vorgenant. 

3, wiirde Z. B. — 7. angehßrig begriffen Z, B. — der ron Hfiwdorf, 
aU aiii diener und rat '/., B. — 9. gar mergllL'lt 'l. B. — 10. liurch den 
von Höwdorf Z. B. — U. friden und richtunge Z. B. — 15. semlicher 
Z, B. — 18, TOigemeU herzog Z. B. — 19. gein denen Z, B. — 20. 
erzSugen Z, B. — 21. der lantvogt von Hagenbach in hang diser saoh 
denaelnen von HSwdorf zu rat und diener des herzogen Z. B, — 34. 
vorbcrürt vereinuiige Z, ß. — 29. des vorgenanten herzogen Z, B. • 
ai. von inen fehlt X B. — 32. vorgerürteu Z, B. 



1473 127 

Item das der lantvogt uf dem letsten tag zi'i Basel, vor 
der keiserlichen maiestat geleist, nach vil ungebürlicher werten 
mangerlei reitzungen zu kriegsufr&ren usgelassen hat, über 
das im von den Eitgnossen nit anders dann erlichs zügerett 
ist und si ouch wol vertrüwen, der vorberfirt dürchlüchtost s 
fürst hab daran nit gevallen. ^) 

Und also bittend die von Bern in namen ir und ir mit- 
eitgnossen so demfitenklich das iemer sin mag, das der vil- 
gemelt dürchlüchtost und libertreffenlichost fürst der herzog 
von Burgunn, ir vorchtsamoster herr in betrachten des so w 
vorstat, das in mangen weg menschlicher geselschaft und das 
zu disen dingen mer zu schetzen der vilberfirten Siiligen ver- 
einung widerwertig ist, gnädenklichen dai*an si und senftenk- 
liehen verfüg, das den vom Mülhusen zu rüwen mog dienen, 
besunder diewil doch die obbestimpten erbietuugen in halb i5 
gnügsam und nach Übung der landen gewonlich ist. 

Ob aber sfilichs, das doch niemand gel6uplich, unver- 
venklich geachtet wurd, so erbieten si sich in namen der vom 
Mülhusen, so vil das berürt und not ist, fürzekomen für ünsern 
allerheiligosten vatter den bapst, oder die keiserlichen maie- so 
stat, oder den diirchluchtesten fiirsten und hem den pfalz- 
grafen bi Rin, oder den durchlüchtesten und die hochwirdigen 
fürsten und herren, die wir vorbenempt sSlten haben, die 
bischof von Strasburg oder Basel, zu erkennen lassen, ob 
sölich vorgemelt erbieten billich si oder nit, und wellent die 25 
Eitgnossen gänzlichen vertrüwen dem vilgemelten gnädigosten 
hem von Burgunn , ob ioch die hilf der verstentnüs , die 
doch solich irrungen luter abwirft , nit were , niemand zu 

1. lantvogt Ha^enbach Z, ß. — 2. vor dem keiser B. — 2. worten 
von ini gebrucnt, menfferlei Z, B. — 4. von Eitj^ossen Z. B. — 5. 
vorgerürt herzog von Burgunnen Z, B. — 7. Una also bitten die von 
Bern in namen ir und gemeiner Eitgnossen |Bern und ander in ge- 
meiner Eitgnossen namen B] so getruugenlicnest das iemer sin ma^, 
das der vorgenant herzog von Burgunnen in betrachten so vor stiU, 
ffnediclichen [gnediclichen fehU BJ daran sin und verfugen welle, das 
aenen von MiiThusen Z, B. — 15. irenthalb Z. B. — 17. Jtem und ob 
dann semlichs, das nieman glouplich ist unvervenklich wurd Z, B. — 
19. unser allerheiligester Z. B. — 21. den obgenanten pfallenzgrafen, 
oder die durluchtenden. hoehwirdisjen. Z. B. — 25. semlich Z. B. — 
2t>. dem vorgenanten herren von Burgunnen Z, B. 




nci 

einem Briefe vom 18. Septbr. 1473 in Janssen, Frankfurts Reictiskorrespon- 

denz II. 299 ff. 



128 



1473 



gestatten ober solk'li vrillig erbieten die vom Mfilhusen zi'i 
gewaltigen. 

Item das derselb durchlüchtust, übertreffen lichost fui-et 
und herr der herzog von Btirgunn den lantvogt gütlichen 

• underricht, von B5lichen amaehworten zu atan, und heaunder 
hern Bilgris von Hfiwdorf, noch andrer derglichen gescheft 
sich nit zu beladen, sunder fri'mtlicb mit inen z(i leben, damit 
der vorgemelt verstäntnüa vßllenclich nachgangen werd. 

So erbieten sich die Eitgnossen alles, das aieh zu eren, 

) gevallen und dienst des vorgenanten durchlüclitosten, uber- 
treffenlichosten und mÄchtigosten fürsten und hern. des her- 
zogen vom Burgunn ziieht und si nach irn eren ti'in mügen, 
zft behattnüs der vilgenanten veratäntnüs, die si z(i halten 
und gegen in gehalten worden vast begeren, des zi'i tünd gdt- 

' willig, als ir vordem, die doch das loblichest hus vom Bur- 
gunn alweg geert und euch die libertreffenlichoaten fürsten 
daaelhs inen ouch mit vil gnad empfenkliehen begegnet haben 
mit hilf gots, der sin hochmäcbtigost ftirstlich gnad in friden 
behalt. 

I Item das der lantvogt vil schmächworten den eren der 

Eitgnossen nachrftwig zfigerett mit berfimen, sich in kurzer 
zit vil hersohaften der Eitgnoaaen erobern , und herr zii Bern 
werden wellen. 

Item daa aftlich anbringen der vorberfirten invellen erst 

t beachechen, iat ursach, daa vor zu mangen malen botschaften 
des vorgenanten gnädigosten hern hie gewesen, und des zi\ 
gfttem teil underricht; si woltent sich aber sßlichs zii werben, 
als die des debein bevelh betten, nit annemen ; so aber ain 
fürstlich gnad ietz zfi land komen, ist der Eitgnossen ganz 

) begirlicher will, ai'dicha ainer übertreffonlichost gnad bekantlich 
zft machen, in hoffen, das dea enderung vil güts us im mog 

1. vtnig fehlt Z. B. — 3. decaelb henag von Buvguniien Z. B. — 6. 
de« von Höwdorf, noch ander dergltcli «tichen rieh tiit nii beladen Z. B. 

— 8. Torgenanten Z, B. — vSUencUch fehlt B. ^ 10. des vorge- 
iianton herren Z. ß, — 12. ü mit eren Z, B. — 13. behaltnnR Z, B. — 
14. werden Z, B. — 15. vordem du volbriiigen B. — die ouch Z. B. 

— löblich Z, B. — 16. ouch dieselben herituiten ^on Burgiinnen Z, B. 

— 17. empfenkliehen fehlt Z, B. — 18. Ion mit hilf bis bchalt/eWi 
Z, B. — 21. Eitenogsen nachgerett hat Z, B. — sich /'Mt Z, B. — 
'24. Ilem imd Z. B. — 25. iat darutnh. da« vorhin eQ mengen malen 
botschaften des herzogen von Burgunnen hie gewesen Z. B. -~ 27. «ol 
underricht sind Z, B. — 28. die. so des Z. H. — 29. fürstlich fehlt 
Z, B. — SO. semliobs ninen gnaden bekantlichen ze macben, in V8f- 
tniwen, daa ea vil gutes niiig bringen Z, ü. 



1473 129 

^beren. Sus so sind allerlei merkliclier beswärden, den schirni- 
I brief von dem vorgomelten giiädigoBteu herren, dem fdrsten 
von Oesterrich geben und anders berflrend, die ir vfillenk- 
lichen wüesen, ob man die hi'iren wil, zii erzellen. 



i6. Das der herzog von Bargonnen wider vom lande für 
und die vorgenanteii Itotton mit stolzen worteu ab- 
wiset. 

Do nü die vorgünannten botten aemliche sachen an den 
I lierzogen von Burgunnen hatten bracht, als dann die instruc- 
1 tion hievor wiaet, da wart inen wenig guter antwurt noch i 
f ustrag3, und wurden uf die zite im fiirer naclizeriten mit 
1 stolzen Worten abgewisen. Und als man meinte, er solt etwas 
I jites bliben und das und andere im lande zii gutem bringen, 
■ da rüste er sich heimlichen zii und machte sich den nechsten 
ruB dem lande wider heim gen Burgunnen, und lies aber da i 
[den Bagenbadi nach ainem mfltwillen richsnen. ') 

87. Das der von Hageubach sieb in keinen dingen 
gegen den Eidgnosseu bessern wolt. 

Aber nach abscheiden des herzogen von Burgnnnen was 

F alwegeii der vorgenante von Hagenbach mit etlichen sinen s 

J- hetzbunden in wachsender beharrung sins miHwillens und fleis 

t sich teglichen ze tünde alles, das den Eidgnossen und iren 

L Zügewanten zu schaden und unstatten komen mftchte, wann 

er an der vorgeschribnen getat, als den Eidgnossen ir kouf- 

lüte uf dem Rine gevangen und ein teil ertftt wurden, ouch ä 

ganz schuldig was, da er sich als unerberlich des von H6w- 

dorf ungerechten sachen wider die Eidgnossen aunam, durch 

des bflberie und getat sich danne merenteils die krieg im 

Sunkow, im Elsas, vor Walzhiit und anderswo erhebt hattent, 

1. SuB SO bu ZU orjiellen /eklt 'L B. — 12. venneint. or Bolte. — 13. 
bliben sin. — 15. heim in. — aber den Hagenbuch, das w5t«n swiu. 
nach sinem mütwilleti regieren. — 21. beharnitig fthU. — 23. moclit. 
— 26. H&wdgrfg. — 29. El«ea. 

') Die Angaben dieses Kapitels sind anrichtig : in der MOlhauser- 
L AngeleKenheit war eine Verstand igoDB; erzielt worden ; UDd Ton einar 
[ heimlichen Abreise EiuIh ist keine neoe. Siehe Knet>el. Ba^l. Chr. II, 60, 
t Anm. 6; Witte, ZOOBh. N. F. II, S. 41, Änm. 3. 



13( 



1473 



und das durch den von Hagenbach nit understanden 
wann das die fromen liite von Strasburg, als davor luter stat, 
mit groseem costen, geziige und lliten für Schuttern und 
Hochen Oerolzecke zugpiit und do die biderben löte erlösten. 

> das docli ein gros triiwe und friintschaft was und man in 
künftigem nieniernier vergessen aol. W'iewol denselben koul- 
liiten ir abgenomen gftt dazemal nit wider werden mochte, so 
wart inen daa doi^h abgetragen, als man harnach h6ren wirf..') 
iJie von Lutzorn liattent sich ouch von ira burgers Ludwig 

I Seilers wegen, der dann dei' kouHüten ouch einer was, mit ii" 
treffenlichen macht zi'i hilf denen von Strasburg zügeriiatet *), 
desglich ander Eidgnossen ouch ; das wart alles durch schriben 
dero von Strasburg wendig, das iedermaii daheim bleip. 



SS. Das der geaante you Hagenbach Sias mätwilleas 
t Dit abätan wolte. 

Wo ouch die Eidgnossen oder ir zftgewanten mit iemand 
ii' widersechern oder viendeu zu tagen kament, zft Costenz 
oder andern enden, so nani derselbe von Hagenbach sich des 
alwegen wider die Eidgnossen an us freveler getürstikeit mit 

i hochen und scharpfen tn'iwworten uf sinen herren von Bur- 
gunnen. darumb man im aber nit vil gab. ^) Doch kurz was 
alles sin regieren, tun und lan dem glich und us solicher 
hochmlitiger frevelkeit siner getiUen, das er ie alle herren, 
stette und gemeinden verachtet und des geraflts was, durch 

i sin valsclien fibungeu und auslege die Eidgnosschaft zu zer- 
stören und siueni herren das heilig rieh und Tütsch nacion 
undertenig zä machen, als des zem dickem mal sin eigen wort 
zögnijs gabent, wann das der almechtig ewig gotte, so kein 
boslieit ungestraft lat, semlichs durch sin barmherzig mittel 

I fürkomon und in vallen lassen wolt, zfi verderben in der grob, 
die er andern gemacht hat. 

8. corten. mflge und ivrbeite für Seh. nnd Gerolwck zugen. — 5. tniw 
und gros friinUchftfV. — 7. wider fehlt. — 13. geweadet, als davor 
ouch etat. — das iedennan daheim bleip fehlt. — 18. dar von. — Ä2. 
na Beraiicher, '- 23. getaUn. — 2S. got, der. — 30. lusBcn htit. 

'j Schilling kommt hierauf apäLer nicht mehr in reden. — ') Vgl. 
oben die Kap. 6'2-fi8. — ') Vgl. oben Kap. 72 u. 73. Auf dem KonstanKer- 

tage vom Auguat 1472 Boll Hagenl--'- '-'--^■■---'- * 

aber den Eidgenossen fallen geltet 
Entstehung der Burgunderknege [1885]. S. 20. 




!?.' Dhs der von Hagenbach denen von Strasliurg, Basel 
and andern richstetten gar gros smacheit erbot. 

Senilicher und amierer vil ungeordneter bflberie und Sachen, 
damit dann dorselb von Hagenbach in tegticher Abunge wider 
die Eidgnosschaft stünde, lies er sich nit benfigen, sunder stalt 
er tag und nacht daruf, nit allein sin undertaneu, dann ouch 
zft ringwisumb merenteÜs an sin nachburen, der keiner im 
zÜ liep was, und namlicb des heiligen riebe stette Strasburg, 
Basel, Colmar. Sletsitat und ander') mit vil und mengerlei 
freveler niiitwiUikeit zu beladen, und derselben etlich und ir i 
burger mit gevangniis und andern ungerechten dingen zu 
smecheu. Und in allen sachen. wo er in iren statten oder us- 
wendig zu inen kam, erzeugte er sich mit werten und werken 
als grim und frevel, das menglich spüren niocht, das alles sin 
gemflt geneigt was, alle boaheit und verreterie zÖ erdenken, i 
damit der herzog von Burgunnen ir herr und ei von iren fri- 
heiten und dem heiligen riche vertruckt wurden, davon vil und 
mengerlei, so ich umb kiirzerung underwegen lass. zu schri- 
ben wer, und ist ouch in minem verstau nit notdürftig, so 
doch garoifenbar und menglich ein wissen ist, mit wie raenig- s 
valtiger betrugenheit und listigen geverden diser herzog von 
Burgunnen nach dem heiligen riche und Tütschen landen wider 
recht gerungen hat, und sich zu meren malen dem grossen 
Allexander*) in sinem gemüte, die weit zu beherscben, glichen 
wellen ; das aber der almechtig gotte nit beschechen lat nach s 
einer gütlichen ordnunge beider geistlicher und weltlicher 
»werten, durch die dann der kreis der ganzen weite ewiclichen 
regieret, und das zeptrum und die ere des heiligen riches der 
loblichen Tütschen nacion niemer entnomen werden sol, dester 
billicher sich alle Tütschen fr&weiit und daran gedeukent, dis a 
löblich »wert und ere inen aelbs mit ritterlicher manscraft, 



2. gar merglich und gros. — arbot. — 3. ander vil angetrüwer. — 
13. erxfiugt er lieh init werken anl ouch mit Worten. — IS. kiirterung 
willen. — 20, menglicfaem wol wisaende. — 21. listiger. 

') L'eber Hagenbacha t'eiiidaeligkeiten gegen Straaaburg siehe Witte, 
ZQORh. NF. 1, 152 f.; gegen Basel; ausser Knebel tui vielen Orten 
namentlich die haaleriacbe Beeehwerdeechrift in Basier Chroniken III, 371 
—80: gegen Kolmar; Witte, ZQOBh. St\ 11.23, Im fernem ist namentlich 
an lliaiin und Breisach lu denken. — '1 Die Vergleichang Heraog Karls 
mit König Alexander bringt aueh die Heimchronik. bei Mone III, 280, 
ebenso AÄrecht von Bonstetten in «einer Beschreibung der Burgunder- 
kriege, abgedr. im Archiv f. Schweidergeachichte XIII, SÖ2, 



1.12 



1472-U7« 



I 



darim»^ st dann sider ziten Julij, des mecbtigen ersten keisers 
ttnti anilur K<jmera. so die weite beherschet band, iewelten 
vcrrumpt worden sind, für al ander völker zu beschirmea. 
damit und si vor dem ^ritnen ioch und beherschunge der 

■- Welschen zangen. die dann von angebiirlicher nature alten 
TAtscIien \iend ond widerwertig ißt. behütet werden. '( So bat 
oucb dis der ewig gotte durch sin gAtlich almechtikeit, der 
dann allein die hocbvertigen in gewalt ir starken hochmüti- 
kcit entsetzen und die gerechten erb&chen mag, mit siner 

\i erbenndo wellc-n fiirkomen und erzAugen, da.s kein sach, die 
zb vertnick dem heiligen rieh oder des gemeinen nutzes mit 
b&8em ftirsatz geanfanget. gar selten zu gutem ende gebracht 
wirt. Das merk man dabi, ob der herzog von Burgunnen das 
glück von gotte gehebt, das er in anfang siner regierunge der 

% verpfanten landen einen wisen, senftmfitigen, gerechten man 
zti sinem lantvogt harus gesetzt bette, was dann den Tiitschen 
landen nutzes oder schaden» davon erwachsen und me wol 
das dem heiligen rieh komen were : das bevilhen ich den »isern 
zÜ betrachten. 



• 'JO. Dan vil i'romdcs vnlke» von Lsmpartern an<l andern 
baras in Tiitsi-he land kam wider die von Berti oud 
ander. 

In disen dingen kament den Eidgnossen teglicb Warnun- 
gen, wie das von Lanipartcn harue durch die Safftyschen lande 

. und ouch die Ktsch, herzog Sigmunds lande, vil scharen von 
Lamparten. Venediern und von Napels harus in Tiitsch lande 
zngent, dem herzogen von Burgunnen zfl hilf wider die Eid- 
gnossen ') , als man das ouch wol teglich sach, und die man 
nnderwilent wol mit gutem glinipf gewent und inen den weg 

I undergangcn, wo man anders etwan den gemeinden und nit 



18. ' 



t. geratet. - 



'} Der Oegensat/. zwischen Dautschtum und Welschtuin konitat noch 
liel vielun Zeit^noasen Schiltinea zu lebhaftem Ausdruck. Witte. ZGORh. 
NF. VI, 15 und C. Däadliker. Ursachen und Vorspiel der BurBunderkriegö, 
S. il f, — *l Die Berner beklagen sich «ehr oft in dem Jabre 1473 und 
fVQhjaiir 1474 Ober den Darchüac- der Lamparter bei der HerzoKÜi von 
Mmoyen. heim Bischof von Genf, bsim LandTogt der Wadt und bitten um 
Abhülfe. Siehe beispielsweise Lat. Mias. A, 19ä. 2b\. 27i. 279: Teut!<ch Misa. 
C, 150, 225; Bali-Sf 12, 145; 14. 1S9, 171, 194, 



1J7'2-1474 133 

alwegen den gewaltigen gevolget hette, wie wol «las von den 
witzigen ouch im besten angesecheii was nnd darumb beschach, 
das man des kriegcs nit ein aufang wurde und man ouch 
ander gut sachen, damit dann etlich from liite umbgingent, 
mit dester besseren fügen gehandlen machte und sulichen 
ungetniwen limfen begegnen. Dieselben Walchen und Lam- 
parter, als der vil harus kam, understÖnd ntt der von Hagen- 
bach mit bftsen listen und verreterie in die stett und elos an 
dem Rine, gen Brisach, Seckingeii, Uinvetden, Louffeuberg 
und Walzhüt zJl legen und die mit denen inmasaen zö be- i 
setzen, das er dero sicher were, damit und dadurch sin Iierr 
von Biirgimnen einen ingang wider die Eidgnossen und ander 
Ttitsch land gelmben und do wibe und kind nach sinem an- 
slage verderben möchte, des aber im derselben stetfen mereu- 
teils und wunderlich die ob Basel am Üine nit gestatten, noch i 
kein weltsch oder fremde soldner inlassen woltent '(, wann 
das si ie meintent in dem und anderm bi irem altem her- 
komen ztt bliben und sich nit witer trengen lassen, denn aber 
inen das vom herzogen von Burgunnen zflgcsagt, verbriefet 
und versigelt were. s 

91. M'Ie die ewig rithtuug uml frldeii zwiischeu dem 
herzogen vou Oesterich aut) trenielnen Kidgnossen iiu- 
j^evHDgen und gemacht wnrt. 

Dis alles, und ouch angeseclien des gemeinen Volkes gros 
beswerde, so edel und unedel liden mttsten, die dennocht al- t 
wegen gehoffet hattent, das dei- herzog von Burgunnen si von 
aller trüpnOsse erlösen und die Eidgnossen ganz zerstören solt, 
und aber si markten, das das bad allein über si gan und weder 
irem herren herzog Sigmunden alles das, so im und inen vom 
herzogen von Burgunnen und dem Hagenbacb zügeseit was, a 
nit gehalten, dann das ir loch und armüt ie lenger nnd stren- 
ger wart, warent dennocht zil beiden teilen under der her- 
schaft Oesterich und ouch den Eidgnossen biderb löte, edel 



I) Die Reinivhronik. Mone II!. eraäWt ic ileu Kap. 116—118. wie 
Thann nnd Gnaisheim sich weigertet!. Pikurdttn nufzunehmeD. Zur Charak- 
teristik dieseB < Ahsehaums der Metschheit . |Witte. ZGORb, NF. II, SI) 
Vgl Beimchronilt Kap. 110. Knebel in Basler Chr. 11, 47. 49. 



134 



1472-1474 



und ander, denen dis zu herze» ging und denen ouch frid uud 
gnad lieb was, und sunderüch der tiir und streng ritter herr 
Niclaus von Diespach von Bern, der dann mit hocher vernnnft 
tag und nacht darin handlet und des merenteils ein rechter 

i antrag und anfenger was, und ouch ander from liite von Eid- 
gnossen mit im, die wol wistent zfi betrachten den künftigen 
schaden, schand und uuriiw, so vorab dem heiligen riebe und 
denselben beiden teilen und allen Tatschen landen in künfti- 
gem darus erwachsen mncht, und das nach semlichem untniwen 

, des herzogen von Burgunnen wol müglichen were, das der 
herzog von Oesterich und die sinen durch solich untrüw fdr- 
nomen zwuachent zwein stfilen nidersitzen und des sin armen 
liite, die stette und ander allererste umb ere und gilt, wib 
und kind komen wurden. So was ouch allen Eidgnossen, über 

V die dann der toppel allermeist angeleit was, als vil an disen 
dingen gelegen, das si tage und nacht dem nachgedaohtent. 
wie si dis sweren sachen mit der bannherzikeit gottes under- 
gingent, wann alle herren von Tiitschen und Welschen landen 
ze ringumb hatten gros besampnungen und erzougten sich in- 

j massen. das man wol spurte, das si nit vil göta willens zfi 
der froinen Eidgnosschaf't hatten ; also wo dem herzogen von 
Burgunnen sin fürnemen geratten sin und man im sins ingangs 
der stetten am Hine gestattet haben solte, so werent si alle 
vom adel, Tutschen und Walchen cinhell und nit allein wider 

1 die Eidgnossen, sunder ouch wider alle gemeinden des heiligen 
richs gewesen, wann der herzog von Burgunnen hat dis also 
angesechen, das er die Eidgnossen und alle ir stett und ge- 
meinden im und dem adel undertenig machen wolt, und von 
allerersten die vorgenanten des heiligen richs stette Strasburg, 

I Basel, Colmar, SIetstat und ander in derselben riffiere des 
Rins gelegen. 



9ä. Das ileneii von Nnreiiberg und andern stetten in 
Swobou nnd am Bodense dis sacben gar wenig nh 
herzen gingeut. 

1 Wie vil und grosses nü Tiitschen landen, dem heiligen 

riche und den Eidgnossen an disen dingen und sweren sachen 

I. und den ouch. — 9. semlichen. — II. durch temlicb. — 17. sachen 
durch mittel der. — 28. wolt, von allerersten des heilisPTi richs atette. 
— 36. dingen und fehlt. 



1472-1474 135 

gelegen was, so warent doch des heiligen richs stette am 
Bodense. darzft die von Nüienberg und etlith ander in Swoben- 
land wenig ingedenk, was trdwen und gfites inen die Eid- 
gnossen in iren vergangnen kriegen und Sachen iewelten ge- 
tan ') und Hb lind gut zu inen gesatzt hatten, wann gi darzb 
gar atille swigent und sich weder mit hilf noch rat gegen den 
Eidgnossen ganz nit erbutten, wiewol si allen handel wistent 
und die von Bern und ander Eidgnossen inen das nie dati 
einmal geschriben hattent. Und was doch der erherkeit wol , 
zft bedenken, wo es den Eidgnossen missraten. das dann der i' 
toppel am ersten über dieselben stette und ander des heiligen 
rieha zdgewanten geratten und Tütscher nacion ein herter 
»lag worden were, wiewol dis zu widerstände wenig liiten, 
dann allein der fromen Eidgnossehaft zä herzen ging, an allen 
zwivel als vast und mer von des heiligen riches als ir selbs i 
wegen; wann oh ioch die sach uf das hertest geratten sin solt, 
so band von gots gnaden die von Bern und ander Eidgnossen 
noch solich land und liite mit senilichen slossen, stetten, 
wassern und gebirgen unibgeben, das si sich villicht als bald 
als ander Iiite mit der hilf gottes erwert betten, als das ir ä 
fromen vordem in gar vil grfisgern striten und kriegen ouch 
getan und an si brarht haben. ') 

93. Das etllch froni Idte, edel und ander, semUch machen 
au iren Herren den herzöge» von Uesterich mit dag 
brnchteu. i 

Dis und merers wart von den fi'omen betrachtet uud ge- 
rietent da etlich edel und ander biderb hitc, so in der ver- 
pfanten landsehaft und under dem ioch des herzogen von 

Vi. ziigewAnten gaiig;eD. — 14. on. — 19. und waaeem uiobgeben mit 
iren gebirgen. — 21. in Andern trrossen etriten und kriegen oaeh getan 
und mit uianlicheji ereii an si bracht buhen. — 2Ö. und dem ioch. 

'I Otfenbar eiue Anspielong auf die Nllmbergerreiae schweizerischer 
SSöldner im Jahre 1450. Vgl. Th. y. Liebenau, in OeBchichtsfrennd XXXll, 
7D— 89. — ') Weder in dem bemi«ehen MiaBivenbuch. noch In den Rats- 
manualen findet »ich eine Andeutung, daas Schreiben an die achwSbiachcn 
StSdle and au Nürnberg abgegangen sein wUon. Die Beziehungen Berns 
zu Nürnberg waren nocTi im Jahre UT5 ungetrübte ; tun 29. Okt. dea ge- 
nannten JanreB rühmt Bern • die alt trüw und frilntachall, so aan die Ton 
Nüremberg Uinge iar bewiatn haben >. Teutsch Mtsa. C. 6U9. Ea begt hier 
■wohl eine Verwechnlung mit dem Jahre 147Ö vnr. vgi. i7nten Kiip. 2bl und 
Abseh, II. 6U. 



I 



1473-1474 

BiirgimnQii und siiis strengen lantvogts warent, das blatt harunib 
keven und die trüw und fromkeit der Eidgnossen inniassen 
erkennen, und fundent solichen rat und rucken, damit si ie 
ir not und anligendo swere mit merglioher dage an herzog 

■ Sigmunden, — der ei dann villicht in widermüt dem herzugen 
von Burgunnen verpfent hat — , brachten, und begerten darunder 
siner gnaden rat und hilf, wann si ie kurz den von Hagen- 
bach, besunders die vier stett am Rine ob Basel, mit sinem 
geziige fiirer nit inlassen, imch ander beswerde und hertikeit 

< mit dem bfispfennig und anderm, eo wider ir friheit und alt 
herkonien was, fiirer liden woltent, und hattent doch dieselben 
fromen stetto in disen dingen iren grösten troet z(i den Eid- 
gnossen, die si ouch on allen zwivel uit verlassen betten. 
Daran tatent dieselben biderben liite wisslich, wann si damit 

' in friden und gnade kamend und inen selbe, ouch iren wiben 
und kinden eins nntriiglichon lastea abhulfent. 



*M. Dil» diu roii Bern aiid aiitler EidgnoMSCii mit etlichen 
liirsten, herreu uuil stetteri ein Irrmllicli vereiiiuiig 
machten. 

I Indem sich nii dis ding also l)ßgal)oiit und teglicbs gros 

Warnungen kament, wie der herzog von Burgunnen mit aller 
siner macht und gezdge hariis in Ti'itscbe lande und das Elsas 
wolt und iederman an denselben enden in grossen sorgen was, 
die söch wurde am ersten über si gan. fügten sich beid bischof. 

i nämlich der durlüchtig, hochwirdig fürste herr Ruprecht, 
bischof zCt Strasburg , pfallenzgraf bi Rine und herzog in 
Feiern, und ouch der hochwirdig fürst herr Johans, bischof 
zö Basel, der dann einer von Venningen was. und dai-zft des 
vorgenanten heiligen richs stette Strasburg. Basel. Colmar und 

) Sletstat zilsamen, ') als die, denen dann dis aweren und un- 

4. auligea, — 7. ie fehlt. — 8. beiunder. — S*. nit tue. — beuwerdeu. 
12. ir. - 15. Trid. - 2U. Do sieb nfl. - 22. Glaes. - 25. ilurlüchten. 
— 28. ein bischof. - 28. und fehlt. 



iederii Vereinigung wurde im Februar 147:{ gelegt. 



AdbcLIuss der EiiigenoMen in Sicht nAfani 
Diitam lö, Märn. yreitag vor Oculi) u 
H. Mliri. Somitug vor Oculi). lieber 
lungen *. Absiih. IT, 445, 4!t<. 4TI, 472, 4^g 



; MoBamunn. S. 103 li 



U73— 1474 



137 



getrüwen loufe leid und uiiHdig warent und wul wistent zil 
betrachteil, was dann inen und andern TUtschen des heiligen 
nehs glidern an disen dingen kiinf ticlichen gelegen sin möchte, 
und underrettent sich darumb so verr und wit, das si dis ding 
und ir anligen durch ir treffenlichen rate und hotten an gemein 
Eidgnossen, als ir gfilen friinde und nachhuren, gHder des 
heiligen richs, denen si dann ir fromkeit und manliclieit halb 
baB dann iemand andrem getrüwten und denen ouch, wie vor 
zeni teil geliitert ist, niengerlei widerwertikelt von dem her- 
zogen von Burgunnen und sinem lantvogt begegnet was. i 
gruntlich bringen Hessen, ir hilf und rats begertent, wie man 
solicher swerer sachen und des mannes mit nutz und eren 
nbkeme, und wart durch dieselben forsten und stette als vil 
geworben, das si baten und begerten mit den Eidgnossen in 
ein fnintlich vereinung zA kernen, das ouch beschach, und i 
wart semlitih vereinung zechen iare gemacht und von allen 
teilen versigeit. 



9ä. Das herzog Signiond vnn Oesterich dIs sachen ouch 
wart iietraclilen niiil zu herzen neiiien. 



Und als nii der genant fui-st von Oesterich dis alles geriet '- 
erschowcn und innen werden, das altes das, su tm der herzog 
von Burgunnen zügeseit und verschriben hat unwarhaft was, 
und das ouch er die armen liitR als herticJichen beswerte, und 
alles ain gemtite und fili-uemen wider die ere Tfttscher landen 
diente und sundertich, das die Eidgnossen umb ir beider tr^iwen ä 
nit vil gabent. wann das si sich alle tage zdr gegenwore als 
manlich und tröstlich rüstent, und er besorgte, wo im das 
spil mit dem Burgunschen herzogen veien , das dann sin 
armen lüt und lande nacher das bad allein ustragen wurden, 
da wart er als ein fromer fürste zu niiltikeit bewegt und ge- t 
riet in solich (ibergebunge und «in armen liite gerüwen, und 
wart da erst bedenken, was gemeinen Tütachen landen, die 
doch an der küre des heiligen riches und andern wirden das 



dis 



itfb gUder. — 8. lemBn. — 17. veraigelt nfget 
iiic.lien ouch wutden innorlichen zu herzen g 
3. hartielichen. - "" " 



cht. - 



a herzogen von Burgunn, 



131 



1474 



Iius Oesterich und sin fiirsten iewelten vor andern geeret 
hatten, schaden» und inbruchs an disom übergeben und fiir- 
nemen gelegen sin. und das er dis on rucken und hilf der 
Eidgcosschaft ie nit widorbringeii möchte und begonde da be- 

i trachten, nit nützers noch bessers sin, dann das er mit den 
Eidgnossen und si mit im in friden und riclitunge kement. 
So was ouch dis den Eidgnosson ouch wol zu willen, diöwile 
si doch in allen vergangnen kriegen und sachen nio anders, 
dann fridena, eren und rechts begertoiit. 

I Dis was ein ordenlich mittel on allen zn'ivel des heiligen 

geistes ; dann wo dis streng und ungerecht furnemen des her- 
zogen von Burgunnen und sins lantvogts zwüschen disen beiden 
Partien, die doch bi zweihundert iaren alwegen in tödlichen 
kriegen mit einandern gewesen warent, und darumb dann zb 

; beiden siten so menig mfitei- kind ertfit worden was, nit in- 
gevallen . so were wol müglich gewesen , das siilich ewig 
richtungo niemermer besehechen were.') 



96. Das der küng von Frankenrich vou senillclier ewiger 
ricbtnng wegen aiu hotschaft zu getueiaen Eidgnossen 
r sante. 



Als nii der fürst von Oesterich und ouch die ] 
in disem gi'iten willen warent und doch wenig gesprechs mit 
einandern geliebt hattent, dann allein zA beiden siten sundrig 
personeu, als zem teil vorgemelt sind, denen frid und einhelli- 

, keit Hop was und dis ding witer, dann der gemein man. wistent 
zfi betrachten, wolt der ewig gotte sin gnado noch. witer in 
disen sachen erscheinen; also, das der allercristenlichest küng 
von Frankenrich, genant Ludwicus. sich diser dingen zwüschent 
der lierschaft von Oesterich und den Eidgnossen als ein friint- 

I lieber undertedinger zii allem guten annam. Und darnach umb 
sant Sebastianus tag ■'1 des vorgenanten iares schickte er sinen 



7. EidgDQBsen wol. — 16. dna n 



nlich. 



- 24. als liievor etat. 



') lieber die Vorgeschicbt« der ewigen Richtung kennt Schilling in 
den Kap, D3 and 95 eigentlich nur Allgemeinheiten. Kr weis» nicht, daw 
von einer ewigen Richtnue ai^hoD auf der TiwsatKUng vom 26. Jan. 1472 
die Bede ist (Abseh. II, 4z9), ila«8 am darauttolgenden 12. Auguat schon 
ein Tollstandig auigearbettetes Projekt vorlag. (Ebd. S. 435). Otber die 
Entetehung der ewigen Richtung handelt aii^hrlich Witte, ZGl.lRh. NF. 
VI. 1-81, Vgl, Biicli PMlibach. .Ci;i9. - •) 21. Jim. 1474. Abseh. II. 470, 



1474 130 

klinglichen hotten mit volmechtigem gewalt mit sinon credcnz- 
hriefen für gemein Eidgnossen gen Lutzorn, iiamlidien den 
hochwirdigen, edlen hern, hern Josen von Silinen, \) probst 
zu Münster im Ergow*) und gubernierer dos bistünis von 
Grenohel, der dann von gesiechte ein gebornor Kidgnoss, uiul > 
etwas zites durch redlich ursach, als das got wolt, an doni 
künglichen hofe gewesen was. Durch denselben lies der küiig 
von Frankenrich an beid teil, nämlich den ffirsten von Oestericb 
und euch an geroein Eidgnossen, dis ding mit semlieber bocher 
Vernunft und tugenden werben inmassen. das beid teil siiien \» 
künglichen gnaden alle ir spenn und irrung übergabent. si 
darumb mit einandern fruntlichen zii betragen, wie wol nit 
daran was, dann das beid partien uf etliclieii tagen zu ro*stenz. 
zft Veitkirch und an andern enden') sieb semlicber ricbtung 
und aller dingen halb so wit underrett. das si dem küng als i:> 
vil zu verstau geben hattent, das er wol wiste, wie rr si bo- 
tragen und richten solt : *) man wolt aber zu beiden siten dem 
kling der eren bas, dann iemant anderm, gönnen und was oucli 
billich, wann er sich in disem allem alweg sin Hb und gut 
zen Eidgnossen zu setzen tröstlich erbot ten und mengerlei ."^ 
Warnungen getan hat, als man liarnach bas boren wirt. 

97. Das herr Nielaus von Diespach in nanien gemeiner 
Eidgnossen von semlieher richtung wegen zem krtng 
geordnet wart. 

Und nachdem als man nu dis sachcn dem kfuiig heim i^i- :'• 
setzt hat und zügeseit was, so vil das dor kunji:: dio diuix zu 
ustrag fürdern solt, wart nach dem tage zu Voltkiieh, da dann 
alle Sachen abgerett wurden, von stund au <lrr voigmant hnr 

I. mit vollem. — 4. jrulMTniitrirn. — 5. (JrmiulM'l. (*». etlicli zit. -- 

II. alle ir spennii uinl iiniii;;i'ii. — iL*, nif diimu. - l".-5. t'ostt'ii/. 
Veltkilch und am lern. — 25. licini'^r^Mt/.t. 

*j Ueber ihn Sfhriobon A. liiitolf im (Ii'><liirliisfn'inMl \V. 14.'< — 187 
und (j. V. Wyss in der All^'. <l«Mit-rhrn Hinter. MV. 572 tV. Kr war Cnad- 
jutor des Bischofs von (.ironobli* .seit 1175. lUter S(lnnint,'s Kintin-»s schriel» 
£dlibach S. 139 (la.s l'rteil über .lost v. Silinen nieder. — ') Heromünster. 
— •) In Konstanz wurde übi'r die ewip^ Uiclitting verhandelt am 12. Au»r. 
U72 (Absc^h. II. 4851 und im März UU (Abscli. II. 178 tV.). zu Keldkireh 
vom 2.-12. Okt. 1474 «Abseh. II. 50:, tl.) — *) Dov Köni^ von Frankreich 
wurde von beiden Parteien durch Plrklärunp'n vom 24. Pebr. u. 'M). März 
(Absch. II, 479) zum S<'liie<lsriehter bestimmt, l'eber die auf den »Schieds- 
spruch gestellten Punkte s. Witte. ZO(.)Uh. NF. VI. 10 tl". 



140 



1474 



Niciaus von Dicspacli, ritfer. in naineo gemeiner Eidgnossen 
zeni ki'iiig geoi'dnet, der dann ein guter antrag und ursach 
des ewigen fridens und diser dingen gewesen was. Der reit 
mit den künglichen hotten zem küng, ') der wart siner zükunft 

•> und des ewigen fridens vast fro, und wiewol alle saehen uf 
dem egenanten tage ztt Veltkircli von einem artickel an den 
andern luter abgerett warent, besunders das denen van Bern 
und iren nachkomeit des Ergow, desglichen andern Eidgnossen 
und ouch inen das Oberland und anders, was man dann einer 

) herschaft von Oesterich abgewunnen und ingcnomen bette, 
vorab zft ewige» ziten bliben und dienen solle mit andern 
artickeln, die dann den Eidgnossen und iren nachkomen zu 
ewigen ziten wol m5gen erscbiessen, und das ouch alles dem 
vorgenanten Herren N'iclausen von Diespach eigentlichen in 

, geschrift geben und zö bandlen bevolhen wart, da scbribent 
dennocht gemein Eidgnossen dem vorgonanten berr Niclausen 
nach, und satztt-nt in ein miasive noch dri oder vier merglich 
artickel, die vier stette am Hlne und anders berilrende, das 
er ouch daran sin und den küng demfi ticlichen bitten, das er 

1 dieselben artickel zii den andern oucb verwilligen und in dem 
ewigen friden begriffen wolt und dar lassen gan. ') Zwar das 
was demselben herr Niclausen zu bandlen nit ring zil achten, 
als man das an sinem widcrkere wol von im verstund. Und 
als er zem küng kam und in die bericht und abredunge von 

: einem artickel an den andern hfaen lies, das geviel im alles 
wol ; da erscheint er im die andern stucke und artickel oucb, 
die im die Eidgnossen nacbgescbriben und in die richtung ze 
komende begert hatten. Daruf der kling mit berr Niclausen 
anders nit rett, dann er wolt den Eidgnossen in dem und 

I andemi nach allem sinem vermiigen helfen, das si xii friden 

8. iren ewjeeii iinchfcomeii. — 10. yna Oestericb fehlt, — angewiinDen. 
— 18. beruren. — 21. begriften und ilarean laaaen wolt. — 23. von 
im will rernain. — 26, punkten und artikel. 

') Nikkus T. Diosbach reiste im Jahre 14T4 zweimal notli Frnnki-tiivh ; 
UHch den EonBUnicrrerhandlungen Ende April (Abich. II, 485) mul niw^h 
dem Feldkirchertage Ende Okluber |ebd. S. 516). Schilling erwähnt die 
iweite, erzählt aber die Erfolf^e der erat*n Beise. Denn schon aiu U. ,Tnni 
fftllt« der Kßnie den Sehiedaspruch vClIig nai^h dem Wunsche der EidffO- 
noBBen. DerteloR ist deutsch abgcfiuat und ündet aieh in Ab»oh. II. 913 
lOrioiDul iu Zni-ich) u. bei Chmel, Monum. Hab«b. I. 234 (Original in Wien). 
— 'T Der Inhalt der drei nacbt^glich dem Boten zugesandten Artikel at^t 
im Abschied vum 10. Aug. 1474. S. 493. c. Auf die Abmnchung betreffend 
die vier Wuldstülle am ifheine komuit Schilling unten Knp. 109 zu apreeheji. 



147^ 



Ul 



und riiwen kement, so vevre, das im darinnc sinor künglidicii 
eren oiicli geachonet und er des von nieman hinderet wurde, 
und verwilliget also dieselben nachgenden artickel oucli und 
lies die z£i den vordem sliicken allen in den ewigen friden 
und richtung setzen, und versigelt oucli am ersten denselben s 
ewigen friden mit einem kflnglichen niaiestat insigel, und lies 
das alles in Tütsch stellen, das wol ein sunderbar gnade und 
demütikeit was ; darnach wart dieselbe richtunge und friden 
von dem füraten von Oesterich und gemeinen Eidgnossen oiich 
versigelt. "■> 

!)$. Das die acbzigtaseut güldio iimb die verpfnnten Und- ;r «• , 
schnfteii darch den lierzogen ron Oesterich gen Basel 
geleit worden. 

Man wart oui-h zu beiden siten t'ilrer ratslagen und dem 
nachgedenken, diewile und nü solich richtung zCigeseit und >a 
ie der fiirste von (Jesterich des willens were, die verpfanten 
land und Ittte wider nft sinen banden zu nemen. mit was 
glimpfes und f'üges man dis nü zftwegen brechte, das es nach 
eren des fiirsten mit redlicher ursach beschecli. Nfi was die 
verpfandunge umb die achzigtusent güldin also zfigangen und »< 
hat euch das der herzog von Burgunnen gelobt und verbriefet, 
wann der herzog von Oesterich die achzigtusent güldin, den 
pfandschilling, gen Basel oder an ander ende, so dann in der 
verbriefung bestimpt warent, zu lianden des herzogen von 
Burgunnen leite, das er dann die nemen und dieselben lande iti 
dem herzogen von (tcsterich wider zdgehoren und ouch als- 
dann die liite, so darin gehorten, ir eiden und pflichten, die 
dem herzogen von Burgunnen getan hatten, ledig sin 
soltent. ') 



'1 Nach dem Vertrage von Sl. Omer BoUte das Geld in Beaanvon 
hinterlegt wenl?n. l'eber die ADBet;(anK der LSsungsBumme waren klare 
Beati mm untren aufgestellt worden: (l«r Ansatz von 8(),a00GuIden war will- 
kürlich, Witt«. Beriehungen, S. 44 und ZGORh. NF, VI. 17. 



99. Das der herzog von Burgunnen semlicli gelt nit 
iieinen woit. 

Darunib so wart daselb gelt zur ui'äach, als oucli die 
^ritlich und recht was genomen, und under den vorgeuanten 

i »tetteii Strasburg, Basel und ireii zilgewanten, die dann das 
nf hoche verschribung des forsten darluchent ufbracht, und 
vor beslus der richtung und des ewigen fridens gen Basel 
geleit, ') und oucb das dem herzogen von Burgunnen nach 
aller notdurft verkünt, der aber das nit nemen, dann sunder 

) als er meinte mit gewalt die verpfanten lande inhaben und 
beherschen wolte. ') 



100. Das die vorgenaute enig richtoiig tiiitzit dester 
tninder beslossen wart. 

Aber nit destminder und einswegs daruf wart die ewig 
i richtunge, wie vorstat, vorab von beiden teilen zVigeseit und 
vom kling verwilliget und genziclichen beslossen, und wart 
ouch dabi und mit ein früntlicbe vereinung zechen iare als 
obstat'') mit den vorgenanten fürsteii und stetten von Stras- 
burg, Basel, Colmai' und Hletstat und gemeinen Eidgnossen 
• volzogcn, ie ein teil den andern mit lib und giU z(i eutschüt- 
ten, *) als danu das alles die versigelten brief, die darumb 
gemacht sinii, luter dargebent. 



Uil, Das der genant herzog von Oesterich mit den vor- 
geuanten herren und stellen ouch ein friintlich ver- 
' einung macht. 

Der forste von Oesterich, herzog Sigmund, hat ouch von 
stund an 7.Ü merer sterkunge diser dingen mit den vorgenanten 



') Die briefliche Änjieige von der Hinterlegung d« Geldes in Basel 
datiert vom 6. April. Chmel, Monum. Habsb. I. i, fl2. — >) Oeber die Ver- 
handlungen betr, den Aufbruch der 80,000 «Id. siehe Baaler Chr. III. 576 ff. ; 
Witte, Heziehongen S, 51 u, ZGORh. NF. VI, 12 f. Ferner Knebel, Basier 
Chr. 11, 79; Abacb. II, 460; Chmel, Monmii. Habsb. I, i. 93 IT.; Änshelni'a 
Bemerchronii (Neue Ausübe) I, 77. — ») Siehe oben Eftp. 94. - •) In 
dem Bunde findet sich kerne Beetümmung mit dieser Faasung. 



U74 143 

fiirsten und stetten und si mit im ein sunderbar vereinung 
gemacht, ') und nachmalen den lierzogen von Lothringen, hern 
Rfiinharten, des lande und herzogti'im Lothringen und das 
Westerich gar wol hai-us zein Elses und Tötschen landen 
dienen, mit gimst der Eidgnossen in dieselbe vereinunge euch 
genomen. '} 



102. Das der pfallenzgraf und niarggraf vou Nülcru-Baden 
ouch geru in (lis frdntlich vereiuung werent gewesen. 

Der pfallenzgraf herzog Friderich und marggraf Carle 
von Baden würben und begerten ouch mit den Eidgiiossen, i 
ouch den obgerfirten herren und stetten in die vereinunge ze 
komen ; ai mochten aber nit angenomen werden ursach halp, 
und wart doch dia im besten damit verantwurt, das si mit 
iren landen den Eidgnossen zii wit gelegen werent;') doch 
mit dem herzogen von Burgunnen und in ander wego hat sich ' 
der pfallenzgraf mit den Eidgnossen inmaäsen gehalten, das 
man im nit wol getiüwte und der vereinung halb nit mit im 
zti schaffen haben wolt. *) 



103. Das der kting deneu vou Bern und auderu Eidgnos- 
sen treffenlich ivariiuug tet. 

Dai-nach kam aber ein kunglicher bot vou Frankenrich 
mit einer credenz vom küng und enbot der kling den Eid- 

ti diä vereitmug. — 12, merg- 



') Da» zehnjährige Bündnis Herzog Bigisuiunds mit der niedem Ver- 

I einignng datiert vom i. April 1174 und ist alwedruckt bui Chmel, Honum. 

, HabBb. I, 175-179. - ') Schon im Juli 1474 betrieb Bern die Auftiahme 

Lothringeni. Witte, ZGORh. NF. VI, 47. Sie erfolgte aber erst um 18. Apr. 

1475. AWh. 11. 52U n. 537; Chinel J, i, 199. Vgl. auch Witte. Lothringen 

lind Burgund, im Jahrbuch der Geeeilschaft f. Lothringische Üesehicht« und 

Altertumskunde. 1689A'Ö. J*. 37/S. — >| - Doeh ao sind alle ort eins, di man 

den pfaltzgrafen vnd ouch den margin-afen nit in der vereiuung han wolle.« 

Absch. 11, 473. Erat am 10. Aug. 1474 beantragte Stra^^burg die Aarnahme 

, dee Piälzgrafen iu die Vereinigung. Abaeh. II, 492. Hievon ist erst wieder 

r, die Eede am 12, Juli 1476. und auf dem grossen Freiburger Friedenstage 

l iea gleichen Jahres, ebd. 598. Wi. 607 u. 808. Die Unterhandlungen zer- 

l-ichluften aich. — *) Das Misstrauen gegen den Pfalugrafen äueserte siiili 

r besondere auf der Tag^atzung vom 12; Juli 1476. Absch. II. 598. Schon im 

T. 1474 nahm er der niedernVereioicunB' cegenüber eine zweideutige Stel- 

Bin. Witte, ZGORh. NF. VI, 29, 47. 



144 



1474 



tvie das im tieffenüch waniiiiigen komen, das der 
herzog von Burguiinen mit aller siiier macht und geziige von 
biichsen und anderm ganz zftgeriist und des willens were, sich 
harus in das Sunkow tur Miilhusen zU legem ; darumb, wer 

; es der Eidgnossen gevallen, so bette sieh der kiing zCi wider- 
stand dem Burgunachen herzogen mit einer grossen macht 
zögeriist und zfi trost und eren den Eidgnossen wolt er lih 
und gtit zu inen setzen und si nit verlassen. Des danket man 
dem kting gnediclichen ; dor herzog von Burguunen kam euch 

! nit harus, und nam darnach sinen weg das land hinab, als 
haruach etwas bas erliitert wirt, '], 



104. 1>»8 der rou Hageubach die slat Briäacli mit vier- 
hundert Wnicheii besntzt nnd ein ndwen rat darfone 
iiiaclit. 



, Als nii dis alles, wie voratat, der richtung. der vereinnnge 

und ander sachen halb fiirer zä volziechen in fibunge was, 
richanet alwegen der wfltrich, der von Hagenbach, In sinem 
hallstarkcm mutwilligen wesen fürstch , und als die erberit 
stette Niiwenburg, llinvoiden, Seckingen, Louffenberg und 

j ander, so in die pfandschaft gehorten, in tegticlier hoffung 
warent, das die vorgenant frfintschaft und richtunge zw(ischent 
dem fürsten von Oesterich und den Eidgnossen volzogen wer- 
den sott, als ouc-h inen das von etlichen iren gut gfinnern in 
geheinide ze erkennen geben was, wurdont si ze rate, semlich 

■, des von Hagenbach unredlich gewaltsami nit me zu liden, 
noch keinen welschen gezüg me bi inen in ze lassen. Als er 
nü dis markte, tette er dem nit glich und understünd ein 
verreterie anzetragen, wann im dis gerime und der schimpf 
übel geviele, wie er die stat Brisach mit einem Welschen 

D geziige besetzen nnd al Tütschen burger und ander von eren 
und gut, wiben und kinden darus vertriben und verderben 

9. kling dem fi ticlichen. - 
argen und mutwilligen v 
26. ziig. — in losaen, 

>) Kine französiscbe Botschaft sprach atn 6. Sept. 1474 vor der Tag- 
Satzung in Lnzem in dem oben von Schilling gegebenen Sinne. Von einer 
Warnung aber konnte »chon deswegen keine Hede mehr sein, veil die 
Buigunder den Heerzui; in den Sundgau zffiicbc^D dem lü, and 22. August 
■ "•■•-- "■-• - mten Kap, 119; Witte. ZGORli. NF. VI. 50—52; 



U74 



145 



wolt, und die stat und ßinbruck mit graben und bolweiken, 
mit geschütz mid anderm inmassea veraechen. das ain herr 
von Burglinnen und er dero sicher werent; das doch den aimen 
lüten ein herter antrag und bad was, wann out;h er hi vier- 
hundert Walchen darin bnicht hat. ouch nöw rät gemacht, 
die nach sineni willen und den eren nit gemess warent. und 
die fromen biderben alten alle darvon gcstossen : das was 
ouch siner giiten Bachen ein. *) Und als darnach an dem heiligen 
hochfritag wart, und der pfarrer zii Brisach in der kilchen 
das bitter Hden üusers herren und behalters Jhesu ('riati und i 
den heiligen passion zu predien am canzet stfmd, kam derselb 
wiUrich mit sinen Walchen und ouch dem henker. den er al- 
wegen bi im hat in die kilchen, und frevenlich hies er den 
priester na dem passion vom canzel gan. niesa haben, oder er 
wolt im sin ougen usstechen, das doch ein uncristenüche sach i 
an dem tage was. wider got und tinsern glouben, ') darumb 
im ouch sin rechter verdienter lone wart, als harnach bns 
geliitert wirt. 

Der vorgenant von Hagenbacb hat ouch in dem kurzen 
zite sins bßsen regiments gar ein gros merglich gut zäsamcn i 
geleit, darzö hat uuch er gar ein achftu hus in der stst Tann 
gebuwen,'') daran iederman Werktag und virtag werken mftat. 
Das beschach ouch zU einem ufsatz sins herren. Er hat ouch 
gar ein gros zal und merklich gut von win, kom und habern 
ziisamen geleit, in meinung, wann sin herr wider harus kerne, 
das er dann das mit sinem volke wurde bruchen ;*) das geriet s 
nit nach sinem willen, dann das alles nachmalen dem herzogen 
von Uesteriub, als der harus, zu nutz kam und wart also dem 
rechten herren. 

2. du»ü mit. — 4. bi fehlt. — 6. nnd aber den. — 13. in die kilcben 
fehit. ~ 14. meaa halten. — 20. eine «nöden repment«. — '22. virtag 
und Werktag möst werkeu. — 28. nutz bin) und wart also dem rechten 
herren nnd erben, dem e? doeb nit gespurt wa«. 

') Die Besetzung Breiaaebs mit etwti 8—900 Pikardi-n erfolgte am 
31. Deibr. 1473. Sn-ibel. Basler Cbr. 11. 49; Reimcbronik Kap. (il : Witte. 
ZGORb. NF. II. 81. Die gewatttfitiife Anfkebung der Breiaaeher Ver&aaiing. 
verbanden mit der Absetzung des a,lt«n Ral«e wurde im ADÜiTie Janunr 
1474 auageßbrt. Knebel, S. 47 u. 49 ; Witt«. 8. 33-30. - ') Dans Hagen- 
bacb am Charfreitag den Pfarrer gezwungen habe, Merae lu lesen, beHtfttifft 
neben der Beimchronik, Kap. 122 nuch Edlibuch. S. 141. Letzterer spricht 
TQii einer • ganzen Messe ». L'eber den Charfreitagsgottesdienst siehe Mone'i 
Anm. in der Reimchronik a. a. 0. Ueber Hagenbachs Freveltuten in der 
Charwoche siehe Witte. ZUOBh. NF. 11. 207. — •) Von Hagenbaehs luati- 

«im Qart«n in Thann und dero • Geh«se • darin emShlt die Beinicbronik 
ap. 23. — *} Nach Knebel. Baal. Chr. II, 70 sollten diese Lieferungen zum 
l'nlerhalte seiner Truppen dienen. 



105. Das der vort;eiinnt vo» Hagenliaeh nii denen vou 
Brisacli ^ar schaiitlicli unil niorlllcheii wolt baben 
gehandlet. 

Der almechtig ewig got, als der dis menigveltig unrecht 

■' leiiger nit hat wellen gestatten, sunder dönselhen wfltrich, des 
stunde der räche hie was, in die grüben siner untat, die er 
andern gemacht, vallen lassen bat, und in glich Lucifero durch 
sin ungerechte hochvart von di'ni stfile sins gewaltes abst&rzeii 
wolt, hat im das alles gowalticlifhen wellen nnterziechen. 

> Wann darnach an dem heiligen österlichen tage,') als ieder- 
maii zft Brisach in der kilchen und man dennocht im ampt 
der mess was, gebot er allen burgern und Tütsch,en bi iren 
eiden und penen des todcs, das si angends heim gingent z(i 
inibis essen und dann von stund an iederman, was von burgern 

i oder Tiitschen ') were, hinus für die stat in den graben kement, 
wann er willen bette, den Rine darin zu leiten, das si dest*r 
sichrer werent. Dis was sin verreterie und tet euch das darumh. 
so balde und die burger und Tütschen für die stat werent 
komen, so wolt er angendes die stat und alle hüser. wib und 

1 kind, mit Walchen besetzt und also die burger und ai-men 
liite da ussen gelassen und als iemerlichen nn üb, oren und 
gilt ganz und gar verderbt haben. 



106. Das der rorgenaut herr Peter von Ha^enbach in der 
stnt 7,ii Brisneh {EefaniBien wart. 

Indem, als es got vom himel ffigen und die armen late 
vor semlicher verreterie beschirmen wolt. warent etlich gdt 
gesellen, die ouch gern bi dem iren bliben und des wfitrichs 
gewaltes gern abkomen werent. die giogent in irem harnesch 
in der stat am platz vor Hagenbachs herberg. Do stund der 
) von Hagenbacb, und mit schalkhaften bösen werten und swfiren 

4. meiiigvallig. — 2i. zii fehlt, — 30. mit ichantlichen. bösen «orten. 

■) 10. April. Auch »Me ßeitnührotiik emähU im Kup. 123 hieven; die 
Sehaniarbeit eolle aber nicht ■ang'^nds. v im stund an., wiu Schilling engt, 
anagetilhrt werden, eondem am Ostermontag, Ueber da« Folgende vgl. auch 
EdlTbach. S. 141. - •) Di« ^TiSUehen. sind deuUcbe Söldner Hagunliachs. 
meistens vom Oberrhein. tint«r dem Feldhauptmann t'riedriuh Rappler. 
Durch die Üerorzugung der Walchen triel) er tlie Erslereii zum Abfall imd 
zLir Vereinigung mit der Bdrgeracliaft. Vgl. Witte, ZGURh. NK. II, 204 
bia 200. 



1474 



147 



wült er dieselben geselle» zwingim, iren harnosch abzeziwheri 
und sich liinus in graben zu rüsten, oder aber er wolt iaen 
darumb ir ougen usstechen. ') Ni\ was denselben etwas fiir- 
komen, das sie und ander beduclite, die Sachen wolten nit 
recht zügan, und mit manliclien werten rettent si darwider n 
und gingent damit von im, dann er inen und andern iren sold 
ouch vorhielt, und bestaltent, das ir angendes der burgern und 
Tütschen kament ob zweihundert gewopnet züsamen. und glich 
von stund an ungewamet vielent si im fiir sin herberg und 
viengent in. Die Walchen, so bi im und in der stat warent, lo 
die fluchent alle von im, ieglicher in sin herberg und was do 
irenthalb ganz kein widerstant. Das kam inen wol, wann sus, 
so werent si alle erstochen und inen ii' rechter lone worden ; 
du aber si sich nit zi^ weri staltent und euch unib eren willen, 
liessent die von Brisach dieselben Walchen mit ir habe ab- is 
ziechen und behielten den von Hageiibach gevangen. Zwar 
die sntVien Walchen hatten den tot wol verschult, dann si des 
wfitrichs anslag und verreterie wol wisten und das gros mort 
selber wolten Laben volbracht, darumb michirhinkomenherzic- 
liclien rüwet. ob das wider den atmechtigen got nit gerett sie, m 



107. Das man dis Sachen und gevangiids des Hageabacha 
ilem herzogen von Oesterich verhänt. 

Von stund au, als das die obern stette am Kine und ander 
vemament. verkuntent si das dem fiirsten von Oesterich, der 
dann dazemal bi gemeiner Eidgnossen und ander fiirsten, Herren ^ 
und stetten botten zii Costenz was, sich harinne des fürsten 
willen zii erkonnen. Und als si vernanient, das die richtung 
beslossen und ouch der pfantschilling, die achzigtusent giildin 
gen Basel geleit was und si damit der Burgunseben pflichten 
und eiden ledig warent und verstdndent, das inen die Eid- » 
gnossen in diser sach rucken halten woltent, do gewunnen 
erst die von Brisach und ander stette und gemeinden, edel 
und unedel, ein her» zur sach, und angends leitent si den von 



') Aiwh so die Il«iinc)ironik Kap. 134: doch üt Schilling; Aber die 
EinielbeitcA des Aursbiiiiles vom 10. Ai>rit oicht unterrichtet. Siebe WitU, 
XÜOKh. NF- II. 200-213; Ki.eW, Baslei- Chion, 11, 75 u. 77; More 1. 
27y f.; II. 1-51; III, 432 C; Etltfcün S. 192; EiJlibLioh 8. Ul, 



148 



1474 



Hagenbacli in einen turn ') und bekanton damit liereog Sig- 
munden mit eiden und ändeim für iren rechten heiTen, und 
kam damit land nnd liite us gewalt der Walchen wider zu 
des forsten handen, des sich on allen zwivel der fürst nit 

< understanden, wo er nit wo! gennst hette, das semlichs der 
Eidgnosseu gevallen gewesen were und si im ouch darzü het- 
tent geholfen, das sie ouuh tröstlichen tatent. Was oiich die 
armen verpfanten liite. edel und unedel, von diser erlosunge 
und das si durch hilf der EidgQossen us der Welschen gewalt 

) wider zii irem natürlichen herren komeu waren, grosser trSuden 
und trostes enpfingen, davon were ungezwiveJt vil zu schribeu, 
dann man von des ewigen friden und sunderlieh von Hagen- 
bachs gevangnüs wegen in allen anstossenden landen und ouch 
allenthalben in den Eidgnossen frfiude Int und on zwivel das 

n kind in mfiterlibe sich fr&wte, und wart ouch der almechtig 
got von iederman darumb, als wol billich was, geeret mit 
andern loblichen dingen, das ich alles bliben lass, wann das 
iederman dem almechtigen gotte von herzen danken und in 
darumb loben sol, der ouch dis durch sin gütliche gnade ge- 

1 fflgt und zfi trost und seiden dem heiligen riebe und gemeiner 
Tiitscher nacion disen heilsamen knöpf geflochten hat, der sich 
ob got wil. niemermer entbindet. ') 



lOK. Das der fiirst vo» Oestorich siu stetle und land 
wider besatzt. 

, Der vorgenante fürst von Oesterich, als bald der wider 

zu beherschung der landen kam, besatzt er nach willen und 
rat der Eidgnossen alle stette, slos und passen gegen den 
Burgunschen und Welschen landen nach aller notturft. Und 
was in dem und anderm sin sachen ze handlen und empter 

) xü besetzen der Eidgnossen bitt und gevallen was, des äeis 
er sich ze tAnde mit allen gnaden und verschüf ouch allent- 



8. edel und ander. 
— al. TiitBchen. — 
Icinde nach einem gevalli 



II Kidgnoxeen fr&ud lut imd on allen xwiveL 
lermer you einandern tut. — 23. stett and 
wider. — 25. widernmb. — 29. sinen. 



') Erst Freitags -aaeb Ostern, am IS. April, ktun Hagenbach in den 
Turm. Witt«, ZGCflth. NF. II. 215, — ') Ueber den tiefen Plindruck, den 
der AbschluBs der ewigen Eiclitunc lieryorrie), vgl. 1. Dierauer. ßeschiohte 
der achweix. Eidgenosaenschaft. EL IS't f, Üin Freude über Hos'^nbtictia 
Schitksftl drückt sich naraentürli in den Liedern aoR, VrI, Liüenoron 11, 
31-37 



halben mit den »inen, edJen und unedlen, das si in aller liebe 
lind fiüntachaft mit den Eidgnosaen leben und alles das tfin 

ßoltent, das inen liep were. als si ouch dis tatent. 

109. Das die vier stelle am Rine der Eidgnosseu ofl'en 

slos Rin sülleiit zu ewigen r.lten. 

Es ward ouch sunderlich in der bericht zwlischent dem 
t'ürsten und den Eidgnossen abgerett und durch den fursten 
versigelt, das vier stette am Rine, Walzbflt. Louffenberg, 
Seckingen und Rinvelden der Eidgnossen offen stette und slos 
sin süllent in allen iren sacben und zfi ewigen ziten. ') Die t 
übrigen Sachen und was in derselben ewigen richtung be- 
griffen ist, vindet man zu Lutzern im wasserturn ') in einem 
briei' mit der knnglichen maiestat von Frankenrieb und darzft 
mit beider parthien insigel versigelt. Darumb ist nit not, dis 
hie zu melden. i 

Alsbald nü dis gescfarei und gevangnfis des Hagenbachs 
uuder den gemeinden, herren und stetten, edlen und andern 
uskaiD. hat er sich, wie vor zem teil gemelt ist, mit meng- 
lic.hem gehalten, das nieman mit im erbermde wolt haben; 
und was daa wol mäglicb, wann er nit allein den gemeinen s 
man, sunder ouch die wirdig priesterscbaft, frowen und iung- 
frowen in vil eachen zem dickern mal gesmecht hat. und ge- 
riet do iederman sich sins ungevels Mwen und umb ir smach 
und unrecht, so er begangen bat, clagen und rechts gein im 
begem. s 

110. Das der fürst von Oesterich harns in das land kam 
Dod das ninn den Hagenbach uach sinein Terwilli^en 
nnviiig gichteu. 

Der fürst von Oestericb, als babi der sin gevcnguüs und 
dis geschrei vomam, sumpte sieb nit lang und nach rat und t 
gevallen der Eidgnossen betten, on die er in dem und anderm 



kammer and Archiv. Vgl, Geschichte freund XVI. 256, 



150 



1474 



-1 , ^überal niitzit liandlen wolt, reit er angendes von (Josteuz la 
H h «'^ ^gg Brisgow und Sunkow mit vierhundert der Eidgnossen 
»jgf, knecliten, ') die im uf siiien soid zftgebeii und in etlicli siner 

stetten und slosaeii geleit wurden. Und eins wegs ordnet er 
^ siuen margschalk und rate zii dem von Hagenbacli, -) in zA 
verhören und furer unib sio ubeltat zfi gichten und reoht- 
vertigen, lUid reit damit der fCirst gen Frihurg in das Bris- 
gow und etlich der Eidgnossen botten mit im und besi-bach 
das darumb, wann man besorgte, wo der fürst in eigner per- 

in sone gen Brisach komen, das dann er als milt und barmherzig 
gewesen, damit der von Hagenbach im aberbetten worden 
were. ') 

Der vorgenatit von Hagenbach bette im ouch selber, als 
nit unbillich was, gern von dannen geholfen, dann er wol 

IS markte, das er ein berten stand tftn müst und im sin herr 
von Burgunnen nit mocbt helfen. Und rette mit denen von 
Brisach me dann einest, das si in us der gevanginis liessent, 
so wolt er inen gar gros gät geben und si aller ir eiden und 
pflichten, damit si einem herren von Burgunnen und im ver- 

a) bunden werent, ledig sagen und ir brief darumb wider zu iren 
banden antwurten, und ob er ouch iemau under inen niitzit 
des sinen wider recht oder aus abgenomen bette, das wolt er 
inen alles widerkeren nach irem willen und gevallen und dar- 
zu in die stat Brisach sweren und niemermer darus kommen, 

ib Buuder alles sin gilt zU inen ziochen und lieb und leid mit 
inen hau bis an sinen tot. Das woltent die von Brisach nit 
tftn und markten sin betrugenheit ; sie verstünden ouch wol, 
were er also von dannen komen, das noch vil unrfiwen durch 
in volbraclit wer worden. 

:k> Dis mocht in alles nit gehelfen, dann nach bevelch de» 

fiirsten wart der vorgenant von Hagenbach durch die rate z(i 
Worten gehalten und als man in furer gichten und fragen 



1. nit. — 2. in das Torgemelt Biagow. — 3. ain stett und sloa. — 
13. Titel: Da« der von Hagenbuch K^r mengerlei erdacht, damit er im 
gern geholfen het. — 15. markt, aaniit verliimdet sin. das er ein 
harten. — 18. gar fehlt. — 30. helfen, — 31. vorgenant fehlt. 

'I Der Herzog kam am letzten April nach Breisach. Absch. II. 488. 
Edlibach S. Wi spricht nur von 200 SSldnern. — ') Den MarBchall Hilde- 
bratiU Bftsp u. den Hofmeister Mariward von Schelle nliccg. Witte. ZGOfth. 
NF, Ü, 218. — •) EidgenöMieche Boten waren dem Herzog uiif meinen 
Wunsch hin mitKegeben worden nach TagsatzunsTsbeKihlusg vuui 18. April. 
Abwh. II, 48li/7. 



1474 



151 



lies, ') wart er bekantlich so vil achantticher und uiierlicher 
Sachen Aber alles, das man vorhin von im wiste und am tag 
lag, es were verreterie, mort oder anders, so er vor langen 
iaren hat volbraclit, das man das alles zh smach und schände 
der nienscbeit nit getoi'st erofnen . dann so vil und on das 
am tag lag, das leider dennocht so vil was, das er nach recht 
gar eine lasterlichen todes wol wirdig gewesen were. Was 
das nit ein gras übel und verreterie, der er bekantlich was, 
das alle sin anslege daruf hatten gedienet, nit allein die Eid- 
gnoaschaft, siinder onch gemein TiUsehland, wo er das hette i 
vermiigen, iung und alts verderplich zft verraten und der 
Welschen ziingen undertenig ze machen ? zudem das er in 
mengen Sachen eid und ere übersechen hat, als er des alles 
bekantlich und ouch kuntlic-h was und man noch wol in siner 
vergicht zu Brisach vinrion mag. Nein, zwar nit wirdig was i 
ei', den namen eins Tfitschen ze haben und vast zitig, von 
denen zu siindern. 



111. Da» man den rorgeiiAüten liern Peter von Hageu- 
liach an eint'm »fiien luutlai^ in der stnt HrUach be- 
rechtigen lies. 

Darumb an dem nechsten mentag nach de« heiligen crütz- 
tag inventionia') im meien des iares. do man von der gebürt 
CristI zalt tusent vierhundert sibenzig und vier iare. stalt 
man zi'i Brisacb denselben von Hagenbach an ein offen lant- 
gericht, *) das do besetzt was von herren, edeln und stetten, ; 
die man dann darzd beschriben und geordnet hat, und clagt 
man zu im durch fiirsprechen vil sachen und artickeln, die er 
dann veriechen bat und man ouch von im wol wiste. Man 
lies ouch in vcrfdrsprechet '} sich nach notdurft verantwurten 



- 21. ci-iitztiLg im 



') Die Befniguiig iiiiiklst Folterung fiuid am 5. Mai statt Witte. 
Zl.lORli. NF. U. 2T9. — "l 9. Blai — ') Das öBterreichiache Hufgeticht. zu 
Eri'tisheiiu und das kiiiserlii.'be Lnodgericht za Rottweil beliebten nicht, 
»onderii ein ausnerordentücher Gerichtshof aus dem Kreise der nieder» Ver- 
einigung. Ueber die Gründe siehe Witte, ZGOBh. NF. II. 220. — 'j Sein 
FOrBprech war ein Breisachec Bürger, iin desnen Stelle der Basier BeiatKer 
Hans Irini trat. Im Verlauf der Verhandlung erhielt er noch iwel För- 
«precher aus den Beisitzern von Kolniar und S (-hieltst ad (. Witte. ZGllRh. 
SP. 11, 222 f. 



15'> 147+ 

und was das sin best antwiirt: wie lang das werte, sin lieir 
von Bmgiinnen wer lierr im lande gewesen und er in ainem 
namen und was er getan, des hette er als ein heir wol ge- 
walt geliebt nnd getrüwte nieman nit darumb ze antwurten 

' haben, dann er das alles von bevelbens wegen desselben sins 
heiTen hette getan, als er das mit im kuntlich machen wolt 
— , mit vil andern selzner inzügen, die ganz unverfenglich und 
im alle nit erlieh warent, Und nach verhören dag und ant- 
wurt, onch siner vergicht und sachen, die er veriechen hat 

> und man ouch wol wiate und am tage lagent, wart er mit 
urteil und recht vom leben zem tode bekant mit dem under- 
acheid, das man im als eini iibeltetigen den ritterlichen orden. 
des er nit wirdig was, abnemen solt, als oueh das durtli des 
fürsten herolt nach erkanter urteil beschach. ') 



t 113. Das der von Hagenbach mit dem swert vor aller 
mengllclieni gerieht wart. 

Und darnach wart er dem lienker bevolhen und an einer 
gemeinen richtstat, do man dann semlich übeltetig liite ge- 
wonlichen richtet, wart im desselben tages sin houpt abge- 

) slagen, wiewot er nach sinem verdienen, als ouch davor gemelt 
ißt. eins strengern todes wirdiger gewesen wer. Haran man 
billich gedenken, sich nieman sins gewaltes in hochvart zCi 
vast überheben, dann alwegen das, so gotte und dem roehtea— 
dienet on Verachtung und dennocht mit zimlicher erbermdi 

• menglich bnichen sol. Er wart ouch als demi^tig, do mai 
verurteilt und usfl'irt, das er iederman durch gottes und sln^ 
müter magt Marien willen bat und anruft, das man im vei 
geben und got für in bitten wolt, dodurch menig mensch i 
erbermde mit im bewegt. Und wart gen Hagenbach geffl 

I und zu sinen vordem bestatt. Zu disem rechten wurden oud 
der Eidgnossen halb und in ir aller namen gesatzt von Ben 
herr Peterman von \Vabren, ritter. und von Lutzern Heiiin<^ 
Hasfurter, beid alt schuitheissen. *) Es was ouch der i 



7. ft 



- 12. c 



- 21. ei 



13. beid alt schulthaiai 



'I Die Bitterxeichen wurden ihm am Monden, beim Beginn dea tL, 
richts. von dem öiiterreicbisclien Herold Kaimar Hunler abgenommeti. WiM 
ZGORh. NF. IJ. 222. 2-<i7. Vgl. auch Etterlin, S. 194 f. - ') Ea ist n ^ 
dem. wäa man aonnt über die ZLisaunnienretzunK des Gerichtebofas v 
fraglich, ob iL'e eidgenSiMtachen Boten als wirl:licne Iditglieder lu " 



1474 153 

lanttag, der in denselben landen ie gehalten wart und was 
das nit unbillich, wann iederman ein gros verwundern ab des 
wfitrichs gevangnüsse und sinem wesen hat. Der almechtig 
ewig got welle sich dennocht nach minem begem über die 
arme sele erbarmen und ir die ewig rüw verliehen ! 5 



113. Uienach stat ein lied^ so von dem ewigen friden 
nnd der richtnug gemacht wart. *) 

Gelobet sie der ewig got, 
das er den krieg verrichtet hat, 

der lang zit hat geweret »^> 

zwüschent dem hus von Oesterich 
und den Eidgnossen allen glich, 
davon meng man wart besweret ! 
Des hab dank, herzog Sigmund, 

das ers hat richten lassen, ^^ 

desglichen euch zu aller stund 
die fromen Eidgnossen, 
das si sich band als gfitlichen vereinet, 
darumb meng mensch hat geweinet 
von rechten frftuden und 20 

das es darzü ist kond. 

Es were verriebt vor langer zit, 
hett nit der fürst gehan etlich lüt, 
die es nit gerne hatten : 

1. in disen. — 8. si. — 16. die glich. — 22. wer. 

teilgenommen haben. Siehe Witte, ZGORh. NF. II, 221 ; Knebel Baal. Chr. 
IJ. tib; Dierauer II, 192. Doch darf man nicht ausser acht lassen, dass der 
bernische Rat seinen Gesandten mit einer bestimmten, auf Hagenbach 
bezüfflichen Instruktion ausstattete, deren Inhalt wir allerdings nicht kennen. 
Die Manualeinträge lauten: 20. April. An den von Wabren, das der verrit 
zi'i dem fürsten und sin bevolhnen Sachen nach notdurft verend, dann man 
ein andren botten fren Lutzern geordnet hab, und das der fiirst sich man- 
lich zunist, das wellen min herren ouch tun und mag er was im begegne, 
das gen Lutzem zu verkünden. Vergiss Hagenbachs nit. liats-M. 14, 74. — 
22. April. An den von Wabren. das^ er uf zinstag nach sant Jörientag 
{2<>. April) mit andern botten ouch zu dem fursten var und das best helf 
hiindlen in sinem cost^n, als er das begert hab und das er Hagenbachs 
überein nit vergess. Rats-M. 14. 242. — Am 14. Mai ist Wabern wieder in 
der Ratssitzung. Am folgenden Tage verhandelten der kleine und der 
<]^rosse Rat « von Hagenbachs wegen v und am 17. Mni schrieben sie « von 
Hagenbachs wecen » an den Bischof von Wallis. Ebd. 224, 226. — ') Ab- 
gedruckt bei Luiencron, Die histor. Volkslieder II, 27 ff. 



154 1474 

si Wanten t^s umb iren nutz: 
do nü der fdr&t gesaeh disen zntz. h 
do wolt ers nit gestatten. 
Er hat gar mengen edelman 
'> uf land und ouch in stetten. 

die sich gern kriegens namen an. 
das si gniig davon betten: 
den beren taten si vast rupfen, 
er leid so vil der zupfen. 
10 wann er sin zend enbieckt. 

so wart der arm ei*steckt. 

Wann man dem fürsten zoch ins land. 

derselben man kein niendert vant. 

die spil hatten usgeben: 
1.» si nichtent sich wer es verlur. 

darumb verdarp gar menig bur 

und hattent si gut leben ! 

Das kam dem edlen fürsten für. 

er sprach zu sinen raten : 
•jü « min armen lüt ich gar verhir. 

raten, wie wir im teten ! 

min edellüt wend mir nit gehorsam sine 

und schaffent mim land pine 

und darzü gros unrüw, 
:>5 so gand die saehen zu. » 

Der edel fürst wart inen gram : 

er sprach : « ich wil si machen zam I » 

und tet das land versetzen 

dem Welschen herzog von Burgunnen. 
:m> wie er im des doch nit engund : 

derselb kond an si hetzen 

den Hagenbach, das wüten swin : 

derselb bezwang si schiere, 

das si im niüstent gehorsam sin 
:;:, als ein gezemptes tiere ; 

(lo er si zwang nach allem sinem willen 

•J. sar-li. — IM. k<'ineii vaiul. — '.'3. dem lam^^ — 29/30. Burgunn. wie 
iT im (ItK'li ih's nit cnj^iind. 

*) /*utz. \^\. 7A*i/.i'hi: vexienjn, foppen. liilientron a. a. 0. 



1474 155 

und 8i im müstent hillen, 
die arm rott wart ungemüt, 
er nam in Hb und gut. 

Da das nü saeh die ganz gemein, 
beid iung, alt, gros und dein, 5 

do bort man gemeinlich sagen, 
e si weiten Burgunsch sin, 
e weit man die Eidgnossen lassen in. 
Hie zwüschen tet man tagen 

und wart der pund gar wol vemiet, 10 

verrigelt und verslossen ; 
das hat gar mengen übel gemät, 
der kriegs vor wol hat genossen. 
Der edel fürst lost widorumb sin lande ; 
darnach tet man zu bände 15 

den Hagenbach gar schier, 
den unsinnigen stier. 

Davon ein ander krieg entsprüst, 
ich trüw got, das er sin nit genüst, 
der in hat angevangen, so 

das ist der herzog von Burgynn; 
mich dunket gar wol in minem sinn, 
er werd im strick behangen, 
sit das ist iederman im gran 

in Tütschem land gemeine ; 25 

das hören ich von wib und man, 
von grossen und den deine ; 
si sind al fro des bunds, der ist beschechen, 
das hört man si al iechen 

lob und dank der gotheit »0 

und euch der reinen meit. 

Ir werden Eidgnossen frum, 
ich hör in landen umendum, 
das man sich üwer fröwet ; 

und wenn ir wellent tun das best, 35 

so achtet nieman frömder gest, 
darmit man uns hie tröwet. 

7. Burguimer. — 15. tot man. — 22. gar fehlt. — 24. sid im nü ieder- 
man ist gram. — 29. alle iechen. — 83. umb und umb. — 37. damit. 



156 1474 

Wann ir sind aller manheit vol. 

ich weis kum üwers glichen, 

das lob ich von üch singen soK 

in keiner not ir nit wichen. 

als ir gar dick und vil beweret hande. 

damit ir üwer lande 

hand gemachet also wit 

und noch tünd allezit. 

Ir werden Eidgnossen wis, 
ip ir hand bishar gefürt den pris 

mit striten und mit vechten, 

das lob sond ir nit lan zergan ! 

Der edel fürst wil mit üch dran 

mit rittem und mit knechten: 
ir> in keiner not wil er üch lan, 

es gelt Hb oder gute; 

alweg so wil er bi üch stan 

80 gar mit frischem mute, 

sin ganze gemeinde ist gar eins guten willen, 
:?•» als wit der pund tut hillen ; 

wann ir sind gezogen us, 

so hand si keinen grus. 

Was ir in hand zfi leid getan, 
e das der pund ward beslossen schon, 
(Ich wend si nit me gedenken ; 
uf üch hand si alsant gebüwt, 
ir sind das pfulment, dem man trüwt, 
(las nieniormor sol wenken. 
Kh ist alles gewesen schimpf, 

'•» was sich hat ie ergangen ; 

ir hand alwcg gefaret glimpf; 

nü griffent bas an stangen, 

(las üfli der herzog von Burgunnen nit letze 

und sich des leides ergetze, 

«•• (las im beschechon ist 

ioiz in kurzer frist. 



'2. wi'is nit liwor«. — 12. lobe. — li>. ganz g«*mein<l. — 22. band ir. 
— M. alwi'jfon. — 3.*^. Hur^^unn. — M. leid-^. 



.•» 



1474 157 

Wer im vor Nüss gelungen do, 
er hets versuchet anderswo 
an üwem puntgenossen ; 
und ob es sieh geh über nacht, 

das sich die sach also nü macht, ^ 

so sond ir si nit lassen ! 
Ir sechent wol, wo man stost an 
strow mit dem fiire behende : 
wert man im nit, es tut nit lan, 
bis es kompt an das ende ! ^^ 

Darumb so werent im ouch bi der zite : 
wenn er des fürsten lüte 
brecht under sinen gewalt, 
darnach er zu üch stalt. . 

Ich riet dem edlen fürsten gut *•'» 

und den Eidgnossen wolgemüt, 
das si sich tetent besachen 
und zugent im hin in sin land 
80 gar mit wol gewerter band ; 

er wurde sin nit gelachen I ^ 

Ich han gehöret al min tag, 
der vorstreich sie gar gute ; 
wem er zem ersten werden mag, 
der si des bas behüte. 

Nement zu hilf got und sin heiligen alle, -•'^ 

sant Fridlin und sant Galle, 
sant Vincenz den vil schien, 
sant Urs den ritter kfin. 

Ir fromen Eidgenossen al, 
dienent got mit richem schall, ^^ 

als ir bishar band tone ; 
wann das tut üwer land und lüt, 
so mag es üch zu keiner zit 
niemermer missgone ; 

und wann der ber zücht us dem hol -^ 

mit allen sinen iungen, 
so sechent ir alsamen wol, 
das im nie ist misslungen. 

4. begeh über über. — 8. für. — 20. wurd. — 22. si. — 25. heiigen. 
— 26. Fridle. — 27. schön. 



1474 



Des haben dank ilie froinen unii die känen, 
das sis umb got verdienen ! 
Die sinen got nit lat, 
als lang die weit bestat. 

n Fiiburg, du bist fri al tag, 

Bern lat dir bescbechen keinen slag. 

Solotern. vfircht dir nichte : 

diewil du Bern treist keinen tias, 

ao wil ich diüh beweren das. 
10 das dir nit beschiclite. 

Lutzern, nfi hab ein gilten rafit, 

Bern wil dich niemer lassen ; 

Ziirich, du bist gar wol behftt 

und ander Eidgenossen : 
i6 diewile das einer Voigt des andern rate, 

SU mag lieh keine note 

von Burgunnen beschechen nicht, 

hat Vit Weber gedieht ! 
Amen. 

w Nfl kum ich wider au die rechte materie. Do naeh dis« 

geschieht des Hagenbachs der herzog vou Burgunnen veruatn;-' 
wie es ergangen, ^ das weis im gai' zii grossem missvallen und 
als or selber rett, die heftest nuss die er ie gebeis — , kanient 
daruf gros Warnungen, das sich derselb herzog von Burgunnen 

» teglichs uf die Hdgnossen und Tutachland inmaesen harus 
rüste ') und alle sin stett und slos also besatzte, damit man 
sich genziclichen vcrsach, er wolt de» krieg zft banden nemen, 
und mau zer gegenwere allenthalben ander der hei-scbaft, den 
Eidgnossen und »uch den fiirsten und stetten trostlich geriist 

«• und man sin teglichs erwarten was, wnrdent dis ding von 
denen von Bern und andern Eidgnossen gar ernstlichen be- 
trachtet und darumb vil tagen zu Lutzern und andern enden 
geleist und alwegen geratslaget, wie man solicheni fiirnemen, 

9. geweren. — 10, geschichte. — 15. diewil, — 16. kein. — IT. Bur- 
(juiin. — 19. Amen fehlt. — 20. Tilel: Das der hereog tou Burffnnn. 
du er des Hugenbncha tj]d TerQuoi, ganz entsetzt wart. — . 
kamen. — 32. an andern. 

'1 Ueber die Miwsregeln des Hennga Karl e. Witte. ZGORb. NF. 1 
43—49 : die Eidgenoasen berieten imi 10. und 25. Aug. in Liiipm und | 
16. Aug. in Banel über einen Heer^ug. Abich. II. 4<J3 u. 49,5. 



es were mit eim lierzug oder andern saohen begegnete und 
widerstand tete. 



lU. Das aber gar ein trcffciilicli botschnlt vou dem küiig 
von Frankeurich zn gemeinen Eidgnossen hnros kam. 

Und nachdem man dann hievor') zeni teil ouch gelifirt hat, 
wie beid parthien, namlicli die herschaft von Desterich und 
oulIi gemein Eidgnossen in ein ewig richtung') uf den kiing 
vun Frankenrich komen warent, die ouch dazwüschen durch 
vil triiw und arbeit dea voigenanten fromen und tdren ritters. 
herr Nidausen von Diespachs, als gemeiner Eidgnosaen botten, t 
von demselben küng volzogen und lüit sinem künglicheu 
maieetat grossem insigel versigelt was, hat dereelb küug dar- 
nach umb unser lieben froweu tag nativitatit* ein treffenliche 
botschaft und künglichen rate , nämlichen hern Gracianum 
Fabri,') Presidenten des parlemeiits zu Tolosen. hern Ludwigen, i 
hern zö Sampriet *) und hern Antlionien von Moliot, lantvogt 
zu Monferat barus zu gemeinen Eidgnossen gen Lutxern ge- 
vertiget, inen die versigelten brief zu überantwurten. •) Und 
angendes beschribent si den herzogen von Oestench gen Zürich 
und gemeiner Eidgnossen hotten mit im, des kiings meinung i 
der richtung halb zfl verhören und ouch die richtung mit iren 
siglen zi\ bevestnen, als ouch das beschach.') Und brachtent 

I. einem. — begegnet und maalichen widerstand tete. Dann der 
henug von BuTgunn, lün man oflenlich rett und man auch harnftch 
warlichen bpfant, gar hoch geloht und ouch geeworen, des Hagenbiichs 
tod iiu rechen, oder dnriimb tu sterlien, als ouch heBchurh, — 11. vpi- 
zogen was, bat sin maiestat darnach umb. — 18. und inen. — brief 
und richtung uberantwurt. 

') Oben Kap. 97. — ') Der Auadmcfc «ewig Richtung» ist unpawend. 

Schilling will sagen, man hätte den König von Frankreich auin Schieds- 
rii'hler Ober die vurbondenen Differenzpunkt« in der ewigen Kichtung be- 
treffend Offenhaltnng der tier Waldstätt« am Rhein und Ausdehnung der 
Bichtune auf die Erben Sigmunds ernannt. — ■) Garcia" Faure. äiehe 
Witt«, ffiOBh. NF. VI. 57, — ') Saint Priest. - ') Ef. ist dies die gleiche 
Gesandtschaft, die am ß. Sept. auf der Tagsataung in Luzem erschien und 
auf welche oben in Kap. 103 schon angespielt war. Schon am leb!t«n Juli 
hatte der Bemer Rat beschlMsen, der erwarteten tvanx. Oesandtschafl den 
Heinrich Matter bis nach Ljron ^ntgegenxuscbicken. Lat. Miss. A, 8Üä u. 308. 
Sie traf erst am 28. Aug. in Bern ein und erschien am 6. Sept. (Dienstag 
vor Nativitati" Uarite) aaf der Togsatziing in Lneern (Ahich, II. 496), ileri'n 
Beratungen in vonöglicher Weise durch Witte. ZGOBh, NF. VI, 68-(i5 
beleuchtet werden, — ') Man hatte allerdings den Herzog von Oe»terreich 
ersucht, sich »ur Bcsiegetung der Vereinung nach Konstanz oder Zörich 
nn begeben (.\bsch, 11. 4fl6). Er kam aber nicht, sondern anf seinen Wunsch 
hegaben sich die schwei/. und fninzös. Bot-en nach Feldkirch. |F,bd. 502,) 



160 



1474 



daniath alle ort ir sigel geQ Lutzern und versigelteat die 
richtung.') uagenomen die von l'nderwalden hatten etwas in- 
rede von dero von Rapperswil und eins irs lantnians wegen, 
hies Caspar Koler. Doch wart dieselbe irnmg darnach kurz- 

1 liehen libertragen und die ricbtuiig von inen ouch versigelt.*) 
Alsbald daruf rittent gemeiner Etdgnüsaen hotten hinab gen 
WalzhCit, Louffenberg. Seckingen und Rinvelden und nament 
die in eid, das si, wie vorstat,^) zfi ewigen ziten der Eidgnossen 
offen slos sin und bliben siiUent,') 

) L'nd do nü dis alles der richtung und beider vereinung 

halb, wie obstat, volzogen wart, do hat derselb kling von 
Frankenrich, dem und ainen vordem dann nienig iare von 
disem und andern Burgunachen herzogen in sinem kiingrich 
gros kriege, schad und gewaltsame begegnet warent vor Paris 

s und anderswo, aber durch dieselben siner klinglichen gnaden 
r&te fürbas an gemein Eidgnossen geworben umb ein witer 
verstentmi« und vereinung wider den herzogen von Burgunnen 
und menglich, zu dem, das er vorhin ein ewig verstentniis 
mit inen,*) die er ouch gehalten, hat, und wart dis durch den 

1 kling mit sölichen gnaden so ernstlichen gearbeit, das geraein 
Kidgnossen und ouch beide stette Priburg und Solotern an- 
sachent des kiings gnedjg erbieten, ouch das sin küngrich zu 
widerstand dem herzogen von Burgunnen den Eidgnossen 
nutzlich sin m6eht und sunderlich, das sich der küng in der 

* richtung und der Eidgnossen sachen als gar gutwillig erzougt 
hat. und machten darumb ein witer einung ") mit einandern 

1. inaigel. — 5. dftnif von iiiou. — 14. krieg. Bchaden und gewalUami. 
28. einander. 

') Die Be«iegeluiig der ewigen Richtang fand am 21. Oktober in 
Luzern lAbBch. II, 513), die recbt-s'serVti ad liehe Aurfertignng am 26. Olftober 
atatt. (Ebd. S. SI6 u. 917; in deatiieher UeberseUang im Teatscb Spruch- 
hoch G, S. 262.) Schilling halt di« Verhnndlungen vom «. Sepl. (Lojienil. 
2,-12. Oktober (Feldkireb) und 21. Oktober (Luzern) nicht auseinander. — 
■) Siehe oben Kap. 52, und Abach. II, S18. Der Tng der Beaiegelung der 
Vereinung duruh (Jnterwalden IS^t sieh nicht bestimmen ; doch miias «■ 
nach dem 30, Okt. 1474 und vor dem 7. .luni H7-'i gewesen sein. Absch. U. 
513, 54^. — ') Siehe oben Kap. 109. — *) Der Herzog erteilte aeine Zu- 
stimmung Äur Oeffnung der vier Stfldle erat am 10. Oktbr. Abacb. II, 506 
und Chmel I, IBl. LauTenbnnr leistet« den Eid am 16.. Waldsfaut am 17., 
Seukmgen am 19. Oktbr. Absch. 11, 509 und Chmel 1. 181. Möglich, dun 
Knebels ungenauer Bericht (Basier Chr. II, 115). der£id aetam 21. geleistet 
worden, sich nur auf Rheinfelden berieht. - *) Am 27. Nov. I4tf3 erneuerte 
Ludwig XI. den zwischen den Eidirenoaaen und Karl VII. abpesildossonen 
Preundaehafts »ertrag. Abach. II, 831. — *) .luf dem Luzeruertuge vom 
6. Se^t. liees Frankreich ein ProjeJrt zu einer Allia,nz mit den Eidi,'..nioBaen 
vorbnngen. Dasselbe ertiihr mannigfache Veränderungen, bis es am 21. Okt. 
von den Eidgenossen angenoinnien, am 2, ,lan. 1475 von dem franz. König 
riitifi«iert wurde. Absch, 11. 497. 500, 502. 504, 513, 917 f. 



1474 



161 



des kiings leptag, darinne dann begriffen ist, wie man sich 
gein einandern halten und wie vil der küng darumb den Eid- 
gnossen sinen leptag für ein friintlich pension oder iargelt 
geben sol, als dann das dieselb früntlich vereinung, so hamach 
von wort ze wort geschriben stat, luter wie et. 



115. Die fViintlieh rereiaaDg, so der kdng mit den Eid- j.< SSiS. 
gnossen gemacht and wie er sich gein ineu amb 
zwanzigtasent franken. Inen bi sinem leben ze geben, 
Terschriben bat. 

Ludwig von gottes gnad küng zu Frankrieb, tän kunt >o 
allen und ieklichen, so disen brief ansechen, und bekennen 
durch dieselben, als wir dann den fürsichtigen, fromen und 
wisen burgermeistem, schultbessen, ammann, rdten und ge- 
meinden des alten grossen punds obrer Tütschen landen, 
nämlichen Zürich, Bern, Lutzem, Ure, Switz, Underwalden, is 
Zug und Glarus, unsem besundem liebsten fnJnden, langzit 
her in getrüweni gunst und ganzer liebe zugeneigt gewesen 
und noch sind, darus sich oucb vor zwüschen uns und inen 
früntlich verstäntnüsaen erhept haben, dieselben wir nü nach 
gestalt der I6uf, uns allen teilen zCi fridlicben n'iweu, damit en 
sich iekliche parthi ir landen, lüten und zögehörden des ve- 
stenklicber behelfen und dieselben vor den, so uns und si 
daran betr&ben wftlten befristen und allen unordenlichen frefel 
und gewalt abtriben mögen, verrer gelütert und zö nÄcher 
früntschaft und vertruwen gezogen, und haben daruf wir, der an 
vorgemelt küng gegen den herren des obgerürten bunds mit 
Bampt den stetten Friburg und Soloturn, die zfi allen vor- 
und nachgeschribnen dingen vergriffen sind , also gelütert, 
beredt und ufgenomen. 

Des ersten, das wir und nl und ieklich die unsem, in was m 
wirden, stats oder wesen die sind, und die herren des punds 
und ai und ieklich die im, in was wirden, stats oder wesen 

6. Tfxt des ohenitehenden Schreibens nach Teutsch Miu. C, 396—298. 
8. zweniigtnBetit. B, — 10. kunt alle» denen Z. B. — II. Lekennen da- 
mit, hIb Z, B. ~ 12. UDd fehlt Z, B. — 13. ammanDen Z, B. — ganzen 
gemeinden Z, B. — 17, dtthar Z, B. — geneigt B. — 21. dester Z, B. 
— 21. Tprstentlicher B. — 26. vermelt B. — 27. die ouch sü B. — 
28. flind und geniüchen bliben B611en. also ffclütert, bereit und ufge- 
nomen. alu harnLich luter und eigentlich geschriben atat B. — üO. Zem 
ersten B. — 31. wesfins Z. B. — üa. ouch in was B. — und Wesens B. 

11 



162 1474 

die sind, von nii furwerthin gut, getriiw friind und punt- 
genossen gegen einandern sin und genempt werden, und soiicli 
friintlich Wandel halten und bruchen sÄllen, die allen und 
ieklichen teiln zu eren, nutz und fromeii erschiessen und ander 
6 vorberört verstäntnüssen, zwiisclient uns gemacht, bewisen 
und dis brief gar eigentlichen und witer lütren. 

Zu dem andern, das wir der vorgenant kiiug letz und 
fiirer, den vorberürten hern des bunds mit den stetten Fri- 
burg und Soloturn, in allen und ieklicheu im kriegen gegen 

lö dem herzogen vom Burgunn, ob und wann derselb herzdg gegen 
inen durch sich selhs oder ander die fiirnäm. oder die hern 
des punds wider in, in unserm kosten hilf und biatand er- 
zeugen und bewisen siMlen und wellen, so dick und vil in not 
ist, alsdann hernach bas geliitert wirt. 

1.1 Zu dem dritten, oh wir, der ietzgemelt kling, die vorbe- 

rürten hern des bunds von unser kriegen wegen wider die, so 
uns in unserm rieh oder landschaften hemütwille», oder den 
herzogen von Lutringen, unsern gesipten und zügewanten be- 
trüben und beswären wfiUen umb hilf ervorderten, so s&llen 

M dieselben hern des punds uns uf unser manung hilf tdn mit 
einer merklichen zal volks, namliohen einer sfilichen die in 
niüglich wirt, doch an ablassen der schirm und behutsame ir 
landen, und wir einem ieklichen derselben ein uianot, das iar 
in zwölf manot zfi teilen, geben fünfthalben Hinsehen guldin 

is den manot, uf den tag, so man von hus scheidet, anzüvachen. 
Und wann wir aölich hilf haben wellen, so sftllen wir den sold 
eins manots vor allen dingen gen Bern schicken und für zwen 
ander manot zu Lyon oder Jenf verschaffen zait [werden,] 
also das si für dri manot usgericbt werden ; doch usgenomen 

M und vorbehalten von der herren der Eidgnossen wegen unsern 
heiligen vatter den bapst, das K5msch rieb und al und iek- 
lich, mit den si pünd, vereinung und verschribung, briefen 
oder sigeln bis uf disen tag haben, üb aber die herren des 
punds in derselben zit krieg in int landen betten, also das si 

:u uns s61icb hilf nit tfin m&chten, so sMlen si uns derhalb die- 
selben zit US nit verbunden sin. 

1. von nü friinfüch B. — 6. di» brief gar fthlt Z, B. — S. votge- 
rflrten B. — 15. vorgerfirten Z.B. - 17.T,eiiiütwilligeii B. - 21. iDeti 
müglichen Z, B. - 22. behütniis B. — 2g,'24. mouat Z. B. — 25. den 
manot fehlt Z, B. - 27, motiaU vorhin Z. B. — 28,-29. monat Z, B, — 
28. bWMlt werden Z. B. — 29. usgericlit aiod Z, B. — 31. heilig RömBcli 
Z. B. — 34, in demselben zite Z, a - 36. us fehlt Z. — zit« damit nil B. 



1474 



163 



Zu dem vierden, so s5Ilen wir der obbemelt küng den 
erstgenanten hern des punds mit den stetten Fribufg und 
Solotiirn, 90 lang wir in leben aind, alle iar in der stat Lyon 
geben und zain ieklichem teil zweitusend franken. 

Zi'i dem fünften, ob sieh begeb, das die hem des punds ■■ 
in irn kriegen gegen dem herzogen vom Bnrgunn, ob der in 
im oder der, so ietz mit in in vereinung komen sind, landen 
und gebieten bescliüdigung fümäme, uns umb hilf und bistand 
anrüften und wir die mit iinserm gezüg inen andrer unser 
kriegen halb nit bewisen möchten, so sollen wii- denselben n 
hem des punds, so lang sfilich krieg offenlicli in im oder der, 
so in als voi'stat zdgewant sind, landen weren, oder si in des 
herzogen vom Burgunn land mit lägern, angriffen und be- 
Bchädigungen standen und sMich vintschaft mit macht üpten, 
al vierteil eins iars geben und verschaffen usgericht werden v. 
in der vorberfirten unser stat Lyon zwenzigtusend Rinscher 
guldin '), an die vorgenampten pension, die inen nit dester 
minder sollen gelangen. 

Zu tetat, ob wir der vilbenampt küng oder die hern des 
punds mit dem herzogen vom Burgunn oder andern eint- * 
weders teils vinden frid oder bestand machten, das euch iek- 
lich parthi wol tun mag, doch das wir des von den hern den 
Eidgnossen vor underricht werden, so sol der teil, der frid 
oder bestand macht, den andern darin luter vorbehalten, nemen 
und begriffen, alle gevSrd vermitten. Und dem allem ufi"echt = 
und getruwlich nachzügand und dabi kiingklichen zu beliben, 
80 haben wir disen brief mit unserm grossen küngklichen an- 
hangendem insigel besigeln, und den hern des punds zu be- 
zägnüsse und vestem urkünd aller vorgemelter ding geben 
lassen, dann ouch wir von inen in glieher moinung, form und « 
wis einen brief mit ir aller insigeln wol bewaret haben em- 
phangen. Geben u. s. w.') 

I. wir abgenanter kiing Z, B. — 4. bezalen zweitiiscnt franken Z ; 
beznleti ieglit^her stat iind iBride xvoitasent franken B. — 7. dero Z. B. 

— 8. bewnedigungen fiirueinen wurden Z, B. — 9. züge Z, B, — 

II. »emlJcli B. — dero, bo inen Z. B. — la angritfungen Z. B. - 14. 
vientscbafl^'n B. — 17. on die vorgenanten zwenzigtuaent friinken Z. B, 

— 19. Zera letat«n B. — vorgenant Z, B. ^ und die herren B. — 22. 
der Eidgnossen Z. B. — 26. und in Irüwen nachaügand Z. B. — 30. 7on 
inen fehlt B. — 32. Datum deciina die Marlij ann<j domini 1474 Z, B, 

'I Ein Gulden war weui^r wert als ein Franken. Witt*, ZGORh.NF. 
VI. 7U, Ann]. — ') Wie Schilling dazu kam, diesem Aktenstßck das Datum 
des 1(1. Mär/, beizusetzen, ISeat sich iiii^ht erklären. Sowohl die Abschrift 



-.><JeU^^, 



16. Das sich die Eidgiiosseu noch witer gegen dem kling 
Teracbribent von der sechstnsent mannen wegen. 

Und als du die vorgenant früntlicli vereinung mit dem 
kling gemacht und versigelt wart, do hört der kürig nit uf 

t> an die Eidgnossen ze werben und begert, das man sich umb 
ein zal Iiiten, wann er der bedürfen wurde, nämlich sechs- 
tusent man, gein im verschriben wolt. Des liessent sich die 
Eidgnossen gütlichen überreden und tatent das, doch mit dem 
underscbeid, ob es deheinest darzü komen, das man dem küng 

aemlich lüte genieinlich schicken und dann an der zal der 
sechstusent mannen abgan und gebresten wurden, das dann 
die von Bern die zale mit iren lüten ersetzen soltent und sich 
das gein den Eidgnossen verschriben, als si ouch tatent.') Und 
besohach das von inen ouch im aller besten und wart am 

:, anfang nit als wit betrachtet, als aber nachmaln von dem ge- 
meinen man davon gerett wart, denen es gar leid und vast 
widrig was') und meintent, man hette sich damit gein dem 
küng und ouch den Eidgnossen zö wit beladen und die etat 
Bern, ir land nnd lüte dadurch versetzt. 

Der vorgenant küng gab ouch etlichen siindrigen personen 

in der stat Bern, darzii in andern stßtten und lendern der 
Eidgnosschaft gros iargelt und tet das dai-umb, das er mit 
denselben sin sachen dester bestentlicher möcht behalten.*) 
Das was den gemeinden in stotten und allenthalben uf dem 

1. Kap. 116 fehlt. 

im lateinischen, wiij diejenige im Teutjjuh Misaivenhuch C. 296— 29a ist 
datumlos ; die Abmachung sehGrt. wie der Hemusgeber der Alidcliiede 
(II, 508) achon richtig bemerfite, in die Zeit zwischen 20,— 28. Sept. hiueiii, 
oder genauer: es ist der Entwurf, der laut Bats-M. IS, 8^2 um 23. Si-pt. mit 
Einatimmtgkeit vom Berner Rate genehmst wurde. Im Zusammeubunge 
damit steht der weitere Beachluas, bei Strafe aber alle Verbau dl nagen 
Btrenges Geheimnis eu beobachten. Ueber die G«scbichte dieaer Allianz 
vergl. Witte, ZGORh, NF. VI. 59 ff., 67 ff., 79 f. Vergl. fidlibach, P. 137. der 
das fulicbe Datum : mwie (!) actum decima aus Schilling herübergenommen 
ha(. — ') Schilling berichtet hier in sweiüicher Weise ungenau. Erstlich 
betrachtet er das im vorhergebenden Kapitel stehende Äktenetnck als das 
definitive BQndnis mit Fninkreich. D&nn wurde die Zusage wegen der 
6000 Söldner schon vor dem Abschlusa der Allianz mit Fritnkreich m einer 
GeheimerklOrung vom 2. Oktober abgegeben : dagegen übemabm Bern 
durch Erläuterung vom 6. April 1475 die Verpflichtung, im Falle der W«- 
genmg der Qbrigen Eidgenossen die Lieferung der IKKK) von sich aus xu 
Obemelimen. Abacb. 11, 504 und 921. — *) Auch Anahelm spricbt in der 
ersten Fassung seiner Chronik (Neue Ausgabe 1. Ö9, Variante) von «etwas 
Unwillen r, der sieb bei den Untertanen erboben hätte. — ') Siehe den 
Penaionenrodel bei Commines-Leng'lel III, 378 f Vgl. Abach. U, 521, 533. 



1474 



16S 



lande gar unlidig und meinten noch wolten das über ein nit 
vertragen und wart darumb gros unrüw, das eini me werden 
eolt, dann dtimach tusigen ; zwar es was nit als bülich, dann m 
also in der fromen Eidgnosscliaft von altem herkomen und ge- 
bnicht ist, das iederman sin bürde glichlich hat mflssen tragen, 
der arm als der rieh. Und hette der kling nieman insimder- 
heit nit geben, so were der gemein man vil dester geneigter 
zu im gewesen. Der kiing erbott sich euch gein den Eid- 
gnossen gar vil grosser sachen von sins süns des toltins und 
ander dingen wegen, als man liarnach witer vnrt liören. i 



117. Das der herzog von Bargonn mit ganzer macht das 
land hIi fär die stat Nüss zocfa. 



Do nCi der vorgenaiit Romach keiser und euch der herzog 
von Burgunnen langezit bi einanderu warent zft Trier und an 
andern enden imd der genant herzog dem keiser in namen i^ 
des heiligen Römischen richea gehuldet und gesworen hat. 
wider das rieh noeh sin glider kein beschedigunge ze tünde 
noch fürzenemen und gar friintlich mit einandern lebtent. 
das man offenlichen von inen rett, si woltent ir kinde zü- 
sameu geben und das möcht nit wendig werden, do sehiedent su 
si wider von einandern.*) Und also glich in kurzem darnach 
understünd der herzog von Burgunnen durch sin eignen gwalt 
und on recht etwas mit dem bisthm von Cftln anzefachen ') 
und dassetb wider sin alt herkomen und friheit zu trucken 
und damit den heiligen stfil von Rome und das Rftmsch rieh ss 
zu beswechen. Do im das nach sinem willen nit mochte ver- 
langen, do zoch er balde mit grosser macht und gewalt für 
die stat Nüss*), die dem bistAm von Cßln verwant und ouch 



11. mit itanzer macht fiir die stAt Nübs ein leger eläg. — 21, Und 
glich darnach. — 22. eigen. — 26. niocht veriangen. das er vor im 
bat. du zoch er bald. 



'1 Vergl. zutreiTender obeu Kup. 75. — ') SehilUng kennt die Ureaohen 
de« Neus»erkrie«es nicht. Siehe hierüber Knebel, Basler Chr. 11. 84; 
E. Wfllcker. Urkuoden und Akten betr. die Bela^runc der Stadt Neus». 
8. 5 ff. fNeujfthrBblatt des Vereina fQr Geschiebte aad Älterthumeknnde zu 
Frunkfnrt a. M. 1077). — ■) Der Herzog von Burgand begann iun 29. Jnli 
1474 die Belftgemng von Heiiss. Knebel. Bas!. Chr. II, W2. Edlibach 8, 138 
beruft eich auf die « Chronik von NeuBs ». Vielleicht ist dies ein Schreib- 
fehler fiir die ■ Chronik von Bern •, womit er auf das Zllreber Maet. Sehil- 
lingä. doB ihm ja vorlag. Bezug genommen bätt«. 



166 



1474 



flin richstat was und slAg von stund an sin leger darfär. Do 
hat er ainen eid, den er davor dem keiser kurziclich gesworen 
hat. nider das Ramsche rieh nit ze tünde. gar slechticlichen 
gebalten und gar wenig betrachtet, das der bischof von C&lne 
. ouch ein kurfArst des heiligen richs ist. 



118. Dos die von Cöln gar gut hatitvest Idte In die 
»tat tiAm schicktent. 

Als bald die von Cölne das vernament, do schicktent si 
gar treflfenliche hantvest Mte gen Niiss und ving man von 

, stund an, tag und nacht in derselben stat werken und sich 
gein dem herzogen von Bui'gunnen manlich zu rüsten und 
meinten im mit gottes und des himelfursten sant Eäris ') hilf, 
der dann ir rechter patron ist, einen widerstand ze tfinde, bis 
ai US sinem gewalt von dem Rftmschen keiser, ouch andern 

I Mrsten, herren und richstetton m&chtent entschot worden, und 
tatent im gar grossen widerstant mit schiessen, scharmutzen 
und anderm. Er ving ouch mit inen vil stürmen und ander 
Sachen an und als man das us gewarer kuntscbaft hat, so 
wurdent etlich tage ob fünfhundert bücbaensteinen gros und 

i klein in die stat geschossen : si wartent sich ouch gar man- 
lich, und tatent dem herzogen grossen widerstant und abbruch 
mit umbbringen und erstechen vil kiten. als man harnach 
witer hören wirt.') 



119. Wie die BorganDer, Laraparter tiud Rickarten mit 

ganzer macht in das Snnkow zngent. 



In disen dingen, do der vorgenant herzog von Burgunnen 
vor der stat Nüss lag und- die fromen lüte durch in vaet ge- 
nüitget wurdent und er ouch wol vemomen hat, wie es sinem 
lantvogt, dem von Hagenbach ergangen was, do hat er nützit 



2. den er Yorhin. — 6. lüte wider deii herMgen von Biirgnnn in die 
stat Niiss »cbickten und taten. — 10. in der stat, — l.H. ein. — 16. ifar 
fehlt, — 24. Das die Biu'gaiiTier. — 2h. zucen und daa land miteiD' 
ander »erwüsten. — 26. vorgenant fehlt. — 28. geuötiget. 



tf unten Kap. 133— UO, 143-144. 



1474 



167 



deetininder einen grossen reisigen züg von frömden v61kern, 
Lamparten, Bickarten und andern in siner grafschaft und 
dem lande ligen, dann er ouch in sorgen und vorchten was. 
das er nach sinem fiimemen an demselben ende mficbt über- 
fallen werden, l'nd als dennocht die saehen zwüschen im » 
und den Eidgnossen in einem ^den ständen und sich die 
fromen lüte in dem Sunkow anders nit dann güts versaclien, 
do hette Stetfan von Hagenbach und ander des lantvogts 
frunde sinen wol verschulten tot gern gerochen und kament 
also mit einem grossen mächtigen reisigen züge us Burgunnen lo 
gezogen mit treffenlichen maciiten und scharen heimlich und 
imbewart aller ir eren und rantent bis gen Tammerkilch') und 
in dieselben arten und verbrantent daselbs Tammerkilch den 
kilchturn und berouptent do und anderswo al kilchen aller ir 
gezierden, leider mit nsschätten der heiligen wii'digen sscra- m 
menten, und fftrtent die monstranzen, die kelch und was zö 
der heilikeit gehört, alles mit inen hinweg. Si triben euch 
gar grossen mfltwitlen mit priestern, frowon und kinden und 
nament einen grossen roup vechs, den tribents mit inen hin* 
weg. Es was iederraan geflochen und getorst inen nienian ta 
widerstan, dann si gar mecliticlieb harus warent und torften 
ouch dennocht nit fiirer komen von vorcht wegen, die si 
gein den Tatschen hatten. Si vingen ouch mengen armen 
puren im lande und welche nit hattent, die erstachen und er- 
murtent si; desglich viengent si gar vil priestern und frowen » 
und ffirtent die mit inen hinweg; die müstent sich alle von 
inen lösen. Si nament ouch etliche iung kind von drin oder 
vier iaren und erlungen die an böme nebent der stat Mümpel- 
gart; dieselben kind man nachmalen also tot an den biSmen 
vand, das doch ganz uncrtstenlich getan was. und kament also so 
leider ungeschediget wider us dem lande. 



■) Der Tüinfall in den Sund^u b«giuiii bjh lä, August; am lü. plflU' 
derten die Bnrgimder Dummerkirch. Der Zug dauert« nur vier Tage. Vgl. 
Knebel, Baaler Chr. II. 103—106. Die Grilaeltaten der BurBUniler werden 
bestäticrt in dem Schreiben an den Kaiser Tom 13. Sept., abgedr. ebd. 111. 
392—399, und dem Schreiben an die Reichsboten ni Speier vom 11). Sept., 
abgedr. bei Mossmann, Cartalaire IV, 1S2 ff. Vgl. auch Edlibach, ? ' ' 



1. H-l 



: 



120. Das die TOn Bern gemeiDeii Eldgnossen schribent 
Ton semllcher mortlichen snch ud<1 des onerlicheu 
misshaudels negen. 

Unser fnintlich gutwillig dienst und was wir in allen 
R Sachen eren und gÖts vermögen zftvor, fürsichtig, from, wisen, 
sunder gut frund und getruwen lieben Eidgnossen, Nach der 
Zukunft unser botschaft, so wir ietz zu Basel gehept '), haben 
wir verstanden den gewaltigen liberval des Burgundschen 
gezügs in die grafschaft Pfirt, umbewärt aller eren, darin ai 

10 nö, als wir verstau mit smilchlichem handel und usschütten 
des heiligen sacraments, ermiirden priestern, wib und kinden, 
der etliche nit sechs iar alt sind, und mit ufvachen derselben 
gros mort und gewalt stiften, alles zß smach und abval aller 
der, so mit üch und uns in vereinung sind, und ganzer Tfit- 

iG scher nacion, da vor allen dingen not ist, das ir und wir mit 
andern liwern und uusern Eidgnossen angends bedenken und 
ratslachen, was zu disen dingen zit tünd, das uns allen erlicb 
und der vemnung, die wir al in ganzen trüwen gegen ein- 
andern, hern und stet ufgenomen haben, trostlich si; dann 

w nach gelegenheit diser ding sol das loblich land, das gemeiner 
£idgnoBSchaft bisher mit wiu und koru wol erschossen und 
in grosser Zuversicht gegen uns allen ist. also verlassen und 
verderpt werden, was das uns allen möge bringen, das wüssen 
ir mit üwer wisheit wol zu bedenken, und also das alles für 

in zu körnen und unser aller loblicher vordem und manlicheit 
vestenklich zfi beharren, so begeren wir an üwer liebe mit 
ganzem flis nnd ernst, so hoch vnr ientcr können und mögen, 
das ir liwer volmächtig botschaft mit ganzem und luterm 
gewalt zu Lutzern haben uf sant Bartholomeus tag*) zu nacht 

I. ObentUhender Text nach Tiuttch Miss. C, 2SB. — 2. von der vor- 
g^nanten mortlichen sach und euch des uDerlichen misshandels wej^D. 

— i. und wag wir eren veriu5gent zuvor, fromen, ^rsichtigen. wuen, 
besandem lieben br&derlichen thinde und g^tnlwen Eidgaosseo Z. B. 

— 8. mutvilligen and gewaltigen Z, B. — 9. zii^ Z. B. - unbewart 
Z. B. - 10. und leider uescfaiititen der billigen, wtrdigen aacmmenten 
Z, B. — 11. ooch ennilrden der priestern B. — wiben Z, B. — 12. der 
etlicb nit über dri oder vier iar alt sind Z. B. — U. dero Z, B. — 
einunge Z. B. — 15. not tut B. — 16. mit andern fromen lüteii an- 
irendB Z. B. — 17. iu disen B. — 18. einandern fehlt Z. B. — 20. da« 
3ns allen bishar Z. I). — «. lü fnrkomt'n Z, B. - 25. aller loblich 
manlicheit Test«nklich Z. B. 



1471 169 

necbstkomend, doaelbs mit uns und andern anzäslachen und 
fürzönfiinend , wie die entschiittung des lands und rettung 
unser aller gelimpfs und eren zi'i tünd si, und haben harin 
deheinen verzug, sunder betrachten, als wir ouch zft üch de- 
heineu zwifel Itaben, üwer und unser aller loblicher vordem 
dapfer harkomen, und was uns, ob wir darin ufziigig wären, 
zfi argem und unglimpf mßg zugeleit werden, zfidem das ouch 
die Burgundschcn land uns so nanh ligen, das wir uns täglich 
unräwen nit unbillichen verseehen, wellen lich so trostlich 
und hilüich erzeugen, als wir uns des und aller eren und gbts i 
wol und ganz verlassen, das wellen wir in allen sachen lieb 
und leide, ungespart libs und gftts verdienen. Wir haben ouch 
unsern Eidgnossen vom Basel gliche meinung zügeschriben. 
Datum mentag vor Bartholomei anno 1474. ') 



121. Das die lierzoglii von Saföy iif dem tage, <ler gen l 
Latzern gesetzt wart, mengerlel anbringen lies, daran 
am leisten ganz nit was. 

Indem nü gemein Eidgnossen in beladunge diser sach uf 
dem vorgenanten tage ?.ü Lutzern *) warent, do kament der 
herzogin von Saffty treffenlichen rite uf denselben tag gen s 
Lutzern , ntimlich herr Anthonius Tschampion , president, 
Humbertus Ceriat, herr ze Combremont und ander,') und mit 
vil und allerlei s&sser und giiter worten, darhinder doch, als 
man das am letsten boren wirt, nützit anders dann alle be- 
trügnüs was, wann ei alwegen darvor und ouch noch den- ; 
nocht die Lampartcr und ander friimd v6lker zu hilf dorn 
herzogen von Burgunnen hat lassen in ir land ziechen und 
ouch dardureh, wiewol der krieg noch nit angangen was, do 
erbuttent sich dieselben botten, zwor mit valschem herzen 

5. band. — aller vordüm diirpfer und loblith harkomen B. — 6. üne 
allen Z. B. — 8. als nache B. — teglicber 7., B. — 9. als trostlich und 
manlich B. — 10. eren genziclich zu üch verlussen Z. B. — l'i. Wir 
haben bis meinung z&geachriben fehlt Z. B. — 14. mentag niicli (!) 
Bartholomei B. — 22. ond mit ril und allerlei glatt«t und (räter 
Worten, dnrhinder doch anders ni*. ulü man hamach hören wirt, dann 
alle betrogenheit was. — 2'i, dennoeht fehlt, 

') 22. AuK. — ') Diese Dinge kamen erat auf der Ta^atzung Tom 
6. Sept., auf der auch die saToyische (leaandtBchaft erschien, zur Sprache. 
Absch. II, 496, 498. — 'i Die andern «aroyischen Boten heissen Petermann 
Pavillard von Freibui^f und Rittmeister Johann de Ponte. 



170 



1474 



und anders nit. ob es den Eidgnossen gevellig were, so wolt 
et sich gein dem herzogen von Burgunnen vermögen, das er 
sich wider die Eidgnossen nit wurde flechten noch annemen. 
Daruf dnnkt man ir gfttlich und rett man aber mit denselben 

s hotten Eo vil, das si wol verstünden, das die Eidgnossen an 
semlichem durchzuge der Lampartern und andern vftlkeru ein 
gros missvallen hatten, angeacchen die ewigen geswornen 
bünde'), die si mit denen von Bern, die dann semlichs umb das 
hus von Sat'Öy nie verdienet hatten. Dis wart von denselben 

M hotten mit verdackten worten verantwurt und selten ouch den 
Eidgnossen oiTenlichen zii, das solich durchziechen niemermer 
beschechen und das die ewigen pünde an denen von Bern 
und andern iren Eidgnossen und gewanten vestenclich ge- 
halten werden soltent und ob man des begerte, so wolt die 

IS herzogin von Saföy ir üb und göt wider den herzogen von 
Burgunnen und zu den Eidgnossen setzen, das aber alles am 
letsten durch si vergessen wart und nit gehalten, als man 
hieuach bas h&ren und vememen wirt. 



133. Das die stat Mdnipelgarten von denen ron llern ami 
) vou Solotero in iianien gemeiner Eidgnossen in die 
efnuug genonien wart. ') 

Uf demselben tage zii Lutzern ^} brachten ouch die von 
Bern und von Solotern an gemein Eidguosscn, wio das die 
stat Miimpelgart, so dann graf Heinrichen von Wirtenlierg, 

3. wider si nit. — 4. mon tknnociit mit. — (i. ander. ^ U. uieuienue. 

— 12. nnil [loa ouch Hie, — 13. und ffpwanten fMt. — IG. ülles fehlt. 

- 18. hamach. — tf). vna fehlt. — Eidetinsnen ouch in, — 23. von 
frhlt. 

') Die leti^tc EmeueruTig des ewigen Bundes EwiGchen Savojen und 
Bern fand am IS. April Itif statt Absch. II, 365. — ') Hierüber iat za 
vergl. Th. v. Liebenau, Mörapelgart und die Schweiz I474-H76. im An- 
zeiger f. «chweiz. Gesch. V, 'ät. ~ ') Schillings Bericht enth&U Ungenauig- 
keiTen. Schon am 10. Au?, kam die AuFnabme Milmpelgorts zur Sprache, 
dann wieder nm 6. und 17. Sept.. über ohnt- dm» ein Brachluas gefasat 
worden wäre. Absch. II, 493, 498, 500. Da Rem nicht alle Eidgenofaen zum 
Bunde bewegen konnte, versuchte es Keraeiniam mit ZQrich die AufDohtne 
Mümpelpifarts ku erreichen (ebd. S. 503). Nachdem sich dies Projekt eer- 
Bchlageu hatte, kam am S4. Okt. ein zehnjährigee BQndnia ewisohen Bern, 
Solotnrn und Miimpeljgart üUHtande (ebd. S. öHl, von einem • Befehl • der 
Eidgenosf-en an die heiden vertragschliesB enden Orte iet aber nichta bekannt. 
Ceber diese Mümpeignrter- Angelegenheit vergl. Teut*ch Miss. C, ^82, 2S4, 
310: Bate-M. 15, S. 22, 55 f., 67. 71, 7:-l. 75, EO, 113. Das Bündnis vom 
24. Okt. steht ebenfalls im Teutseh Spruchbuch G, 259. 



1474 



171 



den der herzog von Buigunnen gevangen hette, z&gehorte, 
ouch begert in die einung zft komen und mit den Tiitschen zö 
leben, dann si vil und inengerlei anfechtung betten von Bur- 
gunnem, das si sich denselben underwert'en soltent. Und 
nachdem man dann uf demselben tage wart betrachten, das 
Mumpelgart den Eidgnossen und allem Tütschem lande ale 
wol gelegen und ein rechter slüssel des landos were, do wart 
denen von Bern und von Solotem bevolhen und gewalt geben, 
das si dieselbe stat in namen gemeiner Eidgnossen in die 
nüwe vereinung nemen und das mit briefen und siglen be- i 
vestnen solten, und ob das zu schulden kfime, soldner daiin 
legen ; wann es dann not tete, so woltent si dieselben mit Hb 
und mit göte helfen entsehutten und niemermer verlassen. 
Also kament die von Mumpelgart ouch in die vereinung, das 
denen von Bern und gemeinen Eidgnossen zft meren malen i 
wol erschossen hat, als harnach stat. 



l'i'i. Das die in der iilinen verptiiung an gemein Eid- 
gnossen liegerten mit inen ein berzag In Ober-Bnr- 
guunen und dieselben Innd ze tnude. 

Xu hat man davor gehfjrt ') den ungewarneten schaut- * 
liehen und lasterlichen liberfal, den dann StefTan von Hagen- 
bach , die Burgunner , Lamparter und ander uncristenlich 
vßlker im Sunkow hievor begangen und was mdtwillens und 
uncristenlicher werken si getan hatten. Und wie si wider 
hinder sich in Burgunnen gezogen warent, begab es sich daruf, t 
das demnach teglichs gros Warnungen kament, das der herzog 
von Burgunnen abermals in Ober - Burgunnen ein grossen 
mechtigen zug sampnet, der müt het, harus in das Sunkow 
und Elses zCt brechen und aber das laud zli verbergen und 
arm liite ze machen, und das ie des herzogen von Burgunnen s 
anslag wer, alte diewile er do niden vor Niiss lege, das dann 
die stnen in Ober-Burgunnen krieg wider die Eidgnossen und 
ir zügewanten mit teglicber anreitzung inmassen Äben solten, 
damit si desterminder dem keiser wider in zCi hilf komen 
m&chten. Darumb dis zii fürkomen, kamend des fürsten von i 



172 



1474 



Oesterich, ouch beider biBcbofen von Strasburg und von Base) 
und derselben stetten, ouch Golmar und SIetstat, der ver- 
einung wison und treffenlichen rate für gemein Eidgnossen 
gen Lutzern, ') und begerten von inen hilf und rates, wie man 

* disen dingen widerstaiit tete, wann inen unlidig were, diser 
ungewarneter kriegen und tegÜcher uberfellen zu erwarten. 
Ho wurde ouch das den Eidgnossen gar kumberhaftig, si alle 
mal nach Inhalt der vereinuDg zi'i entschiitten ; davon v/istent 
si nit bessers. dann das man einen gemeinen herzug, diewile 

) dann der herzog do nideu vor Nüss lege, in-Ober-Burgunnen 
tete, und ruften darumb gemein Eidgnossen an, inen damit 
hilHichen zu sin, wann si das on hilf der Eidgnoasen nit torsten 
noch wollen tun noch understan. 



134. Das die Eidguossen den herreu and stetten den 
% herzog gemetiiUcheu zäselteu. 

Disen herzug ze ti'mde warent die Eidgnossen nit willig 
noch das schuldig, wann si die richtung mit dem hei'zogen 
von Oesterich nit witer band, dann so der fiirst si niante. so 
soltent si im in sinen sacben und umb sinen sold hilflichen 

j sin, desglichen er ineu harwiderumb ouch. So band ouch si 
die vereinung nit witer, dann so vil, wann die fürsten oder 
stette darinne begriffen, belegert wurden, so soltent si die 
Eidgnossen entschütten ; diewile aber der fiirst oder die stette 
der vereinunge vom herzogen von Burgunnen oder andern nit 

1 belegert werent. woltent die Eidgnossen disen herzug nit tun 
und meintent, das inen der zu kfistlich und swer, dann si arm 
liite, und ouch kalt ungewonlich wetter were. ') Doch wurdent 
die Eidgnossen am letsten als wit erbetten, das si den herzug 
ze tünde zöseiten, ^) und versprach der forste von Oesterich 

j den siben orten achttusent gQldin daran zu geben. Die wurden 
ouch nachmalen den Eidgnossen usgericht, und under die 
siben ort Zürich, Bern, Lutzern, Dre, Switz, Zug und Ularus 



- 26. kflachlich. 



1474 



17; 



nach marzal der liiten geteilt. ') wann die von Uotei'walden 
dennzemal etlicher ursach halb, so si mit der herschaft von 
Oesterich ze tände hatten, sich des herzugs nit annemen 

woltent, ') 



135. Dm die berzogiii von Oesterich in demselben 7fte 
gen Badeu kam nnd si die Eldgaosoeu gar wol enpHagen 
nnd erlich Ncliankteiit. 

Zn diseii ziten was die fürstin von Oesterich. genant 
Elionar, die dann ein geborne küngin von Schotten nnd gar 
ein selige frow was, mit vil ir jungfrowen und edler liiten i 
gen Baden komen und geschach do armen und riehen lüten 
vil eren. *) Man schankt ouch ir in namen gemeiner Eidgnossen 
in ir Badenfart an ochsen, win, schaffen, anken und andern 
dingen hi sibenzig güldin wert, das doch davor me dann in 
sechzig iaren nie beschechen, wann sider dem zite, als man i 
das Ergow und Baden innam bis dar weder herzog noch her- 
zogin von Oesterich nie dahin komen was. Und heechach die 
ere derselben küngin allermeist darumb, das ai diser richtunge 
so herziclich begert und als man seit , vil grosser gots- 
diensten darumb getan hat, ä 

Darumb an dem nechsten fritag vor sant Gallentag ') 
des vorgenanten 74. iares wart diser herzug zu Lutzern von 
gemeinen Eidgnossen zügeseit und oucb das ze ringumb allen 
iren zügewanten atigends verkünt, das iederman sieh von stund 
an, als ouch das beschach, nach aller notdurft in solichen i 
herzug zdrüsten solt. Die fürsten und stette der vereinung 
und iederman, rieh und arm. hattent des gros frßude und zu 
nieman kein trost, dann allein uf die Eidgnossen, und seiten 






8. fiiratin 



2. ureacheo, — von Oesierich fehlt. — 

und her^sugi«. — 11. besphach da armen und riehen i 

gnaden. ~ 15. in gibeuHg. — 18. diire richtnng. — 24. angends fehlt. 

— 28. keinen. 

') Schilling berichtet wieder ungenau. An Stelle der SOOO Gtil. er- 
hielten die EidgenoBseu uur 700 GId. und diese wurden, entgegen cmer am 
6. Sept. 1474 gefallenen Anregung, nucb den Zugewandten und Verbün- 
deten vnn diesem Gelde etwas 7.u gehenken, nur an die aieben Orte verteilt- 
Atiwh. n. 499, 584. 588. _5S9. — ') Siehe oben Kap. 114. — '| Die Era- 
berzogin Eleonore hlnlt sich im September und Oktober in Baden auf und 
verwandle sich von dort aus bei der Tagaatzung fQr »wei Uebeltllter. 
Abech, 11, 500 and 501. Bas ihr 2ugen>rochene Ehrengeschenk belief sich 
auf (10 Gulden. Ebd. — <( Es ist der Freitag nach Gaüentag, der 21. Okt. 
Abech. 11, r.13. 



174 



H74 



inen zft, allenthalbeo zA bestellen, das inen win und brot urab 
ein bescheiden gelt zügeffirt und si darzä wegen und karren 
bestellen wolten, uf denen inen ir spis und anders geTertiget 
werden sott, wiewol dennocht dis als vi^Uenclichen nit gehalten 

ft wart, dann das man nacher in solichem berzug an etlichen 
enden merglichen mangel und türung haben müst, dodurch 
allermeist die Eidgnossen am leisten unwillig wurdent, 

Do man nü disen herzug also tdn und den krieg zu 
banden nemen wolt, betrachtetent dennocht die Eidgnossen, 

VI wie si das in al wege fumement, das solichs ir allerhalb 
frömclich und erlich zuging und niitzit von inen also schant- 
licb und ungewameter dingen fiirgenonien wurde, als von den 
Burgunnern hievor beschecheii was. Und wurdent zft rat, das 
si vor allen dingen dem herzog von Burgunnen ir offeu absag- 

is brief schicken woltent und liessent die stellen, als von wort 
zu wort hamach gesehriben stat. Und tutent das darumb. 
damit man dis, wo es nacher ze schulden kcuio, der Eid- 
gnossen halb mit eren und glimpf verantwurten muchte und 
si dos kriegs nit houptseeber wurdent, nachdem dann menger- 

«> lei gegen inen eidacht und g«brucht wart, das man si gern 
alweg zfi liouptsochem dis kriegs gemacht hette, wann das 
81 solicbs mit grosser Vernunft alwegen fiirknment und ver- 
antwurtent. ') 



136. Der sbsngbrief, nis gemein Eidgnossen dem her- 
I sogen von Burgnnneu nnd siueii statlialtern und an- 
walton mit eiunndern abseilen. 

Dem durluchten, hochgebornen fursteu und herren, her 
Karlen, herzogen zft Burgunnen, oder sinen statlialtern und 
anwalten, wie die genempt oder wo si gesessen sind, enbieten 
) wir hurgermeister, schultheisson, amman, rAt und gemeinden 
des grossen punds obrer Tatschen landen, nämlichen Zürich. 
Bern, Lutzern, Ure, Switz, Underwalden, Zug und Glarus und 

i. T&lliuHch. — 5. man nachmalen in seinlichem. — 9. doiinoclit die 
von Bern und ander EidKiiosHen. wie dna lü semlichs in alle -vege 
fiimemen, das ea ir. — la. wurden danil'. — 14. herzogen »on Bur- 
gunn ir offen abBagunKen. — 21. «Iweg fthU. — 27. Text Mach Tcutteh 
3f(w. C, 3lS. — durliichÜBen Z. B. — HB. Karolon Z, b. — 29, wo die 
Z, B. — 30. gan-i gemeinden Z, B. — 32. über TiSlsi-her Z. B. 

II Siehe Abacli. 1!, 499 und 51S; EdUbac-h, S. 143. 



1474 



175 



darzü der beiden stetten Priburg und Solotum, das wir uf hoch 
und treffenlich gebot und vermanen des allerdurchlüchtigosten. 
Unüberwindlichosten , hochmächtigosten herreu , hern Frid- 
iTchen, Römschen keisers, unsers allergnädigosten hern, dem 
wir als zftglider des heiligen richs mit undertenikeit mAssen \ 
begegnen, ouch des durchluchtigen, hochgebornen ftiraten und 
hen'en, bem Sigmunden, herzogen zfi Oesterich und andrer 
fiirsten, hern und stetten, zu uns mit einung gewant, an den 
dann unbillieh gewalt und trang mit vil groben misshandeln 
fiu'genomen sind und teglieh beschechen, licb und allen den lu 
üwern, wie die genampt sind, unser offen vindschaft biemit 
sagen und verkünden für uns, al die unsern und die, so uns 
zu versprechen stand, und was sich nfl furer sftlich vindschaft 
gegen lich, den liwern zügewanten und heifern machen wirt, 
es si mit roub, tudsläg, nam, brand, angriff und beschedgung i^ 
tag oder nacht, durch uns oder unser und aller der unsern 
ere bewart haben, und des zfi ui-kmid, so haben wir, als wir 
ietz hie zii Lutzem zii tagen versampnet sind, disen offen 
brief mit unser vom Bern inaigel besigeln geheissen, und ist 
ouch also hesigelt, darunder wir uns al binden. Geben und » 
beschechen uf zinstag vor Simonis und Jude anno 1474.') 



137. Das die von Bern den absagbrief mit ireoi riteiiden 
botten Iiintveg Kchiktent. 

Diser absagbrief wart von einem ritenden botten von Beni 
in namen gemeiner Eidgnossen gen Blomont gefürt und den a 
stathaltern und houptlüten liberantwurt. ') Die nament im den 

I. dorzii beid stette Z. B, — 2, alleniurliichtigesten, nniiberwint- 
lichestea. hi)chme<:htigeslen Z. B. — 4. allerj^edigesten Z. B. — 
7. er/herKogen Z, B. — 8. an denen dann un^iimlith gewatt Z, B. — 
9. tjroben und uncristenlichen misshandeln Z, B. — 13. nu sSücber 
rientschaft haJb Z, B. — 14. dwern und gewanten Z, ß, — 15. tod- 
achlegen Z, B. — aogriffen und beachedigungen Z, U. — 16. durcb 
lins, die ünsem, ilnser gewwnten und helfer, niemau UKgesiindart ; 
damit wellen wir unser aller ere wol bewart haben Z, B. ^ 18. hie 
fehlt Z, B. — tagen gewesen sind Z, B. — 19. beaiKlen lassen Z. B. — 
20. alle verbindeu B. — 81. am zinstn^ B. — vi. den vorgerürten 
ftbaagbrief mit irem eignen ritenden botten dei heraogen anwalten in 
Burgunn eanteu. — 2G. namend im den ab und schickten den angendi. 

') 25. Okt Der lateinische Absagebrief abgedr, in Abach. II, 515. — 
•} Er wurde dem Heinrich von Neufchatei am 29, Oktuber in Blamont 
Qbergeben. Rata-V. 15, 11!) und Knebel. Baster Chr. II, 119: die Stamm- 
tafel seines Qesehlechtes steht in den Baster Chroniken 111, 568. Edtibttoh, 
S. 143 nennt den Herold Easpar finrder; et ist (lies der Ssterreichisohe. 



176 



1474 



brief ab und schicktent denselben brief angends dem her- 
zogen von Burgunnen gen Niiss in das leger, do er dann lag. 
Der wart darab ganz übel content und entsetzt und als gar 
entriist, das er von rechtem zorn in einer langen guten wile 
'< nit reden wolt; und als er anfing reden, do sprach er in 
grossem hitzigen zorn und ganz wötende : Bema, Bema ! 
Und trÖwte denen insunderheit, als dann das nachmalen von 
den sinen offenlich gerett wart. 



r^8. Das die von Bern die von Friburg manteu, mit 
Ineu gen Erikort zA ziechen. 



Den fiirsichtigen, t'ronieti, wisen schultheissen und rat und 
bürgern zu Friburg, unsem sundern gftten friinden und ge- 
trüwen Heben mitburgern enbieten wir Schultheis, rat und 
burger zu Bern unser früntlich gfitwillig dienst und was wir 

if. eren vermögent, zrt voran bereit. Als wir dann von manung 
wegen der kaiserlichen maiestat zu widerstand des herzogen 
von Burgunnen hoch und tief ermant sind und wir uns der 
und andrer merglichen sachen halb darin schicken sollen und 
mössen, harumb so nianen wir ftwer brflderlich lieb in kraft 

SK) dis offen briefs so hoch und tief wir kunnen und mogon inhalt 
liwers und unsers geswornen burgrechten, das ir uns liwer 
tretfenlich [hilf] und bistand tun, und zu stunden wellen uf 
fritag ') zä nacht bi uns und den unsern zfi Nidow oder Biel 
zu sind, und üch daran deheins wegs zu sumen, als wir uns 

» zft üwer lieb in kraft üwers und unsers geswornen burgrechts 
[versechen und ir uns] schuldig und pfiichtig sind. Das wellen 
wir z(i der billikeit umb üwer brüderlichen lieb verdienen. 
Datum under unserm insigel uf nientag nach der 1 1 .000 megt 
tag *), anno 74. 



3. aU ftauE eiitrvist, — 0. Text »ach TeuUch Miss. C, 309. — 11. raten 
und peraeinen bürgern Z, H. — 12. bcBundern, lieben, brüderlichen 
fWnuen und getniwen mitburgern Z. B. ^ lH. rate Z, B. — lli. dem 
herzogen Z, ß! — 22. hilf ffhll im Tfulsch HSiss., »Itht in X u. S. — 
22. tiin und uf frit«g .... Biel sin wellent Z. B. — 24. weg* nit 
Bumctt Z, B. — 26. Tersechen und ir uns fehlt im Teutteh Mit»., vttht 



1474 



177 



). Das die von Bern mit ir pauer uiiil einem treffen- 

liehen volke gen Erikort zn^eut. A,w^^_^.(jizAAA, 

Und also in dem namen gottes und der liimelküngin '''.^Jx 
Esgt Marien ') zugent die von Bern us mit ufgeworfener 
mer und mit driituaent') stritbarer wolgerüster mannen, und n 
lattent bi inen von rittern und knecliten us ir stat. oucli us 
fem Ergow und anderswo har von denen, so inen zügehor- 
|6nt, einen erlichen ftdel, uf eant Simon und Judas tag*) in 
jrgenanten 74. iare ; und warent houptliit iierr Niclaus 
pon Scbarnaclital ritter, und Iierr Peterman von Wabren, beid lo 

t schultheissen zu Bern ; die paner fftrt aber Antboui Archer. 
tia vennor von dem erberii Imndwerk der pfistorn, dem wart 
'*figeben für einen houptman und rat von den smiden Gilgian 
Achshalm, ouch ein venner. Es zugen ouch mit denen von 
Bern die von Friburg mit einem venlin wolgerüster hiten. is 
DarzA kamen ouch zA inen die von Solotem mit einem venlin 
und gar vil wolerziigter, endlicher liiten, die ein stat von Bern 
in koinen nfiten nie verlassen und aiwegen lieb und leid mit 
inen gelitten haben. Und zugen also in die stat gen Borrentrut,') 
darinne man etwas tagen lag. iedeniian der sinen zft erwarten, sn 

130. Das die von Lutzeru mit einem erlicIiCD volk 

underwegen ouch zu denen tou Bern kament. 
Als n(i die von Bern und die iren ziisameii warent komen, 
\ zugent ei mit denen von Friburg, Soiotern und Biel*) von 

I. mit ir «tat paner und einem erlichen volk. — 5. gewapneter und 
Btritbuirer. — 6. vun rittern und andärn edlen us der stat. ouch üb dem 
Eruow und sndern den iren. - 8. IMe Jahresiahl fehlt. — 9. N. v. 
iScüarnafhtal und herr P. von Wabern, ritter. — Vi. pfistem; des 
houptmaa «us Giliun A , oueii ein Tenner von den eraiden. — 14. £ii 

3n ouch mit inen die toii Solotem und Friburg mit iren venlinen 
vil erlicber lilten. — 16. Duntü kamen bis aü erwarten fehlt. 
— 22, kamend und mit inen ^n Erikort zujfent. — 24. Solotem, 
Friburg und Uiel 

I) Am Tage dee Auszugs beschloea der Ral. daag in allen KlÖtitern 
und Kirchen zu Stadt und Land an jpdem Freitag ein Amt vom hl. Leiden 
Jesu mit Andacht gehalten weiden milase, und daas die Priester alles lun 
BoUtcn, damit Bern zu Frieden und Sieg gelange. ßats-H. 15, l'itK — 
') Der Reisrodel der Berner weist 181 aus der Stadt. 217» vom La'ide, 200 
vou den VerbOrgerten, Sil von Biel auf. Uuthera Begiment«buch, Msk. 
StadtbibI, Bern. — '] 28. Oktober. — ') Der Zug gieng ober Nidau. — wo 
sieh die Freibui-ger und Solotntner einfanden, erstere 500 Mann stark. — 
Biel — Pierre -Fe riuis — DHchiifelden — über den Repetsch — Pmntrut — 
Mömi»lgard - Herikourt. Witte. ZGÜRh. NF. VI, 373. - >) Die ßieler 
batten 62 Mann unter der Anfflhrung von fiendicht Schwarz. C. A. BISsch, 
Gesch. d. Shidt Bipl 1. ys?. Schon ncTit Tage vorher waren ihrer 26 unter 
Stephan Sicherer nach Pruntrut abgegangen, ebd. 8. 26&. 

12 



Borrenti'ut den nechsten wider Erikort zu, iederman giits mflts 
und ganz uneraclirockeii. und bleip mau derselben nacht in 
einem dorf hie diesentiialb Erikort, und also inonides zoch 
man für die stat und slos Erikort, dann man des uf dem tage 

t zi"! Basel zö rat was worden, das der herzog von Oesterieb, 
darzll Strasburg, Basel und ander iren grossen zlig von böch- 
sen und anderm mit inen bringen, und man das leger für 
Erikort slachen solt. Und underwegen. als man wider Mümpel- 
gart zukam, do kament die von Lutzern mit einem venlin und 

I gar einem schönen wolgeordneten volk und sKigent sith äu- 
gendes zfi denen von Bern und vermisch letent sich under ein- 
andem und zugent also in ganzen brüderlichen triiwen des- 
selben tages bis fiir Erikort, und kament in der nacht dar, 
und woltent nit me von einandern wichen und slögent ir leger 

, züsameii, und was dennocht uieman vor der stat weder von 
fürsten, herren, stetten noch den Eidgnossen. Und als man 
spat an einem eamstag ') dar was komen und in einem witen 
velde wider Miimpelgarten lag. do mocht man bi tage weder 
hütten noch andern schernien machen noch haben ; darzü kam 

I ouch ein grosser regen und regnet durch die ganz nacht, das 
iederman stan und sich erneren müsten als si mochten, darzfi 
littent si ouch derselben nacht hunger und froat und warent 
dennocht alle frölich, 



131. Das die andern herren anil stette, oncli die Eidgnossen 
Ton stetteu and lenderu Tdr Erikort kament. 

Und also morndes') kament die andern herren und stette 

mit irem grossen züge und brachtent mit inen die andern 

Eidgnossen von stetten und von lendern, die gar ein mechtig 

volk hattent, usgenomen die von Underwalden kament nit dar, 

1 als davor stat. ') So warent ouch der herschaft liite und die 

1. Porrentrut dva neehflt«u weg gva Erikort, iedermmi ganz uner- 
schrdcktin. — 4. man darfür. als roan des miteinandern zu rat worden 
was. — 8. Minipelgart. — 3. mit einem venli und wolgeordneten erlichen 
»olk. — 17. und man in einem. — 18. Mimpeli^art — 21. mÜBt, als er 
mocht. — 23. alle fthlt. — 24 at«tt, daraü ouch die andern Kirfg. — 
25. oncb für die atat E. kamen. — 28. atetten und lendern. — M. die 
herscballlüt. 

') Tn der Nacht vom 5. auf den 6. November, — ') 6. November. — 
') S. oben Kap. Vi*. Nach Knebel, Basler Chr. U. 11=! «oRen von Basel 
weg: am 1. Nnv. die Schwizer, Dnterwaldner. ölarner, Zarcheri am 2. Nov. 
die Basier nnter Johannes v. Berenfbls und die Luiemer ; am 3. Nov. die 



1474 



179 



andem stette oucli mit einem grossen volke Jarkomen. und 
slAgent dieselben alle ein leger züsameii uf der andern siten, 
und die btlclisen gros und dein wurdent gar balde für die 
stat geleit und darus an das slos und die stat gar vast ge~ 
Bcboseen, ') das doch wenig verfing, dann die innren am slos 
usdermassen stark warent, und wurden oucb die biichsen- 
meister ganz unwillig, das nachmalen vi! biderber luten be- 
dunken, das die biiehsen nit me verfengliclien werken woltent. 
Das Volk, so vom fi'irsten, von Eidgnossen und von stellen 
vor Erikorl zesamen kam, warl liberslachen für achlzechen- ' 
lusenl stritbarer mannen, ') darunder der Eidgnossen bi acht- 
tusent mannen warent. Und als man nü hi vierzechen tagen 
vor dem slos gelag, do wurdent die von Bern und ander Eid- 
gnossen gar verdrossen und meinten, si wollen gar vil lieber 
stürmen, dann also erfrieren, dann es was usdermassen kalt ; i 
und lagent die von Bern, Lutzern und ellich ander in witem 
velde und slurbent euch otlich. Es kament oucli etlich dero 
von Bern tüte und ander ir Oberlender me dann einmal zfi 
den houptlüten und batent die durch gottes willen, das man 
inen erloubt zu stürmen, si woltent gern die ersten sin und ; 
lieber und williclieher an den stürm gan, dann also ellenclichen 
erfrieren und sterben. Das wolt man inen nit vertragen und 
meint man, der krieg were der horschaft, der willen und ge- 
vallen wolt man nach darinne erwarten. Do zwüschent ka- 
ment ouch in das veld vil grosser und treffenlicher war- ; 
nungen von der Burgunnern wegen, die dann mit grossen 
machten bi einandern warent und meintent, die Eidgnossen 
und ander im leger anzegiiffeti und die iren zu entschutten, 



8. und alle biiciueo, — gar fthlt. — 4. und darus gar merglieli ge- 
werket, das doch. — 7. vil biderhen. — 9. TiUl: Das die von Bern 
und ander KidsunHen gar verdrossen wurden und lieber Btürmeii, 
dann nla schanilkh erfrieren weiten. ~ D. Eiditnosseo. stetten und 
andern enden vor Eritort was. — 12. tagen darvor gelag. — 15. wa« 
gar uHsennassen —17. der von Bern liite von Inderlappen und ander 
me dann. — 10. houptliiten and venncm. — 21. also ieuierlich. — 
24. kamen ouch gar gros trefientich Warnungen von. 

8t. Galler und .\ppenieller. Am 6. Dez. schrieb aber Bern an N. v. Die*- 
häfch. da« die von L'nterwalden und Appenisell keinen Mann bei diesem 
Heerznge dabei gehabt hätten. TeulBch Mi«9. Ü. i<49. Auch Eüifch, BoHler 
Chr. Uf, 304 besfötiKt die Abwesenheit der ünterwaldner. ') Am 7 Nov. 
beginnen die Strussh arger, am 9. Nor die Baaler mit ihren Geachfltzen die 
BeacWesaung. Knebel, Bwler Chr. II. 122. - '| Rüsch, Baaier Cht. III. 305, 
iihlt 7570 Eidgenosaen, lO.fiöO von der niedcm Vereinigung, ohne die : 
losen Werk', Fuhr- und Spielleute. 



des man sich ouch wol versacli nach den menigvaltigen kunt- 
schaften, der ein über die andern kam. So wisset man ouch 
wo], das der züg bi einandera versampnet in Biirgunnen was. 



133. Dnü die niirguniier, Lam|iarteii, Blckarteu und Sa- 
^ f&yer gnr mit grossen machten für Erikort kaineut, 
die treu xi\ eiilscliötten. 

Und also an einem samstag nach sant Martina tag'} des 
vorgenanten iares gegen der nacht, da warent die viend uf 
den ffissen und vingen an bröunen und verwfistent alle di^i-fer. 

in die da warent und brantent die ganz nacht, dobi man wol 
mßcht merken und erkennen, das frorad geste im lande warent, 
und wart gar warlichen gerett, das si am aonnentag oder 
mentag das leger überfallen und die iren in Erikort entschütten 
wolten, des doch die Eidgnossen und ander bi inen von herzen 

IS begerten und meinten, mit der gotshilf an inen wol lob und 
ere zft eriagen. 

Und also morndes am Sonnentag nach sant Martins tag, 
was sant Brixius tag,-) do iederman mosa gehfirt und man zu 
imbis gessen hat,''} do kam das welsch volk, nämlich Bur- 

w gunner, Lamparter, Bickart und ander zft ros wol of zwülf- 
tusent reisiger gewapneter mannen, *) und darzü gar ein mecli- 
tiger grosser huff'en von fftsvolk und zugent nit verr von dem 
leger vor Erikort uf die siten, do der herschaft lüte, die Eid- 
gnossen und die stette merenteils bi einandern lagent, und er- 

ti zougtent sich do gar in guter Ordnung und in der meinung, 
mit inen zu striten.*) Das wart ze stund denen von Bern, 

3. in Bui'gunn und denselben arten was. — 12. ^rett ergäntt oh» B. 

— 13. menhig darnach. — und die in Erikort mit gewu.lt entachütten. 

— 15. vermeiuten. — 17. ftleo glich morndes. — II). Burgnniier, Sa- 
ffiyer, Laniparter, Bickart und ander so ro» me dann. 

i) 12 Not. - «1 13. Nov. — ') Zur Mittagswit, wie eb bicIi auch ans 
dem Berichte des Baslers v. Berenfels iRnebel, Baeler Chr. II. 12.S) und Rdli- 
Imch* S. m ergieht. — *1 Bern gielit am 17. Nov., in einem Schreiben an 
den Uiaohof von Wallis, die üeeamtzahl der Feinde auf 12,00u an. Rats- 
M. 15. 145. Am 22. Njv. schreibt die Stadt an den fran». König, die Feinde 
hätten aber 8000 Pferde nnd 4000 Fussitnecht« vertUgt. Teutsch Mim, C. 
334: Lat Miss. A, 3.'B». Die gleiche Zahl giebt auch der Anführei der 
Basler an in Beinern Brief bei KnebeL Basier Chr U, 125. ~ >) Die best« 
BesehreibunK der Schlacht bei Hericonrt liefert H. Witte. ZGORh, NF. VI, 
'im -:te6, Sbenda S. 369 findet sich eine Zamiinmenatellung der Quellen. 
Der Abhandlang int eine Karte von Hericourt und Umgebung beigegeben. 
Die Darstellung dea trefflichen E. t. G«dt, Die PeldzDgc Karls des KOhueit 
1, 302 — 329, venlieut immer noch Beachtung. 



1474 



ISI 



Lntzern und anderu, die bi inen waren, kund getan, als dann 
das vorhin angeeechen was. ') Die rustent sich angends mit 
iren panern und venlinen züwegen und besatzten ir leger nach 
aller notdurft und zugent gar frftlich in einer gAteii Ordnung 
mit einer starken vor- und naclihüt den nechsten durch den » 
^toBBen eichwalt an der stat Erikort durch vil unreiner graben 
und studen. wann si kein kuntst-hefter, noch recht wegwiser 
hiittent und gingen den merteil, ioch das rosvolke al ze füs 
dran, und wurdent die biichsenaehützen in beide hftten geteilt 
und euch die langen spies und helbarten geordnet nach dem w 
besten, und zoch man in gAter Ordnung abstat, den nechsten 
gein den andern Eidgaossen; und als man kam zft einem 
grossen wiger,*) do gesach man der herschaft volk und die 
Eidgnossen in einer ordnunge stan und die viend gein inen 
halten. '* 



133. Von dem strit atiil der »lacht, so vor Krikort 
be.scliacli. 



Und also in dem Damen gottes zugent die von Bern und 
Lutzern und ander, so bi inen warent, gar manÜch und mit 
friem müt gein den vienden. Und als si die viend ansichtig : 
wurdent und nach gewonheit ir altvordem ir gebette knftwende 
volbrachten und man do erst ein Ordnung machen wolt und 
die houptlüt und menglich mit inen zii ffta abgestanden warent, 
in meinung, si ritterlichen zu bestritten und zugen inen euch 
alwegen hart under ougen, do hatten die iungen wolmilgenden . 
knecht von Bern, Lutzern und ander, so dann in den vor- 
genanten hiUen warent, sich als verr und wit zit den vienden 
getan, das man zh keiner rechten ordnunge mocht komen, 
wann das man angends trostlich nachbin ilt, die von Bern, 
Lutzern und ander, so bi inen warent uf der linken siten, i 

1. Lu!iiern. täülotern und andern. — 8. merenteil. — 16. nianlichen 
slacht. — 19. Lutzem und fthlt. — 20. all ei ir ftneichtitt, — 2\. nach 
guter gewouheit. — 23. mit inen fehlt. — 26. Lutzern l'eMt. — 2Ö nato- 
lichen die von Bern, Lutzem, Solotem und ander, die \n. 



lurjfunc . .... 

Iier, demTiil der Lisaine entlang' und griffen xuerst die Verbündeten auf 
dem linken Ufer dieses Fluisea an. Bern. Luiem, Schnffhansen, Freiburg, 
Soloturn und Biel lagerten auf der reehten Seite. — <] Witte a. a. 0. sucEt 
diesen Weiher in der Nähe von Chenebier, wo sich der eigentliche Kampf 
üb^pielte. 



182 



1474 



und aber die andern ort mit iien zägewanten und zeichnen 
enenthalb uf der rechten siten, und grifl'ent die viend als man- 
lieh an, das si iis ir Ordnung ze wichen am ersten gen&tget 
und ir etlich am angriff erstochen wnrdent. Do hettent si 

& dem fbsvolk gern hinweg geholfen, und kartent sich etwann 
hainimb zö were.') So trat man dann als getürsticlichen an 
si und alwegen under ougen, on underlas.. damit si von 
rechter not wegen zCt ganzer ÜAcht kament, dann ^ nit ge- 
wonet hatten, das man ineo als ei-nstlich ie gestanden und 

III also under ougen gezogen was mit als wenig lüten, so in der 
vorhat warent. Doch gesachent si den rechten huffen oilch 
hamach ziechen; do schrdwent die vordem in der vorhftt umb 
das rosvolk und meintent, si nnVhtont si nit erilen, dann si 
alle gar wol beritten warent. Und als man si wol ein halbe 

n mile geiagt hat. do kamend die riiter von Üe^terich. Stras- 
burg, Basel und von andern enden gar trostlich harnach und 
begertent an das ffisvolk si nit ze verlassen, so woltent sis 
manlich und trostlich nnderstan. Das wart inen von dem 
füsvolke und guten gesellen, so davor warent, zi'igesagt und 

w ouch völlenelichen gehalten, dann si warent on underlos vor 
und neben inen und sii'igen und stachen alles das damider, 
das si mochteiit ankörnen. Si sehruwen ouch alweg die 
rüter an und sprachen : « lieben lierren , h&went gCits mfits 
daran und sparent lich nit, wir wellent lich nit verlassen und 

i.^ manlich uf liwer gurren wider helfen 1> das si ouch mengem 
latent und nacher offenlichen von den riitern gerett wart: si 
woltent gar gern bi den Eidgnussen sin; wann man einen strit 
oder slacht tun solle, so werent si doch sicher, dass sis nit 
Terliessent, noch von inen wichent. Und iltent inen also nach 

w bis zfl einem grossen dorf. do die viend ein leger und Wagen- 
burg hattent geslagen.') und verr für das dorf hinus und was 
si dozwüschent erilen oder erloufen mochtent, das wart von 
inen alles zA tode und darnidor geslsgen. Die von Bern und 

1. EÜuewanten ond paoern. — 3. genfll. — 5. kartent sich me diinn ein- 
mal Karumb. So. — 6. tiintlicben. — 8. gewont. — 13. viermeinten. 
— 14. me dann ein halbe. — |5. riter. — IG. ron fehlt. — 18. wart 
inen ouch. — 20. »öllielichen. — 21. »tacLen ouch. — 26. ritern, — 
S3. Bern und ouch ander. 

I) Der Bielerhauptmann berichtet ebenfalU. iias9 sich die Feinde 
mehrere Male ve^t^llt liätten. Blöech. Geachichle der Stadt Bie], I, 270.— 
'i Die WagenbuFK mit der Bagiuiu stand lieiin Dorfe Fmhier, Witte, 
ZGÜBb. NF. VI. m. 392. 



1474 



183 



ander Eidgnosseii und gewanten büben oueb mcreateils in dem- 
selben dorf und ßlftgent aieh do nider in der vienden leger 
und Wagenburg bi dem guten win, den die viende do gelassen 
batten, des gar vil was, alles win von Burgunnen. Man vand 
ouch do gar vil spis vou brot, ouch gesottenem und gebrotnem » 
fleiscb und andern dingen, das si inen selber gar ki'istlich be- 
reit hatten; das kam inen gar wol und trank und as ieder- 
man gar lustlieli, dann die lüt mfide und hellig warent, das 
man das volk nacber nit mocbt von dannen bringen, dann das 
die houptlüt miisten beiesen den vassen mit win die bodeii lo 
usslacheu, dann es an der nacrht was, und wart dennücht der 
win aller nit usgescbuttet, dann sin vil in das leger für Eri- 
kort kam. £s wurden ouch in demselben leger und dorf ge- 
wunnen vil guter bücheen, darüö zelten, hameacb, cleider und 
anders; das wart alles gen Erikort gefftrt. Darzfl wurden ouch is 
gewannen zwo recht houptpanern von Burgunnen und etwie 
inenig veiilin, die kament alle in die Eidgnnssen: und wart 
ouch gor vil dicker tscbeckinen gewonnen und den toten ab- 
gezogen- Es kam ouch der grossen büchsen ein gen Bern, der 
bracht herr Niciaus von Scbarnachtal, iiouptman, us der vienden « 
leger, und kam in der nacht gar spat selber damiit; den von 
Lutzern wart ouch derselben eine und die andern wurden ge- 
teilt in ander Eidgnossen. Und blibent uf der wattstat von 
vienden tot, die erstochen und erslagen wurden, ob zweituscnt 
mannen. Darzi"! verbrunnen ir in dem dorf ouch gar vil, die es 
eich verborgen hatten und von vorchten wegen iiit getorsten 
harfiir komen, do man das dorf ansties,') also das nachmalen 
von den vienden selber gerett wart, si hettent ob drütusent 
mannen verlorn;') dann es warent us einer hersehaft in Bur- 

T. and as man luetlirb. — 10. mit dem cüten win den lioden at- 
stoBMö. — 14. harnesi'h fehlt.— 19. <iie bracht — 20, houptman fehlt. 
21. gar frhlt. — 22. ein. — 24. bi drithalbtiiaent. — 20. in torften. - 
28. von dem widerteil — 29. warent allein aa. 

') Fnihier oder Euhevanne. — '< Bern schreibt am 22. Nov. an Rcnig 
Ludwig: 'SO sind I61T in dem veld tot üinden und dorzfi vil in einem 
bicelegenen dorf Terbra.nl, alno dns unser vind aelbs klagen, aich mer dann 
dvutuat'nd man verlorn haben. Aber der iiniem weder t(> ros auch fÄii 
iflt gan* niemand umbkonien. Ein gross sath! und nit uu besunder g&tlicli 
miaa Tolbracht. Tentseh Mia C. ffi4; Lat. Mi«!. A. a26V Knebel beziffert 
den Verlust der Burgunder auf mehr als 'äMlO. den der Verbündeten auf 3. 
Basier Chr. 11, 126; dagegen IMOO auf 8- 146. Die Stnissburgiscbe Arcbiv- 
cbronik, S. 193 berichtet. 1800 Feinde seien erschlagen, €00 verbrannt wor- 
den; der Verlost der BundesgenoiBen betrage 6 Mann, die aber nicht beim 
Kampfe umjiekoniinen seien. Der Hericht der Soloturuer Hauptleute -~ 
abgedr. bei J. J. Amiet. Die Burganderfahnen des Solothumer Zeughauses, 
a. iJÜ-64 - beziflcrt die Zahl der toten Feinde anf 103.n. 



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1474 



giinneii, genant Faciinei, ') bi achthundert mannen gezogen, der 
kament, als man sagt, nit mo dann bi 80 mannen wider heim, 
und wurdent dieselben puren für die freidigesten goschetzt imd 
hatten otich under inen ein recht houptpaner von Burgunnen, 
Ä die verhirent si oueh. Es wnrdent ouch von den ritteru ge- 
vangen und ufgeuonicn bi 70 mannen, das warent Burgunner, 
Laniparter und ouch vil Saf6yer und Pemonteser: darumb 
wurdent die Eidgnossen zornig und was inen gar leid, das ir 
die rüter als mengen gcvaugen und nit erstochen hatten, nach- 

10 dem dann ir gewonheit ist, das si niemand ut'nemen.') Aber 
von gots gnaden, so kam von Eidgnossen noch andern nieman 
umb, dann das etlich wund wurden, das douh von dem barm- 
herzigen gotte ein gros glücke und gnade was; der well ouch 
den armen seien der nmbgebrachten gnedig sin und si sem- 

is hche ungevels nit engeiten lassen. 

Do man n(i die waltstat also ingenomen hat und es vast 
am obend spat was, bat man das leger bevolhen zb hftten et- 
lichen der vorgenanten hevschaft und stetten löten ; zu denen 
miist man onch sorg han, und umb das inen von den vienden 

a» kein nberfal bescbeche, zoch man dennocht derselben nacht 
wider in das leger, wann den Eidgnossen me dann ein War- 
nung komen was, das der vienden anslag were. das leger an 
etlichen enden anzcgriflfen und mit einer sunderbaren macht 
das überfallen und verbr6nnen. Doch von stund an am men- 

s6 tag frü*) wui'dent von den Eidgnossen sechshundert man ge- 
ordnet, die wider uf die waltstat varen und überslachen soltent, 
wie vil umbkoraen weren, die seiten von der vorgenanten zale 
gfiter mass: si selten ouch das erobert gut abfüren, das man 
ein gemein büt k5nde darus gemachen und eim als dem andern 

HO wurde. Die gevangnen, was von Burgunnern, Safftyern oder 
Biekarten was, die wurden ouch beschctzt umb ein bescheiden 
gelt und wurden ouch gen Basel gefiirt, do semlich schatzgelt 
bezalt wart,') 

M?clien. — 7. und onch vil 



2. nit me dann othtiig wider. — 3. freidijr 
ffhit. - 9. riter. — 13. der well onch r 
am abend. — 29. guter mosa oueh. — 2 



mineni beuern. — lö. i 
lehen. — 32. oueh fehlt. 

') FuMcoKuey. — •) Bern Bcbreibt wegen der Gefangenen an N. v Die«- 
bnch: 'wir wolten, es were anders mit iueu gehandelt.» TeutseJi Mise. C, 
349. Am l3. Dez. beiieUlogs die l'agtiatznng, von nun An keine ßefatigeneo 
tuebr zu machen. AUuh. II, 520. ') 14. Nnv. — 'I Die Gefani^eneti be- 
fanden sieb luerst in Beifort und Rappultsweiler (naeh Teatach Miss, C, üiS 
in Breioach, fiklls dies kein Schreibfehrer ist) und kamen dann um 18, Dez. 
ihrer ti5 nach Basel. Knebel, Basler Chr. II, L48; TagaatzunasbeBchiusa vom 
13. Dez, in Abscb. 11, 513. 



134. Das man die, so in Erikort wnrent nfnani 
nud mit ir liabe abziecbeu lies. 

Und als man nü nach senilidier getat, die got selber getan 
hat, wider in das leger für Erikort kam, ving man aber an, 
die stat und slos mit starkem geschütz und anderm vast zA : 
nötigen und daran ze arbeiten: dann die darinne warent, dis 
Sachen nit als bald mocbtent verneinen und wistent ouch nit, 
wie es ergangen was und tatent ouch ir allesbestes, wann mit 
irem geacbötze, des ei gar vil darinne liattent, wurdent etwie 
vil liiten darinne gewfot und ein teil erschossen. Und an der " 
mitwochen ze nacht darnach,') do wart inen semlit^h geschieht 
und niderlege der Iren zfl wissen getan. Also glich am morgen 
frö,*) do begertent si, das man si mit ir habe ahziechen lies, 
SU woltent si stat und slos rumen und übergeben. Das wart 
inen zugesagt und wart darinne ouch betrachtet das gros glök " 
das got der aimechtig den fromen Eidgnossen und iren züge- 
wanten verluchen hat. Und zugen also us dem slos und der 
stat der vienden von Burgunnern, Lamparten, Bickarten und 
andern bi vierdhalbhunderten mit ir habe; die wurdent über 
die waldstat beleitet, do die slaeht heschechen was und die * 
toten allermeist lagen. Do gesachent si wol, wie es den iren 
ergangen wa.s; also gab man der herachaft stat und slos in, 
die swüron ouch angendes zii iren banden, und wart ouch mit 
houptldten und soldnern gar wol besetzet, die darnach den 
vienden danis grossen schaden tatent und ir vil umbbrachtent.*) * 

Also ratslaget man gemeinlich, was man fiirer uf die viende 
fiirnemen wolt und satzten die Eidgnossen das der herschaft 
und den andern stetten bi inen ganz heim, mit inen ze handien 
was ir willens und gevallens, nachdem si dann die rechten 
houptsecher dis krieges werent. Und wann es nft vast kalt » 
und stets von regen und sehne gros ungewitter und sunderlich, 
das an denselben arten die pestelenz allenthalben richsnete*) 

3. der alwec^htig cot. - 4. fiir Erikort fehlt. — 5. und andern dingen. 
— ö. ze fthlt. — ilie ding als bald nit mochten. — !>, gcschiitz, des ta 
darinne vil hatten, wart menj^r verwunt and «scliosaen. — 15. inen 
angenUe*. — 16. und andern iren. — 18. Bickarten, Saßjeni und an- 
dern me dann vierdhalbh ändert man. — 21. ersochen. — 'i'i. also gab 
do aito tehreibt Z, — herschaft Oeet^rich. — 25. und ir vil umbbrach- 
t«nt fehlt. — 26. Darnach rat«laget. — 28 den fehlt. — heim. cUrinne 
ze. ~ 29. ir. 

') 16. Not. — •! 17. Nov. — ') Wird befllÄtigt durch Knebel und 
N. BOach in Baal. Chr. II, 126. 127 und III. 305. und durch da* Schreiben 
Berns an KöniB Ladwig vom -22. Nov. Teutich Miss. C, 334. — ') Die Pest 
erwähnt auch Knebel, Basier Chr. II, ISl, 



186 



1474 



und (larzft tilr was und man deheiner kuntschaft noch weg- 
wiser hat, das doch den Eidgnosaen vorhin gar vil anders zii 
verstan geben wart, und oiich der herzog von Burgunnon noch 
dennocht alweg vor Nüss lag und man sinen züg nieiidert 
) wiste zu treffen, do brach man im namen gots ui und zoch 
iederman den nechaten wider heim ze ratslagen, was förer 
fiirzenemen were. und bleip man darnach etwas zites rftwig, 
doch nit lang, als man harnach wol hftren wirt. 

135. Das die roten criilze in domselbeii zuge von der her- 
11 Schaft löten wurdeut nhgetau und darnacli nIt nie ge- 
fiirt noch getragen. 

In disem herzug wurdent die roten criitze, die man dann 
iewelten wider die Eidguossen gefÖrt hat, abgetan und die 

n wissen criUze für ein gemein herzeichen angenomen.') Und 
hieltent sich des fiirsten von Oesteriche und ander lüte in 
allen sachen als früntlicb und erberlich mit den Sidgnossen 
und si hinwiderumb mit inen ouch, das erst an dem ende ieg- 
licher teil dem andern wol getrüwen und gar ein gut friint- 

1» Schaft wart. 

13*». Das 18 Lani|iarter, so vor Erikort gevaugen, in der 
stat Basel mit, urteil und recht verbrent und nach 
irem Terdieiieu gericht wurden. 

Nft warent under denen, so an dem strit zö Erikort ge- 
« vangen wurdent. als man dann hievor gehört hat, etlich Lam- 
parter; die wurden vergichtig der bfisen, unmenschlichen 
ketnerie, das si daran und ouch an andern grßssern libelteten 
schuld hatten, nämlich mit smechung der heiligen wirdigen 
sacramenten und anderm kilchengüt: si hattent entei'et und 
gelestert priester, iungfrowen, frowen, kintbetterin und anders- 
Darumb so wurdent derselben achtzechen darnach ze Basel mit 



1. und muH ouch kein kunlafhefter nocli. — 2. vorhin andera zu ver- 
atan geben was. — 8. liarnuth wirt vernemen. — 12. wurden ouch. — 
13. hat. abfiran und ganz vernichtet und die wisBen criitze. — 15. hiet«D. 
— 20. gevaugen, gen Basel gefurt und daselbs mit urteil. — 28. si 
hatten ouch. — 29. und ander menigveltig ungehSrt. übel volbracht. 

') Vgl. BaaltT Chr. 11!, 423. 



1474 



187 



urteil und reclit als ketzer verbrent al in einem füre,') das 
doch nit allein got dem nimochtigen und ftnaerm criatenüchen 
gloiiben löblich, sunder oueh aller Tütschen ere was und ein 
urkönde, das si solicher ketzerie viend sind. 

Es kamend ouch unlangeat darnach aller fürsten, ouch der i 

f Btetten und gemeiner Eidgnossen treffenlicheii botten, so vor 
Erikort gewesen warent, uf einen tag gen Lutzern zesamen, 

I von des erlftstpn bütgelts') und des schatzgelts wegen der 
gevaugnen sich zc underreden, wie man das teilen wolt;') das 
wart ouch fruntlieh geteilt nach den lüten, so iedernian gehebt m 

, hat, und ouch umb anders, das dann zd dem kriege notdurftig 
was. Und als man davor gehört bat, das an dem strit zu 
Erikort etlich me tif das roupt gut, dann die viend zd du- 
rechten, geneigt warent, um das dann nachmalen, wo es me 
ze schulden keme, grosser schad davon nit erstAnde, also das i^ 
die fründe ob dem roupt gut nit einandern erstechen und da- 
mit die viend nit ertrunnen. oder aber diowile man mit dem 
gfit umbgtng. das sich dann dazwüscbent die viend wideruuib 
in ir Ordnung nistent und dann biderb liite ob dem göt ei- 
slftgent und dann das veld wider behßbent. als dann das in w 
alten und niiwen ziten vil beschechen ist *), und ouch damit das 
nit alwegen den vordrlsten die streich und den hindresten, ea 
wereiit fribeltbfiben oder andern unnützen Uten das gftt wur- 
den, da wart uf demselben tage von denen von Bern und an- 

k dern einbelliclicben beslossen und ouch dabi menglichem in sr 



1. H.1 in einem fiire verbraot. — 4. «i Hcmlieher. — 5. Tiltl: Daa der 
vorgeniin(«u fürsten und statten auch f^emeiner KidgnDsgen rate und 
botten durDoch nea Lutzerii züeamea kamsad. — b. ouch des schntz- 
geltee und Kevangiien we^n, — 12. man lUnii dfiTor. — 13. dnrech- 
G(^n. — 15. nna die frunde einandern ob dem röupgüt. — 18. nit 
widerumb. — 21. und ouch duramb und damit Jas nit alwegen den 
fromen und vordreBt«n. — 29. wurde. 



'I Am 24. Dez. tAnd die Verbrennung der 18 Lttmpa,rter statt. Knebel. 
I BiulerChr. II, U>i und 150; III, Bu.'i; Moae. Quellenaauimbng I. Ml; Strast- 
* ürpei- Arohivclironik, S. 193. — "} Ueber HW.ÜOÜ Gulden nach Knebel, 
aater Chr. II. 127, — ') Von diesem X-uierner Tuge »teht in den Abachieden 
I nichts Schilliogs Angabe wird durch die Rutsmanuale bestütigt. Am 
I 3. Dez. erllUst Bern eine Einladung «an semein Gidgnossen uf den tng gen 
' Lutseru tt komen, ul' nächsten donstag z,ft nacht i8. Dezi da zii sind, dann 
der lantvogt die namea der lüten (der Gefangenenl hargeschickt hab. . 
Hat«-M. 15. 107 Am 7. De», instruirt der Rut den Anton Archer, < was von 
Biuel komen ist. da« er afilichs mit des keiaera achriften an die Eidgnossen 
bring und daran n, das der tw zi^ Basel treffenlich gesucht und die ver- 
ein nng versigelt dahin gebrachf werd, • B^tA-M. 16. 8. Die Beuteangelegen- 
heit find lu Basel um 13. De«u die Erledigung. Abseh. II, 519. - *) Vergl. 
i hiesu die bekannte Bestimmung in dem Sempacherbriefe. 



168 



1474 



geschrift geben: so Akk und wenn es nü von disliin ze schulden 
kerne, so solte iederman von fürsten, Herren und stellen und 
ouch die Eidgnossen, als bald man sich gegen den vienden 
legorte, oder man mit inen striten oder vechlen woll, die sinen 

" gemeinlieh den eid sweren lassen, den die von Bern in iren 
kriegen swerent und under anderm also wiset, das nieman bis 
der strit oder das gevechte ein ende bat, plündern sol'); und 
solt man darzil, als dicke das ze schulden kerne, alweg ein 
summ lüten uf die nachhäl ordnen und an die heiligen ze 

1" sweren gebieten, anders nfitzit ze lAnde, dann allein uf die 
acht ze haben, es werent friheitbfiben oder ander lüte, die an- 
vingent plündern, e das gevechte ein ende hett, die soltent 
sie dann erstechen und darumb von menglichem urveclie sin. 
Man solt oueh fiirbashin in keinem krieg noch reisen keinen 

15 Miniden noch ander friheitbftben me haben und inen das ver- 
bieten und wo man die darüber im here, oder im leger, oder 
an einem atrite oder gevechte fimde plündern, die solt man 
alle erstechen, wann si anders niendert zö gut werent, dann 
biderben lutea das ir zft vertragen und verstelen, das man 

w dann den vienden angewunnen helte. Und wiewol nii dis, als 
man hienach zem teil hi^ren wirt, an etlichen enden nachmalen 
nit gehalten und vast vergessen wart, so sol man doch daran 
sin, das dis fürbashin gehalten werde, das mag lins allen gros 
einhellikeit, glück, nutze und ere bringen. 

» 137. Hienach stat ein lied von dem vor^enanteii zug und 
strite, wie es zii Erikort ergaugeu ist.^) 

Ni'i wil ich aber singen 
und lichten, ob ich kan, 
got well das uns gelinge, 
SU damit so heb ich an ! 

Herzog Sigmund von Oesterich 
der hat sich wol besinnet, 
als es wil dünken mich. 

10, anders nit, — Iß. hvTe, i 



i| Die betreffende Stelle heisät: tWann wir ouch zQ fecbt«u komen, 
wer dann blonderte oder ieman utzil neme, e di^ sacb und strit erob«rt 
und Beendet word, der ist una verfellen umb lib und gut an alle gnad. » 



1474 189 

Er hat den pund verstricket, 
es was vast an der zit ; 
damit hat er erkicket 
sin land und ouch sin lüt, 

die sach man alle trurig stan, s 

si vorchten also sere, 
das si in müsten lan! 

Er hat sich lassen richten 
mit den Eidgenossen gut, 

den alten krieg lassen suchten, lo 

dank hab das edel blüt! 
wann si sind ouch gar frome lüt, 
das hört man von in sagen 
in allen landen wit. 

Der pund der wart verslossen w 

gar heimlich und gar still, 
das hat gar menchen verdrossen, 
der darumb wist nit vil, 
der ietz wol sieht die rechten mer, 
wie man züsamen züchet 20 

von allen landen her. 

Doheim wil nieman bliben, 
das ist ein frömder sinn! 
si haben müt vertriben 

den herzog von Burgynn; 25 

man spricht, er sie ein solicher man 
und was er hüt verheisset, 
morn si er brüchig dran. 

Ein züg ist züsamen keret 
im Sunkow überal, 30 

der huff hat sich gemeret 
vor Erikort im tal, 
vil me dann achtzechentusent man, 
vil karren und vil wägen, 
das ichs nit zellen kan. 35 

3. herkicket. — 12. from. — 15. beslossen. 



190 1474 

Der edel bisehof käme 
mit Strasburg also gut, 
Sletstat er mit im name, 
die waren t alle gemüt; 
5 si hattent al rot angeleit; 

die von Colmar kament gezogen 
in rot und blaws becleit. 

Von Keisersperg die clügen 
die kament dar zu band, 
10 ein liferie si antrögen 

und alsant ein gewant; 
desglichen Brisach an dem Rin, 
die zwüschen Strasburg und Basel 
die kament alle dahin. 

15 Lob h6r ich Friburg*) iechen, 

die warent gar wol gemüt, 

man hat si gern gesechen, 

ir harnesch, der was gut; 

es was gar ein hübsche schar; 
20 wo si im volk umbzugen, 

man nam ir eben war. 

Villingen kam gar balde 
in wiss und euch in blow, 
und Walzhüt mit dem walde 
25 becleit in swarzes do, 

und Lindow in wisses und euch in grün ; 
von Basel kam gezogen 
gar menig man so k&n. 

Darzft Swoben und vil ander stett, 
80 Schafhusen, Rotwil und Meinstett 

solt ich loben, 

ir ist vil. 

üeberlingen und Bibrach, 

Kavespurg kam gegangen, 
35 Costenz man euch do sach. 

4. waren al. — - 18. liarenesch. — 34. Ravenspurg. 

J) Freiburg im Breisgau. Witte, ZGORh. NF, VI, 374. 



1474 191 

Zürich mit grossem schalle, 
Switz, Solotern und Bern 
und Frowenfelt kam balde, 
Glarus, Zug und Lutzern 

und sust US Switz vil ander stett; 5 

die Eidgnossen müs man loben, 
wer si gesechen hett. 

Uf si tet man vast lügen, 
es was von volk ein kern; 

vil harnesch si antrügen, 10 

man sach si komen gern; 
si warent al stark, lang und gros, 
im her han ich nit gesechen 
von grosse ir genoss. 

Ein Wagenburg wart geslagen 15 

vor Erikort so satt, 
vil zeit sach man ufragen, 
als ob es wer ein stat. 
Darnach grub man die büchsen in, 
Darus schos man gar sere ^o 

durch die muren hin. 

Das hat die Walchen verdrossen 
und euch die Lampartar, 
das man so vil hat geschossen; 

zwenzigtusent kament dar S5 

und woltent die Wagenburg gewunnen han; 
do man ir innen ist worden, 
do blies man frölich dran. 

Der reisig züg ilt balde, 
si warent gar gemüt so 

und sachents vor dem walde 
glitzern im harnesch gut; 
si ranten zu in in sneller il, 
das füsvolk zoch gar balde, 
ir was ouch also vil. s& 

13. here. — 28. da ging man. 



192 1474 

Wer binden nach ist gangen, 
der wer gern der vorderst gesin, 
si hatten gros verlangen 
als zu den Walchen hin; 
& si lüifen als der si hett geiagt, 

als vil ist ir darkoinen, 
man sach ir keinen verzagt. 

Die fromen Eidgenossen 

die sumtent sich nit lang, 

10 stritens si sich vermassen, 

ich lobs in minem gesang; 
si nament zu hilf sant Ursen schon 
und der von Bern Wortzeichen, 
sant Vincenzen rüftens an. 

i'i Do man die Walchen sach ufbrechen, 

das also mechtig her, 

do geriet man si erstechen, 

do fluchent si so ser; 

des kament si in grosse not; 
»> vil me dann zwenzighundert, 

die wurden geslagen tot. 

Si lagen in den bürsten, 
im veld und an der strass; 
nach streichen begond si türsten, 
25 man sach si also blos, 

si wurden al gezogen ab; 
uf karren und uf wägen 
leit man do ire hab. 

Des mag man sich wol frowen, 
30 durchstochen wart ir hüt, 

zerhacket und zerhowen, 

als ob si werent krut; 

wol me dann einer milen lang 

vand man si erstochen ligen, 
85 was inen ein grosse schand. 

G. als vil ir ist. — 9. sumpten. — 18. des fluchen. — 19. und kamen 
ouch in grosse not ; vil me dann dritbalbtusent — 28. ir. 



1474 193 

Man hat inen angewunnen 
ir Wagenburg und ir spis 
und si darus gotrungen, 
des hant die Berner pris 

und darzti ander frome lüt. 5 

Was man in hat angewunnen, 
das leit man in die büt. 

Ir wart gar vil gevangen, 
erstochen me dann man went, 

vil glenen und euch stangen 10 

die lagent do zerrent, 
als ob si werent dargespreit; 
ir ist nie keiner dar komen, 
der vor streichen wer gefeit. 

Do man erstach die summe 15 

und lagen in blütes floss, 
do kert man sich wider umbe 
gen Erikort zu dem slos 
und schos man noch vil me daran, 
von der die stat solt entschüttet sin, 20 

die lagen uf dem plan. 

Si wurden des bald innen 
zu Erikort in dem slos; 
do ständen si an den zinnen 

und ruften ein friden harus 25 

und batent durch got mit werten sfiss, 
das man si wolt ufnemen 
und inen das leben lies. 

Der adel der was gütig 
und euch darzü stet, » so 

si weiten nit sin wütig 
der bitt, so man in tet: 
vierdhalbhundert lies man zem slos harus; 
das venli von Oesteriche 
stackt man zem höchsten us. 35 

1. Man hat in. — 17. kart. — 20. die ir helfer solt sin gewesen. — 
:24. si zen zinnen. 

13 



194 1474 

Vil kürisser was darunder 
mit aller iro hab, 
es ist ein selzen wunder, 
das man si nit zoch ab; 
5 man nam in weder gros noch dein. 

Do man das slos besatzte, 
do zoch man wider heim. 

Tusent und vierhundert iar 
und vier und sibenzig man zalt 
10 sider Cristus gebürt fürwar 

do man die Walchen valt, 
uf Sonnentag nach sant Martins tag 
nit verr von Erikorte, 
do ist beschechen die slacht. 

15 Der uns dis lied hat gedieht 

von disem zug so clug, 

der was selber bi der geschieht, 

do man die Walchen erslüg; 

Vitt Weber*) ist ouch er genant, 
20 zu Friburg im ßrisgowe 

ist er gar wol erkant. Amen. 

Damach als der strit und slacht vor Erikort ergangen 
und beschechen was, do lagent in dem stetlin zu sant Bolliten') 
etwas Lamparter und Bickarten, das zu verhüten. Dieselben 

23 hatten gar vil armer priestern und puren vom Sunkow darin 
herticlich gevangen. Als dieselben schölmen dis ding ver- 
nament, do entplundertent si das stetlin und die armen lüte 
mit einandern und stiessen das mit füre an und wart ganz 
verbrönt und die armen gevangnen als unschuldig martrer 

80 ouch und zugent also schantlich und unerlich von dannen. 

3. es was. — 12. Martis. — 23. zu fehlt. — 24. das ouch. - 25. Sunkow 
und andern enden har. — 26. Und als. — 28, ffanz in grund yerbrönt 
und verdürben ouch die armen gevangnen mit dem füre als unschuldig 
martrer und zugen damit als unerlicn und schantlich von dannen. — 
30. Zusatz: Das die von Bern drühundert werlicher mannen gen Mim- 
pelgart schickten, die inen ir stat in trüwen beschirmen solten. Und 
als man dann hievor^) vemomen und verstanden hat, wie das von ge- 

*) lieber Veit Webers Herkunft, Lebensumstände und Dichtungen s. 
G. Meyer von Knonan, Die Schweiz, historischen Volkslieder, S, 34—39; 
L. Tool er. Schweizerische Volkslieder 1, S. XXVII. — *) St. Hippolyte am 
Doubs, südlich von Blamont. — •^) Siehe oben Kap. 122. 



138. Das liiiser berr, der R6iii!«cli keiscr die von Bern 
nnd aiKler Eidguosseii uf einem tage zn Lutzern gar 
trelTeiilfch iimnen lies. 

N& als man davor zem teil gehört,*) wie der herzog von 
Burgunnen sich für die stat Nüss gelegert und wie unser herr 
der keiser gemein Eidgnossen so gar hoch ervordert hat,') de 
kamend darnach uf dem tiechsten nientag vor dem palmtage') 
in dem 75. iar für gemeiner Eidgnossen hotten gen Lutzern, 
graf Hug von Montfort und herr Trutprecht von Stouffen 
iunamen des keisers und mit siiten niandaten. Und mit hochen ' 

meine» einuDg^heiii und ouch gemeinen Eidgnossen angeaechen wns 
wordh'ii. a,m erslen uf eintm tag zn Beael*) und darnach ouch lü liu^^rn 
abgereit und beBloanen w&it, liaa beid itetc Bern und Solotern die 
stat M im pel garten, in namen gemei'ier RidgnoMen in die »ereinuDK 
nemen iolten, als oucb nachmalen von inen beBchai'h, Qnd als bald 
man von dem tage ron Basel kam, da« wa< alles vor dem, e man gen 
Erikort zoch, da wurden die von Bern betrachten, das inen und an- 
dern EidgoDssen die stat Himpelgarten nit von banden keine und 
zugent der iren druhundert gar werlicher mannen □« mit einem venli 
nnd gaben den für einen hoiiptman t,u Heinrich Malber. Cnd beval- 
chen denen in die stat Mimpelff-pirt zä ziechen nnd die In trdwen zu 
Terbüten, «□ wolt man si ent«CDi!tt«Q und nit verlagsen. Und als si 
g«n Nidow kamen, da kam der houptmun von Mimpelgart, was einer 
vom Stein gen Bern, und meint es tet noch nit nla not, «i wulten tich 
noch wol enthalten, bis daa die rereinung mit inen verzogen und uf- 
gericht wurde, und dankt denen von Bern gar mit hochem ernst. Also 
znpjnt ei wider har heim.') — 1. Da« linsers herren, de» RSmschen 
keisera tretlenlicben botten gen Lutzern kamen und die von Bern und 
ander Eidgnosaen manten. — 4. Und als man dann zem teil hievor. 
— 7. darnach an dem. — 10. in namen unser» hern dea keiaera. — Und 
mit hoeher vermaaung manl«n si aber die von Bern und ander Eidg. 

'1 Siehe oben Kap. 11 7 f. — •) Schilling irrt sich; von einer Änfforde- 
raus des Kaisers an die Eidgenossen war in den Kap. 117 und 118 keine 
fiecle. Hingegen fand eine solche doch statt; der Üriginalbrief Friedricha, 
dat. 28. Jan. 1475, Andernach, durch den er Bern dringend om Hilfe er- 
sucht, befindet sich in den (Jnnötuen Papieren, Bd. 52. Nr. 24 (Btaataarchiv 
Bern). — ') Das von Schilling gegebene Datum |13, März) ist unrichtig. 
Graf Hug von Montfort sprach am &. März bei der Tngiiattung in ZQricti 
vor (Alffich. 11, 527). Die Antwort der einzelnen Ürte erhielten er und sein 
Mit^sandter Tru'Jpert von Staufen auf der Tagsat»ung in Liizern, Monl'ag 
nach Palmtag, Ahsch. II, 530 nnd liS\, - *) In dieser Angel>'genheit wurde 
auf den 18. Aug. 1474 ein Tag nach Basel ausgeschrieben. Anxetg<^r f. schwciz. 
öe'ch. V, .S2. - »1 Am 1. Sept. wurden zum Zuge nach Mümpelsart 300 
Hemer, ISO Soloturner. 50 bieler aufpeboten. Dem Hauptmann Heinrich 
Matl«r wurde Junker Hans v. Hallwil beigegeben. diLs • venli > Urs Werder 
anvertraut. Katc-M. 15, b^ß. Der Eid des Hauptmanns und der Gesellen 
von Montag nach Verenentag (S. Sept.) steht im Alten Eid- und Satzungen- 
btich, S. 'inj f. {r^tadtarchiv Senil. Du<'b erhielt der Harst am gleichen Tage 
den Befehl, nicht weiter zu marschieren, sondern in Nidau und Biet sich tu 
enthalten ('aths-M. Ih, 61/-i) und am 14. wurden sie zurQckbernfen <ibid. 
S. 7'J), In Bern anwi-sende Boten von Mümpelgard — unter dieaen wird 
wohl Marquart von iitein gewenen sein — erklärten äith hiemit zufrieden 
lebd. S. 73). 



196 



1475 



vermanungen mantent ai aber die Eidgnoaaeii, das si mit : 
macht dem keiser zu hilf gen Nöss zugen und den herzogen 
von ßurgunnen hulfent dannen slachen, und ob inen das nit 
eben und ztt kostlicli were, das man dann etwo von einem 

3 sold oder gelt rette, den Eidgnossen zu geben, damit si die 
keiserliehe maiestat nit verliessent. und das man in die ding 
also kerne, das man etlich ander von richstetten, die dann der 
kriegen nit als genietet werent, doheimen lies und das die- 
selben dem keiser den sold, so man den Eidgnossen wurde 

10 geben, hulfent tragen. Dis hettent villicht die von Bern und 
ander Eidgnossen zu eren und f^rdrung dem heiligen riche, 
das doch nieman entschütten wolt, getan und sich des ange- 
nomen und werent doch mit einer macht under zechen oder 
zwfilf tusent mannen nit gezogen und das darumb getan, das 

IS si in allen dingen dester sicherer gewesen, was iuen ioch be- 
gegnet were, dem einen widerstand ze tünde und wider in ir 
vatterland heim ze kommen. Das wolt aber den keiserlichen 
hotten nit smeckon noch gevallen, als man das an etlichen Ur- 
sachen von inen wo! markte, das man mit einer semlichen 

w macht were hinweg gezogen und lies man die Sachen des 
Soldes dazemal rüwen und ertigen. t'nd was doch nach et- 
lichen anzÖugungen wol glouplich, ob die Eidgnossen mit einer 
ringen macht sich diser reisen hetten vervangen und ange- 
nonien, mit denen man nach gevallen des adels und etlicher 

w herren hette mfigen handien und si damit meistern, die sach 
were am solde nit erwunden.') Darumb us solicher und ander 
Warnungen und untrüwen, so den Eidgnossen und iren ge- 
wanten in disem handel und werben wol ze bedenkende was, 
hat man den keiserlichen hotten der zit uf solieh meinung ant- 

M wurt geben,') das nach dem und dann die Eidgnossen als glider 
des heiligen richs von bit und manunge wegen der keiserlichen 

8. ffeniet. — 9. den man. — 11. rieb, daa docb ander« nieman ent- 
achötten wolt und nit iedernian m herzen ifing, getan. — 17. hdm 
ftliU. — 19. diLB man 6m hinweg gezogen fehlt, — 21. soldes halb. — 



') Hug von Montfort hatte am 4. März (uf hiit aamstjig) W.nOO oder 
meiir Mann gewünscht, wogegen er TCrBpraiih, den Kaiser tai Bestätigung 
• unserer Freiheit«^ • zu bewegen. Abech. 11, 528. Vom Sold apracn er 
nichts; Bern dagegen stellte diese Bedingung (eb'nd. i^. 530), in der Schlu»- 
ntitwort der Taiaatzung ist vi.m Solde gar keine Rede. Schilling will 
durch seine «ouilerbare BeRrflnduns von den t^idgeiiossen wohl den Toi^ 
wurf abwäl/eii, als ob an der Geldfrage die Unterhandlungen gescheitn 
wären. — ') Diese Antwort wesentlich naoh Absch. II, 531. 



moiestat, deshalbeu an si gelanget, sich tles krieges wider den 
herzogen von Burgiinnen als einen viend und durechter ge- 
meiner Tütschen nacion angenomen und dem vor Erikort mit 
iren zftgewant«n, f'firsten, herren und stetten der niiwen ver- 
einung also begegnet und sich inmassen uf die viend getan, b 
damit ei holfetent, das si demnach dem heiligen rieh und 
Tütschen landen nit deinen nutz und fronien geschaffet hetten, 
als si dann zu trost dem heiligen riche noch in teglicher 
ühunge des krieges standen, do werent si in gi'tter hoffung, 
tmser herre der keiser hette sich des von inen benfigt und ir lo 
gehorsame gnediclichen erkent und witer nit ersucht, wann 
oh ioeh ei sinen keiserlichen gnaden gein zi5 willen wurden, 
so were inen doch das nit allein von verre der landen, aunder 
allermeist von teglicher kriegen und anreitzung wegen der 
vienden, von denen si stuntlichen angereitzt wurden, ze tfinde u 
unmüglich, und euch darumb, das si echuldig werent ir vatter- 
land zfi beschirmen und die obern Tütschen lande nach irem 
vermiigen zu behalten, das wurde dem lieiligen riche und ge- 
meiner Tütschen nacion gar grossen nutz bringen, als si dann 
das wol veratündent. Zwar es was ein erlich antwurt und den- » 
nocht dem keiser nit zCi gevallen. 

Und nachdem dann der herzog von Burgunnen so mit 
grossem gewalt und machten vor der stat Xüas lag, und die 
fromen liite darinne vast genftt wurden, des er ouch wenig 
genos, dann er kein recht darzö hat, nachdem es dann wider *s 
das heilig Ramsche rieh was, dem er vorhin in kurzem ge- 
sworn hat und aber das gar slechticlichen gehalten, do wart 
der Ri^mseli keiser von denen von CÖln gar menigvalticHch 
ormant, sin hilf und stüre darzti ze tünde. damit die t'romen 
lüte in Nüss entsch&t und das heilig rieh nit als ganz ver- w> 
truckt wurde,') Das geriet im dennoch etwas zu herzen gan 
und wurden von im ervordert und gemant alle fürsten des 

1. deshalb an ä gangen, — 11. eehorBiimi Kiie<3iclicher- — 13. sundere. 
— 15. anreitinngen. — 16. HtuntUthen angetriben. — 21. Tilelr Üaa die 
von C&ln den vorgenanten kei«er von des herzogen von Burgunn wegen 
oueb gar hoch und treü'enlich enDUDten. — 2Ö. heilig fehlt. — 27. ge- 



') Den ersten Hilferuf erlienaen die Kölner am 14. Juli 1474. Ueber die 
Bildung des Reichsheeres vgl. F. Schmita. Der Nenaner Krieg. Bonner Du». 
1893, S. 7— 35. Die beste Darstellung Ober den Ursprung de» Jlenaser- 
hriegs giebt neuerdinicB H, Diemar. Die Entstehung des deutschen R«ichs- 
krieges gegen Herzog Karl den KQhnen von Burgund, in Westdeutsche Zeit- 
sehnft SV? S. 80 fl. 



richs und richstette und mit sunderheit aber gemein Eidgnossen 
von stetten und leodern und wart do die sachen oucli zft 
herzen nemen und betrachten, was dem heiligen riche daran 



b 139. Als <liv von Coln ileneu von Beru üchribent, 
von dero von Vtm wegeu. 

Uensem früntlichen grfts und was wir eren und trüwen 
vermiigent bevor, sunder lieben, guten und getrOwen frflnde. 
Als liwer liebe uns geschriben hat von dem b5sen regiment 

10 wilent des Hagenbachs. und wie der mit urteil und recht zem 
tod bracht worden und das land widor in des herzogen von 
Oesterich band komen ist, und fftrer rflren von den ungötlichen, 
uncristenlichen , unmenschlichen und imnaturlichen sachen 
mit der Burgunner, Lamparten und ir anhenger fünieraen, 

iB dieselben land und lüte wider nnder sich ze bringen, das wir 
solichs betrachten und zfl herzen nemen und uns allezit an ön- 
serm ende manlichen halten wellen, desglieb ir an üwenn 
ende ouch wellent tun, wie dann liwer früntlich schriben mit 
langer danknemer verclerung inhalt, hand wir geh'Vt und ver- 

w standen und hoffen za got dem almechtigen, das solich Übeltat, 
derglich ouch von den Burgunacben alhie bi öns ouch teglichs 
begangen werden,') me und nit minder zti sinen ziten furer 
gestraft siMlen werden von gotte und den lüten, als an dem 
Hagenbach bi üch und an andern, die hie zu lande boschlich 

15 gevaren hand, erschossen, erslagen und ertrenkt sind, be- 
schechen ist; so dann der gewalt der Burgunschen so swint- 
lich in dis land ist komen und der herzog damit die stat N^iiss. 
dem stift Cöln bewant, nfl in die achtend wuchen belegert und 
getrengt hat mit geschütz und stürm, das er ie lenger ie mer 

M beharret, also das zu denen von Nüss nieman mag komen noch 
wandlen, si in keinen dingen zfi trösten. Hand wir das vor 
etlichen tagen der keiserliclien maiestat verkünt, sich mit des 
heiligen richs kürfürsten, andern fdrsten, herren und stetten 
harab in das rieh zil f&gen. semlichem grossen gewalt wider- 

2, and wart da ouch. — d. Das die. — 13, unmenstlichen. — 14, Lam- 
parter, — 16. solich» bi ilna betrachten. — 2i. boHclich. — 27. damit 
fshlt. — 28. verwant. — 33, dareö audem. — 34. fügen und. 



U74 199 

stant zö tünd dem almechtigen gotte zft lob, dem heiligen cri- 
stenlichcn glouben zft hantliabung, dem heiligen rieh zö ver- 
merunge und zCi straffunge der Abeltat vorgesehriben und umb 
des gemeinen besten willen. Darnf die keiserlich maiestat 
mit siner gnaden Schriften line ganz getrÖst hat, dem heiligen 
rieh und uns allen zu hilf ze komen, des wir von tag ze tage 
warten. ') Nit destminder band wir vil herren, edel und un- 
edel in mergljcher zaie an tms in Anseni sold genomen uf 
unser stat und gemeinden grossen costen und schaden, lins vor 
solichem gewalt, ob uns der begegnen wurde, davor got sie, i 
zfl retten; dieselben wir teglichs denen von Nüss zu liebe bru- 
chen, das aber wenig hüfet, so die macht des herzogen gros 
ist und ander fiirsten, herren, stette und gemeinden umb und 
bi uns gelegen, gegen dem herzogen verbuntniSs halben nit 
tftn tfirren;*) es were dann, das des keisers gewalt disen landen i 
nechert, widerstant ze tündo, als das von im angesagt ist und 
wir ouch abschriften siner widersagungen an den herzogen 
von Burgunnen (ich hiemit senden. Wo dem also nachgangen 
wirt, so trüwen wir zA dem almechtigen gotte, an disem ende 
sol ouch nit gefiret werden, dabi wir begern ser fnintlichen, s 
äwer liebe well an liwerm ende den angevangnen dingen gein 
dem üheltilter sölich vervolg geben, mit allem flis und nnge- 
spartem ernst, das üch und 6ns allen zft fromen komen mSge. 
Wir wellent mit der hilf gots hie zu lande füi- ilnsem anteil 
tftn, was in unser macht ist. Damit bevelhen wir liwer liebe s 
got dem almechtigen in sin heilig hüt. Datum an sant Ma- 
theua tag,*) anno 1474. 

140. Ton einem zedel, wbh in der obgenuuten mlssive 
TerslO!>seu; der wiset, aIs liamnch stut. 

Getrüwen lieben fründe I Wir verkünden uch ouch hiemit, 3 
das der herzog von Burgunnen diser tagen einen sinen dienev 
zft der stat Nüss porten geschickt, der hat begert in hinin zu 

1. t&nde. — 6. des ouch wir. — tage erwarten. — 7. Sdtrit. — edel und 
ander in. - 21. Piir fehlt. — 27. annu 75. - 29. &h das von wort le 
wort hamach slat, — 31. siner. 

1) Üei Kaiser hatte znneiagt. am 2. Oktober in KOln tu »ein, Fontw 
Ter. Auatriacamm, 2. Abt., XLVT. 285; er kam aber erat am 2.5. Nov. aaeh 
Frankfurt, Knebel. Baaler Chr. 11. 11*. — '1 Üarunler wird wohl vor allem 
Friedrich von der Pl'alz za Terstehen sein. Knelwl, Basler Chr. II, lU. — 
'J 21- Sept. 



200 1474 

lassen, das im werden im'ichte des heiligen sant Kiiris wasser, ') 
uuch begert er etwas mit inen zu reden von bevelliens wegen 
HJns herren. Und also tet man im der etat porten nf und 
wurden im engendes vor der stat die ougen verbunden und 

> also blint uf das richthus in dar stat gefärt; do begert er, 
man wolt im die ougen entbinden und in nit mer dann vier 
oder fiinf der gewaltigesten in der stat beseclien und mit inen 
reden lassen; das beschach. Do ving er an und rett die mei- 
nung, so im der herzog bevolhen hat, daif was also: das si die 

1 stat Nüss im wollen übergeben, so wolt ersi gar gnediclichen 
enpfachen, si bi iren alten friheiten und gftten gewonheiten 
lassen bliben und si fürer gar hoch und mer frien, mit gar 
vil gCiter Worten. Daruf gabent si im ze antwurt: si machten 
als balde iren rat bi einandeni nit haben, er m&cht aber wider 

k hinua keren zä sinem herren und im also sagen : wolte er ein 
antwurt haben uf sin anniAtung, so mücht er denselben tag, 
&\s er den botten in die stat geschickt hette, anzeichnen, so 
woltent si sich bedenken und im von dannenthin über ein iare 
ein antwurt geben. Und schicktent in also mit verbundenen 

I ougen wider von inen mit sant Küris wasser und keiner an- 
dern antwurt,') 

Dis han ich harin gezogen, darumb das al fromen Berner 
und hautvesten lüte sich in semlichen sachen und ufsetzen 
ouch dester bas wissen zit halten und zu regieren; dann man 

• mit Vernunft und beschidikeit in solichen kriegen gar vil er- 
obern, das man sus nit newegen bringen mag. 



141. AVie uud in welclieu worten der Ri)ni8che keiser 
dem herüogeu von Burgnnnen ahseit. 



Wir Fridericli von gottos gnaden Römscher keiser, zfi 

I allen ziten merer des richs, zu Hungern, Dalmacien, Croacien 

kQng etc., herzog zft Oesterich und zu Stier etc. tünt Carolen 






- 10, Wolfen fehlf. - 17- t 



') Das St. QuirinuBwaBser wa.r heilkräftig. Knebel. Basier Chr. IT. 
IQä. — *) Knebel, der die eteichu Gescbicbte, aber weitläaliffer erzählt, hat 
sie aus PrimtbriefeQ. Baffer Ohr. II, m-lS4, 138. Sie soll sich ungef&hr 
am I. Okt. 14T4_tcirca fe«tum s. R«uigii) ereignet haben. Deswegen dQrfte 
nbenatehende Mitteilung schwerlich das Fostacriptum tarn vorhergebenden 
Briefe «ein. 



1475 201 

herzogen von Burgimnen zii wissen: als du menigveltig be- 
swerungen wider das heilig rieh fibest mit Vorhaltung nierg- 
licher fürstenthüm, grafschafteii und landen, so von uns und 
dem heiligen riebe zä lechen rfiren und du unenpfangen IVe- 
velich iiihast und lins und dem heiligen riche vorhaltest, s 
unangesechen das wir dich mit dem berzogthftm von Gelren 
belechnet und det^halben unser gnedig und demötig erbietung, 
so wir dann gogen dir getan haben, des du dann nit gesettjget 
sin wilt, sunder dich ie witer understaat lius zu wider und 
dem heiligen rieh zu abbruch in dasselbe zu flechten, dich wider "> 
ünsem willen schribest und annimest ein erbvogt des wirdigen 
Stifts K&ln zfi siude, das ein merglich kürfürstenthAm und ein 
glid des heiligen richs ist, ouch die stat Niiss und iinaer und 
des richs fürsten, graten, berren, ritter. knecbt und under- 
tanen darinne us eignem mötwiJlen swerlichen benötigest und >'^ 
derselben mengen, so dir gevenglich zCi banden kernen, siner 
ritterlichen were und giltheit halb vom leben zem tode bringen 
hast lassen und noch teglichen, als sich us dinen wfirkungen 
erzeugt, understast, uueb ander merglieh glider des heiligen 
richs on billicbe ervordrungen an lib und au g(it understast k 
zA benötigen und zu beschedigen. das lias alles unlidig ist: 
deshalben und us andern merglichen Ursachen und Verhand- 
lungen wider uns, das heilig rieh, die ünsern, durch dich be- 
scbecben, wir als Römscher keiser durch anrfifen der vertruck- 
ten, ouch mit rat unser kürfilrsten, fürsten, herren und ander »» 
des richs undertanen bewegt werden, wider dich, die dinen, 
din helfer und bileger gegenwer ze tönde. Darumb als Rfim- 
seher keiser, wellen wir dir solich unser gegenwer, die wir 
durch unser körfiirsten, fürsten, undertanen, helfer und zAge- 
Wanten des heiligen richs tdn werden, du oder die dinen schaden so 
enpfingen, die von ünsern und des heiligen richs wegen unser 
keiserliche ere und wirde mit disem ünserm keiserlichen ofnen 
briete bewart haben, der zu gezügnüs mit ünserm keiserlichen 
maiestat ufgetrucktem insigel versigelt und geben ist zu An- 
dernach an sanistag nach der heiligen driger kungen tag,') «s 
anno 75., ünsers richs des R&mschen im 35. und des keiaer- 
thüms im 23,, des Hungristen im 17. iaren.*) 

a. riSratenthümen. - 10. dicli ouch wider. — 36. keüwrthümB im 25. 



t 



142. Des marggrafeu tom Bnimleiiburg absagnng 
dem herzogeu von Boi-ganuen. 

Wir Älbrecht, marggraf von Brandenburg und kiirfürste, 
lassen lieh, den hochgebomen fürsten Karolen, herzogen zu 

fi Burgunnen wissen, das der aUerdurliichtigest, grositiechtigeat 
und unüberwintlioht'st fürst und Herr, herr Friderich, Römscher 
keiser, zu allen ziton tnerer des ricks, zti Hungren, Dalmacien, 
Croacien etc. küng, herzog zft Oesterich, zu Stir, etc. unser 
allergnedigester herr, lina schriftlich und niuntlich ervordret 

10 hat und gebotten bi den pflichten sinon gnaden venvant, im 
hilf und bistand ze tünde wider üch, euch üwer holfer und 
bileger. Und nachdem wir ein kürl'iirste des heiligen richs 
und ouch demselben verwant sind, zimpt uns nit sinen gnaden 
des zfi widern, eunder als ein glid des heiligen richs neben 

IS sinen gnaden zu halten. Und harumh haben wir uns mit 
etlichen den ünsern sinen keieerlichen gnaden und dem hei- 
ligen riche pers&nlieh zt'i hilf erhaben und z(i sinen gnaden 
gefögt, liwerra fiiruenien widerstant und gegenwer helfen zu 
tun; und ob ir, die Uweren und liwer bileger des schaden ne- 

K men, solichs Schadens viend wellent wir sin und des unser 
kurfürstlich ere hiemit bewart haben für lios und die finsern, 
linser helfer und bileger und ziechen uns des in linsers gnedi- 
gesten herren, des Kfimschen keisers friden und unfriden. Ver- 
sigelt mit unserm insigel, datuni ut supra etc. 



143. 



Das die von Cölne deneu von Bern von dero 
von Niiss wegen aber schribenl. 



üensern früntlichen griis, und was wir eren und götes 
vermiigent bevor, sundern lieben und getrüweu fründe! Als ir 
lins geschriben hand von der victnrien gegen den vienden in 

30 hochen Burgunnen vor Erikort beachechen, hand wir von 
herzen gern gehört und sind des gar wol erfröwet ; unser herre 
got schick fürer die sachen bi üch und alhie zä lande zem 
besten; fiirer, als ir begern, was lins sider ünserm nechsten 
schriben begegnet sie, üch das ouch früntlich wissen zfi lassen, 

M das tfind wir billich und gern, Und fflgen üch daruf zu 
wissen, das sider derselben zite der ünsern bi sechshundert 
guter knechten mit salpeter wol geladen, des si in Nüss gros 



(. — H. tun. — 24. iupra ffhU. - 36. bi fthU. 

— Niini trriHuip.n mfinirpl hielten. 



4. frtwten fehlt, — U. tun. — 24. iupr 
gütei manneD. — Nun grosaen tnfingel 



37. 



U74: 



hielten ze manglen und ouch not hatten, mit Üebe darin komen 
sind;') so habent si desselbüti tages angetreten uf die viend 
und dero ob vierhunderten eralagen, ouch zechen oder zwßlf 
schirm verbrÄnt und etlieh bilchsen genomen und die in die etat 
mit inen bracht. Ouch sind si am nechstvergangnen dornstag*) » 
nach mittem tag mit vierhundert mannen in der Lamparter 
here getretten. do zwiiachen wart inen die port, do si wider 
in solten, undergangen; do tratent die von NOss us mit 
aller macht und begerten ir friinde zu retten und liiffen an 
die viend und behielten oberhant und nament die viend die w 
flflclit und verlurent ob fünfhundert mannen, und der von Niiss 
blibent nit rae dann drig tot und zwen gevangen. Der herzog 
tet den einen zfl im komen und fragte den umb gelegenheit 
der stat Nüss, der hat im geantwurt: in Nüss sie alles rates 
gaftg, dann e die nüwen lüte darin kement, do hettent si nit is 
vil bulvers, des hettent si nü mer dann gnbg und machtent 
darzö alle tag mer, und werent geherz liit darin und meintent 
die stat wol zd behalten. Dea was der herzog nit wol zü- 
friden und wolt wol das er mit liebe dannen were. Item, nCi 
am nechstvergangnen samstag') tratent aber die von Nüss » 
harua und nament den vienden ein bolwerk und slügent ir et- 
lieh zo tode; und am Sonnentag*) band si ein gros scharmutzen 
gehalten von eins graben wegen, den die viend gerne hetten 
gehebt. Der vienden warent bi sechstusent geordnet, die den 
graben stürmten; do tratent die von Ntiss in den graben und a 
uf ir bolwerk und muren und schussen uf die viend und ver- 
brantent si mit heisaem bech, kalch und wasser zeinal sere, 
und tribent die viend mit ganzem gewalt vom graben wider 
hindersich, und die von Nüsa, got si gelobt, behielten Ober- 
hand, des der herzog ganz biiss und zornig was, das die sinen » 
den graben nit gewinnen konden. Und in disen dingen sind 
der vienden vil tot bliben, darunder treffenliche lüte sind ge- 
wesen, Do dis also geschcchen was. trumetent si in der stat 
und warent freilich. Item, wir haben ouch von giUen fründen 
warlich vernomen, das in geheimde von dem herzogen gerett u 

2. haben oacb «i. — 3. me dann vierhundert — oach felill, — 
9. nanxer macht. — liefen. — 26. aobussen in. — 29. gewunnen 
□beihnud. -~ 32. daronder erenlüt« und gewesen und trumtitent dar- 
nach in der. 



204 



1474 



I 



werde: so si den truckinen graben nit haben ningen gewinnen, 
so gewinnen si die stat ouch niemermer, Ftirer haben wir 
warlicli vernomen, wie dem herzogen am nechsten fritiig') ge- 
Bchriben aie, das unser herr der keiser mit vil fürsten, herren 

'■ und Volkes uf dem wege sie, in von dannen ze stachen, das 
gevalt im zemal übel ; und wolt darumbe gern uf sinen costen 
den kling von Tenmark, der etwas zites bi im gewesen ist, 
noch lenger bi im behalten und meint durch in eins fridens 
KÜ bekomen.*) Ouch sind im Schriften in das her kernen von 

J der stacht, so die sinen in liochen Burgunnen durch üch und 
ander gelitten haben, das in ganz zerstiirt nnd halb unsinnig 
gemacht hat; und hettent sin rete gern gesechen, das er uf- 
gebrochen were, dem widerstand ze tän. Do hat der herzog 
vast hoch gesworen. er well tot vor Nüss bliben oder sinen 

i willen schaffen, und 8olte er alle sin land darumb verlieren.*) 
Das verkünden wir üch als ünaern lieben friinden, und was ir 
wissent oder fiirer vernement, das wellent uns onch nit ver- 
halten. Datum vigilia Andree, anno 74.*) 

m. Das die vou Cölne aber deneu tou Born utiil andern 
> Eldgnosüeu schribent, wie iler keiser mit ganzem ge- 
walt fdr Niiss gezogen was, und wie er wider dnnneu 
vertedinget wart.*) 

Item am samstag vor dem heiligen pfingstage im 75. iar") 
hat sich die keiserliche maiestat in unser stat C6!ne erhebt 



') 25. Nov. — 'I Heber die Vermittlung des Dänentönigg Chriatifin 1. 
siehe F. Schmitz, Dir Neusser Krieg. Bonner Di«s. 1893, S. 35-41. — 
•] Deber diese und ähnliche Äeiiaserungen Karls siehe Koehel. Basier Chr. 
II. 1'29. I4ti, 149. — 'J St). Not. Kolii schrieb den Reichen Brief mit einigen 
Erweiterungen und Abweichungen um gleichen Tage an die Stadt Baeeil. 
Knebel, Basler Chr. U, 140 ff, Müglicherweine nahm Schilling von sich aua 
die Veränderungen vor. — ') Der Verfaaaet diese» Berichtes ist der Btuler 
Ludwig von Epiingen. Er schrieb ihn am ,S. Juni. Abgedr. bei Knebel. 
Baaler Chr. 11, 2(53-208 nnd Absch. IT, 545-548 (mit dem unrichtigen Ge- 
samidatum lö. Jnni). Ueber die drei Bestandteile dieses Briefes siebe Knebel, 
S. 25<i. Schilling bietet eine wesentlich verkQrzte und Huch stilistisch ver- 
änderte Fassung, Qher welche Knebel, S. 263 nachzusehen ist. Ob die Bemer 
diesen unvollständigen Bericht wirklich von KCln her erhalten haben, wie 
Schilling sagt, wJMen wir nicht; möglicherweise lag ihm der Bericht der 
Biuler an die Eidgenossen vor, den er von sieb aus verkllrzte and änderte. 
- •) 13. Mai. Nach Kneljel, Basier Chr. II, 263 v,-äre es der 6. Mai (samstag 
vor dem heilen pÜngsioben), nach dem Ab^ch, 11, 54.5 der 20. Mai (samstag 
jiach dem heiligen pungstobeat). Let^ttires ist entschieden nnricbtig. 



U75 



205 



mit sampt den kürfiirsten und fCirsten, geistlichen und welt- 
lichen, und mengem graten, frien, herten, rittern und knechten 
und ouch stetten in das veld, dem herzogen von Burgunnen 
zu gegenwer zö ziechen und die fiomen li'ite in der etat Nflss 
ze entschütten, und hat das vierde leger genomen bi einer 
vierteil einer mil weges bi des herzogen here obgenant. Und 
in dem dritten leger davor hat sich ein ufrür gemacht iu dem 
here under den friinden, zwüachent des bischofs von Münster 
Iiiten eins teils und denen von Strasburg anders teils; und 
haben aldo des ersten einanderu geslagen, mit messern etiich i 
erstochen und zii beiden siten vil wund bliben. Und als aber 
si den Strasburgern zu stark warent und si zürucke tribent, da 
tratent die Strasburger zA irem geschiitze der slangenbüchsen 
und schussent wol ein stunde in die von Münster und tribent 
die damit zeriicke; in dem wurden etlich erstochen, erschossen i 
und vil wund und sunders eins ritters sün uf des von Mün- 
sters siten, der wol hunderttusent ') güldin rieh was, umh den 
hat man vil leids, und sust ob sechzig tot und wund. Es 
wart ouch etlich tage verzogen witer zÖ ziechen, deshalb die 
von Münster heim woltent sin gezogen; dann denselben bischof s 
bis an den dritten tag zii der keiserlichen maiestat nieman 
vemiocht. Und beschach die ufrür in der fronvasten,') do wolt 
einer von Strasburg, der vorhin dis ungeschicht ouch ange- 
vangen hat, wider angevangen haben, der wart ergriffen und 
im das houpt abgestagen. a 

Uf samstag vor ünsers herren froniichanien tag') erhüp sich 
die keiaerlich maiestat mit sampt der Wagenburg und er selbs 
in einem ganzen hamesch und legert sich zii dem herzogen 
gar nache; und als die Wagenburg geslagen wart und nit den- 
nocht allenthalben beslosaen und man mit allem ziige darin s 

6. viert«!. — 7. davor fthlt. ~- in dem herr. — 11. beiden teilen. — 
18. vil kombers und ans me dann. — 21. moieatat ze komeo »iemRQ. 
— 22. Abseh. und Knrbtl: uf dani fritaR in der Quutember (19- Mai), 
ümb den aontag (21. Mni) do wolt eiuer von Straaaburg, — 24. eem- 
— '« i"m oiT. y,r.nni Aat ar wq] verdienet hat, abge- 



') Knebel a. a. 0. und Abach. n. a, 0. aagen 40,000. _ t, 17, jiai. 
Nuch Knebel a. a. ü. nnd Absch. a. a. 0. am 19. Mai. Vcl. über diesen 
Riiuior, bei dem auch Frankfurter Knechts beteiligt waren. Wlilcker S 



i Knebel. Baaler Chr. II, 2tJ4 und Abscb. 11, 545. 



206 



1475 



geruckt und nietnan me sich gegen den herzogen besorgte, 
do kam der herzog mit einer merglicheu macht und mit 
vil slangen- und steinbücbsen und stalt die in witem velde 
an des keisers Wagenburg, villicht eins armbrestscbutz wit, 

1 und hielt iit drin bnöen stark darhinder und ving an scbiessen 
und tet vil Schadens mit dem gescbütz, das ob vierzig mannen 
tot verlibent und vil pferden, und hat sich ganz verwegen zfi 
striten, und meint man solt us der Wagenburg loufen. als oueh 
bescbach ; si rucktent aber wider darin und meinten, der herzog 

D wurde die Wagenburg stürmen, das aber nit beschacb, und 
wurden uf beiden teilen vil rittern geslagen. 

Item, in dem gingen us der keiserliclien wagenburg bi 
sechshundert schützen uud griffent den einen hufl'en des her- 
zogen an, und tt-ibent das bis nacht und erschussent ob 

■y hundert mannen , als die ßurgunner selber rettent ; und 
wurden ouch gar vil pferden erschosseu, dann das ganz veld 
vol lag. 

Item, si schuasent denselben abend dem keiser vier mal 
durch sin zeit und zwei mal durch sinen wagen, do er tag und 

I naclit in vart und oui-h darin slaffet; und wurden gar vii 
zelten zerschossen, dann es ein gros not gewesen ist. und hilb 
an umb vesperzit und wert bis in die nacht; do zugent si erst 
heim und flirten ir toten liit mit inen, bis an einen, der was 
dennocht in leben und wund, und wurden ouch bi zwölfen von 

' des keisers liiteu erschossen. 

Und in solichem vor uud nach hat ein bäbschlicher legat') 
vil getedingct und friden gesucht und so vil funden, das an 
Sonnentag nach unsers hergots tag obgenant ist ein frid ge- 
macht') und uf denselben sonnentag glich die Burgunschen 

> rete uf vierzig pferde in die wagenburg geritten und getagt 
in des keisers zeit und sind an der nacht wider in ir bero 
geritten mit grosser beleitung fiirsten und herren. und den- 
selben Sonnentag fründ und viend zfisamen gewandelt. 



1, und man sich gegen niemau me besorgte. — 6. schaden. — das ni 
dann fierzig man tot verüben und ouch vil. — 0. der benag Bolt. - 
■""■'"'' ' ' ' ■" — •- --n eigen «lt. — 2i 
-■- 1 rthlt. ' 



'. desselbi 



vierden mal durch t 

diacn dingen bat ein blibstiicber. — SS. 
- 30. mit vierzig. — getag. 



') Er hiea» Alexander von Forli und war am 26. April nach Köln ge- 
kommen. WOlcker S. 60; Knebe), Dualer Chr. il, K31. - »| 2>i. Mai Ea 
ist diea mir ein zweitägiger Wnffeasül Island. Wülcker S. 64 nnd Janssen, 
Kmiikfurtet Reichscorr. II, 364. 



147a 



207 



Iteru, uf niürndes uieiitag 'J zwüschen zwei gezelt, zwii- 
achen den beiden hereii ufgeslagen. und aber darinne getaget 
den ganzen tag, und sind aber fründ und viend bi einandern 
gewesen, und von beiden parthien etlich in die etat Nüas ge- 
ritten. 

Item und als dieselben gen Nüss förent, do kanient si in 
des richesten burgera hus der stat, der gab inen guten win 
und bier und darzfi ein blatten mit gesottenem fleiscb, was 
von rosaen, das assent si lustlich, und meinten es wcre als gilt 
gewesen, als von einem veiasen ochsen; und seit inen dersetb i 
burger, das si aider dem ostertage hettent gössen vierhundert 
und 2tl pferde, darunder gar cßstlich ros werent gewesen; ouch 
sagt er, das ai keinen mangel gehebt haben, dann an einem 
apotecker für die kranken, darzii an salz und an büchsenbulver. 

Item und als man in disen dingen lange zit von einem i 
tage hin an den andern getedinget hat und in semlicher tedinge 
alwegen vil ufrftren und scharmutzen beschechen, do ist es doch 
am letsten also bericht worden, das der legat die stat Nuss 
innemen sol zä des richs und sinen banden bis uf usspruchs 
des babstes ; und aol der herzog von Burgunnen damit ab- > 
scheiden und die kaiserlich maiestat ouch, doch aol der keiser 
dem herzogen nit nachziechen, als das luter abgerett ist. Es 
hat an diser nchtung menglich misvallen, dann suat so blibt 
der krieg und alle viendschaft offen und der keiser bette den 
dingen wol ein besser ende geben, nachdem und er als mech- 'i 
ticlich do gewesen ist,*) 



145. Die zaie der hvrren, so vor der stat Xdss 
bi einniicleni cewesen sind.*) 

Item am ersten der vorgenant Römscli keiser, mit siner 
ganzen macht. * 

1. Item am mentag fru sind z-n-ei. — lä. eiui. — 16. tfemlicheu 
tedingen. — 19. ufsprncb. — 23, dann andere ao. — 2J, hutte ouch. 
— '2.5. noclidem er dann als mechticlichen. — 27. Die zaIe der tUreten 
und Lern, ao vor der atat Nüas gelegen and. — 29. mit sinem ganzen 
gewaJt und uincbt. 

') 29. Mai — '1 Ueber die im Juni geftlbrten Friede na Verhandlungen 
siehe die von Bachmann mitgeteillen Aktenstücke in Font«« rer. Äuatr. 
XLVI. 3e2 370. Der Friede kam erat am 17. Nov. zu rtande, Abach. II, 
571, — *) Ludwig von Eptingen sandte ein viel auenihrticherea Verzeichnis 
nach Basel. Knebel. Basler Chr. 11, 280 ; Abseb. 11. 547. 



208 



1475 



Deniis zechen rechter bischofen , cliurNrsten und ander 
mit allem irem volk. 

Denoe 15 herzogen und marggrafen mit allem irem volke. 

Denne 65 grafen. 
i Denne drithalbhundert frlherren. 

Denne 625 ritter. 

Denne ob viertiisent edelman. 

Denne 63 richstette mit irem volk. 

Item der keiser hat in ein summ bi im gehebt ob 75 tusent 
> mannen. 

Item er hat ouch ob drithalbtusent zelten gehebt. Des 
andern zügs von büchsen und anderm ist gar vil gewesen. 



146. AU der herzog Ton Burgniinen am ersteu In Lo. 
thriiigen zoch uud ilen herzogen Tcrtrei|> und das 
^ land mit eiuandtirn iniiam. 

Und nachdem dann der herzog von Burgunneii also von 
Nbss was vertedinget worden und abgezogen, da zoch er äu- 
gendes mit frevelm gewalt in das herzogthflm von Lothringen 
und vertreip mit sinem gewalt deu fromeu ftirsteu von Lo- 

) thringen und nam im sin land in, der im nie kein leid hat 
getan;') dann das er damit vermeint, gemein Tiitsch nacion 
und besunders den alten loblichen pund der Eidgnosschaft und 
ouch ir verwanten der nüwen vereinunge zä vertriben, und si 
mit semlichem einem förnemen zu vertrucken, als harnach stat. 

i Also reit der herzog von Lothringen mit etlichen sinen 

dienern zem kting von Frankenrich, und was do lange zit bi 

H. outh mit. — 4. tfrnfen niit irem volk. — 7. denne me dann. — 
9. eumni crljcher und guter Ititen, ilIh obstat, bi im gehebt me dann 
TS.™ manne. — 11. hat ouch nie dann — gehebt, und darzü an- 
dern zilg Ton büchaen und siia, davou vil ia tchriben wer. — 13. DÖi 
der herznc — In Z. sl<M veigehrtdirn: und Lothringen. — 16. von 
Niisa vertealnget wordeu und echantlicheD abgezogen was, do zoch er 
iuigendea mit grosser hochva-rt und frevölm. — 19. und vertreip den 
fromen fiiraten und tmm im Bin land und dus gans tiersEogihüni mit- 
einandem in, der im doch nie kein leid getan hat. — 'Z'i. die alten 
löblichen piSnde, —24. g.mz kQ vertrucken, als harnach geliltert wirt. 
— Titel.' Das der herzog von Lothringeo zu dem küng von Frank- 
enrich in eigner peraone reit und im sin unligen clagt. 

■) Die Kinnahme LothrinirenB durch die Burgunder volhog sich von 
Anfiing Seytember bis Ende November H75. H. Witte, Lothringen und 
n.. 1 .._ i„i,.i — ^. j — n~.nii — i.„ri fa. Lothringiaclie Gtschitaite und 



U75 



209 



im und wart den küng als vil ermanen und in mit senilicher 
grosser bitte ankeren, das es im dennocht als dem allercristeii- 
lichesten kling zu herzen ging, das er mit sinem volk dem 
herzogen von Burgunnen ein widerstant und gegenwere tet, 
■ deeglichen die fiirsten, herren und stette der nüwen vereinung 
ouch tatent, und lies sich der küng des nit beturen, dann er 
dem herzogen von Lothringen gar vil gelta gap und fürsatzt') 
und wart damit das herzogthüm von Lothringen gar vast ge- 
wöst und nacher me dann einmal wider gewonnen und ver- 
loren, iils harnach bas geli'itert wirt. ' 

147. Das die Ton Bern nnd ron Fribnrg <Ias slos 
Illingen iiinanien und gewonnen.') 

Uf mitwochen nach der heiligen drier klingen tag. do man 
von der gebiirt Cristi zalt tusent vierhundert siebenzig und 
fünf iar. wart das gbt stark slos Illingen gewunnen nnd inge- i 
nomen von denen von Bern und Friburg von wenig lüten, die 
darzfi geordnet wurden. Dasaelb slos was des herren von Irlen, 
der was des herzogen von Burgunnen rat und diener und gar 
ein listiger man, darumb man in entaitzen möst,^) Also be- 
satzten es beid stett mit costen: darnach wart es ganz zer- '■ 
broehen. 



') Schillings Kenntnis der lothringischeu VerhältniHBe atreift nur das 
Allgemeinste. Der Herzog Ren^ war im Jahre HT5 Kwei Mal am franKGä- 
schen Hofe, um deseen Hiife anKuflehen, Witte, a. a 0. S. 55 und 59. Doch 
vergchweig't Scbitling, dass durch König Ludwigs Politik der lothringische 
Fürst gerode in dem genannten Jnhre vollatändig aufgeopfert wurde- Von 
einem Gel ddaileihen an Lothringen weiws man nichts betitiinmt««: hingegen 
liesB M Ludwig an derartigen Verspreeliungen nicht fehlen. Witte, a. a. 0. 
1891, ä. 239 und 2d4. Auch bezog Reue eiue frantäsische Pension. Witt«, 
n. a- 0. 18512. 8. 104. — ■) Der Zug gegen Grondson, Ifferten nnd andere 
SchlOner wurde schon am 27. Dez. 1474 von Bern in Oemeinachaft mit Frei- 
burg betrieben. Am 2. Jan. {und nicht erst, wie Schilling es angiebt, am 
11.) 6el Illingen, am ersten Tage der Belagerung. Bern erhielt die Nach- 
richt vom Faile des Schlosses am folgenden 1'age und wUnschte dessen Be- 
eetxung durch die Freiburger. Rats-M. lö, S. üv. ^ö. Aln i. Jan. nahmen 
die Sieger das Inventar des Schlosses auf. Abgedr. von M. de Techtermann 
in Arcffive« de la Socifte d'histoire da -caoton de Fribourg V, a22. Die ge- 
meinsamen Anordnungen Ober die Bewachung Illingens Ktehen im Hats-M. 
IS. S.60. 72. ua. Siehe auch Witt^, ZGOBb. NT. VII, 416. Ein Brief Frei- 
burga an Bern vom 4. Jan. steht im Anzeiger f. scbweiz. Gesch. II, Sil. — 
*) Besitzer des Schlosses lilingeu oder Irlen, Erlens. Erling. Illeus war da- 
zumal Guillaume de la Baume-Monirevel. Vgl. Ober ihn M. de Techter- 
mann a. a. 0. und J. Stammler, Der Domsuhatz von Lausanne, in den 
Kathol. Schwmerblattem X, S. t!7, Sep.-Ansgabe S. 166. 

14 



H.i« 



210 



1475 



Und nach der vorgenanten slacht und nidcrlege zu Ert*- 
kort, do beständen dis saclien etwas zits, das kein rechter 
angrif noch üug beschach in Burgunnen; so waren ouch die 
Burguniier als zam worden, das si sich ganz still und ver- 

> borgen hatten, und was ouch darzü gar hert, kalt wetten das 
man mit inen nit mocht geschaffen; wiewol etwie menigmal 
von Bern und andern der Eidgnossen knechten versampnungen 
beschachen, in Burgunnen zu ziechen, so wurdent ai doch dicke 
gewent und hinderlialten, dann ir wenig was und hatten kein 

' Ordnung und müst man entsitzen, das si schaden nemeii.') 



148. Das etlfch kiieclit ron Bern und Solotrrii mit el 
andern in Burgunnen zngeiit nnil ein grossen roaj 
vecbs mit inen brachtent. 



d 



An dem dritten tage merzen*) in dem vorgenanten iare' 
-, zugent etlieh knecht von Bern, Solotern und ander in Bur- 
gunnen, der warent bi fiinfhunderten, und nament den weg 
für Basel und durch das Sunkow und brachten mit inen gar 
ein grossen roup ob 1500 lioupt gehirnts vechs und darzb 
ander ding, das teiltent si alles under einandern und wart inen 
D ein gut büt. Si erstochen onch ob hundert mannen der vienden 
und zugent mit gewerter band wider us dem lande, das inen 
von gots gnaden nit beschach. 

5. hart und kalt. — 7. Bern and [andern fehlt] enden von ireu knechten 
versampnun^n. — 12. einen. — 16. der warent fünfhunciert. — 17. 
mit inen ein gruBsen roup veehs, me dann fünfzechenhandert houpt. 
— 20. von vienden. 

') Die Nachricht Schilling ist durchaiu richtig. Am 3. Dez. vernimmt 
man, aasa Kneehte von Soloturn und Biel forliieheo wollen; am 23., dass 
sich gegen 2U0 Spiesae Regen Ponterlin rüsten ; am 19 Jan. 1475 sind viele 
Knecnie in Biel versammeit ; Niclaua von Schamachtal und ürban von 
Huleren wurden abgesundt, um sie in GQte zur Umkehr zu bewegen. Für 
den Fall der Weigerung hatte Bern eine kleine Mannschaft am 20. Jan. 
»ufgeetellt. Aehnliche Nachrichten liefen ein am 28. Febr., ajn 6. März. 
Bern suchte Oberall durch dringende Mahnungen die Auszüge zu verhin- 
dern. RaiBÜ. Iß, S. 2. iK 62. 63, 65, 133, 166. 169; S. 172-179 steht die Liste 
der am 20. Jan. au%ebotenen Mannschaft; Tentsch Min. C, 360. 365. 391. 
üeber diese Ranbzüee vgl, Witte. ZGORh. NF. Vll. 444-44«: Edlibaeh S. 145, 
— *) Vielleicht ist dies aer Zug. der nach Trövillier« am Doubs gieng und 
von dem die Leute am i. März in Basel cinrflckten. Siehe Knebel. Basler 
Chr. II, 191. Die anonyme Chronik (ebd. V, 512 ff.) stimmt mit Schillings 
Zahlenangaben Überein; dann aber könnt« der 3. Mir* nicht der Tag aia 
AosmarBches sein. Am 6. März schrieb Bern einen dringenden Mahmtrief 
an Solotnrn, die Scharen: zurückzurufen. Am 17, waren sie auf dem KUc''- 
wege. Rats-M. 16, S. 145, 166. 109; Tentsch Miss. C, 391. 



149. Das nber etlich knecht ron Bern, Solotern nutl 
Blei mit eiuauderD ia Barg-nnneii lüffeu und oucli mit 
ineu einen roup bravhteiit, 

Damach zugent etlich knecht von Bern , Solotern und 
Biel, der gar wenig was, gen Granson und namen ouch ein 
grossen roup, ob fünfhundert gehimter houpten und anders; das 
tribent si ouch us dem lande mit gewerter band und beschach 
inen nit.'} 



150. Datj aber etllcli knecht roii Bern nud von Solotern 
einen grossen ronp namen und etlich Bivkartes er- i 
stachent. 

Item aber in der palmwuchen des vorgennnten iares*) 
machtent sich etlich knecht von Bern und von Solotern. der 
ouch nit vil was, züaamen und zugent für Niiwenburg hinin 
und mit namen bie für den turn,^) den si ouch innamen uud i 
mit gewalt inhatten, und nament do ouch ein grossen roup ob 
sibenliundert honpt gettirnts vechs, darzü vil schafeii und an- 
ders. Und kament etlich Burgunder und Bickart an si, schar- 
mutzten mit einandern und wolten inen den roup wider nomen; 
also gewunnent si inen die flAcht an und erstachent 9 Bickart < 
und brachtent den roup mit inen us dem lande und beschach 
inen von gots gnaden nit. 

2. Biirgimn i:ii|;;en und ouc:h ein ronp namea. — 4. engen aber. — 6. 
me (lanD Tiinf hundert gebirnter houpten vechs. — 9. Bern und Solo- 
t«m. — 10. und danö etlich. — 12. darnach in der palmwucheo. — 
14. ouch feMt. - 17. houpten. — 18. Bickarten, — 2Cf. Picitarten, 

') Am 11. Man weiss man in Bern, dasa Knechte von Soloturn und 
ät, Immertal nach Gmndson gegangen and mit Raub abgezo^^n seien. 
Bats-M. 16. 153. - '| Zwiacheti 19. und 20. Mans ist die Palmwoche. Bern 

J'ebt iich ulle HUhe, sowohl die Knecht« in Biel, als die in Solotum am 
UBzuge ZQ Tcrhtudern. Bata-U. 17. S. h, 8, lä. 16 vom 22.-28. Mira. Aber 
schon am 8. März hatte der Rat dem Probst StOr von Aniaoldingea den 
Auftrag gej^ben, • dafür eü sorgen, das xmt und den ungern, in was bia- 
t&mhB die sind ges^Men, ein gemeine nbiolntion der reisen halb, die uf drü 
isiT geatelt werd tu impetrieren. also dae wir und die unsem drü iar mögen 
Absolution der kriegen, die wir doch gemant von unserm obersten hero 
und boupt de» weltlichen ewerts der cristanheit tun mÜBuen. behalten, > 
TeotRch Miss. C, 389. - •) ». Hodt^Die Feldzüge Karls des Kühnen 1, MS 
und nach ihm Witte, ZÖORh. NF, Vil, 448 veralehen darunter den Ba^ard- 



yttiÄ-iäioyi<A^t^^^' Hienach »tat gexchribeii tlie sach ron Poiiterün, 

f wie am prsten etiivli kneclit ilaliin lütfen and stat 
.3S£ und liloü mit dem stürm gar ritterlichen genunaea. 

Üb darnach zil usgendem merzen ') in dem vorgenanten iare 
machten! sich aber etlich hantvest liite und glit gesellen zft- 
samen von Bern, Liitzern, Solotern und ander, das ir hi drit^ 
zechonhundert wurden und zugeu aber in Bnrgunnen bis gen 
Ponterlin*) und sturraten von stund an dieselben stat und ge- 
wunnon die mit dem swert und gewalt; do luffent die Bur- 
gunner in das slos, das in der stat gelegen und gar stark was 
und vermeintent sich dariune ze weren. Also gritfent si oueh 
gar bald das stus an und lülTent ritterlichen daran, und wart 
die not und angst als gi-os, das si das slos mit dem stürm 
und grossen arbeiten oucb gewunnen, und wurdent in der stat 
und dem slos umbhracht und erstochen ob drithalbhundert 
mannen.^) Es wart ouch darinne gar gros merklieh gut an 
barem gelt, Silbergeschirr und anderm erobert und gewunnen 
und aber gar unglich geteilt, als das man nachmalen von 
mengem guten gesellen hört clagen. Und diwile man das 
slos stürmte, do ritten die Bnrgunner und ander mit grossen 
huffen vor der atat und erzoügten sich inen in meinung, das 
das slos behalten und sich nit ergeben soltcn, so wurdent 
von inen entschiit, das si ouch gern betten getan ; es mocht 
aber nit helfen und wart also ritterlichen gewunnen.*) 

;^, gar ritterlicben fehlt. — 4. Nu fehlt. - 5. atlich fehlt. - 8, stör- 
ten, — VI. balde das alns an mit ritterlicher iiianheit und wart. — 
U. ouch fehlt. — 15. me diian drithalbhuniiert man. — 18. von menRem 
hiderman. — 20, Btormpt- — il. inen fehlt. — 2-2. sich fehlt. — über- 
geben- 

') Der Ansüug geschah ^wiachen dem 1. und 5, April. Rals-M. 17 

S. 27 und 38. Witte. ZiJOBh NF, Vll, ihi ealaoheidet sich für den 2. AprU. 
— ') FonlHriier im Tale des Doub». Die Stadt fiel am 7. April. Blösch, 
Gesch. V. Biel I, '^74. Das auf der Ostseite der Stwdt Belegene Schloss heisst 
Du-Molard- — 'J Schilling giebt die Zahl wohl au hoch an. In dem Schreiben 
Berns an ytrasahurg (unten Kap. 107) betrügt die Zahl der Ersclilagenen 
etwa 100, die d^r Gerangenen 24. Das Gleiche steht in einem Sehreiben an 
Wilhelm von Diesbach. Teutsch Miss. C, 42S. — ') Uehei' dies und Ja« 
folgende Kapitel siehe unten den Brief der Berner an Btrasaburg. Kap. 167. 



1475 



213 



» 



152. Das tlie Burgnnner, Laniparter niid Bickurten mit 
grONSfii iiiacliteti fdr Pontt^rliii ztigeut uud daran lier- 
ticlichen Aturtiiti'ii, diewile deuDuclit die EidgDOsseii 
dariiiue warent. 

Uud also blibent si daiinne mit gewtilt bis an den sechsten 6 
tag und hatten an win, brot und andern dingen ganz kein 
mangel und sunderlich an gfltem win, der si ganz frfllich macht, 
Do zwiischent hattent sich die Burgunner, Lamparten und 
Bickarten in dem ganzen lande mit gar grossen machten zu 
ros und füs versampnet, der ob zw61ftU8ent warent,') als nach- m 
malen von dem widerteil selber gcrett wart, und zugent mit 
einandern gen Ponterliu und meintcnt die 8tat und das slos 
wider zU gewinnen und die Eidgnossen darinne nmzcbringen; 
und vingen die stat an stürmen an allen orten und hatten 
ouch darzä geordnet allen ziig von leitern und was zu einem ib 
^tnrm gehört.') Also wart den Eidgnoüsen als rot und ernst, 
das si von stund an us dem slos ItifFen und machten ein Ord- 
nung zeringumb an den muren der stat, und meintent den 
«Bchen widerstant ze tünde und sich der grossen macht zfi er- 
weren, dann die muren der stat gar nider und unwerlit-h wa- » 
Tent, und vaehten als ritterlich und nianlich mit inen, das si 
von gots gnaden den stürm behielten und der vienden an dem 
aturm ob zweihundert') wurden erslagen, gar redlicher lüten, 
das die viend nachmaien selber retten, und kam der Eidgnossen 
von gots gnaden gar wenig umh. dann etlieh wurden wund, x 
die kament wider. Es wurden ouch an demselben stürm zwo 
panem und etwie luenig venli gewannen, die si mit einandern 
iilten. Also zugent die viend so mit grossen machten schant- 
lieh und unerlich ab, und was ir als vil, das si der Eidgnossen 
knecht nit wol lorsten angriffen. Und do si also abgezogen so 
warent, do nament die Eidgnossen in der stat und in dem 
»los was si mochten mit inen bringen und stiessent die stat 
mit füre an und zugent mit gewerter hand von allen vienden, 
i inen ganz nit beschach. 

2 lugön und einen sturro daran tfttent, diewile. — 4 warent und nit 
Bchüffent. — 6. ganz fehlt. — 10. der me dann. — 18. yerineint«n der 
aach ein widerstand. — 19. milchten — 20. dann ouch die. — "£2. an 
dem aturm fehtt. — 23. me dann zweihundert. — 27. etwo. — 2U. un- 
erliuhen ah und getoralen die Eidf;. nit angrifTen. 

') 10,000 nach dem Briefe der Berner an Straaaburg. — '1 ICa geBchah 
— j am 18. April. Das Datum ergiebt nch au« dem Brief Beme an Straaa- 
Kborg in Kap. 167. — *i 300 nach dem Briefe der Berner. 



2U U75 

«. «''i'*'Wjgj_ p^^ jjg ^,jjj| ßpj,jj uiu j|. pjjHßp gp„ Ponterliii zugen 
g nnd ir oud ander Ehlgnosseu knecht entschütten und 

vou den vienden crlüsen wollen. 

Und als nft diö aaclien am ersten gen Bern kament, wie 

s die iren und ander Eidgnossen gen Ponterlin komen und als 
mechticlichen belegen warent, do wurdent rät nnd zweihundert 
angends gemeinlichen zu rat, das man »i entschütten und nit 
verlassen wtilt.') Und zugen also us in dem narnen gottes mit 
ir ut'geworfnen paner und me dann mit drütnsent wol gewop- 

10 oeter und stritbarer mannen, der obrester houptman was herr 
Niclaus von Diespach, ein riter, und fürt die paner Hans Kut- 
1er, ein venner von dem erbern baotwerk der metzgero; dem 
wart für ein houptman und rat nach berkomen der stat Bern 
geben und zugeordnet Ludwig Brügler, ouch ein venner von 

10 den erbern meistern der gerwern. Und schriben also dis 
Sachen fürderlicb gen Lutzeni und gen Solotern. sw die iren 
ouch zu Ponterlin Itgen hatten, darzü andern Eidgnossen, das 
man zfi inen ziechen solt. Also zugent die von Solotern ouch 
gar bald mit ir statpaner und die von Friburg und Biel mit 

so iren zeichen ue; und wiewol die von Bern hatten vernomeo. 
das die iren und ander von Ponterlin mit gewerter band ab- 
gezogen warent und gros gut mit inen hatten bracht, nützit 
deatminder zugent si geetrax hinweg den nechsten in Bur- 
gunneit') und kament am ersten gen Ponterlin, das nament si 

»• von stund an wider in; dann die darinne warent, die äuchent 

2. und von den vißiiden erlÄsen fehlt. — 7. jgem ein Hohen fehlt. — 9. 
dritbalbtusont guwttpimter miLniien. ^ 13, einen. — 14. von dem er- 
bern bantwerk der. — 10. suchen angends gen LutMrn und Sol. — 
IT. Eid», oucb, das. — 18. TiUl: Das die von Solotem mit der etat 
paner, deaglicb die tod Friburg und Biel mit iren venlinen oueh gar 
mrderlicben gen Ponterlin zugent. — Es sugen ouch die von äol. mit 
der etat pnner, darzü d[e von Frib. und Biel mit iren venlinen u«; und 
wie die von Bern. — 23. desterminder. — hinweg den nechaten fehlt. 
— 24. daa namcnd ei von stund ftn wider in nnd wolt ir nieman darin 
leiten. Und zugen witer inBurgunn und branten vil aeb&ner dSrfem 
nnd fanden oucU wenig Idteu. 

') Am Abend des 8. April wusate man in Bern den Fall der Stadt 
Pontarlier. Teutsch Mias. C, 432. Am 10. besi-hlosa man den Hilfezug; an 
dieaem Tage wurde der abwesende N. v. Diesbacti zum alleinigen I&upt- 
mann und Bdtacbelbaeb als Bannerträger gewählt Rats-U. IT. Biel und 
Luzem wurden am 12. April zu Hilfe gemahnt. Ebd. Sä. 53-56. Die Solo- 
tumer und Qieler waren um 12. ausgezogen. BIOBcb, Gesch. f. Biel I, 274. 
— ') Abmarsch von Bern am 15. April. BaU-M. 17, 67. Am Tage vorher 
batt« Diesbach sein l'estament tifgesetzt ; abgedr. in den Abhandlungen 
des bist. Verein« des Kta. Bern 11. 330—3^4. 



1475 



■215 



Lgar balde dariis und woltent sich nit mo do lassen vinden, und 
f zugent also fiirer in Burgiinnen und branten gar vil seliSner 
[■ dörfern und hdser und was iederman geflochen. das man gar 
I wenig liiten vaiit. 



1154. Dos illo Burgniier, I,niii|iarteu und Itickarteu mit » 
grnsseii machten au die von Bern in witeni velde ka- 
ment und si iiil getorften angriffen.') 

Do nü die von Bern in dem land von Burgunn also unib- 

I gezogen warent und gar vil schftner diVt'ern verbrSnt und 

Ifewfist hatten, do zugent ai mit ir paner wider harumb in la 

Imeinung, an dem widerkere noch me ze brönnen und ze wü- 

l:0ten, und nieintcnt sich dann nach gelegenheit der ding vrol 

ärochen haben und schriben ouch iren lierren heim geu Bcni, 

W'ias man von stund an die Eidgnossen und ander, so itü inen 

Ezugent, wenden solte, dann ni ir nit bed6rftent. Indem hattent la 

Bsich die Burgunner, Lamparter und ßickarten mit grossen 

i'inachten versampnet, die man schätzt ob zwrdftusent gewap- 

I neter mannen,') als das nachmalen von inen selber gesagt 

Iwart, und zugent also in guter Ordnung uf witem velde in 

drin huffen und grossen scharen gein inen.') Do wart von h 

stund an von dem vorgenanten herr Niclaus von Diespach, 

dem houptman und herr Hansen von Halwile, sinem swager, 

Iin demselben witen velde ein Wagenburg geslagen und gar gut 
Ordnungen gemacht, und ruckten also in derselben Wagenburg 
gegen den vienden in rechter meinung mit inen zu striten, des » 
ei ouch von herzen begerten. Und wann si meintent si soi- 
tent bestan, so wichent si wider hindersich, und wurden inen 
etlich erschossen, dann die von Bern ir guten büchsen bi inen 
und ein semlich gAt Ordnung gemacht hatten, das si damit den 
Kl 



6, Bern und ander. — tO. zagen mit ai mit ir. — 11. and wüsten. — 
13. heim fehU: ~ 16. Lamparter, Bicltarteu und ajider, — 18. selber 
gerett. — 22. und ouch. ^ 2^. in dem witen. — 24. in der wnsen- 
bnrg. — 25. rechten. — 28. dann ouch die. — 29. und onch ali eniub 
Ordnung hatten. 



' Vgl hierüber des ÄnatOhrlichen den Brief Berna i 



I StruMburg 



') ' 
Kap. 1S8 

Zahl der Feinde auf u. _, _ , _ 

von NicI. ttÖBch in Biwter Chr. III. 3l2. — ') Es geschah dies am 23. April. 
Nach dem Briefe Berns an Htrassburg ma<:hten die Feinde zwei Angriffe; 
t sie wurden auf der groMen, vom Urugeon darchflosaenen Ebene westlich 



■ TOt Pontarlier venucht, ala die Sem 



1 La ßivi^re zurückkehrten. 



21 fi 



1475 



erlichen wideretant latent. Und ais die viend aemlichen lit- 
terlichen widerstaiit und gut Ordnungen under inen s: 
do zugent si schantlicben ab und äuclient an ir gewarsame;1 
do niocht man si leider zu füs nit erilen, dann si alle zu t 
s warent. Und zugent also die von Bern desselben mala widei 
gen Ponterlin und verbrauten und wüsten die stat und sloi 
und darzü ander schön dfirt'er, was si iinderwegen funden. 



155. Dnä die rou Hern noch nie Volkes oueli mit eliieri 
lianer in Biirguuneu schickteut. 

) Do man nft zu Bern vernam, wie die iren so verr in Bur- 

gunnen gezogen und mit den vienden als vast unibgeben wa* 
ren, da wart man betrachten, das es gar ein dein volk widfll 
ein semlich gros macht was und man davon wol merglichei 
schaden m6cht haben entpfangen ; und wurden aber vni 

i stund an usgezogen zweitusent werlicher und wol gewopneter 
mannen und denen für einen houptman zugeben Peternian von 
Wabern, alt schultheissen zA Bern.') Darzü schickten die voa 
Friburg aber ein venlin mit wolgerßster li'iten zQ inen un4 
zugen also fiirderlich in dem namen gottes ua. Und do si bis 

] gen Nüwenburg-) kament, do schribent die von Bern us dem 
velde, das si und ir getruwen Eidgnossen von Solotern mift 
iren panern us Burgannen zugent und am widerker werenti.' 
Und kament also züaamen und wurden mit einandern zu rafi 
das man fbr Granson und Orbcn ziechen und do ein I 

s slachen wolt, dann dieselben und ander stett und slos, S' 
umb gelegen warent zügehortent dem herren von Tschettfi" 

2. under inen aachen und si euch alwegen in der w.igenbuig g-„^. 
inuu ruckten und mit inen begerten xü strit«u und nit abBetzen wol' 
t«n, da zugen ai schantlicli ab. — 4. nit me, — 6. verwÜiBteii. — tbu 
Hloa. — 7. was ai dann. — 8. volkea mit einem »enli siü den iren in 
Burg, gar snelliclichen achicktent, — IL ao ^unz umbgebcn. — 15. V^ 
zweitusent, — gewapneter. — 10, Und das si gexi N, — läl. ic GidgOLi 
und gatrdwen Irdnde von Sol. — 25. dann oiich. — bIos da umb gf 
gelegen züguborten dem. 

') Die Aushebung der neuen Mannschaft wurde am 19. April beachlostei 
Von Wabern wohnte am 21. noch dem Bäte bet: mithin zogen aie an dieim 
oder dem folgenden Tage aua. RkIb-M. IT, 6<. IJeher den Fonterlinza 
vgl Knebel, Baaler Chr. ti, 302, 2iH. »17, 216. 217; Nid Kusch, ebd. H 
311. Edlibach, S. 146, dem doch die Chronik von Schilling vorlag, reil . 
dieaen Zug ehronologiach falsch ein- Manche intereasante Einzelheiten ent- 
hält der Berieht in Baiier Chr. III, 423, ~ '| Ebenao Basler Chr, III, 426. 



giou, ') der ein rat und diener des herzogen von Burgunnen 
und ouch ein hoiiptman und t'firer des reisigen ziigs in ober 
Burgunnen was. darumb man recht zCi dem sinen hat, 



156. Das die von Bern niid nudt'r ir Eidgiiosseii i^ich Idr 
Orniison sliigen und das gewuunen. 

TJf mitwochen nach sant Jflrien tag'} des vorgenanten 
iares zugent die von Bern, so in Burgunnen gewesen und die, 
so nach hingezogen warent, mit ir paner för tiranson und 
slftgent ein leger darvor, und zugen ouch mit inen ir getrüwen 
mitburger und Eidgnossen von Friburg und von Solotern mit i 
iren panern und venlinen. Und e man mit dem hülfen und 
der macht darkam, do lüffen etlich von Bern vor dannen, und 
uietntent das kloster zCi stürmen und abzeloufen ; das mocht 
dozemal nit gesin, dann es gar stark und wol veraechen was, 
und wurden etlich von Bern übel wund und zwen erschossen.^) i 



157. Das die von Kitsei mit einer grossi'n bticlisen und 
einem erliclieu volke gen Graiisou kamen. 

Es kament ouch eigens willens und ungemant die von 
Basel zu denen von Bern von sunder trüw und liebe wegen, so 
si zCi inen band, mit vierhundert wotgerüster mannen und einem t 
venu, darzü mit einer grossen büchsen, und leitent sich ouch 
zu denen von Bern für Granson und hieltent sieh mit inen gar 
früntlich. *) 

5. und such du innamen und eewamien. — G. JGrgen. — 7. and ouch 
die. — 8. gen Gransnn — 9. aarfiSr. — ir getrüwen Kiiig. und mit' 
burgur von Sol. und Fr, — 12. und wolt«n das cloBter Btiirmen und 
abloufen. — 17. Volke ouch humach ijen. — 18. ungemant die fromen 
hantvesten Idte, die von BaaeL — 20. wolgewapneter mannen tu tob 
nod fiJB. — 23. fnintlich und (^rlich und wollen ouch in liebe und 
leid mit inen sU-rben und genesen, da.» ein gros trüw und friintHchBift 
wiiH und man gein inen ouch nit vergraaen aol. 

■I Besitzer von (irandson. Orbe. Echcillens. Montagny-Ie-Corbuz, Belmoiit 
und Böttens war der bnrgundiache Edeltnauu Hugo von Chftlon; er iat der 



Stiefbruder de» Ludirig von Cbateau-Guyon. Bualer Chr. 111. 312. - 

April. Ebenso Knebel. Basler Chr. II, '217. — '[ Knebel auricnt von 

12 Toten, üeber die Belngemng von Orandson vgl. Knebel, Basler Chr. II, 



•in. 22(1. 22a, 225. und Nid. ROsch, ebd. ül. 312.- <l Vgl. Knebel, Basier 
Chr, JI. 217; V, 513. Die Basler tralen am 26. April mit den Bernern m- 



IhK Dm die tor Lut2«ni oneb ear tröstlich zö denen 
t«B Bern fir (tr)ias«B ksa«nL 

Aber die fromen bsntveaten löte von Latzern luttent sich 
atlichen darzA gerü«t gen Ponterlio zu ziecben and die iren 

> und ander helfen entschätten. Und wievol inen die von Bern 
ftchril)ent. das die iren nnd ander von Ponterlin gezog^i und 
Ott not were, das »i färer ziechen soltont. dann si mit ir poner 
oucb wider ns Burgnnnen werent komen, do bewistcn si sich 
dennoeht als getniw Mnde nntl sprachen: wir sind von Unser 

II getniwen fründen und Eidgnoiisen wegen von Bern usgezogen 
und wellen ouch zA inen ziet^faen und mit inen sterben und 
genesen. Und zugent also mit ir paner und einem gar er- 
lichen wolgewapneten volke gar snelliclichen zu denen von 
Bern und woltent eich nieman lassen «enden, bis si zu inen 

i für Uraneon kamen.') Do hielten! si sich in allen trbwen mit 
inen, das man gegen inen ouch niemermer vergest^en sol, dann 
hi du» eigens willens tatent. 

Und also von stund an richtent die von Bern ir biichsen, 
die si bi inen hatten, an daa closter zen BarfAssen, dcsglich 

a de richten dib von Basel ir biichsen ouch daran und wart gar 
endelich darin geschossen und von andern gewerket; darzA 
Hchicktent ouch die von Bern us dem velde umb ir grossen 
houptbüchsen , damit man senilichs tnftcht beschiessen; die 
wurden ouch inen äugendes nachgeschicket.*) 

'. 159. Das die stat (jtransoii oud ouch das slos von denen 
von Kern und aiideru |Ei;ewunDen wart. , 

Ito man iiu nach den houptbüchsen gen Bern geschickt 
und man «ich versechen hat etwas zites vor Granson ze ligen, 

I LutKi^n mit ir ntut paner und einem erlichen Tolke ouch forder- 
lich Ken Oninson kamen. — 3. Aber fehlt. — ni>tvetten liite. die, — 
4, oucn »itlichen. — 7. not were, fürer z& ziechen. — 9. getrdwen und 
hrbÜL-rlivben frdoden. — 11. bi inen sterben. — 16. daiin »i das Ws 
tatent fehlt — 19. desglich die von Boael onch tatent — 21. endlich 
daran |{s*cho««en n od se werket. — 2S. daniit uinn eud n&cht geben. 
— '24. nticltgeBant. '■ 261 andern iren Eidg'. gewunnen und erobert wart, 

<) Die Luxerner kamen um '24. April nuch Soloturn. Ilatü-M. 17. Am 
2ß. trafL^n «Je und die Hagler mit den Bernem zusammen. Teutsch Miaa. 
C. 450, iin'l Knebel. Basier Chr. II, 217. — <| Am 29. April beBchloea der 
Kot iu Bi'm, dun Meiiter Htinit Tilier mit der mittlem BüchHe, einem Holer, 
etlichen HandbUchaen. Schirm und Pulver abzusenden. Rats-H. 17, 77. In 
einem Briefe an den hvat. KOnig bebt er rübmeud hervor, dasB eich Hana 
Tilier ehrlich gehalten und axa der groMen BUehse mannlich geschossen habe. 

KM. !^ "" KT...!. lf^..1.j ■ -^ '^-^ , - . 1- T,. 1 > — 



1475 



219 



und e dieselben büchsen kiiment, da iinderrettent sich die 
houptlüt und venner von hem und ander mit inen von eins 
Sturmes wegen, und meinten also die stat und daa closter 7.Ü 
Btümien mit lüten, die das gern tetent und mit eignem willen 
daran gingent, ') dann man nieman darzü zwingen wolt, nach- » 
dem es dann ein starke stat und aber noch nit beschossen 
was : darzü hat man ouch noch kein leitern noch ander bereit- 
Bchaft. Und also am sonnentag vor dem meitag') ving man 
den stürm in dem namen gottes an ganz manlich und mit 
grossem ernst, und schos man ouch an einem ort füre in die lu 
etat ; und do si in der stat semlichen ernst, angst und not 
eachent, das man inen nit viren wolt, do äuchont si bald in 
das slos, wer darin komen mocht und namen mit inen was 
inen liep was. Es woltent ouch etlich zö schif hinweg ge- 
varen und geflocben ein, die wurdent von denen von Bern uf " 
dem sewe erilt und gevangen, als dann das vorhin angesehen 
und versechen was. Und wart also die stat Granaon gar eilich 
und mantieh gewunnen und wurdent darinne nit nie erstochen 
und umbbracht dann fünf manne ; mit den andern hat man er- 
bermd, dann es raerenteils als arm puren vom lande, denen so 
dis ding nit liep warent. Und rust man sich äugendes zu, das 
man das slos ouch stürmen wolt, und meintent etlich von 
stund daran zä loufen: das woltent die houptldt nit gestatten, 
die do wistent, wie stark und werlich das slos was, und rust 
man sich aber nit destminder zu dem stürm mit holwerken und « 
andern sachen, das die im slos wol sachen und mai'kten, das 
man inen nit viren wolt. Und also moriides am mcitag^) ga- 
bent si das slos uf denen von Bern und andern, die bi inen 
warent, das man si mit ir habe und dem iren abziechen 
lassen und inen am leben nit tun solt; das man ouch inen also h 
versprach, und wart also ingenomen und gewunnen und stat 
und slos VOR denen von Bern und andern besatzt, dann si 
inen ouch »wären und huldeteii. 



2. houptlüt und venner fehlt. — b. dann mau ouch. — 7. ouch kein 
leitern. — 11. und da die. — IG. angeaechen und betmeht. — 21, die 
ding. — 32. von denen von Bern besatzt und nacli uller notdurft yer- 
aorget, donn ai inen ouch angendes BWÜren und huldeteo. 



I Ebenso Baaler Chr. V, 5ia. — ■) HO. April. — ») I. Mai. üeber die 
Eroberung von GrandBon vgl Les entrepriaes du liuc de Boargn^ne contre 



160. Dhs die zwei gtiton n\os Montaucü nod Tscbarte 

ouch iiiErenomeii au<l gewnuiieii worden. 

Darnach wurden ouch die zwei starken slos Montangy 
und Töcherle ') von denen von Bern und andern iren gewanten 
■ gewunnen und ingenomen; dieselben slos ouch des vorge- 
nanten herren von Tschettegion warent und wurden ouch von 
denen von Born nach aller notdurft besetzt. 

161. U&s mau fdr Urbau zocli niid Hie stat ingeDomen 

nod gewnaneu wart. 

1 und als dann Granson stat und slos und darzCi ander 

Blf)sser, wie davor stat. ingenomen und gewunnen, do wurden 
die von Bern und ander mit inen zu rat, das man gen Urban, 
das ouch den vorgenanten herren zügehorte ziechen und das 
mit der hilf des almechtigen gottes erobern wolt. Und diewile 

I man dennocht im leger zu Granson lag, do schicktent die von 
Bern heimlich gen Orban, das si sich ergebent und inen selber 
vor grossem komber und ungevelle werent und tatent das 
darumb, das der armen liiten uf dem lande ouch wurd ge- 
schonet; das slügent die von Orba zwiirent ab und woltens 

I nit t&n. Also brachent die von Bern und ander mit inen uf 
und zugent gen Orba und do si zä der stat kamend, do gin- 
gent inen die in der stat engegen und ergabent sich an die 
von Bern und erbuttent sich inen zu sweren und hulden, also 
das man si bi iren hiisern und dem iren schirmt und behielt, 

; das inen ouch zugesagt wart. Aber die edlen und ander, so 
in dem slos warent , woltent sich nit ergeben und do si 
markten und eaehen, das sich die in der stat ergeben hatten, 
da stiessent si die stat mit füre au, das es vast brau; do 
Iiiffen gilt gesellen von Bern und ander dar und hülfen 

1 Ifiöchen : doch zerging das füre nit on grossen schaden, dann 
gar vil guter hiisern darin verbrunnen, 

1. EUcharlea wan deni;n van Ben) oucb. — 3, zwei güteii uod starken. 
— 4 EtaeharleH. — 5. vorffenimteu fehlt. — 7. bcBatit. — 8. Diu die 
von Bern and ander fiir Urban zugen und die atat vun inen autb 
ingeDomen und gewannen wart. — 13. dein vorgenanten. — 14. und 
mit der hilf gottea nnderstan. wolt, das zu eroWra. — 21. zugent dar 
und. — gen CJtb» fehlt. — 25. andern. — 27. markten und vernamen. 

') Montajrny-le Corhox (bei Yverdon) und Ecballeoa. Nach den Entre- 

Briscs wnnie daa eralgenannl« Schloss verbrannt und zerstört, ebenso 
baiupvent. 



1475 



231 



STDas die von ßern onil auder Orbau, das stark sloa 
mit dem swert und einem hartem stnrme gewannen 
grtr ritterliclien, 

Nö also in dem grossen ernste, den die von Bern und 
ander hatten, wie si die not des förea gewenden und er- 
löschen möchten, do wurdent si über die im slos gar vaat 
erzürnet und ergrempt. Und also ungeordneter sachen, do 
röftent etlich hantvest Iiite von Bern und andern, das man 
an das slos loufen und stürmen solto, das euch besdiach, und 
understündent durch die tore und niuren in ze brechen. Die i 
im slos warent, die wartent sich gar inanlich und trostlich 
mit werfen und schieasen. das man me dann einmal von 
grosser not wegen niüst dannen wichen, dann das der ernst 
als gros was, das man alweg hart daran lüff, wiewol man zö 
stürmen wenig zügs bat. Darzü warent ouch die büchsen- i 
schützen von Bern und ander in den kilchturn und gar nache 
zeni slos komen, die schussen als mit grossem i'mst in die 
zinnen, das die in dem slos mit irem werfen und schiessen 
gar wenig mochten geschaffen, und wurden ir gar balde in 
dem sioB fünfzecben erschossen. Also half got denen von Bern ä 
und andern, das si durch die muren und tor, ouch über die 
muren in das slos kament und die viend in die turn des slos 
wichen mosten, und besunder kam ir vil in einen turn, der 
gar usdermassen stark und werlich was : daran mfist man 
grossen ernst bruchen, dann oben an dem turn ein werlicher s 
zwingolf was, darin si kament und sich darinne bi einer 
ganzen stunde enthielten und wurfent gar vast harus und 
taten ouch grossen schaden, dann si wol saehent, das kein 
gnade do was und si alle sterbeu mästen. Und also kament 
etlich inwendig durch den turn hinuf und wurfent als ritter- b 
lieh und manlich harab zu den vienden, das si sich nit me 
kondcn erwerren mit keinen dingen. Also kam man zu inen 
in den zwingolf, doselbs wurdent si alle ze tode erslagen und 
me dann zwenzig man über die zinnen harus geworfen, das 
doch ein gros note und cleglich sach was. Und do man meint n 
die sach ganz gewannen und erobert haben, do warent noch 

4. Und also. — U. eich ouch gar manlich mit. — 13. von daoneii. — 
14. hart wider daran. — 15, m stürncn ganz ungenist wfm und wenig. 
— 19. schaffen. — 22. in die tum von rechter not wegen wichen. — 
23. Bundera. — Ü6, darin nie dann ein stunde. — 32. herweren. 



222 



1475 



me Walchen uf etlifhen andern turnen, die sich ouch uian- 
lichen wartent. dann si ouch wo! wietent, das man inen kein 
gnade erzougt ; denselben tet man ouch als angst und uot, 
das si gar bald gewannen und über die muren liarus geworfen 

B wurden. Und also wart das sloa mit grosser not und nian- 
lidier arbeit von gottes gnaden gewunnen und darimie ob 
hundert und zwenzig mannen erstochen und umbbracht und 
die andern also lebendig über die turn und muren harus ge- 
worfen, und blibent leider von Bern und andern Eidgnossen 

10 bi zwölf mannen tot und wurden me dann vierzig am stürm 
wund. Der almechtig, barmherzig got gebe inen allen die ewig 
röw ! Der stürm wert me dann vier stund an einandcrn. Itera 
es wart ouch in dem «tos erslagen der herr von Tschette- 
willa'), houptman und darzä 24 edelman, denen wart allen ir 

IS rechter sold dann bettcnt si sich ergeben, als die in der stat 
tatent, so het man si Kern ufgenomen und wer inen ganz nit 
besehe eben. ) 

163. Das sich die von Junge, stat und slos, onch an 
die von Bern ergubeut. 

III Do man nfi Orben also gewunnen und das besetzet hat, 

do wurdent die von Bern und ander zo rat, das man ouch gen 
Jfinge ziechen und das erobern wolt, und schickt man ouch 
etlich kunttftt dar durch des besten und minsten costen 
willen, und wart der von Wabern mit tusent mannen von Bern 



- got verlieh. — 20. I 



ind, der me dann vier Btund an 



') NicliiUB Tou Joux. Herr za Chäteaa-Vilain. Die Zahl der gefallenen 
Edeln giebt Beru in einem Schreiben vum 18. Mai auf IT an, dfn eigenen 
Verlast auf 8 oder 10 ■ und nit me .. Teutseh Mias. C, 464. — ♦) Bern 
achreibt am 3. Mai an Liiz«rn und Solotura ; wie die stat Orban mit den 
reifigen iiig herant, Ton den ingeee^Benen ufgeben, demnach Tt>n den Bi- 
ksrten und BnrguG dien mit fiU angeatoaBen, 7«m teil verbrant, and wie 
daruf daa slus Orban mit dem stürm erobert ist. und die vind darinno alle 
umbbracht, lebend und tod dber die mure ua geworfen, dero tu und den- 
nooht nit gez<>lt gewesen sind. ßats-M. 17. ä4. Demnach niuss die Krobft- 
rung von Orbe am 2. oder am Morgen den 3. Mai stattgefunden haben. 
Etterlin S. \^ aetzt sie wohl zu früh auf den 1. Mai an. Einen ansRlliT- 
licben Bericht hierüber enthalten di>^ Entrepriacs, S. 22-'i— 230. Siehe auch 
Basler Chr. II. 218. 227; 111, 313; Edlibach S. 14-5. Ein Hana Singer von 
Nidwalden verdächtigte später die Luzerner und Bemer, sie hütlen vor 
Orbe unehrlich gehandelt, < dann sie die armen liit darin getrost und dea 
lebens gesicbert and darüber verbeugt haben, die lä erstechen und harus 
zu weden >. Bern will desw^en auf der Tngsatznng Klage führen. Hata-H. 
vom 12. Sept, 1475. 



1475 



223 



dar geordnet. Also begerteiit ai oueli gnaden und ergabent 
sich an die von Bern, das man si bi dem iien lies bltben 
das tet man und wart stat und slos nach aller notdurft be- 
setzet. ') Und was auch, als man von dem widerteil warlichen 
vernam, ein senilicher schrecken in das land komen, das man n 
Burgunnen wol gewunnen und vil nutzes und fromen geschaffet 
hette, dann das man mit Bpia und andern dingen nit ver- 
sechen was; also wurdent die yewnnnenen atett und slos nach 
aller notdurft besatzt*) und zooh man do wider heim. 

Item es zugen ouch des herzogen von Oesterich lantvogt*) to 
und die stat von Strasburg gar mit einem erlichen reisigen 
züge gegen denen von Bern und warent gar vast tage und 
nacht geritten, das si zu inen kament : und wurdent doch am 
widerker von denen von Bern zA Niiwenburg gewent, das inen 
gar leid was, das man umb si ouch billich verdienen und in is 
truwen niemermer vergessen sol, dann uudankberkeit in dem 
himel und oiich uf der erden für das grösto laster wirt ge- 
schetzt, davon nieman den andern versmachen sol. *) 

lt>4. Das die von Latzern mit ir paner nnd allem irem 
Volke mit deticn von Bern heimzngeii und worden gar »> 
wol enpfangeii. 

Und als man nü us dem velde wider heim schied, do 
batent die houptldt, venner und rate von Bern die von Lutzern 

2. bi dem leben und ouch bi dem 
I. do fthll. - 10. TiUl: Das dieatat 
von Strauburg iiad den hetiogea von Oesterich lantyogt onch von der 
Boch wegen usffezogen waren. ~^ Ea xugen ouch die von Str. und des 
heraogon. — 15. leid was. das ri nit bi at wareat komen. das man 
onch umb si billicben yerdienen und des nit vergeseen sol, dann ti 
ouch das Irs eignen willens und ungcmaTit tatent. — 16. dann Un- 
dankbarkeit big Teremachen sol fehlt. — 20. beimxugen und wol eii- 
pfangen wurden. 

') Die Einnahme von Jougue, nordw. von Orbe, musd vor dem 6. Mai 
■tattccfandcQ haben. Rats-M. IT, 8ti. Vel. hieiüber auch Basier Chr. n, 21»; 
V, 514 ; dn» nnten in Eap. 16S stehende Li'd Veit Webers und Elterlin 
S. 198. Die Entreprises S. 280-233 st«hen mit den andern DarsteHuageo 
im Widerspruch; Witt--. ZGÜRh. NK. VII, 472 f- legt aie doch seiner be- 
Huhreibunc zu Grunde. Einen «ummariscben Bericht über die Ereignisse des 
April und Mai enthält ein Brief Berns an die Hauptleut« Basels und 
Strassburgs im kaiBerlichen Lager, vom 18. Mai. Tea'sch Mise. C, 4M. Die 
militärische Bedeutnng von Jougne'a hagt heben namentlich Knebel, Veit 
Weber und Etterlin hervor, Bern schreibt in dem Brief vom 18, Mai: 
Jouene habe < die besten paasen und rick us Saf&y in Gurgunnen in >. — 
•) Grandson mit 2-3u0, Orbe mit 300, Jougne mit 5-60U Mann. Entre- 
prises. 3. 225. ?3Ü, 234, — ') Hermann von Eptingen. - *) Siehe Witt«. 
ZGOBh- NF VU. 473 und Basler Chr. III, 425, Auch diesmal trugen sie 
das weisse Kreuz. 



224 



1475 



gar mit hocheni flis, das si mit inen heim gen Bern ziigent 
mit irem paner und ouch den iren, dann ir paner von Lutzern 
wer vorhin nie me zö Bern gewesen und wer iederman vaat 
begirlicli, das zu sechen. Das tatunt die von Lutzem umb 
B truwen willen und zugen mit inen gen Bern; und als si mit 
einandern kanient gen Frowen-Gappel zä einem frowendoster '), 
do wartet man do einandern und assent und trunken mit ein- 
andern ; das wart alles von denen von Bern bezalt Und do 
man sich versampnet hat, do machten die von Bern und 

10 Lutzem gar ein schfm ordnung mit vor- und naclihüten und 
zugen also mit iren panem mit einandern gegen Bern. Also 
bekamen die rät und burger von Bern inen enent Bi^niplitz 
wol mit vierhundert iunger knaben, die alle werinen trügen, 
spies, bücbsen, armbrest und anders, und hat iegliuher ein 

iB paner und venlin in der band an einem stecken und die wa- 
rent alle gemolet mit dero von Bern und Lutzern zeichen an 
allen orten und der merteil al mit der von Lutzem zeiehen. 
Do zugent dieselben iungen knaben in einer guten Ordnung 
mit irem houptman zu dem volke und neben inen hin und 

ta retten und schmwen alle mit einheller stimme vom anfang 
bis zö ende dem volke: • Lieben herren und lieben getrüwen 
Eidgnossen von Lutzem ! sind lins al gemeinlich zfi hundert^ 
tusent malen got willkumen, dann wir üch von herzen gern 
sechen bj ünsern herren von Bern *. Und als das von den 

35 kinden bescbach, do hielt man still , und ging der kinden 
enpfachen als mengem von Bern und Lutzern so nache zu 
herzen, das inen raeronteils von rechten frfluden die ougen 
überliiffen. Also rett herr Niciaus von Scharnachtal, ritter, der 
dazemat schulthes zu Bern was: «Lieben brilderlichen fründe 

to und geträwen Eidgnossen und allerliebsten brfider von Lutzern ! 
Min herren von Bern, ein rat und ganz gemeinde habent mir 

(i. geil Frowen- 
— 10 mit Tor- 
i burgflr enent 
n. — 13. iunmr fekll. - 15. stecken, die. - 16. 
r merteil WiiLulKem reichen fehlt. — al, herren 
nnd getrüwen. — 22. üna allen. — 23. dann wir »echen üch von 
herzen gern bi linaern lieben herren von Bern. — 26. als nncbe. — 
2ii, übergingen. ritter fthll. 

') In Frauen -Kappelen (etwa 2 Stundpn von Bern), war ein Kloster 
regulierter Kanoniflsinnen des Augustiner- Orden». Ueber den Rückweg der 
Berner siehe Wilte. a. n. 0. S. 474. 



Bümplitz ii 



1475 



225 



bevolhen lich gfitlich und früntlich zfi enpfacheii, und wie 
trQntlicb ich das tftn k{>nde oder möchte, darinne tete ich 
allen mineii herren dienst und gros wolgevallen ; und besnu- 
I ders sol ich lich enpfachen und enpfach lieh am ersten von 
[ diser unser iungen kindeo und knaben wegen, die hie gegen- s 
> wirtig oder noch dobeimen sind, dobi ir bi den iungen merken 
m&gen der alten herzen und gCiten willen » mit gar vi! guter 
und herziclicher worten. Also wart im durch Heinrichen 
Hassfiu'ter, sclmltheissen und houptman von Lutzern, frünt- 
lich und gütlich gedanket und meinten, was si inen getan, w 
das betten inen ir obern und herren gar ernstlichen bevolhen 
und wer euch alles von inen mit gfitem herzen und willen 
beschechen, und dankten widerumb denen von Bern der trü- 
wen, liebe und fnintschaft, so herr Niclaus von Diespacfa, 
ritter, ouch herr Hans von Halwil und ander ir venner, rät « 
und burger in semlichem zuge inen bewist und getan hatten, 
mit gar guten, trüwen und verniinftigen Worten. Und damit 
20ch man iu Ordnung bis gen Bern und schruwen alweg die 
iungen knaben: «Lieben Eidgnosaen von Lutzern, sind uns zu 
hunderttusent malen gotwilkum, wann wir sechen üch von m 
herzen gern komen in unser stat von Bern '. > und kamen 
also gen Bern. Da wurdent si mit grossen frßuden enpfangen. 
Und als die von Lutzern morndes ufbrechen und heim ziechen 
woltent, do beböp man si ztt Bern noch einen tag und weit 
man si überein nit dannen lassen und tet man inen gros zucht » 
und ere und schankt man inen und iren emptreu alles das si 
verzert hattent, es were in geselschaften, in wirtzhiisem, in 
badstuben oder an den scherem ; wo man hin kam, da wolt 
man kein gelt von nieman nemen. Also was es an allen orten 
bestell, das alles dennocht ein merklich summ traff, und was » 
denen von Lutzern gar zli grossem dank und zugent also 
morndes in dem namen gottes wider in truwen und liebe 
beim. ') Dis han ich darumb harin gezogen, das ein gut fründ 

2. möcht, daran. — 6. daheiw. — 7, miigent. — 9. den «chulthfiaieii. 

— 15. darzü ander venner. — 17. oucli mit güteii. — 19. knaben mit 
Worten als vorstat. und kamen damit Ren Bern. — «Lieben Eid- 
gnoasen 6m tob Bern ! » fehlt. — 2S. da Ketoi'st man. — 30. beatall. 

— 32. in trdwen und liebe fehU. 

') Auch Etterlin, 8. 198 rübmt den festlichen Empfiing der Lazerner 
in Bern, der am 9. oder 10. Mai statt^funden haben muss. Denn am 
letztgenannten Taire sind die Berner wieder xu HauHe. |Rate-M. IT), um 
" die Basler. (Basler Chr. II, 282, töi.) 



226 1475 

den andern nit versmachen und im siner trnwen alweg danken 
ftol. so mfigent si von einandem niemermer zcrtrent nodi 
gedcbeiden werden, dann die von Lntzem ooch dis trair und 
firantschaft von wort ze wort in ir statbfich geschriben hand. 
als ich dann das darinne gelesen und dams geschriben han, *) 
dabi man wol mag erkennen, das si semlichs ouch zfl ewiger 
gedechtnus behalten und niemermer vergessen wellent. 



165« Wie die von Bern den iren sekril^eni, mls si ^n 

Ponteriin gezogen warent. 

vf Unser fr6ntlich willig dienst und was wir eren und g:ftts 

vermögen zfivor, streng, forsichtig. wis, sunder lieb und ge- 
truw miträt ! Wir zwifeln nit. dann ir herr der houptman 
wüssen, was wir uch und andern üch mit zühilf darin ver- 
bunden bevolhen haben, der unsem halb üwer ffirung und ver- 

15 nunft zu geben : darin under anderm ein punct, an dem uns 
vast vil gelegen ist, mit namen das die unsem in irm durch- 
zug durch unser und unser zügewanten land und lüt denselben 
allerlei smaeh, frefel und kumbers mit nemen und verwüsten 
des im und süss furnämen, das uns ie nit zfi liden gebürt, 

th wellen ouch das deheinswegs gestatten '). Harumb so bevelhen 
wir üch, herr der houptman, durch üch, üwer zügebnen und 
gewanten unser venr, rät und ander mit allem ernst daruf 
zu sorgen und handeln, das solichs nit mer bescheche und ob 
ir iemant, wie der genampt si, in schuld funden, den welleu 

is von stund an s warlich strafen und darin dehein gnad, ver- 
Ziehung noch milte bruchen, dann gestracks gegen in sinr 
schuld nach handeln, damit die ander z& gehorsame gebogen 
werden und die unsern in rüwen und bi dem im beliben 

10. Text nach Teutsch Miss. C, 432. - wiWis fehlt Z. B — und ßrüts 
fehlt Z. B. — 11. streng, fursichtig, wis f^lt Z, B. — 13. andern 
liw^rn mit heitern bevolhen haben Z. B. — 15. punet, daran vil gel gen 
Z, B. — ÜO keineswegs B. — 2.S. me Z, B. — 24. fundent, die Z, B. 
— 26. gegen inen handien, damit Z, B. — 27. gehorsamkeit Z, B. 

*j Dieser Teil des Luzemer Ratbuches ist nicht mehr vorhanden. Siehe 
A. Bernoulli im Jahrbuch f. Schweiz. Geschichte I, 150 f. — *) Das neuen- 
burgJHche Gebiet des Markgrafen von Röteln hatte namentlich zu leiden. 
Des weisen schickte der bemische Rat am 6 April zum Schutze der mark- 
gräfi. Lande eine Deputation ab, bestehend aus Georg und Jakob von Stein 
und Hans Wiler. Am folgenden Tage führte man bei den Eidgenossen 
Klaj^e , dass ihre Knechte um See mehr schaden , als in Feindesland. 
Rats-M. 17, 42 und 44 ; Absch. II, 536. 



1475 



227 



mugcn, und haben hariii deliein fiirwort, das ist unser beaunder 
hoch begird, will und meinung. Fiirer ao tünd wir üch zu 
wussen, das unser Eidgnosseii von Switz uns gestern haben 
geschriben, nachdem die knecht zd Ponterlin beügert, das si 
iu willen sien zu uns zft ziechen und die eiitschütten und uf 
ietzkomenden donstag zö Lucem sin. ') Wir haben inen ge- 
antwurt mit zimlichem danksagen und dabi zu erkennGu geben, 
wiewo! die knecht danneu geruckt, so sien doch unser houpt- 
liit, rät und die unseru in das veld, dann gar schimpflich 
gewesen were, nachdem die unsern versampnet, unser btichsen i 
abstat gevertiget und wir darzü ganz gericht waren, wider 
hindersich z& keren und an si begert, irn zäzug zCi Mrdem, 
mit mer worten, und sind in gutem hoffen, es werd geschechen. 
Der ursach halb, so wellen ouch mit üwerm fürzug nit ilen, 
sunder sitlich handeln, als ir mit liwer Vernunft wol wüssen. i 
Was uns dann fiirer begegnet, wellen wir uch tag und nacht 
verkünden, deaglich wir von üch ouch alzit begeren. Damit 
so hab lieh der barmherzig got in einem gfitlichen schirm und 
eflgen. Datum mentag 16 aprilis 75,') 



166. Hienacli stat aber ein niissive, so die von Bern den ^i 
freu iu denü^elben zuge ouch Mchribeut und si mit mer 
Tolkeä Btnrlileut uad inen nnchscliicktent, als dann 
hievor geschriben stat. 

Unser fniutlicli willig dienst und was wir eren und gÖta 
vermögen zövor, streng, füraichtig, wis, aunder lieb und getruw a 
mitr&t. Als wir dann lich vor zögeschribcn haben die friintlich 
meinung des lantvogts im Elsas, ouch unser lieben Eidgnossen 

1. mögen fehlt Z, B, — kein U. — 2. will fehlt Z, B. — 3. wisaen 
Z, B. — gestern frhil Z, B. — 4. nBchdem. ir dann ungezogen, daa ai 
defl willens sind, zfl üch aü wethen Z, B. — 6. am necnatkomenden B. 

— S. ikt und ander Z, B. — 10. houptbiichsen Z, B. — W. jr&tem 
vertniwen B. — beschechen Z, B. — 15. aitticlitJien Z. B. — 17. des 
wir Z, B. — ouch frhlt Z. — I», bo fehlt Z, B. — almechlig got Z, B. 

— 19. Datum seita Hjtrilja 75 Z. B. — 22. tchicktent B. — ■£*. Text 
nach TettlKh Mtta. C. 435. — und gat» fehlt Z. B. — 25. gtreng, für- 
sichtig, wis fehlt Z. B. — 26. Ais wir fich dann vorhin geschriben 
hand Z, B. — 27. Els^, and ouch unser botschaft gen Lut/em Z, B. 

') 20, April. Die Schwizer sind nicht ausgeiogea; im Itats.-M. vom 
a. April steht die Eintriigung. die Lnzerner KHmen heute allein nach 
Solotnrn, niemand mit ihnen ; denn die andern Eidgenossen seien Ober 
den Ansang der Lniaemer uuinfrieden. Ebenso Äbach. II, 539. — ') Der 
Uontag ist aber der 17. April. 



228 



1475 



vom Base! und lich copyen ir Schriften zügesant und ouch 
Barthlome Hüber, unaern rat, gen Lutzern zu gemeinen unsem 
Eidgnosaen mit unsern offen manbiiefen gevertiget in unge- 
zwiveftem vertruwen, ai wurden in aosechen diser hdndel und 

i wie wir dann den Iren zu rettung sfilieh erwegnüs der unaern 
getan haben, sieh zi't lich mit maeht angends Mgeu — , also 
hat derseib Barthlome unser rat uns hiit vor kleinem und 
grossem rat zö erkennen geben, das gemeiner Eidgnossen botteu 
uf sölichem tag in beveih gehept und gesagt haben, ir hem 

lu des willen sin, den im und andern zu entschiittung gen Pon- 
terltn zA ziechen ; aber nachdem si vernomen, das die knecht 
sich U8 Ponterlir. gefügt, so haben si fürer keinen gewalt 
witer zii ziechen noch tönd, dann gar merklicher kost uf dise 
ding gang, dem ai zft arm, besunder diewil si doch nit mer 

LI dann helfer sien, alles mit mer Worten '). Desglich haben unser 
Eidgnossen von Lutzern, wie wol ir wägen, venle und Iiit 
zbgerdst waren, ouch geantwurt. Der vermelt unser rat hat 
inen fiirer gelfltert, was uns zu disen dingen bewegt hat und 
wie smSchlich uns were, also ungescbaft wider heim zfi keren 

D und unser Eidgnossen von Lutzern aller besundrer hoffung 
und truwen ermant. Es ist aber bi der vordem meinung be- 
liben, dann so vil mer, das si angends einen andern tag gen 
Lutzern uf nechstkomenden sampstag •) bestimpt haben, do- 
aelbs v611ig antwurt unser manbriefen und diser ding zfi geben. 

h So hat der vorberürt lantvogt uns ouch ein brief gestern ge- 
sant, des wir Üch mitsampt den Schriften vom Basel copyen 
harin schicken, us dem allem wir wenig zAzugs verstan. 
Wie wol wir unser Eidgnossen willen noch nit gruntlich wiissen 
mögen, das uns vast hoch bekumbert und wfilten wol, die 

I ding wurden bas bedacht und gegen lins gehandlet, als nnser 
vordem und wir zu trost und hantbabung gemeiner Eidgno- 
schaft alzit haben gepflegen ; und besunder so kan uns nit 
gnftg befrftmbden, das die knecht so in Ponterlin gewesen. 
ganz abgewichen sind, den wir solichs niemer wellen vergessen. 

6. KU lioB Z, B. — also hat dieselbe linser botachaft ilns hilt Z, B. — 
9. zugesagt Z, B. — 12, kein aewalt zu handleo, dann gar Z, B, — 
15. Desglich biE geantwurt fehu Z, B. - 17. Unser liotaehaft hat inen 
Z, B. — 20. und unser bis ermant fehlt Z, B. — 21. vordem antwurt 
Z, B. — 25. ün» allen ouch ein brief gesant. ua dem aUem wir wenig 
znzugs Kerstan Z, B. — 'M. von üch gewichen Z, B. — niemer meinen 
noch welleD vergessen B. 

erverhandluDgen 'om 9. und 17. April in 



1476 



229 



Und also nachdem dis sacheii vil uf inen tragen und wir ouch 
US liwern briefen, uns gestern zftgeantwurt verstan iiwern 
zfizug in der vind land, darzjl üch got vil gelücks well geben ! 
— so haben wir hdt vor unserm kleinen und grossen rat dis 
ding erwägen und darin betrachtet nach den loblichen eren r< 
unser altvordern und unser selbs, wo wir afllten also us dem 
veld ungeschaffet wider heim rucken, was smauh, gesp6ts und 
abgangs unser und aber beherzigung unser vinden wurd 
geben, des wir gar vast merklichen machten eugclten, und 
daruf einhellenklich beslossen, das sölichs deheinswegs zu tünd, lo 
und damit ir in alweg dester sterker sien, angends von allen 
den unsern stett und landen einen merklichen barst erlicher 
liiten n]it houptlüten und vcnlinen bestinipt zu ücb fürderlich 
zd keren, und unser botschaft zft unsern mitburgern von Fri- 
burg gesant, si ouch triiwlichen zu bitten, zfi den unsern und i» 
irn ein sterker hilf an verzug zu vertigen und deagüch un- 
sern Eidgnof«sen von Soloturn imd Biel ouch geschriben, und 
dabi Hans Heinrichen von Banmos und Ächshalm dem venr 
[usgevertiget], das si mit den knechten so in Pouteilin ge- 
wesen sind, verschaffen sich zCt Uch zö fftgen bi verlierung ir w 
Üben. So getmwen wir, unser Eidgnosaen vom Basel werdent 
sieh, nachdem wir in ietz aber treffenlich schriben, eben 
machten k lieh zu üdi fürdern. Aber dem lantvogt haben wir 
Schriften getan, darin er mag merken, das unser vertruwen 
zu im anders were gestanden und das uns dodurch ursach a, 
werd geben, uns fiirer verrer zft bedenken. Solichs alles wir 
liwer liebo verkünden, üch in alweg dester bas w^issen zu 
halten und dester gewarsamlicher zu ziechen, das uns ouch 
besunder not bedunkt, damit ir vor schad und schand, dem ir 
ouch vast hoch verniinftig sind. Wann dann die unsern mit m 
den andern von Friburg, Soloturn und sus zu öch komen. so 
mögen ir mit rat ansläg tön, wohin ir ziechen, das etwas 
nutz und ere ingelegt, damit unser paner ere und liimbd nit 
also schimpflich geheimet werd. Wo üch dann furer einichorlei 
not wirt, so wellen wir uf üwer verkünden unser üb und gut »j 
z& üch setzen bis in den tod. Was uns ouch fürer unser Eid- 
gnoBsen halb oder sus begegnen wirt, das wellen wir üch tag 



2. ilwern KÜker B. — 8. das wurde B. — 10. keinawegs B. — 12. ei 
lieber lüten und iinderm beetimpt Z. B. — lü, und dabi unter bot 
icbaft iwgevertiget Z, B. — '^6. etwiw verrtr B. — 32. niicli rat Z. l 

— 34. Was üth Z, B. — 35. not tut " " 

sterben und genesen Z, B. 



36. tod und mit ilch 



und nacht verkünden : damit so sien dem barmherzigen got 
und allem himelschen here bevolhen. Datum snel uf mitwoch 
vor Oeory ') in der ntinden stund vor mittemtag anno 75. 



167. D)i8 die von Item denen von Stratibur^ oncb ernr 
friiutlich Rcliriliout von des hnndeU and such we^ea 
zu I'onterlin ergangen. 

Unser früutlicli willig dienst und was wir eren und gäts 
vermögen sie Qch alzit mit geneigter begird dargebotten, für- 
Bichtig, fromen, wisen. sunder gut fründ und getruwen bund- 

I genossen. Uwer Schriften, darin wir Qwer brüderlich begird 
gegen uns in täglicher merung verstan, das uns us herzen 
frftwt, haben wir mit der ingeslossnen copy von Cftln geseehen, 
danken liwer wisheit sfilicher verkündung und getruws erbie- 
tens, das kein andrer, dann bröderticher grund us im mÖcht 

\ gebercn. mit verptlichter begird, sAlichs in allen triiwen zö 
verdienen. Und damit üwer lieb gestalt diser oberl&ndschen 
händel eigentlich wiias, so verkünden wir üch. das in ach- 
zechen tagen oder dabi ungeväriich etlich mutwillig knecht 
unser Eidgnossen. nit woi crzügt noch sus versechen, als zu 

I sAlichem not were, uf vierzechenhundei-t sich erhept und in 
hochen Burgundien gefügt und haben an etlichen enden vich 
genomon und damit gen Bonterlin, das in ebnem veld gelegen 
und mit einer gAten ringniur, die doch nit vast hoch und 
einem gar starken slos bewaret gewesen ist, sich gefügt, die 

i stat abgeloufen und dannenthin an das slos, do menklich zü- 
gewichen was, getretten. und mit mer dann einem stürm also 
gen&t, das si siMichs eroberet; und haben darin uf hundert 

2. und ftUem himelschen here in ffanzen triiwen vaat 7, : dies fthlt 
in B. — 3. in der uünden stund vor mittemtag fehlt Z, B. — 0. er- 
gangen fehlt B, — 7. Text nach Teuleeh Miss. C, 417. — eren und 
trüwen rermiigent bevor, beaiuidern, lieben, bt&derlichen fcilnde und 
getriiwen puntgaüssen Z. B. — 11. reratan. da* ir meinen lü «ne le 
zie(;ben. da« lina von herzen frfiwt. haben wir ven^nden, dtiiiken üch 
des und alles guten herzlichen mit ganter begirde [ganzem gemüte 8], 
eSlichs in allen trüven iQ verdienen. Und damit ir Z. B. — lö. dirre 
B. - 17. eigentlich ftAi* Z. B. — wissen Z, B, — 18. knecht von uns 
und andern Eidg, 2, B. — 19. noch andere verseehen, uladunn x& 
gemlichem B. — 80. dri/echenhundert Z, B. — 23, doch fehlt Z, B.— 
24. gar fthlt B. — 25. ingewichen Z, B. — 27. uod haben in der stat 
und dem idos bi Ime dann B^ dnibunderten gevangen und umbbracht 
und dannenthin Z, B. 

') 19, April. 



1475 



231 



und drissig man funden und at bis an zwenxig und vier tod 
geslagen, dannenthin das slos und stat sechs ganzer tag m- 
gehept, also das sich da zwflschen die Burgundier, Lamparter, 
Britun und Bickart uf zeehentusent versampnet und haben 
sich an die stat gemacht und die uf einem donstag don gan- is 
zen tag us gesttlrmpt und uf di'uhundert man an dem stürm 
verlorn und doch ganz niitz geschaft, und Bind doch die unsern 
alles bulfers, pfilen und geschütz also entsatzt, das die andern 
allem.lchBt an der mure ir züröstnng understanden, und haben 
die unsern nit anders, dann stein zfi ivere gebrueht, und lo 
etlicb niechtig reisigen über die niur hiningezogen, entander 
und ander venli inen entnomen und sich damit, diewil si ganz 
kein geschütz mer hatten, uf dem aben mit vil wSgnen, vich 
und gevangnen liiten us der stat gemacht und dieselben mit 
brand etlichermass geletzt, und sind also au schad und be- ia 
stritung über ein breit veld heringezogen. Und als wir uu von 
in, als si in Bonterlin [warent] umb hilf und rettung ange- 
strengt wurden, do haben w-ir die unsern berfifen und in das 
veld schicken lassen in willen, das läger vor Ponterlin mit 
gewalt zu bestriten, und doch nit kf^nnen us vorbertirtem ab- ■« 
scheiden der unsern darzft komen, und doch nit deaterminder 
mit etwas unser macht fürgezogen gen Bonterlin, das slos 
düselbs, so noch ufrecht stund, besatzt und daruf in das land 
und zi'i einem st«tli, genant Lariviere') geruckt, doselba etlich 
der vinden erstochen und gevangen und darzii getrengt sind, a 
das si die vorstat selbs abgebrant haben. Und als sMicli 
ftbung bis uf vergangnen sant Jfirgen tag*) durch die unsern 
in ofnem veld gebrucht, so ist desselben tags umb die zechende 
stand ein Burgunscher gezug uf achttusent pferd wol gerast 
in breitem veld uf ein halb mil wit zft den unaern komen in m 
fünf huffen, und haben die unsern ganz debeinen vorteil, ouch ir 

4. Btitun fthlt Z, B. — Bickart nnd ander nf iwßlftnBend Z. B. — 

5. an einciu Z, B. — 6. geKtürrat, ein merklich zal liiten, edel und 
ander, darzu iwo hgaptpanern und etwie menig venti am stiirm ver- 
lorn, und von goia cnaden wider die unsern ganz nit geschaffet ü, B. 
— 8. pfilen /enW Z7 B. — JO. dann lang »pies, helbiulen und stein 
gebrucht Z, si. — II. hinin gezoKen und inen ir panern und venliiien 
aU voratat genomen Z. ü. ~ 12, docli ganx Z. ü. — 13. an dem abend 
Z, B. — 17. do ai Z, B, — 18. so haben '/.. B. — 24, einer »tut, genant 
Kiffiera Z, B. — 26, ir voratat Z, B. — abgehrfint Z, B. - 2ä. mig, uf 
Ime dann Bl eechentusent Z, B. — 80. velde cai- nache zu inen 
komen Z, B. - 31, kein Z, B. — noch ir Z. B. 



') La Riviiere, west). von PonfarÜL- 



I 2«. April. 



232 



1475 



vorliüt nit gehept, und angends durch under rieht ung unsers 
houptmans, herr Niclauseii von Diesbaoli, rittera. und Uaiisen 
von Halwilr ein herüch Wagenburg geslagen, in Ordnung ge- 
stalt und zu dem strit erbotten, und mit den alangenbüchsen, 

i der si gCit zai haben . in die vind geschossen und willen 
gehept, uf den platz die nacht manlicheit zh warten. Also 
zugen die vind ab in ein hiipsch tal zu dem b(!rg und die 
unsern gegen einem dorf, ligt under Ponterlin, durch ein gar 
wit veld ; und so si uf den halben weg in guter Ordnung und 

a der Wagenburg, so rucken die vind mdchtenklicher dann vor 
in guter Ordnung wider zu in und understAnden si au drien 
enden anzflgriffen. Die unsern in ir Ordnung hielten und zugen 
in sittenklichen engegen und Hessen die büchsen z(i in gan. 
Aber die vind zugen ab, und mochten die unsern, so zi*! ff^ 

a waren, si leider nit erilen, dann das si in glattem veld gerüst 
zH dem strit mit geordnetem gemät hielten: und angesicht ir 
ougen so brauten si das dorf, und sind uf siben tag in dem 
land gewaltenk liehen gelegen, und als nii die spis in vast tür 
und nit muglich gewesen ist, die slos zii beschiessen, so haben 

si sich berus gegen anderm unserm gezüg, den wir in gar 
stark zftgesant haben, genäcliert. Was aber nii fiirer von in 
bescheche, wann uns siMiehs anlangt, wellen wir üwer bröder- 
lichen liebe unverkünt uit lassen, der wir uns bekennen nit 
minder dann uns pflichtig und getruwen, die unsern werden 

6 den eren nach bandeln mit hilf des almechtigen, der üwer 
wislieit in eren und ufgang behalt. Und so uch litz fiirer der 
Niderlendschen gescbeft anlangt, wellen uns gütlichen ver- 
kanden, Datum mitwuchen nach Geory ') anno 75. Schulthes 
und rat zu Bern. 

,1 Adresse: Den fiirsichtigen, l'romen, wisen meiater und rat 

zi'i Strasburg, unsern sundem guten friinden und getruwen 
lieben buntgnossen. 

Und nachdem man dann davor gehört'), wie der vorgenant 
ßÖmsch keiser die von Bern und ant 



lieh Z. I 



- 3. Hftlwil Z. B. 
_ _ - die nacht fehlt Z. U. — erwarten Z. B. — 
7. hübsch litig tal zu einem berg Z, B. — 8, Uat fehlt Z. B. — 
~. uf demselben wege Z, B, — 17. ai>! dann eibou S. — 11). nit nuti- 
'"' " " "'" ■ - " " -■ iflithtig ain, mit hilf dee nlmeob- 



>) 26. April. ~ '} Üben Kii]i. 133. 



1475 233 

tage 2Ü Lutzeiii durch graf Hugen von Montfort und ander 
und darnach ouch gar hoch und treffentich gemant hat'), do 
habent sich die von Dem nachmalen gegen sinen gnaden gar 
erlichen verantwurtet und im geschriben, als das von woi-t 
ze wort haniach geschriben atat. 

AUerunüberwintlichester, durlüehtester, hochni&chtigester, 
gnädigestev herr Bfimscher keiser, Üwer keiBerlichen maiestat 
eiend unser iinderworfen bereit dienst alzit mit aller dembt 
dargebotten. AllergnÄdigester herr! uns ist nit zwivels, an 
liwer keiserliche maiestat sie gelangt, wie ufmanung derselben ' 
ander unser Eidgnossen und wir dem herzogen vom Burgunn 
zuwider mit imsern machten erhept und in hochen Biirgun- 
dien gezogen sind, darzti uns dann nütz mer, dann dicselb 
üwer keiserlich manung, die wir gehorsamklich enpfangen und 
die ere und rettung des heiligen richs und besunder ouch i 
nnsers gar gnädigen heni hersog Sigmunden von Oesterich 
und gemeiner Tütsctien nation, den wir ouch zübeglidet sind, 
bewegen haben, gefördert hat. Was nü daselbs von allen 
unsem z6gewanten und uns ergangen, getruwen wir, es si 
üwer keiserlichen maieatat nit verhalten, und wie darnach s 
durch ungedult der zit wir uns us dem veld heimgeffigt und 
nit desterminder täglich Zugriff in dieselben land gefrürat und 
darin sölich Übung getan, das vil der landshern in Burgunn, 
der margschalk. sich nit haben us den landen, dem her- 
zogen zu behilf, getorren schicken, das nit wenig fürdrung : 
dem heiligen rieh und abbruch demselben herzogen hat ge- 
born ; und wie wot wir nü in sMichen Schickungen täglich 
verharret, so sind wir doch nit desterminder von dem wol- 

2. darnach aber gar B. — S. geschriben frhlt B. — 6. Text nach 
TevUch Sliet. C, 4ä8. — 11. unser fehlt Z, B, - und onch wir B. - 
13. darzu line dann [frhll B] undera uiit. dann liwi-r Z. lt. — 15. auc 
ders B — Iti. gar fehlt B. - 22. die lande Z, Ü. - »i. übun^D Z. B. 



<) In der ßaUsitzung vom 29. Marx wurde beBcbloitgen, Bern. ZOrich 
and Solotum «ollten eine Deputation lld den Qmfen Hag in Konatnoi 
■enden, welche die Enthebung der Eid^nosaen von der Itaiserlichen Mah- 
nung bewirken sollte. Würde dies nicht erreicht, dann wollen die Berner 
gehorBum sein and nach dem Hut der ihrieeo von Stadt und Land eine 
ÄiiMihi Leute dem Kaiser KUxchicken. Rata-M, IT, l'J. Vgl. die 'l'agdatzunga- 
verhnndlungen vom 31. März. 9. und "22. April, Absch. II, 534, .US, 538. 
Am 18. April beechlosB der Rat in Bern, mit der HUlfeleistung an den 
Kaieer noch nuzuwarteu. KaU-M. 



1475 

gebomen hem graf Hugen von Montfort und andern us b«velh 
liwer keiserlidien niaiestat gar merklich ersucht worden, der- 
selben durch die iinsem zfi ze ziechen ; des wir wol begerton 
US vorberftrtem widerstand, dem wir mit tAglicbem abweren 

s begegnen m&ssen, und besunder U9 dem. das wir gruntlich 
bericht, waa beslus zwiischen Burgunn. Meiland und andern 
nnsern anstt^ssem öwer keiserlichen maiestat und ilem hei- 
ligen rieh zfi abtruck ufgenomen sind, vertragen beliben ; das 
aber ia macht des vorgenanten bern graf Hugen nit was, dem 

tu nir ouch daiinenthin geburlich antwurt. dodurch unser gebor- 
same bewärt ist, haben geben und gemeint, uns angends 
durch die unsem zu sölichem züzug nach unser gelegenheit zfl 
fiirdern : so sind umbedacht etlich unser verpfUchten in Bur- 
gunn gen Ponterlin gezogen, haben das mit stürm und ein 

16 slos, das vast stark gewesen ist, erobert und darin ob 300 der 
vinden und werlieher mannen umbbracht. und dodurch die 
machten in demselben land von Lamparten, Bickart, Britun 
und Burgundiei-n zb ros und füs versarapiiet, für das vorberflrt 
sloB komen und daran mit stürmen und anderm benötigen also 

10 gewachsen, das die unsern, die mit geschütz und anderm not- 
durftenklich nit versechen warent, in merklich were gedrcngt 
wurden und haben ouch die stürm bebalten und sus gehandelt, 
das zti lang wurd schriftlichen zft entecken. Denselben zA 
rettung und zflvoran die machten doselbs, die, wo wir nit 

«5 weren, alzit gericht sind zii dem herzogen z(i keren, zA ent- 
halten und besunders des kiings von Napols sun, ') der noch 
zu Bisaitz, als wir vememen mit merklichem gfit ügt, zft hin- 
dern, und damit verrer verderplich ingriff in des vorgemelten 
unsers gar gnädigen hern herzog Sigmunds land zu ver- 

» komen, so haben wir mit unser macht und ufgeworfnera paner 
und ander unser zägewanten uns in Burgundien gefügt und 
sind doselbs in stuntlicher &bung und willen, uwer keiserlichen 

7. ansteuern und widerwertigen B. — 14. und das sloa Z, B. ^ 15. 
und dafinne bii niubbiaclit iit auf dem Rande von der Sana SchüHngt 
nadtgetragen. ~~ 16. und werlicher macaen fehlt Z, B. *- 17. grcwwn 
nmcbten 7., B. — von Burt-uimern, Liimparten, Bickarten, Bntunen 
tmd andern Z, B. — 18. vnrgenant B, — 19. aturtn Z, B. — 28. tügriS 
Z, B. — 20. ffia fehlt L. B. — 30. unnern machten und ntgeworfnen 
panern Z, S. — 91. und audeT unser xügewanten fthXt Z, d. 

'l Friedrich von Tarent, Sohn dea Ferrante von Arainin, KönieB ron 
Neapel. Vgl, Knebel. Basl. Chr. II, 200. 204, 207. 



147: 



235 



maiestat vind. die vast iiiÄclitifi iSaselba sind, zii besuchen und 
ob es darzCi kumpt nianiichen zii bostritcn, darus danu liwer 
keiserlichen maiestiit. al» wir nit zwifeln, nit wenig Itomlikeit 
erschiessen und so bald siMicher unser zug volent wirt, ao 
wellen wir an gevärlich Verzug mit etlichen unsern Eidgnossen 
dwer keiserlichen maiestat die unsern zuschicken, und nit 
desterminder an unser art, die doch den widerwertigen des 
heiligen richs, die sich als wir durch gloupsant kuntschaft 
wüsaen, uf uns mächtenklicben zft rithten gar nach und an- 
rftrlich ist, solichermas handeln, das üwer keiserlichen male- i 
ötat undertenigen, demfitigen dienern geboret, und ist daruf 
an liwer keiserlicli maiestat unser gar geflissen bitt, söHch 
unser merklich not, die zu fromen des heiligen richa under- 
standen ist, guädklichen zil bedenken und die verzUg, die us 
keinem ungehorsamen grund, dann rettung Tütscher nation, ' 
die zu trucken hoch gemeint wirt, gan, gevfillenklich zQ be- 
vachen. So sind wir in gutem hoffen, die unsern werden an 
disen obern enden ere und pris ervolgen, die zfivoran tiwer 
keiserlichen maiestat als unserm allergnädigesten natürlichen 
herren und dem heiligen rieh sterkung und den vinden ! 
schräcken, hindergang und abwurf gebitren; dann worin liwer 
keiserliche maiestat unser undertänig gehorsam dienst moch- 
ten erschiessen. wolten wir nach unserni schuldigen vermi^gen 
ungespart tun mit hilf des almj\chtigen gots, der liwer kei- 
serliche maiestat zfl lohlichem sig welle fördern. Datum i 
23 aprilia, anno 75. 

Uwer keiserlichen maiestat 

geboi'samen, undertiinigen, demütigen diener 
schulthes und rat zä Bern. 

Adresse: Dem al le rd urch locht es ten, unüberwintlicheeten, a 
hochmächt igesten fürsten und hern, hern Fridrichen K6mschen 
keiser, unterm allergnädigesten hern. 



2. koiupt mit hilf des almechÜKeii manlicben Z, B. — 4, efilicher fehlt 
Z, B. ~ 9. wisBen Z, B. — 11. un.krteTiigen. demBtigen fehH B. — 
12. unser gar fehlt B. -- 15. keinem hfiaea grund Z, B. — 16. guedic- 
lichen ta ze (fehlt B] bevachen 7,, B. — 17. guter Loffang Z, B. — 

21. Bchrecken, hinderung Z, B. — wiiriii Z, B. — vaTin wir B. — 

22. möchten enöugen B. — 23, vermögen nit aparen Z, B. — 
20. 24 aprilia Z, B. — 27. UnUrscfinfl und Adreste fehlt Z, B. 



236 1475 

168. Hienftch stat ein lied^ das Ton der sieh wegen Pen- 
terlin, als daTor gesehriben^ gemacht ist; das glt gmr 
g&ten nnderseheid und lüternnge diser TOrgesehribnen 
dingen. 

5 Der winter ist gar lang gesin, 

des bat getniret meng v5gelin 
das ietz gar frölieb singet; 
uf grfinem zwi hört mans im wald 
gar sfissiciicb erklingen. 

10 Der meig bat bracbt gar menig blat, 

damacb man gros verlangen bat, 
die beid ist worden gr&ne; 
darumb so ist gezogen us 
gar menig man so k&ne. 

15 Einer zoch uf, der ander ab, 

das bat genomen ein wilde hab, 
der scbimpf bat sieb gemacbet, 
des der berzog von Burgunnen 
gar wenig bat gelacbet. 

20 Man ist gezogen in sin lant, 

ein stat ist Ponterlin genant, 
do ist der reigen angevangen; 
darin so siebt man witwen vil 
gar trurenclichen brangen, 

26 Die iren man verloren hat; 

die Eidgnossen lüffen in ab die stat 
und stürm tent daran on truren; 
mit gewalt gewunnent sis inen ab 
und wurfents über die muren. 

80 Des nament die Walchen eben war, 

wol uf zwölftusent kament dar 
zu ros und ouch zu füsse 
und woltents wider gewunnen han, 
des wart inen swere büsse. 

2. ist, darinne man guten underscheid und lüterunge diser dingen 
findet. — 18. Burgann. 



1475 237 

Dieselben brachtent si in not, 
man warf und schos ir vil zu tot, 
das geschach von Eidgnossen ; 
si brachtent zwei houptpaner an die mur, 
die musten si do lassen. 5 

Es wart dem beren zu Bern geseit, 
wie das die iren werent beleit; 
er tet sin clawen sliffen. 
Er nam viertusent man zu im, 
do bort man frölich pfiffen. 10 

Si zügent gen Ponterlin uf den platz, 
den Walchen do zu einem tratz, 
der was me dann zwölftusen : 
da si den beren sachen an, 
do wart inen allen grusen. i& 

Er zochen z& inen in sneller il, 
die Walchen machten huffen vil 
und meintent si weren kecke. 
Der ber grüst si mit büchsensteinen, 
do fluchent si hinwecke. 20 

Der ber ilt in nach mit dem fan, 
er brant, als er vormals hat getan, 
den Walchen do zu leide ; 
do er das dorf hat gezündet an, 
do zoch er uf wite beide. 2* 

Das Sachen die Walchen alles wol, 
si ranten an si zum andern mol, 
der ber stalt sich zfi were 
so gar mit guter ordenung, 
als nach der houptlüten lere. s» 

Do nü die Walchen sachen das, 
wie das der ber als grimme was, 
von dannen sach man si strichen, 
und was doch alweg vier ftn ein, 
dennocht müsten si wichen. 85 

16. zoch. — 82. bere als grim. 



238 1475 

Der ber hielt lang in zornes grimm, 
si rettent al us gemeiner stimm : 
€ und kemen die Walchen riten, 
so wolten wir uf disem tag 
6 gar ritterlichen striten ». 

Darumb so lob ich die von Bern, 
euch Friburg, Biel und Solotem 
und ander Eidgnossen, 
das si sich do uf witem veld 
10 eins semlichen strits vermassen. 

Lutzern wolt nit dohinden sin, 
es wolt euch ziechen zem beren hin, 
wie wol man inen tet schriben, 
das si nit selten ziechen us, 
15 do woltent si nit bliben. 

Es wisten die von Basel wol, 
wie das der ber was us dem hol ; 
si schicktent zu füs und rosse 
so vil der frischen gesellen us 
20 und gaben in bulver und schösse. 

Si suchten den beren uf der heid, 
do hat er sich für Granson geleit, 
do kam der züg züsamen ; 
do hört man schiessen nacht und tag, 
25 bis das man Granson gewänne. 

Darnach an einem Sonnentag frü, 
do ruft man frischen gesellen zu 
und sturmtent die stat mit fröuden ; 
si hüwen uf die tür und tor 
so und kament darin on leide. 

Jeglicher tet das allerbest, 
die Walchen fluchen in die vest, 
die was als wol verriglet. 
Si hatten alle iro hab 
«5 hin über sew geschicket. 

2. von gemeiner. — 9. do fehlt. — 15. dennocht wolten. — 17. wie 
fehlt. — 20. und gaben in gut geschosse. 



1475 239 

Man ving an machen rüstung so gut 
und ouch bolwerk, als man dann tut, 
dem slos wart man nach husen. 
Do nü die Walchen sachent das, 
do wart inen allen grasen. 

Am meitag uf dem abend spat 
do wurdent die im slos ze rat 
und tatent die houptlüt laden ; 
si sprachen : « das slos gend wir üch uf, 
dem hus von Saföy on schaden. » 10 

Si naments uf, als ich han geseit 
und liessent Saföy sin gerechtikeit ; 
si müsten alsant sweren. 
Die frömden lies man mit ir hab 
hin über das veld us keren. 1* 

Man besatzt das slos mit lüten gut, 
darnach zoch man mit frischem müt 
gen Orban für die statte; 
darin was ouch ein vil gut slos 
mit muren also satte. ^ 

und do der züg gen Orban kam, 
do brant die stat in füresflam, 
wann si hattent sich ergeben 
an die fromen herren von Bern, 
das was dem slos nit eben. » 

Darumb sis band gezündet an, 
des hat engolten menig man 
der in das slos ist komen. 
Si lüflfent gar endlich in die stat 
und lasten das füre ze fromen. »0 

Die gesellen nament den kilchtum in 
und schussent zft den Walchen hin, 
das es so lut erkrachet ; 
wie wol es was ein grosser ernst, 
des schiesses menger lachet ! 85 

1. 80 fehlt. — 21. Do nü der züg. — 30. laschen das fdr.— 31. kirch- 
tum. — 35. schiessens 



240 1475 

In dem do stnrmpt man an das slos. 
man achtet weder warf noch schos, 
si hüwen ein loch in die muren. 
dodurch slouf menig koner man^ 
i der umb sich hat kein troren. 

Die von Bern stürmten vomen dran 
und die von Basel hinden an, 
si kament darin mit genösse: 
das venu von Lutzem wiss und blaw 
10 sach man gar bald im slosse. 

Von Bern ein venli nachhin trang 
und das von Basel sumpt sich nit lang 
und lies sich ouch bald sechen ; 
iederman tet das allerbest, 
u das lop müs ich hie iechen. 

Bern, Friburg, Bieln und Solotern gfit 
die warent ouch do mit frischem müt 
und sach man ouch ir zeichen. 
Es was iederman als ernst und not, 
so das si nit us mochten reichen. 

Do nü die Walchen sachen das, 
wie das slos erstigen was, 
si würfen uf ir were 
und batent, das man si uf solt nemen 
» durch unser frowen ere. 

Hettent si das bi zit getan, 
man het si alsant lebent gelan ; 
sust wolt man si nit eren. 
Do nft die Walchen sachent das, 
» do wurdent si sich weren. 

Si hatten ein turn ingenomen, 
do kond man lang nit zu in komen, 
do was ir gar vil innen ; 
si wartent sich gar lange zit 
8Ä dennoch mocht keiner entrinnen. 

4. schlouf. — 16. Biel. — 24. si fehlt. — 25. durch ^ot und unser 
frowen. — 80. da begondent si. — 85. und m6cht ir keiner. 



1475 241 

Es fügt sich das man zil in kam, 
inwendig im turn man ufhin klam 
vil hftcher wann si waren ; 
man warf ir eben vil zu tot 
und traf si über die oren. & 

Es gesach kein mann nie grösser not, 
man warf si lebendig und tot 
alsant über die zinnen. 
Das slos Orban tet man mit gewalt 
den Walehen abgewinnen. lo 

Darin warent me dann hundert man, 
die alle ir leben müsten lan, 
daran wil ich nit liegen ; 
man lert si alsant über die mur 
on alles gefider fliegen. is 

Es wart dem slos Tscherlin ') geseit, 
wie das es euch bald wurde beleit ; 
es schickt an die von Beme, 
das si nement stat und slos, 
si woltents ergeben gerne. 20 

Noch ist ein stark slos, Jungii genant, 
dem wart es euch gar bald erkant, 
wie es zu Orban was ergangen ; 
do warent vil der Walchen uf, 
harab hattent si verlangen. 25 

Man zoch gen Jungii in die stat, 
nach dem slos man gros verlangen hat; 
do man kam dar geslichen, 
do warent die Walchen al darus 
in welsche land gewichen. so 

Jungii ist ein gut vest, 
under den fünfen die allerbest 
und beslüsset Saföyer lande; 
die von Bern besatzten es gar wol 
und naments z& iren hande. 35 

1. Do fugt sich. —^3. woren. — 16. Etscharles. - 19. nemend das 
selbe slos. — 31. gute. 

M Echallens. 

16 



1475 

Wenn es got nit geffiget het, 
wer woit dann so vil slos und stett 
gewinnen in kurzem zite ? 
Des habent dank die fromen von Bern 
und ander k&nen liite. 

Der ber was goloufen üb dem hol, 
es ist im ergangen also wol, 
wider heim ist er gesprungen. 
Got geb im fürbas glück und heil, 
hat lins Vitt Weber gesungen, 
Amen. 



n.Ji/^a^i<Ji^ IG*'*- Mieuacli stat geschriben von des zugs niiil reisen 



m 



wegen gen Bluniout uud ander ende, und was mau in 
deiuselbeu zuge ütett diiü slosi^eu gewan und erobert. 

A Nü demnach als die von Bern und ander, so bi inen vor 

Granson und an andern enden gewesen, wider heim kernen 
warcnt und ir saclien mit hilf des almccbtigen gottes gar 
wol geschaffet hatten und inen glücklich ergangen was, und 
aber der krieg zwüschen inen und Burgunnen offen stAnd, 

II do Itiffen nützit destininder gut gesellen von Bern und andern 
Eidgnossen in Burgunnen und an ander ende ir viend zu 
schedigen, und taten inen gar grossen schaden mit merglicheni 
berouben vechs und ander dingen, ouch mit eratechen und 
umbbringeu gar vil liiten'); deE>glich nameut si ouch etwan 

> hinwiderumb von inen schaden, als man dann in semlichen 
Sachen erwarten mos. Es hat ouch der kling von Frankenrich 
ein nierglichen reisigen ziig wider Lothringen ligen, zfi wider- 
stand dem herzogen von Burgunnen, der dann dem herzogen 
von Lothringen sin ganz liorzogtüm mit gewalt und on recht 

I angewunnen und davon vertriben hat.*) 

!2. Hienach viiidet man geschriben. — 13. an ander. — 14, atetten 
und «losBKB gewunnen und erobert hut, — 15. Darnach ah. — 16. 
enden waren, wider heim kamen, — IS. gangen, — 22. mir fehtl. — 



') Ebenso N. fiüHcb, Baaler Chr. lU, SU. — '] Siehe oben Ka|). 145, 



170. Das die vuu Strasbui-g botteu geu Bern schickte«, 
uud Hi baten uiiib etwas läteii, ileneu woltuiit si dii- 
ruiiib 8old ^etieu. 

Dis gestund also an bis zu angendeni hfiwmonat des vor- 
genanten iares, do wart aber ein zug in Burgutmen angeslagen » 
von allen herran und stetten, ao dann mit denen von Bern 
und andern Eidgnossen in der vereinung warent. ') Und also 
echicktent die von Strasburg ir wisen botten gen Bern, näm- 
lich hern Petern Schotten *), Iren animeister, und gabent inen 
semlichen zug und anslag, den si mit andern in Burgunnen lo 
* tun weiten, zfl erkennen, und rett derselbe animeister vor 
einem rat und den zweihundeiien also : wie danu si und ander 
fiirsten und stette der nüwen vureinunge sich des ganz ver- 
einbert betten, einen gemeinen herzug in Burgunnen ze tünde 
und dasselb land understan zo verwüsten und schedigen, dann is 
der herzog von Burgunnen mit gewalt und macht in Lo- 
thringen lege, und wann er dann das gewiiunen und erobert 
hette, so wurde dann das zem nechsten über si gan und also 
von einem an den andern, damit er das heilig rieh und gemein 
Tütach naeion gezwingen und under sich bringen mficht, und so 
bat also die von Bern in namen siner herren und obern, das 
si inen einen deinen züschfip, nämlich vierhundert man geben, 
so woltent si inen die versolden und das zil ewigen ziten 
niemermer vergessen, umb das si den namen von Bern und 
ander Eidgnossen bi inen habeu m&chtunt, so hofte er sem- «i 
lichs wurde inen gein unser aller vienden gar vil nutzes und 
fromcn bringen und wol erschiessen ; dann die von Bern und 

1. erbem liotten gen Bern santon. — 2. den wollen si aold iniben 
■ ' fehlt. - * ■ ■ .. ■ . ^ .. , ,«.. 

16. und macht fehlt, - 
nethBten. — 20. nEich a 
~ 23. inen fehlt. 

'i Vgl Witt*, ZGORh. NF. VIII, 200 ff.: Knebel, Baaler Chr. II, 228. 
Die niedere Vereinigiinir aprach hierüber am 18. Äprü in Kolmni' und am 
ä./lO. Mai in Basel. — ■) Ueber Peter Schott siehe Mime, Quelle naammluiig 
Ul, 276 und Ch. Berlinger in Annivlea de TEst VllI, 46- Witte macht 
a. a. 0. S. 2i5 f. Mitteilangen aus dem Hericht« Schotts, der mit den Äa- 

Sben Schillinga im wesentlichen übereinstimmt. Darnach sprach er am 
Juni vor dem Rate in Bern, die EUstimmende Antwort erhielt er vom 
kleinen Rat am 1., vom grossen am 2. Jiiü in dem vün Schilling wieder- 
gegebenen ainne. doch mit der Erwdternng, daas der Sold mit Solo turn, 
Preiburg und Luzern geteilt werden sollte, um sie williger zu machen. 
Hats-M. 17, \m und 1S5. 



244 



147.'. 



ander Eidgnossen ir lop als« liarbracht hetten. wo oder an 
welchen enden si im velde werent, das alweg ir viend darabe 
gros vorcht und schrecken hetten, ') — mit mer guter, ver- 
nünftiger Worten, so dann derselbe ammuiater in nanien siner 

■> herren rett. 



171. Dhh die vou Kern denen von Strasburg gar fniiitlicli 
zi'iNngteri, aN harnach stat. 

Solich bitt und vermanen der fronien stat von Strasburg 
ward denen von Bern zu herzen gan und wurden betrachten * 

» den grossen costen, mfig und arbeit, so dann ein stat von 
Strasburg zu allen ziten mit inen und andern Eidgnossen ge- 
hebt het, und besunders von deswegen, das der von Bern 
koufliit und ander von Eidgnossen in kurzen ziten durch si 
mit gar grossen costen entschöt und erlöst warent worden. 

I, als si dann der von HAwdorf uf dem Hine nidergeworfen und 
gevangen liat. ') Von der und ander Sachen und güteten 
wegen, und ouch darumb si als wo! als ander mit dem her- 
zogen von Burgunnen in ofner vientschaft stünden und dem 
kriege gern ein ende hetten geben, do siLgtent st denen von 

u Strasburg gar fruntlichen zä. si wolten inen einen guten zb- 
schiip und hilf tun, und doch nit me dann von vierhundert 
mannen nach irem begeren sold nemeii, und was si inen dar- 
über santen. do woltcnt si von inen keins soldes, des inen 
die von Strasburg gar grossen dank sagten. Und also zugent 

!S die von Bern von stund an tusent wol gewapneter und strit- 
barer mannen mit einem venli us und gabent denen zfl einem 
houptman herr Nielausen von Diespach '), rittern, und nament 
doch nit me soldes, dann von vierhundert mannen, als voratat. 



1. ir lob und ritterliche ere. — 7. als hamaoh stat fehlt. — 8. Setnlioh 
bitt. — der lobrichen «tat. — 12. das der TOn Bern und ander Etdg. 
kouftdte in karzem mit groasem coaten durch ai ent»chiit. — 20. gw 
fehlt. — ein erliuben ziischüp und hilf senden. — 23. santen. danunb 



bedürften i 



lieüolden. 



') Noch charakteristischer üt der Wortlant eeiner in Soloturn f^hal- 
tenea ßede ; sunder wan ir bi ans sint, ro ist me umb da^ oeschrei dan 
amb die muht, dann ir hant durch uwer nltfordem biss uf uch harbrocht, 
wo ir z& felde ziebent, das ein ^rusen und ein forht der widerparten da- 
von entatott. Witte, ZGORh. NF. Vlll, 216. — '] Siehe oben Kap, 62-00. 
— *) Er war schon darcb Drief vom '24. Juni j^beten worden. Badon m 
Yerlasaen, denn seine Anwesenheit in Bern sei * vaet not und fffit*, 
Bnts-M. 17. 171. Am 2. Juli wurde er nU Hauptmann gew^lt; ebd. S. 184. 



Desglich gaben inen il 
man umb aold mit eini 
Bern und hatten mit 
iewelten getan band. 



3 von Solotern oiich anderthalbhundert 
m venu, die waren ouch bi denen von 
einandern lieb und leid, als si dann 



172. Das der vorgenant lierr Niclaas von Biespach 
mit den tusend niiiiinen hioweg zoch. 

und also in dem nanien der heiligen drivaltikeit zugent 
die von Bern us uf inentag vor sant Margarethen tag') in 
dem vorgonanten iare mit doniaelben bern Niciausen von 
Diettpach irem houptman und tusent wol gewopneter mannen ; i 
es kament ouch zft inen ir getrüwen fründe und mitburger 
von Friburg mit einem venlin und hundert vechtbarer man- 
nen -) und zugent also den nechsten weg gen Basel. Die von 
Solotern slägent sich ouch zu inen mit einer sum lüten, als 
vorstat, und kament also mit einandern gen Basel ; do wur- i 
dent si gar wol enpfangen und wart man ir vast t'ro. Dann 
es soi nienian gedenken, hettent die in der nüwen vereinung 
den rucken an denen von Bern und andern Eidgnossen nit 
gehebt noch gewist, si hettent denselben herzug allein nit 
understanden ; wie wol es ouch liantvest treffenlich löte sind, ; 
so was inen dennodi die macht des Burgunschen 1 
zu gros, 



I7<{. Das die von Basel uucli liit von Lutzerii und andern 
Eidgnossen uinli iren sohl bestalteii und mit iueu 
fnrtent. > 

Die von Basel hatten ouch von Lutzern und andern Eid- 
gnossen zu inen für soldner bestalt l'iinfhundert werlicher 
mannen, denen si allen sold gaben'); die erbutteot sich gein 



iiu venlin gar erlich hinwec zoch. — 12. hiiodert 
- n. niemao anders gedenlten. — 20. wie wol es 
von gottes gnaden al hantvest und manlech lüle sind. — 23, ouch 
soldner von. — 24 iren fthll. — mit inen bnichten. — 26 Die vor 
genanten von Basal. — '27. beatalt und iifgenonien. — 28. gegent dem, 

') 10, Juli, Kiits-M. 18. 6. Dass am gleicheu Tage, vor deiu Ausmg 
des Heeres, Adrian v. BubenberR- ftus dem Rate geatoKsen wurde, verschweigt 
Schilling. Der betreffende Beachlus» ist au« dem Itats-M. ganx initaeteilt 
von Ziegler im Archiv des hiitt, Vereins des Kantons Bern XII. 117, — 
•) Freibur» bot seine Mannschaft am 1- Juli auf. Arzeigi^r f. ai-hweia- Ge- 
«■hichte 11. 36. Von Biel verlangte Bern 50 Mann. Hala-.M, - ^) Knebel. 
Basler Chr. II, 272 spricht nur von 2o0 juvenes Switieri. 



24fi 



1475 



dem houpbnan von Bern gar frdntlieh und meintent. si wol- 
tent mit im sterbet) und genesen. Und also am fritag darnach') 
zitgent die von Bern in dem namen gottes mit iivn zü^- 
waiitcn von Basel *) den neehsten in Burgunnen, do fundeot 
' M graf Osswalten von Tierstein, des herzogen von Oestericli 
Untvogt, darzfi der beider bischofen von 8trasborg, von Basel 
und ander volk. und sunderlich die von Strasburg mit gar 
grossen machten zit res und Ihs, und enpfingen einandern gar 
wol und frfintlich. ') 



"• in. Das die »ttat und hIob Lila mit dem starm gewunneii 
and gar man lieh erobert wart. 

l<nd zugent al»o mit einandern am ersten für die stat 
and slo» genant Lila *l, das was gar werlich und stark, dann 
Hl ea mit bolwerken und andern werinen gar wol versorget 

'^ liattcn, und slüg man also ein gemein leger darfür. Und do 
man bis an den dritten tag darvor gelag, do wart von ge- 
meinen hoiiptlüten geordnet und angesechen, das man die stat 
und slos also stürmen solt; und wurden also von Bern und 
andern enden houptlüt und ander an den t^turm geordnet, und 

*" hielt sUBt iederman zu ros und fiis obwendig der stat in einer 
gllt«n ordnunge und getorst nieman ns der Ordnung gan. Und 
alsbald man den stürm anving, do floch iederman von mannen, 
frowen und kinden us der stat und wartent sich ganz nit. 
Also swummen etlich gesellen von Bern und ander über das 

« Wasser, genant die Tube, nackent, und gurtent ir langen spies 
und ander werinen «mb sich und erlüffent etliche enent der 
stat, die orstachent si und iagton ouch gar vil liiten wider in 
die stat, die darus geflochen warent. Do zwüschent hatten 

2. neneBen unJ bevalehpn «ich gana in »inen Bchirm. — G. bim'h&fea 
und Htetten von Straabui^, Ba«el. — 8. eimmderD in allen brfider- 
liehen trriwBn. ~ 10 mit einem harten storm. — 12. und also BOch 
man mit. - 13, Lilti, in Öurgunn gelep^n. — 18. dua slüs b 
24. und andern enden. — ■27. 



■) 14. Juli. — *l Die Bneler waren schon am 10. Juli angfi^rilckt. 
Knebel. Basier Chr. Tl. 275, Anm. 3. — ■) Am Id. Juli wurde ein j^ifiuein- 
«aroer Kriepirat vor L'Ute abgebalten. Ueber die Starke der einuilnen 
Kontiiurente des Heeren, daa insgesamt auf l'ii.OOO Mann und Vi50 Beisig« 
berechnet wurde, siehe Witte, ZGOBh. NF. VUl. 227. — ') L'Iale, Beiewn 
nuf einer ItiäpI im Douba, gehörte dem Herrn von Neuehfitel. .\iii 18 .Tnli 
bejfiinn die üeliigerun^. 



1475 



247 



die am stürm durch niureii und bolwerke gebrochen und 
kament also in die etat und erslftgent alle die zu tode, was 
von manspersonen in der stat was. usgenomen etlich alt lüte, 
die do beschirmt wurdent. Man kam auch in das slos, darin 
wurdent euch vil erslagen, die dar geflochen warent und wart 
die angst und not als gros, das sieh etüch in dem waaser 
selber ertranktent. ') Und also wart die stat und slos mit 
ritterlicher hand gewannen und darinne erstochen und umb- 
bracht ob anderthalbhmidert mannen*}, die andern wnrent 
alle entrunuen. Es wart ouch in der stat und dem slos gar i 
vil gfits erobert und gewunnen von varender habe . hus- 
plunder und andern dingen und sunderlich von häfen. zinnen- 
und anderm geschirre, desglich man vorhin bi einandern kum 
hatte gesechen, dann iederman darin geflflcket hat ; darzü 
hattent si ouch vil bäfen und ander gescbirr in das wasser i 
versenket, des man ouch gar vil vant. Es wurden ouch in 
dem slos ob zwenzig armer gevangner mannen funden, die 
von Tiitschen landen und von den Burgunnem dar geffirt; 
die warent mit essen und trinken gar hart gehalten und etlich 
in der gefangnüs gestorben , dieselben warent gar t'ro und ) 
weintent von rechten frftuden. Es wart ouch vil wins und 
korns in der stat funden und aber unglich geteilt, und getorst 
in der stat nieman nit nemen, »och darus tragen, dann man 
meint ein gemein büt zu machen und wurdent von allen 
enden bütmeister und ander darzü geordnet, und ging den- : 
nocht nachmolen us der büt nit vil, dann etlich sunder per- 
eonen genussent des wol, und wart dem gemeinen man wemg. 
Man tet ouch keinem priester. frowen, noch der kilchen gut 
nit, dann etlich frowen wurden am stürm gar übel geschossen, 
das was menglichem von herzen leit. Es hat einer, der hoi-t i 

3. manspersonen darinne wHa und man ankomeD mocht. — 5. die 
darin. — 13. vorbin an hinein ende bi einandern kum geiechen hati 
— 17. me dann zwenzig armer ^rangner mannen vunden, die 
merenteila alle Tiitschen und von den. — 20. die waren fro. — 22. 
gar ungüch. — getorst ouch. '- 25. und ander frhlt. — 26. nathnjaleu 
darue nit vil, das. *- 27. davon wentR, — 2S. weder priestem. frowen, 
kinden. noch. — 29. ganz nit. 

■) Ueber Aaa Datum der ErttQrmunff von L'lsb geben die Nach- 
richten auseinander. Nach Teutach Mite. C, 510 und RÜBcb, Basier Chr. 
111. 314 fiel die Stadt am Dienstag nach St. Margrethen (18. JnU), nach 
Lat. Miss. A. 386» und Knebel, Basier Chr. II, 'M am Donnerstag -vor 
St. Jakob (20. .Tnli). nach Witte, ZCiORh. NF. VIII, 257. dem Strassburger- 
akteii vorlagen, am 13. Juli. - ») Nach Teutsch Miss. C. r.lO sind es ■ ob 
hundert ». 



s+s 



1475 



lietn laiitvogt zu. einen kelch genomen in der kilchen und 
den nit angends sinen obem erzeugt, der wart von stund aii 
in dem velde mit dem swert gericht') und beschach das zu 
einer wamuiig andren. 



1(5. Das die stat (jrangii von deueii vou Kern aiid 
andern oucb gcnunnen wart. 

Daniadi zücli man mit dem zCige gegen einer stat und 
elos genant Griangii -), in willen imd metnung, das mit dem 
stürm und dem swert oueh ze erobern ; und als man das be- 

' rant und Ordnungen gemacht hat, do kament die armen kite 
inen engegen und begortent barmberzikeit und gnaden, das 
man inen ouefa mitteilt in semlicbcr meinung, das die aimen 
liite bi iren hüseru und dem iren bliben, und solt man abci- 
das sioB sleipfen und brfinnen und alle turne und muren der 

\ stat niderwerfen und us der stat ein dort' machen ; das be- 
schach aber nit volkomenlich, dann nieman wolt gern werken; 
doch wart den armen iQten des iren vil gcnoraen und wart 
ganz Baokmau do gemacht. 



I, in der kircbeD einen kelch geuomen. — 4. andern; und ward oucb 
der nttchrichter. der in riditen solt, danunb engendes erstochen, das 
im sin gederme alleuthalben liaruahing, dann er im cevelt und nit 
redlich geriebt hat. — 5. »tjit und slos. — 6. oucb ingenomen imd. — 
7. Darnach nugent die von Bern und ander. — 10. eemaoht hdt und 
dennocht die von Bern und das ander volk miteinanaern dahindnn in 
einem wald warent und da an dem schatten röwten, da kamen. — 
14. am ersten sieipten. — 15. das aher nit beschach, dann nieman 
gern werken, nocli sich damit bekdmhern wolt-, doch. 



I) Nach Teutsch Miaa. C. 510 war es ■einer der unsern., nach Witt©, 
ZGOBh. NF. VIII, 22S ein Oeslerraicher. Nach Teutsch SKw- C, 510 wurden 
sofort nach Eroberung von L'Isle ein Priester und ein Herold xu Kwei 
andern ^chlSssem gesandt, um sie zur Uebergabe aufzufordern. — 
') Knebel, Basler Chr. H, 275 f. und ROsch. ebd. ifl, 3 14 laasan den Feld- 
zug mit der Eroberung von Font- de- R aide . dem strat^scb wichtigen 
Brückenköpfe am linken Ufer des Doubs beginnen, darauf folgt die Ein- 
nnbme von Oranges (west!. von Hericourt) und L'Isle. Von Pont-de Hoide 
ersälilt öchiiling nichts, und neitlicb Ittsst er den Zug nach L'Iale dem- 
jenigen nach Grangea vontus^ehen. Die Strassburgenikten geben der Dar- 
stellung Schillings, der als Äugenueuge erzählt., recht ; denn nach Witte 
ZGÜHh. NF. Vin. 282 brach das Heer am 24. Juli nach Granges auf; die 
Stadt fiel am folgenden Tage. 



176. Das die armen liit von Ltia, frowen uuil niuii, 
wider ia <lio »tat kanieut. 

Und als man von Lila zot-li, da wurden von Bern und 

I andern gowanten etlich biitnioister und knechte do gelassen, 

rdas si das erobret gut gen Basel vertigen und ouch ue dem 

fborn brot baclien und dem volk nachschiclcen solten, dann 

Inian an apis mangel hat; so was ea ouch allenthalben in der 

I vienden land, das man nit wol mocht darzd konien. In dem 

■ do kament gar vil frowen und kinde wider gen Lila und ritten 

ouch der vienden vil umh die stat; also zugont dieselben i 

ouch darus und stiessent die stat an und zugent mit gewerter 

band von dannen ; do erlaachon die frowen das füre und fun- 

dent dennocht den nierteil gftts darinne. 



177 



Das die zwei slos Nanlaratscha und Nah oueli 
gewunnen und iugenomen wurden. 



Es wurden ouch, diewile man zu Grangii lag '). von dero 
f von Bern und andern knechten von Eidgnossen mit hilf dero 
[von Strasburg zwei stark alos mit dem stürm gewunnen, das 
I ein genant Nanlaratscha, das ander Nan, die lagent bi cin- 
[ andern ; die wurden geplündert und darnach in ffire geleit. » 

178. Das aber etlich knechte von Nidow und von Bicl 
zwei stark h\qs grewuuneu. 

Darnach gewunuent die von Nidow und von Biel ouch 
[ mit einandern zwei stark slos mit dem stürm, das ein genant 

2. stat *ii dem Jren kamen und das fiire erlaschen. — 4. biitmeister 
uod ander bi inen da. ~- 5. ouch fehlt. — 10. do zugen. — 11. «tftt mit 
fiire an und kament mit gewerter hond von allen Tienden von dannen. 
— 12. fiSre wider. — 14. starken slos N. und ouch Nan von denen 
von Bern und nndem ingenomen und ^wnnnen wurden. — 16. den- 
nocht vor Gr. lag und man in diaen dingen mtsl-iget, was ma.n fiSrer 
handien and tun wolt. von dero von B. und andern der EidcnoHaen 
Idten mit hilf dero von Strasburg, die alwegen in triiwen bi inen 
waren, angeordneter dingen twai stark alos mit dem stürm gewunnen 
und ingenomen. — Iti. und daa ander. — 20. einandern ; und wart 
darin ein merglich gut gewunnen und wurden ganz gepltindert und 
in fdre eeleit nnd wart inen ouch ein göt bdt. — 21. knechte von 
Bern, Solotern und Friburg. — 22. alos uberhoupt in namen und. ~ 
23. der von Bern, Solotern und Friburg knechte. 

•) Also am 24. und 25. Juli. Die beiden SehlOsser heiasen Nans-La- 
M~Koche und Nans aou£ St. Anne. In diesem Zusammenhange nennt da.^ Lied 
■ Ton Zollner, nnten Kap. 191! noch die SchlBaser Villechevrcu]! (Welsch Heri) 
l'Bnd Courchaton. 



Munbi '} und novh eins, tiarin was gar vil göts, des nament 
si als vil si dannen bringen mischten und teiltent das ander 
einandern und riclitent darnacii die beiden slos zft himel. 

179. Das nber von dcro von Bern niiil andern knecliten 
■' nie sloi^sen genanuen wurden. 

Darzd gewunnen oucli dero von Bern und ander der Eid- 
gnossen knechte etlich slos und stark hüser und vil gAtes 
darinne und erstachen der vienden vil, wo si die mochten 
ankörnen ; dann alle diewile man zu örangii oder andern 
I enden lag, do mochtent si nit still ligen und lufFent tag und 
natlit umb roubeus willen uf die viend, des oudi etlichem der 
lone wart. ') 



180. Das etlich von dem Hunkow vor dem slos tiraniont 
erstochen worden. 

t Und als man dennocht zu Grangii tag, do lüfTent bi achzig 

mannen na dem Sunkow mit einandern wider das slos Gra- 
mont^), und hatten ein veiiiin bi inen und meinten ouch et- 
was eren inlegen. Und als si uache zA dem slos Gi-amont 
kament, do hattent eich die viend mit einem grossen huffen 

) zu ro3 vereampnet, dann es gar ein stark slos und der vien- 
den ufenthalt was, und brachent also uf und ranten an die- 
selben vom Sunkow und gewunnen inen die flftcbt an und 
erstachen ir wol 18 und iagten etlicli in einen wiger, die ouch 

I. gar fehl!. — das oament si. waa si dannen mochten liringen. — 

3. einandern und erstachen der vienden hi zweiuijj mannen und. — 

4. Bern. Solotem. — 5. nocb uie sloasen gewunnen und ingenoiuen 
wurden. ~ 6. Darnach gewunnen aber der von Bern, Solotero und 
ander fenecht me sloesen, — 8. vienden etwie menKSn- — 10. da 
mochten «i weder taj; noch nacht kein rüw bitben uml) roubcna wil- 
len, des etlicher engalt und nit wider heim kam. — 19, Sunkow und 
Klaees. — 14. erstochen und von den vienden umhbtaeht wurden. — 
15. vor Gr. — Iß. vom Sunkow und dem Elaas. — 17. hellen. — 
meinten den vienden einen abbruelt tä tun. — 18. gar nache. — 19. 
huffen veraampnet und ab dem elos gemocht, alles zu tob. — SI. 
vienden rouphus und ufenthalt was <ina hinderranten die fromeu liite 
heimlich, — 23. erstachen leider achtzechen man. 

') Montby, nördl. von Clerval. Vgl. Zollnera Lied, unten Kap. 196. — 
') 7.. B, wurde eine Schar, die big Belvoir, »ödöstl vou Clerval vorg«- 
ctrungen war, zurOckge wiesen, Witte, ZGORh- NP. VIII, 'J83. — ») weatl. 
von Monbölinrd. 



U75 



251 



darin ertrunken. Werent si mit ordnunge und me lliten ge- 
zogen und manuellen bestanden, so were inen nit beschechen; 
darutnb sol iederman daran gedenken und sich in s&lichen 
nMen zu keiner flucht niemernier lassen bringen; dann werent 
die fromen Eidgnossen und ir loblichen vordem in iren krie- 
gen nit als hantvest und bestentlich gewesen, si werent vor 
langen ziten vertriben worden und nit zu aenilichem glücke 
und eren komen ; dei' almechtig gotte well den armen seien, 
die also umbkomen, gnedig und erbarmherzig sin. 

ISI. Da.s mau ftirer in Burgauiien wolt ziecheii, als > 
harnach stat. 

Ale man nü Grangii und ander alos gewuunen und er- 
7 obert hat, do warent die von Strasburg und ander einungs- 
herren und -stette des willens und der meinunge t'ürer in 
Burgunnen zu ziechen. und besunder für ein stat und slos i 
genant Cterva') und do dannen von einem an das ander, da- 
mit si iren sachen und dem kriege ein erlich endo geben. 
' Darzü gabent die von Bern und ander ir mitgewanten iren 
1 gbten willen und meintent, si werent denen von Strasburg, 
I iren allerliebsten fi-ünden und puntgnossen zfi sundern eren ■ 
I und liebe usgezogen, bi denen und andern woltent ai euch 
bliben und mit inen sterben und genesen, des inen von den 
I houptliiten von Strasburg, bern Petern Schotten und andern 
f gar herziclichen wart gedankt. 



183. Das des herzogeu von Oesterich and ander TOlk s 
in Lothriiigeu zugeut. 

Indem do kamont gros Warnungen und gewiss mere. das 
L der herzog von Burgunnen mit grossem gewalt und macht 
I understfinde durch Lothringen zli brechen, nachdem er dann 
Idas vorhin verwiist hat, und in Burgunnen ztl ziechen. Und j 
l wurden also von dem herzogen von Lotbringen al herren und 

9, sin : doch wart «3 nticbnialn nn denen vou Gramont awttrlich ge- 
rochen, ali hnroach stat. -• 10. ah mun batnach vindet. — 13. ander 
stett und alos. — 15. sunder«. — 19. willen nnü ret(«nt. si. — 20. ge- 
trdwen punignossen. — 21. uageiogen und wolt«n ouch bi inen bübin. 
— 24. gedanlcet wart, — 25. Oesterich lantvogt und ander mit im. 



I Clerval 



linken Ui'er de? Doub-. 



252 



U75 



stette der vereinunge geinant, z(i inen zii ziecheii und helfen 
ein widerstallt tun. ') Do wart man betrachten , solt der 
herzog von Burgunnen als gewalticiichen durch Lothringen 
brechen und mit einem senilichen grossen zöge in Burgunnen 

t liomen, das man dann davon grossen schaden ni5chte en- 
pfachen ; daraii meint graf Dsswalt von Tieratein. des her- 
zogen von Oeaterich lantvogt, man ßolte in Lothringen zie- 
chen, das wero sin will und meinnng. ') Und also umb des 
besten willen, do wart man ze rat, das der vorgenante von 

I Tierstein mit sinom volke, der gar ein meehtig zal was, in 
Lotlu'iugen ziechen und die von Strasburg mit denen von Bern 
und andern, die bi inen waront, ein leger für die stat und 
sloa Blomont slachen und das understan solten;') dann der 
bischof und die stat von Basel gar vast daran wai-ent und 

I gar früutlich uianten und baten, das man nit also von dannen 
zuge, bis das Blomont vorhin erobert und gestraft wurde, 
dann es ein senilich stark slos und rouphus were, das teder- 
man davon merglicben schaden enpfing. *) Und wurdent ouch 
gar vil fromer liiten dar geffirt und in gevangnua geleit und 

1 wider gotte und aj billicheit gesclietzt und gar vil vom leben" 
zem tode gebracht und ouch etliche in der gevangni'isse hun- 
gers verderbet. Es wurden ouch von inen priester und frowen 
gefangen und gescfaetzet und darin nienians geschonet und 
sunderlich des bischofs lüte von Basel, der mit sinen stetten 

< und Blossen ein anstüsser wer und aber das on hilf nit m6cht 
verkomen. 



- 3. vorberürt henag als. — 5. linson merg- 
lichen gthadfn. — 8, meint, der von Tierstein. — 7. von Oesteriäi 
fehil. — man aolt mit im in L. — 9. umb eren willen. — der der 
eenaut von T, — 13. dann ouch der. — 14. und ouch manten und 
fruntlich baten. — 15. also dannen zoa. - 21. bracbt und bungen 
veitlerbt — 24. BoBel. de» lund und liiie daran sliessen und ater. 



■) Witte, Lotbringen und Bai'gund. im Jahrb. der Ges. filr Lothiin- 
){isfhe Geschichte. 1ÖS9/90, S. 51 fF. — •) So war bh allerdinj^s absemuDlit 
worden ; aber der Landvoat kehrte sofort in den EUnss zurück. ScWibar, 
Urkuudenbuch der Stadt Freiburg I, 547; Witte, ZGORh. NF. VIII. 238 f. 
— ') 8chilliiig verschweigt, dass es unter den Hauptleulen im Kriejfarat xu 
scharten und gereixtcn Aiiaeinandersetzungen kam; Knebel, Basler Chr. IL 
27« weiss davon zu berichten. Witte, XGUIlh. NF Vlll. 22H-37. - *J Die 
Gefährlichkeit Blamonts für dus Bistum ISaael hebt nuch Knebel. Basier 
Chr. U, 277. hervor. 



IS^t. htkü vou ileueu von Hern iiiul auderu ein leuier 
fär Bloiiiont geslagen wart. 

üml also in dem namen gottes do slög man ein gewaltig 
■leger für die stark stat und slos Blotnont ') und leit man 
Vuigendes daran drig gros hoiiptbCtchsen, naniUch ein von 
KStrasburg und ein von Basel; so liat oiioh der lantvogt das 
I Ketterlin von Ensissheim*) und darzii einen lioubtman und 
etwas Volkes oucli du gelassen. *| Und vieng man an Bchiesaen 
ir in die stat, daruuib si nit ril gabent, dann es warent vil 
■.guter büchsenmeistern und ander edel und unedel von Bur- i 
pgunnern, Lanipartern und sus darinne und hatten vil gäter 
I büehsen und andern züg bi inen, darus st grossen schaden 
I taten mit scliiessen ; dann si an allen orten gar vast harus 
I flchussen und wurdent vil luten gewöst und geletzt. Do 
lauschen rustent sich die von Strasburg zil mit bolwerken, i 
Fhertkörben, leitern und andern dingen, das zä einem stürm 
»gebort und wart von einem stürm gei-ett, damit man den 
p dingen ende gebe. 



184. ÜHü Bloniont gnr herticliclien au beiden Kiteii 

gestdriiipt wart. ^ 

Und also an dem necbsten fritag darnach') ving man an 

stürmen die stat Blomont an zwein enden binden und vor, 

und hat man an den stürm geordnet nämlichen von Bern herr 

) Hans Tiiöriugen von Biittikon, rittern, und Hans Rudolfen von 

[ Erlach, sin tochtermann und ander für houptlüt, darzü von i 

I. und andern ireu ((Bwanten. — 2. gewalticüchen geslagen. — 10. 
bdchsennieister. daran edel und ander. - 17. wart onch. — 19. Da» 
BI. von denen von Bern und andern an beiden orten Ufar harticliehen 
gestürmt wart. — 21. Darnnch an dem ncchaten Mta« vins. — 23. 
und wurden aji den »türm für houptlüt (feordnet. — 25. tocht«rman, 
die sich gaT wol and erlich hielten. 

'I Nach Knebel. Susler Chr IT, 276 kam man am 31. Juli vor Blamont 
; nach einem Brief an den Bat in Biel, der Ober die ersten Tage der 

--lagerung gut« Nachrichten enthalt, befanden sich die Truppen schon 
' am 30. Juli vor dem Schlosse. Blöseh. Gesch. der Stadt Biel I. 280. — 

^ Die Straasburger Büchse hiesa der StruK, die von Basel die Rennerin, 

die DBterrdchisehe Kätterli von EnBisheim. Siebe unten Kap. 188 und 196. 

und Basler Chr. IV. 197, Anm. 8; 261. Anm. 6. — ') Onwald von Tjerstein 
' hatte einen kleinen Teil seiner Truppen unter dem Herrn von Eptingen 
f «nrOckgelftgaen. Witte, ZGORh- NF. Till. 236. - *) 4. August. Ebenso 
\ Knebel; Basler Chr. II, 277. Vgl. auch Msch. ebd. III, 315. 



254 



1475 



Strasburg, Solotern und andern gewanten. Und in^underheit so 
wart von den von Strasburg an den stürm geordnet für einen 
houptman einer genant Caspar Barpfennig, gar ein hantvester 
man ; der ging mit zwein sinen sfinen des ersten an die muren 

1 und an die leitern, daran ei gros not litten, dann die leitem 
zft kurz warent, und mftatent sich vast smucken und uf sich 
lassen werfen und slaclien, dcsglich die liouptlüt von Bern und 
ander ouch erwarten müsten, dann die in der stat sich gar 
manlichen wartent und hatten oueh darine gar gftten züg von 

1 büchsen und allen andern dingen. So was ouch die stat ub- 
dennaBsen gut und mit starken bolwerken gar wol zägerüst, 
darns si mit schiessen vil Schadens tatent, imd wurden etlich 
zil tode geschossen und gar vil wund von werfen, echiessen 
und andern dingen, und was die angst und not gros, dann die 

' stat stark was; so waront oueh die stigleitern gar vil zA kurz, 
das man es damit nit mocht gewinnen, wie grossen ernst man 
daran leit; und als dann die lüt vast dar trungen und ieder- 
man gern sin bestes hetta getan, do wurfent si us der stat 
vil imptk&rben, die warent in lilachen gewunden und kament 

I under das volk und tatout inen under dem antlit grossen 
schaden. Si würfen ouch vil füsisen und hechlen harus, das 
man darin tretten solt, und was ganz ein herter stürm. Man 
schos ouch gar vientlich in die stat und wurden inen etlich 
tdrn an den bolwerken angowunnen. Und als der stürm bi 

1 vier stunden an einandern gewert und das volk hellig und 
nifid wart, dann es gar ein heissei' tag was, do müst man ab- 
ziechen und hat man grossen schaden enpfangen, desgtich die 
in der stat ouch. als man das sach, du si abzugen. 

18-5. Das die vou Bern und ander Iren herreu und olioru 
< unib nie liite» schrilieut. 

Nft do man von dem stumi abgezogen was und grossen 
schaden enpfangen hat, do meiuten etlich, man mftcht es mit 
stürmen nit gewinnen, so mäst mans ouch an andern enden 

8. danD ouch. — 9. darinne guten läg. — 12. merelioheii Bchaden.— 
15. leitem zu kara. — IS, liiilaiCben. ~ 21. hiiruir, darin ouch vü litten 
gewürt wurden und was. — 21. bolwerken und die biichseu darinne. 
— 25. gewert hat. — 26. gar ein harter slurm und heissar tae. — 

28. das nactinialii wol Teruam und sacb. — do m aljzugen fthit. 

29. und aoder ir verwanten. — 30. urob noch me liiten heim icfaii- 
beut. — 31. Do man nü. — und man oui.'lt »rossen. ~ Sä. nit me 
jfewinnen, nunder möst man es an andern enden vorhin ouch be- 
sfhiesseu und ba< veräiichen, dann. 



1475 



255 



beschies&en, daun man noch bis dar us den grossen bQchsen 
UD verfänglichen geschossen hat. Die von Strasburg und Basel 
lüden ouch ir büchsen uf und stünden etlich tage nf den wägnen 
und begonde man unwillig werden ; dann do die ze Bloniont 
den stürm behalten hatten, do wurdet si mit schiessen und & 
andern dingen gar freudig und meinten alweg von den iren 
eutsehAt werden. Darzä kament ouch in das leger gar gros 
Warnungen, wie der bastart von Burgunnen ') und ander herren 
mit gar grossen machten zäzugen und die von Blomont ent- 
echütten woltent. Und nachdem dann der lantvogt mit den lo 
sinen in Lothringen gezogen^), der gar vil was, do wart man 
ouch betrachten die grossen Warnungen und das man nit vil 
liiten hat und hegertent die von Strasburg, es solt lederman 
semlichs sinen herren und obern verk&nden, wie sorglich 
man mit wenig lüten in der vienden laut lege, umb das si i& 
etwas witer gesterket wiirdent, so woltent si ir büchsen 
widerumb hinden an die stat Blomont richten und in semliefaer 
mass werken, damit si hoften, es solte inen allen ganz wol 
erschiessen. Und reten seralich meinung sunderlich mit grossem 
ernst mit denen von Bern und meinten, si wolten inen daran u 
zd atdrü ein kuchigelt schenken, das ouch beschach, als har- 
nach stat. 

Semliehs wart von dem houptman von Bern herr Niclausen 
von Diespach verwilliget, wie wol er meint, es wer nit not, 
dann ein semlich trostlich volk vor Blomont were, das si ireu ^a 
vienden mit gottes hilf wol einen widerstant tun woltent. Doch 
umb dero von Strasburg willen, darunib ouch die von Bern 
usgezogen warent, schretp man die ding al, wie es am stui-m 
ergangen was und die Warnungen, die teglichs kament gen 
Bern, und satzt man das alles zu inen. Also wurdent von t» 
stund an ■) zu Bern usgezogen drithalbtusent gewapnetör 

2. unverfrnglithen. — 8. w&gen. — 4. von Blomont. — 9. Jtar /"«*"• 
— 11. man fehlt. — 13. Strasbura-. iederman . . . ifi verkiinden. — 
18. gani fekk. — 23. Titel : Da» der houptman von Bern und ander 
im velde aeiulich aachon iren hern und obern heimschribeiit. — 

24. DiMpath und andern bi im. — wie wol der houptman meiut. — 

25. ei ir. — 29. und ouch. — 30. satzt man inen dos altes heim. 

■) Ankin von Burgund war gerade jetzt mit neusewarbenen Truppen 
au« Italien nach Besaucon gekommen, Gingina, DepEchea II, 19ö, und aOO. 
— ') Vgl. oben S. 252. — 'I Durch einhelligen Bescfalues von Rat und 
Bürgern am 4. Augoat. Der Abmarsch mit den Aufgeboten von Freiburg 
und Solotum wurde auf den 8. Aug. fest^aetxt. Ratc-M. l>*, 3S, Ln.ad und 
Leute empfahl man den Kurflckbleibenden Eidgenossen und bat aie utn 
getreues .aufsehen. Teutach Miss. C, 519. 



25fi 



1475 



mannen mit der stafc paner, und wart inen zfl einem houptnian 
zugeben und geordnet herr Niciaus von Schamachtal, ritt*r, und 
für einen venner Ludwig Brügler von dem erbern haDtwerk 
der gerwern; dem wart euch für einen houptman und rat 
i geben Hans Kutler von den erbern meietern ze» metzgem. 
Man hat oueli zii Bern vernomen. das die iren vor Blomont 
nit alle einhellig warent und ein teil gern wider heim werent 
gewesen und schribont darumb, e die paner dar kam. inen ein 
brief, als harnach stat. 



' 186. Als die von item gen Blomont in das veld schribont 
gar ein trostlichen briet". 

Unser fräntlich willig dienst und was wir in allen sachen 
eren und güts vermögen zuvor, streng, fürsichtig, wis, sunder 
lieb und getruw mitrÄt, Wir haben liwer Schriften, darin ir uns 

i die erobrung der stetten und slossen Lile verkiinden, gar mit 
grossen fröuden verstanden und darab merklich wolgevallen 
genomen und so vil mer, so vil minder wir vei-stan der un- 
sern geletzt sin. Dem almechtigen got ei lob und dank ge- 
saget, dann an zwifel, so kumpt afilieher sig von niemand, dann 

> Ordnung siner götlichen gnaden, die zu beharren sind wir u» 
bilHkeit geäissen mit aller andacht unser gebet und anrAfen 
gein im zu volbringen. Und als wir nü durch dieselben uwer 
Schriften underricht werden, das üch nit ganz kunt, was fürer 
vor band si und dabi das unser getruwen puntgnossen von 

i Strasburg des solds halb sich gebilrlich uf ir zusagen halten, 
bitten wir üch al gemeinlich und sunderlich us gar innigem 
herzen, glich Ciwern und unsern altvordern, die den tot. unser 
ere zft behalten, nie besorgt haben, bewägen und keinen Un- 
willen US (ich, es si fiirer zu handien, ziechen oder tftn, merken 
lassen, sunder in dem tun, als unser gruutlicher will, der nf 
ere, bestäntlikeit und rüm gesatzt ist. Ob aber als zu ziten 

7. einhell. — B. eine>i brief, — 10. Das die von Bern dem houjitman 
und ftndem den iren gar ein tröstlichen brief gen Blomont m da« 
veld Bchriben. - 12. Text »ach Tratach Miss. Ü. B07. — willig t«hU 
Z, B. — in allen Sachen fthtt Z. B — 13. streng, fürsichtig, wia fehU 
Z. B. — 15. gar ffhit B. — 17. geuomen, das der linsern niemana ge- 
letzet ist. Z, B. — 19. dann von Ordnung Z, B. — 25, soldes und 
aller ander sachen halb Z, B. — sich oucb gut friintlich nnd srliob 
uf ir B. — 26. nlgemeinlich und sunderlich [ns hocliem friintlicbem 
ernst B], als ir iSnser etat lob und ere ze meren usgesant sind, ir wellen 
euch dasselbe in liwern horten glich liwwn Z. B. 



14T5 



257 



I v^idsftbungen under Völkern gesciiicht, lemand von unserni 
rat, kleinem oder grossem, oder landen were, der unser ere 
und lob, das damit beswftcht mficht werden, nit vfjlleuklichen 
wusat zu bedenken, also das sin eigen gemach und wil da- 
wider strepte, den oder die wellen gütlichen von (ich heim- ^ 
vertigen nnd üch daran nit irren lassen, sunder uns vertrü- 
wen, das wir angespart unser üben und güts lich anrier mo 
nnd nit minder, die vilücht der arbeit und unser stat lob zÜ 
witem geneigter sin wellen, schicken und deheins wegs ver- 
lassen. So ist uns euch warlich nnd besunder zuletzt durch lo 
unsern gnädigen hern Philippen gestern /["igeschriben, das der 
baschart vom Burgunn zwiischen drü- oder vierhundert pt'erden 
liber sant Bernhartsberg und zu Tonun ') übergevertiget und 
iKt also wider den willen des vermelten unaers gnädigen herren, 
an dem wir nit verstau fitz erwuuden sin. durch geschoben, is 
das uns vast misavelt, und wellen bis zinstag oder mitwochen') 
mit notdurftigem gewalt daruf handeln und bedenken, wie s6- 
licher miltwil si z& wenden und zSmen. Und was sich in dem 
und anderm begipt, werden wir üch alzit verkünden mit hilf 
des almechtigen gots, der üeh herr der houptman, und al und x 
ieklicb tiwer zfigoordneten, unser rät, burger und getriiwen 
well in Bälden und dem schirm ains heiligen crützs behalten, 
und haben üch unser ere also hevolhen, damit kein sunderheit 
und hesmächden uns, die uns bereit lieps und güts erbieten 
von iemund werde zugezogen. Datum mentag nach Mario » 
Magdalene, ') vast frfl. 75. Schulthes and rat 

zfl Bern, 
Adresse: Den strengen, fürsichtigen, wisen hem Xiclnusen 
von Diespach, rittem, houptman, unsern raten und burgern 
ietz im veld zö Lile, unsern gar getrüwen mitritten und burgern, .w 

1. beachicht und wir ouch in lantnierBwise vernemeo, Jemand von 
Z, ß. — 2. oder dnsem landen und aebieten were Z, B. — 3. dwnit 
geamächt Z, B. — TÖUiclichen wolt oedenken und mit nch manheit 
und ere eriaoen, damit sin eisen gnuach und [veruicfter B] arger wil 
darwider »treote. die wellen alle von stund an gütlicben \tehll Bl von 
lieb bar beimvertigen [und under lich nit behalten B], damit die 
epriiwer von dem kernen komen, und ücb daran Z, B, — ti. die der 
arbeit und unier lob zu wil«m geneigter, [oucb 5'omer B] nnd besser 
nnd, Z. B. — l|i. verlaseen, das nemend von lina zS berüen und gand 
dem oucb nach, 80 ist lina oncb warlic^h durch hem Philippen von 
Safoy angelangt, daa der Z, B. - 14. des vcnneit^n fehlt Z, B. — 
21. unser fthlt Z, B. — 28, bevolhen. ala wir dch geniäcljcben ver- 
tniwen. Datum Z. B. — 26. Untereehrift -und Adrrsse felill. 



') Thonnn. — '1 25, und 1 



. .Toli. ■ 



I 24. Juli. 



187. Das der vorgenaut herr Niclaa» tod Diespach 
In demselben zage starp. 

Als man iili liievor gehört hat, wie herr Niclatis von Diei 
paeh, dei' tiire ritter, als eiu houptman mit den tusent gewoj 

s neter mannen uagezogen was, do wart er des ersten tage«, al 
man gen Lila kam, von einem ros an einem bein gar libi 
gewiist, und zocb aber nit destminder mit dem Volk gen Blc 
mont nnd underwiset das in allen sacben gar mit gttten trüweo 
und hielt gilt ordniinge: und wie krank er was, do säcfatenfi 

1" dennocht alle houptliit von Strasburg und andern enden ra^ 
xü im und wart im uucb in allen sinen nlten und anslegeit^ 
vast gevolget, dann er gar ein türer, wiser nnd ufsetziger 
rittet' zll kriegen, und was oucli sin kranghoit iederrnan leit. 
Und als man dann in dem lande allenthalben von der pesti- 

IS lenzicn vast starp und ein grosser sterbot was. dositig leider 
ungevel darzü, das in derselb gepreat euch ansties. Do er 
das befant. do lies er sich zu dem bischof von Basel gen Bor- 
rentrut füren und starp da am dritten tage;') der almecbti^ 
got welle sich über die sele erbarmen! Davon erscbr&ck 

«1 iederrnan im leger und sunderlich dero von Bern volk und 

1. Diw man den Torgeinuiteii herr S. tan D., dea himptiuiui g^ 
Uüireutrot fürt und uu -dem ende atarp. — H. Und als man. — 9. vaif 
«rlicher ordnunge. — 12. gar ein Ui'et und veriirtnftiger mnn. — 
14. peatelenz wegen. — IS), der von Dem liilf. 

') Aus Oingin.s. Depficbes 1, 200 ist xu entnehmen, duas der Tod Die»- 
liocha Bchon am 9. Ängiut in Lausanne bekannt war. Die aelir cHorakte- 
riatJBche Ombscbrifl, publiiiiert von H. Tllrler im Aniseigei' fOr »ehweü. 
tiesrh. VI, 499 nnd von H. Hugen mit UeberaetxunK und einer Abbildiüff 
im Archiv dea hiat Tereins des Kts. Bern XIV. 90 nennt ah To« der B^ 
aetzung den 13. Angust. Wie «ehr man in Bern den Tjd dieMi HfUtMt 
bedHuert«, Ifisst «ich ans einigen brieflichen Aensserungen entnehmeo. AA 
10. AnguHt schreibt Bern nacS Basel : Min berren haben ir aehriben, d«iq' 
N den weinbarn abging des frumen, türen ntt«rs, herren NicImu TOBi 
Dieasbachs seligen bekWen, gar noI verstanden und danken inen du c 
dann inen ao leid deHharh beschechen, doa ea weder mit achrift noch »DM 
deheins we^ «ü Intern ai. und begeren von got, si und uns fiirer voroUsm 
leid eQ behüten, Rats-M. IH, 46. — Ebenso am 1. Sept. an den FQrrten vtm 
üeaterreich : Dann wir oiicb nit zvrifeln, es si an liwer fiin^Uch gnaden. 
gelangt, wie wir dann üwer luntachaft m verschirmen dea eratwi unBOif' 
venu und diirnnch unaer macht nnd paner uageaant und mit undem unann^- 
KÜgewanten er nnd lob erlangt, wie wol wir dabi den türen. fromen litter 
herr Niclaus von Dieaabach. der in liwer gnaden und uniierm dieoÄ ^e-- 
Btorben iat, verloren haben, den wir nit verklagen mögen, ain from, vm 
ul'recht gemfit luigeaechen, Teutsch Mi^H. C, ä4'2. ^ Und a.m 23. Sept. in 
Krwiedening eines Kondolensach reiben n au dun Propst zu MUnator: Der'. 
ewig got heieit ain ael. den wir wol billichen beweinen, dann uns an ime 
übel lat beachechen. Ebd, C, 561. Uiu ao graaser war die Freude an 
savojiichen Hofe. Gingins, Dep&ches 1. 203. 



147; 



259 



schribent das oudi angendes gen Bern : do was es oucli ieder- 
man leit; und als man sin begrebde am morgen beging, do 
zoch man angendes oaeh der bcgrebt mit der paner us mit 
den drithalbtusent mannen, als vorstat. 



18S. Das ilie vou Btru uhuv tlritlmlbtnseut niuii " 

mit ir pnner ^en Blomout gchlcktent. 

Als nü die von Strasburg ir grossen büchsen, den struss, 
wider geleit hatten binden zil an die stat Blomont, do vingent 
si an werken und müstent gar wit von einem holz harab über 
einen witen graben in die stat schiessen, das gar wol half "> 
und denen in der stat grossen schrecken braclit. Dann in 
kurzen tagen darnach, do begerten etlich us der stat Blomont 
mit den houptlüten von Bern und andern zÜ reden; des wart 
Dian fru und wurden liit darzÜ geordnet zu hfjren, was man 
an si bringen oder sUcben wolt. Also rettent si, ir herr von i& 
Blomont, der in der stat bi inen gewesen, der were von dem 
presten der pest«leiizien gestorben, desglich ander lute ouch. 
nnd legent noch gar vil luten desselben prestens, davon si er- 
schrocken und unwillig worden weren und sunderüchen die 
Lamparter, die darinne waren und semliclien presten gar übe! m 
verebten: und wie wol si ein gUt stat und slos hetten und 
das noch wol lange zit getrüwten zu behalten, wolt man si 
dann mit ir habe lassen dannen ziechen und ouch die lüte in 
der stat bi den iren hüben lassen, so woltent si inen die stat 
und slüs übergeben, dann si doch wo! markten, das si von ss 
iren hurren und obern verlassen werent und kein entachüttnng 
hetten. 

Und do man das von inen vernam, do wart menglieh fro. 
dann man kein hotfung hat, das man es hette mit dem stürm 
gewinnen, nachdem dann die stat und stos gar gQt und das »> 
allersterkest in Burguunen was, und gab man inen zu antwurt : 
man were in semlicher meinung darkomen, das man si nötigen 

3, bef;rebde ua. ~ mit der paner big vorvtat fehlt. -~ 5. Daa man mit 
den ffrossen biSchsen an der stat und alo» Blomont aber anving nist 
arbeiten und werken. — 7. gros. — 16. der bi inen in der atat — 
n. Idte fehlt. — 22. wol feHlt. — getniwten vor iedernian. — 23. 
dannen laa«en. — 26. Titel: Die antwurt, ao die von Bern nnd ander 
ir verwant«n denen von Blomont u1' ir anbringen gabent, — 20. dn» 
man ea mit dem »tiirme het mögen gewinnen, dann ouch die stat. — 
32. Lücke in Z von in meinung darkomen bis und fürten mit inen 
ir -werinen und bab. Ergänct nach der Kopie Mtc. A. 64, 65 auf der 
SladtbibHothek in Züridi. — nöl^^n. 



260 



U7Ö 



und mit dem swert oroliern woll. dann man ein aemlich macht 
darvor het und noch als gros volle von Bern, Solotern und 
andern gewanten haniach kerne, das ei den herzogen von 
Burgunnen noch nieman andern gedorftent noch woltent ent- 

i sitzen; doch so w'ilte man inen nach irem begern gnad tön 
und si mit ir hab abziechen lassen in denen worten, das si 
inen etat und slos lidlichen zft iren banden übergeben, damit 
zu handien und tfin nach ir«m gevalleu, dann inen und den 
iren semlicher grosser schad und mütwillen darus beschechen 

I were, das si das i'iherein haben; doch wo! t man icderman von 
mannen, frowen und kinden mit ir hab lassen abziechen und 
nieman nüt tiin. und anders wolt man si nit nfnemen. Dis 
antwurt wart inen Inter zil verstan geben und beachach das 
darumb. das si nachmalen nit machten sagen, man hette inen 

. gilt wort gen und darüber witer gehandlet oder nit gebalten. 



189. Dan mau die tou Itloniout iifuani iukI mit ir hnb 
abziechen lies. 

Also bedaclitent si sieh nit lang und nament semlich 
teding uf, ') als davor stat. Do wurden angends von allen 

I etetten und herren lüt darin geordnet, die inen den eid gabent 
und giugent also nacheinandern harus; ein teil rittent ouch 
und warent gar frfilich, besundor die t'rfimden soldner und 
fürten mit inen ir werinen und hab: darzfi gingen ouoh gar 
vil frowen, edel und ander harus mit iren kinden und blßip 

V nieman darinne. Dieselben frowen triigent gar vil eleidern 
und anders, was si ertragen mochten, mit inen und gehfibent 
sich gar übel, das si also von dem iren mQsten scheiden, als 
nit unbillich was. Also gingen harus bi vierhundert mannen 
von Burgunnen, Lamparten, SafiVyer und ander on frowen und 

, kind, der gar vil was; die wurden alle hinweg beleitet und 
tet noch nam man nieman nit, 

2, und oucb noch als gros volk von Bern und andern enden, — 
6. 81 alle mit. — 9. beeoliechen, das ei es. — 15. i?eben und darüber 
wiUr fiirgenoinen oder an inen nit gehalten, — IB. von Blomont in 
semlicheti worlen mit ir. — 22. »underlich. — 28. mannen Bnr- 



>| Blamont Übergab sich am 9. August, Witt«. ZGOBb. NF. VIII, 212. 
Die burgumii'chen Truppen wurden kurz nachher doch zusanimenRebiuen. 
Ebd. Anw. 



1475 



261 



Dftrnach gingen ouch harus W vierzig armer, elender, 
gevangner mannen, der warent etlicli von Eidgnossoii U8 deui 
Sunkow lind von andern lierren und stctten der vereinung; die 
hatten die viend daiinne gevangen gehebt und in semlicher 
mass als streng und hart gehalten, das si gar ungestalt worden 
waren: dieselben gehoben sich wol und sungen von rechten 
Miudt'n tiberlut, das nii>ng!ich wol hört. 



1t>0. Dan die von Bern, Koloteru und autler uiit iren (liLucru 
oucli für Bloinoiit kaiiient, aU es gewauueii v/slh. 



Und als nß die von Bern mit ir paner iisgezugen warent, i 
ais davor stat. deaglich die von Solotern mit ir ufgeworfnen 
paner und mit vil gewopneter und stritbarer mannen ouch us- 
/ugen, die beiden stette alwegen in lieb und leid mit einandern 
gezogen sind und etnandem als getrüw herzfründe und brMere 
nie verlassen haben und ob got wil zÜ ewigen ziten nieuier- " 
mer tiln werden. Darzfl kanient die von Priburg ouch har- 
nach mit einem venlin erlichor läten, alles zä aterkunge der 
iren vor filomont. Und als si dennocht underwegen und noch 
iiit dar komen warent. do koment inen mere, das von gots 
gnaden Blomont, stat und slos, erobert ujid gewunnen were') i 
und schreib man inen allen liandel, in welcher mass man si 
ufgenomen und abziechen lassen hette. 

Do wart herr Niclaus von Schamachtal, der von Bern 
houptman, mit den einen, desgiieh die von Solotern und von 
Friburg mit den iren zft i-Ät. nachdem si dann von iren herren i 
und obeni mit iren panern und so vil erlicher liiten den iren 
und sunderlich der f'romen stat Strasburg und andern zä trost 
und Bterkung usgevertiget, wie wol dann Blomont gewunnen 
und erobret were, so woltent si dennocht zu inen ziecheu und 



verili ouch ifen Ül. kiuiieoC. aja oa ge- 
. — 11. mit. ir paner ouch und. — 12, 
gota gnudea fehU. — 21 inen tiucb. - 



2. ouch u*. — 4. die hat n 

' t Kratanden. — S, 
I Friburg mit, eine 
••uuui;ii und ingenomen w 
ouch uazogen fehlt. — 19. „ „ .... 

23. Titel: Das die von Basel mit ir ttal paner und gar tu erlicher 
lüten ouch harnach f^x Blomont kament. — '23. Do nn die von Bern 
das vernament. da wart herr H. vtiu Seh. liouptraan, dar«i"i dif andern 
venner und rlite. deaglich. — 27. kü eren und tnoat. 

rut- Witte, ZGURh. NF. 



si beseclien, damit si trost und fn'iude von einandern betten. 
und zugen also zu iuen gen Blomont in das veld. Deeglich 
kament ouch die von Basel gar snell harnach mit ir stat pauer ') 
und gar vil herlicher lüten und kam so vil Volkes dar. das si 
• in dem velde ein ganz tAre machten und wart man von inen 
mangel gewinnen, dann nit spis harnach geffirt wart, als man 
aber verheissen und zflgesagt hat. 



I1>I. Das Blomont, stat und Mos, von denen von Bern und 
andern ganz Korrlssen, zerbroclien nnil verbr&nt wart. 

in Und als nü die vorgenanten von Bern und Solotern und 

fjuch ander zügewanten mit iren panem und als grossen machten 
gen Blomont zÜ den iren koitien warent'), do wurdent si von 
stund an zu rat, das man die stat und sios ganz brechen, zer- 
rissen und brennen solt. Desgiich schriben ouch die von Bern 

ih und Solotern den iren'), das man davon nit solt scheiden, es 
were dann vorhin ganz zerbrociien und gewüst, dann nieng- 
lichem als grosser schaden und komber danis was heschechen, 
das ioderman das gern tet. Also ving man an turn und muren 
süssen und undergi'aben und sunderlich undergröb man die 

so grossen starken tarne und macht gros füre darunder. das die 
niedervielent. Man ving ouch an die hüser brechen und hrfin- 
nen und sunderliclien das slos, das gar usdermassen stark 
und kostlichen erbuwen was; daruf warent gar vii ki'istlicher 
vergillter knßpfen, die kmiftent die von Strasburg us der btit 

Sä und fürtent die mit inen heim. Do zwiischen wart ouch das 
gros gilt, das man zii Blomont gcwunnen hat, ouch gehütet, 
des gar vil was.*) Und also wart die gflt stat und slos Blo- 

3 gar fMl. — 4 erlichrr Idten. — vnlkes harnach — 5. und möat 
man von inen manjrel haben. — 8. vnn den. — fl. und nuch. — lli. 
dann lederman nierKlicher kumber and schaden durus bescheclien was, 
dus man es gurn tet. Und also. — 18. muren brechen. — 21^ sundera. 
— 23, danif wai^ii oucb eechtieehen köstlicher vergiSIter knöpfen, dia 
wurden denen run Strasburg und fürten ouch die. — 26. ouch ver- 
kouft und gebilt. — 27. des gar vil was fthlt. 

') Die Basier langten schon am 11. Aug. mit 1200 Mann vor Blumont 
«n- Knebel, Basier Chr. II. 278. — ') Ks geschah dies am n. Atir, Wille, 
n a. 0. — *) Bern hilligte durch Schreiben vom 12. Auguit den KnUchliiBH 
der (lasgezogenen Truppen, Blamonl, zu zeistOren. Teu&ch Miss. C, .'lil.'. — 
*) Dasa sich eidgenössische Knechte arge Aufschrei tun gen anläaalicli des 
Beutegntes haben zu schulden kommen lassen, vemchweigt Schilling. 
Knebel. Basier Chr. II, 280 und Witt*, ii. a. 0. 3. 243, 247. 248. 



moiit ganz in gnind zerrissen, nerhroclien inni verbrnnt und 
als ganz gewöst, das es kunibLTlicheii widor gebuwen oder 
gemacht mag werden. 

192. DaM die von Itt-i-u nuil ander mit iron |raiieru von 
Blomoiit witer in ltiirä;uuneii «ngeiit und ir viend 

»tnchlcnt. 

Do nü die von Bern, Holotern und ander mit ii-en panern 
und grossen machten also für Blomont komen warent und stat 
nnd ölos ganz zerbrochen und zerrissen hatten, do wurdent si 
bedenken den grossen costen. uifig und arbeit, so si mit irem i 
uszug hatti'n gehebt und meinten, solt man also snell widei* 
heim zieehen und nit witers fiirnemen noch schafTen, das were 
inen allen nit vast erlich. Man wart euch betrachten und 
daran gedenken, das die fromen liite us dem Sunkow vorhin 
vor dem slos Gramont gelitten und schaden enpfangen hatten, i 
das man oucli gern hette gerochen, und wurden also mit ein- 
imdern zil rat, das man fürer ziechen und etwas witer iTir- 
nenien solt, das üuch der stat von Basel wil und meinnng was, 
die ouch mit ir paner nnd gar vil fromer Idten im volde 
warent und mit soldnorn und andern dingen gar grossen costen i 
hatten. Und zoch man aUo mit ganzer macht und allem 
Volk wider in Burgunnen, usgcnomen das fiisvolk von JStras- 
hurg, die wurden mit erlouben dero von Bern und andrer 
wider heimgesant, damit ir stat und land dcster bas mficht 
verbot und beschirmt werden, dann si sich vor dem herzogen a 
von Burgunnen ouch vast besorgen müsten, damit inen dann 
me dann andern getrftwt wart und Warnungen kament:') doch 
bleip ir rosvolk gar trostlich bi inen, 

193. DaH i\iti Tou Bern und ander das stark slos Grnniont 
mit hartem hturin nnd gar ritterlich gennnnen. s 

Und zugent also raorndes frü in dem namon gottes wider 
in Burgunnen gegen Orangii der stat, die man vormolen ouch 

8. growen frhlt. -~ 9 gebrochen. — 12 noch scliaflKn /«/»)(. — 19, gar 
feMt. — 21. Und man zoch unch also mit Kiinier macht nnd gewalt 
wider. — 'AS. iltr »on — 26. ai sich iila audtr vor. — 27. ilocli ir toa- 
vnlk bleib ulk^ bi inen. — 31 Und also zoch man in dem nuruen. — 
%i. Torhin euch. 



NF. VJII. 2«-2<Sf. 



. Witte. ZGORh. 



gewiiniien liat, und slüg mau sicli du nider in ein gros dorf 
und do umb. Und was das an einem aainstag ze nacht vor 
sant Bartholonieiis tag') des vorgenanteu iares; du bleip man 
den Sonnentag*) liber. Und am mentag') frfi hort man mess 

s und ass man ze morgen und brach do iederman in dem narae» 
gots uf, und zoch man nebent zl\ hinin v^dder das slosOramont'l 
in willen und meinunge, das ze erobern. Und wurden liite 
dar geordnet mit inen zu reden und bedingen, ob si das aloa 
übergeben und inen selber gros kombers vor sin wolteut. Das 

10 verschätzten! si alles und mocht man kein gftt antwnrt von 
inen haben, das inen aber gar kurz dai-nach z(i grossem unheil 
kam. Dann do man das vernam und sunderlich die vor dannen 
geloufen warent, do ruft ie einer den andern an inid Idffen 
garsnell den bochen berg uf, und sunderlich die hantbiichsen- 

i.'i schlitzen, den man das erloubt, also an alle Ordnung an das 
slos mit einem stürm und gewunnen von stund an den vorhof. 
den si gar stark gemacht hatten, darinne etlich gi^t häBer 
stünden. Doch wiehent die viend in das slos und wartent sich 
gar manlic'h und sunder mit gar vientlichem werfen, dann 

to das man inen mit dem gusebiitze gar we tet, das si sich nit 
getorften erz6ugen. Und wie wol man keinen züg liat zem 
stürm noch muren ze brechen, dennoch leit man also grosgen 
ernst daran, das man anders nit dann mit spiessen und hel- 
barten durch dio starken muren brach. Und kam also zem 

15 ersten in den kellor, der gar vol güts wines lag, und kament 
also von do dannen in das slos und erstachen alles, das inen 
werden mocht von mansnamen, der me dann hundert im slos 
warent, und sunderlich etlich Lamparter, der miisten die an- 
dern vast engelten, dann man inen gar viend. Es was ouch 

wi gros gilt in dem slos, das lies man iederman nemen und rett 
man nieman nit darin. Die liito wurden ouch gar frßUeh von 
dem guten win, der in dem slos lag und trunken des den 
vollen, inen was ouch als not darüber, das man bis über die 
knü in dem win mtist walten. Si hatten in dem slos bi ine« 

fi. U8 iederman. — bnuJi man. — 6. und noch man anBendcs widw 
Gramont kö in meinune, du. — 9. selber komlwr uod lideti. — 11. 
aber in kuriem. — 15. deoen man. — IS. sunderlich. — '21. züg xem 
Sturm hat, damit man die mureii m&cht brechen. — 22 ai» grosen. 
— 2-5. gar fehli. — 31. Miiti ward oucb gar fr61i<:h, — 32. eIob was. — 
33. bis an die knil, — 34. hntten ouch in. 

') 19. Augusl. — 'i 20. AuguBt. - ') 21. Augiisl. — *) Grammont. 



1475 



265 



di'ig priester und als man si nit ufnenien wolt, do vingeiit m 
angeudes an hichten und ir Ordnungen machen und wart die 
not gar gros, das ir etlich vor iren biclitvättein erstochen 
und erslagen wurdent. Man vaot ouch etlich in einem turn, 
die darin gesprungen warent, darunder ein bastart von Ora- 
mont was, die lies man leben, dieselben selten al sachen: darzCi 
hatten ouch etlich von vorcht wegen frowencleider angeleit, 
die wurden ouch ergriffeu und tet man inen aber nit. 

Darumb si aber das sIob nit ufgaben noch ufgeben wolteu. 
das was ein ursacb, das der bastart vou Burguuuen des andern ' 
tages darvor inen enbotten hat, si sollen sich manliehen lial- 
ten, so wolt er si entschiitten und nit verlassen, dann er wol 
I8'"' man zu res und ffis bi einandern bat, als man das durch 
den bastart von Gramout vemain. Er hat oucb etliche Lam- 
parter darin geleit, denen ir rechter Ion wart; doch warent i 
derselben etlich dannen geritten und wurdent leider nit erilt. 
Also wall es inen zu spat und wurden von nieman entschiit ; 
man hat sich ouch nach den grossen Warnungen geriist und 
was iedernian begirlich und bereit des bastarts zi'i erwiuten 
und mit im zft striten; es kam aber nieman. ; 



191. Ohs man (lad si-huti slos V-ilaiit onch ^'enaiin 
and verbrant. 

NU under demselben slos Gramont lag nocli gar ein häbscb 
slos, genant Vaiant'), das wolt sich am ersten ouch nit er- 
geben und meintent ein widerstant ze tbu. Und als si gesachen n, 
und vernamen, das Gramont das stark slos gewunnen und es 
inen als übel darin ergangen was, do ergabent si sich ouch 
und begerten gnaden und barmherzikeit, die man inen ouch 
mitteilt: doch mütetent si alle nacket in iren hembden und mit 
stecken an iren henden von dannen gan. und getorst nieman a» 
nit mit im nemen und lobtent dennocht gotto. das man si bi 



Titel: Von was Ursachen wessen si da« alos Gramont nit wollen 
otgeben. — II. davor. — 10. leider nit fanden. — 20. manlich m stritPii. 
— 21. Das die von Bern und ander ir verwanten dua »chSn . . . ge- 
wunnen und Terbnmten. — 23. Es lag ouch under. — gar ein nchia 
slos. — 24. nit gem. — 25. venu*inten — ti'inde. — 27. dariu fthlt. 



>) Das Sehloes Falloo. ebenlnlls d^ni l 



e Orniiicnt g 



liOng, 



2<3ß 



1475 



dem leben lies liiiben. Es was oucli in demselben slos gar vil 
gdts, das man onch Jedeiman, wes er hinweg bringen mocht, 
nemen lies. Und also wurdent die zwei slo3 mit grosser man- 
beit und arbeiten necher dann in vier stunden ritterlichen ge- 
j wuonen und wart nieman unnbbracht, dann etlich wurden am 
stumi übel geworfen; die genasent aber von gots gnaden dar- 
nach wider, und wurdent dieselben beiden slos mit dem füre 
angestosaen und zfi himel gericht. 

Und als man dieselben zwei slos so ntteriiehen gewunneii, 
II geplündert und in ffire geleit bat, do were man w«! des guten 
willens gewesen, witer und fürer in Burgunnen zfl ziechen, 
dann man vil volkes bi einandern hat. Do entsas man den 
presten der pestelenz. der in dem lande vaat richsnet und stur- 
bent vil löten von fninden und vienden desselben preatens, das 
r. man mer entsas und vÖrchten mflst. dann die vicnd: darzü mocbt 
man oudi nit zu spis komen, dann iedcrman geS^cket hat und 
was in allem lande vast tür. Also wart man gemeinliehen zft 
rat, das iederman den nechsten wider heim ziechen solt, das 
ouch beschach. und echiedent die von Bern und ander Eid- 
o guosaen und gewanten gar fnintlich und brüderlich von ein- 
andern.') 

Als aber die von Strasburg vierhundert man von Bern 
umb sold hatten begert, derselh sold von inen gar früntlich 
für anderthalben inonat usgericht und bezalt wart, das mau 
5 von inen gar ein gilt benftgen bat Darzü schanktent die von 
.Strasburg denen von Bern zu dem solde an iren costen zft 
stiire, als man dann mit der paner nachhin gezogen was, für 



1. sloa gi09 mergiich gut, — 2, da» uiun iedennan netnen lie«. — 5. owJ 
kam meman umb> — 7- mit dem füre zu himel gericht. — 9. TiM 
von späterer Sand: Dus mtui von vorchl wegen des jlrestena der 
pejtilen* rö tat wart, wider ns Burgunn heim xe «iechwii. ■ " 



- li. willen. - 

— 20. »ei-wauten. — 22. TiUl t 
Strasburg mit denen von Bern i 
Und als nii die. — 25. gar felili. 



-inlichor lüten. — 15. eutrat«eii. 
interfr Hand: Wie sich die ron 
las knchigelts wegen hielte nt. — 
2Ö. den von Bern. 



■) Mau hielt den Eriegsrat in MömpelsaTt und trennte sich ata 
24. August, aber in Unfrieden. Witte, ZCiOBh. NK. Vlll. 252. BlOsch, 
üesch. iler l:^tadt Biel I. 282. Das bemische Heer kau am SS. August niudi 
Hause. Üeber den Blamonterzup enthalt Edlibach, S. 145 f. einige brauch- 
liiire Notizen, ebenso die Strasaburgcr Archivchronik. S. 194. die nwar irrig 
don VM Hlnnionts auf den 4. Angüxt ansetzt. 



147,1 



2(17 



1 kiichigelt acht hundert Hunscher güldin;') das huttent di« 
von Berti gar zft grossem dank und meintent, semlich und 
ander g&teten us iren gedechtniissen niemermcr zfi lassen. 

noch des zu vergessen. 



195. Diis die vou Strn«.lnirg denen vou Bern gai- fntiil- ■'■ 
■ich schriben, nnd inen dankten von des rorgenunten 
zngü wegen RIomout. 

Den fromen, fiirsiclitigen. wisen, dem schultheiesen und 
dem rat zö Bern, ünsern beaundern lieben, brfiderlichen friinden 
und getinwen puntgenossen enbieten wir Friderich Bock, ritter, lo 
der meister und der rat zil Strasburg ünsern früntlichen wil- 
ligen dienst. Besundern lieben, brarierliclien fründe und getrüwen 
puntgenossen! Wie wol üwer liebe durch unser ersame rats- 
botschaft zCiletst miinttioh gebettcn wart nit me dann umb 
vierhundert man uf önser veisolden in die neclist reise wider " 
die Burgunner, so verneme» wir doch vou ünsern houptlUten 
in liochem rüme und löblichem fi'irbringen, wie üwer bröder- 
lifhe trüwe dieselb sum liiten mit meiglidiem zftsatz gegrftsset 
und genieret hab, die dann nach getruwer regierung des strengen 
türen ritters, herrn Niclauaen von Diespuch seligen, des seien »• 
der alinechtig gotte barmherzig sin welle! und ouch nach ander 
üwer fromen l'nindcn anwisungeu in allen sachen vor Lila, 
Giangii, Blomont und an andern enden mit iren getrViweu 
mantichen und treffenlichen Übungen (mseru zfigewanten und 
den ünsern trostlich und hilflich gewesen sind, ouch sich sunder m 
gegen uns in dem vorsolden t'riintlich bewisen haben; darzCi als 
üwer ersamkeit durch des gemeinen pundes, der fiirsten rüte 
und stette ratsfründe ztt Sletstat versampnet gewesen, schrift- 
lichen gebetten worden ist, mit friintlichem ziischicken mer 
Volkes zQ sterkunge des legers vor Blomont das best helfen im 
zfl tun, als Qnsers herren von Oeaterich lantvogt in Lothringen 
gezogen was, ao hat üwer brüderliche liebe daruf den strengen 

I. achthundert ((lililiii -, Aas hiit man dennocht von iiitin m dank, wie' 
wol ileraelb hub die ?ou Bern mp dann achttuaent giildin cOBtet, — 
und meintent 6« ifl vergeBaen fehlt. — 7. Blomout fehlt. — 12. Son- 
dern. — 23. Grangii, Gmniont und sunderlich Blomont und andern, 

') Den Reat des RuchieetdeB [— eigentlich Trinkgeld in die Küche - ) 
im Betrag von HO rh, Gulden quittiert« Bern dem Grafun Uswald von 
Tierstein am II. Dez. 1475 Tentach Mis*. C. 654. 



26S 



ut; 



fromen ritter, Herr Nitlausen von Öclianiaclital und aniltr 
üwer ratsfründe mit liwerm glückhaft igen und erlichen pauer, 
ouch mit meclitigem volk denselben leger gr^ssliclien gester- 
ket, und sich also aber gar tröwlich bewiseii nnt sampt (iwerii 

ft ersanien zögewanten, alle unser göten fründe; die alle haben 
ouch erbeilich und mit gfitem willen in dem velde das best 
getan, Gramont und ander der vienden slos belTen umbbringen 
und also mit guten worken vor und nach gros lob und ere 
erholt, ouch sich in dem leisten abscheid, suuder üwer ersamen 

ii> houptliit mit herzfn'intlichen. guten Worten in brfiderlichei- 
gütwillikeit gegen linsern houpth'iten gunstlichen erbotteu so 
vil, das wir üwer brfiderlichen getrüwikeit und allen den üwem 
und ouch liwern fromea zftgewanten, ünsern lieben früuden. 
aller obgenielten gütwillikeit grossen röm und dank sogen 

iB und in unser herzen und geniftte setzen, in aller früntschaft 
niememier zu vergessen, sunder allezit geneigt ztt sinde, wil- 
licliehen zft verdienen unib üwei brüderlich gut früntschaft, 
der wir ouch in gunstlieher liebe ze wissende tünd, das die 
ratsbotschaften, so von gemeiner unser einung wegen zu ün- 

to seim lierreu dem kling in Frankenrich umb hilf zö erwerben 
geschickt, noch nit wider komen sind, ouch noch kein geschrift 
harus getan haben, sunder unser herr von Lothringen hat sinen 
rÄten in Lothringen geschriben und ouch uns. wie im nacb 
geschrift siner usgeschickten dienern derselb kung ein mechtig 

if, volk schicken welle zU hilf wider die ßurgunschen. Ouch hat 
uns unser houptman, den wir mit etlichen den linsern zu 
Pontemons') bi anderm zlisatz des pundes haben, geschriben, 
wie die Biu-gunschon mit macht ligen in Lothringen und in 
Borerland') und die nechstvergangen wuchen etlich stett und 

Ml sIos gewunnen, on not oder ungetrungen, und doch dabi ouch 
gemelt, das das Frankenrichervolk uf gestern Sonnentag umb 
Pontemons sin sol. So ist uf hüt mentag aber ein gemein 
underred des pundes zu Colmar umb einen herzug kürzlich in 
Lothringen ze tÜnde; wolt der alniechtig got, das fiwer fromeu 

» lüte ouch ein merklich zal dabi wer mit üwer erlichen und 

2. gldtkhiillen und wirdigen paner. — 3. volt und miuiliclieD lüten 
da^elb leger gröa^licheu gesterbet uud sich iiber uetn5wliclien. — 
5. allen imeern giiten friinaen. — 7. alos vorgenant. — 14. obgemelten 

Efltelen. ^ 16. geneigt Bin. — lU. mtsboten. — vereinung. — tinsUm 
erren fihlt. — 28. in Lothringen fehlt. — 30. docli fehlf. 



') Pont-t>-Moiis»o 



I Das Herzogtum Bar. 



1475 269 

glückhaften paner, hoften wir es solte aber wol nacher gan, 
als es vormals nach Schickung gottes durch üwer götvvillikeit 
alweg wol ergangen ist. Und was sich furer macht, wellen 
wir lieh als unsern getrüwen fründen und puntgnossen verkün- 
den. Datum an mentag nach crucis exaltationis anno 75*^.^) 



196. DIs lied wart von des Torgenanteii zags wegen, 
als man gen Biomont zoeh, gemacht.^) 

Ein vereinung ist lobeliche, 
der grosse pund genant, 

zfi trost dem R6m sehen riche lo 

zugents in Burgunsch land, 
do habend si gewunnen 
beid stett und ouch die slos; 
gar bald es wart verbrunnen, 
si fürten gut geschos. ib 

Strasburg ich wil dich prisen, 
du hasts gevangen an, 
du versoltest zu Bera den wisen 
vier hundert werlich man; 

tusent was man dir schicken 20 

gar williclich wol bereit; 
got well das dirs gelücke, 
es sie dir unverseit. 

Basel das wolt nit lassen 
und ouch sich machen dran; 25 

als von den Eidgenossen 
versoldet es fünfhundert man; 
Colmar, Sletstat mit geren, 
Solotern, Friburg gemeit, 

dem bischof von Basel zti eren 30 

was Biel gar balde bereit. 

2. Yormaln durch Schickung Lottes und üwer zutun wol ergangen ist. 
— 18. versoldet est. — 26. Eiagnossen. — 31. bald. 

*) 18. September. — •) Abgedruckt bei Liliencron 11, 65 ff. und 
L. Tobler, Schweiz. Volkslieder II, o2, an letzterm Orte aber unvollständig. 



270 1475 

In Burgunnen sind si komen. 
mit einem harten stürm 
hand si Lila gewonnen, 
es rümpft sich als ein wurm; 
5 durch Wasser warent si swimmen, 

do http sich angst und not, 
si mochten nit entrinnen, 
man slfig ir vil ze tot. 

Lila das wart verbrennet, 
10 welsch Heri wart verbi-ant, 

Cuntschattung wart zertrennet, 

ein slos Munbi genant; 

Nan das wart zerstöret*) 

wer gehört ie sneller getat? 
ir, Grangii wart verhöret 

von einem wisen rat. 

Grangii wart übergeben 
zu des herren von Wirtenberg hand, 
das her sach man streben 
SI» vor Blomont in dem land; 

der Strus tet mengen schalle, 
Metz und das Ketterlin, 
die Rennerin gar balde 
ging als zen muren in.^) 



2:t 



Blomont was ein gut vesten, 
als ichs kum ie gesach, 
gebuwen zem allerbesten, 
als gold ir obertach, 
ir bolvverk und ir muren 
M) das was unmessiclich, 

seehtzechen schlich dick vor truren 
und achtzechen desgelich. 

Uf einem berg höflichen 
lag Blomont slos und stat, 

1. liurgunn. — 14. hört. — 18. herren fehlt, — 29. ir werinen und 
euch ir muren. 

M Vpl. hierüber oben S. 249. — •) Strauss, Metz, Ketterlin und Ren- 
nerin sina GeHchütze von Strassburg, Bern, Oesterreich und Basel. 



1475 271 

vil körbe *) so fürsticlichen 

das here gewürket hat; 

si stürmten die stat frölichen, 

des nam menger ein stürz; 

von dannen mfistent si wichen, s 

die leitern warent ze kurz. 

« Müssen wir von hinnen wichen, 
das wer uns iemer schand, 
die vereinung so lobelichen, 

dem pund in Tütschem land ! > lo 

Bern, Basel man besande, 
vil stett und Solotar; 
mit panern kaments ze hande, 
brachten ein grosse schar. 

Gen Blomont in das slosse, w 

do kament ouch die mer, 
wie das ein macht so grosse, 
der ber im veld wer. 
« Nfi ratent ir herren frechen, 
wir werden liden not; 20 

wellent si den stürm nü rechen, 
si slachent uns alle zfl tot!» 

Das slos gabent si uf balle, 
Blomont die fürstlich stat, 

man brants mit grossem schalle, ^^ 

gar maus geslissen hat. 
Wers ie gesach fürstlichen, 
den rüwet sin gros Schönheit, 
das es als ellenclichen 
ze stücken ist geleit. ^ 

Von dannen was man keren 
gen Burgunnen in sneller il, 
des riches paner zö eren, 
wol me dann sechsthalb mil; 

1. körb. — 2. her. — 9. der vereinung so lobeliche. — 18. velde. — 
26. ganz mans. — 29. als iemerlichen. — 32. Burgiinn. — 34. achthalb. 

*) Schanzenkörbe. 



r, 



272 1475 

Griamont wart gewunnen. 
in blöt lag menger rot, 
gar snell es wart verbrunnen, 
man slüg ir hundert tot. 

Vom slos den einen Herren 
im tum man funden hat, 
den fürt man do mit eren 
gen Bern als in die stat. 
Valant was man ufgeben, 
10 si zugent nackent ab, 

damit frist man ir leben, 
man brant vii guter hab. 

Die vereinung als lobeliche 

zoch wider in ir land 
15 zu trost dem Römschen riche, 

der grosse pund genant. 

Si band ein gut getrüwen 

zU allen richstetten hin; 

es mag si nit gerüwen 
20 und ist ein gäter sinn. 

Zwfilf slos *) band si erlangen 
darztt drig stett so göt. 
Er ffirt ein stechelin Stangen 
der Zollner') es singen tut. 
25 Maria, din kind hing blosse, 

das welle es understan, 
das die irrung grosse 
werd schier ein ende han! 

Amen! 

10. imc'kot. — 18. zu den richstetten. — 23. er fürt er. — 26. well. 

*) Die 12 Schlösser sind nach Öchillinj?, Knebel und dem Liede: 
Ponte - de - Koide, L'Isle, Villechevreux (Welsch Heri), Courchaton, Nans, 
Nans-la- Roche, Montby, Granges, Blamont, Clemont, Grammont, Fallon. 
Die drei Stfidte sind : L'Isle, Grandes und Blamont. Die Strasaburger 
Archivchronik nennt S. 208 die Namen folgender eroberten Schlösser: l3e, 
Granse, ßlomont, Pontroy, Joniby, Norm, Lorrotsche, Vemyn, Lamont, 
Jasan. Volischwie, Jathie, Cotschett , Clemont, Gramont, Verlunge. — 
•) Mathis Zollner von Laufenburg hielt sich nachweisbar von 1458—1507 
in Bern auf, wo er das Schneiderhandwerk betrieb. Er war zünftig in 
Mohren und seit 1460 bis zu seinem Tode (Ende 1507 oder Anfang 1508) 
beständig Mitglied des Kiites. Vielleicht enthalten die Worte : « Er f&rt 
ein stechelin stangen » eine humoristische Anspielung auf die Nadel. Vgl. 
des nilhern meine Mitteilung im Anzeiger für Schweiz. Geschichte 1894, 
S. 65 f. 



197. Das dero rOD Beru and ander soldner, so zä Jungil 
und in den andern slosseu lagent, etwas roabes nameuL 

In disen sachen allen hattent die vier stett Bern, Lutzern, 
Friburg und Solotern ir knecht und soldner in den slossen 
<Jranson, Orba und Jung» ligen ; dieselben knechte und beaun- 
dei-8 die so zfi Jungü lagent, zugent gar dicke in Burgunnen 
mit wenig lüten, dann es ein rechte stras in Burgunnen was 
und brachten ze mengen malen vil grosser rßuben und gutes 
von veclie und andern dingen mit inen harus, das si under 
einandern teilten, und bescliaeh ineu von gots gnaden nit. 



I!>8. Das aber die soldner vou Jan^ll iu Burgunnen zugent 
und einen grossen roup nament nnd onch etlicli er- 
stachen. 

Darnach an einem mentag vor des heiligen crütz tag zfi 
herbsten ') in dem vorgenanten 75. iare zugent aber die von ' 
Jungii US, der houptman was Jörg vom Stein, ein edelmari 
von Bern, wol mit hundert knechten und kament in ein gflt 
tal, darinne si vormalen nie me warent gewesen, und nament 
do gar ein grossen roup vochs und anders und tribcnt deu mit 
gewalt US dem tal. Indem kam der herr von Tschettegion') ; 
mit einem grossen reisigen zöge und wol mit drü- oder vier- 
hundert puren und meinten inen den roup mit gewalt wider ze 
nemen. Des wurdent die gflten gesellen gewai'uet und verstack- 
tent wol drissig knechte heimlich in etliche hüser und meintent, 
si woltent die viend hinderziechen und etwas eren und manheit i 
eriagen oder darumb sterben, und triben die andern den roup 
niitzit destminder für sich. Und als die viend hamach so ge- 

1. DftB der von. — 2. aloasen wiiren. ■ — 3. 1d disen dinj^en hatten. — 
4, und soldner fehlt. — 5. dieselben soldner und benander die zu Judkü 
lagen. — 7, straB darin was. — 10. von ffota pnaden fehlt. — II. da« 
aber der houptman und die ioldner xQ Jun^ . . , einen roup namen 
und etlich erstathen. — 15. dee Torgenanten lares. — die aoldner von. 
- IB. ein edtlinan fehlt. — äl. Eies wurdtjn der houptuian und ander 



') H. Sept. — Ein nolther Eaubzog fand ebenfalls Ende September 
statt, wobei auch die Gebiete de» Markgrafen von Rdteln und deBBiBcho& 
von tiasel nicht verscliont wurden. Am 'Z'i. Sejit. be&hl man dem Georg tod 
Stein auf Jourue, nicht wegzuziehen, ohne die Gewilbr eines gedcberten 
Rikkzugs zu haben. Bata-M. L8, 100. 105, lOB, — ') Ch&teau-Gujon. 



274 



U75 



walticlieheii zugeiit, do bracheiit die knechte zu früge uf. das 
si dennocht ßit zwiiechen si warent komen, und vachten gar 
manlich und ritterlich mit inon, also das der herr von Tschet- 
tegion wund wart und etlich mit im, und bliben ouch von 

"> vienden tot zwen edelman, und nament also balde ein schant- 
lich flficht und abzug, das man si zu fäs nit moclit erüen. Es 
wart ouch einer von Bern erstochen und zwen gevaugen, die 
sumpten sich umb roubens willen dahinden und was inen gftt 
lieber, dann manheit oder ere. Und also tribent si den grossen 

I roup mit inen mit gcwalt gon JuiigÜ und Brachten ouch etlich 
gevangen mit inen und was inen von gota gnaden wol und 
glücklichen ( 



199. Von der untrüw wegen, so die lierzogin tod Safoy, 
genant Volant, <lie eiu ktiiigin tou Fraiikenrich was, 
deuen von Bern und Iren gowauten menigTalticIich 
eraongt. 



Und als man nü davor') zem teil ouch gehört hat, wie 
die SafSyer an dem strit und der slacht vor Erikort wider die 
von Bern und ander ir Eidgnossen warent, und also wider ir 

) geswornen ewigen pünde') so sehantlich und lasterlich tatent, 
dann ir etlich vor Erikort gevangen und erslagen wurdent, das 
man sich gein inen keins guten konde noch mocht versechen. 
darzQ wurden ouch die Lamparter und ander, so zä dem her- 
zogen von Burgunnen fflren, wider die von Bern und ander ir 

; gewanten durch Saföy gelassen und demselben herzogen von ir 
merglicher züschöp wider ir geswornen ewigen pünde getan,') 
das gerietent die von Bern und von Friburg mit inen be- 
trachten und sehriben der herzogin und dem land Safüy gar 

1. tu fril. — 3. Tschettegion, als man daieinal warlichen rett. — 
5- und namun angendeE einen unerlichen abzug und flucht. — II. nnd 
gana glücklich. — 15. Bern und andern menigral ticlich tet. — 17. 
crach »ernoraen Itat, — 18. Erikort und andern enden. — 19. gewesen 
warent und wider ir. — 21. ouch ersla^^n. — 25. Ton ir fihU. — 
26. wider die. — 27. von Bern und Friburg. — 28. Saffiy gar fehlt. 



ncen : 
; den Jahren 1457, H67. iföS nnd H73 ; 
Abfcb. U, ase, »öa, Slia und Abi. — ') Der Darchisug der Lanipiiit«r bildet 
vom FrQhjahr 1474 an den Gegenstand sich immer wiederholender ElKge 
in den Briefen Berns an Savojen. den Bischof van Genf, Jakob von Rn- 
mont. den Bischof von WaJlia und die EidgenogBen. 



1474 



275 



zil meugen malen, was si sich zu inen verseehen solten, und 
ob si die ewigen geswornen pünde halten wolten oder nit und 
mantent si ouch. das si den Lampartern und andern, so wider 
si werent, iren durchrang nit gestattent. Daruf die herzoglu 
von Saffty gar dick antwurt gab: was die geswornen ewigen 
piinde zwüschen dem herzogthfim von Sat'fty und denen von 
Bern uswistent. das wolt si halten und dem nachgan und wider 
si nit kriegen: si wolt ouch daran sin, das der durcbzug der 
Lamparter und ander durch ir land vermitten wurde. Das 
warent alles verdackte wort under einem bAsen verborgnen i 
Bchin und was alwegen mitzit daran, dann die Lamparter und 
ander fremde v61ker, die wider die von Bern und ander ir ge- 
wanten zugen, nützit desterminder durchgelassen, damit die 
ewigen pünde gar vast und merglich gebrochen wurden. 

ätH). Das die von ober Hibontal und nniler dero von Bern i 
lüte ^en Vlfi») zogen niid meintont die Lamparter ze 
strafen.') 

Do nil alle manungen und schriben an die herzogin und 
landschaft von Saffty nit wolt helfen und die geswornen ewigen 
pUnde in etwie mengen weg gebrochen und nit gehalten wur- t 
den, do vernamen etlicb dero von Bern lüte von ober Sibental 
und ander, wie die von Vifis denen von Bern iren herren z& 
schand und smach etlich uncristenliche wort wider si rettent 
und betten von inen scbantlich und unerlich sachen lassen 
molen; darzß wurden ouch die Lamparter und ander ir viend s 
vast do durch gelassen und wart nit belracht, das si an das 
hus von Sal'5y gehorten, mit den man gern in friden und rftw 

1. lind ob si bü oder nit fehlt. — 5. SafSy zS meven ninlen antwnrt: 
was. — 6. zwüschen ir und. — 11. nit daran, dann ouch die, — lÜ. 
gewanten waren, wurden nit, — 16. und wolten die Lcunparter atrafea. 
— 18. henogia und die Undachaft von SafSy nit weiten. — 21. der 
von. — 25. molen, und das ouch die Lamparter und ander an dem 
ende fiirgCBohoben wurden und wart. — 27. mit deneu. — tuwen. 



ti^D und Aeacbi auadehen. Man mahnt sie davon ab. Am 10. Nov. : 
sei wegen der Lamparter gewesen. Rat^-M. 15, 130 und 133. Am 11, Not. 
meldet Bern ina Feld, daas etwa 400 von äaanen. Ober- und Nieder- 
simmental naeh ViSt gezogen seien, die Lamparter abzufangen ; aie seien 
ihnen aber entkommen, 'und iit deshalb der unaern von den lantliiten zu 
Vifia nit vil eren erbotten •. Bern »chickte sofort den Urban von Müleren ab, 
der dann vor dem 21. Not. den Frieden wieder herstellen konnte. Teutsch 
Hies.C, 320 nnd ■'iSl, Vgl, auch das folgende Kap. 



276 



1474 



were beliben, doch meintent si villiclit der herzogin von öafuy 
daran ztt dienen. Also zugent die von ober Sibcntal und etlicli 
ander ir nachburen durch sich selber gen Vivis, und meinten 
die Lamparter zU strafen und sentlich durchzüg und wege zä 

5 erleiden. Do das die von Bern vernamen, umb das si mit dem 
hus von Safiiy nit zu kriege kement und die ewigen geawornen 
p&nde durch si gehalten wurden, do achicktent si botschaft zil 
den iren, daran ztl sinde, das man nft zemal mit denen von 
Vivis nit fiirneme, damit man mit dem hus von Saföy zu keinen 

10 unräwen kerne; das beschach ouch dazeraal, wie wol die von 
Viiis wol hetten verdienet, das man si swarlichen hette ge- 
straft; doch wart inen nachmalen ir rechter Ion. ') 

AJs nfi die von Bern markten und sachen, das si von der 
liei-zogin von Safi^y und den iren so menigvalticiichen ange- 

1» reitzt wurden und si überein von irem bösem fümemen und 
mütwilleti nit woltent stau und die geswornen pünde als ganz 
verachtent, do woltent die von Bern ir fürbas nit me schriben, 
noch si manen, dann es alles nit verfieng, und schribent dem 
grafen von Gryers, der margschalk in Saffty was, als bar- 

tn nach stat. 



301. Wie die tou Bern dem margschalk von Saßty 
schribent von der herzogiu wegen. 

Unser gar empsig beveih alzit zövor, edler, wolgebomer 
herr. Als wir bedenken unser voreitern zfi dem durchluchtigen 

1 hus von Safoy dienstlich begirden, die wir nit witer wässen 
zH liitern, dann das inen glich gewesen ist, mit demselben in 
lieb und leid gehöcht und tniokt, so werden wir genÖt zÖ 
verwundern, wohin derselben unser vordem giität vervam, 
und in welich end si versobinen sien, das niitz derselben, das 

> doch bezügnüs der liebe, tnjw und frAntlicher Wandlungen 
möge erzeugen, ist heühen. Dann so wir bewogen, mit was 
hegird und bestentlikeit daeselb lobrich hus von Safoy zö 

1. bliben, doch wisten ei der hentosin. — 4. Btrafen udiI inen die 
wege zu erleiden. — 7, ai ir botschatc, — 9. Saßyacheö hiK. — 12. 
rechter, verdienter !on. — IS. Und als nfi. — 23, Text nach Teuiaeh 
MUs. C, 824. — aizit fthll Z. B. — «5. von fehlt Z, B. — witi^r fehlt 
Z, B. — 26. imders zä liitern B. — demnelben hus gehöcht B. — 29. an 
welche Z. B. 

'I Siehe Kap. 229. 



1474 277 

unser stat und hinwider unser vermögen gegen demselben hus 
von Safoy in vorgeblüten ziten ontziint gewesen ist, so mAssen 
wir als war bekennen, das es ietz in ander gestalt ist komen ; 
ein setzen sach und unsern vordem und uns niemer glouplicli, 
wo wir der mit unsern ougen und solichen zeichen, die nit 
mit inred zö brechen sind, nit underrichtungen betten. Dann 
nach vil vernianungen in das vorberftrt durchlticht hus von 
Safoy in tarsfrist gangen, darin wir vordrung in kraft unsei' 
piind getan haben, das volk der Lamparter uns und ganzen 
Tiitschen landen und allermeist der keiserlich mejestat i 
houptviend verhalten, und ir geng durch die schlüpf der ber- 
gen, die unsern vordem zÜ getrüwer bewarung nit minder 
dann ir eigen muren erschossen sind, gewent werden, ouch 
nach mengerlei zusagen unser gnädigen frowen von Safoy 
botsehaften und briefen, so vinden wir luter, wie vil fürdrung i 
solichs zft unserra nutz hab ertragen ; besnnder us dem, so 
zttletst zÜ Vivis gegen den unsern, den in vergangnen iaren 
kein hus in Safoy mit getriiwer hoffung ie verspert, fürge- 
nomen ; daselbs wo! befunden ist, ob die Lamparter ir durch- 
wandet uns zft abval gebrueht haben oder nit. und die unsern i 
zudem mit sidicheu smAchworten, die vermisehlung grosser 
Unordnung bet^men. beladen ; zft dem vernemen wir diser stund 
von den, so das haben gesechen, dieselben Lamparter mit 
grossen scharen tag und nacht durch das herzogthllm von 
Safoy mit wafnen, die zfi letzung der keiserlich maiestat des ■ 
ersten, darnach andrer fiirsten, hern und stetten und uns, die 
dem Römschen rieh als ein zUglid anhangen, gebort sind mit 
namen durch den Monsanis ') und Jenf und dieselben end 
ziecfaen, die sach gipt den vordren widerwertikeiten und be- 
smachungen, die wider uns durch die Lamparter, ir hiiaer s 
empfacher und bschirmer in dem herzogth&m Safoy beschechen, 
sterkung, die unser gemflt mit unsäglichem betruren truckt, 
so wir sechen unser wolverdienen nit denselben weg ge- 

2, von Safoy fthh B. — vorj^eblfitigen Z. — :). wir warlich erkeDneii 
Z. B. — 6. betten und onch um U^ lit Z, B. — T. vil wurnuiiKen 
Z. B. — 14. lüsaffen der henogin von ^foy Z. B. — 15 hotten Z, B. 
— 17. sesen den linsem, denen wir nia leid eetan haben, eo srhaol- 
iichen fBchaltlichen ZI fiirgenomen, Z, B. — 2:1, die Lamparter B. — 
25. zii fehlt Z. B. — 27. aohansen, bringen, verfaren sin, mit namen 
Z, B. — 28, ander ende B. — '29. das ui-gach git Z. B. — 32. »terken. 
das unaer Z, B. -~ 33. wolverdienen mit semlichem mütwillen ge- 
meBsen, und von gemeinen Z. B. 

') Mont Cenis. 




mess, und geiiieinon unsorn Eidgnussen, die uns gar dick das 
zft verkoraen iinderricht haben, oft uns verwissen gebotten 
werden, das uns in warheit künftenklich der ereamkeit nach 
nit z& liden ist, ob wir srjlichs iocb gern tätent. Hai'umb die- 

s wil kein vermanungen, an unser gnädig frow von Safgy gan- 
gen, fruchtbar sind gewesen, so wellen wir si diser zit unge- 
mflgt lassen, das wir nit mer Unwillens, denn fiirdeinüs. darus 
erlangen. Wir begeren, bitten und ersücben aber öch, als zä 
dem wir in ungezwifeltem globen alweg gewesen und noch 

i sind, der sieb, ob got wi], sol meren, in kraft unser ge- 
swomen pünd daran zft sind, damit den unsem von den von 
Vivis. soiicber smftcbwfirt ungehenkter abtrag besoheeh und 
die borg unser vinden beslossen und si ouch in defaeinen 
enden des hus von Safoy enthalten noch fürgeschoben werden, 

i das doch noch zületst, wie wol das end und mittel dahin nit 
möcht reichen, wir röwiger sin mögen. Wo aber s&lichs nit 
mficht erBcbiessen, werden wir gen6t, gar snell solich frefel 
der keiserlich niaiestat zii verkünden, die dann wirt gedenken, 
mit was mittein darin der gehorsame zJi fürdrung si zä han- 

a dein. Aber so wir vemcmen, an welichen enden unser vinden 
sind, oder im fürBchirm und ufenthalt wirt geben, wellen wir 
angends die sßchen und die, so si enthalten darumb strafen : 
und werden uns eben vil anhangen, den nit lieb ist s&licher 
durchzug, und das unser bünd also unzher unverdient geletzt 

1 werden. Darin wellen lich so i'rünllich bewisen, als wir lich 
ungezwifelt vertrüwen und Cich vertrusten, ob das beschicht, 
keinen tag künftig, das wir s&licher gütat nit mit dienstbarer 
dankbarkeit wellen begegnen, und begeren haruf üwer gfttig 
antwurt bi disem boten. Datum sampstag nach Martini ') 74. 



2. gehotten f'hK Z, E 

von Sittbj- Z, B. — _. __ ._ _. ..__ _. 

7, dann wir mer unwiilene, dann anders darus iii£cht«n erlacgCQ B. 
- 12. unantfehenkter Z, B. — 14. von fthlt ß. — 15. wie wol (fer an- 
fiing und mittel nit gut ist. wir etwas rüwij^r Z, B. — 19. iuttt«In 
seinliche unreboriatne werd abgetan und wann ouch wir Tememeii 
Z, B. — 'IV. oder wo inen Z. B. — geben ffhU Z. B. - 24. bish&r 
Z, B. - 2.>. Darin »g Z, B. — 27. nit mit noch werer dienstlicher 
Z. B. - 28. götig fehU B. - 29. bi dem Z, B. — Datum quarta die 
Marcii anno 75 (!) Z, 8. — Die lattiniiche Fertigung dieies Schrribetu 
sieht im hat. Mm. A. 3S3'- ff. 



1474 



279 



Uf seinlich scliriben kament gen Bern der giaf von 

\ Gryers und mit im fünf edel von Saföy'), und entscliuldigetent 
sich am ersten diser dingen gar vaet und meintent setnticben 
durchzug den Laniparter nit nie zä gestatten und oucti daran 
zil sinde, das die smacheit von Vifis gebessert wurde ; und 
meintent die geswornen ewigen pfinde gar ufrechticlichen ztt 

, halten ; si hoften ouch, die herzogin von Saffty wurde das ouch 
tön, mit mer früntlichor und gftter worten, die doch darnach 

I nit wol gehalten wurden. 

Daioif inen die von Bern kurz antwurt gabent, die durch- i 
züge werent wider das heilig ricli und si und woltent das 

■ liberein nit me vertragen, und wo das durch ei nit versechen 
und die smach zu Vifis gebessert wurde, daruf si ouch ir 
treffenliche kuntschaft haben, so woltent fii dem naobgan, als 
der brief davor inhalt und das gar swarlich rochen ; das i 

I wart mit inen rueb gerett und lies man si damit von Bern 

I scheiden. 

Semlicher gflter worten, so denen von Bern also von 

I dem grafen von Gryers und den andern geben wurden, mein- 

[ tent si, es solte etwas zä gutem erschossen haben, ouch dem ' 

I naehgangen worden sin, und durch si mit der herzogin so vi! 
verschaffet haben, das si von irem bösen fürnemen und eig- 

[ Dem m&twillen were gestanden ; das wolt aber ir ganz nit 

1. Titel; Das demnach der graf von Grjere und ander edel mit im 
gen Bern bumen, sich eemlicher sachen zii vemntwnrten. — Nb«Ii 
semliehem Bchriben. — 4. me ifi liden. — ö. meinten ouch. — 8. tun, 
lue dann vorhin, — und fehlt. — die doch bis wurden fehlt. — 
10. BCmlich durchüiige. — 13. von Wifis. — H. ho wolt man das an 
inen twarlich rechen. — 16. und lie« man si uf demselben bropf von 
Bern scheiden. — 18. also fehlt. — SO. und dem ouch nachhangen. 

• ) Dieser Besuoh fand am IS. November 1474 statt, wie es aui dem 
I Briefe Berns an N. v. Diesbach vom 21. November 1474 ersichtlich ist, 
l dem wir folgende Stelle entnehmen ; ■ Also sind uf vergangnen fni»a 
[ (IB. November) vor uns gewesen der vorberflrt Graf von Oryer« und filnt 
L uder edeln ns der Wat Die haben sich vost entachnldiget und sich er- 
r botten. sfilichen durchzug decheins wegs mer ze geet&tten und gemeint in 

e&ten trtiwen mit ilns zu leben Wir haben inen neBtracka gesagt. 

das lins afilicher ditrcUzug wider das heilig rieh und uns und tinser hoch 
vennanen iokraft unser geswornen puntT usgangen, nit urabillichen be- 
fiömd. beeunder über vil zusagen und schriflen deshalb beachechen, mögen 
ouch das deheins wegs vertragen, dann das uns wol gedient xi. die durcJi- 
»lig hie und herwider zu weren; denn wo das nitbescbech. daruf wir ouch 
önser treffenlicb kuntschaft wellen haben, wie dann dos schriben dem 

Cfen von Gryers besehechen wiss, dem wellen wir an alles mittel nacb- 
Lirn. Und naben si damit lassen scheiden und nit so ruch mit inen 
getedt, als sich nach gestalt der ding gebürthett.> Man beachte Schillings 
_ wülkilrliche Veründerung ! 



280 



1475 



smecken und wart ie lenger ie sclialkhaftiger, wider die von 
Bern mit einem und dem andern anreitzungen ze tfinde in 
etwie mengem stucke, ale harnacii zom teil etat. 

Nämlichen si schicket me dann einmal ir botechaft gen 
s Lutzern, und lies durch dieselben an gemeiner Eidgnossen 
hotten werben ') umb ein richtung mit dem herzogen von 
Burgunnon, so wolt si daran sin und verschaffen, das er 
den Eidgnossen die achtzigtusent giildin von der pfantschaft 
wegen schankt und übergehe, die der herzog von Oesterich 

10 gen Basel geleit hat; darzfl lies si euch heimlich an etlicli 
gewaltig lüte in Eidgnossen bringen, das si ierlichen vom 
herzogen von Burgunneii gelt und schenkinen solten nemeii. 
das wolt si inen verschafTen und vil nie dann der käng den 
Eidgnossen gebe. Das was alles vorab wider den ewigen 

lä friden und richtung, so man mit dem herzogen von Oesterich 
gemacht hat, darzfl ouch wider die einung und verstentniis, 
die man mit dem kilng hat gemacht. 

Darzfl lies si ouch an die Eidgnossen werben und bringen 
umb einen ewigen pund mit den sihen orten mit ir ze machen *) 

so und meint, die von Bern darinne ze verachten und uszc- 
scheiden. Das tet si alles darumb, das si einen Unwillen zwii- 
schen denen von Bern und den Eidgnossen hette mögen an- 
tragen und machen ; damit wurdent die ewigen geswornei) 
bände ouch nit wol gehalten. Si schickt ouch etlich snöde 

Kl lüt, diQ under denen von Bern und die iren warent, von einem 
ort zu dem andern^) und verschankt vil gelt und siden in 
der meinung, ein uneinhelUkeit in den Eidgnossen zfi machen 
und sonderlich wider die von Bern, die ei gegen allen Eid- 
gnossen gar vast verunglimpfen und verclagen lies ; doch 

aa wart von gots gnaden etlichem bUben , die dann semlich 
Sachen und heimlich verreterie wider ir eignen herren tribent. 

1. leneeE ie strenger. — 3. lu menjfani stuck. — 4. Und nomlicbeii, 
so Bcilickt si. — 5. lies die iin. — 9. die im der beraog von Oesterich 
schuldig wer. — 11. bringen von etlicher ierlicher achenkinen w^jen 
vom herzogen von Burgunnen. - 15. richtUDR von Üeaterieh. — l9. 
Diit ir feltll. — 21. ein Unwillen awüsuhen inen und. — 24. sn6de 
böbeo. — iG. ort zem. — 27. ein fehlt. — 28. die ai unvei-dient gegen. 
— 29. gar vast fehlt. 

'} Vgl. die TagsatzuDga Verhandlungen vom 4. Jtin. nnd aomeatlich 

vom 4. JuB 1475. Abafh. 11. &23, hhh. - ') Absch. II. 531, .5M. |20. Mfirt 

und 9. April 1475.1 — ') Einer dieser Leute war ein Johannes EgU. dau 

'' [|ie Herzogin am 17. Juni 1475 an Slam» empikh!. Anzeiger fQi ' 



1475 



:S1 



I 

I 



ir rechter verdienter Ion; dann derselben einer wart darumb 
zil Lyon heimlich ertreukt, der dann derselben höben einer 
und daran va&t schuldig was. 

Semlichs vernament die von Bern alzit und verantwurtent 
sich gein iren Eidgnossen und gaben ouch inen zft erkennen 
der herzogin gros untriiw und sunderlieh , das si die ge- 
swornen ewigen piinde als ganz verachtet und so unerlich 
darwider getan hette, und wo man iren worten und fürnemen 
glouben, so wurde es ein Zerstörung sin und werden gemeiner 
Eidgnoschaft. Das gerietent die Eidgnossen oueh betrachten i 
nud sunderlieh, das ir anbringen wider den ewigen friden und 
anders was, und alttgen ir werben ganz ab und wollen de» 
nit ingan weder mit püntnüs noch keinen andern dingen. 

Die von Bern schriben ouch dem küng von Frankrich und 
elagten im der herzogin, siner awesttr, nntniw und bfts regi- i 
ment, und wie si die geswornen piinde als ganz verschätzt 
und veracht '); das was dem küng leit, als er dem mit schri- 
ben glich tet. Und do die herzogin sacb, das ir hSs fOrnemeu 
nit mocht ein fürgang haben und das si die von Bern gegen 
iren Eidgnossen uud andern nit uiocht z(i Unwillen bringen, i 
do wart si ganz entsetzt und achreip den Eidgnossen etlich 
brief, die gar vast wider die von Bern und Friburg warent. 

Fürsichtigen man, allerliepsten frund ! Wir haben en- 
pfangen liwer brief, geschriben zfl Lutzern uf mentag nach 
Epiphanie '), die uns nit kleine Zuversicht des frids geben ; i 
darumb sind ir vast lobwürdjg, diewil ouch wir sfilichen krieg 
zÜ erstecken flis haben, der aber nier erhitzigen würd [und] 
licbtlicht mocht die ganzen cristanheit betrftben und vilicht, 
das got wende, vervellen. Es sind vilicht etlich, die durch ir 
eigen nutz widerwertig also betrogen sind, das si mer under- a 

5. Keffen. — B. werden der fromen Eid};. — 16. ewigen geswomen. — 
19. fdrgHng nemen. — 23, Tttel: Das die henMjpin von Sa% den 
üben orten der Eidgnossen von der von Bern und Fribnrg wegen gar 
unerlii;h schreip Z. B. — Text nach Teuttch Müa. C, 872. — manne 
Z, B. — 21. mentiig nach dem zvfeiwigsten tage Z, Ö. — 2h. fridenn 
Z, friden B. — 20. loliwirdig Z, B. — dann wir von liwern wegen 
solichen Z, B. — 27. mergliehen flia Z. B. - 28. und gar liechticficli 
die m.Ttia Christenheit betrüben wurde Z, B. — 30. nütz in widei^ 
wertiKeit also betrugen [umligeLien B| atnd, dn« tä lieber underrichtung 
geben lä ungeatiiniüteit Z, B. 



') z. B. am 9. Äuguat U75. Lat, Miss. A., ; 
ling schreibt beide Maie Montag nai-b dem zwo. 
I nuar. Es wird dies wohl eine VerBChreiliiing se 
iDUgst«ti Tage. 



— •) 9. Januar. Schil- 
pten Tage, cl, h. 16. Ja- 
fdr: Montag viiv dem 



282 



1475 



richtimg geben zil der ungeatümkeit der knegen, die doch vil 
bekurabernüsseü uf iuen tragen. Aber als ir wis sind, so 
füren dieselben in den weg, die ir gemfit von gemeiner rtiw 
baben entfrfimbt, dann liwer grosvätter und voreitern haben 

> so trag si mochten krieg nnderstanden und al sachen vor 
mit bedachtem rat erwegen, barnmb ist es oucti not, lich ir 
füstrit zÜ vervolgen. Und das wir zu inbalt liwer schrift 
nächer komen: ir scbriben, das ir als des heiligen richs gltder 
ztl sölichem krieg eien gewisen und das ir verbunden sien mit 

I etlichen Tütschen fiirsten und stetten, den dis sach ouch zÖ- 
stat. und deshalb gebiirt üch nit einichen tag zä bestimmen, 
des ir uns doch gedankt haben, und ob wir gegen denselben 
fürsten und gemeinden und gegen der widerpart arbeit bni- 
chen, zwifeln ir nit, uns werde gebdrlich antwiirt. Daruf, fiir- 

> sichtigen man, allerliepsten friind ! wellen wir üch wüssen, 
uns nutz dankbarers sin, dann gemeiner cristanheit ernstlichen 
zBstan, darumb ist nit not uns zu danken. Wir haben ge- 
schriben der keiserlichen niaiestat, dem herzogen von Saxen 
und margrafen von Brandenburg der sach halb, es sind oucb 

I gangen brief an die von Strasburg und Basel ; so haben wir 
ouch nit ufgebört, statkliclis zu ermanen den durchlüchgen 
herzogen vom Burgunn, uusern allerüepsten bröder, der zfi- 
letst durch unser bitt und ankerung erwegt, solich sacben 
unserm willen hat heimgeben zÜ entscheiden und hat ouch 

I noch bi uns sin botschaft zU friden ganz geneigt, und ist nit 
anders not, dann iiwer heilig und gut meinung des fridens zt 
vernemen, so sind wir bereit und darzü willig; wir wellen 
ouch nit sparen deheinen eosten noch arbeit, damit s61ich 
Sachen gilt end ervolgen. Ob aber der Berner und Friburger 

< will bi üch fiirgang hat, was gestirns beweg, hßren nit uf 
uns ZÜ reitzen, doch so meinen wir solichs us üwerm willen 
nit komen, wir wellen uns ouch darumb von Cinserm fursatz 
nit wenden, sunder so wir sechen üch gerechtikeit und frid 

2. kumberniisEen Z, B. — 3. fremder riiw B. — 4. babeu alweeen als 
yart si mochten Z, B. — eaehen vorhin mit 2, B. — (I. daruniD B, — 
lioh öueh not und Bflich Z, B. ~ 10. TiSUchen fehlt Z, B. — 11- deshalb 
[darum B] lich gfbilre ouch [ciuL-b ftftH B] einicheii tag Z, B. — 
12. ouch gedankt Z, B. - 15. manne Z. B. — wellent von uns wiBSen, 
lins nützir dunknemere sin Z. B. — Itl. cristetiheit umb friden ernst- 
lichen KÜxeatan, daruinb tut nit Z, B. — 21. ouch wir nit erwundeu 
B. — stet« zö Z. ß. — 23. ankeren B. — bewegt Z, B. — 28. kein B. 
— 3f. mit was winde» beweiget [bewegt BJ. wiHaen wir nit; si h&ren 
nit tif. an ilns Z, B, - 32. darumb üb ünaerni guten fitrsatK Z, B. 



I47.i 



283 



jn. wellen wir üwer nutz nit minder dann linsern allent- 
halben fürdeni. Und ob die Berner und Friburger von iini 
fürnemen nit stan, so wellen wir unsern sachen fiirseehen und 
alles daa tun, das geletzten bewegen und gereitzten gegeilt 
ist, also das si etwan ir Ungerechtigkeit ingedenk sien. Von 
dem durchgang der Lamparter mag sich nieman beklagen, oh 
der warheit stat ist. Fiirsichtigen , allerliepsten fründ, der 
höchst well üch behalten. Qeschriben zti Moncaliei'. 2G, ja- 
nuarij 75. 

Adresse: Joland, herzogin z& Saf&y , den füreichtigen i 
mannen, den raten und fürwääern des grossen bunds ober- 
tüfschen landen, in der stat Lutzern versampnot, unsern aller- 
liepsten friinden. 



20*3. Hiennch viudet man den krlee mit dem grnren von 
Rfiymont, und von nns ursacli wegen nmu die Wnt i 
iiinom nnd was do von denen von Bern and andern 
i;eliandelt wnrt. 

Und als nö die herzogin von Saffty in steter iihunge und 
anreitzung was gar mit mengerlei sachen wider die von Bern 
und Friburg, es were mit dem dnrchzug der Lainparteru oder ; 
andrer heimlicher und offenbarlicher tiicken und smachheiten, 
damit die ewigen geswomen pünde von ir gebrochen und 
ganz vernicht wurden, do werent die von Bern und von Fri- 
burg mit dem hus von Saf5y alweg gern in der alten gflten 
friintschaft und bi iren geawornen piinden bliben, und wurdent i 
si erbarmen die iungen kinde und fiiraten von Saf5y, die aber 
des regiments nit gewaltig warent, dann die herzogin das mit 
etlichen, der si nit vil eren, in der hand hat, ') Durch die- 

1. SD wellen wir ilwern nutze nit minder, dann den ünsem /.. B. — 
■i. aber wir lioaer Z. B. — 4. und wider si alles das tun, das flelutzten, 
bettogni'n nnd luigereitzten zugehört Z, B. — 5. ungerechten sachen 
ingedenk werden Z. — werden und aich davor hüten B. — 7. warbeit 
von den Burnern «tut getan wird Z, B. — 8. 21 januarij Z, B. — 
10. (Jnteriehrift und Adreist und in Z und fi an den Anfana de» 
Briefes geattÜt. — 12. landen, nämlich Zürich, Lutzem, l're. Switz, 
ünderwalden, Zug und Glarus Z, B. ' ' ' ~ 

._j. — : — EidgnOBsen und verwanten. — liJ. gar in mengen. - 



Andern iren Eidgnoesen imd verwanten. — ID. „— — 

21. andern heimlicben tdcken. — 2Z. von Bern and Friburg. 
ttiralen nnd kinde, — 27. das mit andern nach irem eignen 
usHcht. 



rillen 



■) Jotand» fdlirte aiät dem Tode Ihre» Geinalils Amadeiui IX. (HT'J 
die ß^gentechnft für ihren Sahn Philibert. 



284 



1475 



selben wart gar schantlich und ftbel geregiert, alles zu scha- 
den und abbrucli dea vorgenanten herzogthftms, das des gar 
nienigvalticlichen durch ir uiitrüw und veneterie willen eii- 
golten hat, als man harnach vindet ; dann si zu allen ziteii 
> mit iren ungetrüwen bösen raten daruf stund und ging, wie 
si die von Bern und ander Eidgnossen hette m&gon in des 
wütrichs und blfttvergiessers, dea Burgunners, gewalt bringen, 
das ir von gots gnaden nit geriet. 



303. Das iler ^raf von R5fnioiit iu eigner persone gen 
II Bern kam und ineu sin lanil nnd lüte nnd anders 
bevalcli. 

Und e nü der krieg mit dem herzogen von Burgunneii 
angevangen was, do kam der graf von Röymont, mit namon 
herr Jacob von Sat'öy ') in eigner persone gen Bern. Und us 

'> ungetriiweni tatschen herzen, als sich harnach wol ei'scheint, 
erbot er sich gar mit hochem flia und gfiten werten zö 
ganzem gevallen der stat von Bern alles das ze tünde nnd 
handien, das inen liep und gevellig were und gab inen ze 
erkennen, er were des willens etwas zites von lande ze riten 

« und sinen nutz und froinen schaffen und wolt an kein ende, 
das wider die von Bern oder ir zügewanten wer und ouch in 
keinen Sachen wider si tön, suuder die ewigen geawomen 
pi'inde als ein glid des hus von Saföy halten. Und bevalch 
daruf denen von Bern alles sin land und liite in iren guten 

^ schirm ^) des si sieh mit triiwen annament und sich keina 
argen gein im veraacbeo, dann man im gar kfistlichen an wiu, 

I. rentiert. — 3. imlrüw und ander mu'hen willen. — tt. iliiraf studiert, 
wie. — 20. KU achaften. — 21. verwanten. - 23. huses. - 24. in ir 
hende und fföten. — 26. argen«. — ouch gar. 

'I lieber Jakob von Savoyen, Graf von Roinont vpl, Guichenoü, Hia- 
toire generSile de la maieon de äuvoie. p. 526-. F. de Guigin;, Episode« des 
Kuerres de BourgOKue, in den Memoire« et documenta, t. VIII, 145 ü\; 
i. Stammter, der Domschatz von Lausanne und eeine CeberK^te 11891), 
S. 156 der Separatauspibe. oder in der Kath. Schweizerbtattern X, 57. — 
<| T. Ltodt I. aOO verlest den Zeitpunkt dieser Abmachung auf Fraiyahr 
1474. Ana den Akten Täsit «icb das Datum nicht näher bestimmen. Hin- 
gegen ist an der Tatsaehe aelbat durchaus nicht zv Kweifeln, Ein Pasaus in 
einer Antwort SnvoyenB vom 15. HArz 1475 laut«t : Der Gral' von Romont 
hatte den Bernem Land und Leute in guten Treuen befohlen und würde 
dafSr sorgen, duss ihnen noa dieser Nnchbarachaft kein Schaden erwachse. 
Bal8-M. !(!. 15Ö— 61. Und Bern beruft sich ebenfalls in einem Schreiben 
vom 11. Okt. 147.S darauf, daas ea dem Grafen Land und Leute iillecit treu 
geschirmt Imbt^. Teotsch Miss, f, .170. 



deiech, visohen. habor und andern dingen scliankt, und schied 
also von Bern, das man sich zfi im anders nit. dann eren und 
gftts versach. 



204. Das etlich to» Bern nnd toh Fribnrg erstochen 
and Ton Saföyern an^cwarneter ilingen ambgebraeht : 
wardent. 

In disen dingen, als der graf von Röymont zu Bern ge- 
wesen was und inen sin land und lüte in iren schirm be- 
volhen hat, do versach man sich anders nit, dann eren nnd 
giits 7.Ü im, wie wol die Iierzogiti von Saffiy inen gar mengen i' 
Aviderdries tet und erzougt : des wolt man in noch die sinen 
nit lassen engelten, dann man meint, man solte sinen glatten 
und gfiten worten, die er denen von Bern geben hat. nach sin 
komen und ain triiw und fürstlich ere gehalten haben. Do 
vemam man darnach, das er bi dem herzogen von Burgunnen i 
vor Niiss und ouch in Lothringen gewesen und mit demselben 
hai'uf in Burgunnen gezogen und do sin margschalk worden 
was. Do versach maii sich woU er wurde mit sinem herren 
etwas wider die von Bern und ander ir Eidgnossen anfachen, 
das doch denen von Bern gar leit, dann inen sin landschaft, s 
die Wat. gar wol gelegen und an kom, win und andern dingen 
nie übel erschossen und ouch ein erplich glid von dem hus 
8af&y was, mit dem man nit gern zli krieg und unfriden kam. 
Und als nä die vier stett Bern, Lutzern, Priburg und Solo- 
tern ir knecht und soldner in den stetten und slossen Gran- -, 
8on, Orba und Jungii ligen hatten, die dann des hen-en %-on 
Tschettegion') warent gewesen, denselben soldnern und knechten 
wart gar bald von den Saf&yern und des grafen lüten in der 
Wat veiler kouf abgeslagen, und inen mit werten und werken 
vil smacheit und schand erbotten, wie wol si keinen angriff uf f 
si noch nit getan hatten, dann inen das von iren herren und 
obem gar hart verbotten was. Inen kament ouch teglichs 
gar gros wamungen, wie der herzog von Burgunnen mit dem 

A. Das etlich von Barn und Fribnrg von Siißyem eratorlien und nn- 
aewameter Sachen. — 7. Do nii der (iraf. — 12. meint, er soll sin 
ftiretlich ere und glatten ffüteo wort. Sie er denen von Bern geben 
bat. gehalten haben. — 17. do frhil. — 20. die lantflchaft. — 21. und 
knechten fehlt. — a2. was worden. 

') Vgl. oben Kap. 155. Nur Jougne gehört dem Herrn von Chäteau- 



28S 1-175 

grafea von K'jymont und der ganzen landechafl von Saför 
0) mit gewalt äberfallen wolt. Das scbribent si gar se meo- 
gern mol gen Bern und andern iren herren ood obern. nnd 
was Aus Bchribens und ciagena als vil. das die von Bern and 

i Pribiirg meinten, darzä ze tünde und die Sachen eigentlich 
und gruntlich ze erfaren, und schickten von beiden stetten ir 
botten zu den iren, ei zu trösten und nach aller notdarft zb 
ventechen. Man schreib oucb dem margschalk von Saf^y, den 
drin statten und andern, das man inen umb ir gett veilen 

< kouf zukomen lies, dann man nit gern zu krieg mit inen 
kerne. Und als dieselben botten von Bern und Friburg wider 
harheim wolt«n riten. do wurdent si zwiischen Jungii und 
Ecle ■) nnabgeseitei- dingen schantlich angerant und ir etlicb 
von Bern und Friburg erstochen und iemerlich ermiirt ; die 

: andern kament von dannen. *) Das beschach alles von den 
SafAyern zä liebe und gevallen dem herzogen von Burgunnen, 
den &i für einen abgot und iren geworen Messias schätzten 
und grossen trost uf in hatten. DarzU wurden euch sechs von 
Bern gevangen von denen vom heiligen Crütz, und etlich 

3 wund und t^rstochen *). Und beschach denen von Bern und 
Friburg von inen gar merglicher widerdries. und wann man 
inen darumb schretp oder zö worten sties, so meintent si. es 
wero des grafen von K5ymont will, der kerne bald und wurde 
si nit verlassen. Man schreip ouch den Safftyern und andern 

■, anstfissem von dero wegen, die als schantlich ermürt und 
erstochen warent, daran zu sinde, das semlich lilielteler nach 
irem verdienen gericht und belonet wurden. Das beschach 
zem teil an armen lüten, der ein teil wurdent ge&eiieilt und 
doch nit die rechtschuldigen, damit si die von Bern dester 

> bas möchten blenden und also enthalten, das der graf von 
Kfiymont inen zft troat kerne, 

2. eö mengen molen. — 4. acfaribens und anreit/.ena. — 5. vermeuil«!]. 
— 11. kam. — 14. und uaerlich ermiirt — 15. von Saßjern. — 
22. oHer ri zft. — 23. BAyniout, iis hern. — SO. bia der gmf. 

'1 Le» Clfies. westl. von Orbe. — ■) Auch die Eatreprisea. p. 236, 
melden dieaeu Ueherfuil, doch sei niemand von der Oesandtachatl umge- 
kommen. Rodt I, S, 507 giebt das Datum: 8. Juli. — ') Am II. Oktober 
■ohrcibt Bern iiii Luiern : Die vom heil. KreuK (St. Croii, westlich von 
Oruidaon) hR.tt«n secha Bemer gefangen und einen erstochen. Teutsch Hin. 
C. 670. in einem andern Briefe -wird gemeldet, daaa am 10. Okt. acht 
Knedite von Bern und Freihiirg erstochen und gefangen genommen worden 
»i>icn. El'd. S, .572. Vialleidil werden sich beide Nachrichten auf das 
gleiche Kreignia beziehen. Vgl. unten Kiip. 215; Rodt I, 510. 



1475 



287 



Do uii dis ding sieh also machen nnd die von Bern und 
ander von iren houptliiton in den vorgenanten slossen so dicke 
ermant und angerMt wurden, inen zA hilf zft komen und 
eunderlichen denen so uf Jungij lagent, — die schriben zfl 
niengem mal gar lieis inere gen Bern und meintcnt, si we- 
rent ganz umbgeben und mficht inen kein spia me zdkomen, 
dann der gvaf von Rftyniont') und der herr von Tschettegion 
werent mit grossen machten im lande, und hetteut si sem- 
licher mass umbgeben, das nieman zft noch von inen komen 
mfichte, als ouch die warheit was — , das schribent die von i 
Bern denen von Lutzern und andern gemeinen Eidgnossen*) 
und manten die zu inen zA ziedien und inen die iren helfen 
entschütten ; desgliüh ruatent sich die von Friburg und Solo- 
tern ouch zö, die die iren do hatten Ügen, in willen und 
meinung, mit ganzer macht hinin zu ziechen, dann gemein i 
L das ouch von stund an zusagten. 



205. Das der graf von Röytnont vom herzogen von Bur- 
sunneu harns kam und etllch Tdtseh knrrer iilderwarf. 

Indem kam der graf von R'-ymond aelhs peraftnlich mit 
etlichen den sinen in Safßy und sin land die Wat und ving : 
von stund an zwen TQtsch karrer von Nfirenberg, denen nam 
er vil güts und ffirt das alles und ouch die karrer mit im 
von dannen. ') Er besatzt ouch alle sin stette und slos in der 
Wat mit frdmden und heimschen vj^lkern und troat si gar wol 
und meint, ob inen ieman utzit tbn, so wurde inen der herzog i 
von Burgunnen mit ganzer macht zCi hilf komen und si vor 
iederman entschiitten und uit verlassen, dann er were als 
stark und mechtig, das nieman wider in raflcht tftn ; und 
macht inen damit ein semlichen trost und herz, das si sich 



5. lü mecpeii mali 
S. liinUe unU ei ir 
neten. — und die 



B«rn. das ei ganz nmbjtelien weren. — 
verwaret. — 11. gemeinen [ehH. — 12, ma- 
li, zu, von der iren wegeu, — 16, an ftkit. 



') Am 9. Oktober wusste man in Bern, dass der Graf von Roinont im 
Lande sei. Rats-M, IS, 113, Nach Witt«, ZGOKh. NR X, 204 war er am 
a Okt, in Lausanne, - ') Brief an Luzern vom 11. Ükt, im Teulnch M. C, 
570: an (gemeine Eid^enaaaen in 'lag oder Luzem vom 12, Ukt, ehd, S. 572. 
— »I Die« steht im bereit« angefahrten Briefe vom 12. Okt. Der UeberfaU 
fand bei Morsee (Teutueh Mim. C. 60«) am 9. Okt, statt Vgl. Witte. 
ZGORh. Nli*. X, 205. Die KriegsurBachen «iid ebenfalls in der Inatmktion 
an den fmnz. Köniff zusammengeEtellt. Archiv f. Schweiz. Gesch. V. 142 ff. 



288 



1475 



daran begonden verlassen und daruf gar mengerlei wider die 
von Bern und Friburg anvingent. 

Und als nh dis Sachen alle ergangen warent und die von 
Bern und ander ir gewanten gegen dem grafen von HÄyraout 

I und den sinen gUmpfK und eren gnüg erwart, do battent si 
sieh mit iren machten zügerüst und versampnet und das den 
Eidgnossen ouch geschriben . das si zu inen zugen und das 
mit göter ordnunge tetent; dann si wol hatten vemomen, das 
die zu Jungii nit als gros not noch trang hatten, und beschach 

I das darumb, das die von Bern und ander ir Eidguossen in 
disen dingen mit wolbedachtem rat handien und ouch ir ere 
beware» möchten ; und also schicktent die von Bern dem 
grafen von Röymont iren absagbrief, als harnach stat. 



206. Das die von 1 



oru dem grafen von KuymODt 
abseile ut. 



Dem diirchluchgen, hochgebornen forsten und hern, bem 
Jacoben von Saf8y, grafen zft Reymond, oder sinen stathalteru 
und amptlüten, verkünden wir schulthes, rat und gemeind der 
stat Bern; uns noch unvergessen, mit was flis, ueigung und 

1 ernst wir zh nutz und gemach i'iwer berscbaft und land 
günstig sind gewesen, also das wir derselben scbad nit anders 
dann unsern alweg abgewert haben. Solicher unser milt ist 
aber nit wenig Undankbarkeit begegnet, die sieh al so verr 
erhept hat, das in den gegnen im landen die unsern und der 

. fiirsichtigen, unser allerliepsten brödern, schultlieissen, r&teii 
und gemeind zu Friburg botsehafteii durch die im gevangen 
und ermbrt sind. Darnach so ist dis ergemiis in solich h&ss 
und irrung geflossen, das unsern gowapneten, in dem ver- 
melten land unschädlich wandlenden, durch ir amptlüt und 

I eigen v?jlker todsläg und scbad an lib und gut zugefügt sind. 
Und das dieselb grimkeit unufhftrlich gesechen werd, so hat 
si inen unverdient, noch zb verschulden ganz nit geneigt, al 

4. verwanten. — 5. erwnrlet. — 9. not und tranR. — 10. ir fehU, — 
It Rövmont mit irem betten abseifen. — 16. Text nach TnOsOi 
Mist. C, 678. — 18. die gemeinde B. — '20. herachaften B. — landen, 
Z, B. — 21. schaden Z, B. — 23. ist aber wenig (iankbarkeit begegnet. 
dag sieh so verr ßemacht hat B. — 24. liwem [liwer B) landyn Z. B. — 
25. fründen und bifldern Z, B. — 26. durch die liwern Z, B. — 27. 
Daminb bo B. — 28. in dem Temielten Ivenneltem liwerm B] lande 
durch liwer umptlüte Z, B, — Sa an gut Z, B. - 31. grimmikeit Z, B. 



1475 



289 



I 



menschlich köuf und Abungen abgeworfen, inen unrl zfivoran 
nns, die von awer hersehaft wol ander dankbarkeit, ob unser 
dienst üU bewägen wurd. ertrilg, zii sinach. Harumb diewil 
natürlichs rechten ist, frefel abz&weren und gewatt mit gewalt 
Dszütriben, so werden wir bezwungen, wiewol unser gemiU 
■vil anders begerten, unser fand zft beschirmung und gegenwer 
uns ufzürichtea und sffliehen gewalt sbziltriben und sich aller 
und ieklicher schirm, anvellen und behilf z(i gebruchen, die 
gereitzten, bewegten und underzätrucken understandnen ge- 
bdrlich sind. Und das üwer hersehaft solichs luter wüss, so i 
verkünden wir ir das durch dis gegenwürtigen brief för sich 
und al ir anhenger wider uns, für uns und die unsern. Geben 
under unserm sigel, ^i octobris 75. 



307. Das die voo Bern den raarggrafen tod Röteln, 

iren burger, niantent. >i 

Dem hochgebornen hem, hern liüdolfen, marggrafen von 
Hochberg, grafen zu Nüwemburg, hem z(i Rfitelen und Susem- 
burg, unaerm sundem gnädigen hem und getruwen mitburger, 
embieten wir der schultheissen, rät und burger der stat Bern 
unser willig dienst und tfind üwern gnaden zu wiissen : das » 
der graf von Kftymond mit gewalt, frefel und unervolgt aller 
recht unser burger vachen, mürden und in vanknäs werfen 
lassen hat, und sus vil andrer mütwill und unbtUikeit mit 
Überziechen der unsem understauden, also das wir getrungen 
werden, uns gegen im in gegenwere zfi setzen und die un- • 
gern, unser land und lüt zä retten. Harumb und diewil sh- 
lichs zfi bescbirmung unser land und Iiit on mittel dient, so 
maneu wir (iwer hocbgeborn gnad mit gar ernstlichem flis, so 

I. k5af lind narungen Z, B. — inen abgeworfen Z. — 2. die von liwer 
bis ertrug fehlt Z, B. — 8. giLnzer amach Z. B. — 5. t& lertriben 
Z, ü. — gezwungen Z, B. — 6. linaetm lande Z, B. — 7. und uns 
aller und leglicher echirm und anders zu gebruchen, damit die ge- 
reitzten von lins und andern ünsem gewanben underzätrucken under- 
itanden werden Z, B. — II. iSnsern gegenwirtigen ofnen brief Z, B. 
— 12, wider dos, und wir wellen euch fdr üna, alle die üniHem und 
gewanten [yerwanl<^n B] iloser enj hjemit völÜdichen bewart [verwujrt 
und gniig abgeaeit B) haben Z, B, — 16. Text nach Teutich Min. C, 
677. — 17. Sunenburg Z, B. — 19. enbieten Z, B. — bürgere B. — 
20. wisseB'7, B. — 21. frefel feMt Z, B. — 22. rechten Z, B. - 26. 
ouoh dneer B. — 27. landen und Idt«i Z, B. — alles mittel B. 

19 



290 1475 

hoch wir mögen, das ir die Ciweni zfir Landeni ') und an an- 
dern enden, wo die gesessen sind, zfi füs und ros zu rüsten, 
mit unser paner zu zieehen, unser er, land, lüt und g&t helfen 
befrien und die fr5mbden v6Iker, die uns allen zu verderben 
& in solichen landen sind, abtriben. Dann wir ouch dem gi-afen 
von HftjTnond unser gegenwere, darzü wir mit einem Hochmut 
getrungen werden, verkünt haben. Datum under unserm uf- 
getrucktem insigel sampstag vor Galli *) 75. 

K.vi.OivJ^f'^'^aoS. Was die vod Beru mit ganzer macht gen Murteii 
|fiz 10 zogen nnd das gewannen. 

Als ni[ die von Bern dem grafen von Rftymont abgesagt 
und sich zii den dingen gerüst, ouch ir Eidgnossen gemant 
hatten*), do kament alweg gar heis hart mere von den houpt- 
lüten von Jungij eins ober das ander gen Bern, das man in 

1^ disen dingen erenhalb nit me beiten noch sich sumen mochte. 
Nachdem man dann die absagung getan und ouch ander ge- 
wanten gemant hat, und also in dem namen gottes und siner 
lieben m^iter m&gt Marien der himelküngin, zugent die von 
Bern us mit ir ufgeworfner paner und ganzer macht uf sam- 

so stag vor sant Gallen tag*) des vorgenanten 75. iares, der 
houptman was Peterman von Wabren, altschuttheä zft Bern, 
und fort aber die paner Gilian Ächshalm, ein venner von dem 
erbern hantwerk der smiden, dem was zugeordnet für einen 
houptman und rat geben Anthoni Archer, ouch ein venner von 

jA dem erbern hantwerk der pfistern. Und kament also des- 
selben tages an der nacht gen Murten ; do fundent si ir ge- 
truwen mitburger und herzfründe die von Friburg ouch mit 
ir etatpaner und ganzer macht. Die beiden stette einandern 
gar wol und friintlichen enpfingen, als si dann gein einandeni 

2. wo die wonende sind B. — 6. linaer vieotBcliaft und gegenwere Z, B. 

— 9. Bern und von Friburg mit iren panern und «anaer macht. — 
10. zogen und das ionameo. — 19. ufgeworfner fehlt. - ganzer febll. 

— 21. der obreater houiitman wns herr P. v. W., ritt«r. — 24. geben 
fthjt. - 25, aUo /(AK. 

'( Landeron. — ') 14. Oktober. — ') Am 13. Oktober mahnte Bern 
den Bischof von Wallis lieh bereit zu halten, und bat am 15. von nenem 
die Eidgenosnen um Hilfe. Teutach Miaa. C, Ö74, 585; RaU-M. 18, 122; 
Absch. II, &(>4. - ') Der Abmaisch war zuerst aiii den 17. Okt.. dann 
auf den 20. angeaelzt worden (Käta-M. 18, 118|. wurde dann aber, ilberein- 
stimmend mit Sehilliugs Angabe, am 14. Oktober bewerkstelligt. Teutach 
Hias. C, 585. 



1475 



291 



alweg getan haben und ob got wil zu ewigen ziten tun 
werden. Und also ving man an mit denen von Murten zu 
reden und gab man inen zö erkennen, warumbe und in wel- 
cher meinung man dar komen were und wie man dem grafen 
von R&ymont durch das öbel, so er an inen und den ireu be- ; 
gangen, abgesagt und willen bette, in an landen und iüten 
als verr man möchte, schedigen, und das si sich balde er- 
gebent, oder aber si mflstent darumb liden, das inen an lib 
und gilt &bel kerne. Also woltent si etwas inrede haben und 
bruchen und meinten, es were inen nit als erlich, das si sich u 
on witer nötigen alsbalde ergebent, dann es inen nachmalen 
von irem hern und andern möchte verwissen werden. Darzü 
warent ouch etliche darinne, der was dennocht nit wenig, es 
werent dann froweu oder man, die sieh nit gern ergabent und 
weren lieber bi den Walchen hüben. Do gab man inen kurz n 
antwurt: das si die stat nfgebent und nit lang teding mach- 
tent, dann es nacht was und regnet ouch gar vast, so wolt 
man si gnedicltchen ufnemen und bi dem iren hüben lassen, 
und tetent si das nit balde, so wolt man si äugendes mit 
stürmen und dem swert also nßtigen, das es inen allen an s 
irem libe und gflt übel komen wurde, als ouch beschechen were, 
dann das man si des gemessen lies, das si mit denen von 
Bern lange zit in ewigen pünden gewesen warent. ') Und also 
ergabent si sich an die von Bern und Friburg mit aller der 
rechtsame, so dann der graf von Rflymont an inen gehept hat s 
und swürent also zii beider stetten banden und tet man nie- 
man weder an libe noch an giH nit. 

8. ergeben, si niQiiten atidere. — 10. iaen unerÜcL — 14. man, die nit 

gern Berner wurden. — und weren 6« bliben /Witt. — 16. ergeben. 

— 17. gar fehlt. — 20. mit dem stuim und swert. — 23. langexit 
verbundl'n. — 25. dann fehlt. — 26. also fihU. 

') Murten$ ewiges Bündnis mit Bern datiert vom T. Jannar 1335 
(Fontes rerum Bemenaium VI, 84, aber mit dem falschen Datnm 1334: 
siehe die Berichtigungen vor S. I). Die letite Erneuerung des Burorechtea 
fand am 13. Juni 14i3 statt. (TeuUch Spruchbuch G, l'Atl. - Ueber die 
HtimmuDS in Murten bei der Ankunft der Bemer wissen die Entreprises 
p. 239— yl2 AusÄihrliches mitzuteilen. — Die Freiheiten der Stadt wurden 
durch eine Akte vom 1. November bestätigt (Teutgch Spruchbuch G. 371, 
nebet Oegenbrief der Stadt ebd. S. 37H ; abgedr. bei Engelhard, Der Stadt 
Murten Chronik, S. 2111, wozu noch am 15. Not. eine Erianterung ausge- 
stellt wurde (Teutsch Spruchbueh G, 375 ; RaU-M. 18, 156). Vgl. Wifte. 
ZGORh. NF. X, 210. 



am Bim BcUerliKca tm «eaea 







Sil. Das SteÜjs, «tat uud »los, von denen von Bern und 
Fribnrg mit dem awert gnr ritterlich eewnniieii uud 
erobert wart. 

Darnach brach man uf und zoch man abstat und besun- 
ders wider Stefijs') zu. das gar ein stark stat und slos was, s 
in willen und meinung, das ouch ze erobern ; dann man wol 
vemoinen, das si die stat mit fremden volk und soldnern 
besatzt hatten und vil lüten darinne was.*) Und alsbald man 
hinzA kam, do geaach man von inen gar ein merglicben wider- 
stand und wart man sich wol versechen, das die sachen nit w 
als ring wurdent zftgan, dann si sich mit iren toren und bol- 
werken gar stark zCigeriist, und hatten ouch ein houptman 
darinne, der reit mit der paner und den frömden soldnem in 
der stat und gebot iederman bi sinem leben, das sich nieman 
ergeben noch an gnade vallen solt : dann wer das tete, den i* 
wolt er angends lassen erbenken und eins bfiaen todes ver- 
derben. Er hat ouch, als man nachmalen eigentlichen vernam, 
sinen herron, den graten von Rfiymont, umb etUch lochen und 
giilte gebetten, so etlicher fromer lüten von Friburg warent 
und meint, er wolt die stat dester fiirer behalten, das im ouch u 
der graf verwilliget und geben hat : er nutzet es aber von 
gots gnaden nit lang, dann im gar bald sin rechter Ion umb 
sin verdienen wart, als harnach Inter stat. Und wiewol man 
des guten willens und iederman geneigt was, die stat und slos 
anzegriffen und die mit hilf gottes zfl erobern, so wart den- tu 
noch umb eren und erbermde willen durch die houptliit und 
venner geordnet, das man mit inen am ersten reden und er- 
kennen solt, ob si sich als die andern stette und slos, ir 
nachburen, ouch ergeben wolten, damit si bi dem irenbliben; 
das wart nach notdurft mit inen gerett. Si hatten es aber für sd 



'.. gar ritterlich fehlt. — 4. zocli von at&t. — 7. Tfilkem. — 8. und 
luch vil. — ÜO. er wu!t fehlt. — dann im onch der herr das geben 

rad verwilliget lint. — 2^ von eota gaaden fehlt. — 25. mit der hilf. 
- 2tl. erljermdeii. — 27. und sich erRennen, 



i| Eatavajer am Neuenburtrersee, weitl. vonPayerne, Eine Abbildung 
des Schlosses Chenaux bei Stäffis findet sich im Jahrg. 18i'2 der Samm- 
lung Fribonrg artiBtiqne. Vgl. zu diesem Kapit«! ü. F. Hauaer, Le «ac 
d'EBtavaver im Memonal de Fribourg 1, p. 399 s. und Witte. ZGURh. NF. 
X, 212 ff. - •) Nach den Entrejirisea p. 246 befanden aich 300 Wftdtlttnder 
unter dem Banner von Nyon in der Stadt, Ihr Hauptmann war (Jinude 
d'F^tavnyer. Kodt I. .525 ff. 



294 



1475 



ein gespfttte und rettent schalkhaftige wort und meintent 
sich ze weren und einen widerstant ze tun. 

Indem warent vil gftter endlicher löten von Bern und 
Friburg und sunderlich mit hanthüchsen hinzu gestrichen und 

n Schüssen gar vaat zu inen, desglich ai harus ouch latent, dann 
man noch kein andern zug zu der atat gefArt hat und warent 
die paner mit dem volke noch verr obwendig der stat, und 
meint, man wolt ein leger alaehen ; do zwischen wurden sieh 
die guten gesellen zii der stat machen und sampnen und 

jii scharmutzten nie dann zwo stund mit einandern, und do ir 
ein gAt teil geriet werden, do meintent si ie die stat ze 
atiirme» und nit me zfi vireu, wie wol dennocht die houptliit 
und panern nit bi inen warent. Und also in dem namen gottes 
Idf man ungeordneter sach mit gutem friem mSt an die etat 

u über einen hocben rein und herg hinab zft dem sewe, und an 
demselben end kam man zö dem tor am ersten in die stat mit 
gar wenig luten, das doch gar sorglich, dann vil Volkes da- 
linne was. Zfi stund kam das geschi'ei zfi den houptlßten und 
panern, wie die stat an einem ort gewunnen were : do kert 

sn menglich zi"! der stat und was iederman frölich und wart der 
ernst als gros, das si einandern mit seilen über die hochen 
ringmuren hinin zugen, dann die tor gar stark warent mit 
bolwerken und andern gerüsten, das man gar lang nit mocht 
dardurch gebrechen. Also kament die panern ouch gar bald 

:n hinzA und wart die stät also mit dem stürm und grossem 

ernst gewunnen, und wart alles das erslagen von beimachen 

und fr&mden, was man dann von niansnamen mocht ankomen. 

Der houptman von der stat was ouch me dann mit 

anderthalbhundert mannen in das stark slos der stat geQochen 

:ki und meint sich darinne zu enthalten. Es wart aber ouch gai' 
baldt' gewunnen, und der houptman und die bi im warent alle 
erslagen und ertfitt, usgenomen etlich iung knaben, und ouch 
ein edelmann wart gevangen. Der houptman bot gros göt, 
das man in bi dem leben lies btiben, dann er rieh was: es 

M mocht in aber nit gehelfen, im wart von gots gnaden sin 

1. schalklich. — ve^Tiieinten. — 5. die schuBsen. — 8. lueiiit man ein 
leger «e alucheu. — ft. und «ampapö fehlt. — 11. eiu niichel teil wart, 
do. — 13. Und alio ungeordDewr sacb lüf man in dem namen gotte« 
mit gutem ünvenagtem müt. — 17. dann vil liiten. — 20. wart ouch. 
~ 24. brechen. — gar fehlt — 25. etat mit dem awert und groMem 
ernat ritterlich gewunnen. — 28. houptman in. — 29. der stat fehlt. 
— 32. erelageo und feMt. — S5. helfen. 



ent ■ 



1475 



295 



recliter Ion, den er an den andern allen wo! verdienet, dann 
hette er gewellen, es wer wol anders ergangen. Und nacli- 
dem als man dann gewiss kuntschaft hat, Aas ob dritzechen- 
hundert mannen von beimachen und frömden in der stat ge- 
wesen warent, do wart öberslagen. das bi tusent mannen umb 
wereu komen'); es ertrunken ouch gar vil läten in dem sewe 
von mannen, frowen und kinden, ein teil warent darin ge- 
loufen, die andern understündent in schitTen hinu'eg ze fliechen, 
und hatten aber die als vaet und swero geladen . das si 
undergingen und gar ienierlich ertrunken. Der almechtig gotte i 
well demselben armen und darzü allen gläubigen seien die 
ewig rüw geben und verliehen. 

Item es wart ouch in der stat zfi Stefije gar unsäglich 
gros gut gewunnen an gold, silber, husrat und an allen an- 
dern dingen, dann ea gar ein rieh stat was und warent gar i 
vil werbenden lüten darinne. Darumb man am ersten zu rat 
wart, ein gemein büt zu machen, und nam man iederman das 
sin, das er trüg oder gewunnen hat ; und als sich das gemein 
Volk des veraach und icderman meinte, die büt solt für eich 
gan, do wart ganz nit darus und bleip denen, die es ange- i 
tragen und nit gewunnen hatten, ir teil vftUenclichen. Es ist 
ouch wol versechenlich, wer den gewaltigen und mechtigen 
nit als vil worden und vorgestanden, das si nit gern von inen 
gaben, si betten wol vermögen und den gewalt, das die büt 
ein fiirgang hette gehebt; das setze ich inen heim, si mAssen ^ 
es zem minsten gegen got verantwurten. 



1. verdienet hat. — 5. 
8. schiffen üarvon ze vh 
lieh verdürben. — 13. 
huaraC nnd an allen. ~ 
was. — 17. diis aJD. wa 
man des vereach, daa n 
- 21. Ich mein oucL, i 



- 25. ei miiBHen bis verantwutteu fehlt. 



_.. umlikomen. — gar fehlt. — 

lu und hatten ala swer Kel^'^ii' — 10. iemer- 
1 fehlt, — 14. siiber, «Ben tBcheru, gewand. 
15. stat waa und vit werbender lüten dariii 
er gewunnen hat, und ala .^teh der gemein 
in biitigen solt, da wart. — 21. und aber nit. 
' I gewaltitfen. — 23. nit gern widergaben. 



■) So iiiicli im Schreiben der Hauptleute im Felde an Uasel bei Knebel, 
Üaoler Chr. 11, 307. Die EntrepriBea p, 250 berechnen den Verlust der 
Feinde auf etwa 1300. 



312. Das tlle von Solotern mit ir stat piiuer ooch gen 
Htefijä kniiiend , nud etliche von den rieuden von 
denen ron Bern gevangen und ertreulit worden. 

Item man vand oucli an win, körn, fleisch und aemliclien 

.'> dingen unsäglich gros gut in der stat, das iedermau zQ essen 
und trinken gnflg hat, und wart aber gar unglicli geteilt, 
dann man des vil in schiffen hinweg fürt. Das tatent alles 
die nechsten nachburen von Ndwenburg und ander, von denen 
in gar grosser schaden beschach, dann st tag und nacht uf 

jri wasser und dem lande hinwegfürtcn, was si mochten vinden 
an husrat und allen andern dingen und tatent inen vil gr5s- 
Sern schaden, dann iemant anders. Si liessent si nit geniessen, 
das si ir nechsten nachburen warent und in allen Sachen lieb 
und leid mit inen hetten gehebt. ') Darzi\ hatten ouch die 

IS von Friburg, alsbald man die stat gewan, ob hundert wäginen 
von iren gebieten hestalt, die tatent nit anders, dann tag und 
nacht in ir stat füren und beschach das darumb, als man 
sagt, das ein grosser gewerbe von ti'ichmachen zö Stefljs ge- 
wesen was, den hettent si g«m in ir stat gezogen und die 

tu damit gebessert, damit inen der gewerb ganz worden und 
hüben were. 

Und du man also die stat gewunnen und iederman was 
im werden mocht genomen hat und ganz nit rae do was, do 
kament die von Solotern ouch gar snelle harnachziechen mit 

m ir stat paner und ganzer macht in die stat Stefijs und warent 
die ersten vor allen andern Eidgnossen. ') 8i wurdent gar wol 
und frilntlichen enpfangen und erbnttent sich gar hcrziclichen 
gegen denen von Bern, iren alten fründen und Eidgnossen ; 
doch kament si nit zu glicher bi'it, dann iederman genomen 

au hat, was im werden mocht und zugent wider ua der stat in 
das veld und wart inen dennoch ouch ein gut bCit und tatent 

1. stat /VAH. - 2. vun den »iendeti ffhlt. — 3. zem l*il ertrenkt. — 
4. Item fehlt. — 5. unaaglii'h ffhll. — an esaen. — 6, gar fehlt. — 
9. in der merteil suhaden. — 11. und ta,tent bü iemant aadeni feMt. 
— 12. Si iDoohten nit genieaaen. — 15. wÄgnen. — 17. aU man säet 
fehlt — 20. gewerbe allein bliben wero. — 24. ear metle harnach- 
niechen fehlt. — 25. gen Steüja, — 26. nndurn /e/iH. — 28. ir alt«n. 

'I Wird bestätigt durch ein Sehreiben Berns vota 17. Nov. 1475 an 
den Markf^rafen ; < mit den von Ndwenburg zii verscbaSen, den armen lüten 
van ^tefya itia ir ku widerkern, nacfadem man ä der reis erlassen hat nnd 
über inen nie suhadena dann ander getan band. > Bat^-M. I?. 162. — ■) Die 
Solotumer kamen am 18. 0kl. Rodt 1. 529; Entreprisea jj. 250. 



1475 



297 



* als gßtiftw fi-iinde in üöten billich trtn siilleiit. Und nachdem 

man dann bis an den dritten tag in der etat lag. dann essen 

und trinken gnfig darinne was, do zwuschent wart gar gros 

iomer von frowen und kinden, denen ir manne und vätter 

erslagen warent, geeechen und gehßrt, dann dieselben frowen 

und kinde, edel und ander, vast in der kilchen warent ; der 

hatten vil ir toten und erslagnen manne und fründe in die 

kilchen gezogen und getragen, di« ünder inen lagent. Do hört 

man gar gros und ienierlich clagen und geschmi, das ieder- 

. mau ein mitliden mit inen hat und man gar vil fromer liiten i 

■ von Bern und andern enden vant, die inen gelt und anders 

I durch erbermde willen gabent, denen dennocht dos iren wenig 

I worden was. ') Der almcchtig got welle mit sinen g5t.liehen 

[ gnaden iederman bedenken und belonen nach dem allerbesten 

I nnd miltesten, des wir alle notdurftig sind. i 

So wurden ouch in der stat Stefijs etlich frömbd hüben 
^gevangen, die do soldner warent: der wurden einlif an ein 
Lseii gebunden und dem nachrichtev von Bern bevolhen, das 
) er si in dem sewe ertrenken seit. Und als er si alte bi ein- 
andern in dem schif und an einem seil, do hat er von nieman : 
kein hilf, und do er si über das schif harus warf, do hat er 
si nit wol gebunden und was ouch nit tief gnfig: also er- 
trunken ir dennoch etlich und kament der merteil harus, die 
lies man durch gottes und unser liehen frowen willen bl leben 
bliben. Und wart der nachrichter von Bern darumb das im s 
misslungen was und er nit recht gericht hat, in dem sewe 
erstochen und zerhowen, *) Zwar das was ein bftser gewalt 
und rechter mfitwil von denen die das latent, dann er von 

1. Und als man dann bis an Uen. — 3. g&r fthlt. — 6. und kiiidi? 
fehlt. — kircben. — 7. nnd erflagntn ^'(fift. — 10. raaii ouch vil. — 
14. iedermun nUL-h «inem verdienen belonen. — noch dem bis aot- 
tlurftin' find fehlt. — 10. Ei worden. - 21. über dfw »chif fehlt. — 



'1 Die Grausamkeit liei der Eroberung ¥on StBfB» wird auf »ehr be- 
leicbnende Weise von Rtti^rlin, S. 200, vemrUilt. Der Bat von Bern aah 
sich am 21, Okt. ventolnsat, wegen der > mänigerlei grobkeiten, Übels und 
grimheiten gegen geistlichen, cßstem. alten lüten. h^igen atetteu, kilchen 
und an«>. «Se bei der Eiolwniog des SchiosseB vorgekommeo seien, 1>eiai 
Heere Klage zu führen und um Abstellung solcher • anmenschlicher berti- 
keiten > zu ersuchen. Aus dem TeuUch Miss. C, 589 aligedr. im Oeachicht- 
l'orscher Tl. 305. Ueher die Zucht losigkeit der Truppen beklsgl« sich der 
Hat schon am 17. (Rats-M. 18, 124), und wieder am 27. Oktober (Teatsch 
Miss. C, 599). — •) Diese Oeschieht« wird in etwaa anderer Weise von den 
Entrepn'aes p. 249 ebenfalls erxühlt. 



nieman kein hilf hat, do inocht er die ding allein ouch nit 
usrichten. Doch so wart im ouch sin rechter verdienter Ion; 
dann als man die stat Ste£J6 gewan und die liite erstochen 
und erslagen wurden, da liif derselben henker mit blossem 

< Bwert in der stat und wo er arm lüte an den gassen oder in 
den hiisern vant, die dann nidergeelagen und dennocht bi 
leben warent, die stach er alle zu vollen tot und slfig inen ir 
h&upter abe als vil im der werden möchten und hat mit nie- 
man kein erbermde, als meiiglich das von im sach. Darumb 

I weis der barmherzig gotte menglichen nach sinem verdienen 
und wesen zu betonen, hie in zit und di'irt in ewikeit, daran 
iederman gedenken und sich vor bösen Sachen hfiten sol. 

Und als man von der stat ztechen und scheiden wolt, do 
liesgen die von Bern und Friburg etlich der iren dahinden, 

1 das man das slos anstossen und verbrennen gölte, als ouch 
beschach. Man hat ouch geraten und beslossen, das man alle 
ttirn und muren an der stat abbrechen und us der schönen 
stat ein dorf machen solt, darzfi solt man ouch alle die manne, 
die noch in leben werent, in eid nemen. Und do iederman 

> hinweg kam und man alle die, so noch in leben, si werent 
verborgen oder nit, irs lebens ganz sicher seit und trost, do 
vant man in aller stat nit über zwenzig manne mit den prie- 
stern, die do beiden stetten swftrent. Das was ein zeichen, 
das ir gar vil erslagen und umhkomen warent; damit blibent 

, ouch die tiJrn und muren der stat ganz und unzerbrochen. 



'^13. Das sich die stat und ttlo» Jferdun ouch er^ab uud 
ingenomen wart. 

Nil darnach am dritten tage ') zugent die von Bern, Fri- 
burg und Soiotern mit iren panern von Stefijs den nechsten 
i> gen Jferden in willen und ganzer meinung, dieselb stat und 

2. Duch wart im damit auch. — 4. derselbe. — 8. ab. — 11. hie in 
iit und d5rt in ewikeit fehlt. - 18. Titel: Das man das echön sIob 
StefiJB verbrant und die armen Kit, die eich verbo^n hatten UDd 
nocb in leben waren, den von Bern uud Friburg awuren. — Und als 
mun nü. — Ib. dua «. — aolt, du« ouch. — 17. an fehlt. — K, ma- 
chen, darzii. — 20. si waren. — 21. ir, — 2ö. und unzerbrochen fehU. 
— 2B, Daa die stat und bIos .Tferden von denen von Bern, Friburg und 
Solotem oufh ingenomen und gewunnen wart. — 28. Nil fthlt. 

'I 20, Oktober. 



1475 



299 



' und slo3 mit der hilf gottes ouch zfi erobern, dann it'derman 
inen vieiid und ouch des begirig was, nachdem si das wol 

' verdienet hatten mit vil schantlicher werten, die von inen zu 
mengen malen gebrucht wurden wider die von Bern und 
ander ir gewanten nnd sunderlichen wider die iren, die si 
dann zA Gransoii, Orban und Jungij ligende hatten, die vil 
widerdries von inen mftsten liden und erwarten ') : darzö 
schriben ouch die von Bern den iren, diewile man dennocht 
zu ätetijs lag, das man der von Jferden nit schonen noch 
vergessen, sunder inen Ionen und danken solt des Schadens i 
und der smach, so si dann inen und den iren menigvaltic- 
liehen und unverdienet hatten gotan. ') Und verstönd man an 
irem schriben wol, das inen vil lieber gewesen, inen were das 
gros ungevell z(i banden gangen und begegnet, dann denen 
von Stefijs; si hatten es ouch bas verdienet, Das macht, da» i 
iederman dester williger und geneigter wart, sich an inen zu 
rechen und zoch man dester fr&Hcher dar. 

Und als man mit der pancr und ganzer macht gen Jfer- 
den kam, do was der graf von Valendia und ander herren 
do *}, die understünden etwas teding zö stehen ; do zwüschen ; 
ßlüg man sich nider in die vorstat, ouch in die matten und 
garten, iederman dahin er mocht. Es warent ouch etliche 
knecht von Bern vor dannen geloufen, der wart etlicher ns 
der stat geschossen, und als man mit dem herren von Valendis 
und andern in der teding was, do warent etlich von Bern i 
umb die stat gangen und hatten die zeringumb besechen und 
kamend zi^i den undertetingern und meinten, man solt kein 
b5ä richtung noch teding ufnemen, dann si die stat inmassen 

2. onch begirlich. — 5. verwanten. — 6. ligen hatleo, die nieiigeclei 
von inen. — 11. dann fehlt. — H. dann den von. — 18. den jifinern, 
— 23. der wurden ein teil ug. — 28. noch, teding- fehlt. 



I man steh in Yvcrduii 
ratgen&nnten Orte uie- 
in der Stadt hätte Wein 
. Teutsch Miss. C, .570. Letz- 

. „ _ 11 1752) mildem 

1 Yverdon begegnet i 



'1 Am 11, Okt. schrieb Bern aii Luaem, 
zum iiuge K^gen Granaon rilete, dasH man ai 
mdjiden mehr einlaaee, und einem von Jongne, < 
kaufen wollen, das Geld weggenommen habe, 
terea enahlt ebenfatla Peterraann EtterÜn S. 1 . 

weitem Beiiflgen, da« ihm die Geschichte in __„_„___ _... 

•| Am 20. Okt. flchrieb Bern ins Feld, die Hauptleute Bollten den Mutwillen 
und die Freveltaten der YverdünerbDrger nichl vergessen. Am luidem Tage 

Bieng der Befehl ab, die Leute vou Yverdon auf Gnade, die Stadt aber auf 
ngnade aufzunehmen. Tent^ch Miea. €. ^91, 592; Bate-M. IS, 128. In 
Rap. 215 drückt Schilling uoeh einmal sein Bedauern über da« zu milde 
Verfahren gegenüber Yverdon aus. — •) Die Vermiltlung des Grafen Johann 
von Nenenburg, Herr von Vallendis wird bestätigt duroh die Entreprises 
p. 255. Hodt f. 535; Witte. ZGORh. Nf. 10, 219 ?. 



300 



1475 



d 



besechen hettent, das die gar wol zu gewinnen were. Das 
ntocht alles nit helfen, dann man under den gewaltigen lüte 
vant, die nit gern wider si latent ; das was dennoch dem ge- 
meinen Volk leid, und wareut doch die undertetingcr als ge- 

■i flissen, damit man einen friden macht. Also ergabent si sich 
an die drig stette Bern. Friburg und Solotern nnd wurden 
also ufgenomen , das si bi dem iren bliben und man die 
fröniden soldner mit ir habe abziechen lassen solte und swö- 
rent also den drin stetten und lies man die Wimbden soldner 

I hinweg ziechen mit iren werinen und hab, der warent drit- 
halbhundert, alles hantbüchaenschützen. on ander soldner. Und 
nachdem man si dann in eid genomen hat, do bleip man den- 
nocht zwen tage in der vorstat zu Jferden und wart von inen 
gar vil verheissen, es were an win, brot, fleisch, haber oder 

) ander dingen, des man grossen mangel, dann si das alles in 
die stat geÖ&cket hatten; es wart aber nieman nit mit liebe, 
weder umb gelt noch sus, dann denen die si beschirmt und 
ufgenomen, die hatten keinen mangel, Do zwiischent und in 
dem kament onch etlich herren rttter nnd ander zfl den 

I houpttiUen von Bern und den andern stetten und ergabent 
sich an si. 



'ili. Das gar vil landi« herren und ander denen von Bern 
nnd den nndern stellen ir sliissel «»gegen (rngent 
nnd sich oneh au si wllllclichen ergabent. 

So brachten ouch etlich landsherren und ander ir sliissel 
zii iren stetten und slossen und antwurtent die den houpt- 
li'iten und swüren inen ; etlich liessent sich ouch brant- 
schatzen ; so wurden ouch etlich slos do zwüschen ingenomsn 
und verbrönt. 



dann dritoalbhundeFt al hautbiichMnscbUUen und 
12. dann fehlt. — 13. tu Jferden Cehlt. ~ 14. gar 
.. ! ftft't. — und andern. — 17. dann nllein denen. — 
__ Do zwüschent wt an si |eW(. — 22. Bar /Wi/i. — '23. andern en- - 
l^gen füren und sich an »i ergaben. — 25. Es brachten. — 26, houpt- 
iwn von Bern und luidern. — 29. verbrunt. 



and 
fthU. 



215. Das luftu tiaruacli geu Orba itoeh und oncb <lo 
etlich tage still lag. 

Und also zoch man von .fferden uf sonnentag vor sant 
Simon und Judastag') des vorgonanten iares, und mästen 
iederman durch die stat lassen ziechen. Doch was durch die i, 
houptli'it versechen und zugesagt worden, daa man glich 
durchziechen und nieman nit tun noch nemen solte, das ouch 
gar wol gelialton wart, das doch nach niiuetn bedunken schad 
was ; dann si hatten! sich vorhin lang zit gegen denen von 
Bern und andern Iren gcwanten als unerberlichen erzougt, das lo 
inen billichen etwas bas nach irem verdienen gelonet wert^ 
weiden. Darzii als die von Bern vernamen, das man si also 
ufgenomen und ir ganz geschonet hat, doch nit iederman, das 
was inen gar leid, als man an dem schriben, das si iron 
houptliiten in das veld tatcnt, wol verstflnd. Doch wie vast n 
si dazemal beschirmt und enthalten, so wurdent dennocht 
nachmalen semlich und ander libeltete und moillich sachen 
an inen awarlichen gerochen an irem tibe und g&t, als man 
liamach in diser cronick noch witer und eigentlicher ge- 
schriben vindet. ') » 

Und also kam man desselben tages zit lieh mit allem 
Volke und ziige gen Orban. ') Do bleip man etwas zits ligen, 
des die armen lüte gar übel engolten und geschediget wurden, 
dann der iQten vil was und wer iederman gern in die besten 
hüser und herbergen gewesen und was gros clag von armen » 
lüten, mannen und frowen, denen das ir genomen wart ; das 
mochten die houptliit nit geweren noch gemeistem, als dann 
in semlichem beschicht, Und als man gen Ürban was kernen, 
do machtent sich etlich from liite gen Ecle *) und wolteut 
besechen, wie es darumb ein gestalt und gelegenheit were. so 
Alsbalde dieselben dar kament und man ir innen wart, do 

1. Da« die vun Bi-rn und under gen Oi-ba zubaut und da . . . la^nt. — 
3. Darnach zoch. — Ü. worden fehtl. — 10. ?erwant*n. — 12. dttheimeii 
vernamen. -- 13. gaaz fehlt. — doch nit iederman fehlt. — 14. an 
ireni euhriben wol verstünde. — 17. iSheltete ud irem lib und gut. — 
19. crönict noch witer hBren wirt — 23. gar fehlt. — 27. meistern. 
— 31. Alsbalde die. — da verbranten die viend angends dm stetiiii 
zu gründe. 



') 22. Oktober. — ') Vcl. unten Kap. 2-39-247. — ^ . 
Tage fiel auch St. Croii und La Rarrai. Brief der Haoptlente 






[leitihen. "*'■•" 
bach. 11, ' 5 Ju 



302 1475 

ätiessent die viend das stetlin angends mit fQre an und ver- 
branten es zti gründe und wichent damit in das slos zö einem 
zeichen, das si ein widerstant tAn und das nit übergeben 
woltent. Das brachten dieselben angendes an gemein houpt- 

■ lüte und venner der drier stetten Bern, Friburg und Solotern; 
do wart man gedenken, was man us demselben slos untriiwen 
und Widerstands gelitten und enpfangen und wie die biderben 
Iiite von Bern und von Friburg in unlanger zite, als davor 
stat'), unverdienter sach als iemerlieh ermitrt und dieselben 

• m&rder von denselben im slos enthalten warent; darzi't hattent 
si euch etlich metzger oder ander von Friburg beroubt und 
nidergeworfen und inen ir schof und anders genomen und in 
das slos getriben und behalten und aus mengcrlei widerdries. 
so den vorgenanten drin stetten und den iren von inen be- 

I schechen und begegnet was ; das geriet iedennan bedenken 
und zfl herzen nemen. 



2l4i. Viie ilat« stark slos Eele mit hartem stürm und 
grosser not und arbeiten von den driu stetten erobert 
nnd gewannen wart. 

' Und also desselben tages') wart von gemeinen houpt- 

liiten, vennern und rüten angeaechen und beslossen, das man 
in dem namen gottes die ding fiirnenien und versuchen eolte, 
wie es wolte geraten, dann es ein stark mechtig slos was 
und meint mau, wo maus erobern oder gewinnen m&cht, das 

I es andern vienden im lande grossen schrecken und abbruch 
wurd bringen, Darzü hat man ouch vernomen, das etlich 
edellüte die rechtschuldigen darinne warent, an denen man 
sich ouch gern gerochen hette, dai'umb was iederman dester 
geneigter zu den sachen zu tftnde. Und wurden also von den 

I drin stetten desselben tages usgezogen tusent wol gewopneter 
und stritbarer mannen und inen für houptlüt und regierer 
z&geben und geordnet nämlichen von Bern Heinrich Ditlin- 

5. der vorgenanten driger stetten ; da wart man betrachteo. — 8. von 
Bern und Frihtirg. — 10. von denen. — 11. etsros metiger von Fri- 
burg und ander. — 12. ithaf. - 13. und ouch behalten. — 17. stark 
mechtig »los. - IB. erobert und fehlt. — 20. von den. — 29. also 
ycAIt. — 30. tusent gewapneter 



') Oben Kap. 201. — *) 22. Oktober. 



1475 



303 



I 



ger'), von Friburg Hana V6geli') und von Solotern Urs Steger'). 
alle der rÄten von den drin stetten. Man was ouch des wil- 
lens und der nieinung. ob die vorgenanten drig liouptmanne 
und die tusent manne das slos nit hetten nii')gen mit dem 
Sturm gewinnen noch erobern, als man sich ouch genzicHch 
versach, das man dann gemeinlich mit ganzer macht und 
allem volke und gezüge darfi'ir gezogen sin und das sem- 
lichermass gen&t haben woH, das man es hette m5gen ge- 
waltigen und erobern. 

Also am morgen frft *). do man mess gehört und iederman ' 
gessen hat, zugent dieselben drig houptman in dem namen 
der heiligen drivaltikeit mit den geordneten tusent mannen 
gen Ecle und was menglich gar frölich und ganz uner- 
schrocken, dann si zi'i den sachen göt herzen und willen hat- 
ten, und kament gen Ecle umb morgenhrotzit. Do zwüscben i 
was das stetli vast verbrunnen und das füre zem teil er- 
lijschen, doch stOudent die muren noch vast ufrecht. Also 
maehtent die houptliit von stund an gar ein gilt Ordnung und 
rettent mit den fromen lüten liberal gar frimtlich und gfit- 
lich, das sich am ersten iederman mit breiten laden, bickeln i 
und Züge, so zfl solichem ernste und hertem stürm gehorte, 
wol versechen und versorgen solte^ das ouch von inen gar 
bald beschach ; und retten ouch die houptliit, das si den 
stürme trostlich und manlich an einem ende on hindersich 
sechen behartin, so wurde man sicher sin, das si es gewun- i 
neu; darzü was iederman willig bereit und ganz gehorsam. Es 

4. und ouch die. — 6. und allem volke und gezüge ftkU. — 10. Und 
also. — 13. gar fthlt. — H. daira ti ouoh kü. — 18. gar fehlt. — 
19. überal fehlt. — 2\. hartem. 

I) Heinrich Dittlingfr, Mitglied des kleinen B&teti, Mit dem 28. Ang. 1475 
Vogt in Oltingen {Rato-M. 18, 60>, gest. U7S oder U79. Namentbch be- 
kannt wegen seines, allerdings ni<'ht mit Gewissheit zu ermittelnden An- 
teils an der AblätiHung der sog. Tflchachtlanchronik. — •) Hensili F^lj, 
einer der einflnnsreichsteu Freitiurger, venab während der Burgunderkriege 
beständig die 8t«lte eines Rates ilea Hauptmanna, Küiiig Ludwig gab ihm 
147S eine Pension von 300 Franken und erhob ihn 147» in den eiblichen 
Adelsstund. Er starb 1490 oder 1491. Siehe Qber ihn N. Raedlä in Kevue 
de la Snisse catholiiiue Vll. S. «9-4fi2 (1876). — •) Urs Steger atammt aus 
einer niedem Burgersfamilie von Soloturn. Er wurde Mitglied des grossen 
Rates, Voet zu Bucbeck und Läbem, Mitglied des alten Rates uud^ Stadt- 
venner. Siehe Aber ihn J. J. Amiet in der Zeitschrift < Die Schweiz >. 
Jahrg. VIII, S. R74 (1865}. — *) '£i. Oktober. Siehe die Entreprisea p. 258 
-2f>U; Rodt I, 537 fe: Witte, ZGORh. NF. X, 221 f. Am 21. Okt. hatte 
Bern ins Feld geschrieben: sie sollten Laserra, Rekle, Heiligkreuü und 
Tachawa nicht ungwrOsst lassen, denn sie hätten das wohl verschuldet. 
Tentsci Miss. C, &i. 



304 



1475 



wurden ouch die biicliaeiiscliiltzen und ander von den houpt- 
liiten in gar gut ordnunge gestalt an die ort und ende, da si 
die viend hindersich mochten gehalten, das oucli gar wul getan 
und angeaechen was. 

I Und also in dem namen gottes lüf man mit guter und 
sittiger ordnunge unerschrocken! ichen an das slos und ainider- 
lich an einer siten den berg uf, do man mit leitern und grossen 
sorgen müst hinetigen, dann man zft inen gar vast schos und 
warf; doch so wart der ernste als gros, das man gar baldo 

> über denselben berg zä dem slos an die muren kam, und man 
understünd durch die starken muren x.Ci brechen mit bickeln. 
helbarten und andern werinen, iederman als er dann mocht. 
Die viend, so in dem slos warent, staltent sich ouch gar 
manlich zA were mit vientlichem schiessen und sunderlich mit 

s hartem und strengem werfen, das si on underlos über die 
muren banis tatent und wart die angst und not als gros, das 
etlich from liit mit schiessen und werfen gar hart und übel 
geletzt wurdent, das si von rechter not wegen von danneii 
begonden wichen, dann si anders kein schirm noch ufenthalt 

n dann die laden, so si mit inen darbracht, hatten, die wurden inen 
vast von banden geworfen und geschossen. Doch so wurdent 
die fromen lüte von den houptlüten on underlos als vast ge- 
mant und angeschruwen und inen gesagt, das die ersten stürme 
alwegen die besten werent, das si balde hegenden breiter und 

i grösser, lenger laden sCichen und zutragen, und gingen aber 
ritterlich an den stiu-m mit noch grösserm ernst dann vor, 
desglich die in dem slos mit hartem werfen und schiessen ouch 
tatent, dann das si vast mit den bandbüchsen hindersich ge- 
balten und euch me dann einer zu tode geschossen wurden, das 

II si sich nit me getorsten harfür bieten, als ouch an dem lioupt- 
man vom heiligen crütze, der ein edelman von Galleren was '), 
wol schinbar; der hat sich oben an einer zinnen harfür getan 
und wart mit einem pfile durch sin houpt geschossen und 
darnach also mit dem swert gericht. als barnach *) bas erlütert 

r. wirt, wie es dann demselben und den andern allen erging. 

8. gm- frhlt. — 9. so fehlt. — 12. helbarten, undern weriiien. — 13. 
Die vienJ in dem slos stalten. — 18. daniien müsteu wichen. — 19. 
keinen- — 23. ouch inen. — 24, die niitKlichesten weren. — 25. iirftsger 
fthlt. - 35. dann fehlt. 



*) Huguee de (rallera, Hauptm 
<Iei Kitp. 



*| Siehe folgen- 



147:> 



305 



In dcnt stürnipt man als ängstlich, das si begondcn die 
ilftcht nemen in einen grossen starken turn desselben slos; do 
brach man durch die muren und steig ouch mit leitern dar- 
über und ilt menglich als vast, das dennoch der vienden in 
dem slos ob diissig mannen erstochen und erslagen wurden '), 
die in den tum nit raociiten kernen, Darunder wart der recht 
houptman des bIob oucli erslagen und etlich sin diener bi im. 
Und kam iederman vil o und riager durch die muren in das 
slos, dann zfl den tore» in, als vast und stark warent dieselben 
tore verbolwerket und vermacht. Es warent euch vier tore i 
mit gftten starken zwingolfen') voreinandern, und do man hinin- 
kam. do was der tum dennoch iingewunnen und warent gar 
vi!, denen nftter und ernster was, wie ei gilt mochten liber- 
komen, dann die viend am ersten gewinnen: doch wurdent 
dieselben von den houptluten gar vast gemant und inen bi i 
iren eiden und eren geboten, sicli des gAtes nützit xii under- 
winden, bis die sach ganz erobert wurd, als dann dero von Bern 
cid und loblich Ordnung, so man in dem velde swert, gar luter 
Inhalt.') Das tatent dennoch etlich, und wart der turn als 
vast gen5t mit füre und anderm, das si bald anvingen schrien . 
und begerten gnaden: das wart inen ganz abgeslagen und 
verzigen, dann man grossen schaden mit schiessen und werfen 
enpfangen und gelitten hat. Si begerten ouch me dann ein- 
mal, das man si an das swort ufneme. das wart inen ouch 
versagt. Doch wart dennoch als vil gesucht und beti'idinget, . 
das si on alle gnade an das swert wurden ufgenomen, also 
das man si zA rüw und bichte komen lassen solte und beschach 
das merenteils darumb, das si vor vierzechen tagen zwen, 
so von den drin stetten waren, gevangen und in denselben turn 
geleit hatteut, die schruwen harus und begerten, das man si j 
ut'neme, dann wo das nit bescheehe. so werent si die ersten, 
die darumbe liden und sterben m&sten. Deshalb man si uf- 
nam, sus werent si nach irem verdienen alle in dem tum ver- 
bront und iemerlich verderbt worden. 

4. der vienden fehlt. — 8. vil ringer. — 1% den nöter. — 16. iren fehlt. — 
17. der von. — 20. schrien- — 25. bo vi! darin gerett und betedinget 



gl eich zeitigen Berichte in den Absch. II, Ü6Ö sind e» Ilber 50. — •} üeber 
die Zwinger -Anlagen (äussere Hauern) vgl. H. Zeller-WerdmUller, Uittel- 
alterlicfae Burgaulaiten der Ostschweiz, in Mitteilungen der antiquariaoheD 
GeaelUchaft in Zürich XXllI. 288. — «) Siehe oben S. 188. Änm. 1. 



217. Das ninii die gevaugnen von Ecle gen Orba fürt, nad 
do etlich mit dem swert angeuds und onch am morgen 

ge rieht wurden. 

Also nam tnau die gevangiien hanis, der warent an der 

!' zaie ob sibenzig mannen'), die wurden angends gen Orban zö 
den obriston houptltiton gefflrt und dennocht desselben abends 
ir fünfen der edlen und reclitschuldigen ir hftupter abgeslagen : 
daninder was der hoiiptman vom heiligen Grütze, einer von 
Galleren, dem dann der pfil durch sin houpt uf Ecle geschossen 

1 was*). Und do man si am abend im ring richten wolt, do hat 
man kein nachrichter, dann der lienker von Bern vorhin zu 
Stefijs umbkomen was; do ruft man im ring, welcher under 
inen die andern richten, den wolt man des lebens sichern ; do 
vand man bald me dann einen, die es gern getan und ir leben 

!• damit gefrist hettent; doch wart nit me dann einer ufgenomen, 
der tet dennocht demselben armen hantwerke gnüg, nachdem 
er des vorhin nit vi! gotriben hat'). 

Die andern armen gevangnen liite, die dann nit geriebt, 
die wurdent alle desselben abends in einen turn geleit, der 

j was gar eng, und als man sagt, so hatten die viend kalk da- 
rin geleit, das leider in derselben nacht nflnzechen*) in dem 
tum von grosser not wegen erstickten und so iemerlich umb- 
kamen; dieselben wurden am morgen also tot harus geworfen. 
Das was den houptläten und iederman vast leid, das si also 

' ungebicht und eilende umbkomen waren, und sol nieman daran 
zwiveln, solten es die houptlüte und ander gewist hau, si 
hetten es darzft nit komen lassen. Der almechtig gotte welle 
sich über die armen und al ander glFiuhig seien erbarmen ! 
Man slüg euch morndes') noch fünfen ir h&upter ab, darunder 

I was gar ein gerader edelman, was einer von Cusseney*), und 
die andern vier euch der rech tschuldigen. Die übrigen alle, so 
dennoch in leben warent, lies man durch gottes und erbermde 



4. an »ale. — 6. obrestcn. — 10, Und als man. — 16. demselben vor- 
smechben hantwerk. — 17. er es, — 2ü. und hatten die viend kalb 
darin getan. — 32. erbenaden willen loulen. dann si euch nit daran 
^lich Bchiildig warent. 

ij Knebel. Basier Chr. 11, 307: bei 75. — •) Ebenso im Briefe der 
Haoptieute in den Abach. II, 56ti. — • ■) Nach den Entreprisee p. 2ti(> versah 
^eien Henkerdienst der Knecht des gefangenen Hauptmanns. — *) Ebenso 
Basier Chr. 111, 428. — ') 21 (Jktober. — ') Pierre de CoBaoniiy, Tgl, Entre- 
prues p. 269. 




1475 



307 



willen bi leben bliben'J, dann si om-h nit alle glich Bchulde 
an disen dingen hatten. Und alBo wart das gl'it stark slos 
Ecle von den drin stetten mit grossen engsten und n5ten 
ritterlich und tnanlich gewunnen und verbrßnt, und kamcnt 
am stürm nit me dann vier man umb *) und wurdent ob vier- 5 
zig mannen wund, die kament von gottes gnaden merent«Us 
alle wider. 

Es wart ouch in demselben slos gar merglich gät gewun- 
nen und erobert an barem gelt, k(>stlichen cleidern, husrat und 
andern dingen. Das wart gar unglich geteilt; dann etlichen 10 
so nit an dem stürm noch in den nfiten gewesen und als es 
gewunnen was, dar komen warent, die wartent sich gar wol, 
und als man dazemal rett, so wart etlichem, der es nit ver- 
dienet hat und ouch zen vienden ganz nit wert was, von ar- 
men kindbetterin und frowen, die im slos waren, gar vil bar- is 
scliaft, cleinßter und anders zu behalten geben, dem es ouch 
nachmalen bleip ; dann nieman den andern wil erzürnen noch 
rechtvertigen, darumb müs es etwan in der weit übel gan mit 
kriegen, sterbet, türen iaren und anderm, das got verhengt 
und mäs dick der unschuldig des schuldigen engelten, daran 3a 
die gewaltigen und fromen gedenken und semliche sachen 
alwegen ati-afen süllent. so wirt lins der barmhemig gotte zfl 
allen ziten gnedig sin und uns in keinen dingen verlassen. 
Man gewan ouch in dem slos zu Ecle gar ein sch&n paner 
mit einem wissen criitze, die darnach in dem munster zu Bern «.'. 
ufgehenkt wart.') Und wert der vorgenant stürm vom mor- 
genbrot bis an den abend, e die sach zu einem glücklichen 
und erlichen ende wurde bracht, und beschach an mentag vor 
sant Simon und Judas tag des vorgenanten iares*). 

218. Das Lagerra Am slos mit dem swert ouvh ganz im 
gewunnen und verbröut wart. 

In dem als man dann vorhin Stetijs und ander stette und 
slos ingenomen und gewunnen hat, do machtent sich ettich 

4. Kewnnnen und erobert. — 5. wordent me diinn seehzijt man. — 7. alle 
fehll. — 10. dingen nnd aber oar unplich. — 13, rett und ouch die wavheit 
was, (io wart. — 14. gan/ fehlt. — Zl. und das unrecht strafen. — 24. iQ 
Ecle felilt. — 27. lem ende kam. — 31. Terbrant. — 32. Und als man. 

') EtterliuB Nachriebt S. 200, alle Gefangenen aeien hin^richlet worden, 
iat unrichtig. Siehe auch aon Brief der Hauptleute bei Knebel, Baaler Chr. 
11, 307. — •) Ein gleichzeitiger Bericht (Baaler Chr. III, 428) bemisst den 
Verlnat der drei Smdte auf 14 Mann. — ') BesUtigt durch Baaler Chr. III, 
428. Ein anderes savoj-Bches Panner kam in dae St, UrsenmOnstet in Solo- 
tum. — *) 23. Oktober. 



3oa 



1475 



knccht von Bern und den andern stetten zi'isamen und kaniend 
gen Laserra zä dem slos und gewunnent das') und ersltigent 
dat'inne ob zwenzig') mannen, edei und ander und fundent vil 
gutes, das nament ei als und ffti-ten es mit inen von dannen, 

' als man dann ze Orban desselben gutes vil sach, das ei ver- 
kotiften. Und stieseen das slos mit füre an, das was meng- 
lichem liep, dann die herren von Laserra') sich mit den 
knechten und soldern, so zfi Jungij und in den andern elosseu 
lagent, gar unfrüntlich hielten, als dann das zu mengem mal 

' gen Bern und in die andern stette geschriben wart. 

'jl!l. Das sich die von Lnsan und ander stett and slos 
ouch ergaltent, diewile man 7.ü Orban lag, und sich 
brantschatzten. 

Und diewile man also zd Orben lag, da ergabent sich gar 
r, vil stetten und slossen an die von Bern und die andern atett«, 
dann icderman im lande erschrocken und darzft komen, das 
kein widerstand me was. Ks kament ouch gar vil landsherren 
und ander von ir stetten und alftssern wegen, die sich brant- 
schatztent und ouch huldeten und swfiren zu banden der 
driger stetten; darzfl kament ouch die von Losan mit ir treffen- 
lichen botschaft von geistlichen und weltlichen gen Orban, 
und branschatztent sich umb zweitusent Riinsch güldin, die 
ouch nachmalen von inen be/alt und usgericlit wurden'), dann 

1, knecht fehlt, — 3. me dann uweniig iimnne. — 4. ai und tfirten es 
alles mit men von dannen, als man zu Orban wol soch, da n das rer- 
kouf^n und miteinandem teittent. Darunder was ein als grosser 
hafen, daa man einsmaU einen ganzen uclisen darinne hett möpen 
kochen und sieden. Und stiessen. — 8. die zu. — 9. aii mengen malen. 
— 10. geschriben wart und ouch die warbeit was. — 14, also fehlt. — 
15. andern ir gewanten. — 17, gar fehlt. — 18. von ir stetten und 
Blossem wegen ftUt. — 20. iren treffenlichen hotten. — 23, von inen 
fehlt. — diLnn ä inen usdermasBen sere vorchten, nachdem dann ir 
nachburen vast zii inen gefi&ckt hatten. 

') La Sari-a», sildl. von Orbf. fiel um 22. Oktober. Siehe oben Kap. 215, 
Anm. 3. — ') Im Briefe bei Knobel, Basler Chr. 11, 307 sind 'JS ange- 
geben i doch wird sich diese Angabe eher auf die Anzahl der in St. Croix 
Erschlagenen beziehen. Vgl, Absct, II. 56ö, — ') Wilhelm Ton La Sarrai und 
sein Sohn Nicod. Rodt I, 542 und 557; Witte, ZGOBh. NF', X, 224. — 
') Der Vertrag mit T,Ausanne kam am 25, Oktober zustande. Denn am Tage 
vorher waren die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen (Brief der 
Hauptleute bei Knebel, Basier Chr, II. 307), am 26. Oktober aber drückt 
der Ba,t in Bern seine Zufriedenheit in Bezug auf das Abkommen mit 
Lausanne aus; er hoSt, dass «da« xü abtrag des erwirdigen hem des 
propsts z5 Ansollingen dienen mScht». Teutech Miss. C, 597. Ueber das 
vergebliche BeroOhea der Berner, den Burkhnrt SUir, Propst von Amsol- 
tingen zum Bischofererweser von Lausanne ku erheben, vgl. E. BlÖeeh. Die 
Vorreformation in Bern, im Jahrbuch fQr Schweiz, Gesch. X, S, 21 ff. 



t fii inen gav übel vorchteii, nachdem dann gar nienglicli zi'i inen 
[hatten geflofket; do geuusaent si dennocht unser lieben fro- 
I wen, als wol billichen was, das inen dazemal nit beschach. 



, 3*20. Das die vou Beru and ander zer Morse ') zngent 
und das onch inniinicn und dor andern Eidgiiossen 
do erwarteilt. 

Darnach an der mitwocben*) do man die vorgenaiiten 
eachen zfi Orban alle usgericlit hat, do zoch man abatat und 
fi\f gen Lasserra durch die slat; dieselben armen Kite hattent 
sich vorhin ouch ergeben, diewiJe man dennocht zu Orben lag. i 
und gaben an dem durchzug iederman zfi trinken, und brant 
das slos dennoeht vast. Man zuch ouch desselben tages bis 
gen Cusseney'), das hat sich vorhin ouch ergeben, 

'i'il. Das -Tungij das hIos von den solduern rerbrent 

wart und si dnnnen zugeiit. i 

Als nii die drig atette Bern, Fribm'g und Solotern und 
mit inen ilie von Lutzern ir knecbt und soldner lange zit zu 
.Tungij und in andern slossen hatten ligen gehebt, do wolt 
nioman me zll Jungij hltben und wart iederman unlustig, dann 
man vorcht, man wurde etwan, so maus allerminst vertrüwt, i 
liit do verlieren, und wart man zu rat, das man allen züg 
von biichsen und andern dingen dannen nemen und dann das 
t stark slos, das doch ein rechte pass des landes was, an- 
}■ etossen und verbrftnnen solt, semlicha ouch beschach^). Das 
wart aber nachmalen die von Bern und ander gar übel ge- s 
rüwen; danu hette man es also lassen stan und mit liiten 

7. vorgeuanten fehlt. — S. abalÄt (liiruh Laaerra die stat. — 11. ieder- 
man essen und Eriulcen uml brant das alos dennocht in al mfteht, 
als es dann vorhin mit dem nwevt gewannen und erobert worden wiu. 
— 13. Cut'senej in die stut, das hst Hieb vorbin outh er^ben. Da 
Tant man win nnd brot nach aller notdurft. — 14. verbrant. — 16. 
und als. — 18. den andern slossen Uatlen gebebt. — 24 verbrennen 
solt, semlichH oucb nach uotdurft bescbach. — 2-5. ander ir Terwanten. 

') Morges, am lienfersee. — *) 25. Oktober. — ') CoMoney, eSdl. von 
IjQ Sarrai. — *) Ausser Jougne wurde aueh das Schlosa za Orbe zerstört. 
Siehe Ktterlin S. 200 und da» Schreiben des Bemer Bates »om 26. Oktober, 

D dem er die Schleifana der beiden ireiiaiinten Scblßsser bedauert. Teiilsch 

(isB. C. 597, 



lind ziige naiih iiotdurft besatzt, der herzog von Burgunncn 
Lette nit als wol mögen harin rücken, als man harnach gar 
luter vindet '). 



223. Das die von Lutzero tind anJer Kidgaossen ouch 
) mit maclit gen Horse kameiit. 

In dem do kament ouch die von Lutzern und etliche 
ander Eidgnossen gar mit vil wolgewapnoter und atritbarer 
mannen zd denen von Bern und andern stetten'}; die wurden 
gar früntlich und brüderlichen enpfangen und schickten ir 

1 wisen hotten zfi den drin stetten und wurden mit einandem 
zu rat, gen Morse zfi ziechen und do der andern £idgnos8eu 
ouch z(i erwarten und fürer ratslagen, wie man den grafen 
von Rfiymont witer gcschedigcu und den dingen ende geben 
mocht, tiaclideni sich dann vil ander stett und slos, namlicli 

i ßÖymont, Milden, Köw und ander hatten ergeben^). Do zoch 
man gen Morse in die stat, die hat sich ouch vorhin ergeben; und 
zugont die von Lutzem in das slos der stat mit ir paner und 
allem irem volke und diu von Bern und die andern zwo stette 
Friburg und Solotern bliben aber in der stat Morse und 

) kament alle darinne zu herberg: wie vil lüten do was, so 
vand man doch win und brot gnüig, das si ouch nach notdurft 
bruchtent und niemans darinne schontent; dann der giaf von 
Rfjymont was in zwein tagen darvor mit einem mechtigen 
reisigen züge zer Morse gelegen wol mit drötusent mannen*), 

1 in willen und meinungo, sich darinne mit den sinen vinden 
lassen. Und als balde er vemam und ein gcschrei kam, wie 
es den sinen allenthalben ergangen was und das die von Bem 

2. hett nit inOgen nls liechticlich. — S. giinzer niucht faaruach kamen. 
— 6. Darnach kamen ouch die von LuUem und ander Eidgnnasen 
mit ganzen machten zu denen von Bern und den andern. — Ij. wur- 
den von inen gar. — 10. wisen /ehU. — 11. Morse /ü ratslagen und 
ziechen. — 12. oi^ch erwarten und sich mit eiuandern vereinburen. — 
13. schedigen. — 16. stiit und was kein widerstant. — 17. der stat 
fehU. — 19. Friburg und Solotern fehlt. — 22. nienian. — 24. me dann 
mit driituüent. — 25. sich mit denselben darinne vinden zii lawien. 

') Siehe unten Kap. 248. — •) Die Luzemer kamen schon ain IR Ok- 
tober in Bern an und noge^ folfienden Tages in die Wadt. Teutsch Miw. 
C. &88. — '} Komont. Moudon (Milden) und Rue (Ruw, sildl. von Mondän) 
hatten siuli schon vor dem 20. Okt, ergeben. Der Bat von Bem meintp, fttif 
den Schwur dieser drei SchlÖBser sei wegen der Unbeständigkeit des Volkes 
wenig zu geben. Teutsch Miss. C. 591. — ') 12- 1300 Miinn nat'h dtn Entre- 
l>ri8eB p. 2tll. 



1475 



311 



I uiiil ander Eidgnossen oucli zu im zer Morse ziechen und in 
f besficheii woltent, do wart im als not zCi tliechen, das etlicb 
i ireu houptharnesch und ander werinen liinder inen liesaen, die 
[ man ouch vant. Etlichen was ouch als angst zft fiiechen, das 
r.ei von rechtem schrecken und vorcliten enent Jenf im Rotten') 
[ertrunken, wie wol man dennoch vier mile bis gen Jenf hat*). 



22S. Das diu von Zdrich und etlicli ander Eidgtiosseu 
mit iren paueru ouch harnach kanienl. 

Darnach do kament die von Ziirich und ander EidguossMi 
' oucli mit iren panern und zeichen*), die leitent sich gen Losau m 
' in die atat und da umb allenthalben in die dfirfer und schickten 

ir wisen hotten von allen orten zer Morse, mit den andern 
[ zu rat zu werden, was man nö fürbas tön, oder war man 
[ furer ziechen wolt, dann des grafen von KÖymont lantachaft, 
f nämlich die Wat, hat sich mit einajidern ergeben und was ouch a 
l ganz gewannen und erobert. Und wart man bedenken und 
T betrachten der Saföyern untrüw, so si wider die Eidgnossen 
, zd behilf dem herzogen von Burgunnen angefangen hatten 
I und besunders wart man bedenken der merglichen tücken 

dero von Jenf, das si die Eidgnossen und ander Tötschen gar m 
l vast gehasset und gar merglichen widerdries inen getan hatten 
i an herr Jose» von Silliuen, probst ?.ö Münster im Ergow, und 
f an herr Niclausen von Diespach, rittern, die dann in gemeiner 

Eidgnossen namen als betten zem kiing von Frankenrich 
y geritten warent, und do si am harusriten wider gen Jenf m 
Lbament, do wart inen gar gros smach und widerdries mit 
f Worten und werken erbotten, und sunderlichen herr Niclaus 



3. Hessen, diu mHn. - ". etlich fehIL — 9. do fehlt. — 10. ouch fehlt. — 
und zeichen fehlt. — 11. da wub fehfl. ~ 12. wisen fehlt. -~ 13. rat wer- 
den. — H. fürer fehlt. — 16. Do wart man bedenken der S. untniw 
wider gemein Ylias. von inen inenigvaltiff beschechen und besonder 
wart man betrachfen. — 30. der von. — 2l. «ar fehlt. — 22. nämlichen 
an herr. — 24. nnmen zum künf; t^ritt«n waren und da ai wider 
hanis gen Jenf kamen, do wart inen groe amaeb mit worteu und. 

') Rhone. — •) Von Moi^sb nach Genf aind es etwa 48 Kilometer oder 
10 Laufatunden. Demnach sind unttr einet Meile 13 Kilometer oder 2'/« 
f Wedstunden zu veretehen. Vgl. hierflber H. Wattelet in den Freüjurger 
I fiesehichtsblattern I, 45-48. — ') Aus Edlibacha sehr kurzem Bericht 
T (B. 147) Über die &oherung der Wadt lAsst rieh eutnebmen, dass Eans 
t Waldmann Führer der Zflroher war. Die T.igsatviiinK halle am J7. Oktober 
r den Auaxug angeordnet. Alisch. H, 561. 



312 



1475 



von Diespacli, den fürtent si gevaugen umb von einem zii dem 
andern, als ob er ein schedlicher man were gewesen, on alle 
ursach, und kament mit grosse» listen us der stat') von Jenf, 
Das alles lag denen von Bern und andern Eidgnossen vast 
5 in, und was iederman geneigt gen Jenf zft ziechen, und wart 
man also genieinlich und eiiihelliclicb ze rat, das man ie dar- 
ziechen und si mit gottes hilf swarliclien strafen und semliclien 
schaden, schand und smacheit an inen rechen wolt'). 

In dem wurbent die von Jenf an die von Bern und ander 

iij Eidgnossen und begerten inen ein sicher geleit zu geben zQ 
inen und wider au ir gewarsami, so wottent si zft inen kouien 
und sich verantwurten, und bettent si inen i'itzit anders getan, 
dann zimlich were, das woltent si inen bessern und ablegen, 
mit gar vil frQntlicbor und süsser worten; das geleit inen 

10 ouch geben und zugesagt wart. Und also kament si mit einer 
gar treffenlichen botschaft von geistliche» und weltlichen zer 
Morse: do gab man inen zi\ erkennen die schand. smacheit 
und untrCiw, so si den Eidgnossen in mengerlei weg zu behilf 
dem herzogen von Burgunnen und sunderlich iren hotten, als 

IQ davor stat'), getan hatten, und das man ie semlichs an inen 
swarlich rechen und darumb strafen wolt; si begerten daruf 

I. umb fehlt — 3, mit grossen FOrgi'ii um 

and anderi lag. — vaat ob. — 5. ziüclinii, . 

nn inen zu reeben und sie nach irvm \ i-r 

Das gar vil tteffenlicher liiten, geistliili 

Morse xü gemeinen EidgnoBsen kament. - ii. gcwiti&iiiie. — /.ii uieu 

komen und fektl. ~ Vi. üUit. fehll. — 14. giu- bitlichen und a{i»icn, 

— 15. Und iit da«, da kament. — 16. gar fehlt. — 2U, miui felilt. — 

21, and sie darumb. 

t) Am 6. Tier.. 1474 und nacliber noch einmal sandle Bern an den in 
Fraukreieh nbwesunden N. von Dieabaeh die Warnung, dasa er sich auf d« 
UeiinreiB« in acbt nehmeu soll. Stadt und Biscbof von Gent hätten Kwar 
die »erbindüclie Zuaicherung gegeben, das» er Genf siclier pausieren kflnnte. 
Teut«ch Hisa C, 319, ,^51. Worin die ihm xUffefUgt« Beleidiganf; bestand, wisaen 
wir nur vnn Schilling. Bern forderte biefSr im Januar Ui5 iiiiht weniger als 
12,000 Old. SchadeDersotz. Gingina, D<!p€cheB des ambasaadenrs milanais I, 
S, 10 und 15. — ') Eine solche EioiKkeit war denn doch unter den Trappen 
nicht Torhanden, wie Schilling glauben machen will. Die Bemer Hauptteut© 
schrieben am 24, Oktober aus dem Felde, das» die Freibur^r nicht Lust 
hatten gegen Genf zu ziehen. Abscb. 11. 566. Auch der Freibnrger Hat 
™..i,-t„ A j — „; j solchen Zupc ab. Zwar erklarte der Berner 



i-.if.'ii. - !^ 



4 Ulis 
Titel - 



mahnte dn 



Rata 



L ST. L 



dieses ruhig verhalt« (Bats-M. 18, läa),. suchte aber zu gleicher Zeit die 
Freibarger von der Notwendigkeit der Bestrafung Genfs zu Überzeugen: ea 
»*re ebenso wenig recht, wenn die Freiborcer sich von den übrigen Eid- 
genossen trennten, wie wenn Genf ungestraft bliebe. TeutPch Miss. C, 604, 
508. Hodt I. 546. Vgl. Witte. ZQOIUi. ST, X. 236 f. — ') Anspielung auf die 
soeben erzfihlt« Miskhandlung des Nikiaus von Diesbach. Auch im Verlrag 
mit Genf vom 29. Okt. ist hievon die Rede. 



prlrag 



1475 



313 



äugendes eich von inen mit einem bescheidnen brantschatz 
henögen zu lassen und tatdnt vil inredc und entBchuldigungen, 
die ganz nnverfenglich und nit wert warent. Also wurdent die 
houptliit gemeinlicli und ander rate, die bi inen waient, be- 
trachten die vientschaft, das daun das gemein volk zft inen « 
hat, solte man also in einem semlichen zorn hin gezogen sin, 
das es dann ein ganze Zerstörung der stat were gewesen, und 
hette der unschuldige des schuldigen m&ssen engelten, und 
siinderlich so wer euch der menigvaltig gros gotsdienst, so 
aiweg zft Jenf gewesen were ouch zerstört worden; darzft i" 
hatten ouch die Tiitschen kouflüte von Niirenberg und ander 
des heiligen richs statten gar vil ir gftts zfi Jenf, die dann 
ouch mit denen von Bern und andern Eidgnossen in göter 
früntschaft und dem heiligen nch verwant warent, die man 
ouch nit gern schedigen, noch das ir nemon lies; so wurden u 
ouch die von Bern betrachten, solt semlichs also beschechen 
sin, das si dann umb ein nierglich gülte an iren zÖllen und 
geleiten ouch komen werent. 

Von semlicher und ander inerglicher ursach wegen wart 
man zu miltrung bewegt, und vordret denen von Jenf am m 
ersten fi'ir semlichen frevel, echand, sinach und schaden, so 
gemeinen Eidgnossen und den iien zem dickem mal begegnet 
was, hundorttusent güUlin; das nani si gar unbilüch und mein- 
tent, si hettent ein semlich hart straf nit verdient, so were 
es ouch in irem vermügen nit, dann die riehen und gewaltigen es 
von diser kriegsl/iufen wegen werent alle und der merteil mit 
irem Übe und gftt von Jenf gezogen. 



2H. Wie die Sachen mit deneu rou Jenf berlcht 

warileut roii des braiitKOliatües wegen. 

Und also nach vil rede und widenede von einem an das n 
ander gebrucht, do wurdent die sachen also abgerett und 
betedinget, nämlichen, das die von Jenf deneu von Bern und 
andern Eidgnossen mit denen von Friburg und Solotern fiir 
eemlich sachen geben und usriehten sollen zwenzig und sechs- 

1. «ich fehlt. — 4. batracbten den Unwillen, so daj<. — 6. hin in 
gezogen. — P. bü alweit icü Jenf gewesen wete fehlt. — II. ander gar 
ein merglich ^üt. — IT. da» li uinb ein rtos giilt. — 19, ursauben. — 
21. für aemlicb emach und Bchand, ali hievor stat, hunderttuaent 
Riän^chei güldin. — 27. von der etat gebogen. — 29. von semlicher «n- 
gpraeh wegen. — 30. mengerlei red. — Ü2. den von. — 38. den von. 



314 



1475 



tusent Hünsclier giildin, zu etlichen zilen und tagen, die danu 
darumbe gemacht und gesatzt wurden ; das was gar ein grosser 
abslag nacb der vordrigon anmütung, darzü solten ouch si von 
ir stat vier die richesten man zu bürgen geben und in die 

5 beiden stette Bern und Fribnrg logen, bis das die summ be- 
zalt wurde, das oucb von inen beschach'). Es wurden ouch 
etlioh sunder personen, so ansprach au si hatten, oiich ab- 
getragen, üo wart ouch den houptlCiten und andern gewaltigen 
von atetten und lendern ein merglich und gros summ geltes 

D geschenkt, das si ouch williclichen namen und nit versmachten, 
und wart aber dem gemeinen man nit, die dann stat und land 
als wol und me dann die gewaltigen müssent behalten. Das 
bevilhen ich dem almeclitigen gotte, der weis iedernian nach 
sinem verdienen zu belonen. 

II Und also giieh bald darnach, do wurbent die von Jenf an 

die von Bern und Friburg, das man die biirgen heim und ledig 
lassen, so woltent si der abredungo und bezalung erborlichen 
nachkonien zu den abgerettcn tagen und zilen, und tribent 
das als vil, das inen semlichea verwilliget wart in semlicher 

1 guter meinung und vertriiwen. das si irem zCisagen, glüpten 
und verheissen soltent sin nachgangeu, das aber an inen alles 
verloren und den merteil nit gehalten wart. Dann do die erste 
bezalung kam und dennoch lang darnach, do wurdent von 
denen von Jenf nit me dann zwoitusent RUnseh güldin bezalt; 

5 darunder was vil kilchengütes uud gezierde an silbrin crtitzen, 
kelchen, monstranzeu und anderm^), dabi man wol erkant, das 
die von Jenf mit semlichen iren üppigen todingen vorab 
gottes und ouch der Eidgnosson spottetent, dann si doch sem- 
lich bezalunge on beroubunge der kilchen wo! betten mftgen 

' tön. Doch wart es nachmalen an etlichen gerochen, als man 
hamach an der Saföyern tücken und untniwen wol vindet. 
Man müsst ouch umb semlich gelt harnachmals me dann ein 

2. iwar duB wag ein. — 7. die ansprach. — U, ein gros gelt ge- 
schenkt. — II. und wart dem gemeinen man und andern, die es auch 
verdient hatten, gani nit. — die dann etat hia zfi belonen fehlt. — 
15. do fehlt. — 18 beretten. — 19. als Ung, das ea inen TerwiUiget. 
22. merenteil. - 24. RüoHfher. — 31. Saßjer. 

') Der Vertraji rom 29. Okt., abgeachloMeD in Morgea, ist abgedruckt 
in den Abscfa. II, 567. Er enthält auch die Namen der BO^en. Die Eat- 
achädigununsuniuie beträgt 26,000 BaTojriüclie Schtldtalcr. Vgl. die Kntre- 
pri«e8, p. 2G3— 264, wo die Samme mit IJOOD rh. Gld. viel zu nieder ge- 
grilFen ist. — ') Nach Etterlin, S. 201, wurden diese Pfandgegenstände nHch 
Lu^eru gebrat'lit. 



1475 



315 



teding machen, und wart gar nierglich gros unniw mit dem 
, torec'htigen lebeu '), als dann etlictt kneciit von Eidgnosäcii 
darnach hinin zugen und semlichen brantschatz mit gewalt 
weiten haben gereicht, das dennocht von denen von Bern 
undertragen und gewent wart ; doch wurden dieselben knecht 
Bit on merglichen grossen coaten von den Safftyem wider har 
heim betedinget; und wie ouch der brantschatz nachnialn be- 
, zalt wart, das vindet man hamach Iiiter in diser cronick 
geachriben'). 



2'2ö. Das die von Bern und ander Eidgiiossen mit i 
einaiidern geti Losati zuE^ent. 

Darnach zoch man von der Morse den nechsten gen 
< Losan, und wart zer Morse vast geplündert, dann an dem ab- 
I ziechen nam iederman was im werden mocht, wie wol man umb 
[ die ürti nit vi) geben hat. Darzü verbranten ouch die von . 

Lutzern das schAn hübsch slos in der stat, darinne sl mit 
k allem irem volke warent gelegen; und als man gen Losan 
Ikam, do wart man ze rat, das iederman den nechsten heim- 
I zieclien solte '). 

Die vorgenanten vier stette Bern, Lutzern, Friburg und ; 
[ Solotera besatzten ouch mit den iren Iferden und Granson, stat 
[und slos und meinten das mit gottcs hilf zft behalten. Und als 
Y mau nit vil vertriiwens zii denen von Iferdun hat, do wurden 

r stat genomen acht manne von den riebesten und den 
r^ewaltigcsten und in die vier stette in ioglich zwen geleit; i 
lund beschach das darumb, das si dester minder untrHw und 
rverreterie machten triben. Es bestand aber nit laug, dann die 
[von Iferden wurbent gar menig mal an die vier stette, das 

1. wart darumb gar gros anriiw. — 10. ander ir Eidgaossen al . . . . 
zu^nt mit iren panern. — 12. Daraach zugen die von Bern und ge- 
mein EidKnussen mit allen iren panern Ton Moree. — 13. wart ouch 
iu Morae mst Kcplündert. dann maji iucu Tiend wus und nam ouch 
iederman am aowecbeo. — 14. wie wol man den wirten nit vii geben 
bat. — 16. hiibach fehlt. — 19. Titel: Das die von Bern, Lutzerii. 
JTriburg und Solotern Iferdun und Grunaon mit dim iren nach not- 
durft beaatiten. — '20. Die von B., L„ t'r. und S. besatzten ouch in 
dem Iferden und Granaon stett und tdos nach aller notdurft and ali 
man noch nil tu vertriiwens noch gloubens vä denen, — 2ö. deat- 
ininder. 

') (jeher den zur >'aatnacht«sieit U77 ausaelährten Zug des torrechteii 
►Lebenil, oder des Kolbenpanoer«, siehe iint«n die Kap. 3^16— 34-(. — *j Unten 
»"■— S41. — ä) Vgl. Entreprisee. p. 264. 



316 



147; 



man den ireii heim erlouben, so woltent si dieselben und ander 
an ir stat alwegen in kurzem wider darsenden nnd anders 
nit tfin, dann das fromen lüten gebürt und si den vier stetten 
gelobt und gesworen betten. Das tribent si als dick und lang. 

\ bis dieselben acbt manne alle wider zu inen kamentM; und 
do man inen gar wol vertrüwet und man sieb zu inen keins 
argen versach und die fromen lüte von den vier stetten da 
lageut und nieman nit tatent , dann mit inenglichem wol 
lebtent und oueb iederman das sin bezalteu '), do battent die 

> von Iferdun heimlich verreterie wider si angetragen , und 
wurden darnach in einer nacht dieselben fromen lüte und 
soidner mortlicb und schautlich überfallen und mit inen ge- 
handlet, als dann in derselben mortnacht harnach lutcr und 
witer begriffen stat^). 



, 'i'iVi. Das die von Bern und ander EldjernosHen i^cn Rnw uud 
Kuymunt ouch zui^ent und das innanieii nnd ^ewuuneut. 

Nfi darnach zoch man gen Kuw und Röymont und nam 

man das ouch in ') — und gap man menglichem von win, brot 

und andern dingen, des man bedorft. gniig; wie woi inen nit am 

, her:ien was, so mAsten si es doch ti\n — und do dannen den 

1. und ouch ander. — 3. imd si nuch dua (reswOfC hatten. — i. als 
lang. — 5. manne wider höira kament. — 6. gar fthlt. — 7, und die 
aoldner von dun. — 11. nnd ioldaur fehlt. — 14. gemeldet stat, — 
18. Nii M'f- — 20. inen das. — 21. dennocht tun. -- Titel: Du 
die von Be>n und ander Eidgnogsea mit einandem gen Kriliiirz angen 
and imr frdntli(.'h von inen eupfancen wurden. ^ und do QU iMii 
F:il.urg fthlt. 

') Durch Beachluas der Boten der A Stüdte entliess r 
von Yverdon am 16. Nov. Hata-M. 18. _ . . . 
Tbataacheti : Am 10. Nov. musa der Rat in Bern dem Hauptaii 
dun. Albin von Silinen, die Weisung zukommen taaaen, dafS sie die den 
dortigen Bargern garantierten Freiheiten reapektieren sollten. iTentscli 
Mise. C. 630; Rats-M. 18, 148.) Am 16. Nov. werdun die Söldner in Tverdon 
ermahnt *daa si bi irea eidcn nieman nit nemen zi'i Iferden. weder win, 
brot noch anders, danne daa bezalent und welch das nit tetenl, die well 
man strafen ». Rat«-M. If . 159. Und noch am 8. Dez. wird ihnen verboten, 
gegen die dortigen Leut« mit Gefängnis, Raub und auderm vorzoj^ehen; 
die Gefangenen »ollen sie sofort ledig lassen nnd in Zukunft Boltlier Sachen 
mQseig; gehen. Ebd. -S. IST. Die Besatzung hatte demnach nichts getan, 
uro die Zuneigung der Borger sich zu erwerben. — '1 Unten Kiip. 239— 2i3. 
— 'I Schilling berichtet hier ungenau, Hue und Romont waren schon auf 
dem Hiueinmarsche in die Wadt, vor dem 20. Okt. erobert worden, fliehe 
oben S. 310, Anw. 3. Daa Heer wird wohl den Köckweg durch diese Ort- 
schaften genommen haben. Uebrigtna erzählen auch die Entrepriaes. p.265, 
betretfena Romont das Gleiche nie Schilling, 



1475 



317 



\ neelisten gen Friburg, Do wurdent die von Bern und ander 
l.^dgDosäen gar wol und Inintlich enpfangen, als dann ein 
T fründ und brfider den andern enpfachen sol, und noch vil bas 
I gelassen, dann si »chankten iederman insunderheit win und 
iBnders und hatten des grossen und merglichen costen, das 
(man nach minetn bedunken ouch verdienen und nit ver- 
isen sol. 
Und als man samstag vor sant Gallen tag *| mit der 
[ paner von Bern usgezugen was in dem vorgenanten iare, da 
E kam man mit derselben paner und grossen eren wider heim : 
' an aller seien tag*), und was mau villicht bi drin wuchcn ua 
gewesen und bat man in demselben kurzen zite mit hilf und 
L von gnaden des almechtigen gottes gar vil stetten und slossen 
Lgewunnen und erobert mit dem stürm, mit dem swert und 

ers*); dann derselben stetten und slossen namen. als sich i 
Inach gelegenheit gebiirt, harnacb von wort ze wort eigent- 
f lieben gescbriben stand. 



\ 82?. Die namen der Ntetteu und Nlosseii, so man in der 
Wal gewuiinen hat*). 

Item Murten, stat und slos. ^ 

i Denne Cudrifiin, stat und bIob. 
l Denne Betterlingen, atat. 
Denne Stefijs, stat und slos. 

1. Darnach zukch dii' von Bern und Hnder büdgnOBBen mit einiindern 
gen Friburg. Da wurden aj aiu fnintlich und in brCderlichen tnltven 
enpfangen und noch bas geuwsen. — 5. halten dea merglichen costen, 
des man oach nit vergessen boI. Und als mau am «amstag vor at. 
Gallen tae des vorgenanten iarea mit der pani-r von Bern usgezogt^n 
was, da Kam man mit grossen eren an aller seien tag wider heim 
und was man uagewesen drig wuchen und nit me unU bat in dem 
IfurMn zite. — 15. anders, aUharnach stat. — dann bis stand fehlt. — 
15. dann derselben bü gescbriben stund fehlt. — 20. Iteni am erat«ii. 

') U. Oktober. — •) 2, November. Man erwartete in Bern die Truppen 
schon am 1. November. Tautsch Miw. ü, 6IB. Da» aavoTixche Urteil ober 
da8 Geschehene ateht im Promemoria der Herzogin Yolanda an den Kaiser 
Friedrich bei Cbme! I, 311. — ') Bern meldet am 37. Okt. an Marqnnrd 
von Stein in MOmpelgart, dass man in 12 Tagen auf 20 SchlQmer und 
gttldte eingenommen h&tt« iTeutsrh Mi». C, 601); an StratHbnrg ;iwei Tage 
später, dass man dem Grafen nicht eine Hand breit Landes gelasMtn und 
etwa 1600 Mann umgebracht hätte. (Bbd. 8. 606.1 — ') Da« gleiche Ver. 
E^ichnis steht mit einigen Abweichungen in den Boiler Chr. 111, 427—430 
und bei Edlibach, S. IJT, der es wohl aus Schilling entnommen bat. 



318 

Denne 
Denne 
Denne 
Denne 
'■ Denne 
Denne 
Denne 



3.«.4l»v.eWwDenne 
K vgr Denne 



1 Denne 
Denne 
Denne 
Denne 
Denne 

1 Denno 
Denne 
Denne 
Denne 
Denne 

I Denne 
Denne 



1475 

Iferdun, stat und slos. 
sant Martin, das slos'), 
Byole, das slos*). 
Cu8i, das sloe^). 
Font, stat und slos *). 
heilig Crütz, das slos. 
Ecle, stat und sloa. 
Lamathan, das slos*), 
Tschawan. das slos"). 
Laserra, stat nnd slos. 
Murnersi, das slos'). 
Cusseney, stat nnd sloa*). 
Wulleri, das slos"). 
sant Bartholome, das slos'" 
Morge, das slos"). 
Muflling, das slos"). 
Aleuian, das slos'*). 
Mftn, das nüw slos"). 
Mön, das alt slos "). 
Morse, stat und slos '*). 
Neus, stat und slos "). 



6. zem heiligen. — 11. »tat und atoa. - 



I. Miitting. 



1) Tour St Martin, Bstl. Ton Yverdon, nßrdl, van Mollondin. — ») Bi- 
oley-BlagtiouK zwiachen Yrerdon und Moudon. ^~ ') Cugv. westl- TonPaveme. 
Hier tilgt dtia Verzeichnis in d^D Basler Chr. noch da« Schlosa MoJeren- 
Molifere sHdwestl. von Payerne ein. Rodt 1, 532. - •) Font. aQdl. von Estft- 
vajer, am See- — ') La Mothe, zwisclien St. Croir und YTerdon. — '( Champ- 
vent weatl. von Yverdon. - *) Uei Edlibach Munerai, in den Basler Chr. 
Mumerü. Es halt schwer, mit voller Sicherheit die Oertlichkeit zu erkennen. 
Doch dQrfte die OrtschaßMootricher aoe folgenden Gründen XU verstehen sein: 
I) das Verzeichnis folgt, iillerdings mit Abweichungen, im ganzen und gTOSBen 
der Reiseroute der 'n'uppen. Demnnch musa Murnersi, in der Nähe von La 
Sarruz und Cossonoy zu Buchen sein. Montricher lie;tt weatlicb von diesen 
genannten Ortschaften. 2) Besitzer dea Schlosses Montricher war die FamiliB 
de VerKf. welcher ebenfalls Chmopvent and La Mothe gehörte. Da die 
beiden letKtgenaunten SehlOsfer von den Berneru und Freiburgeru erobert 
worden waren, so werden aie wohl daa dritte, der gleichen Familie ee- 
hOrende Schloas nicht verschont haben. Vgl. tiingins Epieodee p. 501. lief. 
Mitteilung von Herrn Staatsarchivar .1. Scnneuwlj in Freiburg. — •) Ooa- 
aonay. — ') Vuillerens, södl. von Cosaonay. — ") St-Barthe"emv, weetL 
von Eehallens. — ") Wohl identisch mit dem nnten genannten Mone. — 
") Vufflena, nordweetUch von Morges. — ") Ällaman, ßstl. von Holle. — 
'*i Mont-Ie- Grand, oberhalb Rolle. — i*l Mont-Ie Vieux, Ruine zwisohen 
Ohatel und Bugnaux, ebenfalls oberhalb EoLlo. Bei Edlibach und im Ver- 
zeichnia in den Baaler Obr. fehlt daa Scbloss. Am 5. Februar 1476 wurde A. 
Herrachaft Mont belehnt (Tentsch Spruch- 
1 Genferaee, — ") Nyon, am Genfersee. 




Denne 
■ Denne 
I Denne 
I Denoe 
t Denne 
f Denne 
Di 

Denne 
Denne 
Denne 
Denne 
Denne 
Denne 
Denne 
Y Denne 
Denne 
Denne 
Denne 
Denne 



1475 

sant Sorgen, das bIos'). 
ßoppet, etat und slos*). 
Bayoge, das alos*). 
Etscherling, das slos*). 
Bemont, das slos^). 
bilden, stat und slos'). 
■, stat und slos'). 
Etalling, das slos^). 
Bossenung, das slos"). 
Tachattee, das slos '"). 
Warmw. das slos"). 
Uftymont, atat und «\os^*), 
Ewerde, das slos"). 
Wippingen, das slos'*). 
Erling. das slos "). 
Bont, das slos'*). 
Solipier, das slos "). 
Montenacli, stat und slos'"), 
Granckort, das slos"). 



I Und nachdem sich dann die von Fiiburg in disem zuge i 
mit denen von Bern und andern Eidnossen gar erlich und 
frßntlich hatten betragen inmasaen, das inen am eraten von 
Burgunnem und Safiiyern me dann andern getr5wt wart, es 
wurde ein leger für ir stat geslagen und der herzog von 
Burgunnen wolt an inen anfachen '°), do wart deshalb von inen « 

') St-Cerguea. nordweatl, von Nyon — ') Coppet, zwiathen Njon and 
Oenf. — ') BiToyB. Büdöstl. von Orbe. — <) EchatlenB. — ») folmunt. südl. 
»on Yverdon. — •) Moadon. — ') Eue, sildl. von Moudon. — ') ÄttaleoB, 
nördl. von Vevey. — •) BossonenB, nördl. von ÄttiilenB. — '•) CbWel-St- 
Deniä, nördl. von Vevey. — ") VanlmB, weatl. von Bulle. — '•) Romont^ — 
■■) EverdDe bei Bulle. — <*] Hier lanse ein Irrtum vorlief(en. Denn Wipping:en- 
Vuippena, nördlich von Bulle, gebort« dazumnl der Fumilie Vui^penB. Rudolf 
von Vuippene war von 1471—73 Scholtheiaa von Freiburg und apielte während 
der Burgunderkriege eine hervorragende diplomatische und tniliULriaclie Bolle. 
Von einer Eroberung det «einer Familie geliSrendeii Schlosaea kann denmach 
^wias keiue Bede eein. Vgl. J. J. Dey, La chroniriue d'Everdea etVuippen» 
m Memorial de Fribourg U, p. 172. — i") Erling kann nicht, wie ea in den 
Baeler Chr. III. 8. AaO geschieht, mit Echarlena bei Buile identi&dert wer- 
den, sonderu iet Iltena oder Illingen (Irlain odpr Irlin), Bei Eeharlena 
la«3t «ich nämlich kein Schloss nachwelBeii. Da aber Illingen bereits seit 
dem Januar 1473 im Besitze der Bemer und Freiburger sich befand, bo 
kann an eine zweite Eroberung im Oktober nicht gedacht werden. — '*i Pont 
en Ogoz an der Saane, nCrdl. von Bulle. — "| Surpierre, uordöettich von. 
Moudon. — '*) Montagiij, Ostl. von Payerne. — "I Grandcourt westl. toh 
Avenches. — •*! Vgl. im folgenden Liede die 7. Strophe. 



gar ein erlicli lied gernaclit, als liariiacli von wurt ze wort ge- 
schribeu stat. 

338. Hienacli »tat elii lied, Aas tou denen von Friburg 
gemacht wart.') 

; Mit geaaiig vertrib ich min leben, 

von tichten kan ich nit lan, 

darumb mir stutt hand geben 

die schilt, ich an mir han*), 

das ich mich dester bas müg erneren 
, und erlich kum gegangen 

für füreten und ftir herreu. 

Darumb ich gern rette 
das beste, das ich künd, 
das got ven himel ivette, 
I daa ich wer recht besint, 

das ich in geben kt'md die 1er, 
das si nü möchten genesen 
als vor dem Welschen her. 

Die püntnüs ist gar wit erkant,*) 
des man sich gar wol frfiwen mag, 
ein stat in Oechtlant iit 
zfl vordrest an dem hag, 
Friburg so ist sie genant 
und ist ein rechter slüssel 
zu der Eidgno&sen laut. 

Man sol sich Friburg fröwen, 
wann es ist manheit vol, 
es stat vast als die l&wen, 

1. nh hurnacb Btut. — 16. It&ndi- ler. — 21. Hl in Oochtlnnd. ■ 



<) Abgedrackt bei Liliencron 11. ßP— 71. — 'j Veit Weber betaas 

. WappeiiBchilde von Freiburg im Uechtland, Biel. Zünch und ebenfall« von 

BaBet; im Woclienausgiibenbiirfi 1480 nabbato ante Dion^irii {Stnataari^iv 

Baael) st«bt der Eintrag: item 10 fl umb ein üchilt Heinrieb Sehacben (da- 



mals Gotdacbmted in Basel) Machenkt Vyt Webet. Gef. Mitteilung von 
Herrn Dr. Rndolf Wackei-nHoel. Durcb diese Scbilde <frolIte «rieb der TrSoct 
e Liliencron II, 69 wohl richti); deut«t — als BSngcr der betreffenden 



StAdte legitimieren. Das Näbere hierüber im Anzeiger f. schweii. Uescfa. 
1Ö96. 8. 406. — ') Die Verbindung Oesterreichs und der niedern Vereinigung 
nüt der Schweiz. 



1475 321 



darumb ichs loben sol; 
wo man ein stürm wil vachen an, 
so bat es frisch gesellen 
alweg fomen dran. 



Die von Friburg ich prise, 5 

ir lop sich teglich mert, 
mich dunket er sig nit wise, 
der es nit gerne hört. 
Umb gerechtikeit und ouch ir ere 
band si gar vil erlitten 10 

und tetents furbas mere. 

Friburg, du bist ein kerne, 
an wisheit dir nit brist, 
man hat dich alzit gerne, 

als lang du gestanden bist. 15 

Darumb hüt dich vor ungefel! 
Ich bitt got und sin müter, 
das dich kein riss nit snel. 

Und wil der herzog komen 
voti Burgunnen, als man dann seit, ^ 

so han ich wol vernomen, 
du werdest von im beleit; 
darumb stell dich in ganze wer, 
lad din guten buchsen 
und schüss im in sin her. i^ 

Gar werlich sind die muren 
mit turnen wol unibstelt, 
das gold lass dich nit truren, 
das dir doch teglich velt. 

Du buwest tum und bolwerk gut, bo 

darumb dir der Burgunner 
keinen schaden tut. 

Friburg solt nit erschrecken, 
du bist alzit wol gerüst, 

du hast doch wol gesechen, as 

wie Nüss sich hat gefrist, 

7. er si. — 10. alweg vil. — 84. gar wol. 

21 



and Ut, gein dir ein kindesspil! 
Dennocht hat es verderbet 
der Walchen also vil. 

Sin iDÜt hat in betrogen, 
den er hat geslagen an, 
kern er für dich gezogen, 
ee m&st im anders ergan ! 
Man wurd im scheren angenetzt 
mit scharpfen hellenbarten, 
die sind uf in gewetzt. 

Wer Friburg meint zu gewinnen, 
der hat ein tummen mftt; 
ir graben, muren, zinnen 
sind vest und darzü gut, 
und Wenns der Walch stürmt über not, 
als vil er Kit mAcht bringen, 
man slfig ims al zCi tot. 

Ich weis ein fries tiere, 
der ber ist ers genant, 
er kern gezogen schiere 
und tet im hilf bekant, 
wann der Burgunner Friburg beleg, 
er brecht vil iunger beren, 
die sl&gen in hinweg 

Bern, Friburg sind zwen namen, 
und ist doch nun ein stat, 
ei band gros Hebe zäsamen; 
was ein die ander bat, 
das ist ir nie worden verseit; 
einandern si nit lassen 
in lieb und ouch in leid. 

Solotern kern bald gegangen, 
wann es lat Friburg nit; 
Biel hot ouch dar verlangen, 
wann Friburg leid beschicht; 



n BlSgn im alle le tot,*^ 



Murtön, Burgdorf und Loupen vest, 
Arberg, Arow und Olten 
brechten ouch gut gest. 

Und sus al Eidgnossen 
in stetten und uf dem land 
wend dich. Friburg, nit lassen, 
als ich von inen verstand ; 
Rapperswil, Baden und M'intertur, 
FröwBnvelt, Brück, Schafhusen, 
Rotwil Sechen vast atrr. 

Wenn Friburg Zürich verechribe 
und wie es were beleit, 
nit lenger es beübe, 
IjUtzern wer schier bereit; 
die zwo stett hand gar manlich liit, 
si kement zu dir gegangen, 
und gult es inen die hüt! 

Von üre der grim stiere 
der rieht uf sin hörn, 
er kern gezogen schiere, 
es tet im also zorn ; 
wenn Fribui'g beschech ein widerdries, 
in mÖcht niemand beheben, 
Burgunnen er nidersties. 

Switz kern selb ungeholet, 
Friburg wil es nit lan; 
ir paner ist gemolet 
mit gottes üden fron'), 
ein Spiegel aller cristenheit, 
darmit ttind si vertriben, 
was inen tut zö leit. 

Ein ort heist Underwalden, 
das hat von volk ein kern, 

3. die brechten. — 4. a 
— 10. Kotwil fehlt. 
24. tiur^on. 

') Dm Ereax im Wappen von Schwiz. Im Gransonlied (unten Kap, 
>, Strophe 2) findet dch die gleiche Anspielung. 



3-24 U73 

E'ie ~ia "TAiir Tiulea ör :p'«nicn 
iie "v^^si 3iii:a -nraitr irr*ür. 

TTitt -Tann •*::• tt-^t? >=itär 

iie 3etüi oiiUi ii:*:n Lj-zr^ri^itrii 
-?•.• .lar "Ji i.'.Lr:er ?nntt. 

Mim ii'r??" iannin iir nüntr^ 

Tann J^tbiin: irre: ii.«T 
irfn ■?=i' rir de jn ?»M^nni*. 
bkr iniier mii iürr •■-».r 



n Tirrea. Li» -ijc=. irar. 






~'ji 11 -±:=- zur -in -siIet ^ 



1475 

Darumb solt nit erschrecken 
und keinen unmät han, 
ich weis noch vil der kecken, 
die wend dich ouch nit lan, 
die alle in pund gesworen hand ; 
Brisgow und das Elsas 
und ganzes Swobenland. 

Mich dunket in mineni sinne. 
Friburg sie also vest, 
und belegs der von Burgynne, 
es tet allein das best, 
und ob es kein entschüttung wist, 
mit siner eignen crafte 
es sich wol vor im frist. 

Der uns dis lied nü hat geticht 
von disem pund so cl&g, 
er hat sin sinne daruf gericht, 
er well uns singen gnfig: 
Vitt Weber ist ouch ers genant, 
das lied schenkt er mit willen 
Friburg in dem Oechtland')- Amen, 



329. Das die stat Vffls insenoiiieu nnd geplündert wftrt. 

Und als man in der Wat was*), do zugent etlich from 
} lüte von Obersibental und andern enden gen Vifis und 

weiten inen ouch danken der smach und schänden, so si denen i 
> von Bern, iren herren, und andern zii mengen malen mit worten 
und werken erboten und ouch uncristenlich sachen von inen 
gemolet und ufgeslagen hattent'), und nament darumb die etat 

17, «inn. — 22. um ersten ingRnomon und gaiii. — 23. uinn dennocht. — 
24. Obersibental . Sanen und andern der Ton Bern gebieten gen. — 
28. atat ViSs iu iraA eutp1ündert«n die ganz. 

') Wohl für dieses Gedicht wird Veit Weber im Jahr 1476 mm Rate in 
FreibuTK 100 a. für ein Kteid erhalt«» haben, von denen in den Stadtrechnun- 
eea die Rede ist. Ochsenbein, Die Urkunden der Belaeerung und Schlacht von 
Murten. S. 60ä. Im Jahr 1480 erhielt er noch einmal das gleiche Geschenk, 
ebd. S. 654. Veit Weber starb, wie im Anzeiger ffir-ac'hweiz. Geschichte 
1898. S. 407 Tiachgewieaen ist. um Pfingsten lim in Bern. — ') Also in 
der zweiten Halfle Oktober. Vgl. Witte, ZGORh. NF. X. 230. — •) Siehe 
Kap. 200. 



326 U75 

in und plilodertent die'). Darnach*) wart dieselbe stAt aber 
gewimnen und veibrent. desglich ander stette und sli^sser in 
deraelben art ouch und wurden darinne gar vil iQten erslagen 
und erUit und wart inen ir rechter verdienter Ion, dann si 
> sich gar bosclich gehalten und iren ganzen trost uf den her- 
zogen von Burgunnen gesatzt hatten und woltent die von 
Bern, noch die iren, nit schetzen. 



230. Das die vou ßeru mit dem bischof und dem lande 
Tou VCallis einen ewigen band niacliteut.') 

1 In dem iare, do man zalt von gottes gebiirt 1475 iare, 
an dem andern herbstmonat. als man in dem velde lag, mach- 
tent die von Bern mit dem bischof und gemeinem lande von 
Wallis von allen zechenden einen ewigen pund, das si ein- 
andern zu enngen ziten mit üb und gät s6llent bebolfen und 

2. verhrfint. — 3. und darzii gar vil iüten eralo^n und ert^t, damit 
inen ir rechter verdienter Ion wart, iUdd si sich gar «cfaantljch getuilten 
und itUeu iren troat. -- 8. irii.nzen lande. — 10. In dem iare fehlt. — 
14. Büllent. 

') Ikidt I S. S(il ff. Freiburg verwandte sich am 6. Nov. bei Bern fflr 
ViÖH, Am 15. Nov. ergiene an die Leute von Saaaen der Befiehl 'vod der 
von Vifia wegen, das si £e fürer umbekttmbert laaaen des gelta halb, »o 
Hi von inen vermeinen lü haben, angeiechen den lügefögten echaden •. 
KttU-M. 18. ISS. — ■) Siehe unten Kap. 283. — ») Die erste Andeutaag 
über eine VerbindunK zwiHchen Wallis und Bern enthUlt das Hatfl-M. vom 
14. Des. 1474: • von lier buutnüs wegen ze Wallia >. Auf einem in Frutisen 
ahgehall^nen Tage — er war auf den 29. Januar 1475 angesetzt — warden 
die Grundlinien dea BUndnisses gezogen. RatS'M. vom 18. Januar 1475 und 
Teiitsch MiM. C, 418 und 403. Von nun an öberaendet der Rat dem Bi- 
Hchofe h&uäge Mitteilungen Qber den Gang der Kriegsereignisae (Teutech 
Miss. C, 442, 510, 521, 523, 537. 539-41), während die Verhandlungen «war 
nicht ruhten, doch zurQekgehalten wurden. Auf ein tHundliehea Anbringen 
dea Bischofs sandte man im Mai den Niktnus vou Die«bach zu weitern 
Unti3rre<]uDgen ab [KatS'M. 17, 98], worauf neue VorBchl&ge dea Bischot« 
einlangten (ebd. S. 139), die man dem abwesenden SehultSeissen aur Be- 
gutaoblung zusandte (Teutaeh Misa. C, 476, 4D7|. Erit Ende August ist dann 
von dem WalliBerlllndnia wieder die Hede (Bats-M. 18, S. 61. 65, 66, 71). 
Eine erneute Zusammenkunft in Leok brachte den Bund am 7. Sept 1475 
xuKtunde, der im Archiv fUr Schweiz. Geschiühte III, 216 vollinhaltlich, in 
ditn AbHch. II, 560 ausziiOBweiae abgedruckt ist. Ursachen xum ZerwSrfliis 
Kwisohen dem Biichof Walthcr Supcraox (auf der FlDe) und dem Hanse 
Savoveu bilden die Weideatreitigkeiten «wiacben den Gemeinden Sari&ae und 
Cuntney und der bekannte Rudolf Aguerhn-Handel. Siehe hierüber Gingins 
im Archiv f. «chwei«. Geschichte 111. 113-1,14: er begeht aber den Fehler, 
lim UOndni« zwischen Bern und Wallis um ein Jahr zu fiüh anzuaetten; 
a. a. Ü. S, 1»7. Vgl. eum Ganzen Witte, ZGORh. NF. X, 105-108. Die Aiis- 
weohslun« des Instrumentes tänd anfangs Oktober zu Leuk statt (Rata-K. 
XU, 07 und Teutaeh Misa. C, 562 und 568) und am 15. Oktober beachwoi man 
in Dem den Bund (RatB-M. 18, 122), der durch einen vom gleichen Tage 
datierten BeibrieF erlliutert worden war. Abach. 11. 563. 



1475 



327 



beraten sin wider alle forsten und herreii, die dann dewederen 
teil an irem übe oder gut schedigen weiten, nach wisung der- 
selben ewigen geawornen pbnden, die dann von allen teilen 
versigelt sind und das gar luter inhaltent. 



331. Das die von Wallis der Saf&yeru ob drühnudert 
mannen vor Sitten erslägent. 

Do nü die von Bern den ewigen pund mit denen von 

Wallis gemacht und beslossen hatten, do wurdent si von der 

herzogin von Saföy und ganzer landschaft gar in mengen weg 

angereitzet, das man ie mit inen kriegen und widerstand tön n 

müst, dann si es mit dem herzogen von Burgunnen wider die 

von Bern und ander ir Eidgnossen gar vast hatten und im 

in allen einen Sachen gar mergliehen zäschäp tatent. Also 

m&ntent si den bischof und gemein lantlüt von Wallis nach 

I sag derselben geswomcn piinden'), das si inen wider die Sa* i 

I fSyer, ir offen viend, die ir eid imd ere an inen gebrochen 

' hatten, beholfen imd inen selber ouch Schadens und kombers 

vor werent, dann die Saföyer gar ein grossen schrecken und 

Unwillen ab dem punde, den man mit inen gemacht, gewunnen 

hatten, des sich auch die Wallisser wot versachent und sagten i 

. denen von Bern gar trostliehen zCi und meinten an irem ende 

l ouoh das best ze tbnde und sich nit erschrecken lassen. Dann 

\ der bischof und lantliite von Wallis vorhin oueh ein grossen 

L Btos mit den Saföyem hatten, dester geneigter und hitziger 

rsi zfi den dingen warent, und zugent also us für Sitten und i 

l'Gundis*) hin wider die Saffiyer, si an irem libe und gftt zu 

2. s;nem libe. — 3. ewigen [lünden. die doM und anders rar luter 
inhall«n. — 5. Daa die von Wallis und mit inen etlich von Bem und 
trauen nie dnnn drühundert man vor Sitteu er«Iügent — 14. Dach lut. 
— 18. dann ouch. — 21. vermeinten. — 22. Danu die von Wallis. 

') Am 13. Oktober bMe Bern dem BiEcrhof vun Wallis die Mahnuu); 
1 mkommen laesen. sich mit Macht zu riiäten, um • uuf unaer fürer verlciia- 
T den in Safoy zu liechen». Teutscb Mies. C. 574. Diese i weitere VerkÜudung > 
I iiber erfolgte nicht und bo konnte Uem mit Hecht am 30. Okt. behaupten. 
[ daes es weder müiidlicb noch »chriftUcli den Bischof lum Kriege gegen 
I Savoyen autgefordert hatte. Es ervucbte deshalb die WalliaeT. namentlich 
I aus llnckticht fUr Freiburg, um Eioatellung der Feindseligkeiten. Ebd. S. 
1 612. Am 10. November anerbietet Bem seine Vermittlung zwischen WalUa 
I und Savoyen (ebd. S. 627, 631) und auch nach dem ffiega der Walliser 
l wtzte es seine Bemflhun^n in diesem Sinne fort. (Elxl. 644, 645, 647 ; 
\ Rats-M. 18, 158.) Aue ScIullingB Durstellung läast sich dieser Sachverhalt 
L Bieht erkennen. Witte, ZGORh NF. X. 908. - ') Conthej, eine Stunde wert- 
"' " on Sitten. 



328 



1475 



schedigen. Es warent oiich bi inen von Obersibeiital und von 
Sanen wol sechzig endlicher mannen, und fürent also in dem 
lande umb und tatent grossen schaden. Und nachdem dann 
die von Bern und ander Eidgnosscn mit iren machten wider 

!• 115 dem vcldo und heim gezogen warent, do machtent sich der 
bischof von Jenf und ander landsherren') in Saföy mit einem 
grossen meehtigen volk zu ros und ffts ztlsamen, wol iif aeht- 
zechentusent ') und kament über aant Bemhartsberg*) und 
zugen uf beiden siten dem Roten wider Sitten zfl, und er- 

1« zöugten sich an einem berge gar fr&tich an mentag nacli 
sant Martins tag des vorgenanten iares den ganzen tag'); daä 
mochten die Walliser und oueh die von Obersibental und von 
.Sauen nit vertragen, und machtent sich zAsamen und ilton 
den vienden nach. Do zugent die viend angendes ouch gein 

1.-. inen gar mit grosser macht, und also wichent die von Wallis 
wider hindersich bis wider Sitten zft; do hattent ei ein volk 

tund hfit Verstössen, die brachent von stund an uf, desglich 
die andern mit inen ouch tatent und liiffen gar mit grossem 
ernste und unerschrockenlich an die Saföyer. Die nament 
angends die flucht, und ilten inen nach uf ein halbe mil und 
slügent ir dozwüschent vil darnidor bis an den abend spat, 
das man nit me tags hat, do zugent si wider heim gen Sitten, 
Ch 
jpi 
(J< 
St, 
h 
de 



1. und StLDCD uach ordnimg der von Bern necbüg werlichnr maiuie)i. 

— 3. gTOBMn und inerglichen. — 7. ala man eaat lii uchtzechentusent 
mannen. — 9. des Rotten. — 12. and aundcriicn die von Obersibental. 

— 14. ouch augendfl gegen inen, ouch mit growen machten. — IG. bis 
fehlt. — 17, und Uüt fehlt. — brachent nach ir Ordnung. — 18. die 
andern oach taten tind wunderlich die von Oberaibentftl und Sauen, 
die »ich gar manlith hielten. — gar fehlt. — 19. unerschrocken an die 
Ttend. — SO. da, ilten si inen nach nie dann. — 21. bis am. 

'1 Das VerzeichniB der teindlichen Anführer steht bei Knebel, Basler 
_hr. 11, 319. — •) Diese Zahl dürfte weit öbertrieben sein. Gingins 
spricht von 7000, Rodt von 10,000 Savoyern. — ») Der Bischof von Genf 
(Johann Ludwig von Savoyen) kam selbstverständlich nicht Dber den Kleinen 
St. Bernhard; Schillinos Angabe triöl nur fllr diBiBaToyisclien Hilfstnippen 

■ ~ "äcBluchtberir"-' '-' -"— "- "'— -'- ^ ' 

. B ■ " 

S. 139; Episode« p-ffl 

tage EID Bern, abgedr. bei Knebel, _....,_... 

Baaler Chr. Iil, 319, Edlibach, S. 148, Witte. ZGORh. NF. X. 231 f. Dieaem 
Siege war eine Niederlage der Walliser voran Begangen, von der Schilling 
nicht spricht. Am 10. Nov. n&mlicb drücken die Berner den Wallisem ihr 



I 



den Quellen zur Schwei^iergeBcbichl 



irtSe 1 




147G 



32» 



'Ttnd brachten mit inon ob hundert und zwenzig giUer reisiger 
pferden, ouch vil guter cloidern, gold, silber und köstlichen 
harnesch und darzü fünf venli'), die si inen augewunnen. 
Eh wurden ouch der Safftyern erslagen ob drühundert mannen*), 
darunder etliche mechtig herren und vil der edlen warent, 
und bleip uf der VValtissern teil nit me dann zwen man. Der 
bisehof und lantlüt von Wallis schribent ouch nachmalen denen 
von Bern, und dankten^) inen gar friintUch von der Bechzig 
mannen wegen von Obersibental und Sanen, dabi man wol 
verstund, das si sich gar erlich und manlich gehalten hatten. ' 



'i'i'2. Das die Ndweustat oncli gewannen und 
manllchen erobert wnrt. 



> Darnach an dem Sonnentag reminiscere in der vasten 
pi dem 76. iare zugent aber die von Wallis ua mit den houpt- 
hiten und soldnern von Bern, die bi inen zu sant Hauricien n 
nnd an andern enden warent zer Niiwenstat ob dem slos 
Tschilliun und warent ir bi vierhundert werlicher mannen und 
gewunnent die stat liberhonpt und erslügent darinne ob fünf- 
hundert mannen, den merenteit Safßyer'); darunder warent 
[_etlich frßmbd soldner ouuh, denen dann ir rechter sold und *> 

1 KÜte'' fossen. ~ 5. herren und edelmunn waren, dann der recht odel 
nnd kern von Saföy an dem ende bi einandem was und hatten rieh 
unch eigentlich vtirsechen, dos le,nd von Wallis mit einandem zu ge- 
winnen nnd ganz umbwbringan nnd nicintent des ouch sicher nnd 
ganz gewiss zu sinde. Doch bubent Ton WollisBem nit ii 
maD tot. — 11. Kap. 232 fehlt. 



e dann z- 



■) Der Bischof spricht in «einem Briefe an Bern nur von 2 FiLbnIein, - 

i 500 nnd mehr, sagt der BiBchof von Sitten in seiner JahrzeiUtiftuug. 

rchiv f. Schweiz. Gesch. 111, 225; 600 in Basler Chr. III. 8. 430. — •) Der 

Ulk ist enthalten im Briefe vom Schlachttage, abgdr. bei Knebel, Biuler 

ir. 11. 317. Auch nachher duldete Bern den Abmarsch von Freiwilligen-, 

_JS verlangte am 16. Nov. von diesen, dass sie sich einen Hauptmann wSMen 

imid ihm gehorsam sein sollten. Teutacb Miss. C. 637, t!47: Bats-M. 18, 157. 

I Berns GlGckwtinBchsubreiben an die Walliser Teutsch Miss. C. 637. An 

Basel meldet Bern den Sieg «mit frßuden, dann es nit bAs si ftir uns al>. 

Bate-M. 18, 155. Der Bischof von Wallis erhob den St. Brieciustag, den 

13. Nov., ta einem ewigen Fest- nnd Feiertag. In dem Stiftungabrirt wird 

eine kurxe Schilderung der Schlo^^t gegeben. Archiv 1. schweii. Gesch. ITl, 

223 ff. — *| Vgl. Ober die Eratflnuung von Neuenstadt (Neuveville) bei 

t'hillon, die am 10. MSrs stattfand, die Angaben bei Knebel, Basler Chr. U. 

376 und Rasch, ebd. lll, 325. Doch giebt Schilling die Zahl der gefallenen 

Feinde um 100 ta hoch an. Am 19. M&rz danken die Bemer dem Bischof 



aso 



1476 



Ion wart, dann si das au denen von Bern und den iren wol 
vei-dient hatten mit schantüchen und lästerlichen werten und 
werken. Ir ertrunken ouch in dem sew gar vi! und boschach 
von gottes gnaden sust nie man nit. 



s :!33. Aber tou einer aaäeru grossen slacht, bo die von 
WhIHs euch tateut. 

Uf mitwochen in den osterv ir tagen ') iu dem vorgenannten 
76. iare, kam gar ein gros volk von Lampartem und andern 
über sant Bernhartsberg harüber und woltent zem herzogen 

11] von Burgunnen ziechen; der wareut ein teil im sold zft Ve- 
nedie gelegen und hatten urlop und weiten andern sold ver- 
dienen. Das vernament die von Waliis und ander, so von Bern 
bi inen warent und zugent inen engegen wol uf vier ttitsch 
mil und griffent si mit einem geschrei gar manlichen an und 

)h erslügent ob achtzechenhundert mannen*), als von dem wider- 
teil nachmalen eigentlichen gerett wart; darzö verdürben ir 
ouch in dem Bchnew gar vÜ und gewunnen inen gar gros gCtt 
an an barschaft, rossen, cleidern und andern dingen^). Si hatten 

7. ostervittageu , ala mau \on der gebiirt Cristi zait tuaeut rier- 
hnndert eibenzig und sechs iar, kam ein. — 12. ander von Bern, dip 
bi inen waren. ~ 13. nie dann vier tülscber niile. — 15. erslügen me 
dann. — 17. inen gros. — 18. Si hatten oucli. 

'I 17. April. — *) Der Bischof von Wallis spricht in aeinem Briefe von 
6t\r& lOÜO ErHchlagenen und etlichen Gefangenen. — 'J Vgl. über diea«D 
Kampl bei Sembrancher den Brief des Bischufa Walttr auf der Flfle vom 
18. April an Bern, hei Knebel. Basier Chr. II, 406. Ijei Jaoef^n, Frankfurt« 
Reichskorresiiondeni II, 371 und Abach. II. 587. Gingins, Develoi)poiuent, 
p. 142 giebt die Zahl der Feinde auf 30<i0 an, wa^ mit der Angabe der 
Bemer vom 23. April flbereinatimmt. Basier Chr. II, 412; Hl, 320. Vgl. auch 
GingiuB. Dep^hes II, TT. 81. 90. Aus einem Briefe Berns vum 2-1 April 
(Teut«uh Miss. C, 857) iet folgendes zu entnehmen : • Unner punt^osaen 
von Wallis haben die bind lnt«rinond, eo in von altem zügehörent in eid 
genomen, und daruf die zu beh&ten etlii'h der im geordnet. Die haben die 
rantsäaBen uf dem flaterlichen aben den vinden verraten und sind ir uf 
driaaig erstochen und gevangen. l'naer fnlnd von Wallis sind ietz vergangnen 
mitwuchen gegen den Lampartem, so al berg ingenomen hatten, geti^teD 
und haben si xä flucht bewegt und nf tusend erstochen, darin der graf tob 
Schaland ist gewesen und die andern getagt bis in daa closter aant Bern- 
hartsberg und sagt uns der bot, dos in der flucht uf aibenhundert in ein 
tal komen sien, darin si unser fnlnd vorgenant belauft und haben si ir« 
lebens nf ir beger nit wellen frien ■, Auch in tJeberlingen hatte man richtige 
Xachrichten Ober diesen Kampf, siebe Ph. Buppert, Konstonzer Beiträge sur 
bodischen Geacbicbte, Heft I (1888), a 121. Heinrich Gundelfinger gedenkt 
in «einer aber«chvängliahen Art ebenüills des Kampfes vom 17. April, tällbe 
Archiv dei^ bist. Verein» des Kls. Bern IX, 19ti. 



1476 



331 



als man sagt, iiit vH guter werineu bi inen, dann ir vil was 
und meinten, man get&rst si daiumb nit atigriffeu. 

Darnach sind durch die von Wallis und die von Bern, so 
bi inen warent noch mer angriffen und merglicher beacliedi- 
giingen beschechen ') und inen von gottes gnaden alwegen 
damit gelungen. Do nö dis also lange zit gewert hat und die 
von Bern der herzogin und dem lande von Safiiy vil haben 
miissen vertragen, do wurdent si bedenken, das es doch am 
letsten darzft wurde komen, das si den Walliasern nach inhalt 
der geswornen piinden müsten behulfen sin; und wurden den- i 
noch nmb glimpfs und eren willen dis irrungen durch si under- 
standen und etwas mittel und wegen geaficht, wie si ein 
friden und bestand mit beiden teilen m&chten machen, dann 
si gar ungern mit den SafÖyern zCi kriegen kament; wie wol si 
vorhin ir ewigen pdnde in etwie mengen weg gebroclien und " 
nit gehalten hatten, so wart dennocht ein bestand gemacht, 
als hamach stat. 

Xamlichen so sind dis die stuck und artickel, so dann 
durch die botten von Bern hern Niciausen von Scharnachthal, 
rittem, schnltheissen, von Friburg hern Rudolfen von Wip- s 
pingen rittem und von Ure Hansen Im Hof, an beid parthieu, 
die Safftyer und Wallisser, angebracht worden und nach langer 
teding abgerett sind, als harnach stat und wart ouch daruf ein 
bestand gemacht: 

Item zu dem ersten, das alle todsiege, rftube und brant. ' 
von beiden parthien beschechen, ganz hin und ab sin und fürer 
uf früntlichen tagen oder in dem rechten, wie sich dann das 
nachmalen begeben wurde, niemer angezogen werden selten. 

Item es selten ouch beid parthien fridlich und röwig zfi- 
samen wandlen und einandern veilen kouf zftgan lassen, wie ■ 
dann vorhin zwüschen beiden parthien, e der krieg angevangen, 
beschechen were. 

Item und ob deweder teil in semlichem kriege ützit ge- 
wunnen oder erobert bette, es were an stetten. slossen, landen 
oder Ititen, das solt ieglicher teil röwig inhabon und nit von ' 
handen geben noch lassen bis zA ustrag der sacli. 



3. etliüh vo 
20. Ruffen v 
Uten, — 36 



. Bern. — 12. und weffsu fehlt. 
Wippingen. — 25. am ersten. — r 
noch [tuieea fehU. 



') Vgl. Gingiiw, Dt\felopp*inent, ]). H2. 



532 



1475—1476 



Iteiii die von Bern solten ouch die etat zä saut Maurii 
und ouch die etat und slos zu Gundis zu gemeinen handen 
neraen und inhaben bis uf einen fnintlichen oder rechtlichen 
tag. der dann darumb angesetzt wart, und wem dann semlich 

* Btett und slos in der friintachaft oder im rechten zugesprochen 
wurden, der seit ouch dann dabi bliben. 

Item und das ouch das slos Martenach dem bischof von 
Sitten zft handen siner kilchen ouch sweren und bübeii solt 
bis zu ustrag des fnintlichen tagcs oder rechten, das dann da- 

j rumb ouch gesprochen werden und liitrung bescheclien, wem 
es nachmalen bliben solt'). 



1. Mullritzen und o 



iiwer. das Datum dieses •Bestandes!, d. h. Waflenatill- 

bezeichnen. Nach Schilling sollte mnn taeinen,_das« 



>) Ee halt 

Standes genau „ . , ^, 

jedeufalla nach den «oeben erzählten Ereignissen, aUu nach Ostern I47ti abge- 
schlossen worden wäre. ¥a Hesse sich hier an den Waffenstillstand denken, 
von dem am 28. Februar 147T die Bede ist^ oder demjenigen, der von Oieorgi 
des gleichen Jahres bis Michaelis Rienfir und bis zum Verenentag verlBofcert 
wnrde. (Äb«ch. II, &^3. 669. 67^.) Einer solchen Annahme widerspricht aber 
der zweitletzte Artikel der oben im Teite stehenden Abmachung; diMidie 
Bemer St. Horitz und Gundis vorlHuEg bis zu dem endsiltigen Austraf? 
der Suche zu Handen nehmen sollten. Dies war nachweislich der Fall in 
den Monaten Februar bis Aiiril 1476, ßerner- nnd Frei burger-Truppen stan- 
den dort unter dem Oberbefehl des Nikiaus von Scharnachtal ITentsdi 
Iilisi. C, TSh). Wie Herzog Karl im Februar des genannten Jahres mit seinem 
Heere in die Wadt einrückt*, forderten die Hemer den Walliserbisdiof 
zur Besitznahme des von ihren Leuten besetzten Gebietes auf. Hierauf be- 
ziehen sich folgende Eintrage: 11. Febr. An bischof von Wallis, daa er 
Qandis und sanl Mauritzen von stund an noch notdurfl besetze in nanien 
beider stetten und ouch mit ainen luntldten gerüst sitz, ob es not t&n, oder 
er vermant wurd, tröstlich zu xe ziecben. Rats-M. 19, 5. — VI. Fehr. An 
den Gleichen : es gefall inen wol, das er liit gen Gundis geschickt hab nnd 
dad er si fürer starke. Ebd, S. 8. — 13. Febr. An die zu sant Manritsien 
und Gundis, das ai lüt von Sitten zu inen nemen. Ebd. S. B. — IS. Febr. 
An den bischof zu Sitten, das et die ninen angends zürdst und darin 
slach . . . und dos si innemen sant Mauritzien und was da herab ist und 
sich daran nütz sumen. Ebd. S. 12; Teutech Miss. C, 735 f. — 20. Febr. 
An den Bischof von Sitten, es gefalle ihnen, dasa er St. Moritx und Onndis 
besetzt habe nnd nun soll er tapfer über die Savnj'er losfahren. Teutsch MisB. 
U., T4t<. — 21. Febr. Dasselbe, namentlich gelUllt den Bernem die Besetanng 
— _St. Moritz, » das gipt ein rechten pass an vil ort». Ebd, 8. 765. 



H Gundis, das »i sich enthalten, bis 

. Rats-M. 19, 38. - 26. Febr. An die gesellen zu asnt 
1 Friburg oder Bern, das si noch 14 lag da sien, bis 



24. Febr. An die t 
hem filrer verküni 

Mauritzien, si wen .... . ^ . . 

min bem inen filrer verkünden und min herr von Sitten wird inen geld 
liehen, da« si sich ordenlicb und wol halten. Ebd. S. 41. — l*. Min, Ab 
min bem von Sitten, daran zö sind, das Gundis und das ander besetxt und 
die aoldner von im usgericht werden. Ebd. S. 55. Teutsch Miss. C, 792. — 
18. März, An bischof von Sitten, dos si ir vermögen an die vind kerm 
tnlwlich. Bats-M. 19, 75. - IH. April. Bischof von Sitten soll die Saldner 
'von Freibnrg und Bern gütlich nusnchten. Ebd. 107, Nikiaus v. Scbamai^tcl 
abergab St. Moritz bereiti am lö. März dem Stellvertreter des BischoÄ. Vgl, 



Gingins, Developpeinent, p, 141, 226—229, 



i alledem ergiebt aidi, d 



w 



r234. Oas der krieg zwüscheu beiileu teilen nitlcr anging 
und eiuaudern schedgeteut. 

Nu in diaen dingen als die von Bern nteintent, die her- 
zogin und Safflyer aoltent semlichen abredungen nacligangeu 
sin und den bestand gelialton iiaben, dann si ganz willig und 
geneigt warent, fiüntlich oder leohtlieh tag anzdsetzen und 
sieh in trilwen zi'i arbeiten, damit die sacben fietten mfigen 
zö gutem ende Icomen — und sciiribent darunib der herzogin 
und Safßyern —, das wolt alles nit helfen und meinten ie mit 
den Wallisaern kriegen und sunderlichen denen von Bern tun i 
und züt'ögen, das inen übel kerne und leid were, als si ouch 
in mengerlei weg tatent: dann si die Lamparter und ander 
viend mit grossen scharen stetes Hessen durchziechen und sus 
mengerlei zftschflp und bistant dem herzogen von Burgunnen 
erzougten, das denen von Bern und andern Eidgnossen gar i 
unlidig und widrig was, darumb us den frQntlichen tagen noch 
dem gemachten bestaut nit wart und griffen aber einandei-n 
zu beiden siten an, wo si konden oder mochten. 



235. Wie die von Bern denen von Fribnrg sciiribent von 
der nntrilwen wegen der herzogin and des hases Haf&y. ^ 

^^H Unser frCintlich, willig dienst und was wir eren und gäts 

I 



1. Dos der vorgeaant krieg zwüsuhen den beiden parthieo wider an- 
ging und einandem an üb und an gut syhedigtent. — 3. Und aU nu 
nie TOD Bern vermeinten, die SafByer aoiten. — 9. vermeinten. — 11. 
übel AÄI(. — 12. in mengen weg. — 18. aiten an; damit bliben ouuh 
den WalliBsem die vorgenanten stett und alos nnd wollen ouch die 
nachmalen niemermer widergeben. — 19. Das die von Bern. — emst- 
ticben schriben. — 20. des fehlt. ~ 21. Text Noe/t Tci^ach Miss. D, BOB. 
— Die Anrede ist in Z tuid B. etwas variiert. 



der obenatehende Wafienatillttand vor dem Febmar 14T6 abgetehloaaeu 
worden sein musB, vielleicht achon Ende des Jahres 1475, Denn am 16. Nov. 
1*75 kündigen die Bemer den Walliaem eine Geaandtschaft an, bestehend 
aus Türing Fricker und Niklaus von Scharnachtal. • *ii abtrag diser ir- 
rungen ». Am 22. und 2S. Nov. lassen sie wiasenj daas auch die Freiburger 
eine Oeaandt«chaft absenden und sie befehlen ihren Knechten im Wau^, 
gegen Savoven niebta Feindliehe« vorsunehniBn. Tentach Miaa. C 638, S44, 
ii47. Da auch die Herzogin von Savojän durch Schreiben vom 15. Dezember 
an Freiburg auf Bat der beiden Stttdte ein«n freundlichen Tag wegen der 
Späbne mit den Wallisaern bevrilligte (gef Mitt. von Herrn Prof. A. BQohi). 
so muaa der Waffenstillstand nach diesem Tage abgeechloaacn worden aein. 
Im allgemeinen hat demnach der Herausgeber der Abschiede II. 572 dad 
Bichtige getroffen. Wie er aber mit Berufung anf die vorliegende Stelle 
■-"-hilluiga die Verhandlungen auf den -24. November» in • Frei bürg» an^ 
Kn konnte, ist nicht recht einzusehen. 



334 



1475 



getrüw, lieb mitburgei! Wir liaben verstanden den liwer 
Schriften mit den briefen von Safßy, darin under betrognem 
schin des baschards von Burgund durchzug bclimpfet fiirgeben 
wirt, daruf ir nft unsere rats begeren; so haben ir uns dann 

V aber geschriben, was lieh sidhar bi üwern botten von dem 
grafen von Jenf und andern und deaglich uns ouch geschriben, 
äaa -not ein mennmg bg g eg ne t ist. Dea allaB wir tlwer bröder- 
lichen lieb gar früntüchen danken, dann wir in dem und 
anderm so vil hocber trüw und früntschaft von dcli merken, 

I das wir ze dank uns uumogonde erkennen, aber an unserm 
gäten willen sol weder ietz noch binfür nutz erwinden. Des 
bascharts halb, ist der durchgezogen, das gat lich und uns 
billich ze herzen und ist ein zeichen nit allein kleiner be- 
zeichung der alten truw und liebe, die unser vordem und 

i wir zfl dem loblichen hus Saffiy mit zusetzen lips und güts 
haben ge&pt, und können uns us dem und anderm, das uns 
lang zit zö grosser widerwertikeit zügefftget ist, wenig künftiger 
gütt&t dahin versechen, dann das wir m&saen gedenken uwer 
und unser ere. lip und gut und alles, das uns der almecbtig 

> got verliehen hat, des fiirer ze bewaren. Und so wir bedenken 
dis ding, wfissen wir nit eigenlich, ob darinne geverd, dem- 
selben baschart ze behelfen üch ze verstau geben, damit ir 
und wir unserm fürnemen abgewendet werden, dann das uns 
gar wol geviel. üwer liebe het nit desterminder, als wir ouch 

■. an üwerm schriben verstan. kuntschaft, uf das ir und wir, als 
wir ouch uns mit den unsern bestelt haben, darin, es sie des 
bascharts, der sinen Ups oder g&ts halb mf^gen, als sich in 
6&lichem gebürt, handeln; dann unser missvallen ist darin 
so gros, das es durch schrift nit zu lütern ist. Den herren 

2. falechera. betrognem Z, B. ^ 8. biwtarts Z. B. — durcliiug gar wol 
gderwet und beglimpfet Z, B. — 5. dwerm Z, B. — 7. und einer niei- 
nung iat Z, B. — 10. das wir zii grossem dank haben Z, B. — 11. 
weder fehlt B. — 12. baatartii Z, B. — 13. und iat ein olein leichen 
der alten Z, B. - 15. von Saf5; B. - 16. haben gebebt, und kSunaii 
üna UB den und andern mutwilligen und unverdienten widerwertikeiten. 
die «ins lauge zit zugefügt aind, wenig künftiger trüwen und g^teten 
KÜ der hersogin und dem huse Saffty versechen Z, B. — lö. bedenken 
Z, B. - 19. und was uns B. - 20, verlachen Z. — dester fürer Z. B. - 
Sl. ding, können wir wol bt^trachten, das man mit semlichen geverden 
unser gemüt von der gerechtikeit meint zu verkeren und lioeer ougen 
befinatem, damit ir und wir abgewent werden von ünaerm guten tax- 
nemen, dann das lina Kar Z. B. — 26. uns fehlt Z, B. — 27. bostarts 
Z, B. — oder fdilt Z, B. — 28. Bemlidiem B. — dann iSnser misBraUan 
darin nU gros, da« ea mit keiner schrift zä Mtem ist B. — 29. Mtem 
iat und dnaer b^irden weren, das wir uns lemlicher untrüwen inftcliten. 

K rechen Z, B. — Von Den herren von Blonay 6m wisheit wol le 
ndeln fehlt in Z, B. 



1475 



335 



von Blonay ') haben wir nach sinem verhßren wider zu i|wer 
liebe gewisen, da von iich als den regierem der herschaft 
usgericht werd. Uns bedunkt aber nit, das im der zechend an 
vetrer erzeugen siner gerechtikeit, die uns noch nit entekt 
ist, eiM gelangen, sunder ir und wir den nutzen, es were denn, 
das er vor üch so vil fiirbrecht, das üch mit »ns sin gerech- 
tikeit verrer wurd gelütert. Das wiissen ir mit üwer wisheit 
wol ze handelo. Die antwurt der Herzogin zii geben, wfilten 
wir nach nnsem sclmlden üch gern wol raten, sber die sach 
ist uns so vast missvellig, daa wir ane bewegnis uns darin i 
nit wiissßu ze schicken, dann das uns geviel ir ze antwurten, 
ob der baschart, der in ofuer vecht üwer und unser begriffen 
ist, noch nit durchzogen sie, im dheins wegs durchzugs ze 
gestatten, dann darus üwer und unser halb ufrAr, witer denn 
ze melden sie, möchten erwachsen; sie er aber nach über- i 
antwurten solicher schrift heimlich fürgeschoben, darus mögen 
Lir und wir über vilfaltig schrift und red. üch und uns zA- 
fkomen, wenig gevallens nemen; dann üch und uns werd ge- 
büren ze betrachten, was daruf üch und uns zu gilt sie, ze 
handeln; dann üch und uns nach gewüsser kuntschaft eigent- s 
lieh begegnet, was merklichem güts mit im durchgefürdert 
sie. Das alles weis üwer brüderlich lieb in alweg ze bessern, 
■ derselben wir uns erbieten mit lip und gut ungesparet alzit 
l&ach allem unserm vermögen ze dienen. Datum mitwuchen 
ivvor Mane Magdalene. 75.*) s 

Schul thes und rat 
ze Bern. 
Pen füraichtigen, fromen, wisen 

schulthessen und rat ze Friburg, unsern 
sundern guten fründen und getrüwen s 

lieben mitburgern. 
Semlicher briefen schribent die von Bern gar vil dem 
Icting von Frankenreich, denen von Friburg, den Eidgnossen 

0. gern und vol Z, B. — 10. nie vaat wiiirig Z. B. — 12. bastart Z, 
B. — 13. durcbffraugeti sie, im dann deheins Z, B. - 17. meoigvaltig 
ceechrift. B. — 11). was daruf gut werde B. — ÜO. handlen, damit der 
[die B) valBch nnd gros antruw gerochen werde. Datum Z, B. Von 
dann ücb bia ts dienen fthit Z, B. — 2%. anno 76 Z, B. — 26. Unter- 
tchrift und AdraiBC fehlt Z, B. — 33. Bern me dann einen dem. — 
33. d&rzü den Eidgnogsen. 



336 UT6 

und andern froiuen herreu und stetteii, und clagten denen zö 
mengem mal und suiiderlich dem küng die gros untrüw und 
verreterie sinei- swester der herzogin und des liuses Saffiy, 
wie si dann die ewigen geswornen piinde in gar mengen atuckeii 

> gebrochen und nit gehalten betten, und wie die von Bern mit 
dem hus von Safi^y gar ungern zft kriegen kement, und si di* 
iungcn forsten und kinde des hus Safüy gar übel erbarmten, 
dann si das gros übel, das darnach komen wurde, nit wist«n 
zö bedenken: das mocht alles nit helfen, dann das die her- 

I zogin von Saföy uf irem bfisen fürnenien bleip nit allein mit 
dem herzogen von Burgunnen. sunder wart si oueh ani-eitzen 
und bewegen den herzogen von Meyland und ander fürsten 
und herren wider die von Bern und ander Eidgnossen, als dann 
das und anders harnadi witer genielt wirt. 



i 33<>. Das der Eidgnossen knechte gnr ineuig mal iu 
Burgunnen zageut und inen gar grossen echnden aiid 
Abbruch tatent. 

Nö kom ich wider uf den rechten grund und sach dis 
kriegs mit dem herzogen von Burgunnen, euch denen von 

> Bern und allen iren Eidgnossen und gewanten in der nQwen 
einuug vergriffen. Derselb krieg nützit destminder offen stand 
und schedigetent bcid teil einandeni, wo si mochten und 
sunderlidi der Eidgnossen knechte, die gar dicke in Burgunnen 
zugent und si an irem libe und gilt angriüen und grossen 

i abbruch und schaden tatent an irem veehe und andern dingen. 
Do lag der herzog von Burgunnen dennoch mit sinem zöge 
in Lothringen vor der stat Nanse, die er ouch bald damacli 
gewan '), daiinne gar vil fromer löten von rittern und knechten 
und ouch ander warent vom Sunkow, Brisgow und oucb andern 

I enden bar, denen man gar gern geholfen, und wie man ver- 

2. und verreterie fehlt. — 3. hasea von SafSy. — 7. de» hus Saffiy 
fthlt. — 10. von SsrSy fehlt. ~ 16. mergUchen schaden. — 18. Und 
aUo wider zu kommeii uf den rechten giuiid der vorgenanten kriegen. 



— 19. ouch den " . 
niiwen einang vergriffer 
dennocht mit allem sine 
der Btat Nanse lag. — i 



und allen fehlt. — verwanten. ■ 

frhtt, — 26. dann der herzog von Burgunnen 
n züge und ganzer macht in Lothringen vor 
0. gar fehlt. 

1 26. Not, UT5. worauf der Herzog Karl am 



1475 337 

mftgen erlöst hette. Und wart darumb von den Eidgnossen und 
alten andern zügewanten gar vil tagen gel ei st zä Basel. 
Liitzern und andern enden zu betrachten, wie man die ding 
fürnemen und handien wolt'). 



337. Das sich herr Kiidolf, <ler marg:e:rAf von Röteln, 
In iliseu dingen gar friintlich erzüogt. 

In den dingen wart durch den hochgcbornen herren Rudolfen, 
marggrafen von Hochberg, der denen von Bern und Soloterii 
mit ewigem burgrechten verwant ist, in trüwen gesticht und 
geworben von begerens wegen etlicher Burgunnem') und nit i 
der Eidgnossen, umb ein bestand eins fridens mit dem herzogen 
von Burgunnen zu machen, und war dos an die von Bern und 
and^r Eidgnossen bracht'), Do was der Eidgnossen antwurt: 
si weiten kein fnden noch bestand mit dem herzogen von 
Burgunnen noch den sinen machen oder ufnemen noch davon i 
hören reden, es were dann, das am ersten der herzog von 
Oesterich. der ein houptsecher des krieges und von deswegen 
man ouch darin komen were. desglich ouch al ander fürsten, 
herren und stette, ir gewanten der niiwen vereinung, in den- 
selben friden und bestand ouch wurden gezogen, von denselben t 
B\ sich über ein nit siindern, s und er in lieb und leid, genesens 
und Verderbens, bi inen bliben und bestan woltent und sich 
von inen niemer scheiden, als dann ein fri'ind und brfider dem 
andern in semlichen nöten schuldig und verbunden ist und die 
Eidgnossen zi*! allen ziteii getan und einaudern nie verlassen, i 
darumb si alwegen mit hilf und gnaden des almechtigen gottes 
glück und heil erfochten haben und nach minem begern, ob 
got wii, ewiciich tön werden, 

1, von denen von Beru und andern EidgnoBai>ii und vt'rwunten tnen- 
Rerlei betrachtet und tag geleiatet — Ö. zii betrachten fehlt. — 5. 
herr Küdoll' fehlt. — 11. umb einen. — eins fridens fehlt. — 14. keinen 
friden. — 15. noch den ainen fthlt. — 27.. ob ^ot wil fehlt. 

') 7,1 Luiem tun 6. November, wo eine neue VerlmndlnnK nach Biwel 
[■ aur den 14. Nov. in der Nancj-AnKelegenbeit ange'etzl wurde. Abäch, II, 
I 669. Die Akten der Basler Tagsatznng scheinen iii fehlen. — ') t'eher da« 
I ititflreMe burgundischer Edeln am Frieden spriobt Knebel, Biuler Chr. II, 

""1. — ') Das Anerbieten des Markgrafen, den Frieden «u vermitteln, 

.. jrde der TagsaUung vom 6. Nov. 1475 voi^legt. Absch. II, 568 f. Doch 
^~}latte er sich Bchon früher in diesem Sinne bernObt, i'" "" " '" ' 

tprach ihm den Dank fUr seine uniibiassizen Bestrebi 

ffiOBh. NF. X, 254 U. 




HT5 

Und alao iwch vil werbangeo und arbeit«», do wart «in 
tag geleist von gemetoea Eidgnossea. darzb allen gewanteu 
der niiwen vereinung zu welsch^i NäwenborgM vor dem ge- 
nanten hern. dtim marggr&fen, mit groesem costen. der aller 
i Über in ging. Und wart eo vü dahaoe besticht und betediuget, 
alles in ofncr vi«ntschaft. das ein bi^stand gemacht wart drig 
monat*), das solt iederman heimbringen an sJn herren und 
obern, ob man den halten wolt oder nit. Derselb bestand tdoi 
herzogen von Burgunnen gar tialde abgeslagen wart jn sem- 

111 lieber meinnng, er weit gehebt haben, das man im am ersten 
umb sin ansprachen und vordrungen bekerung tete. mit gsr 
vü inzägen, und wann das heschech, dann wolt er mit den 
Eidgnoasen und andern gewanteu nach stnem gevailen zA 
tagen komen und anders nit darzii reden lassen"). Das wart 

111 dem herzogen von Oesterich bald zö wissen getan *), der wolt 
als ein rechter houptsechor des kriegs nach rat der Eidgnossen 
und der ganzen vereinunge nit mer darzd reden lassen und 
elftg die sauhen ab und wart us dem bestand und friden ganz 
nit. Und gewann ouch der herzog von Burgunnen in demselben 

N zite die stat Nanse und ganzes herzogtüm Lothringen, die 
sieh ouch alle an in ergabent'). 

2. »on doti gemeinen. — 5. besüoht unil fehit. — 6. uf drig. — 13. ver- 
Waoten, — 17. and Knn*«n. — 18. noch dem friden. — aO. und du 
oaiiK bertogtbüm LoÜirmgen mit eiaandeni. — die sich bts ergaben! 
fahlt. 

'jBorn »(-rupriwli »uli i t.-u \ irlmmlluiigen wenig; es wi iiuch gar in 

• ungloii'h ■. IL11 eineui < ii r ui.ii' d.n l'i jiili']! xu sprei.'hc^n und am iindem Ub6I 

einun Vnrbdödtiten (I.oH -.-ni l- vnf.ilirp'ii. Schreiben aii deii Markgrafen 

»om 10. Niv, UV,. -I'-Lii-. h Ml--, i-, •■■:-. IXTTag iu Neuenburg warde (wf 

dflD 20, Nnv t ' -; .- ,1. I, i;,.n,« iin ßosel. ebd. 8. ßJl, Knebel. 

BMlerCbr, II. ^^ ■:■ -■.' i|;Ji. Nl'. X, 257. — ') Der Abschied wurde 

am 20. Ni>v ' i'< <i iii-li.' Kü-ihiiiik ist nbgedr. bei Zell wwer in 

d»n Urkun.lM. \. -. .,|,|„.nwl)i9then Volkes No. 47r; die 

Intoinix'hr A.' ' i, M -uIi in den Unnützen Papieren, Bd. 63, 

No. '.I (Si.i.Li . I iL,. Iiierillier Anzeiger f. schweii. Oesch. 1894, 

s III Kn ;vji!. 32ö. aS3. aSä: Absch. n, 672. 574, 576. 

tln hiri'l. i!. .. I : i . . iiiititf der Foindeeiickeiten bis zum 1. Januar 

l'ITi' iiii'l ' im: '<^ .i'i' Li-itillet»nd vom I.Januar bii »im 1. April. 

Si'lulbiiK .i",.!.!,! I .>„. I,>l*rere, — •) «Wenn im bekerung beM:b&b. 

Mii vfull i>i' vkiii iViuiUiulieii luiliulu loBien reden >. Bern an Zürich und Baaol 
am U. .innuAT l^^a im TuutBch Hirn. C, il'4. 676. — •) Siehe den &«schtuw 
der 'l'iiKsuUunK Tom DO. Du. 1475 in Absch. II, 574 und die Briefe an 
0«il«.rrrie]i vom S. Jwimir 14T6 im Teutsch Mise. C. 676. 678. — •! Sanqf 
t<r|tali Hii'li luii 2(1. Nnveiuber, Die« h.il SehilliiiK oben S. 35S mit den gaox 
itleicbon WurteB nhon uiit)(«teilt. 



^ 



238. Das ilt'r vorgeiiant inarggraf das ewig burgrecht 
halteu uud sieh vou denen von Bi'rii und Sulotern 
nit äclieideu wolt. 

Der vorgenant inarggraf Riidcjlf von Hochperg, der sich 
in disen dingen gar mit guten triiwen gearbeitet hat, wie er •'• 
die Sachen hatte ni<Sgen zfi einem t'riden oder bestand bringen, 
do der sach und markt, das er nit mocht schaffen und die 
ding am herzogen von Burgunnen merenteils alle erwunden 
von siner grossen macht und hoffart wegen, daran er sich ouch 
verlies, do reit er gen Bern nnd bleip do etwas zites, urab '" 
das man in destminder in lümden oder bösem argwan m5cht 
haben. Und kam also für ein deinen und grossen rat und ver- 
einbart sich mit der stat von Bern, das er bi sineni geswornen 
burgrechten bliben und sich darvon bis in den tot niemermer 
scheiden, siinder wolt er alles, das er in Burgunnen bette, i» 
genziclich verschetzen und do gottes gnaden erwarten. Er 
gab ouch denen von Bern zu erkennen von sins sftnes, des 
herren von Badenwilers wegen, wie dann dei-selb vor allen 
kriegen mit irem willen und erlouben zem herzogen von Bur- 
gunnen komen und do in der krieg begriffen hette, das im » 
nit mijglich gewesen were, bi verlierung sins lebens von im 
zö komen und begeit daruf gar frfintlich. das man in des nit 
lies engelten'). Er gab ouch denen von Bern und von Solotern 



4. Riidolf fehlt. — 6. iiad bestand. — 9. hochfart. — 11. dest^rmmder 
io argwon mBcht hiiii. — 12. also fehlt, — 16. und an dem ende 



' 18. Badcnwil, - 



1 Bern und Solatem. 



>l Nach Schillinge Erzitblung mQ»Bte mim Klauben, en hätten dieae 
Verhimdhinaen niich dem NeuenbiuvertBKe (29. Nov.) stuttgefunden. Dem 
ist aber nicht so. Schon am 6. Sept 14T4 bfttt« der MiirkgraArklürt, Aaae er 
bei den EidgenoMen bleiben wolle, obsuhon sein Sohn (Philipp) auf der 
Seite des Henioga von Burgimd stehe. Abach. II, 49S. Im folgenden No- 
vember übergilb er Röteln und Sansenberg dem genaeinsamen Schutze von 
Bern und Solotum, Teutsch Miss. C, 322, 327, ffiß; fiaU-M. 15, 129, 131, 
140, 142. 148. Doanmal (22. Nov.) «ist der vermelt unser herr der mnrg- 
giuf ouch stäts bi üaa in üniicr stat in demütigem erbern wesen nud wandel •. 
Am 25. Jannar 1475 wurde folgende» Abkommen getroffen: üf hüt mit- 
wucben ist vor tninen herren scbultbeisBen. riiten und etlichen burgern 
treweBen min gnkdig herr der marggraf in eigner peraon und nach vol- 
II verhdren maa anligens daraf heslossen, nachdem min guMigs herr 
" ' ' 1 gescheften iat, daa dann 

a Eol werben, in heim zu 
le herren dos beachechen. 
ai. Und wie min gn&diger 
I nchirm bat gesetzt, das 
1 tun alle truw und friint- 



bringen und ob daa nit sin möcht, ao lauen : 
das er d6rt [blip], so verr daa er nit wider i 
herr ein lih und gut in miner hecn hand i 
wellen »i ouch also in im banden haben und 



ri des schulden und pflichtjg sind. Und ob sich begeh. 



zi'i iren banden und in iren gewalt sin grafscliaft Xiiwenbnrg, 
das si die nacli allem irem willen nnd gevallon besetzen und 
inmassen versorgen solten, das inen do durch von dem her- 
zogen von Burgunnen noch den einen kein schad beschecli 

s noch widerMre, dann der herzog daruf langezit gangen und 
gestanden was, das er im dieselb grafschaft solt haben ingeben ; 
er wolt es aber nit tfin und bi sineni ewigen biirgrechten 
bliben und leit der sinen von K5te!n woi fünfhundert man 
gen Näwenburg; die lagent gar langeitit do, alle in sioein 

> costen und wurdent denselben allen houpthit geben und zu- 
geordnet, darzft biiehaenmeister und ander von beiden stetten 
Bern und Solotern. Und wie erberlichen sich der marggraf 
hielt, so wurdent dennocht er und die sineit gar merglicheu 
geschediget. Im wai-t ouch, diewile die sinen und ander do 

1 lagent, aller sin win usgetrunken und alles das körn und 
haber, so im slos lag, das doch ein gros sum was, geetzt and 
verbrucht. Er hat zft allen ziten im slos zß Ntiwenburg die 

2. allem fthU. — 5. herzog ron Bui^nnen lang zit daruf gniigen. — 
6. grafschaft Nüwenburg. — 12. erlichen. — 13. Kar fthU. — Id. jin b)o« 
waa, ouch veretzet, das doch ein gros sum waa. — 17, sIüb NiSwenbnrg. 

lian 91 [inj der herachaft Rötellun und Suseniburg uiid ourh der ^mrsFhftft 
Niiwenhurg utz zu bandeln fiimemen, diLS mögen und wellen ri tun nach 
getitalt der ISufen und getruwlich und erberlicb darin fiirhalten und ouch 
daran sin, das die loufenden knecht durch sin paaieu und land oit ziecken. 
Üb sich aber begebe, das min hern mit irm (T^'züg, paner oder veuli durch 
sfilich passen wellen ziechen, das haben si men Belbs votbehalteD, doch 
darin alle fürsurg. truw und zQsechen haben und brachen, nit minder nouh 
anders, dann ob die lantachaften allenthalben ir eigen weren. Und at ouch 
nit not, das sin gnaden sich der vintfchatl erhitre, sunder also still sieh 
halte durch des besten und rüwen willen. Und haben aber darin ^x eigent- 
lich gelütret. ob in dieen dingen sich utz nngevetls, davor got si, beReb«, 
da wellen si entladen sin und ob si dann nach end diaer ding in wol g*- 
schirmpt und güts und ere getan haben, des von im zimlicb und beschei- 
den ergataung zfi erwarten >. Rats-M. 16, 68. 84. Witte. ZüOHh. NF. VI, 
S. U. m-, Vir. 8. 445 f.; X, S. 262, namentlich 264. Am 2. Januar 1*76 
war der Markgraf wieder vor dem Rat von Bern, RaU-M, 18. 21S, DM- 
Gang der Eroignisse brachte ihn in einen schweren Konflikt, der am 'i\. Ke- 
brutir in einem Abkommen mit Bern vollendeten Ausdruck erhielt. Nach 
einem Schreilwn Berns TOm genannt«n Tage hat er • das mit sdicbem be~ 
Bwärtem gemüt ^tan, das w:r al und mit uns unser bürgern, die wir dar- 
«u beriift, mit im getruw mitliden haben: zuerst "in ere gegen uns in 
kraft sinn burgrecbt« zö halt«n, wider uns nit zil tiind und dammb alles 
kumbers bis in den tod ih erwitrt«u, das ander sin und sins auns. der in 
des BurguuBchen herxoKcn band und gewalt ist, leben zu fristen •. Dtü 
Abkommen enthielt folgende Punkte: der Markeraf bleibt in Bern oder 
Solotum und geht ohne Krlaubni« nicht weg: Neuenburg wird mit 200 
Bemem, 100 ^ototurnem und 100 MarkKrttflem. alle unter einem bemitchm 
Hauptmimn stehecd. besetzt, zudem soll der MarkgnuT 100 Knechte an die 
Zihl und 200 nach Landeron zum Schutz der eigenen Leute und der Henr- 
schart Erlach senden. Rats-M. 19, S. 28, 30. Tentseh Miss. C, 749. 



1476 



341 



I 

I 



sch&nsten keller mit win. die man in diaen landen vand und 
e der krieg ein ende hat, do kam er des Schimpfes me dann 
umb drissigtusent giildin mit dem das den sinen ouch ge- 
nomeii wart, die gar zu mengem mal beroupt und geschediget 
Wnrdent. 



. Das die von Iferdan an denen von Bern und den 
andern stetten brüchig worden. 

Als nü die vier atette Bern, Lutzern, Friburg und äolotern 
die zwei slos Oranson und Iferdun mit iren knechten und 
Boldnem besatzt <) und dennoch nit vil lüten darin getan lo 
hatten, dann si inen an beiden enden gar wol getruwten und 
meinten, mit sunderheit die von Iferdun solten nit brüchig 
noch meineit werden, dann man ira gar vast hat geschonet 
an irem übe und gut. Man hat inen ouch die acht manne von 
ir ätat, die dann als bürgen in den vorgenanten vier stetten n 
langezit gelegen warent, uf ir begeren und göt vertriiwen 
wider heim gelassen, als hievor zem teil ouch geschriben 
stat '). Des guten hatten si alles vergessen , und leiten 
also under inen allen gemeinlich heimlich verreterie an und 
gerieten betrachten und bedenken , wie si den graten von m 
Ri^ymont, der vorhin ir herr gewesen und bi dem herzogen 
von Burgunnen was, wider zö inen in ir stat heimlich bringen 
machten, damit die soldner und aemlich knecht von den vier 
stetten mortlich ert5t und umbbracht wurden, dann derselben 
Söldnern nit me dann sibenzig darinne warent und lib und » 
'leben und alles ir vermiigen in ganzen trüwen zCt inen satztent, 
damit si beacfairmt möchten hüben. Das verfing alles nit, als 
ha mach stat. 

1. vand. danimb kam er mit einandem und dimü me dann umb 
drissigtiisent. — ^. z\i mengen muten von l'ninden und vienden be- 
rgupt- — fJ. Hienach vindet man von dor mortnacht r.ü Iferdun 
und wie dieaelbe an iren hern verreter, brüchiR und gani meinKidig 
ynirdeöt. — 13. noch meieneid. — ir gar. — 14. man vou ir stat, die 
in den vier Hielten. — 17. als hievor oaeb nem teil atal. — 18. göten 
feklt. — 28. aeralich fehlt. — 24. dann derselben nit me dann silwnziif 
darinne waren, die inen ir stat, A&nä ir übe uad gut in trüwen, aß 
ü ouch taten, solten belfen beschirmen. — 27. Do« verBnir bU stat 
fehlt. ^ 



34U. Von ilur raortnaclit zu Iferdiiu uuil wie dieselben 
an Iren herren verreter, brücliic nud eaiiz meinelt 
worden ')■ 

Und also an fritag vor saut Anthonieu tag, so do was 

'• der 12. tag des nionats januarij im 76. iar umb die ersten 

stunde nach mittemacht, do sich die fromen knechte und 

soldner von den Btetten an ir rbw goleit und Bicli keiDs argen 

noch bftser Sachen zft denen von Iferdun versecheti, oucfa ir 

wachten und hüten, als si dann vorhin gewont, nach aller 

' notdmft besatzt hatten, do kam der graf von Jtfiymont mit 

den verretern von Iferdun und einem niechtigen volk zu ros 

und fÜB, die do geschetzt wurden ob fünfzechenhundert mannen, 

als das nachmalen von dem widerteil gesagt wart, und warent 

die burger und verreter der stat vorhin zu dem grossen niort 

■ gerüst und meinten ire» valschen anslegen nacbzegan und die, 

so ir in trftwen hüten und bi inen warent, als iemerlich er- 

mürden und umbbringen, und kamen also in die stat, dann 

inen von den verretern alle tor heimlich ufgetan warent') 

1, Dns der graf von B&yniont mit eineiu grosaea xüge beimlicb 
in der niicht gen Herdiin kam und die eoldner ilberfiel. — 4. einem 
fritMf .... Mn i!w51ll«n tag des monata jannarij, als man von der 
gebiitt Criäti calt tuaenl vierhundert »ibeniig und »eclia iare, — 7. 
vorgenanteu atetten. — 12. fug, me dann mit filiifzechen hundert i 
aU man dos nnchmalen eigentlich vernanj. — 17. dann ouch. 

') Mun liiit offenbar Bchon vor der Mordnauiit «ei _._ . 

ffegen die Bestitzung geplant war. Bern schrieb am 5. Januar an Freibar^: 
Maji wolle Pulver uud Blei nach Yverdon senden, aehe aber von einer 
Verstilrbang der Knechte ab, Kats-U. 18, 225. Am II. Januar (um Mitter- 
nacht) gehen Tolfrende Weisungen ab: au Kreiburg. dass man 2S Knechte 
nach Yverdon schicke; an den Gubemator der Wadt, er soll diejenigen 
Gefangen nehmen, die von Yverdon gewichen seien : an die Uauptleuts in 
Tverdon, daea man sie nicht verlaasen wolle; sie aollen berichten, v/nti fllr 
Leute sich ^eeuumelt hätten und wie sie heiiiseti. RatS'M. 18, ä29 f. — 
*) Bern schrieb am 14. ,Ianuar an Solotum und Luzem, um 24, Jnnuur an 
Straasbnrg ausfahrliche Dantellungen des Ueberfalls. Im Ganzen und 
Grossen atimincn sie mit ISchillin^ DarBtellunc überein. Diese Berichte 
enthalten ibjsende Einwlzüge; II Der UeberfalT fand «tatt in der Nacht 
vom 12. aufdttn 13. Januar, nach Hitternncht. 2) Dabeiwaren der Graf von 
Bomont, die Herren von Orbe und La Sarraz. 3) Romont war im Ein- 
veratfindnia mit allen Uärgein der Stadt, ausgenommen zwei, i) Die Feinde 
brachen mit dem Geschrei • Burgunn > in die Stadt, die unsern sammelten 
aich, zum teil im blossen Hemd, auf ileu Gasseiii mit Ausnahme von zweien, 
die vom Wirt zum weissen Kreux im Schlafe ermordet wurden, 5) Gefreit 
4 Stunden lang wurde ßekftmpR, etwa 30 Feinde fielen, darauf BÜcksng 
in das Scbloaa. 6) Die Feinde legen Stroh um die Mauern dea Schlosaet^ 
um ea zu verbrennen; darauf Ausfall der unsern. Wegnahme des Stroha 
und von Lebensmitteln aus den nächstgelegenen Eänsern. 7) Am Samstag 
Abzug der Feinde, 2 Bürger r— "" — "•■"- •■'■-'— •■"- ---'- — -• — 



i Yverdon aber blieben, die sich za dea 



1476 



343 



i 



Also wurdeat dennoch die froinen gesellen, so merenteils 
an iren betten lagent und von diseni mort nit wisten, ge- 
warnet und ufgeweckt durcli ir wacht, die si derselben nacht 
hatten vor der stat und uf den tüinien, dann es in derselben 
nacht von dem monen gar heiter M'as; do wfistent die gäten ft 
teilen von stund uf, iegliclier als er mocht, usgenomen etüch, 
leider in iren betten von den von Iferdun, iren wirten, heim- 
Jich ermärt wurden, und Mffent ctltch zu den toren und etlich 
it den muren, do si dann die viend wistent und meinten 
in ganzen trüwen, als si ouch das gesworn hatten, zu den m 
burgei-n in der stat zu trotten und mit inen lieb und leid lideu 
und inen die stat helfen behalten und wisten aber umb iren 
mortliehen anslag und vorreterie gauz nit, dann si wonden 
fründ und brÖdere an inen ze haben. Do fundent si anders nit 
dann valach verreter, und wo oder an welchen enden si zQ is 
inen tratent, als dann ein fründ gein dem andern in semlichen 
ni'iten tim sol, do gesaehent si anders nit. dann ein merglichen 
widerstant und slilgen und stachen uf si, dann si ouch alle 
vorhin daruf gerüst warent mit ireni harnescb und werinen 
und hatten ouch alle tor und gaasen der stat ingonomeu. Und w 
wann die fromen gesellen mit den burgern in der atat retten, 
die ai dann bekanten. nachdem es dann nacht was und zu 
inen sprachen : * lieben friinde, was lebens ist dis. wir sind doch 
die, so tich in allen trüwen beschirmen und lib und leben bi 
.iSch lassen wellent». so schruwen dann die mörder und ver- » 
iTeter von der stat: <o, ir rechten 8ch61men! ir müssen in 
diser nacht al von uns sterben, dann unser rechter herr von 
B&ymont ist komen, der wil uns von liwerm gewalt erlösen», 
und taten inen damit alweg grossen schaden mit scliiessen, 
Btechen und sJachen, dann si ouch daruf gerüst warent. Und so 
do das etwas zits gewert hat. do gesaehent die fromen ge- 

1. Und ftlno. — 4. dami es ouch. — 7. uml iren wirten. — 12. inen 
fehlt. — 14. bröder an inen haben. — 21. fromen liite. — 26. reebten 
böben! — 29, alwegen, — SI. frümen Iiite. 

[iiinaem ina Schltras hfoein gerettet halten. 8| 2u Bleicher Zeit fand ein er- 
F. folgloser Sturm anf Granaon statt. Teutsch Mias. C, 68^, 701. Am 81, Jnnuar 
I Khreibt Bern an MGmpeleart Ober das gleiche Ereignis, doch mit einigen 
I Aendcrungen : die Zahl der Reisigen in Yvetdon hatte 60 betragen, der 
r Wirt hätte 5 ermordet und ihrer 30 Mann halten »ich durch 600 Feinde 
I in das Schloss durchgeschlagen. Vergl. Aber diese 11 ordnncbt und die üch 
I. daran knöpfenden Ereignisae die in der Auagnbe von Knebel, Basler Chr. II, 
I S35— a39 EuaaminengeEtellten Berithte au den Rat von Basel; Ett^rlin, S. 201 
'»r Bellt Ubrigenn die Gefangen nah cne des Brandull' von Stein zu frOh an, 
.. 1991. 



seilen wol, das si von den bürgern in der stat verkouft nnd 
verraten warent und hetten inen selber gern geholfen, dann 
81 wol sachent das an Iren dingen anders nit was, dann sterben 
1'^ und ge^en. Und wann ir etwann zeclien oder zwenzig züsamen 

i machten komen, so staltent si sich gegen dea vienden gar 
ritterlich und manlichen 7-ü wer und griffent die allenthalben 
an, bi den muren, den toren und ouch in der stat. Das wert 
me dann 7.wo stund aneinandern bis am morgen gegen tage. 
das die frouien liJte gesachen, das der vienden gar vil und 

I die stat vol volkes was, das si inen überein kein ^^'ide^stand 
mochten tön noch erzruigen imd gingen also mit gewerter 
band in das slos und die viend ilten inen ftf dem fiis nacli 
bis zfi dem slos und meinten inen das vor zö halten, dann 
das si von ineu nianlich und tröstlich mit geschütz und vient- 

i lichem slachen und stechen hindersich gotriben wurden und 
wichen milsten, und zugent damit die valbruckeu uf und meinten 
das elos zA behalten bis in den tot. 

211. Wie sich die vorgennoten knechte in deui slos 
hielten uud was si tateut. 



ii) Als si nü in das slos warent komen, do was ganz nit 

darinne, weder essen noch trinken , dein noch gros ; si er- 
fragten ouch einandem, do hat nieman weder spis noch trank, 
geschos nocli b&chsenkl5se bi inen, das inen gar swer anlag, 
als nit unbillich was, und liessent die valbruck wider nider 

■a, mit g&ter gewarsami einer hfit und lütfent harus in die nechsten 
hüser und nanient win, brot und ander ding und mit sunder- 
heit zinuengeschirr von kannen und blatten, was si des er- 
tragen und mit inen bringen mochten, aller vienden halb, und 
gussent von stund an büchsenelöa und rustent sich gar man- 

ao liehen zu. Si nament ouch allornochst bi der kilchen ein gM 
sl äugen buchsen und trügent die mit gewalt ouch in das slüs, 
wie wo] die viend al bi einandern in der kilchen warent und ein 
ganz gemeinde und rat hatten ; do half inen dennoch der bai'm- 
herzig gotte, das si das alles mit inen in das slos braclitent, 

SÄ das ouch inen gar wol kam, dann si darab manlich wurdent, 

4, ieohen oiJer zwölf, — 5. gar zu manlicher wen, — 12. uud itten 
ouch inen die viend nach bis. — 13. vermeinten inen daa zö verhiUten, — 
H. irem neschüli. — 19. was ai darinne anringen. — 20. Und als. — 
S2. da hatten si al nit, weder. — 27. von platten. — 30. kircheu. — 
32. kirchen. — 35. manlich und ganz erfröwt wurden. 



34*2. Ton einer maiilichea sacb, die einer von Lutzern 
zh Iferdun tet. 

Und als si in dem slos warent und sich anders nit dann 
Sterbens oder genesens verwegen hatten, do gesachen si ua 
dem sloB ir gesellen sechs gein inen komen. die sich in der 
etat gesumpt und mit den vienden gar ritterlichen gevochten 
hatten. Das wart si gar übel erbarmen, das si umb ir gesellen 
und brfider also komen selten und wie vil votkes der viendeo 
was zwüschen inen und den iron, do uament si aber den al- 
mechtigen, bannhernigen gotte zu hilf und liessent die valbruck i 
aber nider und liiffent als ritterlich durch die viend. das si 
dieselben sechs knechte mit gewerter band in das slos brachtent. 

Under denselben sechs knechten was gar ein manlicber 
geselle von Lutzern, der hat kein ander wen dann ein arm- 
brest und nit me dann ein pfile, dann er die andeiii vorhin i 
verschossen, und bat ein gerad swert umb sich gurt: und e er 
in das slos kam, do schos er mit demselben phte einen in sin 
Stirnen und hüw in damit ze tode. Denselben ptile zoch er 
wider us dem toten und schos den einem andern in sinen 
rucken; den ertot er euch und nam den pfil zem andern mal s 
wider und bracht den mit im in das slos und schos den darnach 
wider harus under die viend, als dann semlichs von sinen gesellen 
ofFenlichen gerett wart und ouch die warbeit und am tage ist. 

Und do si also in das sloa züsamen warent komen, do 
warent inen an demselben seharmutzcn zwen ir gesellen zu t 
tode geslagen; die brachtent si ouch mit inen in das slos 
und rustent sich trostlich gegen den vienden zft, Si braehent 
den kalchofon im slos ab und nanient die und ander stein 
und trbgent die ut' die muren und meintent sich mit dem 
und anderm der Walchen mit gottes hilf zii erweren und 5 
hattent sich ouch des genziclichen verwegen, und als die 
Walchen semlichen grossen widerstand von so wenig lüten 
ersachen und das inen weder stürmen noch ander ir für- 
nemen als wenig zö schaffen gab, do getorsten si sich fürer 
nit me an si wogen und kament an si mit tröwworten, das , 
nen das slos übergeben, oder si mfisten al darumb sterben 



H. and wie vil der vitndeD : 
fehU. - 11. aber feUl. - y. 
dem pfile. — 19. Bin. - 23. u 
in das bIos 
i'ibergelien. 



^dachen inen was. — P. alin=chtigen 
manliclier man. — 16. gurtet. — 17- 

d am tage fehlt. - 24. l'nd aU si 
31. dii^ viend aemlkhen. — 36. balde 



1476 

und erhenkt worden. Das woltent die fronien Iiite nit tia\ 
und gabent inen kurz antwurt: si woltent recht uf die bann- 
herzigkeit gottea, ir stürmen und anders erwarten und lieber 
ritterlich sterben, dann von inen als schantJicli guzwuug^Q 

I werden. 



243. Das tier eraf von KÖyniont iiud oucli die vou Ifer- 
dnn mit ireii wibeu und khiden nnd wss si ilanneu 

bringen mochten, nbzueeii. 

Also zocli der graf von Kftymont, der, als man i-ett, euch 

10 wund worden was, mit allem sinem volke schantlichen ab: 
desglich zugent die mftrder und verr&ter von Iferdun mit iren 
wiben und kinden ouch hinweg und nam iederman, was er 
mftcht geziechen oder getragen und mftsten alles ir gftt und 
ouch die schön atat hinder inen lassen. Und also hilfeot die 

IS gesellen barus und fundent gros gut in allen Iiiisem an apis 
und allen andern dingen. Und wie wol ei sich verwegen hatten, 
in dem slos die zwen toten lichamen und ouch ein ros, das 
darin was, zii essen '), do wart inen von gots gnaden ir truren 
in fröude verkert und e nacht wart, do hattent sj in dem alos 

■i» allerlei cost an guter spis und essen und trinken gnüg und 
sich sust mit anderm gftt als wol gewermt und vergeohen, 
das inen gar ein göt büt wart; das was nit unbillich, dann 
ai es wol verdienet hatten. Und blibent leider von denselben 
löten tot — si werent in betten oder aust erslagen — einlif man ; 

is aber der vienden zale, so do unibkament und erslagen wur- 
dent, mocht man eigentlichen nit wissen, dann die nierenteils 
von den iron hinweg getragen wurdent. Doch wart nachmalen 
von etlichen von Iferdun gerett, ir werent ob drissig mannen 
erslagen worden, die in den gassen werent gelegen: dann als 

M mau nachmalen gen Iferdun kam, da lagent dennoch bi vier 



9. Und also. — 10. abe. ^ 13. ziechen oder trageu. — 14, Und dft lüffen 
die froinen _^egellen. — 15. in den hiiserti. — 20. cost au easen nnd an 
trinken gaug und eich ouch mit. — 24. fronieu lüten. — &n ircn 
betten. — 27. getragen waten. — 28. von denen Ton. — 30, darnach ßen. 

■} Bern beriehtet an Basel, dwsa die Besatzung in Itt'erteu mie Maag«l 
Speise entschlosaen (feweseu sei, • einen toten kiirisser, den ai amb- 
gebraeht batteo, ein pferii und dannentbin ir guellen einen, des leben in 
TOBBsm tmCel stund, %i spisi eä briichen, e fi von dem hIos schieden *, 
^eutach Mi». C, 692. 



Tel 



oder ffinfen in der stat und in den graben. Der aluechtig 
ewig gotte welle sich über die armen seien alle erbarmen! 

Die von Latzem hatten oueh langezit einen honptman zft 
Iferdun gehebt, hies Albin von Sillinen'), der hat sich gar 
erlich bi inen gehalten; der reit am dornstag vor derselben 
mortnaeht') dannen und hatten im die von Iferdon al ge- 
meinlich geschenkt und er inen die letzi gelassen, dann sin 
herren einen andern houptman an sin stat hatten geschickt, 
und wist von disen dingen ganz nit; und als bald er gen Bern 
kam und das vernam, do ffir er von stund an mit der paner i 
von Bern wider gen Iferdun. 



I 



344. Das Brandolf vom Stein, der ein honptinan of 
Ornn«oii naH, in deinselhcii zite oncli (^eraiigcn uu<) 
hiuweg gefbrt wart. 

Und als nft diser mortlicher anslag in der nacht über die i 
fromen lüte zu Iferdun angetragen, zu glicher wise was ouch 
ein semlich valsch verreterio über die, so in dem slos zu 
Granson warent, angesechen und erdacht, dann in der stat 
Granson ouch etliche verreter in derselben huser der vienden 
gar vil komen warent und lagent in den stellen heimlich ver- t 
borgen. Und als der houptman von Bern, nämlich Brandolf 
vom Stein") und die andern knechte, so bi im in dem slos 
warent, das gros geschrei, schiessen und gotemmer zö Iferdun 
horten, do markten si glich wol, das etwas daran was und 
das ir fründe und gesellen zft Iferdun litten, und wusteu von * 
stund an uf und bereitent sich zu der weri. Also was der 



i. Sillinen, ein edelman. — 6. von dannen, — im ouoh. — 7. letie. — 
8. hera von Lutiierii, — hatten geben und Kegchickt, — fl. dinjfen, und 
verreterie. — 10. kam und heim wolt. — 11. iferdun, und wa8 im sinet 
gesellen komber und acboden ear leid, dann er lance zit houptniuii 

B-we?en und sielt inmassen gehatten hnt, das im iei&man holt was. 
nd wer ouch er daiemal da gewesen, bo wer an alien zwivel inmasaen 
von im gefaandlet worden, das man davon gesagt hetle, und wer vil' 
lieht dia mort und verreterie nit beschechen. — IM. angetragsn und 
«rdaeht. — 19. in derselben bil gar vil fehlt. — 20. verborgen fehlt. — 
25. litten und bereitent sieh von stund an m der weri. 



1) Ueber Älbin von Sllinen vgl, Geechichtafteund XV. S. 150. 167, 109. 
174. 181. Einen einzelnen Zug aus dessen Bpäl«rm Leben teilt C. C, Keller 
mit in: ZBrcheriache Apotheken und Apotheker iFestschrift «um SOjabrigen 
Jubiläum des schweizeriaehen Apothekervereins, 8. 15ü(. — ') 11. .lanuar. — 
') üeber Brandolf von Stein vgl. Schweiz. Geschieht forscher V. 3i4. f. 



34ä 



U76 



vorgenaute houptman vom Stein gar bald bereit und hief 
das tor uftün und ging snelliclichen in die etat selb dritt and 
wolt die in der stat euch ufwecken und si warnen und das si 
eich zö der were bereiten und tet das in einer gfiten. erlichen 

■ meinung. Und als er kam zfi dem closter der Barfässen, do 
warent die verreter do uud nament den vorgenanten faoapt- 
man und fürten in also gevangen für das slos mit grossem 
gesp6tte und mfitwillen und tr/iwten denen im slos, si wolten 
ineu iren buiiptman und die andern knechte angesicht k 

> ougen henken, oder aber ei mästen inen das slos libergehea; 
und hatten euch dem houptman einen strick um don hals ge- 
worfen, das ei in dem slos erschrecken und das dester e über- 
geben und zfi iren banden überantwurten soltent ; das wolten 
si nit tCin. Do fürten si den houptman mit inen hinweg, der 

t lag langezit in Burgunnen gevangen '), bis er nachmalen mit 
andern gefangnen an dem strit zfl Granson wider erlöst wart, 
als harnach stat*). 



345. Das die von Item mit ir pauer nnd 



geil Iferduu zugent. 



gBDzen macht 



) Dis mortliehen sacheu und verrüterie wurden angends gen 

Bern kund und zu wissen getan am samstag nach mittem 
tag') umb das ein, als das davor am fritag in der nacht be* 
schechen was. Also snell und von stund an wurdent gesampnet 
r.1te und zweihundert, denen semlich sachen gar nache zQ 

> herzen gingent und wart angends beslossen und geraten, mit 
der pauer und ganzer macht gen Iferdun zu ziechen und die 
fromen liite zu entachiitten und besechen, was inen angelegwn 
were. Und wart für einen gemeinen und obristen houptman 

3. wolt die ODcb ufwecken und warnen und tet da« in erlicher and 
^ter meinung. — 7. also fehlt. — 11. iin den hals geworfen, damit 
si zu schrecken und übeigeben wurden geneigt. — 21. verkünt «tni. — 
23. versampnet. — 27. liite entschiitt«n und ir gelegenhciit erfaren. 

'I Er sei * iämerlichen abgefiirt worden > • mit ^osser nnm^uigcblilteit >. 
In Briefen Berns vom 17. Jnimar im Teutach Miss. C, 684 f. Bern rerlajigto 
am 23. Janunr von Uranaon ber Bericht, wie es denn eigentlich bet dftr 
Gefangennahme des Stein zugegangen sei. Ebd. S. 699. Er cam in die Haft 
mtcb Nozeroi. Am 12. Februar fragt Bern in HSmpelgard an, ob sie keinen 
nuiihaften Gefangenen zur Auslöaung des Braniioli v. Stein bitten. Hata-M. 
Vgl. über die Vorgänge in ün.n»on Knebel. Basier Ohr. U, 3S7 f, — *) Üufcen 
Kap. 272. — •] 13. Januar 1476. 



geordnet und usgezogen herr Peterrnan von Wabren, und fürt 
die paner Änthoni Archer, ein venner von dem erbern hant- 
werk der ptistern, dem was für ein houptman und rat zugeben 
und geordnet Gilian Achshalni, ouch ein venner von dem 
erbern hantwerk der smiden. Und zugen also morndes am s 
Sonnentag frfl') in dem namen der heiligen drivaltikeit von 
stat mit ao vii lüten, als man dann dazemal in der snelle 
moeht haben und was iederman frölich und begirlich die 
fromen liite zfi entachütten und was gar us der mausen kalt 
und lag ein grosser sne. Und zocli man desselben tages bis 'o 
gen Murten und e man bis gen Giimynen kam, do kament 
mere underwegen. wie manlich sich die fromen gesellen zu 
Iferdun gehalten und das slos mit gewait noch inhatten und 
das die viend gar schantlichen abgezogen warent. Daran sich 
die von Bern nit keren und ie darzü tun woltent, damit die '^' 
fromen liite entechiit, und nit witer übervallen wurden, dann 
es umb si alles vol vienden und aber ir macht dein was. 
Und zDch man also am mentag^) bis gen Betterlingen, die- 
selben sich in disen dingen gar fromclichen gehalten und das 
am allerersten gen Bern und Friburg verkünt, ouch den knechten w 
von Iferdun hilf und trost nach allem irem vermiigen zugesagt 
hatten. Darnach zoch man gen Iferdun in die stat; und als 
bald denen von Bern semlich mortlich Sachen kund getan 
wurden und si das vernament, da schribent si das von stund 
an gen Lutzern und Solotern, die dann die iren ouch do ligen ss 
hatten, als das in einem brief harnach geschrieben stat. 



346. Das die TOu Bern denen von Intzern und Solotern 
schriben and dis verknntent*). 

Unser früntlich willig dienst und was wii' eren und trilwen 
vermügent bevor, fromen, fürsichtigen, wisen, besundeni lieben, ; 
brüderlichen fr&nde und getrdwen Eidgnossen! Wir haben 



I 



1. Wabem, ritt«r. — 3. dem wart für einen. — 10. echue. — 11. bis 
fehlt. — U. warent, als dann davor stat. — 22. aU bald ouch. — 25. 
Soluteni, e man a«:(Ocli, die dann die ireu oucli un denselben enden 
ligeude hatten und von disen dingen noch nit wiaten, ala das harnach 
von wort xe wort stat. — 27. Solotarn dis ouch verkuntent. — 30. 
Blindem. 



'] H. Januftr. — •) 1.5. Janui 

eatsch Miasivenbuche nicht vor. 

(11. Januar), deiuen wematlicher Inhal 



') Dieser Brief findet sich in dem 
hingei^en einer vom Sonntag nach Hilari 
ihaR ohMi8.34P ' — " -i:?---- ^- 



Aaiäert wurde. 



360 



1476 



in ilieer stunde ougenblicklichen vernomen, wie das äwer und 
unser fromen litte zu Iferdun mortlich und boscUch von «leo 
burgern und verretern zö Iferdun verraten und von dem grafeo 
von Rfiymont und andern landsherreu uf fritag nächst ver- 
<• gangen in der nacht umb das ein nach mittemacht, da si «o 
iren betten gewesen, mit grossen machten und volk liben'alka 
sind und liabent sich augends mit einem grossen geschrei er- 
hebt: hie Burgumieu ! und alle porten der stat ingenoniea: 
dann die veireter von Iferdun alle gemeinlicb wider si sind 
10 gewesen. Die fromen liite. so best si mochten, sind zfiäamen 
getretton und mit den vienden ob vier stunden gescharmutzt 
und inen etlich erschossen und erslagen, der zale wir nMk 
nit wissen, und sind doch darunder etlich der rechtscliuldigea 
bliben und euch leider etlich der linaem an iren betten mort- 
is lieh erstochen worden und umbkomen. Und haben die ür.sent 
von grosser not wegen müssen in das slos wichen, darin si 
sich, als wir vernemen, mit grossen ängsten und wenig spis 
enthalten und von üch und uns entschüttuug begem. Deshalb 
wir von stund an zCt rat worden sind, morndes frü mit unser 
^' ufgeworfnen paner und ganzer macht snelliclicben zu inen zil 
ziechen und si mit der hilf des barmherzigen guttes vor allen 
vienden ritterlich und manlich entschiitten und darunib ganz 
niitzit ungelitten noch underwegen lassen. Desglich werden 
unser getniwen mitburger von Friburg mit ir paner und macht 
■6 ouch tun. Und nachdem üch dann dis ding und mortlich sacheu 
von der i'iwern wegen ouch billich zu herzen gand, — dann als 
wir merken, so sind die viend von Iferdun gewichen und Ilgen 
mit grossen scharen und machten zfi ring umb in den dörfern 
und ziicht man inen tag und nacht gar mechticiichen zu, des- 
w> halb si mftchten uberilt werden — , daruinb bitten und manen 
wir lieh hiemit früntlich, das ir dis ding als ouch wir zu herzen 
nemen und üch von stund an mit üwer ganzen macht erheben 
und förderlich zCi uns und den liwern ziechen, danu wir ie nit 
erwinden noch rilwen pflegen wellen, bis wir zi'i inen kumen. 
'^ was lins ioch der almechtlg gotte, in des schirm wir üch und 
lins bevehlen, darumb züfägt. Datum gar snell am samatag nach 
Bilarii') umb die dritte stund nach mittag, anno 76. 

1. in (lirro stunde. — 2. bogcblich. ^ 3. verretern duselb*. — fl. 
7olk fehlt. — 14. etlich der liwern und ünsem. — 15. die dnaem fÄ 
20. ufRawortner, — 22. ganz nit. — 87. mittem lag. 



1476 



361 



Do nü die von Bern, Friburg und Solotern gen Iferdun 
kament, äo was in der »tat niemand, dann die frotnen knechte 
hatten stat und sloa ingenomen uud das mit gewalt in, und 
man vand ouch darinne gar gros merglieh gut an husrat und 
andern dingen und sunderlich an kom, win, haber, hAw und 
strow, des gar usdermassen vil do was, dann si sich darzü 
gerüst hatten, das si vermeinten, der herzog von Surgunnen 
soUe darkomen, als ouch in kurzem darnach beschacli. Man 
vand ouch in der atat gar vil gdtes, das vergraben was den 
merenteil in allen hüaern und -hat iederman essen und trinken i 
gnög; des wart ouch ganz nit gespart, dann man bi zechen 
tagen aneinandern do lag, der vienden zA erwarten und ouch 
das man das gut mÖcht hinweg bringen; es kam aber nienian'). 
Also wurden die von Bern und Friburg mit einandern ze rat, 
das slos und stat Iferdun zä besetzen und Hessen darinne von i 
beiden stetten zweihundert knecht und soldner, aber die von 
Lutzern und Solotern wo! ten der iren nieman do lassen*) und 
meinten der mortlichen Sachen an den iren nit me ze erwarten. 
Die von Lutzorn zugen ouch nit gen Iferdun und beschach das 
darumb: si hattent sich mit ganzer macht zCtgerüst, als bald : 
inen somlichs zu wissen getan wart ; und do si vernament, das 
die iren entschüt und ouch die viend abgezogen warcnt, da 
blibont si dohcim : darzü sehriben ouch inen die von Bern, das 
si daheim blibent und den grossen costen ersparen soltent, 
dann es nit not were und bliep das umb des besten und keiner '- 
andern sachen willen underwegen. 

Item es wart ouch einer mit dem swert zu Iferdun ge- 
richt, der was langezit ir weibel und statknecht gewesen, 
Derselb verlach offerilich vor menglichen, als man in richten 
wolt, das die von Iferdun gemeinlich und sunderlich die rAte = 
and gewaltigen alle an disen mortlichen sachen schuldig 

^2. anders niemiut. — die frompn lilte, die hatten atat und sloe mit 
gewalt ingenomen. — 5. hÖw fthll. — 6. do fehU. — 9. daa darin. — 
10. merteil. — 14. ze nvt ond besatzten die »tat und das «Ins Ifer- 
dun mit Bweihundert koechtcn. — 20. allein danuub, — zügeniat und 
als bald si vetnanieii , Ans die iren, — 'M. ersparten, dann. — 27. Item 
ea wart bia wider heim fthtt. 

') Der Rat von Bern hatte den Ausgezogenen die Weisung zukommen 
lassen, nach Moreee -ta ziehen, aber ohne jemanden gefährlich £u schaden^ 
doch nnterliess man diesen Zug. Teutach Miss. C, 69t. vom 30. Januar. Die 
Berner Trappen befanden räch am 2ß. Jannar wieder £U 3au»e. Rats-M. IS. 
247. — »1 Luzem und Solotnm wollen aich von Trerdon echeident Berti 
nud Freibnrg aber halten die Behauptung der Stadt wegen der Sicnerang 
Gransona für notwendig. Tentsch Uiss. C, 694. 



352 



1476 



warent und semlichea antrag miteinandem getan hatten. 
Und also, do die alles ergangen und stat und slos [ferdun mit 
den zweihundert mannen von Bern und Friburg besatzt was, 
do zoch man widor heim. 



> 217. HieiiHcli rindet man von dem strJt vor {jraiison mit 
dem borzogen von BurGriniiicn nnd was sich dozwiischen 
machi. und oucli wi» der herzog: von Naiise, do er das 
gewuunen iiat, in Saf'öy Icani. 

Und do uh die beiden stette Bern und Friburg Iferdun. 

i stat und slos. mit den zweihundert mannen besutzt batten und 
sus niemau von Iferduu do bleip weder von mannen, frowen 
noch kinden, dann si nach der vergangnen mortnacht alle 
von danneu gewichen und vertriben warent, do wart das slos 
Granson von denen von Bern euch wol besatzt und ouch die 

i stat und bliben die burger und armen lüte merenteils alle in 
der stat Granson, dann si sieb vorhin erherlichen hatteu ge- 
halten und getrbwt man ineu wol. usgenomen etlicb, die ouch 
dannen gewichen und vertriben warent, als si den houptman 
Brandolfen vom Stein euch schantlichen vorraten und da&nen 

) gefilrt hattent. Und also in kurzem darnach, als der herzog 
von Burgunnen das herzogthimi Lothringen gewannen und zö 
sinen banden bracht hat, da zoch er angends haruf in Obei^ 
burgunnen mit einem gar mechtigen volk und kert von stund 
an in Safuyer land, die es ouch alle wider die von Bern und 

' ander Eidgnossen batten wider die geswornen ewigen piinde, 
darumb inen von gottes gnaden ir rechter Ion wart, al« man 
harnacb in diser cronick vindet. Dersetb herzog von Burgunnen 
bat ouch vorhin sin sachen mit dem Kumschen keiser, dem 
küng von Frankenrich und andern fiirsten und herren in sem- 

I lichermass gestellt und zügericht '), das er meint an allen 
orten rÄwig zö sinde, usgenomen gegen denen von Bern und 
andern iren Eidgnossen und gewanten meint er sich zu rechen 

5. von Granaon. — 6. eich ouch. — 7. vorgeuante herzog. — 8. mit- 
einandem gewunnen. — 9. Do nfi, — 12. dann oueh. — 15, bürgere, — 
16. Graoion fehlt. - 17. vertnimt. - 18. von dnnoen. - 22. gebracht. — 
31. zfi ain. — 32. verwunten. 

') FiB ist (loch bezeichnend, dass Bchilling gegenüber dem iinlautem 
Spiele des deutschen Kainers und des KOuigs ?on Frankreich — vgl, Witte, 
ZGORh. NF. S, 78 ft". 20^ tl'. — kein Wort des Tadels an dieaer Stelle findet. 



t 



1476 3:.3 

^ Tind einen iniitwiUen an inen volbringen. Deaglich sich die 
herzogin von Saffiy und die ganz landschaft ouch nit spart 
und taten alles ir vermilgen darzö, dann si hielten den her- 
zogen fi'ir iren rechten und waren Messias und meinten nit. 
das im ieman mßclite widerstan, als si das vorhin dick gerett 
und denen von Bern und andern Eidgnossen uf ein zükunft 
gar vast getröwt hatten. 

'24S. Daa der TOrgODunt herzog tou BorgODuen mit allem 
I siaem zägo und ganzer macht für JangÜ hariu zoch. 

I Und also zoch der wütrich. der herzog von Burgunncn mit i 
unsäglicher grosser macht und allem sinem züge von biichsen 
und andern dingen us Burgunnen für Jungii harin '}, allent- 
halben in die stett und dftrfer und auoderlich gen Orban, 
gen Bornen'), zi'i dem heiligen Cri'itz und in dieselben art, 
als er dann allen sinen züg vor dannen goricht und ge- i 
schickt hat. Als bald man das zu Bern vernam, do schickt 
man von stund an me löten mit einem houptman gen Granson, 
darzü züg und anders, damit es nach notdurft wurde versechen; 
darzfi schreip man ouch dem houptman und knechten, die zfi 
Iferduii warent, das si sich äugendes darnach richtcnt und - 
len nechsten gen Granson zugent oder har heim und ei ouch 
,t inen nemend al biichsen, bulver und ander werinen, was 
ei dann mit inen hinweg bringen möchten und dann die stat 
und slos in grund ganz verbranten und was darin were, da-, 
mit die viend sich desteiininder möchten enthalten, noch ir - 
WODung haben; als ouch beschach'), das inen leider übel kam, 
hamach geldtert wirt. 



2. Satiy und ander ouch nit spartan, — 4. vermeinten. — 7. gar 
fehlt. — 9. und ouch ganzen machten. — 10. der wütrich fehlt. — 14. 
arten. — 15. nud geacnickt fehlt. — 16, Und als man. — 28, da« de» 
fromen Idten leider. 



. Karl verlieas Nancy am 11. J^uiuar. Knebel, Basler Chr, II, 332. Am 
2-5, Januar wusste man in Bern dceaen Anfbruch (Toutwh MiaB. C. 703), am 
1 . Februar, dass er im Lande sei (Rate-M. 18, 2SB). In Joagne war er noch 
riem Briefe Bernfl an Basel am 9, Februar. Knebel, Basler Chr. II, 343. — 
'I Baulmes, ein Dorf, westlich von Tverdoii. Am 15. Februar achreibt Bern 
nacli Neuenbürg, doas der Heraog in Orbe sei mit 12,000 Glonen mid den 
kleinen Btichsen, die grossen kämen nacb, Troylns sei mit einer selchen 
herilbergekommeu, die von 13 Pferden geacgen werden musste. Die Her- 
zogin von Savojen komme heute mit 9000 Manu, darunter öOOO Mailändern 
— »ch I^usanne. Ruts-M. IS, 17. — *] Schon am 6. Februar hatte man in 
„ Yverdon sei • verbriinnen . (Rats-M. 18, 264|. Dies Ge- 
U3 



Um. Das der herzog vou Bargnonen sin le^er rdr 
(Iranson släg. 

Darnach in kurzen tagen, als der vorgenant herzog von 
Burgunnen mit sineni gewalt und bq grosser macht harüber 
' in das land was komen, so alflg er sich angendes für die stat 
und slos Gr&nson mit bo vü liiten, das es kum gloiiplicben 
ist'). Es wurden ouch so vil zelten, hiiser und Hütten ufge- 
slagen, das es nit anders was, dann ein gros mechtig stat, 
und was das leger zertngumb gar wit und gi-os'). 



350. Das der herzog von Bargnunen deu ersten ^H 

Sturm an Oransoii tiiii lies. ^H 

Und als das leger ganz geslagen wart, du lies er an die 

stat stürmen an einem sonnentag vor sant Mathis tag") des 

heiligen zwolfbotten in dem vorgenanten iare mit grossem 

■i gewalt und vil löten. Also wartent sich die froraen lüte von 

Bern und Friburg als trostlich und manlich, das si inen den 

1. vorgenant hereog. - _._.„_ „ 

belag. — 4. grossen machten. — S. ün slüfr 

xilges. — 8. afgeslagen und gemachet. — 9. nn'l was gncli. — jfros 
und daiin allerlei veil vün Kuufmanachnts und andern dingen, das 
mun erdenken niocht; dann oucb gar vil wechtiger koufliSteji mit im 
waren guiogea und was under inen gros hochviirt. — 10. vorgenant 
herzog, — fl. lieB und si gar hart angreiF, — 12, gani fehlt. — an 
fehlt. — 13. einein fehlt. — 16. ao troachlith. 

rücht erwies sich als unrichtig; denn erst tun 11. Februar gieng der Befehl 
an den dortigen Hauptmann ab, Schlos! und Stadt äu verbrennen und au 
schleifen. Wem und Korn nach Oranson zu bringen und mit der MnnnachAft 
nach Petejlingeo oder nach Neuenbui-g zu geben. (Ebd. 19.) Am 13. Febr. wird 
dieser Befehl wiederholt mit der Weisung, so viel Knechte nach Gronson 
;iu legen, dass dort ihrer 200 seien (Tentsch Miss. C, 739); wenn sie die 
Vorrilte nicht fortbringen kännen. so sollen sie das Korn verbrennen and 
die Weinfässer zerBchlagen [Ruts-M. 19, 15), Am 17. Februar wnsate man 
im Hat, dELBs Yverdon verbrannt sei. (Ebd. S. 21.) Vgl. auch Knebel, Basler 
Chr. 11, 3;19. — ') Ein Eintr^ in daa Rats-M. vom 13. Februar bemerkt, 
dasR der Herzog mit 40,000 Mann vor Peterlinsen stehe. In einem Briefe 
vom gleichen Tage an Luzem erhöhte man die Zahl der Bur^nder auf 
60,00(1 Mann. Am 17. Februar kannte man die Absicht des Herzogs, nach 
Granson tu ziehen. RatS'M. 19, 22, — ■) Heltinger sagt in seinem Üeridhte 
(Basler Chr. 11, B58), dass daa Lager grosser sei als die Stadt Solotum. — 
*) 18, Februar, In einem Briefe an die Eidgenossen vom 22. Februar be- 
merken die Bemer, dass beim Sturm, der ifji Stunden gedauert hätte, von 
den Burgundern über 100, von den eigenen tieuten, deren Zahl auf 500 an- 
gegeben wird, nur 2 gefullen seien. Teut^ch Miss. C. 755, Knebel, Baaler 
Chr. II, S4S f. Da nach Panigarolos Brief vom 23. Februar der HerzM «Mt 
am 19, Februar vor Oranson erschien (Gingins, D^Sches 1. 287. 2KIL so 
war er beim ersten Stnrm nicht persönlich gegenwärüg. 



stürm vorbehielten und der viender an dem stürm gar vil 
umbbrachten und mästen also mit schänden und schaden ab- 
ziechen, dodiirch der herzog von Burgunnen vast entsetzt wart. 



Pä5I. Das Urant^on zem ftuilera mal gar harteelicben 
geälärnit wart. 

Nft darnach an der nechsten mitwochen ') des vorgenanten 
iares sturmtent aber die viend an die atat Granson so mit 
grossem gewalt und macht, das si iif einer siton neben hinin 
kamen und die stat gewunnen und wart die angst und not 
als gros, das die iromen liite von Bern und von Friburg in ' 
dem BarfCissencIoster der stat warent und nit wistent, das die 
stat gewunnen was. Und als si die viend so mechticlichen 
und mit als grossen scharen in der stat gesachen und der 
innen wurden, do gingent si us dem closter und trungen mit 
gewerter band durch al viend und kamend in das slos und i 
enpfiengent leider etwas schaden; doch kamend der vienden 
an demselben stürm aber gar vil umb, und enthieltent sich 
do in dem slos, bis si leider schantlich verraten und umb- 
bracht wurden, als harnach wirt gemelt. 



25'^. Das die iu dem slos gar tai^t geiiöt worden aud '■ 
i irem büuhsennieister dm boupt an einer zinnen »bge- 
I schössen wart. 

Und als nü die fromen liite von Bern und von Friburg 
in das slos Gransou komen und gewichen, der hi fünfhundert 
mannen warent, do hatten die Burgunschen die stat in mit - 
ganzem gewalt und macht und leiten ir büchsen gar nache zQ 

6. Kü fthlt. — 8. macbten. — an einer, — neben darin. — 17. oucB 
vil, — 18. darnach leiiler. — 19. als daa harnach bas mliltert wirt. — 

»20. Ua» die vorgenanten fromen liit« von Bern und Fnburg, 80 in dem 
iloB warent, vMt. — 21. ganz abgeaohossen. — 23. und Friburg. — 
2S. Burg^nner. 

') üeber diesen zweiten Starm yom 21. Februar berichten die Berner 
am fülgenden Tage an die Eidgenossen, dass der Herxog das St&dtchen 
^rewonnen hätte, aber mit grosiem Verluet, denn Graben und Stadt Hegen 
voll Toter. Von den eigenen Leuten seien einige umgekommen. Es Bei sehr 
wicbli^. das Schloss zu hallen, denn dieses behemche den Nene d bürge rsee. 
von hier aua kOnne der Feind nach Neuenbarg, Erloch, Biel und Niduu 
dehen. Teutscb Uias. C, 7S5. 



1476 



1 daruiL Im^H 
lanlich nnJ^ 



dfliii slua lind Bchitssent tag und uacht gar vientüch t 
nAten fromeii Idte hielten! sich in dem slos sar manlich 
WAi'l d\\» hIos fßrer nit nie genfit mit stUrmeD, doDii alleii 
mit fti-hii>ssou nf oiner siten gein dei- stat. do es ouch gar 
plark und werlich was. Si hatten ouch bi inen in dem slos 

, oiii büdineumoistor von Bern, der was gar ein manlicber gesell 
und hielt sich trostlich tng und nacht; demselben wart sin 
houpt in dein slos an einer ziimen von den vienden abge- 
■cliiMHOu, dnit den frumen liUen im slos gar übel kam; dann 

p wi) hifcliiteiimeiater in stotten oder slossen umbbracht werden, 
daa hniigt under hUon gar grossen und mergüchen verlust 
und HcliHilen. Ineit ging ouch im slos etwas bulvei's au imd 
vcrhninti'ii inen darinne vil bitchscn und ander züg. darzti 
■den ouch ir desselben m als von dem füre und bulvi 

und hatten in dem slos mit einandern vil wideri- 



wurden ou 
» gewDHt') V 
r wertlkeit. 



[ 



•i^A. IhiH die von Itoru mit Ir ofnen jiauer niid gnuzer 
iiiuclit gen Muvteii zugent, die irRii zA Oraiisou 2U_ 
eiitNOhrttlcii'). 

Do KJili iifi der herzog von Burgunnen mit also grosscrä] 
guwiilt und niuclit l'ilr Granson gelogert und die stat gewunnen. 

4. Hii t>inor utvn tpW'i^> — ^- fiinen büchaenmeister. — miinlicber mai 
ilwiiKullwn wiirt. — V. diu inun jpir libel. — 11. und merklichen fektt^- 
10, Xioatt COH tpälerer Hand; das Dui:h vo\ ein anzcigun^ w" -- 

niwlifolKitid«« iiii«t'fi'llii. — 17. j[(in»ün. — 21. uiaehten. 

') IJulmr diiMii boideu UnfiÜle Iwriflität Bern im Brief vom 1 

litMitr ttn <1lu KUlKDiKMiun, nntvn Ka\t. 268. — <) Die BüEtiinKen tmd Aa) 
Kiilj'itit Ilonii Utjiiniion um Sl. Jauunr. Am T. Febi-uar w&r Harnisctücb 
III Tun (lütt«-M, IS, 2(17), um 10. Februar «furden Stadt und Landsclu 
iiiirBobijl'<ii (»bd. in, 31 und dm- AiiKEug uuF den 10. Februar axigeae 
Wllliriniil dii' Kni'Kilorfer sohoii um 1.1. nach Murten zogen (ebd. S. ; 
inckt.iiii dii> Hnrui^r um ll3. Kcbruikr ilus. Kllr Rescbalfung von ProTinot t 
Mniiitinii wurden i'l».>nrftU» MaBaregeln ^fetroffen. Am 15. Februar fonL 
uiüH dii> l»!'»!!) in IKbvn unJ Arbcr^ iiiif. lirod zu backen. In Bern t 
man O« auch mul i..lin'! .nlLiliiUi ![,■ \\'.i^'i>ii uvis dem La^^ec ü 

Hin I!« fortm'lialli'ii i ' ■ ''• I' i..ii.iii Klii-n^i lässt man da* . 

lind'in lit'nendo K.i . . i . - .-n umIiIoh imd ersucht die Vßf 

in ATwan|/nii uml I 'i;' K ■ m .1:, M.iJt. /.u Bchioken, • dum 

not iKti (ly, Fubrii.n \i:i ;'< 1' ]- I. 'i'.i;j,.' lM'-,'lii('kcn sie den BnchBemnewt 
ilana Tillier ivu» dorn IVM, uni )'iilv>'i* tu machen, • uns allen a& trotf 
lUtfl-M. IS>, lÜ-'Ä). Am 21. Februar vnrlangen sie neuerdings Waffen a 
dem iioeer, um Korn, Brml und andf res fertigen zu können und ffenen d_ 
Preiweibcln von Kouolliiise]) und Zollikofen den Beteht. insu die MBlta 
und Bäcker mahlen und biiL'keii und alles in die SUdt brio^'en sollen ; 



1476 357 

ouch vorhin zweii stiirni ndi:h einandern getan, das hatten die 
von Bern wol vernomcii und zugen also mit ir paner und 
ganzer macht füiderlich ua bis gen Murten, und warent ir 
houptliite herr Niciaus von Seharnachtat , ritter, dazemiil 
schulthes, und mit im Hans von Halwil '), gar ein fronier und 
tbrer edelman, der vorhin gar in mengem veltatrit in Ungern, 
Behem und an andern enden gewesen was und sich gar wol 
und erlichi^n gehalten hat, ah man allenthalben von im rett: 
der was der von Beni burger') und was vorhin ouch bi herr 
Niclausen von Diespaoh zfi Ponterlin gewesen und hat sich an i 
demselben ende ouch gar wol und erlich gehalten.^) Uarumb 
von siner manheit und fromkeit wegen, do wart er einhellic- 
lich für einen houptman zu dem von Schaniachtal geordnet, 
und fürt aber die paner Hans Kutler, ein venner von dem 
erbem hantwerk der metzgem ; dem wart fi'ir einen houptman i 
zugeben und geordnet Ludwig Brügler, ouch ein venner von 
dem erbern liantwerk der gerwerii. und was in demselben 
zuge Schützenmeister Peter Simon. Dieselben houptlitt und 
venner mit andern nUen und burgern, so inen zugeordnet 
warent, sich in disen dingen gar erlich und wol hielten und -. 
tag und nacht züsanien gingen zu betrachten, wie si die Iren 
erlfjsen und entschütteu machten. 

3. wachte- — 5, herr Hans von Hallvil, ouob täa fromer und Wrer 
ritter. — 6. aar fehlt. — 9. der waa der von Bern burjter fehlt. — 
17. was ouch. — \*. Peter SimoD, onch ein venner. DicseHien. - 

1 den Proviimt behalteu, 

n eLenfalla Siehe eh eitsmimsregeln für 
die Stadt; man beschlou, eie mit euten Toren, Grendeln, tJehutzKfttt«ru, 
Wllciitern und Hütern xu versehen, Holz — namentlich eichene» — herein- 
liuai; baffen, Bflchspnpulver %a machen, eine Ordnung zu erliissen • wenn ein 
K-elüiil' kfim» und die Handwerkaknechte sofort schwüren au laaeii. (Kbd. 
S. -23.1 Am 24. Februar beateilte man von Kirohherg her lOO Mütt Haber 
iiiiil lUU MUtt Dinkel und beauftrairte den Vogt von Nidau, ohne Verzug 
22 KäsBer Wein herOberzusenden. (Ebd.) Am SS. Februar befiehlt man den 
Klöstern in Königsfelden, St. Urban, Zoüngen. Werd, Fraubriinnen und 
den Landvögten im Argau , mahlen nu lassen und Haber zu echickon. 
(Ebd. S. 43.) — '} Ueber Hans von Hallwyl siebe Argovia VI, 2il6 f. Audi 
Knebel, Basier Chr. II, 350 sagt, das» Hana v. Hallwyl an vielen Kriegen 
in L'Dgam teilgenommen habe. — ') Der Burgeriechwbrief von Hans und 
Walther von Hallwvl wurde am 13. August 1470 auageut^llt. Spruchbucb F. 
ä, 244- Do« Rats-H. vom 12. August verzeichnet merkwürdiger weiM' die 
Aufnahme von «drig» Brfldem von Hallwyl. — '| Siehe oben Kap. 154. 



•Zm. Das die von Fribnrg, Solotern nnd Biel mit Iren 
paiieru ODch nszngent. 

Darzb zugen oucli die von Friburg, Solotern und Bicl us. 
ouch mit iren panern und ganzen machten ') und bliben alsc 
> zÜ Mui'ten und in derselben gegne, ze ci'warten, bis die andern 
Eidgnossen und gewanten ouch liamach kernend, die ouch die 
von Bern me dann einmal manten undsehriben, als daun zenj 
teil harnach gescliriben stat. 



255. Wie die von Rem den Eidgnossen schribent TOn der 
ziikunft des herzogeu von Burgunnen. 

Unser friintlich bereit dienst und was wir eren vermögen 
zövor, from, fiirsichtig, wis. sunder gut friind und gotntwen 
lieben Eidgnossen! üb vil kuntschaften, so wir usgeverliget. 
haben wir verstanden den zliziig des Burgunseben berzogen 

1 und hüt diaer stund aus ganzer warheit vei'standen, das er 
mit aller ainr macht Aber das gebirg herin und jetzt aller- 
nächst an unsern landen ist; und zöcht im zö, als wir das 
merken, alles Saf5y: und diewil nü. uns s&lichs an lib. er und 
gut gat und darin dehein verzug zu haben ist, so manen und 

] begeren wir an (iiver brMerlieh lieb, so hoch und tiof wir 
können, das ir angends mit aller üwer macht zCi uns und 
unser atat ziechon zu rettung unser land, lüt, libs und gilts. 
als dann öwer und unser vordem das us brüderlichen trüwen 
gegen einandern gewont haben und wir einandern schuldig 

i sind und uns oueh zi^ i'ich in anseehen vil trostUchs zCisagens. 
uns von üwern raten zu meren malen begegnet, ungezwifelt 
vertrösten. Dann wir sind in willen, mit hilf des barmherzigen 
gots uf fritag nach Valentini*) frft mit ganzer macht mit 

4. also /fhlt. — 6. dereelben art. — 6. und gewtuiten fehlt. — 1«- 
meiit. — 7. und inen achribeii. — 8. gesehriben fehlt. — 9. Da» iIm> 
von Bern den Eidgnoniaen Bchribent von des herzogen i 
wegen. — U. Trxt nach TmUch Mm. 0," " ' 

zug mag sin, — 28. Rn frit«g. 

') Am 19. Feljriiar schreibt der Bat von Bern in Am Feld, daa Srtä.- 
burc und Solotnm noch nicht erschienen neien; die Heerführer Botten 
warfen, nichts unternehmen und nicht vorrücken, da mp ■ hindermingen» 
und geschädigt werden kannten. Ftata-M. 19, 24; Teiitsch l&im. C.l^. Die 
Bieler — 75 Mann unter Anfilhmng von Peter Gßulfi — erschienen Bchan 
am 16. Februar in Murten. Blüsch, Geschichte der Studt Biel 1. 289. — 
') 16. Februar. 



U76 



3ö'.l 



imsern initburgern. Eidgnossen und zflgewanten von unser 
stat gegen im zu ziechen in die nochaten unser slos, damit 
die unsern, eo er angenda beligen und nöten wirt, dester me 
trastes mögen haben. Wir haben ouch allen unsem punt- 
genossen, Strasburg, Basel und ouch der herschaft Oeetericb 
raten sömlicli meinung zügeschriben und si gemant, uns an- 
gends mit allen im machten zfi ros und füs zfizeziechen, und 
haben darin unser er, IIb und gftt ücli befolhen, dann an disen 
dingen unser aller uf- oder abgang. den got cwenklich wende, 
stat. Datum snellenklichen sampstag vor Valentini') 76. i 

Semlicher brieten wurden den Eidgnossen und andern ge- 
wanten gar vil geschriben einer ober den andern von denen 
von Bern'), die ouch tag und nacht bi einandern warent zii 
bedenken und ratslagen, wie si die iren, die so herticlichen 
genfit wurden, entschütten und dein grossen wütrich von Bur- i 
gunnen widerstant tun möchtent. Si gaben oucb den Eid- 
gnossen zu verstau, wie der herzog von Burgunnen zwen 
stürm nach einandern getan und an dem leisten stürm die 
stat Granson gewunnen und inhette und die fromen lüte im 
slos als mechticlichen unibgeben und mit schiessen understan- :: 
den hette, das ei sich in die harr nit woi mftehten enthalten. 
Daruf die Eidgnossen denen von Bern atweg antwurt gaben 
und baten, das man ir aller erwarten und von Murten nit 
ziechen, so woltent si trostlichen komen und dero von Bern 
land und Iiite helfen entschütten und darumb ganz nit un- : 
gelitten lassen'), dann solte man also hinweg ziechen und nit 



mlicb. - 



14. die als bertJclicheD. 



') 10. Febmar. DieBer Brief gieng ab nach Zflrieh, Lozern, Uri, Schwii. 
Unterwaiden, Ziis- Glaras, Stadt und Abt von 8t. Gallen, App«ni»ll. Schaft- 
iiausen. — •) HiÜsHeguche giengen ab an Zürich am 2. Febnmr (Teutsch 
Miss. C, T14), an Basel, den OBteir. Landvogt, den Bischof von Sitten am 
3. (ebd. S. 71Ü— T19), an die Beichsitädt« und Straasburg am IS. (ebd. S. 
72S-7Si), an den Bischof von Sitten nnd Luzem am 13. [ebd. S. 7S5-737I, 
an Luzem und die EidgenosseD am 14. (ebd. S. 740—742), an Wallis am 
20. und ih. (ebd. S. 746, 7tj5). an die EidRenOBgea am 22. und 25. |ebd. S. 
75.'-, 767), an Zürich am 25. (ebd. S. 7701 an Strassburg, Zürich, Uri, Glarua, 
L'nterwalden am 36. Februar (Rata-M. 19, S9). Aus Appenzell brachte Hans 
hoM gute Nachricht: er sei dort gut empfangen worden und die Appen- 
seller hiltten ihm venichert, daat sie noch nie eine Beiae so gerne unter* 
nommen bitten, wie die zu Ehren und Frommen Bern«. Teutich Mias. C, 
754. Die Mahnungen an Luzem sind im Gegthichtsfreund XXIII, 66—72 
absjedruckt, — ') Die Tiwatzuiig beschäftigte «ich zuerst am 8. Februar 
mit der llahnung Berns. Der Auszug wurde auf den 2!t. Febraar angesetzt. 
Abech. 11, 578. 5H0. Am Tage vorher schreiben die Berner ina Feld, dass 
die Hauptleute bis zur Anknntt der FüdgenoeHen nichts unternehmen sollen 



1476 

versfttnpnet sin , so were der herzog von Burgunnen der 
mei'htigesten einer in der weit und m&cht man damit gar 
grossen schaden enpfachen ; dos oiich die von BeiTi mit deneu 
von Friburg, Solotern, Biel und andern iren gewaiiten begon- 

1* den betrachten und woltent sich von iren Eidgenossen nit 
siindem noch scheiden und mit einhellem rat handten, wie es 
nachmalen gan, das si kein verwiesen von inen haben wurden. 
Wie wo! si gern gen Murten gegen den iren gen Uranoon 
gezogen werent, die in grossen engsten und nöten warent, so 

II meintent si doch, die iren wurden sich in dem gftten. starken 
slos enthalten und das nit übergeben, allediewile st essen und 
trinken darinne betten. Und bliben also zö Murten ligeii von 
bitt wegen der Eidgnossen, die ouch nachmalen gar tröstlichen 
kamont. Es wart aber leider den fromen löten in Grarison ze 

.\ lang verhalten, als harnach stat. und nachdem dann die von 
Bern und ander Eidgnossen zu etlichen richatetten der Ver- 
einigung in Sweben ouch ein gut vertrüwen und Zuversicht 
und inen ouch zu allen ziten vil gutes getan und erzougt 
hattent, do schribent die von Bern denselben richstetten gar 

'> ein früntlichen briet', als harnach stat. Es ging inen aber nit 
vast zö herzen, sunderlich denen von Nftrenberg und etlichen 
andern ouch. Doch warent etlich from stette under inen, die 
ir vermugen darin tatent; denselben es zft gutem nit wirl 
vergessen, ob das iemcrmere zu schulden kompt. 

-, 356. Wie die rou Bern gemeiueu richstetten der vereiuttug: 

in Snobeii gar frdntlich scliribeu. 

Unser Irüntiich, gutwillig dienst und was wir eren und 
gfits vermogent zuvor, from, fürsichtig, wia, sunder lieb und 
gut fründ! Wir setzen in deheinen zwifel, ir wilssen, wie 

2, uiechtiResteu fürBtcn einer und mOcht man davon (grossen. — 4. 
wurden betrachten. — 8. »on Murten. — 16. andern. — 17. Swabeu ooch 
ein Euoderb&r gfit. — 19. denselben statten, — 22. die dt^nsocbt. — 
23. es nach zu KÜtem ni^menner wirt. — J4. ol) daa iemenaerf xil 
schulden kompt fekU. — 25. Das die. — 26. Swaben. — ft-ilntlicl» uod 
ernatlich. — 27. Text nach TevlKh Miss. C, 78S. - waa wir in alten 
Bachen, oren und trüwen vermiigent beTtir. besiindem liebt'U. gut ttoi] 
getrüweu friindel Z, B. — 2». keinen Z, B. — wiwi'n Z, B. 

• das ist ir aller rat>. Teutach Hite. C, 754. Auf die Ankunft, der Gid- 
K&aoemn wurden am 19. Februar die bernischen LandstlUlte angewieaen, sie 
freundlich zu emplkng>en, die Zehrung betchcidea aniuachlagea. die Münx«n 
ohne AhzuK anzunehmen und «ich mit Brod und Fleisch aufs best« sn 
rersehen. Rats-M. 19. 2-5. 



U7fi 361 

ilann der Burguiisch herzog ißtz ein merklich zit in getröateii 
Sias gowalts deni hciltgi?n Römachen rieh widerwertig gewesen 
uud zu sölichem frefel iifgestigen, das im zu t'ürsatz konien 
ist, dasselb an sich mit haotlicher ^etat zu ziechen, und damit 
s'itichs unser aller nation kiintlich und im zCi ti'ind lii'ht ge- 
messen wurde, so hat er zCi erst an Niiss aölichermass gehandeU. 
das gegen im die keiserlich maieatat, ir, wir und ander zö giU 
dem vermelten rieh und unser ei'plichen zung erwegt, zfl 
veihdon komen und gestanden, als ir wol bericht sind; darin 
nft uns zu anvang geliorsanie, innerlich lieb unser naturtieheu i 
sprach und hantltabung des vermelten richs, dem wir zäge- 
glidct sind, bewegt hat uud besunder, das wir iu der keiser- 
lichen maiestat gebotsbriefen gesichert wurden, weder t'rid noch 
beatiinde an unser alier insliesseu ufgenomen werden. .Aber 
uit desterminder haben wir mit andern fürsten, bem und i 
stetteu, die dann gegen unsern Eiilgnossen und uns in ver- 
sehribung stan, bisher als usgesiindcrt dem vorbemelten her- 
zogen widerstanden und tilgliehs tfln nit an grossen swftren 
und untrüglichen kosten, werden ouch darzb so vü höcher 
gemH, das er durch begünetung der Saföyschen, den wir doch = 
bisher us verschribner pfljcht dos kein vertrdwen gesatzt haben, 
in die lantschaft der VVat, der unser land berörlich sind, mit 
ganzer macht ist konien iu willen, als mit niemand dann 
unsern zögewanten und uns spennig. uns an lib, eren und gut 
zd trengen us ganzem bofTen, wo im gegou uns gelingen, es ^ 
wurd darnach dehetn widerwere von iemands unser zungen 
ufgericht, sunder die UAmsch krön, der begird sin herz nit 
rüwen iasst, an beswiirde zdkomen, als ir ouch selbs us grund 
üwer veiTiunft wiissen zll betrachten. Und als nft unser löblich 
vordem uns er, g(tt, lAt und laud, darumb wir zQ meren malen ' 

3. mit s6licbcm Z, B. — 4. idt, da« alles an '£, B. — mit grimnici, 
liftotlicher rath und getat Z, B. — damit diu B. — 5. liechÜich B, — ». 
Kungen Z, B. — 10. naTonit jfetniw innerliche liebe Z, B. — 11. wir 
inergticben zübeglidet Z, B. — 12. beBiuiderti Z, B. — 13. t'riden.Z, B. 
14. OD Z, B. - 15. (lortininder Z. B. — 16. gein '/.. - 17. libhar Z, B, 

— Torgeoanlen Z, B, — 1». und nuch B, — on Z. B. -~ 19. wir wer- 
d«i Z, Ü. — ao fehlt B. — h5clier beleidet und uugeioKen. diw er Z, R. 

— 20. vergÜDit«!! B. — 21. biahnr Z, B. — 24. spenDw i.ä sinde und 
xin» Z, Ü. - 26. widerwCTi B. - 'JT. »under ime Z. 8- - 28. Jat. an 
Z, B. — 29. wissen Z, B. — MO, durnml) wir bis prplicheii (reaatxt ('•Ml 
'/.. B, Aafür steht : »o erlieh nnd ritterlich ervochten, l>ehiihen und ge- 
wunuen niicb uf |un B| una erplicbeu bracht Ihracbt f'hlt 'l\. 



362 



I47r. 



I 



lutruoff unaer glimpfen geben, behalten und uf uns erpUduo 
gesatzt, 90 haben nir. als uns ouch die pflicht natOrlicIis rechUn. 
das niemand von im sli'isset. zwingt, gemeinten fürsatz sälichs 
mit hilf unser zägewanten vor gewalt z(i bcfrien und so ril 

' mer. das wir als die ni^chsten, deheiit besmähd, abbnich und 
dienstbarkeiten uf da^ lieilig rieh , üch and ander lassen 
wachsen. Dlewil aber der vermelt herzog in grosser machl 
und täglich mit hilf vil fUrsten. hern und andrer, die im ge- 
ofnet ist. fürer und strenger handelt, so gebärt sich nit allein 

) uns, dann aller frumkeit. im zu widerstand ir hilf, haot- 
reichung und bistünd mäehtenklich mitzuteilen, damit at» 
durch t^eeinle kraft des fruchtbarlicher im zuwider werd ge- 
handelt. Harumb in ansechen desselben, ouch der erplicben 
triiw.lieb und früntschaft, zwüscheii liwern und nnsom elten 

^ gebrucht. der wir uns gegen tüch und allen uwern zäjiiewaiit«» 
nngezw'ifelt vertrösten, so wollen wir liwer brüderlichen li«b 
söliehen handei, den ir verrer erwägen, dann wir mit worten 
lötern mögen, unenteckt nit lassen, mit ernstiger bitt, so doch 
unser fürwere üch friet und cntladnfls gipt, gätlichcn daran 

I zfi sin, damit uns von üch ein merklieh zal reisiger, biicbsen- 
schützen, bulfers und andrer hantreichung, die zil beharren 
der gegenwere förderlich si^ an verzog zükomen, so wellen 
wir mit hilf des almilchtigen, bwer, unser Eidgnossen und zfigo- 
wanten so nianlich, ritterlieh und mit türstigem gem6t ge^n 

1 im tretten, das wir zu got hoffen, in als verwöstem Tätscher 
/.ung und begorenden cnstansbli^tsguss uns allen mit. der 
hand abzuladen, daran wir weder lib, er noch gut wollen 
sparen. Wo wir dann sMichs in allen mindern und mereni 
Sachen iimb fiwer brüderlich lieb mögen verdienen, wellen wir 

J gütwillig sin, und wie wol wir uns des und aller eren zu äoh 



3. nieuiiin Z. B, — i. mit hilf des barmherEigen gottes tmd liniier Z, B. 
— 6. (iienstberkeit Z, B. — 7. wuchsen oder dnniit besweren. Diewile 
IDie B] aber der genant hewog Z. ß. — 8. Iiilf fehlt Z. B. — und 
-andern Z. B, — die im geofnet ist fehlt Z, B. - 9. «ich frhlt 7.. B. — 
10. tromkeit, darwider w. streben, ir hilf B. — II. uiechticlichen Z, B. — 
dnmit das durch B. — 12. gemeine cratt destiir Z. U, — finiL'htlier lieber 
B. — in. ermtlicher Z, B. — IP. git Z, B. - SO. siiule Z. b. — yon 
lieh fmt Z, B. — reisiger fthlt B. - 21. balffer Z. B, - ander Z. B. — 
!^2. gegenwer fiirderlichen «le on veraog Z. B, — 2». ouch ilwer Z, B. — 
24, jreiii Z. — 25. ein verwiister Z, B. — 26. jiungen Z. B, — i-risten- 
hlütsgiws Z, U. — 27. wellen Z, B. — 25'. wellen wir gcvn If.n Z, B. 



147« 3ß.S 

verseclien, dennoch so begeren wir haruf üwer gütig aiitwiirt 
bi diaem unserm botteii. Datum nientag vor Valentini') Tß. 
Schulthes und rat 
zu Bern. 
Adreusf: Den försichtigen, fromen, wisen, gemeinen richstetten 
der vereinung in Swaben. uiisern snndern lieben und ge- 
trüwen, gdten früjiden und ir iekliclien insunders. 

Uf semUcli fröntlich achribeu gabcnt die von Nurenherg und 
ander stette der vereinung denen von Beni gar siecht antwiirt 
und vermeintent, si vermöchten das ir aimftt und anstossenden ' 
binden halb nit, und mftsten ouch mergliehen costen mit soldnern 
und andern dingen bau. doch weiten si sich witer zäsanien ver- 
denken und dann fürer antwurteu; die antwnrt kam aber nit. 
das dennoch etwas Unwillens, sußderlich der von Nürenberg 
halb, bracht, ' 



3ä7. Das die von Beru etllch der ireii in scIiifTeu bts frtr 
^L Oranson schicktent. 

r Die von Bern, Friburg. Solotern und Biel lagent mit Iren 
panern und machten zi'i Murten mid da umb und warent ganz 
gerüst und gingent tag und nacht ziisamen raten, wie si die '■ 
iren erlösen und entschütten möchten, und werent ahvegeu des 
gemüte gewesen, gen Granson zfl ziechen. Do kament anein- 
andern betten und brief von den Eidgnossen und andern ge- 
Wanten, man soll sich enthalten und nienderthin ziechen noch 
ufbrechen, si werent ouch uf den fÜssen mit ganzen machten : 
hamach ze körnende und ir lib und alles ir vermügen in ganzen 
triiwen daran zö setzen, das die fromen lüte in Granson ent- 
schiit und erlöst wurden, und macht das als ernstlich, das man 
inen darinne zft willen wart und meiot man, die gAten fromen 
lüte soltent sich ouch zu Granson haben enthalten. -. 

■i. bi tlem botten Z, B. — Datum an Z, B — 3-7. Ifnleiechrift unil 
AdreKK fthlt Z, B. — 10. meintont. — H. das gar ein murgüchen iin- 
wil'en bracbl. — 21. und waren alwcg dea willcas. von stat äü ziecheti. 
— 23. verwanton. — 25. dann si onch nf den beinen weren mit. — 
2S, iuacht«ii. 

') 12. Februar. 



1476 



Unil in dem yMo machtent die von Bern ein onlnone mj 
luipilng tif rritAg vor tuLiit Mathie tag'} des vorgenanten ian^ 
lind zugfiiit zft Miirtoii bi drühundert werlicher mannen as ani 
gabont donon ein houptman zil, nämlich Heinrich DitJinecr 

(' WAH von dem rat -/.Ü Hern. Die ftirent hinüber gen Xüwenbtu^. 
und nament do vier grosser schiffen und ffirent am tnorceal 
vost frft wider Granson zfl in nieinung, dieselben rr^>men lüi- 
zh tiftöten und boseehon, wie es ein gestalt und we^eo tuni- 
Hi hette, dann man noch nit eigentlich wtste, ob die viend dic 

i'> Htat tnimtten oder nit: und hatten mit etlichen verlassen Diid 
iingoslagon, dini diuHelben tilwegen in einem spitzen echif tot 
inen viiren nnd benechen soUen, wie es ein gestalt der viemltn 
und Ander muben halb bette, doniit si sich in ülle woge dester 
bas wisten zu berichten. Dieselben nnendliolien lüle. so duto 

in in diißselb »iiitz «chif geordnet warent und onch den rat selber 
geben hutton. kumcnt nit ut' den scw und hattent sich VPf- 
Hlatfeu und vilHcht mit win ouch überfiilt. das gar übel nnil 
unerlichon getan was. 

Aber nutr.it de&tminder zugent die vier schif mit de« 

n" bidprben liiten unerscbrockcnliclien vor dannen die nacht us. 
und do es bügoude tagen, du warent si gar nache gen Grauson 
/,ri widör dAS leger kutiien, nnd als balde die viend ir im 
und ansichtig wurden, do lüffen etlich von stund in ir scfaü, 
die si bi inoTi hatten und ffirent vom lande und doch nit verr 

1» gegen ineu und sdiuasen usdermassen vast; aber die andera 
warent mit bilchsen und werinen ouch gar wol zügeriist, das 
Hi wol gelust bette mit inen zCi sihannutzen. Do kamend 
die viend nit als nache harzCi, das es wol mocht sin, so wolteut 
ei ouch nit schiessen, dann es wer alles nit gewesen : ond 

1. Und ttlao macliten, — 'i. an fritig.— 3. me dann driihuinlert. — 4. 
eluun hüiiptiuiin. — Ueinrich Dillinger vom rat. — 7. die fromen. — 
8. und beMcheii. wna irs weeens vere. — 10. etlichen eineu anslagr jgc- 
macht. — 12. Holten fehlt. — 13. andern. - 14. richten. Dieselßni 
BDÖden liSte und uoerlichen biiben. — 16. sew und waren von bäb^ie 
nnd Irunkenheit mit wiu iiberlnden, daa den fromen lüt«n zu Granaon 
nit wol kam. — 2U. die ganxe nacht, — 21. nache wider Gtunson 
körnen Kegen des herzogen leger, und als die. — 25. wurden feMi 
i'ii '£. — 2S. aber der von Bern lüt« warent ouch. — 20. gar fehit, — 
'27. «cbormutzen. üa wollen die Tiend tiberein nit zu inen : so w-oltf n. 
— 29, alle» vergehen gewesen. 

') 23. Februar. Nach HaU-M, 19, 3* sind 200 Mann in vier von dem 
Vogt von Ei'laeh auf Befehl Bema gelieferten Schiften iiligeachickt worden. 
Ebd. S.^ 32 und Teutacb Mise. ü. im. 762. 765. Vgl. dm folgende Kap. — 



1476 3Ö.T 

fürent also nutzit destminder für sich gegen Granaou dem slos, 
für alle ir schif us, das si die viend nit getorsten angriffen. 
Und als si gen Granson naehe hinzu kament, du saelient si 
wol, das die viend die stat ingenomen und ir biichsen und 
bolwerk in der stat zu dem slos geslagen hatten und «-as ! 
nit miiglich, das ieman hinzu hette iniigen komen von grossen 
machten der vienden : und wurden also mit einandern zft rat. 
umb das man nit ganz ungeschaffet dannen zuge, dorn slos als 
nftche zu varen, als man iemer moclit, damit man inen mocht 
tröstlich entschüttung geben und zusagen und fürent also > 
gegen der stat. 

In dem hattent die in der stat und besunder bi dem sew 
in der stat ii- giften stein- und 8langenbü(;hsen zügericlit und 
liessent die gar heftirlichen gegen inen gan. und wart die not 
und das schiessen als gros, das si sich von not wegen mit den ' 
schiffen wenden und abziechen müsten; doch beschach von 
gots gnaden von semlichem menigvaltigem schiessen ntemaii 
kein leid und kond noch mocht man denen im slos kein andern 
trost nit geben, dann das man hies ein ptiifer, der bi inen im 
schif was, frölich pfiffen und trumenalachen, davon die im slos -■ 
sich dennocht etwas frölich erzougtcn mit danzon und springen 
uf einer siten im slos; man gesach ouch dennoch das slos in 
solicher sterke, das si alle darab erfrftwt wurden und hatten 
kein zwivel, wo es anders mit spis und zog versorget were 
gewesen, das inen das nieman bette mögen angewinnen'). 2 

Also fürent si ungeletzet wider dannen den sewe harab 
bis gen Nüwenburg, und hatten die snMen hüben, die in dem 
spitzen schif gevaren aolten sin, die sachen ganz versumpt 
und übel angesechen ; darurob man semlich gros sachen nie- 
raermer an solich lichtvertig lüte lassen, sunder die mit ereu- 3 

1. Gmusoa darcli der vienden «chif, das si inen dennocht nit s^tor^teii 
tun. — S. atut *n das bIos gerieht. — 6. m5gen. — 8. man (ehU. — 'J. 
il&tDit man si het kAnnea tristen. — 12. bettunder die um sewe. — 

P14. gEir mechticlicli geg^n inen g&n, daa die not und achieesen als 
groB wart. — 15- sich von not wegen fehlt. — 16. »bwiehen mögsten. 
21. dennocht ul Bolichs an einor «iten frölich eraSn^ten mit danken 
und springen, als die in den schüfen meinten. — iS. semltcher. — 
*26. Und also. — von dünnen. — 2S, versumpt und darinne nncflicbeii ge- 
handlet. — ;W, mit andern fromen versorgea. 

■I BerD flchieibt am 25. Februar an die Eidgenosaen. cliujs die Schiffe 
geateni einen ArmbrusUchuw weit an das Schloas hinzugekommen eeien, 
und dass man den EingeBchlosHeiten mit L-iner • trummen ■ Worlaeichen 
g.'geben hütt«. Teutsch Miss. C. 789. 



166 



1476 



liiteii vei'sorgon 6ol, denen gottesvorcht und ore liclwp ä 
üppikeit zii herzen gat, so mag es alwegen wol gGrat«it, S 
hatten ouch des herzogen vuh Burgunnen Jeger wol geäechcn, 
wie wit, verr und breit das geslagen und gemacht was. Die 

■ Lamparter und ander, als si mit den vier schiffen von Gnn- 
son schieden, ritten oiich mit grossem geschrei nnd schall 
nebent dem sew und gabent inen das geleit dumider bis zur 
Carthus und tribent vil hochvart mit rennen hin und har, dir 
glenen urab ir kfipf zfi swingen und sehriiwent gar usder- 

' niassen vast über si; etlich achuesen ouch mit hantbücbsen 
und bogenpfilen zi"! inen, desglich si hinwider ouch tat^nl. 
Und kamen also wider gen Murten und selten, wie es ineu 
ergangen und das spitz schif mit den haben nit komen was. 
Dennocht warent die Eidgnossen, noch andei- gewantan nit 

. komen; do schribent die von Bern aber den £idgnossen als 
harnach stat. 



'^58. Das die vou Bern aber gemeinon Eidgnossen schrlbei, 
sich nit zn sumen, damit die fromen lüte zu Oranson 
niöcbteu entschöt werden. 

) Unser fnintlioh, willig dienst, und was wir eren und giila 

vermögen zuvor from, fiii-sichtig, wis, sunder gut fnind and 
getrüwen lieben Eidgnossen ! Die unsem zfi Murten im lAger 
haben uns ietz verkiint, das hüt zwen knecht der, so zö Grait> 
aen mit swürem leger begriffen, gen Niiwenburg komen sind 

. und haben gesagt, si sient usgevertiget uns snellenklich zft 
verkünden und zu bitten, inen hilf zii tfind, dann si sus al 
müssen sterben, dann die vind inen al ärker und werinen af 
den toren, desgliehen den tum, darin die zitglock hangt, zer- 
schossen und haben dehein spis, darumb si sich nit me ont- 

I halten mögen. Darzfl mag ouch dehein schif tags zu inen- 
komen vor slangen- und steinbüchsen, so der herzog gelagert 
hat zwüschen dem sew und Qranson, und sturnipt si al tag 

3. von Burgunnen fehlt. — 4. wit, vorr und breit fehlt. ~ G. ranten 

onch. ~ und schall fehlt. — 7, durchnider. — 11. hinwiderumb 

15. scbribeii inen die von Bern als. — 20. Text nach Teutsch Min. C 
7er. — wir in allen sachen eren und trüwen verniiigent bevor. bMon- 

dem lieben brüderlichen fntndö und Ketwiwen Eidgnoesenl Z, B, 

23. dero, ao Z, B. — 25. anelüclichen ^ B. - 26. si andere alle Z, B. 
S''. kein gvhif weder taK» nocli nochta Z, B. 



1476 367 

einest. Si meinen oueh biä zinsUg ') und nit lenger spia zu 
haben, und dannoclit nit anders, dann ungemallen gesotten 
körn. Inen ist ouch im alos drii lägel mit bulver verbrunnen, 
lind si irm biichsenmeistör das houpt abgeschossen, si schetzen 
ouch das Burgiinsche volk nit über fäntzechentusend man, b5s 
und gut*). Die misern na dem Ifiger zu Murten haben gester 
in schiffen zweihundert geriister knecht vast mit bftohsen zi'i 
inen gesant uf dem sew, wir wussen aber nit wohin si kert. 
oder ob si zCi inen körnen sind oder nit; wir warten al stund 
underrichtnng diser ding, wir mögen uns aber nit bessrung i 
veräecben, dann si mit der band xii entschütten. (jetniweii, 
lieben, brftderlicben friind! die unsern fünfhundert im slos und 
darzü die andern zweihundert zfi verlieren, ist ein iSmerlich 
sach, die unser herz zö grossem kumber täglich nnd stuntHch 
bewegt, dann si al from erber lüt von unser stat und andern i 
unsern landen erzogen und erborn sind, der etlich vil uner- 
zogner kinden und sich al ir tag redlich und manlich gehalten 
haben; so wir nfi ir stÄte not, daran kein miltning ist und 
dabi gestalt ir sachen bedenken, so ist leider inen deliein 
andrer ufenthalt vor tätlichen nöten zfi befrien, dann si mit ^ 
der band zu entscfaütten, des die unsem im läger zÖ Murten 
in getrosten üwers brftderlichoii züzugs in ganzem willen sind, 
und liegeren daruf an tiwer herzlich trtiw, üch in ganzen kreften 
zu zügen zii fürdem und so vil üch müglich si, alle snüllikeit 
zi'i bnicben, damit die unsern, die ouch die üwern sind, bi lib :i 
und leben enthalten und der band unsers aller grimmer vinds, 
der nit lieber, dann unser aller verderplich weaen sucht, ent- 
zuckt beliben mögen. Und damit ir gruntlich wüssen, wes 

4. und ireui bücbsenmeister ilits huu 

Z, B. — 5, fiinfsigtuaent manne Z. L. .. -. .. 

m&aaea Z, U. - ä. wisBun Z. U. — keren Z, U. ~ lO. dingen, uiftgeii 

aber ine keiner andern beäsrung Z, B. — 13. dnibundert Z. B. — 

14. herzen Z, B. — kainber Z, B. — Iti. vil deiner nneraogner B. — 

20. ri ffhlt Z, ß. - 23. mit gaiuen Z. B. — 34. zi\ ziigen f'hlt Z, B. — 

26. grimmesten Z. B. - 5W, liliben Z. B, — iii6j{en wissen Z, B. - 

') Bit aum 27. Februar. — '| • Der herzog hat oit dlier fUnfiectien- 
tuaend mfui zu rgs nnd f&a, bOs und gut >, schreibt 'l'flring Pricker iuu 
25. Februar dem Bischof von Wallis. Teutecb Mi^s. C. 7G5, Diese Schätzung 
beruht wohl auf der Aussage der 1>eiden aus Qrunson abgesandten Knechte. 
jiebe BISscb, Ueschichte von Uiel I. 291. und tieschichtfoi scher VIII, 302. 
Dierauer II. 207. Winteratilger in üeberlingen, ein Zeitgenosse, sprichi von 
60,000 Mann. Kuppert, Konjjtauzer Beit^lge 2nr budischen Geschichte, 
Heft i (18881. 8. lA Vgl. oben die Variante la Zeüp S. S. 351 Anin 1. 
und unten Kap. 274 (gegen den Schluss hinl. 



368 



M7G 



»-illeua die unsem im vüd sind, so liabeti si uns ein zedel 
geschickt, der also «-ist: «Lieben herren, wir sind des wiUeiB, 
die unsern mit der hilf gots manlich und ritterlich zu eot- 
schiitten und dannocht das mit bedachtem i-at z(i tünd; di- 

V rumb wil uns vast not bedunken, unsern lieben EidgnoBsen 
solichs snällenklichen zu verkünden, damit si sich tag und naebt 
herzä fürdern, so hoffen wir gros glück und ere erlanoen», 
AJso, getrüwen lieben Eidgnossen. haben uns und die unsem 
tn'iwiich bevoUien; das wellen wir zi'i ewigen ziten iimb lieh 

' und al die liweni verdienen. Datum Mathie') der 12 stund ra 
der nacht, anno 7i). 

In den dingen, do man also zu Murten lag und der Eid- 
guossen und ander gewanten erwartet, dann si noch nit komen 
warent und aber teglichs scliribeut, man aolt on si niendert 

* ziechen, do warent die fromen lüto in Granson mit semlicher 
grosser uuseglicher macht umbgeben, das man kein kuntsclmlt 
zu noch von inen mocht haben und wurden von dcu viend«n 
tag und nacht on underlos mit schiessen und andern dingen 
gar vast genlit; doch hatten die von Bern uf das gftt statt 

' slos Granson ein gros hotfung und meinten nit, das die viend 
das gewinnen oder si es übergeben soltent. 



slos uBTiug tediugen udiI 
Herzogen leider ül)eri;abeo 



'ib9. Das nmii mit denen Im 
k! düN dem Biirguuscheii 
null liarus gingeiit. 

■ Und als iiü der Burgunsch herzog gesach, das er inen 

das slos mit schiossen, stürmen noch andern dingen nit wol 
angewinneu noch darvon bringen möcht, do vingent si au mit 
valaohen wurten und listen mit inen zu tedingen-J, wie si 



1. r.mM B'i'chritxjD /, B. — 4. dennoclit Z, B. - 



jDelliclichen 7,. B. — 



j Uliil gcmoinoi' Kiit|inoiaci] und aiidpr xOgewanten. — 14. t«]^Iicli 
uiintfu uiiU »chtilwu. — 15. biu liecheii. — luil semücheu Krosaen 
IHHihlpn. - 1». «wiölil. — -ja. in tcUintren. — 23. leider fehlt. 

M vorn«hemn die t7eb«r- 
n dttü Oirfer hut^imdisphpr 



1476 



3«9 



mochten, damit inen das slos wurd, als dann der herzog von 
Burgumien alwegen zu tände gewont und nie lüten mit val- 
schen werten betrogen, dann mit dem awert gewnnnen hat. 
Und was ein Tiitscher bi dem herzogen von Burgunnen, was 
einer von Runtschan '), der nani sich der teding an mit andern 
Burgunnem und etlichen snMen dimen, die dann tag und 
nacht US und in wurdent gesant, und gaben inen vil guter 
Worten und soiten inen euch zft, man wolt inen gnade tCin 
und erzeugen und si alle bi leben bliben und von dannen 
ziechen lassen; man gab inen ouch z& verstan, das ander ge- i 
mein Eidgnosaen mit denen von Bern, Friburg und Solotern 
ganz uneins weren und zu inen nit ziechen noch inen helfen 

^5. RuntachAD, und des namen der Tütschen oacb sinem mortlichea handel 
nit wirdig. — am ersten an mit andern verrel«rn von BurRunn. — 
S. onch genziclichen zu. — 9, bi dem leben bliben und mit dem ireii 
von. — 10. verfllAn, damit ei noch vorchtsuner wurden, doa ander ge- 
mein Eidgaosseu und vorwEinten. — 12, helfen, oder sich ir «achen i'itat 
1 oder underwinden wolt. 



corporam et bonorum inlelligebant decipi et manibus suis ostensaa iuapeodi 
et aquia mergi fecit> (Lat. Mit«. A. 451), das Schreiben der Bieter bei 
Knebel, Baaler Chr. II, :!(>2, dna Schreibeii Bernharde von LouSen vom 
16. Mai bei .Fansaen, Frankfurt« Beichskorreapondenz II, 372. dan .labrzeiten- 
bueh von Aarau (bei Ochsenbein, die Urkunden u, ». w, S. 520). Das Gleiche 
behaupten Edlibach S. 150, der Dichter des Liedes im Kap. 276, tjtrophe 2. 
Etlerhn S. 202, der Luzemer Schilling S. 75, die Entreprises p. S80, Albrecht 
von Bonstetten im Archiv f. Schweiz. Geschichte Xni, 287 f. und 304, der 
Ueberlioffer Wint«tsal^er bei Buppert, Eonstanzer BeitrSge I (ISHS), S. ISO, 
dei' Freiourger Fries in «einer noch ungedruckten Chronik. Dem wider- 
spricht aber des Entschiedensten Panigarolas Brief vom 26. Februar (Gin- 
gta». Däpfiches 1, 301] mit den Worten: •Schon einige Male wollten sie 
sich geeen ZuEicherune des Lebens Übergeben; aber der Herzog wollte sie 
nur auf Gnade und Ungnade haben. Gestern Morgen Übergaben sie aich 
nach seinem Willen >. Uebrigens berichtet Panigarola schon aw 23. Februar 
lib. S. 287), dass der Herzog • tatti li far& impicare o mettere in filo di 
■pada > — <) Johann von Saint Lonp, Herr von Boncbamp. Auch die 
Entreprises p. 279 s. nennen den Seignenr de Bonchas. Noch im Juni 1480 
schreibt König Ludwig von Frankreich dem « Bunt«cfa(tl • den schmlhüohen 
Dnt-er^pjig der Besatzung in Granson zu. Abech. III, 70. Die sog. Fries'scbe 
Chronik nennt den TerrSlerischen Unterhändler Rysehaeh, und nach Etterlin 
S. 202 soll man den Markgrafen von Röteln allgemein im Verdacht gehabt 
haben. Damit verh&lt es sich folgendormaseen : Am 5. März schreiben die 
Hemer ins Feld, Simmlers Sohn h&tte vor dem Rate gesagt, dass düs Mittk- 
grafen Sohn persönlich die armen Knechte • herauagetrosTet • habe, worauf 
in Bern eine solche Boweguns entstanden eei, dass man den Markgrafen 
in das Haus Lombachs gebracBt hatte. Zwei Bürger seien ihm zugegeben 
worden, um ihu vor Gewalttätigkeit zu schätzen (Teutsch Miss. C, 78.5|. 
Ein Brief vom folgenden Tage wiederholt die Nachricht von der Aufregung 
in der Bürgcrscbotl und fügt hiuzu, dass der Markgraf gerne nach Hanse 
gehen und aich auf Eid und Ehre verpflichten wolle. (Ebd. S. 787,] Am 
13. März wurde dann beschlossen; <das min herre der marggraf bi der 

5 Dicht sina bnrgrechts loben sAll, hie bi der etat ze heliben und nit von 
innan ze komen, denne mit minr hem willen nnd die dt, so er hie ist. 
nutz Khrib nn kein end, denn mit mir herren wilssen >. Rats-M. 19, 61. 



370 



1476 



woltent, und sunderiiclien seiten si inen und swürent dariuub 
tiire und hoch, das der herzog von Burgunneo, ir herr, die 
stat Friburg mit dem »wert gewunnen und darinne man, wib 
und kind, daizft alle priesterschaft umbbracht und ertöt und 

j die stat mit den sinen ganz besatzt bette und wer kein wider- 
stand noch gegenwer von niemans mer und were de» willens, 
angends gen Bern und äolotern zu ziechen und dieselben oucli 
also verderplichen zft machen; dann die von Bern und ander 
Eidgnossen sich gern an in ergeben, so wolt er si nit uf- 

II nemen, dann mit sinem gewatt darzü zwingen und genziciichen 
verderben, als er denen von Friburg ouch getan hette. dann 
der Burgunsch herzog als mechtig were. das er alles Tutsch- 
land under sieh zwingen und das ouch haben wolt und am 
ersten an Eidgnossen anfachen, deshalb si kein hoffung noch 

'• Zuversicht haben sollen, das si entschiit m&chten werden'). 

Der vorgenant gros mortlicb verreter und bösswicht von 

Runtschan, mit andern valschen untertedingern, gaben inen 

ouch zu verstau, das der herzog von Burgunnen, ir herr, inen 

bevolhen hette, mit den fromen liiten im slos Grauson zft reden: 

ip woltent si harus gan und sin diener werden und im sweren 
zu helfen wider die von Bern und ander Eidgnossen, so wolt 
er inen darumb guten sold geben und inen bas dann anderen 
Ionen, alles mit vil valscher und betrogner worten, die inen 
dann geben und fiirgehalten wurden. 

■' Die fromen einfalten liite in dem slos liessent sich mit 
semlichen valschen und betrognen Worten überkomeu und 
meinten, es were alles war, was man inen seit oder fürgebe 
und warent nit einhell; dann etlich under inen von keiner 
toding wolten hören reden, noch sich ergeben, als man nach- 

1 malen wol vernam. Doch wurdent dieselben fromen von den 
andern libernieret, das si also das slos uf semlich zAsagen 
übergeben woltent, daran der bouptman im slos, als ich ver- 
nomen han, merenteils schuldig was; der verfürt die andern 

3. al man, iung und alt, darzü prieater. wib und kind und alles das 
darinne were. — 6. niemnnd mt;. — 17. andern snöden liiteu und und- 
ertedingem von Burgunn. — 19. mit inen »ü reden. — 22. geben und 
vntit begabeu und inen oach btu. — 25. im slos. — 27. vermeinten. — 
28. undereinandern nit. — 29, al« das nachmalen wol vernomen wart. 

*) Es kann wohl möglich sein. da«s derarti 
untersommcn worden «ind. Vgl. E. Delbrück, ( 
guuderkriege. <S. 2äÜ. 



leider mit im, dann er nit me darinne bliben wott und gloubt 
an der verreter wort me, dann er getan haben solt '). 

Daran al fromen löte und biderben Berner gedenken und 
senilicb slos und atette, wo das iememier zu schulden kompt, 
vorab mit erlichen houptlüten. die dann geniet und gobmcbt b 
sind und um semliche Sachen wissen, besorgen und versechen 
siillent, 80 mag inen nit wo] misslingen und zft solichem 
grossem ungevelle komen, dann wo wissheit, manlicheit, Ver- 
nunft und gCit Ordnung, do ist euch gotavorcht ; wo dann gots- 
vorcht ist, das mag kum übel geraten. lu 

Die fromen liite in dem alos zu Qranson under retten 
sich ouch miteinandern, dem m&rder und Verräter, dem von 
Kuntschan , ein schenke ze tünde und schankten im also 
hundert gbldin, umb das er sinem zusagen nachging und ir 
guter muntman und fiirspreche gein dem herzogen von Bur- is 
gunnen were, das er ouch von inen nam und inen züaügt, 
alles, das er inen verheissen hette, das solt ouch au inen ge- 
halten werden'). 

f 'idO. Das die fromen liite vor Urausoii al erhenkt 

' lind in dem sew ertrenkt wnrden. so 

Und also gingent si leider us dem slos und wui'den in das 
Burgunsch here mit grossem geschrei und smach gefürt an 
der eschraitwochen *), alwcg zechen oder zwenzig miteinandern 

2. verretem. — 4. iemKnnere. — 5. vorabe. — 7. noch lü solichem 
groaaen. — 9. und wo diinn «emlichs bi eiiiandern iat, daa mag tia.nit 
wül iiiisBruten. — 11. Die fromen iiite im slos wurden oucb tou deiu 
mörder und vemiter, ileia von Kiintachim und andern iSberrett, dits 
si im hundert ({lildin schankten, umb daa fX sinem Eiiaagon nach- 
ging und ir guter mundman und lÜTaprcüh gegen dem benogen von 
Burgunn were. Und sunderlich gaben si im die hundert (piliUu 
fiir IT habe, die er ineo ouch zusagt, damit von dannen zu xiechen 
und naa er und imder inen ir« lebens halben hette xögeaeit, das wolt 
er inen ouch halten und trost si daruf mit sinem valscben eide und 
verlognen wort«n. — 19, liite über das alles vor Granson erhenkt und 
ouch ertrenkt wurdent. 

<) Ueher die Parteiung unter den Beln^rt«n spricht am ausrohriiclutec 
Fries. Damach wirkte besonders der Berner Hanptmon fQr Uebergabe. Die 
a Hans Wiler und BudolfUieteriBh 
den Namen dea 
120) weiss, dasB 
1 worden sei. — 

*) Die Fries'sche Chronik und die Entreprifies p. 280 teilen da» Gleiche mit: 
e» kann demnach wohl mflglich «ein, diun die Belagerten durch ein Geld- 
geschenk einen Fürsprecher bei Karl «ich gewinnen wollten. — ') 28. Februar. 



372 1476 

an ein ort und versaohent sich nit anders, dann wie si ufge- 
nomen werent, dabi seit es hüben sin und si mit dem leben 
dannen komen. Das inocht leider nit helfen, dann der ver- 
leter von Runtschan offeiilichen rett, er liette si daninibe 

5 verraten und hingeben, das im vorziten von denen von Solotern 
ouch etwas Schadens were beschechen; darzö bat oucfa der 
graf von Reymund und allormeist die von Iferden') den her- 
zogen von Burgunnen, das er die from lüt überein nit leben 
lies, das ouch leider beschach. Und wurden also am dornstag 

und fritag darnach *) an die b6me vor Granson mortlich erhenkt 
und in dem see ertrenkt, der ob fiinfthalbhundert was und 
doch, wie vor statt, des lebens gesichert warent. Der almechtig 
got weile sich über die armen seien erbarmen! dann solicher 
mortlicher Sachen von denen von Bern und andern iren Eid- 

i gnoBsen von gottes gnaden nie gehftrt noch vemomen sind. 
Wo si ie stett oder sli>sser uf gnad also ufgenomen oder etwas 
zugesagt, das habent si ouch gehalten und nit gebrochen, dann 
an der ersten not in stürmen und striten; was nit also am ersten 
von inen erslagen ist, da hat man doch nachmalen erbermdo 

) gebrucht, als man dann zu Blomont und in andern stctten und 
slossen, da man die lüte utgeuomen, wol gesechen hat. Zwar 
es was ein gros mort an dem verreter von Kuntschau und noch 
grösser an dem Burgunschen herzogen, der solt es nit gestattet 
noch verhengt haben: doch wart es nachmalen durch verhengen 

i des almechtigen gottes an im me dann einest gerochen, als 
harnach bas gelütert wirt 

3. von dannen. — 4. lAUikc in Z von darumbe verraten bis (Kap. 262) 
wie «ich die fromen lüte in Oranaon ufgeben bettend. Die Lücke 
tcurde nach der Zürcher-Kopie ergänzt. — 8. fromeu lütt. — 11. fiinft- 
halbhundert« u. — 15. Temomen sind; was si ic sligeeagt. das haben 
ouch »i gehalten und sich an nieman gerochen, dann an. — 18. und vax. 
19, eralagen wart. ^ 25. altnecbtigen, barmherzigen gottes au sinem 
Übe und gut swarliuhen gecoi'hen. ab bamach ^Idtert -wirt. 

1, berichten. da£B die Yverdoner und 
g Stimmung machten. — ') 29. Februar 

und 1. Wkrx. Es ist dies unrichtig; nach Panigarolaa Beritht wurden «sofort » 
nach der (lebergabe, ihrer 412 gehängt. • che fo in spatio di quatro höre. 
E un terribilia et borrote vedere tanti impicati». Vom Ertränken Bag:t 
Panigarola nichts. Die Hinrichtunc- wurde durch zwei Milnner der Braatzung, 
Hänsii Kranz von Latterbaeh und Peter Happach vollzogen, denen daftir 
das Leben gesichert wurde. Die Hemer nahmen sie deswegen gefangen und 
entlieeaen sie am 12. M&i'z gegen Urfehde. Aus dem Spruchnuche O, 396 
abgedruckt im Geschichtforacher VI, 280. Siehe auch Bata-M. 19. 63. Die 
Bemer liessen sich eine Shnticbe (Grausamkeit einige Monate vorher su 
schulden kommen, siehe oben Kap. 217. 



*^61. Das gemein Eidgnosseu mit ireu panern un<l gauzer 
macht ouch harnach kainent. 

Do nun leider dis mortlicheii saclieii ergangen und be- 
schechen warent, da kanient gemein Eidgnoesen mit iren panem 
und ganzer macht ouch harnach und erbuttent sich gegen denen 

. von Bern gar tröstlich und friSntlich, die Iren zft Granson 

bhelfen in allen tn'iwen ztl entschiitten. ') 



363. Das die von Beru. Fribnrg und Solotem uf au der 
hingen vasuacht braclient und zugeut von Hnrteu 
gen Nliwenbnrg. "> 

Also hrachent die von Bern, Friburg und Solotem uf an 
der iungen vasnacht*) und wussten dennocht von disen dingen 
ganz nitt, das es den iren als libel ergangen was, und zoch ieder- 
man den nechsten wider Niiwenburg zÜ in willen und mei- 
nunge, die fromen lüt ritterlich zu entschütten. Und als man is 
sich ZÜ Niiwenhurg und da unib hatte versampnet, da kament 
die mere, wie sich die fromen lüte in Granaon ufgeben hetteut 
und alle erhenkt und ertrenkt werent, darab, als nit unbillich 
was, menglich erschrack') und wart man dennocht den eren 

1. ^tuen machten. — 5. ganien muchten. danü ander Terwanten. — 

6. Bern und andern. — die iiea iu tniwen helfen entichütten. — 0. 

_ Solotem von Murteu gen Ndwenburg tiigent. — II. Und also in dem 

t niuDen gottes. — 12. wiaten. — 13. iren leider ala. ^ 18. ertrenkt 



') Die LuMrner trafen am 25. Februar in Bern ein. Teutsch Miss. C, 
765. Die Baaler waren beim Einzug der Luaemer gegeawilrliig. Siehe Janssen, 
Frankfurts KeichskorrespondenK II, 363. — ') 2ö. FebruÄr. Die Berner 
gratulierten den Neuenbargem am 15. Februar fUr ihren Sieg (Bats-M. 19. 
S. 17) und erteilten den bei Murten stehenden Truppen am 26. Februar 
den Befehl, nach Neuenbürg zu ziehen, zugleich erhielten die Neuenbur^er 
(üe Weisung, sich mit Speise und TrHnk bereit zu halten. Ebd. S. 39 f. Die 
in Bern bereits versammelten eidg. Kontingente brachen schon am 21i. Fe- 
bruar mittag» nach Neuenbürg auf. Janssen, Frantfurta Reichaiorrespon. 
dens II, 868. — ■) Wie Panigarola (Gingins I, HOl) ea gedacht hatte; ■ pensi 
mo la Signoria V" che terrore dara ad questi Sviceri, contra dei qnali 
omnino e disposto tirare inanid et quanti per tat modo aveni. farli fare 

Suestn fine •. Als Oilian Achshalm und Hans Heinrich von Banmoos diese 
lachricht in der Nacht auf den I. März nach Bern brachten, wagte man 
• dis elend • nicht sofort an den grossen Rat zu bringen, xondern man 
wartete, • um gesohrei unter uns zu verkomen >, bis zum 2. März (Teutsch 
Miss. C, 7761- — Am 5. März schreiben die Berner ins Feld : • Wir haben 
ouch danif angceecben. ir oller begrebd moi*» durch uns mit absündern der 
frowen, geschrei und anders zfl verkomen, sü b^;an und von ieklich gesel- 
Bchaft erter Idt darau »e ordnen .. (Ebd. S. 78a.) Am gleichen Tage ver- 



nachgedenken, wie man sich mit hilf des almechtigen gottes 
mfieht gerechen uad mit göter Ordnung an den blütvergic88er>) 
ziechen. 



363. Das der herzog rou Bargunneii dun slos Famerklf 
• innam ond mit den siuen besatzt. 

In dem nam ouch der herzog das slos Famerkii *> in in 
meinung, also fiir Nüwenburg harin zu ziechen und sinen für- 
gesatzten willen zft volbringen, und besatzt ouch daaselb sloa 
Famerkii mit den sinen, die im gar liep wai-ent und oucb mit 
I. böcbsen und anderni ziige nach notdurft in dem fiirsatx, ob 
die Eidgnossen darfiir ziechen wurden, das er si dann ent- 
schiitten oder darumb sterben wolt. 

3, ziechen. des iedermiui c^neigt und ganz willig waa. — 5. ucd mit 
doen besten dienern iina liiten nach DDldarfl besatzt. — 6. Donwch 
nam der herzog von Bnrgnnn. — 8. sloa mit sinen boKoem uad rechten 
liebharten, danü ouch mit bdchaen und aoderm züge nach aller notdurft 
und versprach inen ouch bi sinen fürstlichen triiwen und eren, si lä 
eutflcbätten, ah bald tnan ü iJberfallen und er Wortzeichen von inen 
haben wurde oder vernemen mScht Der vorftenant herzog von fiut^nnn. 
nach dem im dann leider mi t den fromen Iiitvn tu Gmnson gulangen 
was und er die als ecbantlichen ert^t hat, wart ilaromb io hotihvart 
erfr6wet und meint, im niScbt nieman me wideratan und tet mit den 
sinen mengen anslag. was er nn fnrwerthin tun und onfaehen wolt. 
Dann er meint, die von Bern and ander Eidgnossen und verwaateii 
werent von der sacb Uranaon immassen eraehrocken und abgetriben. 
das er von inen keinen widemtand me bette, und hatten etwo menigen 
rat undereinandcrn. lt«m der ein rat was, der herzog «olt ein gewaltig 
leger für Friburg oder Bern alacben und sinen gewalt und macht er- 
athinen und oucn ain panero ufeteckea lauen, ao wer kein widerstand 
gegen im und wann er dann die ein stat erobert ao wer die Ander 
ouch ftewunnea und kein widerstand von nieman« me. Item der ander 
rat waa, er solt kein leger alachen, sunder mit sinem gewalt und 
macht durch die Kidgnossen ziechen und was er uf dem lande od» 
BUa von deinen atetten oder sloaaen gewinnen und erobern mScht, 
das solt er alles in füre und in blüt richten und nieman lebendig 
lassen, das wurde ein gescbrei in ollen Tüt»chen landen bringen und 
sich iederman an in ergeben. Item darwider riet«ii etLch, die Eid- 
gnosachafl wer ein enge land, mit gebirgen allenthalben umbgeben und 
uansii arui und m6cbt an inen nit vil gewinnen, ko m&sten die Hin^n 
grosaen hunger und mangel liden und vermeinten, wann er durch daa 
fand tnige und nieman nit tetu, no wurd sich iederman ergeben nod kein 
widerwere gebracht; de^Iich tknder mengerlei raten und Auslegen, dievun 
inen praticiert wurden. Es ging aber gar balde anders, als hamach stat. 

ordnen sie an alle Städte und Länder, dass man für die Seelen der in 
Granson Umgekommenen beten, ihr Begrebd begehen, die Jahrzeit boHtxen 
und nicht gestatten aolle, daas irgend jemand die Güter der Gestorbenen 
oder ihrer HinterlB*senen mit Verkaufen. Betreiben a. s. w. beschwere. 
(Ebd. S. 784) — <| Knebel, Basler Chr. II, 34!), vergisat nicht zu bemerken, 
dosH die Berner den burgundiacben Hento^n einen < tyranoum et effosorem 
sangwinisi, d. b. Wütrich und Blutvergieaser nennen. — ') Vaomarcus am 
Neuen burgersee, ungeiUhr in der Mitte zwischen Giimsou und Neuenburg. 



364. Das die von Bern oud ander Eidgnossen mit 
eiiiandern für Fanierkä zngent. 

Also brachent die von Bern mit andern Iren Eidgnossen 
lind gewanten in dem nanien der heiligen drivaltikeit uf an 
samstag fril vor der alten vasnacht ') und zugent den necheten 
gen Famerkii und liattent sich wol versechen, der herzog 
wurd das entachütten und die sinen, die er darin getan hat, 
nit verlassen, dann niän wol hat vei-standen. das semlicher 
anslag durch in nit umbsus was beschechen.') Und als man 
gen Famerkii kam in willen, das ze erobern, do was man nit ' 
wol zu dem stürm gerüst, doch läffent vil gflter gesellen daran. 
die ganz begirlich warent, sich an denen im slos züi rechen, 
der ouch etlich wund geschossen wurden ; und scharmutzten 
also lang mit einandern, dann ouch die im slos gar wol be- 
zöget warent. j 



*265. Das die tou 8witz vor dsDnen zag:ent und ontrh die 
von Thaii mit Iren panern gar ein verren weg vou 
Eidgnossen und vor den vienden In orduang liieltent. 

In dem zugent die Ironien Eidgnossen von Switz und mit 
inen die von Thun'), die dero von Bern sind, mit iren panern '- 
ob Famerkü hinin einen verren weg') von allem volk, und 

3. darnach brachent. — 4. Tcrwanten. — 7. getan und inen onch ver- 
heizen liat. — 9. amLsuB erdacht noch angesecben was. So wist man 
ouch wol, ileif er die »inen wurde enlechtitten. Und als. — II. gtir lang 
mit einandern und gaben ouch dem herzogen von BurgDnn Kmlicb 
I Wortzeichen, dos er toq sinem le^cer zu GraiiBOn mit allem einem ziige 

L nlbrach und gegen Famerkü /.och, das ouch denen von Bern und andern 
I Kidgnoasen wuF kam. ^ 17. panern einen. 

' wurde von den ElurKundem am 29. Februar II47G ist ein Schaltjahr) besetzt. 
Siehe Basler Chr. 111, 323 und den Brief der Bemer vom 4. Mära in das 
Wiillis ; der Herzog habe Vamercu vergangenen Donnerstag eingenonmien, 
Teutsch Mis«. C, 780. Meltingert Datum (Basier Chr. il. 358). &r 1. Man, 
ist &l«ch — Die bargundische BeBatzung betrug nach Sehilling, Kap. 272, 
etwa S60 Mann, nach den Entreprisea. p, 282 ff., etwa 4—500 Mann. — 
'I 2. Märü. Der Angriff ertolgl« nach einem Schreiben Berns vom 4. Marx 
in der Nacht vom Freitag auf den Samstfig. Teutsch Miss. C, 778. abgedr. 
im Geschichtforach er VI, 807. — ') Schilling »cheint andeuten zu wollen, 
das» die Belagerung von Vaumarcus nur ein Scheinmanflver war, um den 
Herzog aus dem befeafigten Lager herauszulocken. Etterlin spricht dien 
S. 202 f. mit bestimmtester Sicherheit aus. — ») Nach Edlibach, S. 150. 
waren aach 800 Zürcher bei der Vorhut, aUea in allem 1500 Mann. Das in 
Kap. 275 stehende Lied kennt in der 0. Strophe nur Schwiz, Tun. Bern. 
'I Der alte Weg Via d'Etrai, der nördlich von Vaumarcas Qlier Höhen- " 
Kflge hinantermtirt nach Onnena. 



»76 M7fi 

hielten do uf einer bÖche, äas man si lang für viend scliatzt. 
Ze stand kaniend die viend gegen inen und erzoogten sieb gar 
niechticlich, also dsus ein geschrei harab für Famerkii kata. 
die fromen lüte und Eidgnossen von Switz und oach die von 
'' Thun werent von den vienden angnfTen und litten not. 

'if>6. Das die von Bern nnd ander Eidgaoitsen ron ramerkd 
zDgent and mit den Tlenden gar maniieheo anriengen 
sebarmnfzen. 

Als bald man äas vemani, do kart eich vou stund an die 
I paner von Bern and Friburg gegen denen von Switz und Tbiin 
und lies man das slos Famerkii stan und zoch iederman von 
stat, ein teil zil den panern von Bern und Friburg. und der 
ander teil under dem b]os hin, do man ouch die %iend l>aid 
unsichtig wart, und hat iederman grossen ernst und flis. die 
-. viend anzegriffen; und kament also an beiden enden an si 
und iagten si am ersten durch den berg nider bis zfir Carthus. 
dazwüschen ouch menger sin leben verlor, die man wol gesaeh 
in den gassen und an den Strassen ligen, desglich wart etlicher 
von Eidguossen ouch wund und verwöst. ') 

> -2GT. D88 die von Bern, Friburg, Switz und Thnn am 
ersten under die viend knmend und in den reben 
niderkoiiwtent. 

Und do man also durch den engen weg und ouch durcb 
den berg hinfür an die wite kam, do gesacli man erst den 

1. das man meint, es weren viend. Ze stund. — 3. mechticljcb, dumil 
ein ge«cbrei für Famerlcj kam, die von Switz und von Tfann weren 
von den vienden harticiich angriffen und litten not. — U. grosaea 
fehlt. — 14. flis, >i mujilicheii auzeKiilfen. — und kamen damit. — 17. 
verlöre. — 18. und an den wegen ligen. — 19. wand und harticlich«ii 
verletst. — 20. und Thun fehlt. — 22. niderknüwten, nach ir gewonheit 
betten. 

') Die bebten Berichte über die Schlucht bei UraiDion sind: der Brief 
Ueltingere an Basel (Basier Chr. II. 357—60; eine kritische Untersuchung 
ilesasllien findet lich bei H. DelbrQck, die Peraerkriege und Burgunderkricfire. 
S. IB9— 102)1 Panigaroliu Briefe bei Gingins, Depcchea 1, 311. 315 IT.; der 
Brief Bernhardg von Loofien liei Janssen, Frankfurts Keielukarretipondeii£ 
II, a72 (in welchem der B^nn des Kampfes • um die zechende etund iQr 
mittag > angesetzt wird); Ediibac-h S. lÖO; Etterlin .'S. 203—5; Enlrepriies 
p. 283^290; Küich (Basier Chr. III, 32H). Siehe auch v. Rodt II, 67; Del- 
brück Ö. 181-189; Dierauer II. 2Ü9-2I4. 



1476 



377 



herzogen von Burgunnen mit grosser unsäglicher macht und 
allem einem volk in witem vetde und in gflter ordnunge halten 
und was als vol vienden bis fbr Granson hinin, zu res und füs- 
Do waränt die %-on Bern, Friburg und Switz mit iren panem 
vor dannen und für die andern Etdgnossen us einen verren 
weg geschalten und was inen zä vienden gar ernat, wie wenig 
ir was, also das der vorgenant venner von Bern ') und euch 
die andern venner von iren rossen abstfinden und namend die 
panern selber zd handen und zugent damit gestrack» an die 
viend, alle vorcht und sorge zü rucken geslagen. Und warent i 
die andern Eidgnossen und verwanten mit dem rechten huffen 
und allen iren panern noch gar verr dohinden, dann es sich 
also in dem sclinew und engen w^g begab, das nieman wol 
für den andern komen mftoht, wie wo! iederman sin allerbestes 
gern bette getan, der hindrest als der vordrest und was meng- i 
lieh unerschrocken. Dennocht kamend die vorgenanten panern 
am ersten allein mit wenig Volkes binfür bis in die reben; do 
kniiwt menglicb nider mit zeitanen armen und ruften den al- 
mechtigen got an mit grossem ernst, das er inen den wütrich 
von Burgunnen, der so mit grossen machten vor inen hielt, : 
hulf überwinden; und do si also mit zertanen armen betteten, 
do meinten die viend, si begerten gnaden und wolten sich an 
si ergeben*) und schruwen alle durcheinandern als lut und 
vast, das nieman den andern geh&ren moeht, die frowen als 
wol als die man, dann er ob viertusent frawen, es werent i 
kiemertn oder ander gemein varcn dirnen, bi im hat, als man 
nachmalen wol eigentlichen vernam. Und also wart von liouptr 
lüten und vennern von Bern, darzü von den andern houptlüten 
und vennem, so davor bi den panern warent. mit den wenig 
lüten ein Ordnung mit den langen spiessen umb die paneni ; 
gemacht und trungen alao gein den vienden uneracUrockenlich, 
dann anders nit do was, dann sterben oder genesen. 



r vermeint, die 

— .. — .an sineni leger 

und Wagenburg mit allem hinein geschiU« geKOften und vraa. — 6. xü 
den. — 9. gesbucks und manlicheii no die viena, on alle vorcht und 
hindersiehMchea. — lö. ganz unerac brocken. — 22. vernieint«n. — 
W. h&reti. — 25. manne. — 27. wol vernam und «ach. — 29. mit 

. 150 mm 



378 



I47(; 



Ze stund warent die viend oucli gerüst und hielten in 
gäter Ordnung und hatten ir guten stein- und slangenböchsen 
geleit und gericht, mit denen si gar vientlichen schussen and 
leider grossen sohaden tatent. das menig biderman umbkam 

i lind an sinem übe geletzt und gewftst wart. Und ritten in 
guter Ordnung Imrzft zi"i gUclier wise, als ob si die von Bern 
nnd ander, so do vornen warent, umbzogen haben weiten, dann 
si wol gesachen, das gar wenig volkes bi den panem was. 
Also rüftent die liouptlfit und venner, darzä ander gut gesellen 

> einandern ernstlichen an, das iederman, der dann do vornen 
was, in göt Ordnung trat zQ den panem. Die von Bern hatten 
ouch bi inen etlich slangen- und karrenbiichsen, die wurden 
von stund an gegen den vienden gericht und taten inen ouch 
grossen schaden. 

i 36S. 1)as der hei'c von Tschettegion roii einem biirger 

roti Bern onibbracht wart. 



In dem lies sich gar ein starker reisiger züg neben de» 
panem harin bergshalb, damnder was der herr von Tschettegion 
mit verhängtem zöm, zft glicher wise, als ob si die panern mit 

I gewalt wolten haben genomen, dann si garnachedarzdkamend.*) 
Do warent die langen spies zeringumb die panern gestalt nach 
Ordnung der liouptlüten und vennem, die man inen gar man- 
lichen in die nasen sties, also das si sich bald widerkarten 
und von dannen ranten; doch bleip do tot ligen der herr von 

, Tschettegion, der ein rechter fürst was und von einem burger 
von Bern umbbracht wai't*), hies Hans von der Grub»), darzü 
ander ouch, die tot bliben iigen. 



4. leider fehlt. ■ 
gliclier wise all: 
Tschette-gioo, der 



geletKt und ouch \i\ verwüst wurden, - Ö. haraü. 

- 10. vchman. — U. gut fehlt. — 18. waa fehlt. — 

„ _. , .__ Jn fürst und houptman in Burgimn wae. — 20. 

dann %\ onch. — 23. sties, damit «L — 24. do feMt. — der vorgenannt 
herr von TBchetlegioD. der ward von einem burg^r von Bern umb- 
bracht. — 26, Grülj und luider mit im. 




') ■ Die lineern sind ouch nit ungeordnet, siinder aUo gestanden, das 
er nach dem ersten inrennen, des er vait anhalten angende mit grossem 
schad und schand die flijcbt genomen hat >. schreiben die Uerner am 
4. März nach Konstanz (Geachichtl'orscher Vi, 307), und am gleichen Tage 
melden sie in einem Briefe in da« Wallis: ' Der Herzog hat sin inrennen 
«iiisenlich geian». Tautach Mies C. 780. — ') Anch FriHibach. S. 151. der 

' r Diebold Schilling, S. 77, und Etterlin, S. 2U4. melden den Tod 

. Densen Panner kam nach Lugern. — ') Hans von der 

elzwang und seit I44it Oromrat. 



ä(t9. Das die aiiiteru EidgnoB^eu genieiulicli mit Iren 
Itaneru aud ganzer macht ouch gar gnelllcllchen hat'- 
uach kanipnt. 

Und in dem kament die froHien Eidgiiossen und ziige- 
wanten mit allen iren panem und gar vil Volkes durch den 
berg und engen weg gar tröstlich und manlJch ziechen als 
getrdw brädäi' und friinde, die einandern in keinen nftten iiie 
verlassen haben und, ob got wil, nieniernier tun werden. Do 
dieselben gesachen das gros mechtig volk vor inen in sem- 
lichen grossen scharen halten, und ouch das die von Bern und ■ 
ander do vornan in semlichen engsten und ni'iten stftnden, do 
warent si gar begirlich zfi inen zö keren und wolt ieglicher 
der vordrest sin, als dann die fromen Eidgnossen semlichs 
alwegen mit manlicheit harbracht und sich von einandern nie 
gescheiden band. i 



I 



370. Das der herzog ron Borganuen von deneu von Bern 
and andern Eidgnossen veriagt nud im sin leger nuge- 
wannen wart. 

Do nfi der herzog imd die ainen die l'romen Eidgnossen 
mit iren panern alä manliclien gesach bamach ziechen '} und ; 
ouch die vordern alweg unerschrockenlichen uf in trungen, 
wie wol inen von den vienden ouch we bescbach mit schieaaeii 
und sunderlich von den bugnern, die gar vast schussen glich 
einem regen und ouch grossen schaden tatent, dann die ptil- 
isen merenteils vergift warent ') davon vil lüten gewüst wui"- - 
dent, — also nament si die flucht und wolten nit ine beiten ') 

2. ganzen machten. — 5. panem und ganzen miichten. — 6, Jen engen. — 
9. so grosaen acharen. — 11. Z sckrribt und semlichen. — 17. Eidgnossen 
und verwttnten gar manlicben veriagt und im ouch sin. — 19. beraog 
von fiurgunn. — 20. gesachen. — 21. alweg fehlt. — 22. gar we. ~ 
24. dann ouch. — 26. TiM: I^ der heriog von Burgunnen mit den 
sinen die ftücht gar achantlichen nam. — Und also. 

Kine ausfllhrliche IiebenabeBchreibung über diesen Mann, der mit der Fa- 
milie Dieebach in geachÄtÜicben nnd verwandtschaftlichen Beziehungen 
Btand. schrieb Max von Dieibaeh im Archiv des liist. Vereins des Kantona 
Bern XIV, 102—111, als Einleitung zu den S. 117-14Ö abgedruckten Reise- 
l>e*clireibung«n. — ') Beeoaders eindrucksvoll Bebildert Eiterlin, S. 201, dif 
Wirkung des Aufmarachs des (iewalthaufene auf ilie Burgunder. — ') Schil- 
ling st-dit mit dieser Angabe — wohl einer Verdächtigung — . die er im 
Kap. 273 wiederholt, allein. — ') Von den persönlichen AnsiErengungen de« 
Herzogs, der Flacht Einhalt zn tun (siehe Etterlin, H, 204, nnd die beiden 
Briefe Panignrolas), sagt Schilling kein Wort, 




380 1476 

und tribent das vtisvulk vor inen dannen als gros mechtig 
huffen veches. Also zoch man ineu alwegeu gestracks nach 
untz für Granson verre us durch des herzogen leger so wit, 
das iederman hellig und mfide wart, das die fronieo Eidgnoesen 

!> mit ireni harneach zu füs nit fu'rer mochten komen. So luocht 
man ouch den Burgunsehen reisigen zOg zä ros äberein titt 
erilen, als das nit unlnllichen was, dann si merenteils alle 
wol beritten warent, doch bleip dennocht von gottes gnaden 
von inen menig stolzer man, die erilt wurden und nit entriD- 

t nen mSchten.*) Und als man inen uf anderthalb Tiitscher 
milen nachgezogen was gar verie für Granson hinus bis gen 
Montangij,') do behflp man das volk bi einandern und weit 
man nienian fiirbaa lassen ziechen und knüwet aber menglich 
nider in grosser andacht mit zeilanen armen und merglichen 

; fr&uden, gotte dem almechtigen, siner lieben mfiter inagt 
Marien, ouch allem himelschen here nach der grossen signnnft 
und überwinden des wAtrichs lob, dank und gnad mit eren zu 
sagen der unsäglichen grossen gnaden, so er dann den fromen 
Eidgnossen gegen iren vienden als gnedidichen mitgeteilt und 

< erzÖugt hat, des man in dankherlicher wise nieniermer ver- 
gessen und ewiclichen daran gedenken sol. 

Und also hat got der ahnechtig denen von Bern und iren 
fromen Kidgnossen und gewanten mit sinen g&tlichen gnaden 
aber geholfen uf dem vorgenanten samstag vor der alten vas- 

1 nacht,*) den grossen mechtigen fiirsten und blfttvergiesser, de» 
herzogen von Burgunnen mit aller siner macht vertriben und 
veltflöchtig machen; den weder der {{^mscli keiser, der kCing 
von Frankenrich, noch kein fürst noch herr oder gemeinde 
nie haben m6gen überwinden noch zwingen, dem haben die 

2. alwegen fthlt. — H, hinus durch ilei hurzugen wagi^nburg uoU legvr mit 
einiinderu ao wit. — 5. barneach wit«r nit mochteu koraen. — 6. tu ros 
fehlt. — 8. beritten und aber die Eidgiiosaen zu füa waren. — 10. inen 
me dann. — 11. was, fvir Montangij hinuB. — H. in grosser aniUobt 

«thlt, — und unRagliehen frSuden, — IS. sa^n der grundlosen barm- 
.erzikeit, so er denen von Berti und andern Eidgnossen. — 20. ilank- 
neraer wise. — 22. Bern, ouch iren. — 23. verwanten, — 29. dem haben 
die TOD Bern und tuidvr ir Rid^ossen and verwanten allein mit liet 
gütlichen eraft und barmherzikeit ritterlich. 



15. MjLrz zUhlen die üemer ein puar herromurende gefallene Bargnnd 
auf. TeutSL-h Miss. C. 800, abgedr. hei Knebel. Basier Chr. II. 874. Dies__ 
Nachtrag fehlt bei Ochaenbein, S. 'dl. — '] Dos Uleicha steht in der 1*2. 
atrophe des im Kap. 27ß abgedruckten Liedes. Ueber die dentsche Meile 
vgl. oben H. 311. Anm. 2. Aui^h die Bieler nennen als Endpunkt der Ver- 
folffung Monlagny, Hasler Chr. II , 863. - »i 2. März. 



U7( 



381 



' froinen liit und Eidgnosaen anders iiit daun mit der hilf des 
barmherzigen gottes ritterlich und manlich obgelegen und in 
zu sehantlieher tlücht bracht und veriagt und im euch sin 
costlich leger, ouch gar gros unsaglichs gut, als harnach zeio 
teil gemelt wirt, angewnnnen.') Darumb man den vorgenanten 
glücklichen samstag zfi ewigen ziten billichen viren*) und der 
grossen gnaden niemermer vergessen ßol, dann wo der ewig 
gotte uf demselben tage die fromen Gidgnoesen nit als 
gnedieliclien versechen und für ai gestritten und der wütrieh 
von Burgunnen Oberhand gewunnen hette, so were alle Tdtsche " 
nation in sinera gewalt und banden gestanden.') 



I 



371. Dfts menglich lu des herzogen leger zocli und man 
darinne allerhand gniie: vaud. 

Also zocli iederman in des herzogen leger und vand meng- 
licb herberg gnäg, darzü essen und trinken und wes man be- u, 
doift, dann es gar ein gros sch&n leger und alles, so man 
erdenken mocht, darin was. Man hat sich von einer gemeinen 
büte ze machen undeirett und iederman mit den sinen das an 
die heiligen geswom; es wart aber nit von iederman gehalten, 
dann etlich ze stund anvingen plündern, c dennocht die sach st 
erobert was und gesachen weder eid noch ere an. Und was 
denselben wart an gold, silber oder andern dingen, das trfigent 
si dennocbt desselben tages heimlich und verstolenclicben mit 
inen hinweg: doch warent die fromen daran nit schuldig und 
latent dennocht als vil darzä, das nachmalen ein gemein büt » 
wart, daran aber nit der zechende teil kam. so man do ge- 
wan. Und bleip man also in dem leger bis an den dritten tag*) 
und wui'den al wägen, karien und ros von gut als swer und 
)t geladen, das man si kum dannen mocht bringen. 

4. unsäglich. — 8. a,n demselben. — nh bnrmberziclichen nit versechen, 
noch. — 13. allerlei gnüg. — 14. Und also. — vand man. — 16. alles dea, 
so man dann erdenken mocbt, darinne gnäg was. — IT. sich ouch. — 
18. machende. — 19. menglithem gehallen, — 20. »on stund. — 21. 
gesacben darinne. — 26. hundertest teil. — gewannen hat. — 2H, ge- 
wunnenen gut. — 29. nit wol dannen. 

'} Dem gleichen Gedanken verleiht auch Knebel ähnliche Worte. 
Basler Chr. 11. 361. — ') Von Freiburg ist es bekannt, daia jährliche Ge- 
denkfeiern ^r die Sie^e in den Burgunderkriegen angeoranet wurden. 
Oehaenbein, Urkunden tier Belagerang nnd Schlacht von Murtcn, 8. 651, 653. 
— ') Den gleichen Gedanken drückt daa in Kap. 275 »stehende Lied in der 
17. Irltrophe aoi. — ') < Bie an den vierden tag >, achreibt Sthilling unten 
im Kap. 274; ehenso Geochichtsfrennd XXIU, TT. 



39-2 



147fi 



Die fromen hantvtsteii hite von Strasbuig, die den Eid- 
gnosseii zä allen ziten gar vil gdts getan und erzeugt haod. 
hatten euch denen von Bern und andern Eidgnossen gar ein 
erlich volk zA ros geschickt; die warent bis gen Näwenbui^ 

'■ zil andem Eidgnoasen komen, und als man am samstag trü 
ufbracb und an herzogen zoch, do wart es inen nit verktmd 
und verwarloset, das si darumb nit wisten.') Dennocht, do ai 
es vemoment. do rittent si gar snelliclich hamach und 
mochtent aber in den engen gassen zwiischent den zwein 

) bergen durch die wägen und karren, die sich darin gesteckt 
hatten, liberein nit komen, das gemeinen Eidgnossen gar äbel 
kam; dann het man ein rosvolk gehebt, so were der Bur- 
gminern gar vil bliben, die man inen aberilt bette, das man 
mit dem fäsvolk nit niocht zbwegen bringen. Es warent über 

, sechszig nit zö ros, die sich gar wol und manlich hielten, des 
etlicher leider umbkam und übel engalt. Und als dieselben 
ritter und knechte von Strasburg in das leger kament and 
der strit und alle saehen ergangen warent. do gehäbent si 
sich gar übel, das si darb! nit warent gewesen, das man inen 

> wol ansach, das inen gar ernst was, dann si alle manlich ge- 
bracht liit warent. die sieh semlicher dingen geniet hatten. 
Doch wart inen dennocht von den Eidgnoasen merklieber dank 
gesagt und meinten, si wolten ireti gCiten willen für die werke 
nemen und das gegen inen zil göteni niemermer vergessen. 



> '2Ti, Das etlicli der viendeii im slos zä Granson fiindeu 
nud unibbracht worden. 

Es warent ouch etlich hören und edellüte, die bi drissig 
personen bi inen hatten, von rechter angst und not wegen in 
das slos Granson an der flucht gemchen und geflochen, die 

2. gar fehlt. — 4. die warent ouch inanlichen zii inen komen und als 
man am saiustag frü ufbmtli und an herzogen zoch, da wardeut ai in 
dia nai'hhüt geordnet und mochten uit hintur komm und aU si das 
, da ritten ei anelliclich hamach und mochten durch die 



engen Kassei'i ouch durch die nagen ii 
— 13. das man aber. — 14. Ea waren 



'] Nach Meltinger und Schillings amtlicher Darsteüiing (wehe die 
Variante oben) bildelen die Straaaburger die Nachhnt. Basler Cht. 11, 3S8. 
Ini IJede unten Kap. 215 ist in der zweitletzten Strophe ebenfalls dem Be- 
dauern darüber Ansdruck verlieben, daas die Strosiburger eu binterst waren. 



I47ß 383 

begerten uf gnade mit den liouptlüten zii reden; und nach 
irem verhören wurdent ai gesichert und under die Eidgnossen 
nach marzal geteilt und wart vertedinget, das man mit dem- 
selben herren und den iungen edlen knaben Braiidolfen vom 
Stein, der vorhin houptman zu tiranson gewesen und in Bur- 
gunnen gevangen was, ledigen und lösen solt. Und als aber 
die von Bern und Friburg die iren, so als mortlich und bosc- 
iich erhenkt und ertrenkt wareiit, an den bftmen zu Granson 
so iemerlich saehen hangen, do wollen si di im slos überein 
nit sichern noch leben lassen und sunderüch ein gemein volk, > 
so ir friinde verloren hatten,') und brachen und trungen also 
mit gewalt in das slos und slfigent ir wol 28 ze tode,*) darvor 
nieman sin mocht. Doch wurdent der herr°) und etlich iung 
knaben mit grosser bitt bi leben behalten, mit denen wart 
nachmalen Brandolf vom Stein gelediget und gelöst, das inen i 
zfi beiden aiten gar wol kam.*) 

Und als dann der herzog von Burgunncu das bIos Famerkü 
ingenomen und mit den sinen wo] vierdhalbhundert mannen 
besatzt hat, die im gar liep warent, do hiittent sich die Eid- 
gnossen gar eigentlichen und gemeinlichen underret. das man ' 
vor allen dingen liit usziechen und darzü ordnen, die das slos 
verhüten solten, umb das man dieselben darin beheben und 
die biderben liite, so zö Granson erheokt und ertrenkt warent, 
mit inen gerechen mAcht, Es wart aber nachmalen iederman, 
die gewaltigen und ander, uf das arbeitselig gftt so gitig und ^^ 
beging, das man der eren vergas und wart so ganz verwarloset, 

3. vertadinget. da« man mit dem obresWn herren darin, — Ü wolt, — 
11. so fehlt. — 12. und alÜKent «ol driisiK zu tode. das inca nieinon 
mocht erwerren, doch wurden dennoeht der recht herr und etlich iung 
knaben hi dem leben behalten, luit denen der vom St«in. als Toratat, 
iivlediget wart. — 17. Titel: Dm die Burgunner. ■□ in Faraerkii warent, 
nachteB^ heimlich un dem slos gingen und al ir rw und onch anders 
darin liesaent. — 18. nnd wol mit vierdhalbhundert mannen beaatsit 
hat, die im gar liep nnd ain besten diener waren, Ja hatten. — 25. 
arbet-aelig. — 26. hegitlich. 

'I Am hestpn beschreiben Elterlin, S. 205, auch Edlibach, S 151 \uid 

■ der Luzemer Schilling, S, 73, den giihanerliclien Eindruck beim Anblick der 

l nnglßcklichen Waffengeföbrten. — •) Vgl. Basler Chr. 11. WHj IIl, 324: 

Etterlin. S. 205. Man warf sie Über die Mauern hinaus. — ') Er hieas nach 

Etterlin. S. 205, der intereaHant« Einzelheiten bietet, Johann de Latoiir 

ron Beaan9on. — ') Eintrug im Rats-M. vom 28. Mfirz : die Änslöaung der 

Gefangenen aei su stände Kekommen; der Herzog hätte es ungern getan, 

f weil er glaubte, in Monatafrist so viel Gefangene T.a haben, dass er die 

lanen gut auslasen kSnne. 



384 



1476 



das die Itit al einer nacht »3 dem sloe beimlich durch einen 
berg gingen und hinweg kamen und mere-nteil al ir ros in 
anders do liesaent. Das wart die Eidgnasaen ^erüwen tu 
warent aber selber daran schnldig.') 



-^ 273. Das man ror Oranson TOn Bern und «uderii eiidi 
bar Til rittera slög. 

Es «iirden oucb in dem leger vor Granson nach erober 
des strits von edlen und andern fromen lüten gar vil ritten 
von Bern und anderen Gidgnoesen, darzö von Strasburg, Bast 
i» und andern fromen ricbstetten geslagen, die es mit eren wn 
hatten verdient und ouch iren ritterlichen orden darnach 1 
an iren tot trügent.') 

So wurden ouch dem herzogen von Burgunneu in de 
leger mit grosser manheit angewunnen al sin biicbsen, j 
1^ und dein,*) und darzA nnzailith vil bulvers und andern ziig 

2. kament; and vrax rossen ei da fauttenl. den hüwent si allen 

rnnadern ab und TemuDdetea die, damit ai nieman me nütz werenj 
alles man nachmalen weil sach ; dorzii vand man onch vil ioit- 
na^eh und andern Ttiig' da. Semlichs die von Bern und imder Eid- 
gnosKii gar übel wart serriwen und warent aber daran selber 9cfaaldia>, 
dann mau «i wol betialt«n, wo man anders andern ernst j^ebt hei. 
— 15. darzn gros ding a,n bulver und andenn züge. 



'J Wesentlich andere und weniger glanhwürdig wird die ZnrQckerobd- 
runi; von Vamnarcua in den Entreprisea. p. 291 b. erzählt. — ') Der Bitter* 
«ch&« wurde naeb der Schlucht durch Hermarin von Eptingen to1Uoo«il 
Vgl. Knebel, Basier Chr. 11, .S04, 388, 389. An der eretverzei ebneten Stelle 
und bei EdliUich, S. 151, sind einige Namen voxx solchen, die die Bitter- 
würde erhielten, genannt. Knebel verzeichnet folgende Bemer: Hans vm 
Hallwil, Peter T. Wabern, Hans Friedrich y. Mülinen, Hans Arnold Swaser, 
in der Ratssitzung vom 13. Marx werden nnter den Anwesenden aargetitbrt: 
Sehamachtal, Bitter; Wabem. Bitter; Diesbach, Bitter. Das soust beim 
Protokollieren ungewöhnliche Verfahren konnte zu der Deotung Venui* 
lasauDg geben, afs ob alle drei bei Granson den Ritterschlag erhalten 
hätten. Dies ist nur nachweisbar bei Petermann von Wabem. lEnebel.] Hin' 
gegen ist Niklaua von Schamachtal at^hon längst im Besitz der RitlerwOrde' 
(eiehe Geschicbtforscher 111. 334) uod Wilhelm von Diesbach (nur dieser, 
nicht Ludwig kann gemeint sein, der dazumal in Frankreich war) hatta 
sich die Uitterwürde in Jemaalera geholt — ') Die Geschichte der Boi»- 
gunderbeute ist noch nicht geschrieben. Ausser Scnilling, Edlibach, 8. 151 f., 
und Knebel (Basler Chr. II. il6S f.) kommen besonders die eidg. Abschiede IL 
584, 687—593, 614. Ö22, 633, 63Ö, 642. 647. 662, 666. 668, 687: Ul, 4, 5, 7, 
189, 207. 469. dann die Kodel von Lunern |Ge«chichtsfreund XXXI. 311 bü 
316) und Freiburg (Arcluves de la societe d'hiatoire dn canton de Friboi— 
V. 283- 321, wozu die Jahresberichte far Oeschichta Wissenschaft XUI [1891 
ä. 127, N- 101' zu vergleichen sind) in Betracht. Einzelne Notizen ' 
Honograpbien lieferten J..T. Amiet, Die Burgunderfahnen des Solotoraer T 
hauiea (l868)i H. Urunner in Argovia VI, 223; C, A. Blösch, Einige 



1476 



385 



i 

i 



' derselben büchsen warent an derzale vierhundert und zwenzig,') 
darunder vil grosser houptbüchsen, das ander warent als den 
nicrteil slangen- und ateinbüchaen und was kein dein buche 
darunder. Die fürt man alle gen Nidow*) und wurdent do 
under die Eidgnossen und ander zägewanten, die dann bi den '^ 
dingen gewesen warent, geteilt, das menglichen nach gelegen- 
heit der dingen wol benagt, Das bulver und der ander züg 
wart aber der raerteil im velde verbrfint und verwüst,*) das 
gar Übel getan was; doch wart von gots gnaden etlichen ir 
rechter Ion darumb. die sich gar flbel verbranten und wüsten, m 

Man vant ouch in dem leger, das man im angewunnen 
hat, gar vil köstlicher panern und venli von gold und siden 
gemacht ; es were die man im velde mit der hand gewan, oder 
in den kästen oder bulgen vant, der warent an der zale, gros 
und dein, me dann sechshundert; dieselben paner und venli is 
und sonderlich die, so in den casten gewunnen, wurden dar- 
nach gen Lutzern geffirt und under gemein Eidgnossen und 
ander gewanten nach marzal der lüten geteilt und darnadi von 
iederman ufgehenkt oder behalten nach einem gevallen.') 



- 6, Relegenheit der each, ■ 



Biel wahrend der Zuil der Burgundarkriege (Bemer Tnachenbuch 1852, 
^. 50 f., 2IG und GeBchiebte der ätiidt lliel 1. 801 f., HI, 175; Ch. CUtelain. 
Le butin de Grandson (Miwi^e Neuchätelois löHS, p, '283-285); A. Wrss. im 
Neuen Archiv d<T GexellBchafl flkr ältere deutecbu GeschiulitBkunae VII, 
575; E. MoltA, Th, v. Liebenau atid J. Strickter im Anzeiger für Schweiz. 
Oeichirbte 111, 188 und 247; G. Tobler, im Anzeigrer fQr Hchweiz. Altertums- 
kande 1888, S. 25; B. Haller, die Beut« toq GrandRon (Beraer Taschenbuch 
1884, 3. 180-201): J. Dieraner im St. Galler Neu,iahrsblatt 1876, 8. 18 (mit 
Abbildung): P. Ristelhuber, L'AUoce iv Morat, p. 47 a. 137«; J. Oeri. der 
OnjTt von Scbaffhauaen, 1^; J. Stammler, der siw. Feldaltar des Herzogs 
Earla des Kühnen von Bnrgund im historischen Museum eu Bern (Bemer 
Taschenbuch 1888, S. 1— 2:W); J. Stammler, die Burgundertapeten im histo- 
rixchen Museum eu Bern (Katholi«che Seh wehe i-rblfttier 1889. Bd V. Sepiirat- 
aasgabe bei Huber in Bern, W5 8. Hit Abbildongen) ; J. St«mmler, der 
Domsuhatz von Lausanne und seine Ueberrest«. Bern, 1891 (darin S. 1U2 
bis 108 die Burgunderbeute) : R. Wackemagel. Basels Anteil an der Bur^ 

S linderbeute (Basler Jahrbuch 1894, 3. .57—68); E. v, Rodt, HiatoriBche 
ItertOmer der Schweiz, Serie I, Bern I&S9 (mit Abbildungen nnd Tert): 
J. R. Rabn, die mittelalterlichen Kunstdenkmäler des Kantons 3olothurn 
(1893), S. 2t)9. 212; Pribourg artislifiue k travert les figes, annöea 1890-93; 
L'art ancien k l'eipoaition nationale Suiese, publid par le comitä du groupe 85 
(1897). — 1) Knebel, Basler Chr. 1!, 3Ö5, giebt die Zahl auf Ober ßW an; 
Absch. 11, ä92 dagegen nnr 300. Schilling hat «eine Ansähe aus dem im 
Kap. 276 stehenden Liede entnoramen (Strophe 14, Variant«). — ') Kbenso 
Entreprises, p. SWi. — ») Basler Chr. 111. 324; Geschiehtsfrennd XXlir, 78. — 
*) Ueber die Teilung der Kähnen wurde auf der Tagsataung vom 15. Mai 
Luzern beraten. Absch. II. 590. Vgl, auch unten Üap. 319, Etterlin 
207 und Basier Chr. III. 426. 

2-5 



36« U7C 

Wsmmb ooch der berzog toh Bargnoaen «o vi] [»■nrm 
und zeicben »Iw^ bi im geb^t ttsd mit im geflirt kat. han 
icb vemooieB, da* senüiehs danimb besdiechea and sin wfl 
Dnd meioong geweaea äe, «ami er oder bid vatter, der ah 

t berzog, stett oder lande mit dem Kwert gewaDOea nnd oiider 
Ücfa gebracht, ao babent ä dann in aemlidien stetten mtd 
landm alwegea roo stant an vü paaeni tob Burgnnnen nf- 
gericht and usgesUwsen und das däramb getan, damit si das 
gemein volle zft schrecken und rorcbten bringeo möchten, als 

w dann zb Jent. LiitUcb, Dynant und in andern groeseo stetten 
oDcb beacbechen ist. 

Darzfi hat man im ouch angewrunne» a) sin habe, so er 
and die sinen im veld gehebt band, an gnldinea aad sidinen 
k^slliclien t&chem und gewande, güldin und ^Iber gescbirr, 

>» gold und edel^estein und ander so gros gut und bbstlicheit, 
das man nit wol davon sagen mag: dann als ich aacfamaJeD 
voo landsherren und andern fromen lutea me dann einmal ge- 
bart und vernomen han. so band der herzog und die sinen in 
dem ve)d und leger vor Granson verloren me dann einer 

*> milliun goldes wert, das ist zecfaenmalen hunderttusent gdldin 
an einem nnd dem andern, do doch nit der zwenzigest teil an 
tag komen und von uofromen lüten heimlieh über eid und 
Über ere verstolen und verslagen.') Doch ist etwas in die gemein 
büt gen Lutzem komen und erzeugt worden, aU hamach stat.*) 

n Item man gewan ouch des alten herzogen von Burgunnen 

stden zelt.'l die gar köstlich was und darzii vi! ander zelten. 
die vor (iranson ufgeslagen warent; darzü Hessen ouch die 
kouflüt und kremer ir koufmanschatz und specerie vast da- 
hinden, darumb Jnen ouch gar wenig wart. 

a« fio vant man ouch in dem leger ob viertuaent') grosser 

kulben, der hat ieglicher bi vier pfnnd hli und warent als 

1, Dammb. — 14. geechirr fehlt. — 15. guld. sitber und. — aiideis su 

Sros gut und richtüt», das. — 18. herzog von Bnrgimn and die BiDen im 
iger Tor Graimon. — 21. hunderteet teil. — 22 »on ancriiuhen lüten 
bvimliub Ub«r eid und ere veratolen. Doch, — 25. it«m frhit. — ^, 
nie dünn vieitusent, 

') Die gleiche Klage in den Absch. 11. 592. — *] Siehe die Verhandlungen 
der LuKemertagdaUnngen vom 6. und 24. April und 15 Mni in Abscb. U, 
684. 5B7 und naraentlich 5B0 ff. - ») Nach h.iebel. Basier Chr. 11, aOfi sollen 
die Hemer <las Y^elt erhalten und «laraua Ki rebenge wänder gemacht hoben. 
— ') Knebel, Eiasler Chr. II, 366 spricht Ton 80W, 



1476 



387 



I 
I 

i 



lang als ein iiiordax, das man mit einem wol einen ochsen 
nidergeslagen hette. 

Darzft vant man ouch gar vil mordaxen, spies und ander 
werinen und sunderlich me dann ein vas vol lielsing imd 
stricken,'} damit er sich verwegen hat, from cristenlüte anze- 
benken, das im von gottes gnaden nit geriet. 

Man vant ouch gar vil handbogen und vil grosser vassen 
vol ptiien und wareiit die pfilisen den merteil alle vergift,*) 
das doch einem semlichen mechtigen fürsten unerliclien was. 

Item er hat ouch in dem vold und leger ein münz ufge- i 
rieht und hat alle hochvart und k&stlicheit menigval ticlichen 
bi im gehebt, als sich nachmalen wol erzfiugt; dann es in 
kurzem darzfi kam, das in allen Eidgnossen und in andern 
fitetten und uf dem lande allenthalben so vil köstlicher sidner 
cleidern und wamseln, darzCi ander köstliclieit gemacht und i 
getragen wurden, das es als gemein wart als ander siecht 
tftch und cleider. Doch vergieng an etlichen semliche hoch- 
vart gar balde. dann etlicher in der büte aiden wamsel oder 
anders koul't, der vorhin kum ein zwilchen wamsel mocht be- 
zaln; das kond nit wol lang weren. dann als bald dieselben s 
gebrochen warent, do mochten si kein ander» me bezalen.*) 
Man kan oder sei aber darumb das nit schelten noch für übel 
han, dann semlich gut und cleider von gottes gnaden gar erlich 
gewunnen sind und die armen als vil als die rieben getan haben. 



, 274. Dis nachjE^enempten stock sind gmi Ltitzern in die 
bot komen und erzeugt worden,*) 



Item am ersten an silbrin kannen, blatten, schalen, bechern 
Fund andenn silbrin geschirr, vergült und unvergült, das man 



1. ein ochsen. — 6. im dazemul. — 8. mit pflieii, daran die isen meren- 
teÜB alle vergiß waretit. — 9. wiis , doch lichtet er das alleg nit. — 
10. Darzü hut ouch er. — 16. in den biitan. — '20, kü lang, — ^2, Man 
kan noch mag. — 2S. stück und dein&t. — in gemein bot koinen und 
ander* uit eräugt worden. — 27, des ersten B,n silbren. — 28. silhren. 

') Diw werden vielleicht die Seile »ein (cordte-eeanwen), von denen 

L ft. 0. spricht und die zum Spannen der Bügen benuttt wurden. — 

..bI a. tt. 0. «pricht ebenfalis von drei Wagen Bogen und Tielen 

p, 4itgliJ>cher Pfeile. Wegen der vergifteten Pfeile vgl. oben Kap. 270. 

wdie Ungleichheit der Teiluna und die sch&dliche Wirkung des plöt.z- 

__e4*B Beichtnms «iiricht auch Etietlin 8. Ü06. — *) Ein hievon etwas ah- 
^'weicbendes Beiiteverzeiehnis geben Edlibach S. lil und die Abseh. II, 591, 



gewegen hat und an tag komen ist, me dann vier Zentner 
swer, tat achthundert mark') on anders, das man nit erzAugt 
und verslagen hat und us dem lande gefbrt, oder in dem lande 
blihen und dennucht nit an tag komen ist; dann gar \'il silbrio 
t blatten und anders durch einfalt lüte für zinnen geschirr ver- 
kouft, do wol glouplich und v^rsechenlich, das nit der hau- 
dertest t«tl in die hüt komen und erzeugt ist. 

Denne gar vil giildiner, silbren und siden r&cke und köst- 
lich siden t&cher und gewant, datzü ander gros k&stlicheit, 
>o das man nit wol mag schnben noch schätzen. 

Denne des herzogen köstlicher dyamant, den von grosser 
wirdikeit nieman mag schetzen*), ist einer halben bomnuas 
gros, ingefasset in golde, daran hangent zwei gros berlin, ge- 
formiert als zwo biren. 
I» Denne des herzogen tegen. sind im h6fte versetzt 7 gros 

dyamant, 7 gros nibin und 15 gros berlin als k&stlJchen, das 
man es ouch nit wol kau schetzen.*) 

Denne aber ein usdermassen köstlich güldin tefelin mit 
sechs schöner berlin und sechs grosser iTibin, darin ist gar 
» köstlich heiltüm*) enmitten in demselben tefelin. 

Nämlichen am ersten ein stuck von dem heiligen crütze 
önsers lieben hern und behalters .Thesu Cristi. 

Denne ein sttick von der dürnenen crone desselben üo- 
sers behalters. 
a Denne ein -stuck von dem sper Jhesu Cristi, linsers erlAsers 

und heilmacbers. 

Senne ein stuck von der marterraten Cristi. 

2. ob Hcbtfaunderh marken. — 3. oder darinne blib^o. — 5. blatten, 
kannen und. •- 6. glouplich und ouch die warheit. das. — 7. komen noch. 
8. rßeke, dar^ü ander köstlich siden and gdldjn tficher. — 9. gewant. 
ouch ander.— 11. herzogen von Burgunnen, — 13. und iagefiisset. — 
14. bieren. — 16. berlin, ouch als gut und kfifitlichen. — 17. ouch fthlt. — 
18. Kunz güldin tefelin mit aetha gioeser und aeh&ner — 19. darin gar 
wirdigund kflatlicha heiltüm ist. ala harnach slat. — ',33. Denne aber. — 
24. heilmacbers uod behaiters Jhesu LViati, — 25. Denne aber. — kAat- 
lieben apere. — 27, Deune aber. — linsera lieben hem und barmherzi- 
gen behaltera Jhesu Cristi. 

') 647 Mark, 1.1 Lot aagen die Abach. a. a. 0. — '| Nach Absch. 11. 
592 wurde er auf 20,000 GId. geschätzt. — ») «Ob 4(i0 Üulden wert .. Absch, 
a. a. U. - ') Absch. U, 591 : • Iteui ein k5-tlich güldin laffel. wigt an gold 
2 Miirk 1 lot, eind darin 8 orgetitiseh berlin, 3 saßr, Ü baicss und ist darin 
dz köatlii^hest bellum, dz man vindeii mag. und mit aunderbeit von allen 
stucken im liden Crieti und aast ob 80 stucken, merklich >. Da« R«liqnieii- 
veneichntR ächillings fehlt in den Abgch. 



1476 



389 



mne ein etuck von der niartergeisalen Jhesu Cristi. 

Denuß ein sl^^uck von dem heiligen grab önsers lieben 
I hcrren und behalters. 

Denne ein etuck von dem rock Cristi. 

Denne ein stuck von dem cleide, das im Herodes anleit, 
' do er sin bitter marter liden wolt. 

Denne ein stucke von dem tischlachen, do er das abend- 
essen mit sinen lieben inngern uftet. 

Denne ein stücke von der tafel Moysi, do die 10 gebot 
anstünden. ■ 

Denne ein stucke von der rüten Aaronia und darzfi un- 
, saglich ander k&stlicb heiltCim. 

Denne aber ein güldin kfistlicb tefelin, darin ist ouch gar 
)s heiltüm von allen zwÄlfbotten und anders.') 

Denne aber ein kflstlich stuck von gulde und cristallen, i 
\ darinne ist heiltüm von sant Andres.*) 

Denne ein köstlich pacem mit einem fdiberg von berlin- 
I mäter.*) 

Denne des herzogen pater noster, ist ganz güldin und 
r sind darin geamaliert die 12 appostel und ist ouch darinne i 
I gros köstlich heiltCim.*) 

Denne des herzogen recht insigel, ist ganz giildin und 
I" wigt bi einem pfunde.^) 

Denne des bastarts von Burgunnen insigel, ist silbrin und 
. vergült ■) s 

Denne ein helfenbeinen gesnitten tefelin, ist an den zwein 
flügeln der alt und der nüwe herzog von Burgunnen contra- 
l feit') darzü vil ander cleinfit und anders, das zfi lang zfl 
KBcfariben were. 



1. Denne alier. — niiirterneiael ünaerB heilmiichers und woren gottea 
Jhet.1] Cristi. — 2. Denne aber. — des vorgenanten ütieers liebfin herren 
JheflU Cristi. — 4. Denne aber. — wirditcen rock unwn heilmncberB nnd 
erlBaers Jhesu Crisü. — 8. marter filr lins «ilndigen menschen liden wolt. 
— 9, dar»n die. — 13. ander giildin. — oueh ktob wirdi^ heiltüm. — 
15. ander köstlich. — 16. Andrea, dem iwSlfbotten. — 17. tfecne aber. — 
in. Denne aber des alten berMgen von Burgunnen. — 21. ander gros 
wirdiff heütfim. — 22. bewogen »on Burgunn. — ist fthlt. ~ 24 r'.;cht 
insigel. — 27. der alt und ndw. 

') Felilt im Verzeichnis der Absch. — •) Nai'h Äbecli. II. 591 waren 
_ä HoITquien ein Finger des fil. Andreas und ein Stack Tom Kreuze des 
[ Heiligen. — '] Abscb. a. a. 0.; «mit eim gamuhn, wigt an gut«m vold 12 
Llott.. — *) Absch. a.a.O.; .wigl »n gold W lotfc .. Wird auth von Etterlin 
|-6.204 erwfthnt. ~ ») Äbscb. U, 592: «wigt 18'/i lott.. — ') Ebd.: wigt 14 
I Jottt. — 'j Fehlt im Verieichni« der Abaeh. 



390 



1476 



Dmzu wart ouch in der etat von Bern und allen andern 
Eidgnossen von stotten und lendern und aas allenthalben ia 
der vereinung. die dann bi disen dingen gewesen warent, jW- 
ineinlich gehütet; was man tianu in die bat geleit und erzbügt 

> hat, darufi ouch vil geltes gel6st und under das gemein rolk 
geteilt wart, al» dann BemliL-hs von gemeinen Eidgnossen und 
puntgnossen angeseclien und geordnet w&». 

Ond do n& alle Sachen vor Grannon von den gnaden des 
almechtigen gottes als wol und glücklichen ergangan warent 

> und man bis an den viorden tag, als davor stat,') in dem 
leger gewaltictichen bleip, aU man dann den eren nach wol 
schuldig und ze tfinde verbunden was, so vant man oucli an 
essen, trinken und allen andern dingen gnög in dem leger. 
Do was ouch menig biderman. den wol gelust' und bedacht 

< liette, man solt nach einer semlichen erobreten sach nit den 
nechsten. sunder ^nen andern weg durch Saffty gezogen sin: 
die wJlgen. karren und ros warent aber als swer mit dem ge- 
wunnenen gut geladen, das solichs nit wol ein fiirgang haben 
mocht und zoch iederman den nechsten durch Nuwenburg 

' wider heim. 

Und umb das man wisse die macht und gewalt. so der 
Burgunsch herzog an läten vor Granson gehebt hat, han ich 
vernomen von denen, so under dem Burgunschen here daze- 
mal warent und von Kidgnossen gevangen wurdent. das des 

i herzogen von Burgunnen macht gesclietzt wart für hundert- 
tusent manne durch einandern bos und güt.-) Und der Eid- 
gnossen mit allen iren gewanten ist an der zale achtzechen- 

3. wareot oncb ander Hing gebiltet, da» man nit koad oder mi>cht gen 
Lutzeni bringeu durün. — ö-EidguosBen und verwanteii. — II. ereu oocli 
schuldisr uniTv erb linden was. — 15. den nechsten beimgeTaren. sundcr 
durch einen andern weg heimcezogen siu. — 17. dem eroberten güt. — 
— 18. einen tiirgang. — 21 Und QmowiJlen. — gewall de« Burgunschen 
herzogen, go er dann an. — QU. warlith vernomen. — 24 und von denen 
von Hern und andern Eidgnnasen. — 26. So ist der Etdgnouen. — 27. 
iil)er achtiechentueeaC nit gewesen. 

'1 Siehe oben Kap. 271. — '} Auch die Luierner schrieben am Ü, iS&n 
ILU9 dem Keld, daas der Feind Aber 100,000 Munn stark gewesen sei. Gö- 
sch i cht b freund XXIII, 77. Ungeffihr daa Gleiclie etelit ui dem Al»8ch. 11. 
59)! : (der herxog) hat ouch an dem gevecht gehept secbszigthussent reuhter 
reiager und des übrigen volks ist me gewesen. So ist uff der eidgnoBsen 
aitten aller nnd aller nit me gesin, dann bi achtaechen thusentt. öle hier 
angegebene Anzahl der Kidtienossen stimmt mit dem ata gleichen Ort« ab- 
gedruckten Munnscbiiftsveraeichnie, worüber Dierauer II, 210 zu »ergleichen 
ist Knebel, Basler Chr. II, 365 spricht von Über 50.000 Burgundern nnd 
hüchstens ;i4.000 Eidgenossen. Vgl. auch oben S. 367, Anm. 2. 



UTü 391 

TüfenT gewesen und darüber nit, als 8i(;l> ditiin das an der büt, 
do sich iederman inschribeii lassen, wol erfunden hat. Der 
vorgenant herzog von Burguniicn hat ouch nit die niinsten, 
sunder useriesen guten adel und lüte bi im vor Granson ge- 
hebt, nämlich us Engellant. us Bickardie, us Flandern, us 
Burgunnen. Saföy, Femont, Lamparten. Italien, von Venedie, 
[ darzCi des küngs sftn von Napels') was in eigner pergoiie bi 
Wim, ouch von Ti'itschen landen und von mengem fürsteii und 
»herren; doch gewunnen dieselben alle nit vil daran, dann si 
von gottes gnaden alles ir gut und ei« teil ir leben binder i 
inen milsten lassen. Der almethtig ewig gotte welle üna zö 
allen ziten eemlich glück und heil verlöchen! 



375. HIenacli »tat gar ein sch&n lied, so vom strit 
zti Grnuson gemacht wart.') 

Oeaterich du slaffest gar lang, i 

das dich nit weckt der vogelsang, 
hast dich der mette versumet.^) 
Der Burgunner hat sich ganz vermessen. 
er wolt zö Bern und Friburg kflebli essen, 
der her hat im die pfannen gerumet. * 

Darnach do zoch der ber ins vekl 
und Switz, da» enicifix ich meld 
mit gfttlicher marter frone,') 
do swebt der stern von Orient, 

der den dricn küngen wart geseut s 

und ziuit an den orten schone. 

Den reifen an in dankberkcit, 
darzÜ die küngin Maria meit, 
es sol sich nieman übergeben*) 

2. bi geswonien eiden inscbriben. - 8, Z. »ckreibt irrig in Tütschen. — 
10. ouch ein teil — 12. »erlichen. — 13. Hieniich vindet man . . . ao 
von dem »trit und der alftcht von Granson gemacht wart. — 28. Marien. 

') Friedrieb »on Tarent. GineiDa, Döpfiches I. 317. — '] Abgedruckt 
bei Liliencron il, 74—78. — ') Enthält einen Vorwurf gegen Oesterreich, 
der wohl — Kuiamnien behalten mit Strophe 18 — besondere gegen den Kaiser 
. fferichtat ist ~ ') Vgl. oben im Freiborperliede S. 323, Anm. I. — ') Nach 
L Liliencrons Erklärung ist Übergeben = im Spiele etwns vorgeben. Demnach 
' ' : niemand soll im Vertrauen auf seine Kraft dem Gegner etwan vorgeben. 




siner manheit und Übermut; 

du got vergoa siu rosenfsrwes blbt, 

do wurkt er den tot und ouch das leben. 

An einem fritag') beachachs mit namen 
das alle firter zugent zesamen 
zLi dem grimoii bereu mit Sitten, 
und werents driger tagen e verruckt, 
die uf Granson werent nie verzuckt!*) 
Man sol got für si bitten! 

Als ich ir sachen han vernomen. . 
so ist in bewist ein swacher fromen, 
doch wil ich nienmn schelten: 
der daran unrecht hat getan, 
der wirt ouch darumb b&s enpfan, 
dfirt oder hie in der weite. 

Uf das do wart ein anslag getan, 
Bern, Switz und Thuii die zugent dran, 
man wolt die viand angriffen; 
Switz, Thun brachent am eamstag in*), 
do wolt kein ort das letst nit sin, 
dem beren bort man pfiffen. 

Do wurkt got durch sin regiment, 
das man kam kurz der sach ein end; 
het man noch einen tag verhalten, 
Burgunnen het sich in tarras*) gerüst; 
im wÄr noch menger in die harren gewist*), 
e er sich het lan gewalten! 

Do ffigt es got zfir selben stund, 
si zugen dran mit vestem grund 
als in die grfinen 5wen; 
do griffent si die viend an, 
von Eidgnossen was meng clfiger man, 
mit stechen und mit höwen. 

- 19. brachen am enten. - 



'( Freitag den I.Märi. — •) ¥BTzuckt = achncll, räuberisch wegnehm 
•j Samstag den '2. MUra. — •) Torrua = Bollwerk. — fj Liliencron Termnuc: 
■ in wer noub njentfer im her gew{i«t >, d. h. zu gründe gericblet, verletat 
worden. Ua aber ßchilling zweitual den Ausdruck • hGirren > gcbniucbt 
(üiehe Varianten), so wird tnan Lilicncrona Konjektur tod der Hand weian 
inflsBen, trotzdem eine bessere Krklitrung aussieht. 



I 



1476 

Die Walchen machten ein wilds geschrei, 

ir iifsatz waa gar mencherlei, 
ea niocht si i^lein verfachen, 
ßi traffen mit in durch den bcrg, 
darunder höp sich erst der gewerb, 
do si den rechten huffen Sachen. 

Burgunnen hat ein lüder ') geleit, 
der her greif si an gar nnverzeit 
und zart si dariiider harte; 
Switz h(iw und stach wol als ein kern, 
kein toppel*) gesach ich nie als gern, 
so ruch hielt mans Burgunnen im harte! 

Der zülouf von der Eidgnosschaft 
macht mengem man gar grosse craft, 
Zürich, Lutzern hat sieh nit verborgen, 
man bekant die rüter zör ersten rür.*) 
do mencher Bickart nmi die anür;*) 
gros nianheit hat man do erworben. 

Nu sag mir iederman was er well, 
es was ein merglich glück und gros gefell, 
des sagen dank got dem herren! 
Die viend ruckten iemer mer. 
bis das si kament zu irem her, 
do begonden si sich gar manlich wecen. 

Do geriet der her sin clawen strecken. 
Friburg, Thun, Burgdorf trungen als die recken, 
Switz stach vor drin als die türsten.*) 
Ntt merkent mich on unterscheit, 
in die reben hat er in die vallen geleit, 
si fluehent bald zen bürsten. 

Uf das hat er sin anslag getan, 
den beren in reben ze umbefan, 
daruf ein rott bescheiden. 



- 31. tÄn. 



- 28. Friburg, Holoterti. Biel tningen. — 29. e 



') lüder ^ Lockapeiae. Nachstellung, Hinterhalt. Sielie Strophen 13 und 
14. — *) toppel = Würfelspiel, auch Wettschi esaen iim einen ausgeaetzteo 
Preia, — '| rflr = Schlag, Streiiih. — *) »snür» kann Lilieneron nicht er- 
klären, ZeltHchnQre V TumierauadtDck V — ') Snitzeri hnbebcmt laudem in 
ilto conflicta, soct Knebel, Bailer Chr. II. 365. Da; Verzeichnis der bei Orui- 
lon gefa.lleneii schwizer steht im Anzeiger f. Schweiz. Geschichte VII, 162. 



die schätzt: man uf aeclietuaent pferd. 
solten durchbrechen liberzwerch. 
das kam Burgunnen zu leide 

Der Spiegel aller Eidgnosschaft 
Bechs ort merk wie Burgunuen sprach, 
da er den stier hört brftlen harin ziechen: 
< wglluf es kompt als tüfelsch gesiecht I> 
Do vingen an sin ritter und kiiecht 
gar schanttichen zA fliechen. 

Darunib sing ich so gar nach zöcht, 
si brachten die viend gar bald zur flocht, 
do si als manlich trungen. 
Ach kusche nibter, reine meit, 
du fürtest si in dinem geieit, 
ir herzen hegenden inen iungen. 

Von Bchantlicber flocht wart nie geseit, 
des frftw dich, alle cristenheit, 
es wer dir hart ergangen, 
hette Burgunnen gewonnen einen rung, 
als Rftmsch rieh hette genomen ein sprunif, 
es wart darumb angevangen! 

Darumb tet biltich Rfimsch rieh 
ein m erglich bis tan d desgelich, 
mag menglich briefen und merken ; 
ich kouft nit früiitschaft umb ein brot, 
die mich verliessen in der not 
und mich erst wollen sterken! 

Deshalb so setz ich min gedieht, 
wil furbas singen von der geschieht, 
ach got. las» mir die warheit risen! 
E sant Fridli kern mit wis und blow') 
ich hat kein hör. es wurd mir grow, 
dennoch müs ich si brisen ! 

5. siber ort. — 17. Mwe. — 19. liet. — »i, hut. — 



I) Im i^iisatiimeiihaiige mit der folgeudeii Strophe kaoo die Stf;lla nur 
K veretaDika werden, dae« die Glamer |St. Fridolin) mit ien Zürcbeni 
1, ileren Wappenfarbeii weiaa und blau Bind, gekommen seien. 



1476 



Sant Fridlin bot sin stiriien dar, 
der bracht die ruchen mit im har. 
die begonden trostlich sdirenzenl 
Der edel hoehgelopte stern. 
der nie erlaacli, Zürich und Lutzern 
die sach man gar vast glenzen. 

Underwalden, Zug und Ure 
die heist man wol die suren, 
si stachen drin on alles verzagen, 
do sach man Halwil,') Landenbcrg *) 

Die viend gar manlichen iagen. 

Basler ritter die slfigent dran 
und ander die ich nit nennen kan, 
si band gros ere erworbün. 
Der ber hielt in den rucken ganz, 
dem setz ich uf den rosenkranz, 
menger ist von im erstorben, 

Gar menger hat ein dant*) gemacht; 
wann er die sach nü recht betracbt, 
was heils ist uferstandenV 
Das sich der her so manlich wert, 
het er als rucb nit umb äich gezert 
stflnd swach in allen landen ! 

Dos han ich im dos crenzleiu ufgelett 
on mittel und on underscheit, 
mag ers mit eren tragen 
vor fijrsten, herren, rittern und knecht ! 
E sich Burgunnen me an in siecht, 
er mftst vor rat drumb haben! 

Was nemest du, tiire Eidgnosachaft, 
ietz umb dise krönte ritttrschaft *) 
die du hast erlicb erworben 

da «ach mal) Dieapoch und ouch Hulwil. — 14. nit kennen. 



i| Hans TOn Hallwil. — ') Nach Kdliliacli 8, 151 erhielt Hana von 
Landenberd den RitterscblaK bei Grunson. Der in der Variante genannte 
Diesbach kann nur Wilhelm sein. Siehe oben S. S84, Aom. 2. — '] dant = 
leeres Geechwät?,, Possen. — ') Wit- teuer -würdest du deine Bitterachaft 
wegffeben ¥ 




gemein durch &lle diso weit? 

Hast in gesisgea ab dem veld. 

des meng f&rstenthüm ist verdorbeo ! 

Kein gewalt iif erden nie wart erkant, 
der im dorst tun ein widerstant, 
dem hast du sin cronen abgesnittea 
und hast im alle sin wappen erblent, 
l&wen, giigen ganz durchsehen t, 
er wolt, ee were vermitten ! 

Er scbreip sich herr Welsch und Tiitscher 
ich mein, er sie der endcrist iungen 
mit sinen unmstenlichen sachen, 
von dem die proficien seit, 
er werd verkeren die cristenheit, 
des m^cht man nit gelachen! 

El- meint er wer gar wol behüt, 
er hat verlorn sin obrest göt, 
houptpaner, büchsen, sigel, gQldin zeichenl 
gitikeit, du snMe würz, 
ich mess dich lang, ich mesa dich kurz, 
80 mag dich niemant erweichen. 

Das got erbarm durch alle sin g&t, 
das man Strasburg zu hinderst boschiet, 
das die Ordnung mosten halten!') 
Und werent si zem ersten inbruch komen, 
als ich ir wesen han vernomen, 
do wer noch menig heim zerspalten! 

Dis hat getan die gottesband, 
das an dem beren nit erwant,') 
er geriet gar frßlich springen 
mit andern sinen Eidgnossen gut, 
die hatten alle ein frien müt, 
tut einer von Lutzern singen.') 



7. rtl sin. — 14. wuid. - 15. das mftcht. 

') Vgl. oben Kap. 271. — ') erwinden = fehlen. — 'I Nach Th. w» 
Liebenau ist der Dichter diesca Liedes Rudolf Montigel vod Laxem. Ansager 
fUr whwei». Üeachichte 1880, S. 272 f. 



S76, Aber elu aiiiler lied von «iem strit von Uranson, 
das gar gät nndervrisaiig git dlser (llDgen.') 

In Welsctiem lande hebt sich ein atruss, 
do mag wol werden etwas ua, 
die clawen well wir wetzen : 
der gir der treit gros bbernifit, 
der ber und stior gar wol behfit 
wend manlich mit im kretzen. 

Zu Granson ers betrogen hat 
und sichert si mit valschem rat, 
das wart an in gebrochen : 
die fromen ICite hat er erhenkt, 
fürwar es ist im nit geschenkt, 
man hats an im gerochen I 

Drig küng*) hat er gehebt im velt 
imd aiben fürsten, die ich nielt, 
den pund wolt er gewinnen; 
sin berren er begoben wolt, 
ieglicher ein teil besitzen solt, 
des möst man werden innen. 

Des nara der ber gar snelle war 
und zoch mit sinen Eidgnossen dar 
und taten im zöschribcn: 
wolt er sin ein biderman, 
so seit ers ritterlichen beatan 
und euch im veld beliben. 

Ks beschach an einem sanistag frCi, 
do zoch man wider Fameikü zu, 
si woltens mit im wagen, 



1. GcanBon, darin man guten nndetscheid diser dingen rindet- — 6. 
der gir treit gviw«en. — 12. Idt. — 13. liirwar das. — 25. ritterlieh. — 
26. bnben. 

') Abgedruckt bei Liliencron II, 79-81 und L, Tobler. Volksliedern, 
du— 61. Liliencron II, 82-»3 bringt noch ein drittes Lied aber die Schlacht 
bei Granson, — ') Uebertreibung. Der einzige war der Prin« Friedrich von 
Tiirent, der unten in Strophe 9 • KOnig von Neapel > genannt wird. Hin- 

£]gen beland sich der Herzog von Rurgund allerdings im Bunde mit den 
Qnigen von England, Spanien und Neapel. 



und wistent donnocht wenig das, 
das in der herzog als nache was,') 
und sich zä veld hat j 

Do warent berg und tiefe tal, 
der weg was ruch und darzö smal 
dar si durch mfisten komen: 
Bern und Switz die Ijiibent sich uf 
und zugent dar mit irem huff; 
der herzog hats vernomen. 

Der herzog wolt sin nit enbern, 
die Berner wolt er aechen gern, 
er meint ai werent alleine; 

er hat wol zechen an einen man, 
des achtent si gar deine! 

Zürich slüg mit frftuden dran, 
mit mengem nserwelten man 
und Lutzern desgelichen; 
ünderwalden, Zug und Glarus gilt 
die slftgen dran mit friem miit, 
die Walchen hegenden wichen. 

Der stier von Ure Iflgeii wart, 
darab erschrack der Walch so hart. 
die freis') was im zerrunnen,*' 
Ein kling von Napela was bi im do. 
den treip man von der wagonburg s 
die wart im abgewnnn» 

Basel das kam ouch zem spil; 
das kond wol schiessen zft dem zil, 
der schimpf der wolt sich machen, 
sin Wagenburg die was nit gar ganz, 
si Sprüngen l'rÖlich an den tanz, 
man hört die kiirris ki-achi>n. 



■) Diiss da« Zu^^iimmentreä^n ein nnvennutetes war, erzählen i 
Meltiniter (Basier Chr. 11, 35öl, auch Kdlibach S. ISO, Etterlin S. 203, ; 

S-ises p. 286. — ') freia = (Jngestöin, Kühnheit. — >) So ai ' 
204 und der Lu/.erner Schiihns S. 76. 



1476 399 

Solotern was ouch am hatz, 
der ber der tet ein harten kratz 
und Friburg in Oechtlande, 
der wider*) ouch gestossen hat, 

Strasburg kam ein teil ze spat, & 

das tet im selber ande.*) 

Der schimpf der wert ein lange wil, 
man iagt si anderthalbe mil, 
si fluchen mit gewalte; 

er rant gen Orban in die stat, lo 

die tor hies er besliessen tratt,*) 
sin herz was im erkaltet. 

Die Tütschen rüten die taten im we, 
man iagt ir vil in einen se, 

die awimmen weiten leren; i6 

vil menger Walch darinne ertrank*) 
ein grosses schif zu boden sank, 
darin vil Welscher herren. 

Vil Silbergeschirr und rotes gold 
wart den Eidgnossen zu sold, 20 

darzü ein giildin sessol; 
vierhundert und fünf büchsen gut 
machten inen hochen mut, 
der hat er ouch vergessen. 

Sin sigel er verlorn hat, 25 

vil berlin, güldin sidin watt, 
cron, edelstein so glänzen, 
güldin bftcher, kelch, messgewant. 
ein bischofhüt man ouch do vant, 
und güldin monstranzen. m) 

Ein tegen rieh, von gold so rein, 
der ist ersetzt mit edlem gestein, 
den hat er ouch verlorn; 

10. Orben. — 12. sin herz gond im erkalten. — 16. darin. — 22. 
vierhundert und zwenzig. - 30. darzu güldin. — 31. Sin tegen. — 
32 edelgestein. 

*) Schaffhausen. — *) leid. — ^) schnell. — ^) Nikiaus Rüsch spricht 
von solchen, die « utf dem see ertruncken sind». Basler Chr. 111, 325. Efbenso 
sagt Hans Bernhard von Louffen in seinem Briefe vom 16. Mai. dass viele 
Feinde zu dem See gejagt worden seien, « die sich selb ertrenckt band >. 
Janssen, Frankfurts Iieickskorrespondenz II, 372. 



1476 



grosser spot im nie ine heschach, 
was man Burgunner kriegen sach, 
das t&t dem wfltrich zoren ! 

Der von Burguniieo der freudig man, 
der hat den sachen nit recht getan, 
er hat-8 nit wol besunnen; 
der schönen panem hat er vil, 
man kam im zwiischen kuglen und zil, 
darvon ist er entrunnen. 

Herzog Carle, hörst du das V 
du treist den Eidgnossen haes, 
des soltu nit geniessen. 
Kein herr an inen nie nit gewan; 
wiltit von dinem krieg nit lan, 
es wirt dich bald verdriessen ! 

Din göt ist ietzund worden veil, 
in die Eidgnossen komen ein michel teil, 
des machtu dich wol Schemen! 
Tut dir der spot nit also we, 
80 kum herwider und bring me, 
so sol mans von dir nemen. 

Die Eidgnosschaft nacht und tag, 
in keinen nöten nie vertag, 
des tönd ai sich bewisen 
mit ir manlichen band; 
des swebt ir lop durch alle land 
hört man si erlich prisen. 

Der uns dis liedlein nüwe sang, 
der tQt vil menchen irren gang, 
gfit leben ist im tiire! 
In siner teschen ist er swach, 
er claget sere sin ungemach, 
das ir im koment zft stüre ! ') 
Amen. 



n fehlt. 



I. luirwider und bring noch i 



') Der Djphter dieaeB Liedes iat unbekannt. Da wir aber wissen, tlaw 
Veit Weber auch ein Lied über deu Sieg bei Granson ffeschriebpn hat, 
welchee bie jetzt nicht gefunden werden koniibi!, so iat es vielleicht gestattet, 
ihn als Verfiwaer ohenstehenden Liedes üo betmchten. Siehe Ochsetibeiii, Die 
Urkunden der Belagerung und Schlacht von Murten S. 628. 



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STANFORD UNIVERSITY UBRARIES 
STANFORO, CAUFORNIA 9430S-6004 



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